2020-11-26

Rezension: Welcher Pilz ist das? (Kosmos Kindernaturführer)

Ich habe in den letzten Jahren das Pilzsammeln für mich entdeckt. Die neu entfachte Wanderlust führt natürlich dazu, dass man plötzlich öfter im Gehölz über die hübschen und teilweise sogar essbaren kleinen Waldbewohner stolpert. Und da sich eine meiner liebgewonnenen Wanderbegleitungen mit den Pilzen hervorragend auskennt, bleibt es nicht aus, dass man sich zur Saison mehr zum Pilzesuchen als zum Wandern verabredet.

Dies führt selbstverständlich auch dazu, dass sich mein Leseinteresse zwecks Pilzkundebildung auf die hiesige Fachliteratur der Funguswelt richtet. Und einige Exemplare möchte ich in der nächsten Zeit hier vorstellen, mir geht es sicher nicht alleine so. Und Pilzbücher sind für Neuinteressierte, wie mich, sicherlich eine feine Geschenkidee.

Fangen wir an mit einem meiner absoluten Lieblinge: Dem Pilzführer „Welcher Pilz ist das?” aus dem Kosmos Verlag, der mit seinen Kindernaturführern wirklich tolle Bücher im Programm führt, die Kindern aller Altersklassen die Natur entdecken hilft. Mit dem gleichen Titel gibt es im Kosmos Verlag noch einen Pilzführer, der sich an die Erwachsenen richtet. Aber ganz ehrlich, dieses Buch hier machte mir selber als Große zum Einstieg die allermeiste Freude. Es lohnt sich absolut, hier noch einmal Kind zu sein – denn im Buch wird der Spezies Pilz viel experimentierfreudiger begegnet als in den Pilzverzeichnissen der Erwachsenen – und das tut so einer erwachsenen Seele auch sehr gut!

Geschrieben ist das Taschenbuch von Bärbel Oftring, die Diplom-Biolgin ist und über 150 Sachbücher, insbesondere für kleine Naturentdecker, schon geschrieben hat und zudem Lektorin für Sachbuchliteratur ist. Als Illustratorin ist Tanja Böhning die kreative Autorin dieses Buches, sie hat die wundervollen Pilzzeichnungen beigesteuert.

Im Buch werden 85 heimische Pilzarten vorgestellt, wobei gleich auf der ersten Umschlagseite den essbaren Exemplaren ihre giftigen Doppelgänger gegenüber gestellt werden. Ohne den Kindern Angst zu machen, werden sie darauf aufmerksam gemacht, dass beim Thema Pilz durchaus auch etwas im Busch sein kann. Auf den weiteren Umschlagseite wird die Pilzwelt unterschieden zwischen Röhren-, Lamellenpilze und den Pilzen, die mit ihrer Form komplett aus dem Rahmen fallen, beispielsweise die Krause Glucke. In der Rubrik andere Pilze begegnen die kleinen Leser aber auch dem Echten Rosentaupilz über den unappetitlichen Brotschimmelpilz bis hin zum Backhefepilz vielen Pilzarten, die sich der üblichen Pilzdarstellung im Wald entziehen. Da wird die Welt des Soors gleich größer. Abschließend werden ein Teil der Pilze nach den Jahreszeiten ihres Erscheines sortiert dargestellt. Die einzelnen Pilzsorten sind farblich codiert, so dass man beim Beobachten in der Natur sehr schnell weiß, wo man in etwa im Buch aufgrund der äußeren Merkmale nach ihnen suchen kann. Im Innern des Buches hat jeder der Pilze seine eigene Seite, auf der er mit seinem Aussehen, Wuchs, bevorzugten Aufenthaltsort und seinen besonderen Bestimmungsmerkmale, vor allem im Vergleich zu ähnlichen Pilzarten, vorgestellt wird. Ob Pilze essbar, nicht essbar oder giftig bis sehr giftig sind, signalisieren kleine Icons. Ähnlich ist auch der Lebensraum der Pilze bildlich gecodet, also ob man ihn im Nadel-, Laub-, Mischwald oder eher auf Wiesen findet.

Die Größenangaben stehen ebenso zu jedem Pilz vermerkt und super praktisch dabei ist auf jeder Seite unten eine Zeitskala, in welchen Monaten dieser Pilz üblicherweise zu finden ist. Dabei ist die Timeline nämlich zentimeterweise abgebildet – so haben die NaturentdeckerInnen prompt auf jeder Seite auch ein Zentimetermaß, um die Größe des Pilzfundes gleich vor Ort bestimmen zu können. Dieses kleine hilfreiche Feature finde ich persönlich echt super! Und dann geht es ans Eingemachte, jedem tollen Pilznamen steht auch die lateinische Bezeichnung daneben. Und das ist schon ein großer Spaß, sich mit Kindern über Pilzbezeichnungen auszutauschen – funktioniert ja auch bei den Erwachsenen immer wieder. Die Pilze werden selber immer als Zeichnungen präsentiert in denen die jeweiligen Merkmale gut heraus gestellt sind, hier und da werden den Pilzen auch Fotos gegönnt. Manchmal erfährt man, warum Pilze ihren Namen erhalten haben.

Zu den essbaren Pilzen gibt es Verwertungstipps. Da habe ich z. B. gelernt, dass für die sich nach Berührung blau färbenden Stellen am Flockenstieligen Hexen-Röhrling die im Pilz enthaltene Variegatsäure verantwortlich ist, die auf Sauerstoff reagiert und dass sich diese Verfärbung bei Kontakt mit Essig bzw. beim Kochen wieder zurückfärbt. Hat mir bisher keines der Pilzbücher für Erwachsene erklärt. Und ja, natürlich habe ich das dann sofort zu Hause ausprobieren müssen.

Der Spaßfaktor ist auch für den Erwachsenen durchaus hoch bei diesem Kinderbuch. Super finde ich auch den Tipp, dass man beim zerfließenden – von mir immer etwas als eklig empfundenen – Schopf-Tintling (lat. Coprinus comatus, ich liebe es!) durchaus dessen Verwesungsflüssigkeit einsammeln sollte und mit Arabischem Gummi aus der Apotheke vermengt als echte Tinte aufbereiten kann. Mit dem Pilz wurde nämlich früher tatsächlich geschrieben! Auch dieses Fachwissen haben mir die Bücher für die Großen bisher verweigert. Wusstet Ihr, dass Eichhörnchen den für uns nun wirklich den Tod bringenden Grünen Knollenblätterpilz problemlos essen können?

Und es gibt tolle Experimentiertipps (Geruchsbestimmung, Sporenbilder) – also mit dem Buch hat man auch nach dem Sammeln noch viel Freude, wobei am Ende das Verzeichnis der hiesigen Pilzgiftnotrufzentralen die Komplexität des aufmerksamen Pilzsammelns noch einmal verdeutlicht.

Also über das Buch freuen sich wirklich nicht nur Kinder. Ich habe als Pilzsammeleinsteigerin oft einen Nutzen für mich entdecken können. Dieses kleine intelligente Buch, vielleicht mit einem Pilzmesser – oder einem Pilzaufzuchtset, wie man sie mittlerweile für viele Speisepilze erhält – eignet sich als Geschenk für junge Naturinteressierte jeden Alters hervorragend.

„Welcher Pilz ist das?” Kosmos Kindernaturführer
Autorinnen: Bärbel Oftring und Tanja Böhning
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 9-783440-160367

2020-11-22

Loslassen

Bin am Aufräumen. Sehr viele Blusen und Röcke aus dem Schrank sortiert, die nicht mehr passen.

Und aus dem Smartphone alle Telefonnummern gelöscht von Menschen, die eh kein Interesse an mir zu haben scheinen.

Und es tut gar nicht weh interessanterweise. Im Gegenteil.

2020-11-09

Impfung

Meine von mir sehr wertgeschätzte Musiklehrerin an dem (nicht so sehr von mir wertgeschätztem) Gymnasium hatte eine Gehbehinderung. Sie hatte als Kind eine Poliomyelitits-Infektion. Sie hatte diese zum Glück überlebt aber als „Post-Polio-Symptomatik” eine spinale Kinderlähmung mit einer sichtlichen Spastik an den Beinen zurückbehalten.

Eine flächendeckende Impfung gegen Polio unter dem Slogan „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam” gab es in der DDR seit 1960, in der BRD ab 1961. Die BRD hatte im Jahr 1961 mit der größten Epidemie in Europa zu kämpfen. Von 4.600 nachweislich Infizierten verstarben 272 Menschen und blieben 3.300 Menschen mit lebenslangen Lähmungen und den anderen Folgeerscheinungen dieser Krankheit (Erschöpfungssyndrom, Atembeschwerden) zurück. Natürlich gab es auch damals Impfzweifler, Impfskandale und Schlagzeilen. Aber unter dem Strich ist hierzulande bzw. in ganz Europa Polio weitestgehend kein Thema mehr im heutigen Gesundheitssystem.

Ich erinnere die Impfungen in der Grundschule, wir standen Schlange mit unseren gelben Impfbüchern und bekamen ein Stück Zucker auf die Zunge gelegt, diese eine Schulstunde war versüßt gelaufen. Und wir waren sicher vor einer grausamen Krankheit. Ich durfte ohne die Gefahr einer solchen schweren Erkrankung durch meine Kindheit wachsen. Meinen Eltern, die noch sehr bewusster diese Krankheit erlebt hatten bei Mitschülern und ihren Mitmenschen, musste diese Sorge bei uns Kindern nicht haben.

Seit 1991 erfolgt die Polio-Impfung per Injektion mit den Kombi-Impfungen. In der Folge des landesweiten Impfprogramms reduzierte sich die Zahl der Infektionen hierzulande gen Null. Allerdings ist Polio bis heute leider nicht ausgerottet, in armen Ländern, wo nicht flächendeckend geimpft werden kann, erkranken und sterben heute immer noch Kinder und auch Erwachsene daran, beziehungsweise müssen mit den Folgeerkrankungen leben. Der Begriff Kinderlähmung ist irreführend. Viele der heute impfbaren Krankheiten sind immer noch da, sie sind nur aus unserem Bewusstsein entschwunden, weil uns deren Erkrankungsfolgen nicht mehr so häufig im Alltag begegnen. Ich hatte noch Schulkameraden, die nicht rechtzeitig geimpft wurden und deswegen ein Leben mit einer Gehbehinderung lebten. Die in der Folge oft gehänselt wurden. Deren Leben ohne die Krankheit sicher ein anderen Lauf genommen hätte.

Und ich kenne die Geschichten meiner Eltern und Großeltern, die von Menschen sprachen, die an Polio erkrankt waren, die Infektion nicht überstanden hatten.

Ich kann Eltern, die sich weigern ihre Kinder heute impfen zu lassen, einfach nicht verstehen. Ich verstehe nicht, wie man dem eigenen Kind diese möglichen Schutz vor schweren Krankheiten verweigert. Wie man den Kindern anderer Eltern, die aufgrund schwerwiegender anderer Erkrankungen denen ein Impfschutz nicht wie andere Kinder frühzeitig zugeführt werden kann, diesen Fremdschutz versagt.

Ich werde es auch nie verstehen, denn ich habe diese Bilder im Kopf.

2020-11-07

So viele Steine, …

… die da gerade weltweit gepurzelt sind!

Dann gucken wir uns das Trumpsche Resttheater bis Januar an. Möge es schnell vorüber ziehen!

Und ich gratuliere den Vereinigten Staaten zur ersten Vizepräsidentin! Himmel, es wurde aber auch so sehr Zeit!

2020-11-06

Neues vom Käse …

Gestern bin ich zufällig an einem Öko-Markt in Schöneberg vorbei gekommen und der Käsestand hatte meinen neuen Lieblingskäse „Duc de Bourgogne” im Sortiment, den die Bioladen-Käsetheke bei mir um die Ecke wieder aus dem Programm geworfen hat.

Ich habe keine Ahnung, wo sich dieser Käse die letzten Jahre vor mir versteckt hatte, ich habe ihn dieses Jahr erst entdeckt und ich möchte nicht mehr ohne ihn sein. Er kommt, ist jetzt sicher nicht die große Neuigkeit bei seinem Namen, aus dem Burgund und ist ein reiner Kuhmilchkäse mit Steinsaltz gereift und als Weichkäse mit weicher Edelpilzrinde sehr schmelzig, verhalten süßlich und mild. Sehr lecker und seine Konstistenz ist … pure Sahne.

Ich sah ihn also gestern dort am Stand in der Theke und stellte mich an, während ein Paar bedient wurde. Das Paar, am Stand bekannt, kaufte ein. Sie probierte hier und dort, sie bestellte ihre Lieblingskäse, er bestellte seine favorisierten Sorten – und am Ende hatten sie verkündet, dass sie erst Ende des Monats wiederkommen können. Und hatten ein Käsepaket für das sie ganz knapp unter 50 Euro bezahlt haben.

Sie haben sich also richtig schön reich und satt Käse eingekauft – und ich fand es wunderschön sie dabei zu erleben! Zumal man beiden anmerkte, wie sehr sie sich über und auf die Käseschlemmereien freuten.

Ist es nicht schön, dass wir uns so einfach all die Länder, die wir gerade nicht bereisen können, dennoch ins Haus holen können?

Die kleinen Freuden … sind sie da, auch in dieser vermaledeiten Zeit!

2020-11-05

Dies und das …

Mein Lieblingsphysiotherapeut ist aus dem Urlaub zurück, Sein Rückflug fand einen Tag, bevor Zypern hier zum Riskiogebiet erklärt worden ist, statt. Großbritannien hatte das 24 Stunden früher getan – und so traf er am Flughafen auf irre viele britische Touristen, die noch schnell einen Tag vor dem Inkrafttreten der Quarantäneregeln zurück in ihr Land fliegen wollten.

Wenn die sich jetzt am Flughafen eventuell inifziert haben, weil es eng auf eng ging – und die nächsten 14 Tage nicht in die Quarantäne gehen … und, ach, lassen wir das. Es macht einen nur kirre. Ich begreife bei diesen Verordnungen diese Vorlaufzeiten nicht. Gefühlt sind in der einen Woche Restlaufzeit bis zu diesen zeitlich vergleichsweise kurz definierten Einschränkungen in unserer Freizeitgestaltung alle noch mal schnell Essen gegangen – als gäbe es nach den vier Wochen überhaupt keine Restaurants mehr auf den Planeten. Samstag noch wurden überall schnell Fotos aus Restaurants gepostet, als gäbe es keinen Morgen. Als hätten die Verordnungen keinen ernsten Hintergrund.

In anderen Worten, ich habe mich in der Zwischenzeit wieder deutlich zurück gezogen aus dem offenen Leben. Wer das auch getan hat, hat bereits frühzeitig angefangen sich und andere Menschen in der Pandemie zu schützen. Ich weiß, es waren viele. Wer am 31.10.2020 noch im Restaurant essen war, tat genau das Gegenteil. Das war nicht gut, nicht sozial. Im Gegenteil. Eat it!

Kauft doch Gutscheine Eurer Lieblingsrestaurants in diesen vier Wochen. Oder partizipiert von deren Takeaway-Angeboten.

Ich habe zu meinem Geburtstag einen neuen Schreibtisch geschenkt bekommen, er ist nur halb so tief wie mein alter Schreibtisch – hat aber mehr Auflagefläche, weil er über Eck läuft. Also mehr Auflagefläche für eine Katze. Ich mag ihn sehr, er gibt dem kleinen Zimmer mehr Raum. Dummerweise passte der alte Trümmer von Rollcontainer nicht mehr so richtig zu ihm. Der war nämlich so tief wie der alte Schreibtisch und farblich traf man sich jeweils am anderen Ende der Farbskala. Ein Ersatz beim schwedischen Albtraumkaufhaus aus Metall fiel durch, schon alleine aufgrund der Online-Beschreibungen, die diesem die Note sechs gaben. Irgendwie bin ich Bisley-Fan, seit den 80igern. Bisley neu kam nicht in Frage, Bisley gebraucht schien auch sehr schwierig. Dann habe ich Freitag zufällig eine Anzeige gesehen, in der jemand in Berlin eine ganze Reihe von Bisleys, sogar mit Rollen, loswerden wollte für 40 Euro, was schon sensationell günstig ist. Also habe ich mir einen reserviert, habe ihn Samstag abgeholt und habe den Trolley mit dem Bus nach Hause transportiert. Ich freue mich sehr über mein Schnäppchen, durfte noch etwas Büromaterial mitnehmen.

Aber ich freue mich nicht über die Tatsache, dass da eine Büroauflösung vonstatten ging, offensichtlich. Schöne Berliner Altbauräume in Ku'Damm-Nähe – müssen geräumt werden. Eventagentur. Die übrigens auch als Kunden den Automobilhersteller hatte, der Dividenden ausbezahlte, während er gleichzeitig Corona-Staatshilfen kassierte. Diese Agenturen sterben jetzt. Nicht nur diese eine. Mehr als sechs Monate laufende Geschäftskosten stemmen aus Rücklagen (bei den Berliner Gewerbemieten sind dann 9.000 Euro staatliche Überbrückung eher ein Witz), schafft wohl kein Unternehmen. Und mir tat das im Herzen weh zu sehen. Da wird Liebe und Leidenschaft gekillt, Arbeitsplätze fallen hintenrunter. Menschen verschulden sich. So viel Existenzen brechen gerade weg, beruflich und menschlich. Ich habe ein Déjà-vu.

Dieser Albtraum verfolgt mich in der Stadt. Ich sehe zur Zeit überall Umzugswagen hier in Mitte stehen, die sichtlich dabei sind Büros zu räumen. Und das muss man sich jetzt in dieser Zeit nicht schön lügen. Die wenigsten davon ziehen jetzt um, weil sie sich vergrößern. Die meisten ziehen um, weil sie günstigere, kleinere Flächen gesucht und gefunden haben – oder ganz aufgeben. Selbst Fillialen größerer Ketten machen jetzt den Räumungsverkauf. Die können sich das noch am ehesten leisten, die eine und andere Filliale die nächsten zwei Jahre dicht zu machen, können dadurch auch ganz leicht dem Personal kündigen – und irgendwo in zwei Jahren, wenn es wieder besser läuft, neu aufmachen. Und den Mitarbeitern zeitlich befristete Arbeitsverträge zu schlechteren Konditionen anbieten. Die Gewerbeflächen stehen jetzt sowieso erst einmal leer.

Es ist gruselig. Und nur ein Anfang.

Auch sehr gruselig finde ich, dass die Leute, diese Maskenpimmelträger, nicht kapieren, dass das Virus über die Nase zu ihnen selbst Einzug in den Body findet. (Nase rein, Mund raus.) Wie irrgeleitet ist man wohl, wenn man eine Maske trägt, sie tragen muss – selbst, wenn man es doof findet – sich dieser persönlichen besonderen Chance beraubt, sich selbst vor der Infektion zu schützen?

Ein Stück weit verständlich, dass sozial entgleisten Leuten egal ist, ob sie andere Menschen möglicherweise infizieren. Nicht verständlich im Sinne der Tatsache, aber nachvollziehbar, weil man weiß, es gibt diese Gattung Mensch. Aber sich selbst gegenüber die einzige, echte Schutzmöglichkeit abzuwählen?

Und dann ziehen sie ständig die selbst genähten, an ausgeleierten Gummibändern, weil man die selbst genähte Maske (damals eine super Lösung, jetzt nicht mehr so) jetzt seit fünf Monaten schon trägt, hängenden kontaminierten Außenflächen der Maske immer wieder über die Nase. Ich möchte nicht wissen, wie wenig mittlerweile diese Masken noch gewaschen werden. Täglich, was man tun müsste, wenn sie schützen sollen. Ich habe mittlerweile erlebt, dass Masken bei Familienmitgliedern durchgereicht werden, weil man die eigene gerade nicht findet. Und dann siehste Fotos vom Handel mit Warnhinwiesen, auf denen der Kunde gebeten werden muss, dass man die and en Ständern hängenden unverpackten!!!!!!!!!!! (es sind genau elf!) Masken nicht aufprobieren soll.

Das Thema Maske macht mich wirklich kirre.

Wann genau sind wir in diesem Land auf den Pfad der gemeinschaftlichen Grunddoofheit abgebogen?

Übrigens habe ich auch kein Verständnis dafür, dass – da wir jetzt auch eine gute Studienlage haben – wie sehr gut medizinische Masken vor dem Virus schützen, dass die Bundesregierung nicht schon längst diese halbgaren Witzmodelle im Handel einkassiert hat und allen Bürgen medizinische Masken kostenfrei zur Verfügung stellt. Das sollte dieses Land tun können in Zeiten einer Pandemie. Das Grundversagen dieser Regierung beim Thema Maske hält mit einer Konsequenz an, das ist schwer verständlich. Vor allem, weil man die armen Menschen in diesem Land im Stich lässt. Ich glaube, die wenigsten Menschen, die von einer Grundsicherung bzw. ALG II leben, können von einem guten medizinischen Maskenschutz partizipieren.

Die Zeit hat den derzeitigen Studienstand zum Thema Maske neulich gut aufbereitet. Leseempfehlung, bei dem Thema haben sich aus dem früheren Mangel heraus so viele falsche (wenngleich früher notwendige) Verwendungen eingeschlichen, die wir jetzt, insbesondere bei den Zahlen, ad acta legen sollten.

Wer Geld ausgeben möchte für eine Maske, die keine medizinische Maske ist aber von sicherer Stoffqualität und immerhin ein kluges Statement setzt (nämlich gegen die Kampagne einer doofen Zeitung mit vier Buchstaben, die sich nicht zu doof ist, ständig die wissenschaftlichen Aussagen von Prof. Dr. C. Drosten zu bashen), dem möchte ich die „Drosten Ultras”-Maske von Carbolution ans Herz legen. Sie war vergriffen, ist jetzt in Stückzahlen neu aufgelegt worden. Fünf Euro der Einnahmen fließen an die Coronakuenstlerhilfe. Finden bestimmt ein paar Leute auch im Adventskalender ganz knorke.

Ach ja, Donald Trump ist ein selten dämlicher Affe. Und ich möchte, dass der endlich von meinem Radar verschwindet.

2020-11-04

1000 Fragen (41-50)

41. Trennst du deinen Müll?

Teilweise. Der Sinn ergibt sich hier nicht wirklich, weil hier gerne Altpapier und Biomüll in Plastiktüten entsorgt wird.

42. Warst du gut in der Schule?

Wenn es interessant war, konnte ich sehr gut sein. Dem Rest hat die Dyskalkulie viel Spaß genommen.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?

Zu lange. (Aber mit kleinem Strahl.)

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?

Nein. Nicht im Sinne von menschlichem Leben oder was Hollywood unter Aliens versteht. Aber im Sinne von Bakterien etc. ja.

45. Um wie viel Uhr stehst du in der Regel auf?

Die Frage muss lauten: Um wie viel Uhr ist die Katze in der Regel wach? Um sechs Uhr. Dann wird Frühstück serviert. Und wennich ihr das serviere, kann ich mir auch gleich einen Kaffee machen. Gehe aber, wenn es Termine erlauben, noch einmal ins Bett.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?

Ich mache ihn mir schön. So richtig feiern mit Party, nein.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?

Zu oft

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Puh, eigentlich … jeden. Jeder Raum hat seine Tageszeit. Im Moment ist mir das Arbeitszimmer am liebsten, weil das gerade mit neuem Schreibtisch und Räumerei fast perfekt scheint. Aber die Küche ist auch toll. Und das Schlafzimmer … das Wohnzimmer, das könnte ich gerne (bis auf den Esstisch) komplett neu gestalten mit den richtigen Mitteln.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Na eben.

50. Was kannst du richtig gut?

Rad fahren. Kinder begeistern. Katzenbäuche streicheln. Menschen aufmuntern. Auto fahren. Vielleicht schreiben …