2017-08-22

Meldung

Ich bin gerade etwas faul im Blog. Die letzten zwei Wochen waren durchaus bewegt, wir haben die Mutter der besten Freundin versucht zu begleiten hinsichtlich der Trauer, ihres Zustandes im Allgemeinen und ihrer künftigen Wohnsituation im Speziellen.

Die Wohnsituation … sehr sehr gruselig, trotz hochgradiger Pflegestufen, die Wohnung – die wir seit Dezember mehrfach selbst geputzt haben und eigentlich für gutes Geld regelmäßig gereinigt verstanden hatten über das Pflegeunternehmen – in einem noch viel schlechteren Zustand als jemals zuvor – als die Mutter nämlich selbst noch keine Pflegestufe hatte.

Gestern sollte die Mutter erstmals wieder in der (für viel Geld von einem Profiunternehmen komplett gereinigten Wohnung … naja) übernachten. Da kam die Physiotherapeutin vorbei, die erzählte, dass die Eltern (wir erinnern uns: der Vater nach seinem letzten Krankenhausaufenthalt wirklich auf Pflege angewiesen mit mindestens täglicher Reinigung seiner Atemgeräte) teilweise bis zu vier Tage komplett unversorgt blieben. Es ist nicht auszuschließen, dass die Eltern vielleicht die Termine selber abgesagt hatten – nur hätte es dann Meldung bei der Tochter geben müssen. Nichts. Außer Geld kassieren. Offensichtlich wurde mehr Pflegestufe, mehr Geld verstanden als weniger Leistung erbringen müssen. Ich habe schon seit einigen Tagen das Gefühl, dass sich das noch zum Krimi entwickeln könnte.

Man, man, man. Wer in diesem Land auf Pflege angewiesen ist und niemanden mehr hat, der ständig auf deren Qualität guckt – der hat verloren!

Gestern noch schnell zu zweit den Keller ausgeräumt. Heute war Sperrmülltermin, der die nicht mehr so schönen Matratzen abholen sollte, die Kleidung vom Vater und diversen medizinisches Gerät, das anderen nicht mehr zumutbar ist. Das wollten wir kurzerhand nutzen. Gefühlte Millionen von Schrauben, gesammeltem Geschenkpapier, Reiseprospekten (!) und Übertöpfe entsorgt. Plastikaufbewahrungsbehälter! In allen Variationen mit Netz und ohne, mit Deckel und ohne. Es war offensichtlich des Vaters große Leidenschaft Behältnisse aus Plastik zu sammeln. Ich glaube nicht, dass ich lüge, wenn ich sage, dass wir alleine acht Sperrmüllsäcke nur mit solchem Plastikkram befüllt haben. Und glaubt nich, wir hätten jetzt die Mutter in absoluter Tupperwaren-Armut zurück gelassen. Direkt ein angestrengtes Verhältnis zum Keller bekommen. Wieder einmal begriffen, wie wertlos die Dinge werden, die einmal Wert hatten. Dinge gefunden, die in der Geschichte, den Vater noch einmal mehr als Arschloch gegenüber seiner Tochter präsentiert haben.

Ich habe keine Ahnung, was diesen Mann dazu getrieben hatte in seinem Sein so ein Unmensch den Menschen gegenüber zu sein, die er eigentlich hätte lieben, beschützen und glücklich machen sollen. Da gibt es keine Entschuldigung, auch nicht in einer verkorksten Kindheit.

Gestern früh die Idee gehabt der Freundin, die doch so wenig essen kann, aus den wenigen Dingen die sie verträgt schnell ein Macadamianuss-Krokant gemacht. Das ihr offensichtlich gut getan hatte. Also im halbwegs vertragen können und in der Freude.

Apropos Freude: ich weiß, ich bin spät mit meinem Dankeschön – aber ganz lieben Dank für die liebevolle Katzenunterstützung, auch im Namen von Tally und Shiinchen. Das ist mir immer eine große Freude und den Katzen sowieso! Danke!

2017-08-12

Das pure Leben bis zum Tod

Was für eine Woche. Kaum den Italienischkurs und eigene gesundheitliche Probleme in der vergangenen Woche verdaut, Sonntag der Anruf von der weltbesten Freundin (in Aachen weilend, um dort die Asche vom Onkel des weltbesten Freundes zu beerdigen und den anderen krebskranken Onkel zu besuchen), ich solle die Mutter zusammen mit dem Enkel einsammeln und ins Krankenhaus. Der Vater, der dort seit einigen Wochen im mehr oder wenigen wieder kritischen Zustand lag, wurde erneut auf die Intensivstation verlegt, nun neu: Nierenversagen.

Ein Déjà vu vom Dezember letzten Jahres, als der Vater noch einmal sehr gnädig eine Chance, von wem auch immer, und wie durch ein Wunder (hartes Arbeiten von Medizinern und Pflegepersonal) erhalten hatte, die er – das muss man so hart sagen – nicht genutzt hatte. Der eh schon im innern nicht so schöne, noch mental gereifte Mensch, der es im Vorfeld schon geschafft hatte vom Hausarzt der Praxis verwiesen zu werden, da er zu offensiv ablehnte an seinem Gesundungsprozess mitzuarbeiten – und deutlich unterhalb der üblichen Zeit aus der Reha entlassen wurde „Wenn Sie nicht mitarbeiten, können wir hier nichts für sie tun.” mutierte nach Sauerstoffunterversorgung, damals mehreren Wochen im künstlichen Koma und zwischenzeitlichem Schlaganfall endgültig zum Patiententerroristen.

Die Vorhersage – und dazu musste man keine medizinisch ausgebildete Fachkraft sein – dass er, wenn er seine Lebenseinstellung nicht um mindestens 180 Grad dreht, in spätestens einem halben Jahr wieder im gleichen Zustand sein würde wie in seiner letzten Krise, war nichts, was etwa als sonderlich esoterisches Glaskugelgedankgut gelten sollte.

So war dem auch. Aufnahme im Krankenhaus ins Schlaflabor, weil er nicht gut schlafen konnte. Wobei ich bis heute nicht verstanden habe, was ein Mensch, dem die Lunge unter der Vorerkrankung aber eben auch Adipositas im körpereigenen Wasser absäuft, in einem Schlaflabor zu suchen hatte. Dort stellte man also fest, dass seine Lunge voller Wasser war, der Zustand wieder extrem kritisch, verlegte ihn auf die Intensivstation und ins künstliche Koma und prognostizierte ihm ein künftiges Leben als Pflegepatient an der Beatmungsmaschine.

Alle Versuche ihn ins aktive Bewusstsein zurück zu holen scheiterten, weil er sich mit der Beatmung nicht abfinden wollte. Natürlich ist es eher Panik fördernd aufzuwachen und fremdbestimmt beatmet zu werden – nur muss man da leider durch. Und wenn man sich diesem Prozess verweigert, hat man eher keine Chance auf … irgendwas. Von Genesung konnte man in diesem Fall eh nicht mehr sprechen.

Einige Tage auf einer anderen Station in Quarantäne. Nun Keimbefall – angeblich der einer anderen Patientin. Aber schlussendlich lag der Mann die vergangenen Jahre zu oft selbst im Krankenhaus, um nicht über eigene resistente Keime am Mann zu verfügen. Zwischenzeitlich wurde ein externer Betreuer beauftragt. Die einzige Vollmacht, die existierte, war eine Betreuungsvollmacht der Ehefrau, die aber aufgrund ihrer psychischen Erkrankung zu rationalen Entscheidungen eher nicht mit solchen Entscheidungen beauftragt werden sollte. Die Tochter wollte aufgrund des sehr gespaltenen Verhältnisses zum Vater künftige Entscheidungen über sein Leben nicht tragen. Der Dissens lag auf der Hand: der Patient hätte unbedingt leben wollen, das war bekannt. Sein künftiges Leben wäre aber ein Siechtum gewesen und somit ein Albtraum – und zwar für alle Beteiligten.

Das Wochenende stand an mit dem Beerdigungstermin des Onkels. Die Diskussion, ob sie nun nach Aachen fahren sollte oder auch nicht? Das Hinfahren ein emotionaler Herzenswunsch. Schlussendlich hätte der Vater jetzt auch noch Monate so liegen können, wie es aber auch jederzeit zur Krise kommen hätte können. Insofern sagte ich zu im Notfall die Begleitung und aktive Betreuung der Mutter zu übernehmen. Und natürlich legte sich der Vater ganz unbewusst ins Zeug, der Tochter auch diese Reise möglichst schwer zu machen. Denn, wie schon geschrieben, Sonntag wurde er zurück auf die Intensivstation verlegt mit dem Nierenversagen.

An dieser Stelle: sollte jemals jemand meiner Mitlesenden in die Versuchung zu kommen in Berlin im Neukölner Krankenhaus auf die Intensivstation 2 zu kommen: flieht! Ein einziger Schlachthaufen. Uninformierte Ärzte, dass man immer wieder Zweifel haben musste, sie würden jedes Mal von einem anderen Patienten sprechen. Plumpe Versuche Unterlagen nicht rausgeben zu wollen. Angehörige, die wegen des kritischen Zustandes in die Klinik berufen werden, lässt man über eine Stunde im Vorraum warten ohne irgendeine Nachricht. (Schlussendlich war der Patient in einer Untersuchung und alleine diese Information hätte viel Stress bei der Mutter, die hochgradige Angstpatientin ist, vermieden.) Sehr unangenehme Erfahrung.

Der Mann war verkeimt, das war bekannt. Der Magen-Darm-Trakt wohl schon seit Tagen befallen, was man bis Sonntag den Angehörigen allerdings nicht mitgeteilt hatte. Und was dafür sprach, dass er nämlich der Keimträger war, der zur Isolierung führte – was mir dann sehr leid tut für die Patientin, die vorher mit ihm zusammen gelegen hatte. Was aber auch ganz deutlich macht, wie immer noch so schlecht in Deutschen Krankenhäusern mit MRSA umgegangen wird. Nun konnten die Nieren nicht mehr, eine Herzkatheteruntersuchung ergab speziellen Bakterienbefall auf einer Herzklappe, die es nun auszutauschen galt, vorher hätte man den Mann nicht an die notwendige Dialyse hängen können, sonst würde der Keim im gesamten Körper verteilt.

Wir hatten hier also einen aktiven Sterbeprozess. Das beginnende multiple Organversagen, einhergehend mit einer Sepsis bei einer sehr schlechten Zukunftsprognose. In sehr vielen anderen Ländern, wo die gesundheitliche Versorgung über ganz andere Finanzierungsmodelle definiert wird – oder es die durchaus hochfähige medizinische Versorgung gar nicht gibt – hätte man den Mann jetzt sterben lassen. Insbesondere hätte er eine Patientenverfügung verfasst und unterzeichnet.

Schwierig, denn immerhin hatten wir schon im Dezember gedacht, er würde die Krise nicht überleben, hatten die Ärzte ihm damals keine 24 Stunden mehr gegeben. Wer will da entscheiden?

So aber – und eben in dem Bewusstsein, der Patient hätte leben wollen – wurde er in das Herzzentrum vom Virchow Klinikum von Neuköln in den Wedding verlegt und noch in der Nacht operiert. Unter dieser OP hatte er als erstes einen 30minütigen Herzstillstand. Die Entscheidung die OP dennoch durchzuführen traf der Operateur, weil klar war, einen zweiten Versuch würde es nicht geben. Es wurde also noch einmal sehr viel Energie von Ärzten und Pflegekräften und sehr viel Geld in diesen Patienten versenkt. Montag vormittag – die Tochter hielt die ganze Zeit telefonischen Kontakt – die Nachricht, wir sollten schnellstmöglich kommen.

Also wieder Enkel (aus Kladow) die Mutter (aus Köpenick) eingesammelt. Wir, Enkel und ich, die wir nicht von Medikamenten im Denken ruhig gestellt waren wie die Mama, mit dem Wissen, was uns dort erwarten würde und in der Sorge, es nicht rechtzeitig zu schaffen. Unter dem Aspekt wirkte der kurze Aufenthalt in der Aufnahme, wo die Mutter allerlei komische Fragen hinsichtlich des Datenschutzes, künftiger Rehaorganisationen und somit Entbindung von Schweigepflichten noch zu unterzeichnen hatte, äußerst surreal auf mich. Unterschriften für eine Zukunft, die es nie geben würde.

Dann im Vorraum zur Intensivstation sofortige Benachrichtigung, dass gleich jemand zu uns kommen würde – und ganz anders als im Neukölner Krankenhaus, konnte man sich hier wenigstens in der Gefühlsnot an einem Wasser- oder Kaffeebecher emotional festhalten. Der Chefarzt erklärte uns dann in einem ruhigen Zimmer – vor allem der Mutter (deren Neigung zum möglichen Suizid in den Akten immer vermerkt wurde) sehr behutsam den Zustand des Ehemannes, der klipp und klar „aktiver Sterbeprozess” lautete mit einer Prognose, dass er den Abend nicht erleben würde.

Schlussendlich hatte man den Mann solange an den Apparaten gehalten bis wir kamen. Seine Chance am Vormittag seine Werte zu verbessern, konnte der Körper nicht nutzen. So lag der Mann mit offenem Brustkorb (natürlich abgedeckt), zwecks etwaig notwendiger direkter Reanimation am Herzen, durch von den Maschinen suggerierten stabilen Werten vor uns. Man versicherte uns, dass er durch die Medikamente tief schlafen würde und keinerlei Schmerzen haben würden – da hier mit der möglichen Höchstdosis versorgt.

Was für mich – als vergleichsweise neutrale Begleitperson, ich hielt an dem Mann emotional deutlich weniger Aktien, als ich sie z. B. bei der Mama meiner Freundin halten würde – mitgenommen hatte, war, dass eben jene Mutter bis zu diesem Moment deutlich ausgeblendet hatte, dass ihr Mann dieses Mal wirklich sterben würde. Sie glaubte bis zu diesem Montag an seine Wiedergenesung durch die Operation und auf ihre Frage in den Raum gestellt „Was das denn alles heißen würde?” ihr – alle Behutsamkeit des Arztes zunichte machen zu müssen – klar sagen zu müssen „N. wird jetzt sterben, wir müssen uns nun verabschieden”, das war und ist auch im Nachgang für mich eine Hausnummer, die ich noch zu verarbeiten habe. Es ist ein Unterschied, ob man diesen Sachverhalt für sich im Stillen realisiert oder ihn nach außen kommunizieren muss. An die Person, die maximal darunter leiden wird.

N. hatte ein ruhiges Zimmer ganz am Ende der Station, wo wir in aller Ruhe Abschied nehmen konnten. Wir wurden sehr umsorgt von den Ärzten und dem Pflegepersonal, wurden ständig erinnert, dass man uns für alle Fragen oder Wünsche bereit stünde. Ich durfte im Vorraum telefonieren. Es war ein völlig anderes Erleben von Intensivstation als im Krankenhaus Neuköln und ich bin sehr froh, für den Mann und seine Frau und Enkel, dass der Mann im Herzzentrum gehen durfte.

Die telefonische Rückversicherung der sich auf der Autobahn befindlichen Tochter, dass wir nicht auf sie warten sollten, ihn nicht länger leiden lassen sollte. Telefonate, die der Mensch nicht braucht. Mit Kommunikation dieser Nachricht an den Arzt, einer letzten Blutuntersuchung mit trostlosem Resultat und seit unserem Eintreffen stetig sinkenden Pulsschlag, war die Stimmung gesetzt. Ich animierte seine Frau ihm noch schöne Worte mit auf den Weg zu geben oder mit ihm von den schönen gemeinsamen Momenten zu sprechen, einzig zur Sicherheit, falls er im Innern jenseits der Medikamente doch etwas mitbekommen sollte, dass ihn dabei schöne Erinnerungen begleiten sollten. Seine Tochter arbeitet in der Hospizbegleitung, ich habe viel von ihr gelernt über das Gehen und ich wollte es in ihrem Sinne für ihn richtig machen. (Denn wenn sie auch mit ihrem Vater seit längerem abgeschlossen hatte, ist sie ein liebevoller und fürsorgender Mensch, der solche Dinge korrekt händeln würde und dabei über jeden Schatten springen würde.)

Irgendwann das Gespräch mit der Ärztin der Nachmittagsschicht, die sehr deutlich sagte, dass man bei dem jetzigen Pulsschlag üblicherweise reanimieren würde aber sie das in seinem Fall nicht mehr tun würden. Sie legte indirekt direkt das Abschalten der Geräte nahe, im Grunde lag vor uns ein toter Mann. Das war schon die Aussage vom Chefarzt eine Stunde zuvor, als ich nochmals auf den Betreuer hinwies, dass diese Entscheidung über den Zeitpunkt alleine bei den Ärzten liegen würde.

Also musste ich der Mutter sagen, dass wir nun Abschied nehmen müssten und in den nächsten 15 Minuten die Maschinen abgestellt würden. Die Frage der Ärztin, ob wir dabei bleiben wollten, beantwortete die Mutter mit einem „Nein.”, ich mit meinem „Ja.” (das war mein Job hinsichtlich meiner Aufgabe als Freundin, sie hätte ihn nicht alleine sterben lassen) und der Enkel mit „Ja. Aber er würde bei seiner Oma bleiben.” Daraufhin schickten wir die Ärztin wieder raus und sprachen mit der Mutter (Angstpatientin!), wovor sie denn jetzt Angst hätte? Der Enkel und ich erklärten ihr, dass es auch für sie wichtig wäre (später), wenn sie ihren Mann jetzt begleiten würde und dass sie keine Sorgen haben müsse, dass er irgendetwas mitbekommen würde oder in irgendeiner Weise reagieren würde. Sie ließ sich überzeugen. Und die Ärztin freute sich sichtlich, dass wir dabei bleiben wollten, weil das wohl doch nicht so viele Angehörige tun würden.

Dann gab es noch einen surrealen Moment als ich sie fragte, ob sie ihm nicht nochmal (im lebendigen Zustand) zum Abschied einen Kuss geben wollte, was sie (man muss einfach verstehen, dass sie unter ihren Medikamenten sehr fremdgesteuert ist und eigene Bedürfnisse kaum angehen kann, noch kommunizieren kann und man deswegen ein bisschen für sie mitdenken muss und ihr Handeln ständig anleiten muss) dann auch versuchte. Das funktionierte nicht, sie kam nicht an ihn heran, weil sie einfach zu klein und – so deutlich muss man es sagen zu dick – ist, ich bot ihr an, dass uns da der Pfleger sicherlich behilflich sein konnte. Aber so wichtig war es ihr nicht, nun, der Versuch zählt.

Und so hielt der Enkel sie, während sie die Hand ihres Mannes hielt und ich streichelte seine andere Hand. Währenddessen stellte die Ärztin die Maschinen aus, am Anfang noch erklärend bis sie bemerkte, dass von ihren Ausführungen eh nichts bei der Ehefrau ankam und ging hinaus und wir konnten bleiben in der dann doch (für mich sehr) angenehmen Stille ohne das den kritischen Zustand des Patienten tonal begleitende Gepiepe.

Der Vater regte sich natürlich nicht – man ließ im Sterben das Narkotikum und Schmerzmittel hochdosiert weiter laufen –, wurde recht schnell gelb. Zehn Minuten später stand der Seelsorger im Zimmer, der die Mutter sehr liebevoll versuchte aufzufangen, was sie aber störrisch ablehnte, denn Seelsorger ist irgendwas mit Kirche und das bräuchte sie nicht. Es gab Angebote an uns, den Vater später noch einmal im Ruheraum jenseits der Maschinen verabschieden zu wollen, was sie ablehnte (und was ich wusste, die Tochter auch nicht mehr brauchen würde, denn sie hatte sich auf ihre Weise verabschiedet.)

Dann machten wir uns auf den Weg. Sie stürmte mit dem Enkel raus, während ich mich noch einmal bei der Ärztin und dem Pfleger bedankte, die „Zum Abschied-Informationsmappe” in die Hände gedrückt bekam und wir fuhren zu mir uns mit Kaffee und Kuchen zu betäuben bevor wir nach Kladow fuhren, um dort die Tochter am Abend zu empfangen. Die Oma saß auf dem Sofa (thank god to those cute little pills!), der Enkel, dem ich allen Respekt zolle, dass er das mitgemacht hatte und bei seiner Oma und Opa geblieben ist, das macht auch nicht jeder junge Mensch mit) kuschelte mit dem Kater und bereitete später das Abendessen, ich therapierte mich im großen Garten mit dem Gießen der Blumen und kescherte die Insekten bzw. die Kiefernnadeln aus dem Pool.

Langes Blogpost, kurzes Fazit: bleibt bei Euren Angehörigen, wenn sie so ruhig gestellt und im Grunde planbar auf der Intensivstation gehen werden. Es tut wirklich nicht weh, es passiert nichts, man muss davor keine Angst haben. Aber es ist das Letzte, das man dem Sterbenden mitgeben kann: dass er/sie es nicht alleine gehen muss. Die Mutter ist jetzt im Nachgang froh, dass sie bei ihrem N. geblieben ist. Und das ist, was dann bleibt in der Trauer. Ein gutes Gefühl.

2017-08-04

Da wundere ich mich …

heute früh beim Katzenfrühstück machen, warum Tally laut maunzt, denn Tally ist nicht so die laute Futtereinforderin. Wenn sie einfordern muss – was eher selten passiert, denn bei der alten Dame sorge ich für ständiges Vorhandensein – dann sitzt sie eher britisch ruhig gelassen davor und brennt Löcher in die Luft, in den Fressnapf, in mich mit ihren hübschen Augen. Ganz anders natürlich das Shiinchen, das ja ständig vor dem Verhungern steht. Sie umgibt immer einen Hauch von Hysterie, wenn es um Fressen geht.

Also die Tally maunzt und als ich mit den Tellern um die Ecke biege, sehe ich auch warum. Shiina hat sich durch ihre Katzennetztür materialisiert und ist natürlich sofort ins Zimmer der großen Katze gestürmt, die im Anblick der von ihr längst zum Monster definierten grauen Katze nicht flüchtete aber durchaus Laune zeigte, die man im Untertitel als „pissed” bezeichnen könnte.

Da Shiinchen angesichts anderer Katzen leider immer noch in ihrer Angst überreagiert und den Aggressor gibt und sich lieber auf sie mit Gebrüll stürzt, anstatt abzuwarten ob man sich nicht doch mal in Ruhe die Pfote reichen möchte, ist Tallys Reaktion durchaus nachzuvollziehen – war aber dieses Mal gar nicht notwendig, denn es war noch etwas Restfutter in einem ihrer Näpfe – und was lässt Shiina nichts lieber links liegen als eine links sitzende Katzenmitbewohnerin, wenn da rechts noch deren Futter zu kapern ist?

Prioritäten, Baby, Prioritäten!

2017-07-30

Eine Woche Italienisch Intensiv an der Volkshochschule

Ich bin – das erwähnte ich hier im Blog schon des öfteren – wirklich Fan der Volkshochschule und begreife diese Möglichkeit mich als Erwachsene immer wieder je nach Gusto weiterbilden zu können als ein ganz großes Glück in diesem Lande. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum manche Leute da die Stirn kraus ziehen, diese Kurse irgendwie klein reden wollen oder den Dozenten fachliche Kompetenz absprechen wollen, sobald man von VHS-Kursen erzählt. Ich hatte immer – bis auf das eine Mal die Dozentin eines Nähkurses – wirklich gute und kompetente Lehrer und bin nach so einem Kurs etwas klüger durch die Welt gelaufen.

So auch dieses Mal in diesem Kurs. Die Frau, Dr. Viviana Chilese, ist nicht nur fachlich wirklich top, sie ist es auch didaktisch. Bemerkenswert, ich sitze erstmals in einem Kurs der Erwachsenenbildung und keiner traut sich den Klugscheißer oder Klassenclown zu geben. Nebenbei: wir sind alle (alle!) jeden Morgen pünktlich um neun Uhr im Klassenzimmer. Das ist für Berliner Verhältnisse womöglich eine kleine noch nie da gewesene Sensation.

Wir haben alle ein bisschen unterschätzt wie viel auch noch nach dem Kurs, der jeden Vormittag über offiziell vier Stunden geht (oft geht es in eine 30minütige Verlängerung), gelernt werden müsste bzw. man lernen sollte. Am Freitag waren wir alle ein bisschen durch, das war zu spüren. Auch bei denen, die schon früher in dieser Sprache Kurserfahrungen gemacht hatten. Es heißt nicht umsonst Intensivkurs.

Nach diesen fünf Tagen kann ich, also sollte ich theoretisch können

• Begrüßen und mich vorstellen können bzw. danach fragen, wer jemand anderes ist und wie es einem geht
• kann ich erzählen, wo ich herkomme und wo ich lebe, als was ich arbeite
• zumindest in einer italienischen Bar Getränke und Snacks bestellen
• Verneinung mit non

• die unregelmäßigen Verben essere, stare, fare, regelmäßige Verben auf -are und –ere deklanieren

• die Zahlen von eins bis 20

• die Subjektpronomen (weglassen) können, was der Italiener halt so tut und was ich durchaus sehr fortschrittlich bis praktisch finde, was einem aber als über Subjektpronomen geübter Deklinierer leicht irre machen kann

• ich kenne die Nomen im Singular und in maskuliner, femininer Form und unbestimmten als auch bestimmten Artikel im Singular

• die Angleichung der Adjektive im Singular

• die Nomen und bestimmten Artikel im Plural

• die einfachen Präpositionen a und in

• und die Aussprachen von c/g, c/ch, und g/gh, als auch sc und gli und gn


Kurz: ich kann mittlerweile „Guten Tag!” und „Auf Wiedersehen” sagen, kenne alle Caffé-Sorten und kann die (wichtig popichtig!) auch bestellen. Ich lernte, dass der Italiener eiskalt auch zum Niederländer „Olandese” sagt und es mit dem „h” nicht so sehr hat in der Aussprache. Ich bin schrecklich verliebt in das Wort Portogallo, weiter kann ich das Verb essere deklinieren, bekomme es aber – verfluchtverdammter Mist noch einmal – in der Praxis in meinem Schädel irgendwie nicht umgesetzt. „Nicht” ist dabei die Untertreibung des Jahres. Ich bin immer noch unentschieden, ob ich die italienische (caffé) oder deutsche Aussprache (Kaffee) von meinem Lieblingsgetränk mehr mag. Vielleicht mag ich sie einfach gleichberechtigt beide.

Wir sind im Lehrbuch, das ich fast eine Woche lang erfolglos versucht habe hier in Berlin bei einem Händler (sogar beim Verlag Cornelsen selbst!) in einer bestimmten Kombination mit Arbeitsbuch zum günstigen Paketpreis zu bekommen und schlussendlich dann doch über Amazon bezogen habe – dafür aber vier Tage ohne Buch im Kurs sitzen musste –, mittlerweile auf Seite 45. Wir müssen jeden Tag Hausaufgaben machen. Morgens mache ich mir Stullchen. Käse mit Gurke hat sich als besonders sinnvoll erwiesen.

Die ganze Zeit muss ich an italienisches Essen denken. Dieses Apulien hat wirklich etwas bei mir angerichtet!

Ich danke Euch allen, die ihr mir in dieser Woche hier, auf Twitter oder auf Facebook nach meinem letzten Blogpost Mut zugesprochen habt. Es war wirklich nötig und hat Gutes in mir bewirkt! (Tut so gut, sich nicht so alleine zu fühlen.) Morgen geht es in die zweite und letzte Woche. Danach bin ich ein Stück weiter: weiter verzweifelt, weiter in der Sprache. Hoffentlich!

2017-07-26

Was mich traurig macht …

Seit zwei Tagen schleppe ich mich nun zum Italienisch-Intensivkurs. Täglich vier Stunden. Schleppen im Sinne von der Unfall hat mich natürlich etwas angeschlagen, vielleicht mehr als ich anfänglich in meinem Glücksgefühl darüber, dass nicht mehr passiert ist, sehen wollte.

Was mich aber gerade sehr traurig macht, ist zu erleben, wie sehr diese Krankheit an meinen mentalen Fähigkeiten nagt. Am Ende der langen Reihe von Symptomen einer Depression steht der Verlust der Kozentrationsfähigkeit. Daher ist das auch das letzte Symptom, das auf dem Weg zur Gesundung wieder verjagt wird. An dem sich nicht konzentrieren können, sich Dinge nicht merken können, daran nage ich schon sehr lange. Ich bin ein Kopfmensch, wenn der nicht funktioniert, bekomme ich Angst.

Es fällt mir, das merke ich, wahnsinnig schwer mir nun die simplen Dinge zu merken: Personalpronomen (die sich ja nun so sehr von Sprache vor allem romanischen Sprachen nicht unterscheiden). Verben lernen, ich büffele – aber sie bleiben nicht hängen. Zahlen … es ist als trennt mich eine dunkle Wand vom Wissen. Das empfinde ich als sehr unangenehm, weil ich das doch so gar nicht bin.

Ich bin sicherlich nicht die große Sprachbegabung aber ich konnte immer gut lernen und mir Dinge merken. Gerade gar nicht, das stimmt nicht heiter. Ich komme mir so dumm vor. (Was natürlich die übliche zur Krankheit gehörende Spirale in Gang setzen könnte, was ich nicht zulassen will/möchte/werde – das ist die eigentliche Übung von diesem Kurs.)

Ich will nicht jammern aber darauf aufmerksam machen, an welchen Baustellen Menschen mit dieser Krankheit so knabbern müssen und was es nebenbei für eine große Aufgabe ist, diese Defizite wieder ins richtige Lot zu bringen. Das ist schwer und kostet Kraft. Lasst uns einfach nur Respekt empfinden für Menschen, die diesen Weg gehen und solche, durchaus Angst machenden, Zustände irgendwann hinter sich lassen.

2017-07-25

Gnocco Fritto



Gnooco Fritto sind das schnell servierte Äquivalent zu den Zeppole (ausgebackene Hefeteigbällchen). Sie beeilen sich darin auf den Tisch zu kommen, weil sie ohne Hefe zubereitet werden, sind etwas knuspriger – wenn sie frisch serviert werden – und perfekt für Hefephobiker geeignet. Gnocco Fritto haben nebenbei die Eigenschaft hierzulande ordentlich Eindruck zu schinden, sie werten jede Antipasti und jeden Dip auf, geben eine gute Figur ab und haben durchaus Potential zu Hüftgold zu werden. Aber man isst sie ja nicht täglich.

Probieren sollte man sie auf alle Fälle, sie sind eine Sünde wert! Begegnet sind sie mir natürlich neulich in Italien in beiden Varianten, das Rezept dazu fand ich im Trattoria Tour-Buch eines bekannten italienischen Nudelherstellers, dessen Nudeln ich weniger verwende und dessen fertige Saucen schon gar nicht, aber das Buch sehr wertschätze. Rezept gefunden, Teig angesetzt, ausgebacken. Zieht man einmal die Ruhezeit ab, sind die Gnocco Fritto eine Sache von vielleicht 10-12 Minuten.


Zutaten



für 4-6 Portionen (in Klammern meine verwendete Menge für zwei Personen, die auch noch etwas anderes essen wollen)

500 g Mehl (ich habe Dinkelmehl genommen) (125 g)
2 EL Olivenöl (knapp 1 Esslöffel)
250 ml Flüssigkeit (Milch/Wasser je zur Hälfte – wird mehr Milch verwendet, werden die Gnocco Fritto weicher – mit mehr Wasser knuspriger) (63 ml)
5 g Backpulver (1,5 g)

Öl zum Frittieren.


Zubereitung



Das Mehl mit dem Backpulver mischen, dann aufhäufeln, eine kleine Mulde bilden und die Flüssigkeit dazu geben. Anschließend verkneten bis ein der Teig weich und geschmeidig ist. Den Teig in Klarsichtfolie oder Gefrierbeutel einwickeln und ca. 30 Minuten ruhen lassen.



Danach den Teig dünn (2-3 mm dick) am Besten auf einer Teigmatte ausrollen und in ca. 3-4 cm große Rauten schneiden.



Zwischenzeitlich das Öl auf ca. 80-90 Grad erhitzen. Man braucht auch für eine kleine Menge Gnocco Fritto zwischendurch gar nicht so viel Öl verwenden auf dem man hinterher sitzen bleibt, einfach einen engeren Topf dafür hohen topf (Milchtopf) wählen. Die Rauten ins Öl geben und frittieren bis sie goldgelb und knusprig sind, kurz wenden.



Die kleinen Bäuche bilden die Gnocco Fritto von ganz alleine beim Ausbacken. Und sie sind sehr schnell fertig gebacken.



Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und ab mit den lustigen heißen Gesellen zu den restlichen Antipasti serviert. Eventuell noch etwas Salz darüber geben.

Jahrestag

Heute ist ein trauriger Jahrestag. Für uns alle, vor allem für Johannes seine Familie. Ein Jahr lang hatten wir Zeit, dieses Internet zu einem besseren Ort zu machen. Für uns alle. Hoffentlich ist es uns gelungen?!

Ich verlinke an dieser Stelle noch einmal auf meinen Artikel anlässlich seines Abschieds, möge der Text auch in den nächsten zwölf Monaten irgendjemanden Hilfe geben, die richtige Entscheidung im rechtzeitigen Moment zu treffen.

Und, neulich fragte jemand im Internet für eine akut erkrankte Freundin auf Twitter, nach Krisentelefonnummern. Ich weiß nicht genau, was jemanden dazu bringt solche Fragen erst auf Twitter zu posten, anstatt Google mit Ortsangabe direkt selbst zu befragen. Erschreckend war, dass über die Hälfte der Antwortenden dieser Person den Rat gaben, die Polizei, also 110, zu rufen. Das ist in den allermeisten Fällen falsch. (Selbst wenn jemand in Selbsttötungsabsicht auf einem Dach steht, ruft man die 112, also die Feuerwehr, denn die haben das Sprungtuch im Wagen – nicht die Streifenbeamte.)

Für alle: Menschen mit Depressionen, die Selbsttötungsabsichten äußern, sind nicht kriminell und somit kein Fall für die Polizei. Menschen mit Depressionen sind krank, die brauchen nicht zusätzlich den Schreck Polizisten gegenüber zu stehen. Die brauchen einen Arzt. Man ruft die 112 an und gibt zur Kenntnis, das dort jemand aufgrund seines Gesundheitsszustandes eine Gefahr für sich selbst ist. Dann wird der Person medizinisch geholfen. Und um medizinische Hilfe geht es vorrangig in einem solchen Fall.

Ehrlich.

Bitte lesen! Und Kraft und Zuversicht an Johannes‘ Familie senden! Und an alle Betroffene: kümmert Euch um Euch selbst. Ihr seid es immer wert!

2017-07-23

Erste Amtshandlung mit dem neuen BRAUN MultiQuick 9: Zitronensorbet



Ihr erinnert Euch sicherlich immer noch? BRAUN hatte ein charmantes, empathiereiches und großzügiges Einsehen mit mir und mir den BRAUN MuliQuick 9 (quasi next Generation) zugeschickt, damit mein Schmerz (über meine eigene Deppertheit) nicht ganz so tief sitzen muss. Kostenlos. Im Sinne der Bloggersache. Also folgt jetzt so etwas wie Werbung verpackt als irre leckeres Zitronensorbetrezept!



Erster Abend in Ostuni im Hotel, ein wundervolles Menü findet seinen Abschluss in einem Dessert namens „Il Sorbeto allo Chardonnay” –



ein Zitronensorbet mit Chardonnay aufpüriert und mit Prosecco aufgegossen. Der Alkohol ist vorhanden und rasselt sofort durch den Körper und vermeldet jeder Zelle zufriedenes glückliches Wohlfühlen. Ich war so entzückt, dass ich den Kellner – auf englisch – nach dem Rezept fragte, der mich günstigerweise falsch verstand und mir ein zweites Glas brachte. Nicht immer ist es also gleich von Nachteil, spricht jemand eine international übliche Sprache nicht.

Neulich – dieses feine süffige Sommergetränk lässt mich nicht mehr los – an einem warmen Sommerabend kaufe ich aufgrund der selbst verordneten Dringlichkeit industriell gefertigtes Zitronensorbet, Prosecco ist vorhanden, Chardonnay … nun, wir wollen es nicht übertreiben mit dem Alkohol. (Obwohl ich bei einem festlichen Menü diesen Abschluss tatsächlich mit beiden Getränken servieren würde wollen.) Das Zironensorbet ist eine noch größere geschmackliche Enttäuschung als vorher schon erwartet und macht diesen kleinen Sommercocktail nicht ganz so rund.

Und somit war meine erste Amtshandlung nach dem Eintreffen des neuen BRAUN Multiquick 9 – selten habe ich ein Küchengerät so vermisst, wie meinen Pürierstab – die Anfertigung eines Zitronensorbets. Sorbet zubereiten ist so eine große Kunst nicht, vorrangig spielt dabei Platz für eine Edelstahlschüssel im Gefrierer wohl die größte Rolle.



Und besonderen Spaß macht es natürlich, wenn, wie hier, die Zitronen sich im Aussehen in ihrer Schönheit überschlagen.



Und eine kleine bunte Katze sich kurzerhand von der Qualität auf dem Balkon überzeugt.




Sorbeto Prosecco

Zutaten

Läuterzucker bestehend aus:
700 g Wasser
300 g Zucker

Ungefähr zwei Netze Zitronen, die
300 g Zitronensaft ergeben sollten
1 Biozitrone


Zubereitung

Das Wasser und den Zucker mindestens fünf Minuten gut kochen lassen. Der Zucker muss sich aufgelöst haben, die Flüssigkeit ist leicht sirupartig. Kühl stellen.

Die Zitronen gut anrollen bzw. andrücken und auspressen. Die Kerne aus dem Zitronenfleisch in der Presse sortieren. 300 Milliliter bzw. Gramm Zitronensaft mit dem Läuterzucker vermischen.



Die Bioschale mit dem Sparschäler dünn abschälen, es darf im Innern kein Weiß der unteren Schicht zu sehen sein. Falls ja, dieses nochmal mit einem scharfen Messer vorsichtig abtragen. Die Schale in sehr feine Streifen und dann sehr kleine Würfel schneiden. Bonsaiminiaturwürfel.



Läuterzucker, Zitronensaft, das Zitronenfleisch aus der Presse mit der Hälfte der Zitronenbonsaiminiaturwürfel in der Schale gut aufmixen. Die Flüssigkeit wird nun schön weiß. Die restlichen Zitronenschalenwürfel unterrühren.



Ab in den Gefrierschrank damit und ab jetzt alle 30-34 Minuten gut durchrühren. Wenn das Sorbet fast fest geworden ist, sich aber noch rühren lässt, ruhig umfüllen in eine verschließbare Box.



Das Sorbeto Prosecco ist auch schnell gemacht. Die gewünschte Menge Sorbet abstechen bzw. portionieren und mit einem Schuss Prosecco in einem Behälter mit dem Pürierstab anmixen, dann in Gläser umfüllen und mit Prosecco aufgießen. Den Sommer genießen!

Und ob ich in den neuen BRAUN MultiQuick 9 so richtig verschossen bin, erzähle ich Euch demnächst. Sorbet kann er jedenfalls – zubereiten und später anrichten!