2011-05-04

Ich bin ja selten sprachlos.

Dachte ich bisher immer. Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich der von „(m)einer“ Bundeskanzlerin geäußerten Gratulation in Richtung USA anlässlich der Hinrichtung (!) von Osama bin Laden nähern konnte, so sprachlos war ich über die Äußerung eines Regierungsoberhauptes einer Demokratie. Meiner Demokratie.

Helmut Schmidt, unaufgeregt wie immer, Montagabend bei Beckmann, half mir mit seiner klaren Formulierung über den eigentlichen Tatbestand mit der klaren knappen Aussage, wie sie nur von ihm kommen konnte: „Das war ein Verstoß gegen die Menschrechtskonventionen!“ höflich ein kleines Stück über die Straße der Fassungslosigkeit, an deren nicht funktionierender Ampel ich völlig hilflos stand.

Denn genauso sehe ich das auch und daher gucke ich benommen auf die USA, die ohne Gerichtsverhandlung einfach denjenigen abknallen, wer immer gegen sie Interna hätte aussagen können in einem Prozess und auf eine Bundeskanzlerin, die den Präsidenten der USA zu seinem illegalen Handeln und seinen Wahlkampf begünstigende Aktion beglückwünscht.

Der Tweet von



brachte mir heute die Sprache wieder. Ich denke, „hirnlos“ trifft den Kern der Aussage sehr sehr gut. Entschuldigt bitte, dass ich nicht gleich selbst darauf gekommen bin.

Ich war einfach zu perplex.

2011-04-30

Zum Schreien komisch!

Der Artikel bei der Zeit zum Thema Management und Frauenquote. „Frauenquote bedroht Männerkarrieren“ Untertitel (Achtung, jetzt keinen Kaffee im Mund haben:) Unternehmen verordnen sich freiwillig eine Frauenquote, ehe es das Gesetz tut. Nun droht vielen hoch qualifizierten Männern eine Diskriminierung.

Ich gehe dann mal lachen, ach, nee Jungs, für Euch weinen …

(Aus der Reihe: so unverhofft komisch!)

2011-04-26

Farewell liebes Tantchen!



Schön, dass es Dich in meinem Leben gab!

2011-04-24

So ein schöner Ostersonntag!

Freunde sind mit nix, aber auch wirklich mit gar nichts aufzuwiegen. Was für ein schöner Tag, von lieben Facebook-Eintragungen bis zum perfekten Sonntag mit Freunden im RealLife, ein unverhofft wunderschöner Tag!

Danke Euch allen! Und allen anderen wundervolle weitere Ostern Euch allen!

(Aus der Reihe: und 3 – drei! – sichtbare Citroën Déessen involviert, davon eine als Cabriolet (!!!) und eine Déesse-Geschichte vom Patenonkel!)

2011-04-20

In der freien Marktwirtschaft …

… ist das so, man wirft ein Produkt auf den Markt und sieht im Vorfeld zu, dass es bei aller Irrelevanz den Käufer genehm anspricht. Wenn das nicht funktioniert, bessert man nach. Man überlegt, guckt sich dann doch einmal die tatsächlichen Bedürfnisse der Kunden an und erkennt, wenn's gut läuft, die hausgemachten Fehler im Produktionsprozess!

Bei der CDU ist das so, sie wirft ein Produkt namens Bildungspaket auf den Markt, das völlig am tatsächlichen Bedürfnis der bedürftigen Kinder vorbei produziert wurde – was auch nie strittig war. Und wenn der Absatzmarkt sich nicht als so groß herausstellt, wie geglaubt, dann kommt die CDU nicht auf die Idee, vielleicht doch nur eine sozialpolitische Pleite produziert zu haben, die übrigens niemand ernsthaft – die CDU ausgenommen – jemals als solche nicht hintergefragt hatte. Nein, Selbstkritik, das geht nicht im Hause der Bundeskanzlerin, man tritt lieber nach. Möglichst verbal arrogant und dumm, denn anders weiß man sich ja nicht zu helfen in der eigenen Inkompetenz. Und ein CDU-Mitglied namens Frank Steffel ist sich nicht einmal zu einfach dabei, um sich als Politiker als von der tatsächlichen Situation der Empfänger überhaupt keine Ahnung habend, aber offensichtlich ständig Unterschichtenfernsehen guckend, zu outen.

Sie, Herr Steffel, machen Ihre Partei wieder einmal mehr unwählbar!

Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass die Menschen Ihr Bildungspaket nicht annehmen, weil diese Menschen es nicht ernst nehmen können? Weil es nämlich den Kindern nicht hilft? Es Stigmatisierung genau gar nicht auflöst?

Ach … denken… Herr Steffel, ich weiß …

2011-04-18

re:publica XI – Fazit oder: mein großes Montagsloch

Grundsätzlich bin ich auch für mehr Darkrooms, Callboys und Huren auf der re:publica. Selbstredend für lau. Mehr Kaffeeautomaten mit löslichem Kaffee für 0,50 Cent, die können das besser als der Filterkaffee in der Kalkscheune. Ach ja, Kaffee ist Schnee von gestern, weil Kalkscheune wird's ja nicht mehr. Denkfehler: warum müssen wir überhaupt für den Kaffee noch zahlen? Ansonsten hätte ich gerne mehr Dope in die Frühstücksbeutel, die nun auch endlich kommen sollten! Und überhaupt Simultanübersetzer müssen her für's Geld, am Besten nicht nur Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch, Sanskrittransferierung würde unseren internationalen nationalen Status auch mehr Pfiff geben. Latein! Seit dem Schockwellenreiter gehört auch Latein auf die re:publica – live gedolmetscht. Bei dreitägigen Medizinkongressen für 1.500,— Euro Besuchergeld sind doch auch fünfgängige Menüs zwei Mal am Tag möglich, wieso eigentlich nicht auch auf der re:publica? (Für ein dreitägiges EarlyBird-Ticket von 56,— €?)

(Vorangegangener Kontext bezieht sich auf eine wahnsinnige re:publica-Kritik eines, sich als nicht englisch sprechenden selbsternannten Twitter-SEO's, die man nicht verlinken muss und deren Verfasser trotz aller unbedachter Häme nicht genug Mut hat, kritische Kommentare frei zuschalten, die er angeblich als Beleidigung zensiert. Mein Kommentar wurde auch nicht veröffentlicht, der allenfalls nur ironisch war aber an keiner Stelle beleidigend. Die gleiche Type freut sich dümmlich auf Twitter über Linkverkehr. Tsja, Schwanz hat man halt in der Hose – oder eben auch nicht. Hirn auch. Oder auch nicht.)



Meine persönlichen Highlights der re:publica XI:

Die vielen Leute im Real Life endlich überhaupt oder endlich wieder zu treffen. Große Freude. Mal mehr oder mal weniger lang. Immer zu kurz. Ich habe von vielen Seiten gehört, dass Leute zur re:publica kommen und keine Panels besuchen, sich nur in den Gängen mit Freunden treffen. Das beschreibt das Event wohl am Besten.

Panels



Habe ich dieses Jahr selbst vergeigt, mich meist in die falschen gesetzt. Auch davon geprägt, dass ich wegen der Überfüllung die kleineren Workshopräume nach dem ersten Tag komplett aus der Planung gestrichen hatte. Aber das wird nächstes Jahr besser, wenn es räumlich größer wird, denn die spannendsten Panels finden einfach dort statt. Dort passiert noch die Websubkultur! Tendenziell fand ich die Panels deutlich weniger lustig als in früheren Jahren. Ich weiß auch, woran es liegt. Aber die Diskussion zu führen, bringt wenig Punkte mit den 30 Prozent. Highlights waren für mich, klar, JoJo alias Johannes Kretzschmarr, alias beettlebum. Bin lange Fan von ihm, seinem Blog, seinem Humor. Menschlich hat er völlig überzeugt, inhaltlich auch. Beste Powerpoint-Präsentation ever! I heart you!



Sascha Lobo mit dem zweiten Teil seiner hoffentlich werdenden Troll-Triologie, die ich mir irgendwann im ZDF im Abendprogramm verfilmt wünsche. Untertitelt! Bevor er aber trollsachlich wurde, hat er der lieben Internetgemeinde, der lieben insbesondere auf ihn kritisch reagierenden Internetgemeinde, sehr eloquent die Hosen strammgezogen. Mehr als anbieten, die Programmierung des Firefox-deleate-den-Lobo-PlugIn zu finanzieren, kann er nicht. Haben seine Kritiker, die mit Sicherzeit zu Hauf im vollen Friedrichstadtpalast saßen, nicht verstanden. Ich war die Einzige, die geklatscht hatte. Es tut mir leid, ich will Sascha Lobo nicht scheiße finden – ich lerne jedes Mal von dem Mann, wenn ich ihn sehe. Und ja, er wird auch jedes Mal besser. Und seine Standpunkte zur ewig um sich selbst kreisenden kleinen Internet-Galaxie waren völlig zur Recht formuliert! (Wird im Nachgang erstaunlich wenig darüber gebloggt, mochten sie wolle alle nicht so, die Realität in Worte gegossen.) Freue mich auf sein Troll-Buch! Das kann gar nicht nicht kommen …

Den Vortrag von Tim Pritlove, Podcasts und Radio als Werkzeug für Öffentlichkeitsarbeit, fand ich sehr inspirierend. Ich habe hier seit ein paar Monaten (schäme mich sehr) eine supergrandiose AKG USB-Microphone-Spende hier liegen. Da kommt noch was.

Irgendwie sehr schräg (aus meines hohen Alters Sicht) und dennoch sympathisch der Vortrag vom Diaspora-Gründer Maxwell Salzberg. Der hat nicht diesen üblichen „wie geil bin ich, wie geil ist mein Produkt, hatte ich erwähnt wie geil ich bin?!“-Vortrag gehalten, sondern er dozierte ein wenig über Lebenserfahrung und „How to do it“. Das hatte ein bisschen was von Lebenshilfe. Unerwartet von so einem jungen Kerl. Aber charmant.

Highlight natürlich Blogger_innen im Gespräch, mit u.a. Julia Probst. Wenn man aus einem Panel geht und hat was gelernt und noch ein bisschen lachen dürfen, dann ist alles gut. Fremdschämen nach wie vor für die nerdcore-Geschichte. Wird auch nicht besser, wenn man René Walter dazu reden hört. Katrin Rönicke hatte zu wenig Zeit, Gutjahr war etwas zu glatt – aber alles in allem sind das meine liebsten Panels auf der re:publica, einfach nur mal Blogger reden hören. Guter Jahresrückblick, danke!



Mein Eindruck der Twitterlesung vom letzten Jahr war, dass ein Haufen im Lesen unbegabter sicherlich großartige Blogger/Twitterer Tweets vorlesen mit dem fast schon peinlichen Bemühen, keine Pointen setzen zu wollen. Da die aber eh alle nur denselben Twitterern folgen, wurden nur Tweets von immer denselben Twitterern vorgelesen, denen man ja selber sowieso folgt, weil wir ihnen alle folgen, man die Tweets also kennt und von den bekannten Twitterern dann auch 50 Prozent auf der Bühne standen, um ihre eigenen Tweets vorzulesen, fand ich das wenig ergiebig. Kurz: Twitterlesungen muss ich nicht haben. Tweets sind was für's Netz.



Bin dann dieses Jahr zur Royalen Revue II vom GT-Team gegangen und das war auch gut so. Da gab es Freibier, das ich eh nicht trinke, lustige Masken, liebevoll gepackte Bingotüten … und eben Bingo.





Wir hörten „White Christmas“ von Till Brönner, Abba und lustige Karnevalslieder. Es war alles völlig sinnlos, meschugge und sehr schön lustig! Danke an Nilzenburger und Hermsfarm für den Quatsch!



Natürlich (m)ein must have das Rentner-Blogger-Panel am Freitag „10 Jahre Blogs in Deutschland“ mit Don Dahlmann, Anke Gröner, Schockwellenreiter und ix. Unterhaltsam, und ja, mein Leben hat das Bloggen auch deutlich verändert und sehr viel schöner gemacht. Wünsche mir nur mal, den Don nicht immer als Moderator bei so etwas zu erleben, sondern auch als Befragter.

Ich war in diversen anderen Panels, die keine besondere Erwähnung finden müssen. Teilweise weil inhaltlich banal, teilweise weil sehr ärgerlich präsentiert. Wer kein Bock auf die Präsentation seines Panels hat, sollte es nicht halten. Aber wie gesagt, meine eigene Schuld, weil meine Wahl! Alles schön gemacht, noch schöner, noch viel bunter und besser, hatte mal wieder die großartige Abschlussveranstaltung von Johnny Haeusler. Ich finde doch, wir sollten nächstes Jahr noch mal singen und endlich den Longplayer einspielen! Und warum zum Henker gibt dem nicht mal endlich einer 'ne TV-Show?

Und zum Schluss: ich erlebe seit der re:publica 2008 das Vordringen und immer stärker aktive Partizipieren von Frauen und Feministinnen auf der re:publica. Das sehe ich mit sehr großem Wohlwollen. Ich sehe nicht mehr mit Wohlwollen, warum grundsätzlich am Ende der re:publica es um die Feministinnen immer eine – aus meiner Sicht – selbstinszenierte riesige Nachwelle geben muss. Leider bleibt aus meiner Sicht mehr Ärger als Freude. Ich habe für mich die Entscheidung geschlossen, als Frau, wohl auch als feministisch denkende Frau, auf der nächsten re:publica diese Panels auszulassen. Ich mag nicht mehr! Und das hat nichts damit zu tun, dass Feminismus auf der re:publica nicht erwünscht ist. Das hat gewaltig damit zu tun, wie Feminismus auf der re:publica präsentiert wird. Soweit ich weiß, sollen die Panels am Freitag alle sehr gut gewesen sein. Aber zu dem Zeitpunkt war bei mir bereits Schluss mit lustig.

Danke!

Nu wirklich schlussendlich aber ein herzliches Dankeschön an alle, die die dicke Webgöre re:publica XI geschultert haben, organisiert haben, dort vor Ort immer freundlich und umsichtig gearbeitet haben, mitgemacht haben, da waren. Ihr seid toll! Alle! Nur der Kaffee nicht!

Besser ist das Desaster Bildungspaket

kaum beschrieben worden, wie heute in dem Artikel von Wolfgang Lieb auf den NachDenkSeiten „Was zu erwarten war: Das Bürokratiemonster Bildungspaket floppt.“ Alleine, wenn man überlegt, wie wenig Geld im Grunde für die Kinder bereit gestellt wird, wie viel der Verwaltungsaufwand davon schluckt … es ist erbärmlich!

Edit: Der Gastbeitrag „Hartz IV – War da nicht mal was?“ von Dieter Carstensen zum gleichen Thema beim Spiegelverfechter ist ebenso empfehlens- wie lesenswert!

Logische Frage …



(Und meiner Meinung nach, der Kernpunkt, warum dieses Land in die Binsen geht.)

Neues Zuhause für drei reizende Maine Coons gesucht!

Frau Ninedragons muss aufgrund einer Katzenhaarallergie ihre drei sehr bezaubernden Maine Coon-Katzen abgeben. Wer echtes Interesse hat, hier gibt es Fotos und weitere Infos zu jeder einzelnen von ihnen.

2011-04-17

Liebe Männer!

Falls Ihr die nächsten Tage Klamotten einkaufen geht oder dazu von Euren Liebsten gezwungen werdet, denkt bitte daran: das Land braucht viel mehr schöne Männerkörper in quergestreiften Matrosenshirts.

Ehrlich! Wirklich! Ganz bestimmt!

(Aus der Reihe: ich kann auch ganz uneigennützig bloggen.)

Edit: Der Herr Exit hat sehr uneigennützig diesen hübschen Matrosen-Link geschickt!

2011-04-16

Julia Probst

die Bloggerin von Mein Augenschmaus auf der re:publica endlich persönlich zu treffen, war eine meiner größten Freuden. Ich erlebe sie seit einiger Zeit online und ich genieße sehr ihre Art, ihr Engagement und all das Fachwissen, was sie mir über Gehörlose und viele Aspekte, die in dieser Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen – im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern – sehr schief laufen, vermittelt! Ihre Vorfreude auf twitter mit zu erleben, in diesem Jahr auf einem Panel im Friedrichstadtpalast sprechen zu dürfen, hat mir viel Freude gemacht. Auch, weil sie mich damit wieder daran erinnert hat, wie sehr besonders die re:publica für uns Teilnehmer ist, denn sie ist in der Hauptsache eine menschliche Veranstaltung. Ich könnte noch sehr viel mehr dazu schreiben, aber da die Christiane Link auf ihrem Blog Behindertenparkplatz das schon sehr ausführlich und in meiner Wahrnehmung Julias Auftritt wie mit meinen Augen gesehen geschildert getan hat, lest doch jetzt bitte bei ihr weiter … Julia hat auf alle Fälle in den letzten drei Tagen ein paar Berge versetzt in den Köpfen ihrer Zuhörer und Mitleser!

Ich freue mich auch sehr, dass Christiane im Vergleich zu den Vorjahren über eine offensichtliche Verbesserung im Umgang mit Menschen mit Handicaps auf der re:publica berichten kann. Das sollte anderen Mut machen beim nächsten Mal dabei zu sein!

Die umfassendste Blogberichterstattung …

und Linksammlung zur re:publica XI findet Ihr bei Frau Elise in ihrem Blog offensichtlich!

2011-04-15

Leave me alone grrls!

Gestern auf der re:publica 11 typischer Feministenhabitus. Ich gönne mir das Panel „How Feminist Digital Activism Is Like The Clitoris“ von Jaclyn Friedman gehalten. Die amerikanischen Feministinnen haben ja, im Gegensatz zu ihren deutschen Kolleginnen, kapiert wie man die Themen des Feminismus allgeschlechtlich interessant aufbereitet: mit Sex. Amerikanische Feministinnen haben auch im Gegensatz zu den meisten deutschen Feministinnen überhaupt kein Problem damit, sich als das zu präsentieren, was sie sind: powervolle, attraktive Frauen, die sich und ihren Körper mögen. So ist man in den Panels der US-Speakerinnen bei der re:publica immer auf der sicheren Seite. Die Panels sind sehr unterhaltsam, vor allem weil nicht nur vom Opferstatus gesprochen wird, sondern wie was man tut, damit die Welt aus feministischer Sicht schöner wird und als Mann hat man Spaß, wie auch als Frau, kann man sich an Rundungen und HighHeels der sprechenden Protagonistinnen erfreuen. Das Auge isst mit.

Das Panel war informativ; Jaclyn kann ihre Standpunkte enthusiastisch und klug verkaufen, ohne viel Betroffenheit abzufordern. Das Panell war aus meiner Sicht bei weitem keine Nulllösung, wie die im Vergleich von einigen anderen Frauen zum gleichen Thema von ihren deutschen Kolleginnen gehalten, die mich ehrlich geärgert haben, weil sie ihr Geld nicht wert waren. Langsam muss man nämlich sich auch als Speaker vor Augen halten, dass die re:publica professioneller wird und Firmenkunden für schlechte Panels ihre Ticketgeldausgabe auch hinterfragen. Die Redner haben mittlerweile eine Verantwortung, ist so! Kurz, meiner Meinung nach stimmt das Thema sicherlich, aber es wird von den Aktivistinnen denkbar schlecht verkauft.

Was sich im Panel zeigte, jedoch kein echtes Problem war, die Audienz hatte nicht den gleichen Humor wie Jaclyn. Das war nicht besonders schwer, weil sie einfach Dinge lustig fand, die nicht besonders lustig waren. Sie hat halt mehr diesen Jungmädchenhumor, den US-Amerikannerinnen gerne haben. Darüber lachen vielleicht amerikanische Feministinnen, vielleicht auch ein paar deutsche. Und ich – ich kann ja nicht für andere sprechen – empfand ihre Witze als bemüht. Ihr fiel natürlich auch auf, dass keiner mit ihr lachen wollte. Gleichfalls irritierte sie, wenn man dann an anderer Stelle lachte, vereinzelt, im Publikum. Das einzige Problem im Panel war: sie macht das ein bisschen zu oft zum Thema. Wäre nicht nötig gewesen, aber geschenkt.

Meine persönliche Krönung war, als dann später bei den Q&A's die erste Fragestellerin aus der bekannten Blogger-Feministinnen-Reihe aufstand und sich erdreistete, sich für unseren „europäischen“ Humor allen Ernstes bei der Frau zu entschuldigen. WTF? Hör mal, Mädel, mein Humor ist okay, der ist unantastbar. Und niemand, niemand entschuldigt sich fremd für meinen exquisiten Humor. Was sollte das denn?

Solange Ihr nicht aufhört Euren Feminismus über Opferdasein zu definieren und Ihr in der Folge auch noch als Opfer glaubt, Euch für irgendwas entschuldigen zu müssen: please leave me alone mit Eurem Geheule! Wenn Ihr für Anliegen für Frauen kämpfen wollt, übernehmt Ihr eine Verantwortung. Und ich muss es in aller Härte sagen: die Allermeisten von Euch werden dieser Verantwortung gar nicht oder nur sehr schlecht gerecht! Das ist mein bisheriges Fazit der re:publica 11. Verkauft Euch endlich als starke Frauen mit einer Message und mit Fachkompetenz. Nicht als Heulsusen. Und entschuldigt Euch nicht, wenn es rein gar nichts zu entschuldigen gibt! Vor allem nicht für Euch völlig fremde Menschen! Das nenne ich allenfalls übergriffig!

Johnny Haeusler stellt auf der re:publica 11 …

einen Kasten Bier für alle auf die Bühne der Kalkscheune:







6 Sekunden!

Der kleinen creezy

ist heute übrigens die kleine Fußballwelt zusammen gekracht. *padauz*

(Aus der Reihe: Mensch Stani!)

2011-04-14

re:publica 2011

Der erste Tag gestern war sehr verhalten, inhaltlich. Gelegentlich habe ich mich über die inhaltliche Qualität oder Vortragsmentalität dann doch sehr geärgert! Die re:publica 2011 ist voll – sehr voll. Die vielen Gesichter wieder zu sehen, nach einem Jahr Abstinenz, ist wunderschön! Und selbst, wenn das Netz auf der re:publica mal wirklich laufen würde: im Grund müsste man dann erst Recht den Stecker ziehen. Ohne „Netz geht nicht! ist das nur die halbe …blica.

2011-04-13

Spenden für Kesennuma

Shoko Kono kennen meine Blogleser schon als meine Kochlehrerin für die japanische Küche und ich kenne sie als sehr reizenden Menschen. Sie hat zusammen mit dem SlowFood Convinium Berlin eine Spendenaktion für Japan organisiert. Shoko wird selber dafür sorgen, dass das Geld in Japan dort ankommt, wo es benötigt wird!

Im Rahmen der Aktion wird heute um 19:00 Uhr auf dem Berliner Hauptbahnhof in der Austernbar ein Flying Buffett serviert – von Shoko Kono zubereitet! Wer nicht kommen kann, genießen kann, kann Shokos Aktion gerne mit einer Spende unterstützen, weitere Informationen und Kontodaten findet Ihr auf der Homepage: Spenden für Kesennuma.

2011-04-09

Mauerbewegung



Nicht immer bin ich mir sicher, ob die Auseinandersetzung mit den Denkmälern dieser besondere Stadtgeschichte zu meinem persönlichen Erlebnissen passt.

2011-04-08

Auf den Punkt!

„Auf zwei Leute, die sich Ideen ausdenken, kommen gefühlt zweihundert, die dafür zuständig sind, sie zu verhindern.“

So beschreibt Niggemeier unter anderem seine berufliche Erfahrung beim diesjährigen Echo. Ich finde den Satz bemerkenswert, weil er für mich genau das Gefühl wieder spiegelt, mit dem ich die Entwicklung von Deutschland auf den allerhöchsten Ebenen derzeit beschreiben wollte. Es wird an den richtigen Stellen nicht mehr überlegt, mit welchen Ideen man dieses Land voran bringen kann – vielleicht auch getrieben von einer Verantwortung für das Volk – es wird nur noch der-/diejenige mit den sehr guten Ideen negiert, um ihn/sie zu boykottieren, weil positive Weiterentwicklung nicht mehr gewünscht ist. Das ist für mich die Welt der BWLer und Controller, der schlechten Juristen, der keine Ahnung von ihren Ressorts habenden Politikern. Die Welt dieser boykottierenden überbezahlten menschlichen Nulllösungen.

Die Viecher …

sind allgegenwärtig. Langsam bis sehr sicher glaube ich nicht mehr, dass Katzen harmlose Wesen sind.



(Aus der Reihe: Weltherrschaft und so …)

2011-04-06

Der lustige Mann

hier im Internet-Café hat einen Zettel am Eingang hängen. "Ich muss nur mal gaaaaaanz kurz ins Internet kostet auch 50 Cent". Habe ich natürlich heute sofort korrekt das "gaaaaaanz" betont, meinte er nur trocken, "dass ich an Ihnen nix verdiene, war mir sofort klar!" Na gut, langsam mag ich das Leben gut leiden, ohne an der ewigen Web-Dose zu hängen. Überlege schon die re:publica ohne mich stattfinden zu lassen und als Öko-Bäuerin anzuheuern. Oder so.

Hach, ich hab's nicht leicht! Und Ihr so?

2011-04-05

Das Internet-Router-Dingens

ist kaputt und die Post hat noch keinen Neuen gebracht. Also lerne ich Internet-Cafés kennen, lerne wie Orthopypografie auf PCs wirklich geht (geht!), finde Windows doof, und der gewonnene Zeitgewinn von "kein Internet zu Hause" hat mich sogar die Fenster putzen lassen. So früh im Jahr war ich noch nie damit durch …

Guckt Euch bitte unbedingt "Der Name der Leute" an, so ein kleiner, liebevoller, lustiger, smarter Film! War ein großes Geschenk gestern für meine kleine Filmseele. Und so schön französisch!

Bis die Tage, ich komme wieder, keine Frage!

2011-04-01

Im Bauhaus

Der kleine schwarze Fernseher quäkt:

„Nein, dieser Tischfeuerlöscher ist nicht nur funktionsstark.
Dieser Tischfeuerlöscher ist auch formschön.
So ist Ihr Tischfeuerlöscher ein attraktiver Partner während Ihres Grillabends!“

2011-03-31

Michael Stipe

„Er trinkt einen Schluck Wasser – das ist seine erste Gefühlsregung.“

Sehr schönes Interview der Zeit: „99 Fragen an Michael Stipe“, Sänger von REM über Berlin, Mode und Kunst.

2011-03-30

Piratenpartei bietet Journalisten Unterstützung an

Habt Ihr ja sicherlich mitbekommen, der Ärger der Hauptstadtjournalisten, darüber dass sich Informationswege neuzeitlich bewegen bis ändern. Die Piratenpartei ist aber nicht so, sie haute heute folgende Pressemeldung (nicht nur via Twitter) raus: Die Piratenpartei Deutschland wird in Kürze interessierten Journalisten Einführungsveranstaltungen für den Kurznachrichtendienst Twitter anbieten, damit dieser möglichst effizient für die Arbeit genutzt werden kann.

Das finde ich gut so, denn Twitter ist wahrlich kein leichtes Medium.

2011-03-28

Hach!

Heute vier Stunden Gassi gewesen. Es ist so formidabel drei Katzen zu haben und um die Ecke zwei Hunde wohnen zu haben, auf die man immer zurückgreifen kann.

(Aus der Reihe: kann ich supergut leiden!)

Merde alors!

2011-03-27

Demo-Impressionen Berlin, 26.03.2011

























(Alle Bilder Canon ix 90)

2011-03-25

Echo 2011

Man hätte gestern bei der Echo-Verleihung die Namen der 21 Opfer vorlesen können, die bei der Loveparade in Duisburg letztes Jahr gestorben waren, nur weil sie Musik leben wollten. Man hätte auch über das Tragen von Verantwortung sprechen können. Die drei Namen derer, die prestige- und geldgeil genug waren, diese jungen Menschen in den Tod zu schicken, aber bis heute nicht so viel Hintern in der Hose hatten, um eine Verantwortung eigenständig zu übernehmen, hätte man dort ebenfalls nennen können.

Sozialkritik ist wohl nicht mehr. Im Musikbusiness.

(Ja, den lächerlich kurzen Einspieler mittenmang der üblichen Farewell-Besprechungen habe ich mitbekommen. Nur: meine Priorität sortiert Duisburg deutlich vor das Ableben eines sehr hochbetagten Musikers, so sehr ich Peter Alexander auch schätzte.)

Verreisen!

Okay, mich kriegt man mit Reiseberichten. Immer. Mich kann man auch zu Urlaubfotoangucksessions einladen. Immer. Egal wie lang. Ich mag das. Das ist für mich, wie auch verreisen. Stehe ich drauf! Daher empfehle ich:

Don Dahlmann war eine Woche in Shanghai und hat Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6, Tag 7 beschrieben.

Der Grillmaster2000 war die letzten Tage in San Francisco auf dem 40. ICANN-Meeting: Japaner im Fahrstuhl, Wendy-die-häwit, .xxx, I'm already sweet!,

Heute ist equal pay day!

Ich habe mich aus der Frauenquote-Diskussion weitestgehend raus gehalten, weil ich finde, Jobs sollten nach Qualifikation besetzt werden und danach, ob ein Bewerber ins Unternehmen passt. In Branchen, in denen Frauen längst nicht interessiert daran sind, dort zu arbeiten, erschließt sich mir nicht die Logik. Warum sollte ein Unternehmen bei männlichem Überhangmandat aus Quotengründen auf Frauen setzen, die sich möglicherweise gar nicht bewerben? Ich möchte es keiner Frau zumuten, in irgendeinem Unternehmen bloß die „Quotenfrau“ zu sein. Der Punkt ist der: wo Frauen nicht erwünscht sind, sind sie nicht erwünscht. Und es gibt Wichtigeres im Leben einer Frau, als hier die Dressurqueen für altmodisch denkende Vorstände zu geben, die es nicht kapieren wollen. Da vertraue ich auf den Generationswechsel. In meinem Umfeld erlebe ich die meisten Arbeitgeber diesbezüglich als offen und völlig emanzipiert: ist eine Frau die beste Kandidatin, wird die Stelle mit ihr besetzt. Und gut ist.

Viel wichtiger fände ich es, Unternehmen auf die Finger zu hauen in denen der größere Teil der Angestellten, die für das Unternehmen mit Minijobs abgespeist werden, Frauen sind. Frauenarmut, vor allem Frauenarmut bei arbeitenden Frauen, ist mir heute in diesem Land ein immer noch viel zu leise diskutiertes Thema.

Das Thema ist generell so komplex, darüber ließen sich Bücher schreiben. Aber in der Kürze schließt sich der Kreis zum heutigen equal pay day, der darauf aufmerksam macht, dass Frauen heute noch im Durchschnitt für die gleiche Arbeit und Funktion in einem Unternehmen 23 % weniger Gehalt erhält, als ihre männlichen Kollegen. Aus diesem Grund wäre ich sofort für das schwedische Modell: Transparenz – auch bei den Einnahmen.

2011-03-24

Unser Bundespräsident Wulff hat …

… glaube ich, einen prima Hang zur Ironie. Oder ich verwechsle da was, und die blinden Fußballspieler Deutschlands sind das schwarzhumorigste Volk direkt noch vor Max Goldt.

Erst streicht er als Ministerpräsident in Niedersachsen 2005 den Blinden das Blindengeld. Ersatzlos.
2011 übernimmt er die Schirmherrschaft für Blindenfußball.

Hab‘ ‘nen prima Plan fürs Wochenende!

Lotto spielen.
Im Lotto gewinnen.
Haus kaufen.

Schenkelklopfer

Unendliche Weiten. Wir schreiben den 24. März 2011. Deutsche Politiker erklären mehrfach im Deutschen Bundestag, Atomkraft sei sicher.

Weiß zufällig einer was von Marihuana-Kolonien auf dem Dach vom Kanzleramt?

2011-03-23

In keinem Nachruf einer deutschen Zeitung

zum Tode von Elizabeth Taylor konnte ich bisher lesen, dass sie seit 2000 immerhin Dame (Commander) Elizabeth Taylor war. Und als gebürtige Engländerin führte sie den Titel auch. Vor ihrem Namen, wie sich das gehört.

Was soll ich eigentlich aus dieser Rechtsprechung lernen?

Dass ein Vergewaltigungsopfer künftig besser die Täter selber direkt richtet?

(Aus der Reihe: ist mir übel!)

Geschenke!

Das HTML 5-Handbuch von Stefan Münz steht nunmehr online zum Lesen zur allgemeinen Verfügung.

Rechts …



habe ich gerade einen neuen Banner eingepflegt. Den mit dem Link zur Datenbank der Kosmetikproduzenten, die immer noch auf Tierversuche setzen! Ärzte gegen Tierversuche e.V. rufen gerade auf, eine Online-Petition zu zeichnen, die sich dagegen wehrt, dass die EU gerade das 2013 in Kraft tretende Gesetz zum Verkaufsverbot von Kosmetik, die oder deren Rohstoffe an Tieren getestet wurden, aussetzen zu wollen.

Mich macht das stinksauer! So dermaßen stinksauer. Dass man Tierversuche in der Kosmetikindustrie nicht braucht, so weit waren wir schon vor 15 Jahren! Arschlochlobby! (pardon my french – aber ich bin richtig wütend und dann schlägt bei mir immer das familiäre Proletariat durch!) Also: zeichnen! Verlinken! Banner setzen! Twittern! An Aktionstagen teilnehmen! Zugespachtelte Frauen in der S-Bahn fragen, ob sie wissen, dass für die Pampe in ihrem Gesicht Tiere leiden mussten. Bewusstsein wecken! Flyer ausdrucken und beim eigenen Tierarzt auslegen! Beim Zahnarzt geht's auch. Und beim Friseur!

2011-03-21

Mein …

… Raviolibrett hat gerade den Deckel von meiner Butterdose erschlagen, die eigentlich einmal eine Margarinedose war.

*geht traurig ab*

2011-03-20

One week later …

Jetzt ist dieser japanische Albtraum eine Woche alt und in den Schlagzeilen von einem unentschlossenen Krieger-Deutschland auf Platz 2 abgelöst worden. Ich bin immer noch völlig paralysiert. Ich kann immer noch keine Musik hören. Ich kann immer noch nicht 08/15-Fernsehen gucken. Ich … ich meine, ich habe derzeit massive Probleme, ganz eigene und für mich sehr schwer lösbare, die wie ein riesiger Haufen vor mir stehen und mir die Luft abdrücken. Aber sie sind im Vergleich zu den Problemen der Japaner so bonsaiklein. Und das zu fühlen, macht mich unaufgeregt aufgeregt gleichermaßen und ich fühle mich die ganze Zeit, als würde ich per Kopfstand durch das Leben schreiten.

Es ist eine komische Zeit. Ich liebe Meldungen aus fernen Ländern, die berichten, man habe dann doch noch zwei Leute aus den Trümmern retten können. Liebes Leben, danke für die kleinsten Wunder!

2011-03-19

Ach ja …

ARD, Samstag-Abend-Krimi. Istanbuler Tatort oder so. Thema: betrogene und unterdrückte türkische Ehefrauen sortieren sich halböffentlich total anonym auf einer Webseite, deren Hostin eine total kluge, emanzipierte, natürlich sehr schöne und eloquente, selbstverständlich auch als Journalistin arbeitende Türkin ist, die ihren Geschlechtsgenossinnen die Augen öffnen möchte.

Und nun ratet mal, wer in dem voll emanzipierten Beitrag der öffentlich rechtlichen Sendestation nachher die völlig entgleiste Mörderin der betrügenden Ehegatten ist?

Na? Klar. Denn wie wir alle wissen, ist das echte Leben einfach zu hart für uns Frauen. *gähn*

(Ist die weibliche Form von Host überhaupt Hostin? Oder heißt das Hosterin oder Hostingin? Das ist so schwierig. Ungefähr so wie mit dem deklinierten DJ auf Deutsch, das sind ja nun alles DJanes. Was sehr viel mit dem eigentlichen Disc Jockey zu tun hat. Also im Ursprung.)

Ich stelle mir so vor …

… und so unwahrscheinlich ist das ja in Berlin gar nicht, ich laufe über den Alexanderplatz und mich spricht das eine oder andere internationale Fernsehteam in diesen Tagen an und fragt mich – als deutsche Bürgerin – was ich glaube oder weiß, warum sich Deutschland aus den militärischen Einsätzen gegen Libyen raushält.

„Das“, muss ich dann sagen, „weiß ich eigentlich gar nicht.“ „Und“, würde ich auch sagen, „ich habe dazu wirklich keine Idee.“

„Außer vielleicht“, würde ich wenig später murmeln, wenn das TV-Team sich schon längst ein neues Opfer vor die Linse gezogen hätte und daher schon wieder abgelenkt wäre, „dass wir natürlich im Kampfeinsatz nicht unsere Soldaten von unseren eigenen Waffen abknallen lassen können.“ Aber das würde das TV-Team wirklich nicht mehr hören, weil ich doch immer sehr leise und undeutlich spreche, wenn ich mich schäme.

2011-03-18

Yukos Tagebuch

Teil I – »Fukushima strahlt in unseren Köpfen«
Teil II – »Ich frage mich, was eigentlich bebt - ich oder der Boden unter mir«
Teil III – »In Zeiten wie diesen sollten wir uns selbst Gründe geben, fröhlich zu sein«
Teil IV – »Ich möchte in aller Bescheidenheit etwas klarstellen«

via Süddeutsche Zeitung Magazin: „Yuko Ichimura lebt als Illustratorin und Werbefilmerin in Tokio. Für uns beschreibt sie in Bild und Text, wie ihr Leben zwischen Erdbeben und Atom-Katastrophe aussieht.“

Lesen!

Das erste Mal …

… man kann als Mensch mit westlichen Wurzeln in so einem Plattenbau diverseste Dinge zum ersten Mal tun. Da wohnen, da schlafen. Man kann zum ersten Mal Sex haben. Zum ersten Mal Sekt trinken. Zum ersten Mal frühstücken. All diese Dinge eben, die einem als Altbau-Wessie bisher versagt blieben.

So kann man zum Beispiel zum ersten Mal in einer Platte auch Kaffee trinken. Mit Soja-Milch. Dann hat man nicht nur Milchkaffee mit Sojamilch zum ersten Mal in der Platte. Man hat auch Soja-Milch generell zum ersten Mal im Kaffee. Das ist so … erstmalig.

Habe daraufhin beschlossen, dass ich jeden Facharzt, der mir jemals in meinem Leben eine Lactose-Intoleranz einreden wollte, umgehend wechseln werde. Sollen doch die anderen das Zeug trinken!

2011-03-17

Blogliebe

„Du blinder SchiRi, Du!“ oder „Siehst Du Susi tanzen?“

Falls mal wieder einer fragt, was Blogs so anders, so großartig macht, dann ist der oben verlinkte Text das allerbeste Beispiel. Blogger erleben, hinterfragen das Erlebte, fragen, überlegen, schreiben auf, stellen zur Diskussion, mehrdimensional, erheben keinen Allmachtsanspruch an dem von ihnen geschriebenen, gedachten Text. Und regen damit einen selbst zum Nachdenken an. Deswegen lese ich immer lieber Blogs, immer weniger Zeitungen.

Lustig

… in seinem Konsenz, dieser Blogeintrag bei Fefe



Das letzte Mal als diese Regierung – vom Bundesverfassungsgericht darum explizit gebeten worden – ihre Arbeit überprüfen sollte, hatte das über die gesetzte Frist zum Ende des Jahres 2010 länger als 12 Monate gedauert und es kam dabei heraus, dass man Menschen mit Behinderungen in Deutschland, die keinen eigenen Hausstand führen können, 20% weniger Sozialhilfe zahlen will. Das ist die Konsequenz, die diese Regierung offeriert, fordert man nur auf in einem Bereich der Berechnung einfach nur Transparenz zu schaffen.

Insofern finde ich die „brutalstmögliche“ Aufklärung gar nicht mal den schlimmsten anzunehmenden Fall – da kennt man die Antworten wenigstens im Vorfeld schon und kann die Strategien auf den Feind zugeschnitten frühzeitig planen.

2011-03-15

„Die meisten Bilder sind gestellt“

Lesenswerter Blogbeitrag von Helmut Scheben, einem Redakteur der Schweizer „Tagesschau“ (SRF), zur Gestaltung von Filmmaterial aus Kampfgebieten.

(via @dondahlmann/Twitter)

Dazu eine Buchempfehlung: „Wie im echten Leben“ von Joris Luyendijk

Sehr sehr niedlich …

diese Entgleisungen der Gesichtszüge von führenden Regierungspolitikern heute, wurden sie vor laufenden Kameras darauf angesprochen, dass die vorübergehende Aussetzung der Laufzeitverlängerung doch nur ein praktisches Kalkül im Wahljahr sei. Röttgen ist da ein echt schlechter Lügner, was ihn ja fast wieder sympathisch macht in diesen Tagen. (Ich habe nachgerechnet, drei Monate sind genau bis zu dem Moment, wenn alle Bundesländer mit laufenden AKWs gewählt haben. Die beiden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit den Herbstwahlen sind ja AKW-frei.)

Aber Merkel ist verdammt clever. Die hat es mit ihrer heutigen flinken Aktion geschafft, Deutschland international derzeit als allererstes Land medial zu positionieren, das auf die Katastrophe in Japan regiert mit Konsequenzen in der landeseigenen Atomstrompolitik. Das ist eine echte Leistung! Unsere Atomlobby muss mittlerweile super Konzepte für alternative Energievorkommen in der Tasche haben, dass sich Deutschland so empfiehlt. Es bleibt spannend.

Gerade ist Reaktor 2 explodiert. Der Wind dreht sich gen Tokio. Die Messwerte steigen. Man will nicht ins Bett gehen, weil man dann morgen aufstehen muss und wieder Angst vor den neuen Meldungen hat.

2011-03-14

Muss ich einen merkwürdigen Ruf …

… hier im Haus haben. Nachbarn unten schreien sich gerade wie blöd im Hausflur an. Als sogar Lino anfängt sehr schief zu gucken, gehe ich runter und frage höflich nach, ob sie sich alleine wieder einkriegen oder ich die Polizei rufen soll: Stille. Tür zu. Frieden.

(Aus der Reihe: nehme auch Nobelpreise.)

2011-03-13

Reden wir doch mal …

über Atomstrom in Deutschland und … äh … Wahlkampf.

Wie Druck- und Siedewasserreaktoren funktionieren?

Hier mittels einem in Englisch verfassten Konzeptpapieres für Lehrer anschaulich erklärt.

Im Physikblog wird ebenfalls sehr anschaulich erklärt, wie Druck- und Siedewassserreaktoren arbeiten. Als auch geht man mit gelassenem physikalischen Hintergrundwissen die Problematik in Fukushima I erklärend an.

Die Neue Züricher Zeitung skizziert den Ablauf der gestrigen Havarie in Fukushima I klug nach.

2011-03-11

Lieber Herr Dr. Norbert Röttgen, …

wir, dieses deutsche Volk, begreifen uns weitestgehend mittlerweile als

a) Europäer
b) Kosmopoliten

und

c) immer weniger als „nur“ Deutsche. (Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass der mit etwas Hirn besetzte Deutsche sich immer weniger mit seiner aktuellen Regierung identifizieren mag, aber das ist ein anderes Thema.)

Das heißt, es interessiert uns überhaupt nicht, ob Kernschmelzen in AKWs in Japan für Deutschland eine mehr oder weniger akute Gefahr darstellen oder nicht. Wir wissen, was Kernschmelzen bedeuten – für ein Land, für dessen Umwelt, vor allem aber für die Gesundheit der dort lebenden Menschen und Tiere. Und für alle Menschen und Lebewesen in benachbarten Ländern, auf die dann irgendwann die Atompartikel hinab regnen werden. Wir wissen sehr genau, dass wir uns gerade im absoluten „Worst Case“-Szenario befinden. Wir wissen also heute sehr genau in welch sehr großer Gefahr die Japaner gerade abseits von Nachbeben und weiteren Flutwellen leben. Und das reicht uns völlig aus, um besorgt zu sein!

Wir sind übrigens auch das gleiche Volk, das schon im Frühling 1986 in dem gleichen Thema belogen wurde. Wir vergessen das nicht! Und das reicht übrigens auch völlig aus, um Ihren und der Atomstrompolitik Ihrer Partei in den kommenden Wahlen zu zeigen, wo der Ausgang ist. Versprochen! Machen Sie sich also ruhig keine Sorgen, wir sorgen uns viel besser! Um uns und um unsere Mitmenschen – weniger allerdings um Sie und um Ihre Lobbyfreunde!

Nein!

Die Bewegungen von Lithosphärenplatten haben rein nichts damit zu tun, dass die Welt sich gegen durch den Menschen verantwortete Schädigung der Umwelt wehrt. Das zu behaupten (liest man derzeit immer öfter auf Twitter), ist wirklich Schwachsinn! Kontinentaldrift ist ein altbekanntes Phänomen. Dass wir heute mit stärkeren Erdbeeben weltweit leben müssen, hat meiner Klasse unser Geographielehrer schon in den frühen 80igern prophezeit.

Die sehr kritische atomare Situation, die heute in Japan entstanden ist, macht mir momentan große Angst. Sie ist längst nicht ausgestanden. Gerade werden nach dem ersten Chaos die offiziellen Meldungen merklich zu diesem Thema zurückgefahren, das lässt nichts aber auch gar nichts Gutes vermuten. (Ich gucke heute den ganzen Tag schon NHK World, einen japanischen Sender, der auf englisch berichtet und seit zwei Stunden kaum noch Meldungen bringt zur aktuellen Situation der derzeit offiziell bekannt mit Havarien zu kämpfenden Atommeiler Fukushima und Onagwa. Elf Atomkraftwerke sind derzeit laut offiziellen Meldung abgeschaltet. Abgeschaltet heißt allerdings nur, sie produzieren derzeit nicht. Das ist kein Informationsstand darüber, wie dort mit welchem Strom die Kühlung der Aggregate aufrecht erhalten werden kann.

Eines aber sollten wir uns bewusst machen, ich halte Atomkraftwerke in Japan weitestgehend noch für die sichersten ihrer Art weltweit. Japan ist ein verhältnismäßig reiches und modernes Land. Japan weiß um die Gefahr regelmäßig von Erdbeben und zwar sehr schweren Erdbeben heimgesucht zu werden und hat diesbezüglich architektonisch vorgesorgt, wie vermutlich kaum ein anderes Land weltweit. Das sieht man, wenn man derzeit Fotos aus Tokyo sieht. 8.8 Stärke auf der Momenten-Magnituden-Skala ist derzeit das stärkste in Japan gemessene Beben. Dennoch ist die größte Zerstörung und sind wohl auch die meisten Todesopfer auf die Folgen des Tsunami zurückzuführen.

Hierzulande würde alles brach liegen. Und damit sind wir beim Punkt: deutsche Atomkraftwerke würden nach so einem Beben jetzt nicht mehr stehen. Es gibt derzeit Evakuierungen in Russland aufgrund der Tsunami-Warnung. Ich will jetzt nicht über russische Atomkraftwerke in Küstennähe nachdenken. Ich will auch nicht darüber nachdenken, dass Russland schwimmende Atomkraftwerke entwickelt.

Viel Kraft, Japan! Der gesamten Welt kann man nur wünschen, dass uns unsere moderne Technologie nicht gerade in den absoluten Gau treibt. Christen sollten vielleicht jetzt beten.

2011-03-10

Mal ordentlich abbeißen!

2011-03-09

Aus dem Lala-Schokoland …

Egoismus zum Wohle aller

Kleine Leseempfehlung.

2011-03-05

Zum Kotzen …

finde ich dermaßen Stars, die jetzt auf Imagepflege machen in dem sie ihre Konzertgelder – bei Events vor der Gaddafi-Sippe verdient – nun spenden und so tun, als würden sie Gutes leisten.

Es bestand nie Zweifel daran, dass Gaddafi ein Arsch ist.

Ausflug!

Kaffee holen und mit Cucina Casalinga einen Ausflug in die USA, Arizona zur Wave machen!

2011-03-04

Aussichten



Signed! Dann standen wir also gestern um 17:15 Uhr vor der Haustür zur Wohnungsübergabe … und keiner kam. Da war aber Eine aufgeregt. Berlin schenkte uns einen riesigen roten Sonnenball im Untergang begriffen und das Warten war besonders warm und schön. Also ab dem Moment in dem die Telefonate signalisiert hatten, es sei alles in Ordnung und es bliebe beim Termin, man verspäte sich nur ein wenig.

Das freundliche junge Pärchen, offiziell zu zweit, inoffiziell zu dritt, übergab die Wohnung und wir lasen derweil in der immer dunkler werdenden Wohnung – ohne Lampen – den Mietvertrag und die fünf Millionen Anhänge. Und sie zeichnete diese später in der völlig finsteren Wohnung im Schein der Taschenlampe fünfmillionenmal mal zwei Ausführungen. Der sehr nette Hausverwalter ging. Wir köpften die Flasche, saßen vor der glucksenden Heizung und konnten es nicht glauben. Geschafft! Das kann sich keiner vorstellen, wie sehr diese Wohnung der Rettungsanker war.

Sie ist dann nach Reinickendorf, also einmal die komplette Strecke der U8, um ihre Sachen zu holen. Da wussten wir schon: alle avisierten Transportmöglichkeiten mit dem Auto hatten sich zerschlagen. Ich zog los für ein standesgemäßes Berlin-Neuköllner Abendessen zu sorgen, in diesem Fall also Wiener Würstchen, deutscher Kartoffelsalat, italienische Mozarella, holländische Tomaten, türkische Oliven, griechische Weinblätter, türkisches Brot. Und Crémant. Aus meinen Beständen wanderten dann erste Küchenbestände nach drüben und der Baustrahler. Der Baustrahler, den ich mal kaufte, als ich anfing mit Still- und Proträtfotografie. Der hierfür als erste Lichtquelle herhalten musste. Der dann später dazu diente, beim besten Freund der Welt die Swimmingpoolreparatur noch nachts voranschreiten zu lassen, der nun im Keller vor sich hin döste und gestern die Wohnung hell erleuchtete. Und wärmte. Alles auf's Rad, rüber. Sind fünf Minuten Fußweg.

Der Onkel hat sie und die Tochter und die ganzen Klamotten dann doch freundlicherweise rumgefahren. Und ist genau einmal mit hoch in die Wohnung, hat uns dann mit dem ganzen Kram im Hausflur stehen lassen. Der Sohn kam kurz darauf mit seinen Freunden, zwei Matratzen in der S-Bahn transportiert und seinen ganzen Rapeiken und mit Frettchen Lino. Der Sohn und seine Freunde waren extrem happy mit der Wohnung und begeistert. Die Tochter … die ist so dermaßen radikalpubertär, sie rafft gar nix mehr. Eigentlich müsste man sie in eine Vitrine installieren und ausstellen – so ein Exemplar dermaßen voll auf Pubertätsspeed hat die Welt noch nicht gesehen.

Mit dem Jungen und seinen Freunden sind wir dann nachts um halb zwölf noch zu mir, mein Gästefuton hinüber tragen. Es gibt da ja erst mal nix. Den Kids gleich gezeigt, wo der lustige Swingerclub an der Ecke liegt, wo Tempelhof anfängt und wo der nächste Zeitungsladen liegt. Einweisung in die Discounter-Landschaft der Umgebung. Stille Begeisterung. Als wir bei mir waren, haben wir uns wegen der Lautstärke darauf geeinigt, dass nur zwei zu mir hochkommen. Ich schließe die Tür auf, der Freund vom Sohn (der dessen Frettchen die letzten Monate aufgenommen hatte und ihm eine grandiose Wohnwelt in seinem Zimmer geschaffen hatte) meinte nur begeistert: „Oh, Katzen!“ Und drei Katzen saßen in der Tür, die Betonung liegt auf drei, denn üblicherweise reduziert sich Talytha ja bei Fremden, vor allem bei groß gewachsenen Fremden, grundsätzlich erst einmal unter das Bett und meinten zu ihm begeistert: „Oh, Dan!“ Lino sehr würdevoll, Nishia begeistert überschäumend und Talytha still in der Ecke mit blitzenden Äuglein, so himmelten sie den Jungen in stiller Übereinkunft an, als wäre er ihr Messias. Nishi sprang auf ihn zu, rollte sich im Flur auf dem Boden hin- und her, was sie so noch nie bei Fremden getan hat. Das ist so faszinierend, wie manche Menschen für Tiere offensichtlich „Heimkommen“ bedeuten. Hoffentlich wird der Junge Tierarzt, der kann das.

Kurze Rede, sie sind jetzt angekommen und können sich akklimatisieren. Gestern vormittag hatte die Freundin auf dem Jugendamt ein langes Gespräch mit der künftigen Familienhelferin, das wohl sehr gut war. Das Mädel ist – zumindest laut ihrer Lehrer in der Schule, zu Hause leider noch so gar nicht – wie umgewandelt, seit ihre Mutter wieder da ist und sich um sie kümmert. Wir sind also guter Dinge, überlegen nur, ob wir das Tochterkind nicht gleich in den Keller ziehen lassen. Kleiner Witz. Erst mal nur an den Füßen über'n Balkon hängen, dürfte ja vielleicht auch reichen. Nächste Woche dann wieder Amtsgänge. Seufz.

Aber es wird. Ich meine, noch vor drei Wochen war sie so verzweifelt und wollte sie lieber vor den Zug springen – und das ist jetzt mitnichten übertrieben formuliert, und wir hätten damals nie geglaubt in so kurzer Zeit so weit zu kommen! Smiley ans Leben!

2011-03-03

Heute nachmittag

um 17:00 Uhr dann Mietvertragszeichnung in der Wohnung. Wenn nichts schief geht!

Dort, wo sie bis jetzt gewohnt hat, kann man gar nicht verstehen, warum sie noch heute Nacht gleich in ihrer neuen Wohnung schlafen möchte. Dort hat man ihr erzählt, dass ihre dunkelhäutigen Kinder komisch riechen. Und ihr ständig erklärt, was sie alles falsch macht in der Kindererziehung. Und natürlich, was die Kinder alles falsch machen. Das wurde ihnen so regelmäßig nahegelegt, dass diese an den Wochenenden gar nicht schnell genug zu Freunden fliehen konnten. Was man gar nicht verstehen konnte.

Ihr redet man jeden Tag ein, ob sie sich das – als 48jährige Frau – wirklich gut überlegt hat, dass sie ihren geliebten Hund Mogli nach Berlin holen will. Denn Tiere machen doch nur Dreck, kosten Geld und die Nachbarstöle gehört sowieso längst erschossen. Sie haben also die letzten drei Wochen nicht mitbekommen, wie die Freundin mit jeder Faser darunter litt, ihr Tier nicht bei sich zu haben – als Trostspender und Glücksbringer in der verhassten Situation. So wie ich das sehr wohl mitbekommen habe. Was ich schon als besondere Leistung betrachte, so dermaßen ignorant zu sein! Es ist eine gut situierte Familie mit Eigenheim in Reinickendorf, der Vater arbeitet sich zu Tode, um seinen fünf Kindern je ein iPhone und iPad zu finanzieren. Es ist der deutschstämmige brasilianische Strang der Familie und man hat ihr bis heute nicht verzeihen können, dass sie vor 17 Jahren mit einem Brasilianer, einem dunkelhäutigen Brasilianer, die Ehe geschlossen hatte. Dass die „Brut“ nun nichts als Ärger macht, war ja abzusehen und es gehört wohl zum christlichen Ton einer sehr gläubigen Familie auch 2011 dazu, intensiv und langanhaltend sowie ständig auf diesen Umstand den Finger zu legen.

Egal. Der Crémant steht kalt. Und ich, für meinen Teil, freue mich wie blöd auf diesen sehr besonderen tollen Hund.

Politische Online-Kommunikation von Verbänden

Interessante Hausarbeit, die sich alle Verbandsmitglieder, die immer noch hinterwäldlerisch glauben, Online-Kommunikation und Vernetzung darf nicht sein, weil man sich ja was weg nehmen könnte vom großen Kuchen, auf den Rechner schieben und dann auch lesen sollten!

Ich denke …

es ist nun Zeit und Ihr seid alle alt genug für ein Foto vom Kater an Spitzenwäsche.



Dieses Foto widmet Lino höflich der Liebe seines Lebens, Frieda, und deren Unterhaltungsmieze Buffy.

2011-03-02

Danke …

an das Haekelschwein. Denn dank seines Kommentars bei netzpolitik.org habe ich das Phänomen des Guttenberg-Fanclubs endlich verstanden. Alle Fragen ausgeräumt.

2011-02-28

Den besten Text

zur CSU und ihren Umgang mit kleinen und größeren Fehltritten ihrer Mitglieder hat definitiv Harald Martenstein im Tagesspiegel verfasst.

2011-02-27

Anregung …



Dazu passend das Interview mit Peter Wilhelm, Bestatter und Autor vom Bestatterweblog, der Antwort gibt rund um das Thema Bestattungen in Deutschland.

2011-02-26

Deutschsprech



Zum Test!

via Wortfeiler

2011-02-25

Warum ich heute mittag wirklich einen trinken musste …

Ich betreue gerade eine sehr gute Freundin von mir, die von Mallorca nach Berlin umsiedeln muss, weil's mit den Kindern, seit anderthalb Jahren in Berlin beim leiblichen Vater lebend, vorne und hinten nicht klappte – ganz lange Geschichte, blogge ich demnächst noch ausführlich. Es ist alles so surreal und ich stehe täglich mit ihr vor neuen Wänden und staune verwundert an, was sich in diesem Land so alles ergibt an Wahnsinn aber auch Freude und wie Klischees im Erlebten einen dazu bringen, die dümmsten Gedanken zu denken. Und während ich so staune, habe ich sie aber zu halten, weil sie unter der Last schlicht drei Mal täglich zusammen bricht und teilweise keine Sonne sieht, noch Perspektive. Und das Gefühl hat mit 48 Jahren Lebenskampf, nun mittellos, so gar nichts geleistet zu haben, worauf irgendeiner noch Wert legen möchte und sie daher mehr und weniger bewusst verbal mit Füßen tritt. Nichts geleistet zu haben, heißt dem einen Kind seiner Gesundheit zuliebe vor 16 Jahren Berlin mit Mallorca ausgetauscht zu haben, und dort ohne soziale Rückendeckung einer BRD zwei Kinder großgezogen zu haben, ohne finanziellen Support vom Kindesvater und täglich einen für uns hierzulande unermesslichen Kampf als Alleinerziehende gekämpft zu haben.

Heute dann nach irrsinnigen Rennereien der letzten zwei Wochen mit Versuchen, Dokumente über Dritte aus Spanien zu organisieren, hierzulande irgendwelche alten Nummern zu erfragen, Papiere vom Ex zusammen zu suchen, von ihm völlig vernachlässigte Kinder wieder auf Spur zu bringen, Wohnung suchen, Konten eröffnen, Briefe schreiben, Erklärungen tippen, dann zum Termin beim Jobcenter die Unterlagen einzureichen – und dann steht da so ein Arsch von einem Mann, der im Warteraum mit brutaler körperlicher und verbaler Drohgebärde brüllend seine Freundin runtermacht, waren wir beide weich. Sie natürlich viel weicher als ich, weil sie genau vor so einem Exemplar Mann vor 16 Jahren auch aus Berlin flüchtete und mit diesem nun ständig wieder konfrontiert wird, kein nahes Ende in Sicht ist in der Auseinandersetzung mit ihm und eh emotional an allen Grenzen angelangt, die so ein Leben unter diesen Umständen setzen kann. Und ich ein bisschen mit weich, weil bei solchen Typen mir meine Kindheit hochkommt, wie ein von einer Salzsäurefontäne getriebenes Sodbrennen. Und dann saßen wir bei der Sachbearbeiterin im Zimmer und bei ihr liefen wieder die Tränen in Sturzbächen und ich konnte sie nur einmal mehr trösten und meinen Standardspruch bringen, dass wir in sechs Monaten über das Heute, dem dann Gestern, nur lachen werden. Dabei selber den Tränen nah – erstmals in dieser letzten Zeit. Und die Sachbearbeiterin ließ uns so freundlich sitzen, als sie den Raum mal verlassen musste. Obwohl ihre Arbeitsanweisungen natürlich etwas ganz anderes diktieren und reichte ihr Schokolade zur Beruhigung, was menschlich so gut tat.

Aber als sie dann fast Zweifel anmerkte, ob denn die Wohnung für die wir heute Mietkostenübernahme beantragten (damit mit dieser Unterlage Montag der Vertrag unterzeichnet werden kann und sie aus ihrer sehr misslichen Wohnsituation endlich mit den Kids unter einem Dach zur Ruhe kommen kann) überhaupt groß genug sei. Und andeutete, ihre Chefin würde da vielleicht nicht mitspielen, da haben wir die Welt nicht mehr verstanden. Es ist in Berlin keine 3-Zimmer-Wohnung zum angemessenen Satz zu finden. Also: wir haben tatsächlich nicht einmal eine besichtigen können und dann stellt die Agentur lapidar fest, zwei Räume, Küche und Bad sei doch deutlich zu wenig für drei Personen, aus Angst, sie könnte demnächst tatsächlich umziehen wollen. Und wir gucken uns nur an, weil wir wissen, wie zeitweilig auf Mallorca gehaust werden musste –und was für ein Luxus so eine Wohnung nun sein würde, wenn auch ein erheblicher Abstieg vom zum Schluss dort gelebten Standard und wie wirklich verdammt dringlich diese Unterkunft ist.

Danach fuhren wir nach Mitte – so glücklich mit diesem für sie überlebenswichtigen Dokument – mit dem dringenden Bedürfnis einen Kaffee trinken zu müssen, sind beim Spanier gelandet und haben uns mittags um ein Uhr statt des Café con leche den Rotwein gegönnt, weil es das Einzige war, was in die Situation passte. Manchmal muss es früh am Tag Sprit sein. Heute war so ein Tag.

Natürlich läuft in diesem Moment ihr Ex vorbei, kommt auch noch rein und labert rum. Der Ex, der es geschafft hatte letzten Monat bereits in der Mitte angeblich kein Geld von den von der Agentur an ihn überwiesenen Leistungen, als auch Kindergeld mehr zu haben, dafür wenigstens Essenlieferung in Aussicht stellte und dabei blieb es dann auch. Aber wen wundert das, denn die Kinder mussten sich ja schon vorher von dem von der Mutter geschickten Geld für Nachhilfe (u. a. für ihre weitere sprachliche Integration gedacht) und Sportunterricht und Taschengeld zusehen, sich ernähren zu können.

Und ich sage Euch, ich liebe Männer – ich hatte meist großes Glück mit meinen Freunden – aber heute bin ich zeitweilig zur Männerhasserin mutiert und wünschte mir gelegentlich Arsen nicht nur in homöopathischen Dosen bei mir zu führen, weil manche dieser Exemplare wirklich kein Mensch unter dieser Sonne braucht, und sie überall, wo die hingehen nur eine Spur schwer zu entsorgenden Sondermüll auf allen Ebenen hinterlassen. Ja, heute habe ich Nerven gelassen, was ja gar nicht mein Part ist bei dieser Sache.

Andrea war meiner Mum auf Mallorca eine sehr gute Freundin und umgekehrt und Andrea ist die Freundin, die mich so wundervoll getragen hat, als ich die Asche von Mum auf die Insel brachte und ein kopfloses Huhn as it's best war. Und nun ist sie hier und ich freue mich sehr, denn sie ist eine tolle Frau und eine Kämpferin und eine Ausgeburt an Intelligenz und Herzlichkeit. Und diese Stadt braucht Menschen wie sie – und über uns beiden schwebt in diesem K(r)ampf meine Mum und wir spüren sie ständig und deswegen sind wir guter Dinge. alles zu schaffen, weil sie genau diese Kämpfe auch geschafft hat. Also hat mir meine Mum ein tolle Schwester geschenkt, die ich sehr liebe.

Drückt Ihr die Daumen, dass es Montag mit der Wohnung klappt?! Bitte! Dann ist ein Riesenmeilenstein getan, weil sie endlich wieder die Tür hinter sich schließen kann und sie wohnt dann bei mir um die Ecke – und den verfluchten Rest schaffen wir auch noch. Falls jemand hier in der Stadt eine funktionierende Waschmaschine hat, Küchenmöbel und mehr: bitte anbieten!

Viertes Reich …

Davon abgesehen, dass ja ALG II-Bezugsempfänger wie alle andere Versicherten die Zusatzbeiträge aus eigener Kasse bezahlen müssen, also 8 Euro vom Regelsatz eh abdrücken, können wir also festhalten, diese super großzügigen 5,— Euro mehr Regelsatz sind lediglich nur 3,— Euro minus. Da die Tarife für Wohnraum mit dem Habitus „angemessene Wohnkosten“ auch seit Jahren nicht den tatsächlichen Mietpreissteigerungen und Energiekostenexposionen angepasst wurden, dürfen die Leute künftig immer mehr aus dem Regelsatz für ihre „angemessenen“ Wohnungen dazu zahlen.

Weiterhin wird in Deutschland keine Statistik geführt, die Menschen zählt, die hierzulande unter ALG II-Bezug ihrem Leben ein Ende setzen.

Die Härte ist aber der Verstoß gegen das Gleichstellungsgesetz, das CDU/FDP und eben auch SPD in die neue ALG II-Regelungen für Behinderte getextet haben, die sind halt mal wieder noch ein bisschen mehr „scheißiger“ dran, als die vielen anderen faulen Bezugsempfänger. Mich gruseln diese Parallelen zu früheren Zeiten in Deutschland hinsichtlich der Ausgrenzung und Diskriminierung.

Umfrage zu Alter und Pflegestufe bei Kindern

Der Kinder Pflege Netzwerk e.V. hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Belange pflegebedürftiger Kinder und ihrer Familie zu vertreten. Dabei helfen natürlich auch Zahlen.

Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ sein können, können sie doch helfen, der Öffentlichkeit die Situation von Kindern mit Pflegestufe besser darzustellen.”


Verlinkung, Bekanntmachung, Mitmachen (sofern möglich) ganz doll gerne!

Made my day!

Judith Holofernes (Sängerin „Wir sind Helden“) schreibt Jung von Matt, was sie von deren Anfrage für BILD zu werben so hält …

Kann einer den Jung von Matt-Pfeifen mal stecken, dass man im deutschen Schriftverkehr gar kein Komma nach „Mit freundlichen Grüßen“ setzt? Wenn 08/15-Schreiber das tun, ist mir das wurscht. Aber von einer Agentur erwarte ich absolute Kompetenz in der Orthotypografie – sonst werden Drucksachen nämlich peinlich teuer.

Also:

best regards,
creezy

aber:

Mit freundlichen Grüßen
creezy

Und nur so und nicht anders! Hinter die Ohren tätowieren!

2011-02-24

So geht's mit zu Guttenberg …

Man nehme als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland zur Kenntnis, dass es einen Sparhaushaltsplan geben wird, der auch die Bundeswehr massiv betreffen wird.

Daraufhin stricke man das Konzept „Bundeswehr“ dergestalt um, dass man künftig auf günstiges Personal der Wehrpflicht verzichtet und diesem Konzept den Stempel „Wir sind jetzt Berufsarmee“ aufdrückt.

Die Ministerin, die künftig im Sozialpflegebereich auf günstiges Hilfspersonal namens „Zivildienstleistende“ verzichten muss, schweigt still.

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland stellt fest, dass Sparpläne doof sind und fordert doch lieber wieder die höhere Summe für den Etat, so wie vor dem Banken-Rachenwurf schon als für notwendig erachtet. Mami Merkel findet das gut so und und lässt in der Haushaltsdebatte abnicken, weil: wat mut, dat mut, wir sind ja im Krieg!

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland hat keine große Lust, die Knete mit seinem an der Front arbeitenden Personal zu teilen und muss nun ganz erstaunt feststellen, so viele Menschen in Deutschland wollen sich gar nicht ihren Arsch wegschießen lassen, für ihr Land für zu wenig Geld. Gleichzeitig spricht sich langsam herum, dass Versehrte hierzulande genauso mies abgehandelt werden, kommen sie als Schwerstbehinderte aus dem Kriegseinsatz zurück, wie Soldaten beispielsweise in den USA. Sieben Jahre Rechtsstreit für etwaige Rentenansprüche nach einem Fronteinsatz muss sich auch der schlechteste bezahlte Soldat erst leisten können.

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland (CSU) guckt sich um und kuschelt mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit (CDU), Offizier a. D. und stellt fest, da hängt junges Pack ab: da kann man sich billig bedienen. Die Arbeitsagentur stellt nun der Bundeswehr Raum zur Verfügung für Rektrutierungsveranstaltungen. Inwieweit schon Leiharbeitfirmen oder Vermittlungsagenturen noch Arbeitsuchende aber künftige junge Soldaten an die Bundeswehr verkaufen, ist noch nicht bekannt, darf aber vermutet werden. So oder so gilt nun aber, jungen Menschen unter 25, denen ein Job als Soldat vorgeschlagen wird und dieses Arbeitsangebot ausschlagen, dürfen nach dem aktuellen Kooperationsabkommen dann die Leistungen gekürzt werden.

2011-02-23

Kein ALG II für Burka-Trägerinnen

Antrag der FDP in der Bezirksverordnetenversammlung Spandau.

Und ich dachte die Nazis säßen bei der NPD.

(Aus der Reihe: das macht mich jetzt ehrlich betroffen und sprachlos.)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

mich hat als Bürgerin und Wählerin dieses Landes Ihr gestriges Statement zu Herrn Dr. von und zu Guttenberg, in dem Sie ihm Ihr vollstes Vertrauen weiterhin aussprechen, sehr erschreckt.

Allzu offensichtlich haben Sie gar keinen Kontakt mehr zu den Bundesbürgern, denen Sie als Kanzlerin vorstehen. Womöglich würden Sie dann nicht alleine nur Ihr Vertrauen hinterfragen, sondern auch das der Bürger dieses Landes zu diesem einen Minister und seinem Verhalten vor allem in jüngster Vergangenheit. Es ist uns, als Volk, völlig egal als was und mit welchen Kompetenzen Sie den Minister ins Amt berufen haben. Das ist hinfällig. Denn:

Herr Dr. von und zu Guttenberg hat uns in seiner Pressekonferenz am 18.02.2011 ganz bewusst in einer selektierten Presseöffentlichkeit belogen! Er hat – wörtlich zitiert – in die Kameras gesprochen, seine „Dissertation ist kein Plagiat und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir.“ […] „Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.“

Diese Sätze sind mittlerweile deutlich in ihrer Kernaussage durch Nachforschungen von Dritten als Lüge überführt. Möglicherweise war sich Herr Dr. von und zu Guttenberg zu keiner Zeit – weder früher noch aktuell am 18.02.2011 – der Gesetzeslage hinsichtlich dem Verfassen von Promotionen bewusst, obwohl das aber nicht glaubhaft ist. Und so, Frau Bundeskanzlerin Merkel, hat dieser Mann sein Recht auf ein Ministeramt verwirkt. So offensichtliche zur Schau getragene Inkompetenz oder aber sehr dreiste Lüge eines hochrangigen Mitarbeiters im Bundestag, ist schlicht nicht zu akzeptieren. Ich möchte mein Land von HerrnDr. von und zu Guttenberg weder als Verteidigungsminister – noch auf einem anderen Ministerposten – in Zukunft vertreten sehen.

Nebenbei ist die Tatsache, dass Herr Dr. von und zu Guttenberg für diese Pressekonferenz eine Selektion deutscher Pressevertreter für rechtmäßig hielt, im höchsten Maße zu kritisieren. Wir leben in einer Demokratie. In der Bundesrepublik Deutschland gilt nach wie vor die Pressefreiheit. Dass Ministerien sich bei öffentlichen Stellungnahmen von höchstem allgemeinem Interesse der Bürger ihr Sprachrohr aussuchen dürfen, lässt mich an einem Handeln im Sinne dieses demokratischen Staates zweifeln. Herr Dr. von und zu Guttenberg ist Bundesverteidigungsminister – und nicht Dschungelcampteilnehmer!

Vielleicht hat sich hier Herr Dr. von und zu Guttenberg, auch mit seiner Ehegattin, zu oft als Gast in Talkshows wohlgefühlt und den Redaktionen möglicherweise auch zu oft die Vertragsgestaltung diktiert, als dass eine Fähigkeit der klaren Trennung seines immer offensichtlichen und auch kritisierten privaten Interesses zur Imagebildung, gegenüber der Pressearbeit als Bundesverteidigungsminister noch zu erkennen wäre. Weiterhin lässt seine Attitüde hinsichtlich der „Ablegung“ seines Doktortitels, eine etwaige Kompetenz juristischen Beistand in Promotionsfragen einzuholen leider ebenfalls missen. Dies mit den sehr deutlichen Verfehlungen in seinem eigentlich Amt als Bundesverteidigungsminister, lassen nur ein konsequentes Handeln zu:

Ich fordere Sie hiermit auf, dem Bundesverteidigungsminister Dr. Karl Theodor von und zu Guttenberg seinen sofortigen Rücktritt vom Amt nahezulegen!

Mit freundlichen Grüßen
creezy

Kann man kopieren und im eigenen Namen hierhin als E-Mail versenden:

internetpost@bpa.bund.de

Oder per Snail-Mail hierhin schicken:

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin
Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

blog post scriptum: das Dr. im Namen per Beschluss der Universität Bayreuth am 23.02.2011 19:30 Uhr gestrichen.

2011-02-22

Der Countdown läuft …

für die Neue Bodenständigkeit. Autoren/Blogger, die man gerne liest, schreiben. Zusammen. Sehr schön die Teaser der einzelnen üblichen Verdächtigen hier.

Und da schreiben dann unter anderem der feine Nilzenburger, der wundervolle Deef, der grandiose Malte Welding, der im echten Flow eines Berliner Zugereisten bloggende Bosch und vielleicht, vielleicht auch nicht nur für die Quote ein Mädel, aber die kenne ich nicht. Noch nicht.

Kindersoldaten

Alleine bei diesem Wort zieht sich mir alles zusammen. Kinder, meist Straßenkinder, werden als Soldaten rekrutiert und begreifen den Krieg als ihre einzige Chance auf ein Leben in einer Gemeinschaft und Essen. Jeder dritte Kindersoldat ist ein Mädchen, sie werden oft von älteren Soldaten vergewaltigt und zwangsverheiratet. Kindersoldaten werden als menschliche Spürhunde zum Auffinden als auch Verlegen von Landminen eingesetzt.

Am 12.02.2011 fand der „Red Hand Day“, der Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten statt. Beinahe ungehört. terres des hommes mahnt in der Pressemitteilung an „Die Bundesregierung kommt ihren internationalen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern nicht ausreichend nach.“ Leseempfehlung: der Schattenbericht.

Am 24. April soll in Berlin der GuluWalk stattfinden. Ein Marsch durch die Stadt, der auf die besondere Situation der Kindersoldaten in Uganda aufmerksam machen wird. Gulu, Hauptstadt des Distrikts Gulu in Uganda, steht sinnbildlich für das Leiden dieser sehr jungen Menschen, die im Bürgerkrieg entführt und als Kindersoldaten misshandelt wurden.

Es werden Mitorganisatoren, helfende Hände und Spenden nachgefragt. Mehr Informationen auch zum Spendenkonto gibt es hier. Sie fragen nicht nach viel Geld, dem Team fehlen derzeit lediglich 1.000 Euro in der Kasse für diese Aktion.

2011-02-21

Manchmal …

glaube ich, ich bin der einzige Mensch auf diesem Planeten, der anderen Menschen noch die Tür aufhält. Und ich trage dabei immer ein Invisible-Schutzschild, denn man braucht sich bei mir nicht einmal mehr dafür bedanken.

(Aus der Reihe: was könnt Ihr Euch eigentlich für Eure Unhöflichkeit kaufen, dass Ihr sie so über Gebühr zelebriert?)

2011-02-20

Putzig

kommt nämlich von putzen. So!

2011-02-19

Körpersprache

eines Herrn von und zu Guttenberg.

2011-02-18

Ach ja …

ich habe ja am Mittwoch Fußball geguckt in sehr geschmackvoller Runde.

Selten habe ich so einen geilen Rasen gesehen! Und nachdem ich zwei Nächte über das Spiel geschlafen habe, muss ich festhalten: ich kann die Rauten nun auch verstehen. So einen schönen Rasen will man halt die ganze Zeit ganzkörperherzen.

(Aus der Reihe: dieses Blogpost widme ich dem Sabbeljan)

2011-02-17

Alle, die sich …

bisher nicht die Bohne dafür interessiert haben, wie viel Frank Elstner für seinen Moderationsjob bei „Ein Platz an der Sonne“ verdient hatte, sollten vielleicht auch bei Monica Lierhaus die Klappe halten.

Was ist eigentlich deren Problem genau? Dass eine Frau mal ordentlich Knete verdient? Oder dass endlich ein Mensch mit Behinderungen ordentlich Knete verdient?

Einfach mal gönnen können …

(Aus der Reihe: wann immer Deutschland mich peinlich berührt.)

2011-02-15

Sehr gerne gelesen …

habe ich eben diesen Artikel, der so schön beschreibt, welche Gegenstände Gäste, prominent und nicht prominent, in Berliner Hotels gerne mal vergessen. Ist vom Kleinkind über Armprothese bis hin zur Waschmaschine alles dabei.

2011-02-13

Gestern …

wurde mir erklärt, ich würde meine Katzen verwöhnen. Als ich dann fragte, wie, wo, warum und an welcher Stelle denn genau, kam als Antwort: „Na, sie hätten einen Kratzbaum.“

Pfff, das Gesicht möchte ich sehen, wenn der Chauffeur den Katzen-Ferrari aus der Werkstatt abholt.

Peter Alexander und die Muppets

Teil 1 und Teil 2

2011-02-12

Ach ja …

und Sarrazin-Rassisten gehen mir auch auf den nicht vorhandenen Sack. Sarrazin-Rassisten sind leider kein bisschen besser als er. Und wer denkt, es sei legitim Sarrazin gegenüber eigenen Rassismus zu praktizieren, nur weil der kompletten Müll labert, handelt leider genauso wenig intelligent wie er: nämlich mit dummer Ausgrenzung. Rassismus ist immer Ausgrenzung, niemals konstruktive Auseinandersetzung.

Schreibt Euch das hinter Eure grünen Löffel!

2011-02-08

Was für ein Wahnsinn!

45 Leute sind hier dafür zuständig, die Wege zu harken, die 300 Papierkörbe zu leeren oder eben spitze Äste von Spielflächen zu klauben. Die verfaulenden Blätter von den Wiesen zu sammeln, das dürfen sie nicht. Das ist der Job für die regulären Landschaftsgärtner, die der Parkbetreiber Grün Berlin GmbH beauftragt. „Das ist manchmal echt absurd“, sagen die Ein-Euro-Jobber. Immerhin dürfen sie Kastanienlaub aufklauben. Das dient dem Kampf gegen die Miniermotte und gilt als „zusätzliche Aufgabe“, die Ein-Euro-Kräfte erledigen dürfen. „Um das andere Laub harken wir dann drum rum, wa“, feixen die Männer.

Quelle: Berliner Morgenpost, 600.000 Berliner rotieren in der Hartz-IV-Maschine