2021-11-26

Behandlung mit monokularen Antikörper für Covid.19-PatientInnen

Ich erlaub mir hier den Text von einem Facebook-Kontakt Günter K V Vetter aus Facebook zu kopieren und Euch zur Verfügung zu stellen, die Facebook für die Pest halten. Es geht um Berliner Anlaufstellen für Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind (nachweislich mit Test) und hochgradige Risikofakttoren für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Behandlungsoption mit monoklonalen Antikörpern für Covid-19-Patientinnen und -Patienten

Personen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind, noch keine Sauerstoffbehandlung erhalten haben und Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen, haben im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten Anspruch auf eine Behandlung ihrer Covid-Erkrankung mit monoklonalen Antikörpern. Die Anwendung dieser Arzneimittel soll innerhalb von drei Tagen nach einem positiven Corona-Test und innerhalb von zehn Tagen nach Auftreten der Symptome erfolgen. Die Behandlung ist kostenfrei und erfolgt im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit unter der Verantwortung der Ärztin oder des Arztes.

Sie kann ambulant oder stationär im Krankenhaus oder außerhalb des Krankenhauses, in Praxen, erfolgen. Es kann auch ein Einsatz in Pflegeeinrichtungen in Betracht kommen. Es muss dabei sichergestellt werden, dass eventuell auftretende schwere allergische Reaktionen und andere Nebenwirkungen schnell von einer Ärztin oder einem Arzt behandelt werden können.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci: „Es ist wichtig zu wissen, dass wir insbesondere bei vulnerablen Patient:innen frühzeitig eine monoklonale Antikörpertherapie anwenden können. Gehören Sie also zu einer Risikogruppe und sind an Covid-19 erkrankt, beraten Sie sich dazu mit Ihren behandelnden Ärzt:innen.“

Dr. Bettina Gaber, Vorstandsmitglied der KV Berlin: „Es ist sehr wichtig, dass alle Möglichkeiten genutzt werden, um nicht schwer an Corona zu erkranken. Die monoklonale Antikörpertherapie kann helfen, schwere Krankheitsverläufe und einen stationären Aufenthalt zu verhindern. Wer zu den genannten Risikogruppen gehört und positiv auf Covid-19 getestet wurde, sollte keine Zeit verlieren und sich unverzüglich mit seinem behandelnden Arzt in Verbindung setzen.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Charité Universitätsmedizin und Berliner Kliniken in den vergangenen Wochen intensiv daran gearbeitet, entsprechende Behandlungsstrukturen in Berlin aufzubauen und über die Behandlungsmöglichkeit in den Praxen, aber auch in den Teststellen und Apotheken zu informieren.

Bei den Covid-19-Antikörperpräparaten handelt es sich um eine Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern, Proteine des Immunsystems, gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Eine monoklonale Antikörpertherapie zur Behandlung von Covid-19 kann in Deutschland seit Februar 2021 angewandt werden: In Form einer Kombinationsbehandlung mit den Antikörpern Bamlanivimab und Etesevimab oder in Form einer Kombinationsbehandlung mit den Antikörpern Casirivimab und Imdevimab. Mögliche Risikofaktoren sind: Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskeldystrophie oder vergleichbare neuromuskuläre Erkrankung, Leberzirrhose oder andere chronische Lebererkrankungen, chronische Nierenerkrankung, laufende Chemotherapie, HIV-Infektion. Weitere Informationen bietet die KV Berlin auf ihrer Website an.

In Berlin bieten derzeit sieben Praxen sowie sieben Kliniken eine ambulante Therapie mit monoklonalen Antikörpern zur Behandlung von Covid-19 an. Die oder der Haus- oder Fachärzt:in kann, sofern Therapie mit Covid-19-Antikörperpräparaten in Betracht gezogen wird, die oder den Patient:in an eine der folgenden Praxen oder Kliniken vermitteln. Patient:innen können sich nicht selbst für die Therapie anmelden. Die Aufnahme erfolgt nur über Arzt-zu-Arzt-Kontakt. Praxen:

Zentrum für Infektiologie (zibp) Dr. Axel Baumgarten Driesener Straße 20 10439 Berlin Tel.: 030 233 212 665

Hausärztliches MVZ am Kutschi Dr. Marc Kurepkat Ollenhauerstraße 3-5 13403 Berlin Tel.: 030 4528696

Praxis Korok – Hausärzte in Karlshorst Kai Korok Rheinsteinstraße 1 10318 Berlin Tel.: 030 501 515 915

Infektiologisches Zentrum Steglitz (IZS) Dr. Nicolai Bottez Schloßstraße 119 12163 Berlin Tel.: 0152 2105 3002

Die Hausärzte Silke Weck (vorm. Klare) Stargarder Straße 69 10437 Berlin Tel.: 030 448 14 15

Hausarztpraxis am Steubenplatz Dr. Mariska Janssen Reichsstraße 84a 14052 Berlin Tel.: 030 300 999 70

Dr. Adnan Khamis Märkische Allee 172 12681 Berlin Tel.: 030 541 05 70

Kliniken:

Helios Klinikum Emil von Behring Walterhöferstraße 11 14165 Berlin Tel.: 030 810 262 215 (08:30 Uhr bis 16:00 Uhr)

St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof Wüsthoffstraße 15 12101 Berlin Tel.: 0151 141 674 49 (24/7 Hotline)

Bundeswehrkrankenhaus Berlin Scharnhorststraße 13 10115 Berlin Tel.: 0151 126 855 57 (24/7 Hotline)

Charité Universitätsmedizin Campus Mitte Charitéplatz 1 10117 Berlin Anmeldung nur über Arzt-zu-Arzt-Kontakt

Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin-Schöneberg Rubenstraße 125 12157 Berlin Tel.: 030 130 202 596 (24/7 Hotline)

Park-Klinik Weißensee Schönstraße 80 13086 Berlin Tel.: 030 962 848 452 (Mo-Fr, 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr)

Schlosspark-Klinik Charlottenburg Heubnerweg 2 14059 Berlin Tel.: 030 3264 1956 (Mo-Fr, 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr)

2021-11-20

Moderna

Skandal im Impfbezirk. Seit gestern bekannt wurde, dass Jens Spahn – im Alleingang ohne vorab wenigstens die Ministerpräsidenten früher zu informieren als die Presse – den Impfzentren und der hausärztlichen Impfversorgung zunächst nur noch Moderna zur Verfügung stellen möchte, kocht die hiesige Impfdiskussionskultur wieder empört hoch.

Man verstehe mich nicht falsch. Jens Spahn verzapfte und verzapft unglaublich viel Bockmist. Alleine die Tatsache, dass er die letzten Wochen vor der Wahl und nach der Wahl als geschäftsführender Gesundheitsminister im Grunde nichts mehr getan hatte außer Wahlkampf (vorher) und die Wunden seiner zunächst Nichtwiederwahl leckend (nachher), gehört für mich dazu. Insbesondere angesichts der seit Monaten steigenden Infektionszahlen, Hospitalisierungszahlen, dem Rückbau von Test- und Impfzentren, was frühzeitig zu vermeiden gewesen wäre, was uns viel Geld gespart hätte – diese ganze Untätigkeit zähle ich dazu.

Lasst uns dies NIEMALS vergessen, wenn der Mann wieder einmal nach höheren Ämtern strebt. Lasst und NIEMALS vergessen, wie er im Sommer noch den mahnenden RKI-Chef Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Lothar H. Wieler in einer Pressekonferenz meinte vor der versammelten deutschen Öffentlichkeit abkanzeln zu müssen. Wieler hatte Recht, wie wir heute wissen. Spahn nicht. Wieler hat heute deswegen leider Recht behalten, weil Spahn nicht auf das RKI hören wollte. Das kostet nun vielen Menschen in diesem Land ihre Gesundheit, schlimmstenfalls das Leben und unserem Gesundheitssystem die Arbeitskräfte.

Die offiziellen Informationen zu dem Spikevax® (Vaccine Moderna)-Impfstoff.

Dass Spahn nun einen der hierzulande zugelassenen mRNA-Impfstoffe, Moderna, verstärkt verimpfen lassen möchte, wird seine Gründe haben. (Dass er damit den Mitarbeitern in den Impfzentren und Arztpraxen das Leben deutlich schwerer macht, ist unbestritten.) Er erklärt, es sei nun wichtig die eingekauften Moderna-Dosen nicht verfallen zu lassen. Ich halte Zerowaste bei Impfstoffen in der heutigen Pandemielage für ein sehr richtiges, wichtiges Argument.

Wenngleich ich persönlich im Hintergrund eher auf eine preisbezogene – völlig korrekte – Überlegung tippe: Bei Moderna kann mit der halben Dosis aufgefrischt werden, das heißt, wir bekommen mit der Moderna doppelt so viele Menschen geboostert wie mit dem Alternativimpfstoff von BionTech Pfizer. Dann ist das klug, es so so zu tun. Wir wisssen auch, man konnte bei Moderna durch größere Bestellmengen den Preis etwas drücken. Beide Unternehmen hatten im Sommer die Preise angehoben, weil ab Dezember die auf die Delta-Variante upgegradeten Impfstoffe verfügbar sein sollen. Womöglich müssen aber auch gerade deswegen die alten Lagerbestände zwingend raus?

Ich persönlich fände hier Transparenz, ob gerade noch mit alten oder neuen Impfstoffvarianten geboostert wird – also gleich bleibender oder besserer Schutz hinsichtlich der z. B. Delta-Variante – an sich ganz schön. Ich würde mich jederzeit auch mit der alten Variante impfen lassen, könnte mich dann aber auch schon auf die baldige vierte Impfung einstellen.

Sollte Jens Spahn allerdings doch mal sehr verantwortungsbewusst handeln, dann hält er den Impfstoff von BionTech jetzt aktiv zurück, damit endlich endlich endlich ab dem 1. Dezember, wie Gerüchte vermuten lassen, auch hierzulande dieser Impfstoff für die Kinder ab 5 Jahren endlich zugelassen wird oder zumindest frei gegeben wird. Das wäre sinnvoll und richtig. Wichtig sowieso.

Im übrigen laut diesem Chart, spricht zumindest bei allen, die zweifach mit BioNTec Pfizer oder AstraZeneca geimpft worden sind, dürften die meisten in Deutschland sein, sowieso alles für eine dritte Imfpung mit Moderna hinsichlich einer deutlich höheren Antikörperbildung. Der bessere Boost bei Johnson & Johnson-Impfung ist enorm! (Dieses Chart wird derzeit überall umgereicht, ich stehe dem aufgrund der geringen Datenlage noch etwas skeptisch gegenüber.)

Ich kann zur Impfung mit Moderna nur sagen, ich bin zwei Mal mit diesem Impfstoff geimpft worden. Weil mir das Anfang des Jahres ziemlich egal war, welchen von beiden Impfstoffen ich bekomme – in der Wirksamkeit lag Moderna damals allerdings ein kleines bisschen weiter vor BionTech laut damaliger Studienlage. Minimal. Ich hatte leichte Nebenwirkungen bei beiden Malen, die ich im Prinzip in der Nacht jeweils weggeschlafen hatte, danach zwei Tage lang Müdigkeit. Bin früher schlafen gegangen, habe tiefer geschlafen. Besser schlafen verbuche ich selber als Benefit.

Die Fibromyalgie betreffend ging es mir am ersten Abend der Impfung um ein Vielfaches sofort besser. Ich habe bis heute viel weniger bis gar keine Schmerzen mehr, die – für mich im Empfinden ganz grauenvolle Muskelsteifheit, die mich den ganzen Tag quälte und nicht wie oft in diesem Krankheitsbild beschrieben nur morgens auftrat – ist so gut wie verschwunden. Moderna hat mir seit Mai also eine völlig neue Lebensqualität geschenkt, mich diesen Sommer körperlich so gut erleben lassen, wie ich es seit fünf Jarhen nicht mehr durfte. Ich konnte in eine neue sportliche Dimension zurück finden, nach fünf Jahren war Sport für mich wieder mit Freude verbunden und nicht mit den Schmerz wegtrainieren, was so gut wie kaum gelang. Ich konnte also mit diesem Impfstoff im gesundheitlichen Bereich völlig neue Berge erklimmen. Dafür werde ich diesem Impfstoff, der mRNA-Technologie überhaupt ewig dankbar sein! Für mich ist das ein ungeahntes Geschenk, der hat mein Leben sehr zum Guten verändert hat.

Erklären lässt es sich sehr einfach damit, dass die mRNA-Impftechnologie in der Wirkung dem Autoimmunsystem Hausaufgaben stellt und es aus der Reserve lockt. So wenig man über das Fibromyalgiesyndrom immer noch weiß, steht aber zu vermuten, dass sich hier das Autoimmunsysten gegen sich selbst richtet. Die Impfung sorgte also bei mir – neben der Immunisierung gegen das Covid-19-Virus – dafür, dass das Autoimmunsystem eine neue Aufgabenstellung erhielt und daher gar keine Zeit mehr hatte, sich weiterhin selbst zu zerschießen. Wie bei jungen Hunden, die man vom Hausschuh zerkaufen am ehesten durch Ablenkung abhalten kann. Das ist ja auch der Gedanke der mRNA-Technologie hinsichtlich ihrer Aufgabe zur künftigen Krebsbekämpfung! Ich kann für mich nur sagen: Funktioniert ganz fantastisch. Ich lobe und preise das Zeug! Lt. einem Impfarzt wird auch hierbei diese Wirkung mit der Zeit wieder abnehmen – aber dafür hat der liebe Medizinalltag die Impfauffrischung für mich erfunden.

Da, wo Moderna eine Risikobewertung erhalten hat (beispielsweise junge Männer unter 30 wegen geringfügig häufiger Myokarditisvorkommen) wird der Impfstoff auch weiterhin – trotz Spahns Alleingang – nicht eingesetzt werden. Ich will nur sagen, regt Euch nicht auf! Lasst Euch mit Moderna jetzt impfen oder boostern. Das Zeug ist gut, er wirkte bei der ersten Covid-19-Variante zu 96 Prozent – oftmals lag (immer nur minimal) er in der Studienlage sogar vor dem BionTech Pfizer-Impfstoff in seiner positiven Wirkung! Moderna ist Platin-Kreditkarten-Status mit Diamantenumrandung in dieser Pandemie. Die Wirksamkeit ist – wie auch beim mRNA-Imfpstoff von Pfizer nur runergerechnet wegen der jüngeren Mutationen wie Delta, wird aber mit den Impfstoff-Upgrades wieder auf das hohe Level kommen.

Moderna ist ein fantastischer Impfstoff, er wurde mittlerweile weltweit über 200 Millionen Mal verimpft, alleine in Deutschland Stand November 2021 knappe 4,5 Millionen Mal. Er soll (lt. einer jungen Studie) sogar etwas länger hinaus bessser noch nach sechs Monaten als der BionTech Pfizer-Impfstoff schüzten können.

Bleibt gesund!

2021-11-04

Klingelrätsel

Ich biege soeben von dem ärztlich verordneten Geräteturnen zurück in Richtung meiner Docking Station, da stehen vor einem der visuell seelenlosen Neubauten zwei Herren in Arbeitskleidung, die einen anstreichenden Job verrät. Einer steht an der Tür, der andere geht wieder zum auf dem Gehweg parkenden Auto, ein Teil der Arbeitsutensilien steht mit dem anderen Herren vor der Tür.

Beide Männer gucken ratlos. Die Arbeitsutensilien unbeteiligt.

Aus einem der oberen Fenster tönt ein verhaltenes „Hallo?!” in Richtung Straße. Der Maler guckt hoch und pflaumt in berlinhöflicher Art in Richtung „Hallo?!”: „Wir wissen ja nich‘ wo wa klingeln solln?”

Wenn ich da jetzt nicht mal dem großen Lösungsansatz allen Handwerkerübels (kommen zu später bzw. kommen gar nicht) auf der Spur bin. Die fahren los, zu irgendwelchen Adressen und dann wissen sie nicht, wo sie klingeln sollen.


Wisst Ihr Bescheid.

Jetzt!

2021-10-17

Helene Fischer – da rauscht nix!

Hm … … ich habe gestern Abend die viel gepriesene Veranstaltung von Helene Fischer im ZDF mir angeguckt. Ungefähr bis sie einen Song namens Luftballon interpretiert hatte, das nächste Lied, das sie dann anstimmte, war genauso wie die anderen fünf (?) Songs zuvor und mir wurde es dann langweilig. Die dazwischen geschnittenen Interviews mit ihr waren erstaunlich banal und haben den Zweck in die Songs irgendeinen tieferen Sinn zu reden, schlichtweg nicht erfüllt. Somit habe ich mich dann aus diesem Samstagabend-TV-Angebot verabschiedet.

Fakt: Helene Fischer macht Musik für die ich kein Geld ausgeben würde. Ich empfinde ihre Musik allerdings auch nicht als so grausam (im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Künstlern ihrer Branche), dass ich sie gar nicht hören kann. Ich habe immer sehr großen Respekt vor ihrer gesamten künstlerischen Erscheinung gehabt, denn mir ist klar, dass sie wahnsinnig viel Arbeit investiert. Diese Beziehungsnummer mit Florian S. habe ich nie begriffen und hielt diese eigentlich für eine Alibi- bzw. vertragsorientierte Imageveranstaltung. Ich gucke gelegentlich ihre Weihnachtsshows, die schon recht unterhaltsam sind – wenngleich ich ihre Stimme nicht wirklich interessant noch variantenreich empfinde. Aber natürlich hat sie eine exzellente Technik und offensichtlich sehr gute Ausbildung. Alles in allem: Helene Fischer tut mir nicht weh, ich bin kein Fan, respektiere aber ihre Arbeit und Kunst. Und ich freue mich über ihren Erfolg, den kann ich ihr durchaus von Herzen gönnen. Für den geschriebenen boulevaresqen Rest kann sie vermutlich eher wenig.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wollte sie als Privatperson ihre Schwangerschaft länger geheim halten, als es ihr Außenstehende dann tatsächlich gegönnt hatten. Insofern habe ich diese Veranstaltung, nach der Absage ihrer Weihnachtshow, als Kompensation verstanden. Sie hat ein neues Album am Start und möchte als Hochschwangere keine Videos drehen – also wurden die relevanten Songs in einem Rutsch durchgedreht, dabei wurde sie gefilmt und interviewt. Schnell ein von ihr produziertes Entertainmentfilmchen gedreht als Appetizer. So weit, so völlig legitim.

Dabei wurde sichtlich in viel Personal, Technik und Regisseurgröße investiert. Schlussendlich blieben aber die einzelnen Settings in den Videos erstaunlich ähnlich, Helene steht meist irgendwie herum, greift sich über Gebühr oft in die Haare, wird von Tänzern umtanzt und macht gelegentlich mit denen einige Tanzschritte. Visuell werden keine Inhalte erzählt. Also alles beim Alten. Eher langweilig als die große Überraschung. Dabei wurde sie wechselnd in Bühnenklamotten gesteckt, die sehr offensichtlich einen Schwangerschaftsbauch kaschieren sollten. Was … selbst, hätte ihre Schwangerschaft nicht jemand vorher geoutet, spätestens seit gestern ein bekannter Fakt gewesen wäre. Vom Bauch abgesehen, sieht sie einfach schwanger aus. Also warum das Theater für eine der schönstens Sachen der Welt, die einem Paar passieren kann?

Das wirkt vor allem dann merkwürdig, wenn man sieht, dass diese Videoproduktionen nicht mit dem kleinsten Budget realisiert worden sind, man die Hauptdarstellerin wiederum die gleiche Bühnenklamotte mehrmals tragen lässt. Sparsamkeit ist supi – wäre aber überzeugender gewesen, hätte man das an anderen Stellen bewerkstelligt. Z. B. an einer Maske, die dafür sorgt, wenn bei der Kamerarundfahrt, die Haare überhaupt nicht sitzen. Individuelle Kleidung. Ansonsten bei den Videos, die ich gesehen habe, alles wie immer: Ich finde Videos von Helene Fischer nämlich schon immer und immer wieder erstaunlich schlecht. Perspektive, Schnitt – ständig schreit mein visuelles Auge „Macht das um Himmelswillen weg!”. Warum sie, wenn man schon im geografischen Formen spielt, sie nicht in dieser mittig steht; wenn man ihr schon grandiose Lichteffekte gönnt, man diese nicht kameratechnisch einfängt und im Schnitt umsetzt – oder wenigstens mal mit Brennweiten wirklich etwas reißt? Ich verstehe es nicht. Erinnert Ihr Euch an das Video von Atemlos? Das ist belanglos und richtig schlecht, weil extrem billig produziert. Aber offensichtlich werden ihre Videos nicht billig produziert, das konnte man gestern sehen – warum zur Hölle aber sehen die dann immer noch so aus?

Mit ihrer Musik – die sie selbst als Spiegelbild ihrer persönlichen Entwicklung deklariert in den eher belanglos zu nennenden Interviews – holt sie mittlerweile keinen Affen mehr hinter dem Ofen hervor. Es gibt ein bisschen mehr – auch im Schlageralltag – als körperliche Anziehung meist in irgendwelcher erzählen Clubszenerie, das ewige Dauerthema in ihren Liedern. Atemlos tausend Mal reloaded. Dabei lassen die Texte mittlerweile vermuten als wäre es mit dem Grundvokabular der TextschreiberInnen nicht sonderlich weit her. Der Vokabelgrundstock wird ständig wiederholt. Allzu häufig hört man die gleichen Synthi- und Basesounds in unterschiedlichen Liedern immer und immer wieder. Da hat sich jemand womöglich privat weiter entwickelt, musikalisch scheint sie (oder wer immer für ihre Songs jetzt verantwortlich ist) nicht den gleichen Weg gegangen zu sein. Und das Schreistück mit Fonsibär, das tat mir eher weh in den Ohren. Gruselig.

Schade eigentlich. Ich jedenfalls war nach Lied fünf draußen. Ich werde aber auch nichts versäumt haben. Und ihre Fans fressen nach ihrer Auszeit sowieso alles, was sie ihnen präsentieren wird. Nur: Ich hätte sie da für künstlerisch cleverer gehalten.

2021-09-14

Susumaniello di Masseria Li Veli

Was für ein Wein!!!
Von Susumaniello hatte ich bis letzte Woche noch nie etwas gehört. Dann durfte ich an einem Online-Tasting, organsiert von der Italienischen Handelskammer für Deutschland (ITKAM) teilnehmen, die im Rahmen der Aktion „True Italian Taste” gemeinsam mit kompetenten italienischen Lebensmittelhändlern hier in Deutschland aktiv gegen das unschöne Phänomen „Sounding Italian” angeht. Also gegen den Missbrauch der Marke „Made in Italian” vorgeht, von (meist) Lebensmitteln, die sugerieren ein original italienisches Produkt zu sein, obwohl weder Rezeptur noch die Zutaten von qualitativ hochwertig arbeitenden Produzenten aus Italien stammen.

In Kooperation mit Lettinis, dem italienischen Online-Shop, der sehr engagiert hervorragende italienische Delikatessen auf Eure Tische bringt (Düsseldorfer kennen deren Ladengeschäft), die wirklich garantiert in Italien mit wundervollen italienischen Erzeugnissen der Landwirtschaft hergestellt worden sind. Lettinis haben uns auch bei dem letzten Tasting – für das mit dem schönen Titel „Virtuelle Genusssreise durch ein unbekanntes Italien – Apulien” eingeladen wurde – mit einem Paket voller fantastischer apulischer Lebensmittel, wie Friselle, handgeschälte (!) Tomaten, Olivenöl, Mandeln beglückt. „Ci verdiamo in Puglia!” (Wir sehen uns in Apulien!) Ich werde über dieses „Friselliamo” und die anderen Tastings später noch ausführlicher berichten. Zunächst muss ich über meine frisch erblühte Liebe zu diesem Wein schreiben!

Susumaniello – diese Rebe war so gut wie ausgestorben, ihr Ursprung liegt wohl in Damatien, fand ihren Weg nach Apulien und war dort lange Zeit beheimatet. Allerdings wurde sie viele Jahre von den Winzern vernachlässigt, denn sie hat ein Manko, das sie betriebwirtschaftlich unattraktiver machte: Die Rebe trägt zu Beginn viel und satt Trauben, aber nach zehn Jahren wird ihr Ertrag immer weniger. Wenn man weiß, wie lange Reben brauchen, um für Ertrag roß genug zu sein, versteht man, warum die Susumaniello die Herzen der Winzer nicht wirklich glücklich stimmte. Bekannt ist der Susumaniello auch als „Eselwein”, weil die Reben in jungen Jahren so viel Trauben tragen, wie nur noch ein Esel tragen kann.

Heute, da apulische Weine einen immer größeren Stellenwert auf dem internationalen Markt erhalten, was natürlich das Selbstbewusstsein der Winzer stärkt, widmen immer mehr Winzer im Salento, vor allem rund um die Gegend von Brindisi, ihre Anbauflächen, Geduld und Arbeit wieder vermehrt dieser alten Traube.

Und zu Recht! Ich durfte einen Askos Susumaniello der Masseria Li Veli aus dem Jahr 2020 probieren. Wir wurden angehalten, den Wein unbedingt eine Stunde vorher zu öffnen und atmen zu lassen. Der Wein liebt große, gerne bauchige Rotweingläser um seinen vollen Geschmack zu entfalten. Gärung im Stahltank, dann neun Monate auf dem großen französischen Barrique (250/500 Liter) gelagert.

Ins Glas fließt ein Wein mit viel Schwere, er malt wunderschön ölige Kirchenfenster an die Glaswände und trägt das dunkelste Rubinrot, das ich jemals an einem Wein gesehen habe. Im Prinzip ist er schwarz. Wunderschön anzusehen, er macht viel Spaß im Glas bespielt zu werden … und dann der Geschmack!

Er hat eine hohe Säure, die aber zu keinem Zeitpunkt unangenehm wirkt, weil sie gleichfalls fruchtig schmeckt. Er lässt dunkle Schokolade ahnen, reife Sauer- und Amarenakirsche, Beeren aus dem tiefen Wald: Brombeere und Blaubeere. Ein bisschen Lakritze klingt an. Sein Geschmack wirkt auf keiner Ebene überdimensioniert, ist fein ausgewogen und sein Nachklang dominiert überhaupt nicht. Und er schmeckt – obwohl ich ihn als durchus schweren Wein bezeichnen würde – sehr frisch! Also ich, die im Sommer Rotweine schnell aufdringlich findet, finde ihn sehr gut trinkbar bei heißeren Temperaturen – und das will etwas heißen. Dieser Susumaniello kommt mit 14% Vol. und sein beste Trinktemperatur sind niedrige 12 Grad. Bei Lettini kostet eine 750ml Flasche € 16,50.

Ein ganz wundervoller Wein, den ich Euch wirklich sehr empfehlen möchte! Ich bin sehr froh, kurz vor meiner Abreise nach Apulien, diesem Wein, dieser Traube noch begegnet zu sein – und bin sicher: In diesem Jahr trinke ich vor Ort viel Susumaniello und vielleicht etwas weniger Primitivo bzw. Negroamaro. Hoffentlich findet mein Weg zur Masseria Li Veli, denn ich bin auch sehr gespannt auf den Rosé aus der Traube des Susumaniello!

MASSERIA LI VELI
S.P. Cellino-Campi, Km 1
72020 Cellino S. Marco (BR)
Puglia - Italia

Lettinis
Jahnstraße 36
40215 Düsseldorf
Web: https://www.lettinis.de

2021-09-05

Prokrastinationstipp

Wenn man in der Warteschlange im Online-Chat von ryanair wartet, kann man …

• thailändische Erdnusssauce machen
• eine E-Mail tippen
• den Geschirrspüler ausräumen
• ein paar Wiener heiß machen
• ein paar Wiener essen
• den Geschirrspüler einräumen
• Shiina Abendbrot machen
• mit Shiina spielen
• komische Listentweets auf Twitter tippen und irgendwann posten
• die Balkonblumen gießen
• hierfür zwei Mal die 10 Liter Kanne auffüllen
• das Bett beziehen
• auf Instagram surfen
• die Teriyaki-Sauce für die Hähnchenspieße zusammen kippen

… ab Warteschlangenposition 136. Jetzt aber hänge ich seit zehn Minuten bei Nr. 44 und ahne Übles. Entweder ist der Service-Mitarbeiter eine rauchen, auf der Toilette, in der Mittagspause, hat Feierabend, das Callcenter bedient ab Punkt 18 Uhr niemanden mehr.

Oh. 43.

Nee, so wie sich das jetzt verzögert, hat vermutlich die prügelnde Vorarbeiter:In Schichtende, jetzt kann man wieder etwas trödeln.

39. Langsam bin ich aufgeregt.

Schlussendlich bin ich in einem Alter in dem ich ab jetzt 39 Mal vergessen habe, was ich eigentlich wollte, wenn ich dran komme.

Vielleicht noch mal schnell für kleine Königstiger:Innen gehen?

Mittlerweile hat ryanair natürlich meine Session auf der Homepage beendet und meldet im LogIn-Fenster, dass die Seite zur Zeit generell down sei.

Ich bin ziemlich entzückt, mit so viel Entertainment hätte ich an einem frühen Samstagabend gar nicht gerechnet.

Ob ich noch schnell einen Kuchen backe?

Oder die Pulle Rotwein aufmachen?

Der Buddenbohm hätte in der Zeit schon wieder fünf Bücher ausgelesen.

Und die Frau PR_Doktor einen Pulli gestrickt.

Position 28, gefühlt habe ich mittlerweile YouTube leer geguckt.

Immerhin auch ein Video von Apulien – vom Roca Vecchia (oller Wehrturm) auf FB angesehen. Da möchte ich nämlich hinfliegen – wäre nicht mein Ticket nach meinem Versuch einzuschecken und Trilliarden Covid-Dokumente hochzuladen aus dem Dashboard plötzlich verschwunden.

Immer noch Position 28.

Man kann von einer #ryanair-Warteschleifenposition bis zur nächsten so viel erreichen im Leben!

In der Warteschleife noch ein eine Stunde langes Telefonat mit der Freundin geführt, deren Hund mit einoperierten Goldfäden (was es alles gibt) ein neues schmerzfreies Leben in seinem Hüftleiden führen darf. Jetzt also noch tolle Nachrichten erhalten!

Am Ende des Telefonats mit Blick auf das Smartphone – an Stelle 8 – ausgestiegen, weil die Bordpässe mittlerweile auf dem Smartphone aufgeschlagen sind!

Warteschlangen bei #ryanair sind sehr zu empfehlen – man schafft richtig was weg! Montag mittag hänge ich mich da einfach zum Spaß rein und putze derweil die Fenster.

2021-09-04

Win-Win-Win-Situation

Es gab gerade eben für eine niedliche Katze frische Huhnfetzen.

Wir wollen morgen nachbarschaftlich grillen und ich mach Teriyaki-Spieße mit schneller Erdnusssauce. Dazu wanderten soeben die Holzspieße in kaltes Wassser (das Fleisch geht dann leichter ab.) Und legte die Huhnstreifen in Buttermilch, damit sie schön zart werden.

Hühnerbrust kaufte ich gestern auf dem Markt, € 5,30. Ich orderte dann noch zehn Hühnerherzen.

„Für die Katze?”
„Ja.”

Da griff der Verkäufer in die Hühnerherzen, packte eine Handvoll in die Tüte und meinte …

„Bleibt bei € 5,30!”

Und zugleich entspann sich ein Gespräch über seine beiden Katzen, Mutter und Tochter, die anderen Kinder hätte er in der Familie und bei Nachbarn untergebracht. Die sollen es schließlich sehr gut haben, er hätte da eine Verantwortung. Mehr als zwei Katzen wolle er seiner Frau nicht zumuten, wegen der Sauberkeit. Katzen seien so saubere Tiere. Seine hätten ihn sehr gut erzogen. Eine der Katzen sei neulich in den Garten ausgebüxt, was sie nicht sollen, damit sie sich da draußen in der Welt nicht anstecken und hätte prompt eine Maus gefangen.“

Warum Win-Win-Win-Situation? Shiina hat gewonnen, mein Portemonnaie hat gewonnen, er hat neue Stammkundschaft gewonnen.