2021-07-26

Dankeschön!

Lieber Katzendiätfutterbeauftragter, Shiina guckt zwar nicht ganz so auf dem Foto, hat sich aber wirklich total gefreut über ihr Päckchen am Samstag und fühlt sich futterbedingt jetzt erst einmal sicher!

Und ich habe mich sehr sehr sehr über das wunderschöne Ottolenghi-Kochbuch gefreut.

Was für ein Buch – und welche Freude! Dankeschön für das an uns denken und Freude bringen!

2021-07-23

True Italian Street Food Festival

Wer sich wieder unter Menschen traut, sollte sich dieses Event an diesem Wochenende (24.-25.07.2021) in Berlin wirklich nicht entgehen lassen. Zwei Tage lang gastiert das True Italian Street Food Festival am OstHafen im Friedrichshain.

Zum dritten Mal haben wir die Chance Italien in Berlin an der Spree zu erleben – mit den allerfeinsten italienischen Geschmackserlebnisssen, die man auf die Hand genießen kann. Originaler Geschmack, nix Pizza mit Ananans! Arancini, Panzerotti (denen bin ich so verfallen!), Rustici, Pasta, Bruscetta, Octopus-Burger, Scampi-Spieße, Porchetta, Cafè und natürlich Gelato und Canolli und viel viel mehr Köstlichkeiten aus der gesamten italienischen Küche vom Norden bis in den Süden, unverfälscht in hervorragender Qualität serviert. Eine grandiose Appetit machende Vorschau auf all die Kösstlichkeiten findet Ihr auf dem Instagram-Account von True Italian Food! Sieht das nicht alles super gut aus?

Übrigens kann man bargeldlos bezahlen – die üblichen Covid19-Veranstaltungsregeln müssen eingehalten werden, also entweder vollständiger Impfnachweis, aktueller negativer Test (ein Testzentrum steht vor dem Eingang), Registration per App und das Tragen von FFP2-Masken zwischen den Ständen auf dem Gelände sind auch zu tragen. Dafür gibt es dann wieder auf Instagram beim True Italian-Account einen netten Fotowettbewerb, zu gewinnen ist ein Aufenthalt im Grand Hotel Wagner***** in Palermo für zwei Personen und drei Nächte. Palermo gilt als die Hauptstadt des italienischen Street Foods.

Die Tore zum True Italien Street Food Festival, auf dem Euch 15 italienische Restaurants bzw. Food Trucks verwöhnen möchten, öffnen um 11:00 Uhr morgens und schließen um 22:00 Uhr am Abend.

Dazwischen gönnt Ihr Euch ein bisschen italienischen Urlaub an der Spree und im Hauptstädtchen – das Wetter soll dementsprechend werden! Genießt es einfach – wir haben es uns soooo verdient!

2021-07-07

Bin geschröpft worden

Weil es mir gerade so dermaßen gut geht (vor allem seit den Impfungen) meine Schmerzsymptomatik betreffend, haben der Physiotherapeut und ich beschlossen, dass ich jetzt erst einmal nur noch einmal in der Woche zur manuellen Therapie gehe. Ich werte es als sehr großen Erfolg unserer gemeinsamen aber auch meiner eigenen Arbeit am Körper. Die Gerätekrankengymnastik (in einer anderen Physiopraxis) zwei Mal die Woche behalte ich natürlich bei. Es ist bekannt, dass bei der Fibromyalgie Sport, soweit irgendwie möglich, das Heilmittel allererster Wahl ist. Und ich bin seit nun gut einem halben Jahr Gerätetraining wirklich gut dabei und fühle mich körperlich sehr gut, die allermeiste Zeit. Das war mit eine der besten Entscheidungen von mir, trotz der Corona-Schließungen im Sportsegment zu sagen, ich brauche das, egal wie und ich mir dieses Physiotherapiestudio gesucht hatte, die Fitnesstraining an Geräten dennoch anbieten konnten.

Es gibt da ein Schultersyndrom, das wohl demnächst dann doch operiert werden wird. Aber das ist eine andere Baustelle.

Letzte Woche hatte mich der großartige Physiotherapeut geschröpft. Nicht mit üblichem asiatischen vorher heiß machen-Gedöns, sondern einfach die Glocken mit Vakkum angesaugt und mich dann so 20 Minuten liegen lassen. Das ist am Anfang so richtig angenehm gar nicht – also besser geschrieben: Es ist nicht so angenehm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber ich hatte in dieser Woche wirklich keine Schmerzen, weder im Schulterbereich (da quälte es die letzte Zeit doch sehr), noch die üblichen Verspannungen und wo es mich sonst so immer mal wieder zwickt.

Schröpfen ist ein traditionsreiches Heilverfahren aus der traditionellen Chinesischen Meidzin (TCM), das gegen Verspannungen und Schmerzen angewendet wird. Ein Verfahren der Ausleitungstherapie. In der Anwendung werden Gläser auf die Haut gesetzt, und mit einer Pumpe ein Unterdruck generiert, der kann sanft bis sehr stark gesteuert werden. Dadurch strömt verstärkt Blut in den geschröpften Bereich und sorgt für eine intensivere Durchblutung. Für diese Therapie gibt es keine nachgewiesene Evidenz (keine Ahnung, ob es überhaupt jemals richtig konsequent untersucht wurde). Wobei ich finde, dass sich das physisch von selbst erklärt. Schwellstrom ist nichts anderes: Setze einen Reiz und der Körper gibt dir eine Antwort.

Aber mein Physiotherapeut selber war total überrascht, wie entspannt und weich sich meine Rückenmuskulatur heute anfühlte, die sich letzte Woche deutlich anders noch bearbeiten ließ. Er ist dieser Typ Physiotherapeut, der nur auf den Rücken gucken muss und direkt weiß, wo es zwickt, ohne dass man etwas sagen muss. Schlicht ein begandetes Talent in seinem Job. Somit waren wir sehr angetan vom ersten Resultat des Schröpfens und haben heute noch einmal eine Session dran gelegt, dieses Mal weiter nach unten bis auf den Po. Und danach noch einmal entspanntes Abhängen für 20 Minuten auf der pieksenden Akkupressurmatte.

Mein Rücken sieht jetzt zwar aus wie misshandelt (kurz vor dem Bikini-Urlaub sollte man vielleicht wirklich keine Saugglocken in Anspruch nehmen) – aber es fühlt sich einfach sehr sehr gut, sehr befreit an.

2021-07-06

Einladung bei Königs

Wenn Euch die schicke Máxima und der fröhliche Willi heute zum Staatsessen in die niederländische Botschaft einladen und das Brot zum Menü bereits an Eurem Gedeck gesetzt worden ist, wie bei solchen Tafeln üblich: Es ist das Brot auf dem Teller auf der linken Seite, an dem ihr euch bedienen solltet.

Das Brot auf der rechten Seite gehört dem Tischnachbar.

Dummerweise weiß der linke Tischnachbar das recht häufig nicht und angelt dann Eurer Brot weg, während der rechte Tischnachbar das sehr wohl weiß und sich korrekt bedient.

Es gibt übrigens keinen Grund nur um Peinlichkeiten zu vermeiden, selber auf sein Brot zu verzichten. Bittet den linken Tischnachbarn seinen Brotteller Euch anzureichen. Er lernt für das Leben und greift danach nie wieder nach dem falschen Brot.

2021-06-18

Post vom Impfamt

Ich habe heute tatsächlich meinen Impf-QR-Code via Doctolib (als Berlinerin) erhalten, konnte diesen im #CovPass bzw. in der #CoronaWarnApp einlesen und weiß nun, dass ich in drei Tagen „vollen” Impfschutz habe. Was immer das dank „Delta” bedeuten könnte.

Liebe Apotheke, ich habe leider keine 18 Euro für dich!
Alles simpel und sehr gut gelöst.

Gut, dass die Benachrichtigungs-Email in Französisch daher kommt und auf das französische Frontend erst einmal leitet, könnte heute etwas für Aufregung in deren Support sorgen … aber wir Berliner hatten es bekanntermaßen eh dicke mit den Hugenotten. Das klappt schonn!
Hintergrundinfo für Nicht-Berliner. Wir konnten in Berlin nach Erhalt der Impfbenachrichtigung zur Zeit der Priorisierungen über eine Arztonline-Terminplattform namens Doctolib online (oder telefonisch) Impftermine in den Zentren vereinbaren. Da werden am Impftermin auch von den Zentren direkt alle Unterlagen wie Anamnesebogen/Impfeinwilligung in den eigenen Account hochgeladen. Und nur wurde relativ zügig realisiert, dass man über diese Plattform auch den Impf-QR-Code für die digitalen Apps in den Account geladen bekam.

Sicher einer der wenigen Arbeitgeber in Berlin, der während der Covid-Pandemie expandieren konnte.

2021-05-30

Pandemielockerungsgefühle

Shiina hat eine ganz besondere Charaktereigenschaft, sie hat immer Hunger. Und wenn sie keinen Hunger hat, hat sie immer noch ein Hüngerchen. Dabei glaube ich, dass es ihr dabei lediglich um Liebeszuwendung geht. Aufmerksamkeit erheischen, die sie bei mir natürlich grundsätzlich viel zu wenig bekommt. Nie quasi. Armes kleine, ungeliebte, unbemerkte, unglaublich, niedliche Katze.

Kompensiert haben wir das sehr gerne mit den Hühnchenfilets von rossmanns Eigenmarke Winston. Gibt es seit wenigen Jahren. Der Snack für den kleinen Hunger, um eine Werbung zu zitieren. Ökologisch und ökonomisch ganz schlimmes Zeug. Aber wir Tierbesitzer kennen das gemeinhin, mit uns kann man das machen. Mit mir also auch.

Nun musste ich diese Woche lernen, dass die Snacks offensichtlich aus dem Regal genommen wurden. Der alternativlose Wegfall ließ mich unruhig werden und ich fing an andere Fillialen abzugrasen. Freitag bekam ich in Charlottenburg hier noch sechs Packungen, dort noch einmal zwei, in vielen anderen Fillialen nichts. Gestern, am Samstag, konnte ich mir zum Glück in der letzten Filliale in Berlin Mitte von fünf Fillialen in der allerletzten noch einmal sechs Packungen sichern. Teurer Spaß – aber hey, Shiina ist sicher!

Somit kam ich also ein bisschen rum in den einzelnen Bezirken. Und das war sehr speziell, denn überall haben die Läden und Restaurants, bis auf wenige Ausnahmen, wieder geöffnet. Testcenter sind überall aus dem Boden geschossen, wie Pilze im Mai nach dem zu feuchten Frühling. Menschenanreihungen, die an die sozialistischen Warteeinheiten von früher erinnern, prägen das Stadtbild. Es wird viel angestanden. Wir im Westen kann das ja nicht, wir wurden schon zappelig, wenn nur zwei Menschen vor uns an der Fleischtheke standen. Es wird viel angestanden, viel getestet, viel gewartet, um wieder konsummieren zu dürfen.

Konsum. Konsum regelt so vieles, streichelt die Seele, füttert vernachlässigte Ichs, spachtelt die Risse in einem löcherigen Leben. Konsum ist so wichtig, scheint es. Mit Konsum fühlt sich wieder alles gut an, richtig, heile, vollständig. Man fühlt sich gebraucht, gesättigt für kurze Zeit. Sehen, kaufen, haben. Es waren für den Konsumisten der Welt harte Monate. Natürlich konnte man online konsumieren. Aber der Duft der Läden fehlte, das Anfassen, das Anprobieren, das Weghängen, Abwählen, das Entscheiden, das Verlieben, das Nichtverlieben, Kontakte; die Ärgernisse, die Kontakte mit sich bringen; die Freuden, die Kontakte mit sich bringen. All das fehlte und schmeichelt sich nun unkontrolliert in unsere Leben zurück. Der Konsum pulsiert wieder wie rotes Lebenselixier durch unsere Venen und Synapsen und bringt uns unsere Existenzberechtigung zurück. Wozu arbeiten, leben, wenn man nichts konsumieren kann?

Mir war das diese beiden Tage viel zu viel Mensch. Mensch in Hülle und Fülle. Mensch auf den Straßen, Mensch in den Läden, Mensch in der U-Bahn. Überall Mensch. Menschen, die, weil die Inzidenzen hinunter gehen, so tun, als gäbe es Virus und Pandemie gar nicht. Menschen, die prompt kaum noch Abstände halten. Menschen, die sobald sie es können, Masken abwählen. Menschen in Cafés und Restaurants. Viele Menschen, viel zu nahe Menschen.

Und ich wandle durch diese neue Welt der alten Begierden, kann nicht teilhaben aus unterschiedlichen Gründen. Verstehe die Emotionen von allen – und verstehe das daraus resultierende Handeln dennoch nicht. Ich kann mich nicht diesem Glauben hingeben, als wäre schon gut. Ich kann nicht so tun, noch nicht, als wäre alles wieder besser, einfacher. Als könnte man wieder so tun als wäre nichts gewesen. Ja, nun halt mit einem Test in der Tasche. Alles geht wieder, alles wird gut.

Ich hoffe so sehr alles würde gut aber ich bin nicht optimistisch genug, flexibel genug, um mich sofort wieder in dieses volle Leben zu stürzen. Was ist mit denen, die wir mit unserem neuen offenen Verhalten nicht schützen, obwohl sie unseren Schutz verdienen? Hin- und hergerissen bin ich zwischen, ich möchte hier befreundete Restauration unterstützen und dort dem geschundenen Einzelhandel schmeicheln. Aber alles wirkt auf mich unwirklich, zu früh. Der Grad ist zu schmal, ich fühle mich draußen. Ich bin überfordert. Ich kann nicht mitspielen.

Noch nicht.

2021-05-29

Wollt Ihr lachen?

Das muss ich Euch noch erzählen: Also seit ca. vier Jahren nervt uns eine Baustelle direkt nebenan. Erst Brache geräumt und Altbauten abgerissen. Dann ewig lange Tiefausbau. Nun seit mehr als zwei Jahren Hausbau. Zwischendurch sehr viel Ruhezeiten, weil x-viele Bauleiter abgesprungen waren, die wohl bessere Projekte gefunden hatten. Nun, und Bauarbeiter (oder wie die heute in neudenglisch heißen) bekommt man in dieser Stadt wohl auch nicht.

Den einzigen echten Spaß mit der Baustelle hatten wir, als vorletztes Jahr einer der Bauarbeiter am Wochenende (sehr sehr heiß) den Wasserhahn wohl nicht richtig abgestellt hatte, dann sich der Schlauch löste und wir eine riesige Wasserfontäne auf der Straße hatte, die schön über die Baucontainer spritze und die Straße flutete. Wir hatten mit den Kindern so sehr viel Spaß im Nass! Die Feuerwehr auch, auch der eine Feuerwehrmann, der das Kommando „Uniform aus, in Unterhose ran an die Schnittstelle” hatte.

Also so richtig stand diese Baumaßnahme nie unter einem guten Stern.

Die Hütte, die da entsteht hat die schlechtesten Lichtverhältnisse von allen Häusern in dieser Straße. Den Hinterhof müssen sie sich mit dem Altbau teilen, es gibt zu den ebenerdigen Wohnungen wohl einen kleinen Hintergarten … da wird nie Sonne scheinen. Ansonsten übliche Berlin-Mitte Eigentumsbauweise, so ca. 1,5 Millionen Euro für das Loft. Aber so richtig viel Fläche ist das nicht auf dem kleinen Grundstück. Völlig sinnlos überteuert. Nun ja, wer es mag.

Im Herbst, kurz nachdem man die Mietminderung an uns wegen dem Bau wieder zurückgenommen hatte (ich bin übrigens sehr sicher, die Genossenschaft hat früher und länger kassiert vom Bauherren) weil nun „nur noch Innenausbau”, nervte uns fürchterlicher Baulärm. So laut wie selten zuvor! Fräsearbeiten. Sie frästen von der Häuserfront der Straßenseite die Balkone wieder ab. Denn die waren … zu groß.

Die hatten das nämlich tatsächlich geschafft (man will es kaum glauben), die Baumodule zu vertauschen – also für die Vorderseite des Hauses haben sie die Rückseite verbaut – und umgekehrt!

So hatten sie vorne viel zu große Balkone, die sie dann wieder abefräßt hatten und neue, kleinere Ersatzbalkone ransetzen mussten (in zehn Jahren dann wird vermutlich der erste abstürzen, weil Pfusch am Bau – war so nicht konstruiert). Und hinten sind die viel kleineren Balkone geblieben. Ja, da lohnt es sich doch ordentlich viel Geld für so viel Wohnkomfort hinzulegen

Wenn Berlin baut, dann immer richtig. Lustig.