2020-01-12

Luisa Neubauer möchte nicht das Zirkuspferd der Siemens AG sein

Ich bin Fan! Diese Frau gibt mir viel Zuvertrauen in einen sehr großen Teil unserer heutigen Jugend – und ich liebe es so ganz nebenbei ihr dabei zuzusehen, wie absolut souverän und extrem eloquent sie in der Öffentlichkeit auftritt.

Das öffentliche Auftreten von ihr und anderen dieser jungen Aktivisten generell, habt Ihr auch zur Kenntnis genommen wie sehr souverän sie und andere junge Leute heute ohne Zettel frei vor großen Massen sprechen? Unaufgeregt. Inhaltsfixiert.

Während sich die ewig lange schon im Job befindliche deutsche Politikerriege steif und an Zetteln festhaltend, eine Sprache längst vergangener politischer Tage spricht, der niemand mehr zuhören mag, weil sie sich nicht mitentwickelt hat mit dem Denken und Handeln des restlichen Volkes über die Jahre. „Zap mich weg!”-Langeweile.

Da gibt es einen Umbruch und ich mag sehr diesem beizuwohnen. Auf unsere vielen jungen Menschen in diesem Land!

Freitag donnerte es durch die Presse und Sozialen Medien, publiziert von Siemens, man – in Person Siemens-Chef Joe Kaeser – hätte Luisa Neubauer das Angebot gemacht, künftig im Aufsichtsgremium der Siemens AG zu arbeiten und so unter anderem speziell an weiteren Gesprächen zum Köhleförderprojekt Carmichael-Mine in Australien teilzunehmen. Für das Unternehmen geht's um den Auftrag der Schienensignalanlage im Projekt. In dem Kohlebergwerk sollen nach Inbetriebnahme bis 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr (!) abgebaut werden, die teilweise über das Naturreservat Great Barrier Riff abtransportiert werden sollen. Ökologischer Wahnsinn par excellence.

Die Entscheidung zu diesem Projekt muss so kurzfristig erfolgen, dass hier fachliche Beratung gar keine ernsthafte Wirkung noch auf die Vertragsgestaltung haben dürfte. Das Siemens-Angebot darf schon alleine deswegen als faules Ei betrachtet werden.

Aber generell war diese Offerte anbiedernd und unüberlegt. Das Projekt Carmichael-Mine ist unter normalen Umständen schon ein sehr schwieriges Thema in der heutigen Zeit – wer am Kohleabbau mitverdient, setzt sich nun einmal in das stachlige Nest einer Energiegewinnung, die als extrem das Klima gefährdend längst als Schwarzer Peter ausgemacht ist und als weit überholt gilt. Die Bilder der ehemaligen Natur von Gegenden in denen Kohle abgebaut wurde, sprechen genauso ihre Sprache. Auf die Idee zu kommen, sich an dieser Stelle der deutschen Klima-Aktivistin bedienen zu wollen – als prestigeträchtiger Coup, hat man dann doch auch die Guten mit ins Boot geholt – ist eine durchaus gängige Form im Lobbyismus. Und einkalkuliertes Schmankerl für spätere Pressearbeit aber man hätte ahnen können, dass hier diese Mechanismen nicht mehr funktionieren würden.

Zunächst einmal ist gegen solche Angebote nichts zu sagen, üblicherweise holen Unternehmen auch Kritiker von Projekten mit in die Verhandlungen, Lobbyismus funktioniert genauso von unten nach oben wie von oben nach unten.

Siemens hat das auch schon immer so praktiziert, kauft Kompetenzen extern ein. Auch kritische Stimmen. Man möchte vorbereitet sein, ggfs. bei Projekten frühzeitig erkennen, wann Umstände einen besser frühzeitig (also bevor zu viel Geld verbrannt wurde für nichts) aus einer Projektplanung aussteigen lassen. So spart Fachexpertise der Gegenseite durchaus Geld. Praktisch ist dann aber auch, dass man natürlich die kritischen Stimmen vertraglich durch die üblichen Stillschweigeklausel ruhig stellen kann. Sogar übergeordnet vom etwaigen Auftraggeber, Siemens wäre sehr fein raus gewesen damit. Neubauer als prominente Person der Gegenseite mit an Bord – mit Maulkorb.

Siemens hat bei der Carmichael-Mine zusätzlich zum schwierigen Thema Kohleabbau nun als zusätzlichen Gegner die schrecklichen Bilder der aktuellen Brand-Apokalypse in Australien an der Backe. Die unfassbaren – längst nicht mehr menschlich greifbaren Zahlen – von riesigen Flächen verbranntem Land, Milliarden von getöteten Tieren. Aber auch komplett vernichtete Tier-Populationen – was noch einmal etwas anderes ist als verbrannte Tiere – denn hier sind Tier- und Insektenarten en masse vernichtet worden, nicht mehr reproduzierbar. Von den in den Bränden verletzten, getöteten Menschen und deren vernichteten häuslichen Existenzen ganz abgesehen.

Die Umwelt massiv schädigende Projekte in Australien dürften in nächster Zeit die Aura eines Unternehmens nicht positiv wirken lassen.

Die Vorzeichen sind so mies in dieser Sache, dass ein kluger besonnener Kopf jetzt sagen sollte: „Wir lassen das.” Oder zumindest „Wir vertagen das.” Dummerweise hat Australien einen Premierminister, der offensichtlich nicht sonderlich helle ist und, was die Klimaproblematik anbelangt, ein Leugner. Man hier also politisch auf Unterstützung hinsichtlich taktisch kluger (wenigstens) Aussetzung dieses Projektes, nicht hoffen kann. Siemens steckt also im Schlamassel.

Sie können das Projekt ablehnen und in den sauren Apfel beißen, da Konventionalstrafen zum aktuellen fortgeschrittenen Zeitpunkt des Projektes fällig würden. Oder auf die Idee kommen, Deutschlands derzeit bekannteste Klimaaktivistin mit ins Boot zu holen für ein bisschen Imagepflege. Das tut man indem man dieser Person ein Angebot macht, von dem Siemens glaubt, das könne sie gar nicht ablehnen. Hier ein bisschen Consulting für die gute Sache, dort einen etwaigen Aufsichtsrat-Job in Aussicht stellen – wie man das halt so macht. Angebote bei denen Politiker mit wedelnden Fahnen herzlich gerne zugreifen üblicherweise, ist es doch gängiges politisches Versorgungsmodell in der heutigen Zeit.

Solche Angebote macht man üblicherweise im Stillen. So, dass etwaige Verhandlungen im Stillen geführt werden können, man die Eckpunkte sauber ausarbeiten kann, so dass jede Seite – auch die politische – im sauberen demokratischen Stil das Gesicht wahren kann.

Angebote dieser Art macht man nicht laut – und man geht vor allem nicht mit solchen Angeboten in die Öffentlichkeit, bevor die andere Seite davon überhaupt Kenntnis und dazu Stellung nehmen kann. Siemens tat das Freitag genauso. Es steht dabei zu vermuten, sie taten es auch mit dem Kalkül, dass es ein besonders cooler PR-Coup wäre, es genau am letzten Freitag zu tun an dem Die Grünen ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Neubauer ist hier Partei-Mitglied.

Was für ein unfassbar schlechter Stil von Siemens. Nahezu dilettantisch zu nennen. Der wird so öffentlich schlecht nicht einmal im Fußball-Business praktiziert. Es war so unfassbar jämmerlich schlecht inszeniert von Siemens, dass mir gerade die deutsche Herkunft des Unternehmens als Deutsche peinlich ist. Was hat die da nur geritten? Bilden wir ernsthaft an unsere Universitäten die Eliten aus, um solche peinliche Schüsse ins eigene Bein abzugeben? (Der Fachkräftemangel muss wohl gravierend sein in diesem Land.)

Die Antwort von Luisa Neubauer – Freitag Abend im TV auf der Geburtstagsfeier der Grünen vom ZDF interviewt – war dann auch so deutlich, wie von ihr zu erwarten, wie für das Unternehmen Siemens hoch peinlich. Sie forderte Siemens zunächst einmal auf, aus diesem Kohleförderungsprojekt in Australien auszusteigen – bevor sie sich überhaupt nur auf etwaige Gespräche einlassen wolle. Weil es die einzige sinnvolle Möglichkeit ist – zu dieser Zeit, vor allem in diesem brennenden Land. Das war so kompromisslos öffentlich kommentiert, wie es Siemens übrigens vorher hätte klar sein können, dass dies ihre einzige Antwort sein könnte nach diesem Jahr des straßenpolitischen Kampfes und der weltweiten Klimasituation weltweit.

Was hat Siemens geglaubt? Was sollte die dumme Idee, man könnte eine der deutschen Leitpersonen der Klimaaktivisten simpel mit etwas geschäftspolitischer Großzügigkeit einsammeln und für die eigenen Geschäfte gefügig machen? Dabei den PR-Deal des Jahres landen? Haben die immer noch nicht kapiert, dass es diesen jungen Menschen um etwas ganz anderes geht als um Prestige, Geld und Seelenverkauf?

Was hat sich Siemens da für einen Diletantismus erlaubt? In aller Öffentlichkeit? (Man wollte beinahe „How dare you?” bemühen an dieser Stelle, wäre es nicht sogar für mich als einfache Bloggerin zu platt.)

So mochte ich sehr gerne sehen wie Luisa Neubauer gestern höflich souverän im TV (!) das Siemens-Angebot abschmetterte. Und im Hintergrund die Grünen-Party abging. Die Party, deren Anlass Siemens hier dummdreist für sich instrumentalisieren wollte für die eigene Sache und die nun herrlich höhnische Kulisse einer öffentlichen Ohrfeige, einer sehr berechtigte Ohrfeige, Neubauers an Siemens war.

Ich feierte, wie sie klipp und klar definierte, dass es für sie nur einen Zugang für weitere Gespräche gäbe im Sinne der Siemens AG, nämlich den völligen Rückzug aus dem Projekt Carmichael-Mine. Der Umwelt, dem Klima zuliebe. Sie somit höflich distanziert indirekt erklärte für übliche Polit-Spielchen der Siemens-Vorstände nicht zur Verfügung zu stehen und sie sich vom Konzern nicht vertraglich den Maulkorb verpassen lassen wollte. Sie generell solche Posten für sich ausschloss.

Wie konnte Siemens diese Frau nur so unterschätzen?

Stattdessen muss sich der Konzern nun in einem viel weiteren öffentlichen Kontext zu diesem geplanten Geschäft stellen. Vielen Deutschen war bis gestern Abend noch gar nicht klar, worum es in der Sache eigentlich ging. Das hatten übrigens auch einige deutsche Medien interessanterweise im Zusammenhang mit dem Neubauer-Angebot versäumt zu berichten. Für mehr als „Siemens böte Neubauer einen Aufsichtsratposten an”, hatte es bei denen inhaltlich nicht reichen wollen. So spannte auch die Presse gänzlich unreflektiert (weil sie in Person zu dem Zeitpunkt nämlich unbefragt) Luisa Neubauer vor den Siemens-Karren, dass man von professioneller journalistischer Tätigkeit wirklich nicht mehr sprechen kann.

Luisa Neubauber argumentierte, dass ihr immer mächtiger werdender politischer und – im Moment – einzig richtiger Aktionismus der von der Straße sei! Und es für solche personellen Angebote durchaus bereits klar definierte Experten bei Science for Future gäbe, denen Siemens das Angebot antragen könne. Und, das wiederholte Neubauer mehrfach im Interview, es für Fridays for Future es keine Alternative als den Ausstieg Siemens aus dem Projekt gäbe.

Nur guckt nun eine deutlich breitere deutsche Öffentlichkeit drauf als Siemens es vermutlich je lieb gewesen wäre. Den Schlamassel haben sie sich selbst eingebrockt.

Wer meint, Menschen in der Öffentlichkeit unter Druck stellen zu dürfen, borniert und denkbar uncharmant, der bekommt hier und da umgekehrt von gefestigten Persönlichkeiten in Antwort die Pistole auf die Brust gehalten. Auch öffentlich. So kann es gehen. Und womöglich müssen die Unternehmen in dieser Welt langsam begreifen, dass die jungen Menschen auf der Straße gar nicht mehr zu käuflichen Art ihrer Rasse gehören. Das nichts mehr so einfach sein wird in ihrer bornierten Welt des Kapitalismus. Es muss weh tun.

Man ist nie zu alt, um noch umlernen zu können – das macht die Spezies Mensch aus, dass sie das kann. Und hier wäre es sogar für die gute, nämlich existenzielle Sache.

2020-01-04

Der Zuckerhut



Dieser Zuckerhut lat. Cichorium intybus var. foliosum f. cylindricum, auch als Fleischkraut oder Herbstchicorée bezeichnet, hat wenig mit Zucker zu tun, ganz im Gegenteil. Felsig ist er auch nicht. Der Zuckerhut ist ein Salatkopf, lang gezogen, der vorrangig aus Italien (Pan di Zucchero), Österreich und Südfrankreich (Chicorée Pain De Sucre) stammt. Im Grunde sieht er aus wie der weichere Zwilling vom Spitzkohl.

Ich sprach neulich in illustrer Runde über mine Freude einerseits, dass im Spätherbst es endlich wieder Frisée-Salate im Handel gäbe, die ich wegen ihrer Bitterkeit sehr schätze. Empfohlen hatte mir diesen Salat die Ergotherapeutin in der Maßnahme für den Plan für Glück und Lebensfreude, aus Österreich stammend, als ich ihr mein Leid darüber klagte, dass ich gerade einen Frisée-Salat gekauft hätte und dieser überhaupt nicht mehr bitter schmeckte.

Das ist ein mein Leiden mit heutigen Salaten. Ich liebe Bitterstoffe, ich weiß auch, dass sie uns in der Nahrung sehr gut tun – immerhin regen sie ordentlich den Stoffwechsel an. Ein großartiges Geschenk der Natur für alle Menschen, die ein wenig Hüftspeck abbauen möchten.



Aber die grüne Industrie ist der Meinung neuerdings aus allen Zichorien-Gewächsen und Salaten und sonstigem Gemüse alles an Bitterstoffen hinaus zu züchten, was nur geht. Um sich für die entstandene Banalität im Geschmack zu feiern. Schade. Ich habe mittlerweile überhaupt keinen Lust mehr Chicorée oder Radiccio zu kaufen. Es ergibt für mich einen Sinn mehr. Schmeckt alles nach Einheitsnichts.

Den Zuckerhut mit dem Bitterstoff Lactucopikrin, der übrigens ebenso zu den Zichoriengewächse (Wegwarten) gehört, den haben sie so scheint es noch in Ruhe gelassen.

Er sei nicht leicht zu finden, der Zuckerhut, prognostizierte mir die gute Frau und versprach mir einen mitzubringen, würde sie einen im Handel sehen. Er wird erst ab Oktober bis Ende März geerntet – ist also ein echter Wintersalat. Bei Denns gäbe es ihn manchmal, sprach sie. Also hielt ich wie ein Trüffelschwein die Augen offen. Gefunden habe ich ihn dann tatsächlich an einem netten Gemüse- und Obststand auf dem Bio-Markt am Leopoldplatz. Demeter-Qualität vom Flora-Hof (sie haben Samstags auch Hofverkauf in Potsdam.)

Ein Salatkopf kostet dort Euro 2,50. Dafür bekommt man aber einen riesigen langen Salat, an dem ich problemlos vier Tage lang essen – und dabei jedes Mal einen riesig großen Salatteller genießen kann. Ein Vorteil dieses Salates ist, dass er sich auch nach der Ernte erstaunlich lange frisch hält, kühl untergebracht. Bis zu vier Wochen Lagerungsfähigkeit! Welcher Salat kann das schon? Der Zuckerhut zählt somit zu Recht als Lagergemüse. Er kann z. B. gut auf Balkonien bevorratet werden.

Natürlich kann man in seinen Blättern auch Füllungen einrollen und das Ganze dünsten wie beim Wirsing bzw. den Salat generell dünsten und als Beilage oder generell als vegetarischen Hauptgang servieren.

Mittlerweile hat ihn übrigens auch wieder Denns im Angebot (als Kiloware) für Euro 1,99. Wer bittere Salate mag, ich kann ihn Euch nur sehr ans Herz legen!

2019-12-31

Rutscht gut!

Wieder ist ein Jahr wie im Fluge vergangen. Es war mir ein gutes Jahr.

So schwierig es angefangen hat mit einer ordentlichen Portion Schmerz und mittendrinnen einigen wirklich harten Wochen, war es in der Hauptsache ein Jahr voller neuer Wege und guter Entscheidungen, mit lieben alten und neuen Freunden, wundervollen Menschen!

Ich durfte sehr schöne Reisen machen und dabei sehr feine Menschen kennenlernen! Tolle Plätze besuchen, neue Eindrücke gewinnen, mein Herz an Länder, Landschaften und deren Einwohner verlieren.

Gelernt habe ich in diesem Jahr auf mich aufzupassen. Meine eigenen Wege zu definieren, zu beschreiten, Rücksicht auf mich zu nehmen. Unbequem zu sein. Abzuwählen. Fühlt sich gut an, der zögerliche Tanz auf der eigenen Hochzeit.

Ich bedanke mich für Eure Liebe, Zuneigung, Zuversicht, Hilfe, Schönheit, Freundschaft!

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Shiina in dieses Jahr gehen durfte und sie mit mir auch wieder gemeinsam hinaus geht. Genauso würde ich es sehr sehr gerne nächstes Jahr um diese Zeit auch halten dürfen.

Und genau das wünsche ich mir für alle lieben Menschen um mich herum, dass wir alle zusammenbleiben – uns niemand abhanden kommt in diesem 2020. Dass wir – und Ihr – alle gesund bleiben dürfen und in Frieden und Zuversicht das neue Jahr leben dürfen.

Dass wir wieder mehr einander die Hände reichen, aufeinander acht geben – und mehr Liebe als Hass schenken. Wenn wir alle dieser Welt öfter ein Lächeln schenken – muss sie zu einer besseren Welt werden! Und lasst uns für gemeinsam Ziele aufstehen und kämpfen, es gibt sehr viel zu tun, noch haben wir es in der Hand!

Rutscht gut rüber, rein und bleibt gesund. Genießt Euer neues Jahr, ich wünsche Euch, dass ihr in leichten Schritten mit viel Glück und Freude hindurch gehen könnt.

Ein wundervolles gesundes neues Jahr 2020!

2019-12-25

Fröhliche Weihnachten!



Liebe Freunde,

ich wünsche Euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest, ruhige besinnliche Tage, Freude, Gemeinsamkeit, schöne Stunden – friedliche Momente, fröhliche Tage, Zeit, Muße, Entspannung, Glück – einfach eine einmalige Weihnacht, eine gute Zeit!

Schön, dass es Euch gibt, wir alle gemeinsam diese Zeit begehen dürfen. In Frieden. Im Warmen.

Unser aller großes Glück!

2019-12-23

Lieber Shiinadiätbeauftragter, …

… ich werde weich.

Ich suche jetzt seit drei Tagen nach der Adresse für die Weihnachtspost – und finde sie nicht. Dummerweise habe ich sie nicht digital geführt (wie ich eigentlich dachte) und finde die seltene Rechnung, die mal in den Paketen dabei war nicht mehr. Offensichtlich habe ich in diesem Jahr zu sehr aufgeräumt.

Also, hm, wie soll ich es sagen: Ich hätte sie gerne – wenn möglich – in meinem rechts stehenden Postfach. Sonst kann ich die Karte nicht absenden …

Es ist mir so sehr peinlich. Wirklich!

Liebe Grüße
creezy

2019-12-10

Malen

Theroretisch waren meine Cousine und Großcousin sowie Großcousine gestern zum Plätzchen backen verabredetet.



Praktisch meldete sie sich Sonntagabend mit der Frage, ob wir nicht zu Paint your Style gehen wollten und Keramik anmalen wollten? Es gäbe seitens der Kinder noch Oma- und Opa-Weihnachtsgeschenkbedarf und überhaupt, wollte sie das immer mal ausprobieren.

Ich war anfänglich so semi begeistert. Plätzcheneinkäufe waren bereits erledigt (werden aber nicht schlecht) und mit dem Malen also besonders dem figürlichen Malen habe ich es nicht so. In Berlin gibt es von Paint your Style mehrere Filialen, schon seit langer Zeit und irgendwie haben mich diese Läden nie wirklich gereizt. Schlussendlich malt jeder besser als ich.

Andererseits ist aber alles gut, was man mit diesen entzückenden drei Menschen zusammen machen kann.



Somit sind wir gestern nachmittag in der Filiale in der Rheinstraße eingetroffen, nachdem alle Kinder zusammen gesucht waren. Meine Cousine hatte einen Tisch für zwei Stunden reserviert – wir suchten uns alle einen Keramikrohling aus den mehr als umfangreich bestückten Regalen aus. Die erscheinen auf den ersten Blick nicht sehr günstig – aber da mit dem Rohlingspreis quasi alle Farben, Werkzeuge, Lasur, das Brennen und Aufenthalt abgegolten sind, finde ich die Preise am Ende durchaus angemessen.

Der Großcousin hat den großen Teller in Cooperation mit seiner Mama gemalt (der wird nach dem Brennen knallrot sein). Ich bin für die kleine Salzstreuerkatze links in Türkis verantwortlich, Großcousine hat – wat bin ich stolz – die perfekte Schildpattkatze geschaffen (meine Gene!). Die Cousine hat sich noch an einem Weihnachtsstern versucht.

Alles zusammen mit einem Getränk für die Kids (Softgetränke, Kaffee, Tee gibt es gegen kleines Geld zu erwerben) hat die Rechnung etwas um 57,— Euro ausgemacht. Und voraussichtlich Donnerstag können wir die Geschenke nach dem Brand abholen.

Und ich muss zugeben, nach meiner anfänglichen Skepsis, hat mir das sehr viel Spaß gemacht. Natürlich war es jetzt um die Weihnachtszeit und zu dieser Uhrzeit recht voll und somit ordentlich trubelig. Aber sich in der Masse der Rohlinge und an die 100 Farben auf eine Katze und einen Türkis-Ton zurückzuziehen – mehr Aufmerksamkeitstraining geht ja wohl nicht!

Doch, ich denke da bin ich jetzt öfter. Hier und dann eine Schale bemalen, das kann mir und anderen Freude bringen.

2019-11-11

Torsten Sträter …

… der so lustige Komödiant Torsten Sträter, das habe ich neulich beim Sehen einer Talk Show nebenbei zur Kenntnis genommen, lebt seit vielen Jahren mit der Krankheit Depression.

In einem YouTube-Clip vom April diesen Jahres spricht er pragmatisch – wie er gerne rüber kommt – über die Erkrankung, sein Erkennen, die Aufmerksamkeit und danach Hilfe, die im von außen im richtigen Moment zuteil gekommen war. Von den Schwierigkeiten das für ihn richtige Medikament zu finden und was er sich primär wünscht im heutigen Erleben als Betroffener.

Ehrlich.

Er spricht in den 12 Minuten „Laut gedacht mit Torsten Sträter” einen sehr wichtigen Satz:

„Und dann war das so, dass ich tagsüber im Baumarkt gearbeitet habe. Und ich konnte gut arbeiten. ich funktioniere immer ausgezeichnet. Und abends, 18:30, der Baumarkt wurde abgeschlossen und ich bekam Selbstmordgedanken. Nein, ich bekam die nicht. Ich hatte die. Ich hatte die dabei."



Den finde ich so wichtig, weil sich viele Menschen – die selbst nicht von der Krankheit betroffen sind – vermutlich nicht vorstellen können, gar nicht verstehen können, dass Patienten auch in einer schwer depressiven Phase funktionieren können. Erstaunlich gut sogar. Und sehr lange.

Der Depressive sitzt nicht traurig in der Ecke. Er kann durchaus hinaus gehen, leisten, so tun als wäre nichts – und sobald die Tür hinter ihm ins Schloss fällt, wieder komplett von der Krankheit eingenommen werden. Der Depressive kann auch hinaus gehen, wahnsinnig komisch sein, ein Talent haben, sein Umfeld zum Lachen zu bringen und fröhlich mitlachen. Und trotzdem im nächsten unbeobachteten Moment kraftlos vom schwarzen Loch verschluckt werden.

Der Grad zwischen „Der/die soll krank sein? Man sieht doch gar nichts.” ist bei dieser Krankheit verdammt schmal. Offenheit ist ein guter Weg in die Kommunikation zu kommen.

Sträter kann das aber auch durchaus humorvoll beschreiben – erfahrungsgemäß können Menschen mit Depressionen herzlich und gut über sich selbst lachen: