2026-02-02

Das Tote Meer – the Dead Sea

Und dann stand ich da – zum ersten Mal in meinem Leben am Toten Meer!
Das erste Mal habe ich vom Toten Meer in der Grundschule im Erdkunde-Unterricht bei Frau Schmidt gehört. Frau Schmidt war eine strenge, aber durchaus herzliche Lehrerin, vor der wir alle großen Respekt hatten. Ich erinnere mich, dass ich bei Frau Schmidt über die Jahre dreimal im Unterricht nach vorne ging, mit der Bitte, auf die Toilette zu dürfen, denn ich habe mir mit einer Vorliebe – die ich heute nicht erklären kann – vor allem in ihrem Unterricht Milchzähne gezogen.

Jedenfalls erzählte uns Frau Schmidt im Rahmen des Lehrplanes irgendwann von diesem Meer, in dem man nicht wirklich untergehen kann – und ich war, wie alle Mitschüler*innen sehr davon fasziniert und konnte es kaum glauben. Nur: Frau Schmidt mit ihrer großen Hornbrille stand nie im Verdacht, uns Kokolores zu erzählen. Später begegnete mir das Tote Meer nochmals im Biologieunterricht, Thema Salz und Dichte. Nun, die Logik verdichtete sich – aber die Faszination blieb.


Ein Meer ist ein See ist ein Salzsee

Dann liegt es vor dir: Yam Hamelah! Tatsächlich sind wir im Bus schon eine Weile entlang des Toten Meeres gefahren, das unter einem falschen Label da so liegt – am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. Es ist lediglich ein großer See, ein ziemlich toter See dazu, mit einem hohen Salzgehalt von bis zu 30 Prozent, normale Meere bieten da lediglich drei Prozent.
Das Salz des Toten Meeres besteht zum geringsten Teil, nämlich nur zu acht Prozent, aus dem (wenn man es so nennen darf) gesünderen Natriumchlorid. Magnesiumchlorid (53 %) und Kaliumchlorid (37 %) regeln hier vorrangig den Salzgehalt und diese Salze sind durchaus nicht ungefährlich für den menschlichen Organismus. Mit einer Gesamtfläche von 900 Quadratkilometern, mit einer Länge von 90 Kilometern und 17 Kilometern Breite ist er ein beeindruckend großer See. Er teilt sich in ein nördliches und ein südliches Becken. Die Rohstoffgewinnung aus dem See geschieht vorrangig im südlichen Bereich des Sees.
Und ja, Salzgehalt und Wasserstand variieren je nach Seebereich und Klimasituation. Dieser See trägt das Schicksal, das heutzutage die meisten Seen unseres Planeten leider erleiden müssen: Sie werden immer weniger.

Wenigstens muss man keine Sorge haben, hier von einem Fisch angeknabbert zu werden oder dem israelischen Ungeheuer von Loch Ness zu begegnen. Der See ist – von einigen hartgesottenen Mikroorganismen und Sooren abgesehen – so tot wie Ur-Ur-Urgroßomi.


Der Weg zum Toten Meer – ein visueller SPA-Aufenthalt

Wir hatten unser Tagesprogramm straff durchgezogen an diesem Tag, denn wir wollten nicht noch einmal erleben, wie am Tag zuvor: die Bootsfahrt auf dem See Genezareth in tiefer Dunkelheit, weil es halt auch in Israel im Dezember deutlich früher dunkel wird. Die Bootsfahrt war natürlich dennoch charmant, aber gesehen haben wir, außer dunkler, feuchter Materie und ein paar Lichtern am Ufer, nicht viel vom See. Bedauerlicherweise.
Alleine die Fahrt zum Toten Meer entlang der jordanischen Seite ist faszinierend, begleitet von vorbei huschenden Datteln, die sich mit der Wüstenlandschaft abwechseln. Dattelpalmen sind übrigens die einzigen Bäume, die mit dem Salzgehalt im Boden gut klarkommen.
Das Tote Meer war früher viel größer und natürlich sind die Böden hier immer noch sehr salzhaltig, was einfach nicht viel Flora natürlich gedeihen lässt. Die Wüstenlandschaft wird immer wieder von hohen Tafelbergen durchbrochen, die … bedenkt man, dass man sich mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel befindet, dann so hoch gar nicht sind. Diese Landschaft ist einfach herrlich traumhaft schön!
Je nach Sonnenstand schimmert das Tote Meer grünlich bis dumpf-türkis oder in einem zarten Rosé.


Im Toten Meer baden – wie ein Ausflug in den Physik-Unterricht!

Während wir an der Industriezone (Gewinnung von Salzen, Phosphat, Brom und Pottasche) und am –für uns zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten – Massada vorbeifahren und in die belebteren Zonen auf der israelischen Seite dank der üblichen Hotelbauten kommen, erklärt uns Reiseleiter Karl eindringlich die Do’s und Dont’s im Toten Meer. Unter dem Strich ist der Aufenthalt im Meer tatsächlich nicht so ungefährlich und, wie ich im späteren Verlauf für mich feststellen durfte, dadurch irgendwie auch etwas langweilig.

Denn: Schwimmen ist im Toten Meer eigentlich nicht. Tauchen auch nicht wirklich. Auch wenn es vielleicht physikalisch durchaus möglich ist – natürlich gegen mehr Widerstände, dann nur mit wirklich gut sitzender Tauchmaske. Man will (und sollte) das Salz einfach nicht in die Augen bekommen und es bitte schön auch nicht versehentlich trinken. Nicht einmal probeweise. Der hohe Salzgehalt wirkt ätzend und tut auch den Filterorganen im eigenen Organismus kein bisschen gut.
Die maximale Aufenthaltsdauer im Toten Meer sollte nicht viel länger als 20 Minuten betragen. Der hohe Salzgehalt dehydriert bei längeren Aufenthalten den Körper, das kann zu Kreislaufproblemen führen, schlimmstenfalls bis zum Herzstillstand. Der auch Grund ist für die meisten Todesfälle durch Ertrinken in diesem See. Also 20 Minuten, dann am Strand das Salz auf der Haut etwas einwirken lassen für wenige Minuten für die dermatologische Wirkung, dann aber unbedingt mit Süßwasser sorgsam abspülen. Und Wasser trinken. Wer gefärbte Haare hat, sollte diese besser unter einer Badekappe verstecken, das Salz – laut Karl – macht interessante Dinge mit künstlichen Haarfarben.

Dass man nicht länger im Meer bleibt, dafür sorgt übrigens auch die Strandwacht sehr deutlich und regelmäßig mit Ansagen. Und tatsächlich lässt sich sagen: Alle, die hier professionell mit dem Meer arbeiten, zeigen einen wissenden Gehorsam vor diesem besonderen Medium.
Wir waren dieses Mal rechtzeitig im Hotel in Ein Bokek und durften sehr schnell einchecken im (beeindruckenden) Prima Oasis SPA Hotel, um schnell noch bei Tageslicht ins Meer hüpfen zu dürfen. Das war perfekt, die meisten Hotelgäste hatten ihren Strandtag hinter sich gebracht – wir hatten das Meer, das auch im Dezember nicht wirklich kalt ist (und im Sommer bis zu 40 Grad haben kann), im Prinzip für uns alleine. Und das war jetzt im Dezember noch angenehm warm, leicht erfrischend.
Tatsächlich treibt man wirklich problemlos auf dem Meer, muss sich aber auf den Drehpunkt konzentrieren, damit man eben nicht versehentlich mit den Augen und dem Mund in Kontakt mit dem Wasser gerät. Das Wasser umschmeichelt den Körper mit einer leicht öligen Schicht und das Bad wird obendrauf von einem leichten Schwefelgeruch begleitet. Das ist alles charmant und sehr gut auszuhalten, aber ich persönlich bin dann doch eher Fan von Schwimmen dürfen, Strecke machen, abtauchen.

Ich glaube aber sofort, dass es Patienten mit Hautkrankheiten oder auch Atemproblemen hier sehr gut gehen wird – und wie gut, dass Krankenkassen im Fall hier die Kosten von Kuraufenthalten übernehmen. Einige Hotels haben auch barrierefreie Zugänge mit Rollstuhlrampen, die in den See führen.



Das Prima Oasis SPA Club Hotel

Wie gesagt, unser Check-in war im Prima Oasis SPA Club Hotel perfekt vorbereitet, damit wir noch im Tageslicht das Meer genießen konnten. Roomcard und den Zeitplan, wann ein jeder von uns im SPA gebucht war, und wir durften in der obersten Ebene einen traumhaften Blick auf den See genießen

Das Hotel liegt direkt an der Straße, die es nur vom Strand und Toten Meer trennt, direkt an der Bushaltestelle. Es verfügt über ein Buffet-Restaurant als auch Fine Dining Restaurant, Bar, einem SPA-Bereich und einem Outdorpool.
Der hauseigene SPA-Bereich offeriert ein umfangreiches Wellnessangebot. Wir durften eine kuschlig-dreckige Thalassobehandlung genießen, der ich dann noch einige Sauna- bzw. Haman-Aufenthalte folgen ließ. Denen mein erstes Schabbat-Buffet folgte, denn inzwischen war Freitag und Karl hatte (die sehr wenigen von uns, die zuvor nie in Israel gewesen waren) in die Rituale des Schabbats eingewiesen. Das Prima Oasis SPA Club Hotel hatte beim Abendessen die koscheren, üblichen Schabbat-Gerichte separat von anderen Speisen angerichtet – und es gab auch einen Sitzbereich im Restaurant, der augenscheinlich vorrangig von Juden in Anspruch genommen werden durfte.

Im Hotel stand ich vor meinem ersten Shabbat Elevator (Schabbat-Lift), den uns Nicole Dreyfus freundlich erklärte. Tatsächlich ist es in Israel in Gebäuden Pflicht, dass es Fahrstühle dieser Art gibt. Erst 2001 hatte die Knesset (Einkammerparlament des Staates Israel) festgelegt, dass es in Neubauten mehr als nur einen solchen Fahrstuhl geben muss.
Juden ist es verboten, am Schabbat, dem jüdischen Ruhetag, Feuer anzuzünden. Übertragen in die heutige Zeit, dürfen sie in der Zeit ab Freitag nach Sonnenuntergang bis zum Samstagabend und dem Erscheinen der ersten drei Sterne am Himmelszelt, weder einkaufen noch arbeiten noch elektrische Geräte bedienen. Da ein Fahrstuhl üblicherweise auf Knopfdruck nur reagiert, ist ein Shabbat Elevator im Prinzip ein moderner Paternoster mit Türen. Er fährt automatisch hoch und runter, stoppt automatisch auf jeder Etage und öffnet seine Türen, um Fahrgäste aufzunehmen bzw. auf der Wunschetage zu entlassen.

Nun, je nach Höhe eines (Hoch-)Hauses kann das eine Weile dauern. Ich habe leider den Fahrstuhl im Prima Oasis SPA Club Hotel nicht einmal die Türe öffnen sehen, während ich auf einen der anderen Fahrstühle wartete. Habe aber auch keine Menschen auf diesen Fahrstuhl in dieser Zeit explizit warten sehen. Jedenfalls bin ich von seinem rituellen Hintergrund durchaus angetan.
Den Tag ließen wir draußen im Hofgarten gemütlich mit spielender Katzenfamilie ausschleichen, während die hochtalentierte Sängerin in der Bar die Party steigen ließ.
Tatsächlich werde ich das Prima Oasis SPA Hotel als das Hotel mit den großzügigsten Loungebereichen in Erinnerung behalten. Überall, ob drinnen oder draußen, gab es gemütliche Sitzmöglichkeiten ohne Ende – nie gleich konzipiert!
Ob modern gestaltet, cosy oder luftig kolonnial – so konnte jeder nach Gusto seine persönliche Lieblingsecke entdecken. Mich hat’s begeistert.



Der Sonnenaufgang am Toten Meer – magisch!

Am nächsten Morgen stellte ich mir den Wecker angemessen früh, um den Sonnenaufgang auf dem Meer zu erleben. Das Wetter spielte klassisch nicht mit. Dennoch hatte ich eine wundervolle Zeit während meines Strandspazierganges, durfte mich der Fotografie hingeben und bekam Aufnahmen, die man bei klarer Sicht eben auch nie bekommen hätte.
Und vor allem durfte ich die einzigartige Schönheit der (harten) Salzblumen in stiller Ruhe betrachten.
Und das große Faszinosum der Gezeiten erleben. Während vor dem Sonnenaufgang das Wasser eine spiegelglatte, unfassbar kaum bewegte Oberfläche zeigte, ist, sobald die Sonne aufgegangen war, auch das Tote Meer zum Leben erwacht und zeigte von einer Sekunde auf die andere leichten Wellengang.

Ich durfte mir angucken, wie langsam das Strandleben erwachte. So früh noch einmal vor der Abreise ins Meer zu gehen, war gar nicht möglich. Die Strandaufsicht war da streng mit uns. Zurück ins Hotel zum Kaffee und zur Dusche, Frühstück und Abfahrt nach Masada.
Ich war am und im Toten Meer, erlebte meinen ersten Schabbat in Israel, habe einen Schabbat-Lift getroffen und niemand kann mir diese Erlebnisse mehr nehmen. Mit sehr viel Dankbarkeit getippt. Wenn das, die wundervolle Frau Schmidt wüsste.



Prima Oasis SPA Club Hotel
Anschrift: Ein Bokek, Dead Sea 8693000
Homepage: https://www.prima-hotels-israel.com/oasis-spa-club-hotel-dead-sea
Mail: oasisds@prima.co.il
Phone: +972-3-5522220

Stumpft die eigene Empathie ab?

Die Kulturzeitsendung auf 3sat vom vergangenen Freitag, wieder einmal für mich mit dem passenden Thema zur richtigen Zeit. Hauptthema der Sendung war die Vorstellung und Besprechung des Filmes „Quit vi encore” von Genevois Nicholas Wadimoff, in dem er neun geflüchtete Menschen aus Gaza zu Wort kommen lässt. Über ihr Leben vor den grauenvollen Angriffen Israels, ihre Flucht, das jetzige Leben, ihre Emotionen, ihr Trauma.

Danach das Gespräch mit der Medienwissenschaftlerin Marion G. Müller, die im Kontext mit Kriegsfotografien die Wirkung auf unser Empathieverhalten erforscht. Die herausstechende Frage: Stumpft unsere Empathie ab? treibt mich selber seit einiger Zeit um.

Ich versage mir seit einiger Zeit diese Bilder des Grauens, wann immer ich es verhindern kann. Als die Russen die Ukraine in diesem sinnlosen Krieg angegriffen haben, saß ich in Italien und wollte Covid-Ruhe und sah dann die Bilder im italienischen Fernsehen. Als die Hamas dieses fürchterliche Attentat Jahre später ausführte, saß ich in Italien – und zappte sofort weiter, mit Kenntnis um das, was dort geschehen war, dass ich diese Bilder nicht auch noch sehen musste. (Grauenvolle Gewalt durch Männer ist Frauen weniger fremd, als manche Menschen vielleicht denken.)

Gaza, Ukraine, Iran, jetzt auch die USA – ich sortiere mittlerweile streng. Naturkatastrophen in Ländern, denen es eh nicht gut geht und man weiß, man kann ihnen nicht genug helfen. Ich versuche, sie seit einiger Zeit auszublenden. Nicht, weil es mich nicht interessiert. Weil ich es nicht mehr ertrage.

Es gibt kein Verstehen für mich. Ich sehe solche Bilder viel zu viele Jahre immer und immer wieder, und was ich erkennen muss: Menschen sind fürchterlich grausam aus den niedrigsten Gründen. Sie fügen anderen Menschen Grausamkeiten zu, die ich in meinem seligen Deutschland nicht ertragen kann. Sie formuliert bekommen, tut im Hören weh. Ihnen ansichtig zu werden, brennt sich in meine Seele und verursacht diesen verständnislosen Schmerz, der dort seit Jahrzehnten sitzt und nie aufhören wird, weil es irgendwo auf diesem Planeten fürchterlich schlechte Menschen gibt.

Und ja, ich habe meine ureigenen Sorgen, existentielle Sorgen. Und es hilft mir auch nicht immer, zu wissen, es geht anderen sehr viel schlechter als mir. Ich weiß das, es nagt kontinuierlich.

Auch diese Form von Selbstschutz nagt kontinuierlich. Sie ist so sinnvoll, verursacht aber auch ständige Schuldgefühle. Ich muss diese Bilder nicht leben, zum Glück – sollte ich sie dann nicht wenigstens aushalten müssen? Ich kann diesen Menschen nicht wirklich helfen, höchstens im Allerkleinsten –sollte ich ihnen dann nicht wenigstens die Würde des Sehens zukommen lassen?

Und je weniger ich sehe, desto mehr werden dieses Schuldgefühl und das Mitgefühl. Nein, ich glaube, wer fähig ist, Empathie zu erleben, wird diese nicht von einem Zuviel an visuellem Grauen verlieren. Aber erleben, dass Empathie müde wird, dünn, Zeuge sein, wie sie einen dünnen Schutzfilm über sich zieht wie ein kleines Kind nachts im Bett, das sich unter die Bettdecke verkriecht, weil das Monster unter dem Bett sitzt.

Und manchmal wünsche ich mir das Monster unter dem Bett alternativlos zurück.

2026-02-01

Meine Krähenfreund'innen

haben bei mir ein neues Level freigeschaltet: Im Winter die Walnüsse anknacken und in Hälften in die Grünfläche werfen, weil sie die im Schnee deutlich schlechter geknackt bekommen.

Wobei ich es schon sehr liebe, wenn sie normalerweise die Nüsse Autos in die Spur legen oder aus der Höhe auf den Asphalt fallen lassen, diese cleveren Viecher.

2026-01-31

Da geht man beim Drogeristen …

… an der Deodorant-Abteilung vorbei vor dem zwei jungen Frauen stehen und schnappt den Satz tiefster Entrüstung auf, den die eine Frau zu anderen sagt: „Du kannst doch im Winter kein Sommerdeo benutzen?!!!”

Ja. So habe ich auch geguckt.

Und das sind dann Kosmetikinfluenzerinnen, die wählen gehen. Oder auch nicht.

(Für mich ist mit das Schlimmste an TikTok und Instagram, diese unfassbare Verblödung von Menschen in Bezug auf Kosmetik, Ernährung und Medizinthemen.)

2026-01-30

Vasa – Schwedens Geisterschiff

Was macht man, wenn man nicht so richtig beweglich ist und irgendwo seitlich rumliegen die beste Option ist? Klar, TV gucken.

Bin heute dabei über die zweiteilige Dokumentation auf arte „Vasa – Schwedens Geisterschiff” gestolpert, die leider nur noch neun Tage online verfügbar sein wird.

Während sich der erste Teil mit dem Unglück, der Inkompetenz im strategischen Bau und der Bergung der Galeone, die 1628 sank, beschäftigt, begibt man sich im zweiten Teil auf die Suche und Geschichte der verwendeten Materialien und erfährt von den heutigen Problemen, die das aufbereitete Schiff im Museum den Verantwortlichen macht – denn so richtig wohl fühlt sich das Wrack nicht an Land.

Unglaublich spannend diese Dokumentation – und ich kann sie nur empfehlen!

Kurze Frage …

Hat man eigentlich schon Bundeskanzler Merz sicher mit seinem Dienstwagen in die Tiefgarage eines Unfallkrankenhauses in Berlin fahren sehen, damit er denen dort seit Montag wegen nicht passierbarer Fußwege in Berlin, mangels ordentlicher Räumungsszenarien in der Stadt ausschließlich zum Nachteil von Fußgängern, in Behandlung befindlicher Patienten erklären kann, wie scheiße er und seine CDU es findet, dass sie jetzt wochenlang in ihrem Job ausfallen werden?

Oder verweigert er wieder mal einen Job wegen … Kälte.<

2026-01-29

Im Liegen gesendet …

So viel Glück im vermeidbaren Unglück.

Ich weiß nicht, wie es in anderen Städten Deutschlands ist. Aber in Berlin weißt Du, wenn im Winter draußen schwierige Straßenverhältnisse herrschen, zählt ausschließlich nur eine Bevölkerungsgruppe: Autofahrer*innen.

Gestern bin ich zum Moritzplatz zur Bushaltestelle gelaufen, hatte schon auf dem kurzen Weg zum Müll gemerkt: Die Verhältnisse der Fußwege sind auch zwei Tage nach dem großen Glatteis kaum geräumt, noch gestreut – es ist wirklich sehr gefährlich, sich auf Füßen, selbst mit Winterstiefeln, fortzubewegen.

Mich hat es erwischt. Einmal der Länge nach mit Schwung nach hinten geflogen. Im Fallen noch gedacht: „Bloß den Kopf schützen!” und obwohl ich den wirklich bewusst im Fallen nach vorne gezogen habe, bin ich mit dem Hinterkopf mit voller Wucht aufgeschlagen.

Zum Glück auf den Rucksack. (Lobpreise den Rucksack!) Ich wollte am Treffpunkt jemandem Stoff schenken (lobpreise meine Schenklust!), hatte den Stoff in einem Jutesack. Bin vorher noch zum Müll, hatte dann beschlossen, doch wieder auf die noch rutschfesteren Wanderstiefel umzusteigen, und kam dann auf die Idee, den Jutebeutel in den Rucksack zu packen (lobpreise die Idee), damit ich die Hände frei hätte.

Heißt: Ich füllte zum Glück kurz vorher den Rucksack noch mit sechs Lagen Winterstoff – dank dieser Idee bin ich also mit dem Hinterkopf nicht auf das blanke Eis aufgeschlagen, sondern mit Wucht deutlich sanfter auf das grandiose Rucksackpolster!

Ich habe das bei einem Ex-Kollegen einmal erlebt. Der hatte in einer Partylocation (Firmenparty) einen epileptischen Anfall und fiel rücklings auf Fliesenboden. Dem ist der ganze Hinterschädel – ungefähr so, wie eine Porzellantasse auf Steinboden zerbricht – zersplittert. Einzelne Splitter hatten sich ins Gehirn gebohrt, was dazu führte, dass man ihm Teile des Gehirns wegoperieren musste. Funfact: Er kam noch vor Ort zu Bewusstsein, wollte aufstehen und wieder weiterfeiern – und bloß keinen RTW. (Was wir natürlich anders regelten.)

Kurz: Ich hatte sehr viel Glück, dessen bin ich mir bewusst. Und wie interessant dabei: Das Schädeltrauma hätte ich gar nicht bekommen, weil ich beispielsweise beim Radfahren keinen Schutzhelm getragen hätte, sondern nur, weil sich die Stadt Berlin und Hauseigentümer einen Scheiß um geräumte Fußwege vor U-Bahnen und Zuwegen zu Bushaltestellen kümmern.

So tut mir nur der untere Teil des Rückens und der Podex irre weh, Prellungen, my ass! Ibu, Du Königin der Pharmaindustrie. Zumindest das Steißbein scheint unversehrt. Ach ja, wer ist zu mir gekommen und hat mir aufgeholfen?

Ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch mit Migrationsvordergrund brachte sich an gleicher Stelle für mich in Gefahr. Herzlichen Dank dafür! Eat it, Ihr Rasssisten!