2017-07-26

Was mich traurig macht …

Seit zwei Tagen schleppe ich mich nun zum Italienisch-Intensivkurs. Täglich vier Stunden. Schleppen im Sinne von der Unfall hat mich natürlich etwas angeschlagen, vielleicht mehr als ich anfänglich in meinem Glücksgefühl darüber, dass nicht mehr passiert ist, sehen wollte.

Was mich aber gerade sehr traurig macht, ist zu erleben, wie sehr diese Krankheit an meinen mentalen Fähigkeiten nagt. Am Ende der langen Reihe von Symptomen einer Depression steht der Verlust der Kozentrationsfähigkeit. Daher ist das auch das letzte Symptom, das auf dem Weg zur Gesundung wieder verjagt wird. An dem sich nicht konzentrieren können, sich Dinge nicht merken können, daran nage ich schon sehr lange. Ich bin ein Kopfmensch, wenn der nicht funktioniert, bekomme ich Angst.

Es fällt mir, das merke ich, wahnsinnig schwer mir nun die simplen Dinge zu merken: Personalpronomen (die sich ja nun so sehr von Sprache vor allem romanischen Sprachen nicht unterscheiden). Verben lernen, ich büffele – aber sie bleiben nicht hängen. Zahlen … es ist als trennt mich eine dunkle Wand vom Wissen. Das empfinde ich als sehr unangenehm, weil ich das doch so gar nicht bin.

Ich bin sicherlich nicht die große Sprachbegabung aber ich konnte immer gut lernen und mir Dinge merken. Gerade gar nicht, das stimmt nicht heiter. Ich komme mir so dumm vor. (Was natürlich die übliche zur Krankheit gehörende Spirale in Gang setzen könnte, was ich nicht zulassen will/möchte/werde – das ist die eigentliche Übung von diesem Kurs.)

Ich will nicht jammern aber darauf aufmerksam machen, an welchen Baustellen Menschen mit dieser Krankheit so knabbern müssen und was es nebenbei für eine große Aufgabe ist, diese Defizite wieder ins richtige Lot zu bringen. Das ist schwer und kostet Kraft. Lasst uns einfach nur Respekt empfinden für Menschen, die diesen Weg gehen und solche, durchaus Angst machenden, Zustände irgendwann hinter sich lassen.

2017-07-25

Gnocco Fritto



Gnooco Fritto sind das schnell servierte Äquivalent zu den Zeppole (ausgebackene Hefeteigbällchen). Sie beeilen sich darin auf den Tisch zu kommen, weil sie ohne Hefe zubereitet werden, sind etwas knuspriger – wenn sie frisch serviert werden – und perfekt für Hefephobiker geeignet. Gnocco Fritto haben nebenbei die Eigenschaft hierzulande ordentlich Eindruck zu schinden, sie werten jede Antipasti und jeden Dip auf, geben eine gute Figur ab und haben durchaus Potential zu Hüftgold zu werden. Aber man isst sie ja nicht täglich.

Probieren sollte man sie auf alle Fälle, sie sind eine Sünde wert! Begegnet sind sie mir natürlich neulich in Italien in beiden Varianten, das Rezept dazu fand ich im Trattoria Tour-Buch eines bekannten italienischen Nudelherstellers, dessen Nudeln ich weniger verwende und dessen fertige Saucen schon gar nicht, aber das Buch sehr wertschätze. Rezept gefunden, Teig angesetzt, ausgebacken. Zieht man einmal die Ruhezeit ab, sind die Gnocco Fritto eine Sache von vielleicht 10-12 Minuten.


Zutaten



für 4-6 Portionen (in Klammern meine verwendete Menge für zwei Personen, die auch noch etwas anderes essen wollen)

500 g Mehl (ich habe Dinkelmehl genommen) (125 g)
2 EL Olivenöl (knapp 1 Esslöffel)
250 ml Flüssigkeit (Milch/Wasser je zur Hälfte – wird mehr Milch verwendet, werden die Gnocco Fritto weicher – mit mehr Wasser knuspriger) (63 ml)
5 g Backpulver (1,5 g)

Öl zum Frittieren.


Zubereitung



Das Mehl mit dem Backpulver mischen, dann aufhäufeln, eine kleine Mulde bilden und die Flüssigkeit dazu geben. Anschließend verkneten bis ein der Teig weich und geschmeidig ist. Den Teig in Klarsichtfolie oder Gefrierbeutel einwickeln und ca. 30 Minuten ruhen lassen.



Danach den Teig dünn (2-3 mm dick) am Besten auf einer Teigmatte ausrollen und in ca. 3-4 cm große Rauten schneiden.



Zwischenzeitlich das Öl auf ca. 80-90 Grad erhitzen. Man braucht auch für eine kleine Menge Gnocco Fritto zwischendurch gar nicht so viel Öl verwenden auf dem man hinterher sitzen bleibt, einfach einen engeren Topf dafür hohen topf (Milchtopf) wählen. Die Rauten ins Öl geben und frittieren bis sie goldgelb und knusprig sind, kurz wenden.



Die kleinen Bäuche bilden die Gnocco Fritto von ganz alleine beim Ausbacken. Und sie sind sehr schnell fertig gebacken.



Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und ab mit den lustigen heißen Gesellen zu den restlichen Antipasti serviert. Eventuell noch etwas Salz darüber geben.

Jahrestag

Heute ist ein trauriger Jahrestag. Für uns alle, vor allem für Johannes seine Familie. Ein Jahr lang hatten wir Zeit, dieses Internet zu einem besseren Ort zu machen. Für uns alle. Hoffentlich ist es uns gelungen?!

Ich verlinke an dieser Stelle noch einmal auf meinen Artikel anlässlich seines Abschieds, möge der Text auch in den nächsten zwölf Monaten irgendjemanden Hilfe geben, die richtige Entscheidung im rechtzeitigen Moment zu treffen.

Und, neulich fragte jemand im Internet für eine akut erkrankte Freundin auf Twitter, nach Krisentelefonnummern. Ich weiß nicht genau, was jemanden dazu bringt solche Fragen erst auf Twitter zu posten, anstatt Google mit Ortsangabe direkt selbst zu befragen. Erschreckend war, dass über die Hälfte der Antwortenden dieser Person den Rat gaben, die Polizei, also 110, zu rufen. Das ist in den allermeisten Fällen falsch. (Selbst wenn jemand in Selbsttötungsabsicht auf einem Dach steht, ruft man die 112, also die Feuerwehr, denn die haben das Sprungtuch im Wagen – nicht die Streifenbeamte.)

Für alle: Menschen mit Depressionen, die Selbsttötungsabsichten äußern, sind nicht kriminell und somit kein Fall für die Polizei. Menschen mit Depressionen sind krank, die brauchen nicht zusätzlich den Schreck Polizisten gegenüber zu stehen. Die brauchen einen Arzt. Man ruft die 112 an und gibt zur Kenntnis, das dort jemand aufgrund seines Gesundheitsszustandes eine Gefahr für sich selbst ist. Dann wird der Person medizinisch geholfen. Und um medizinische Hilfe geht es vorrangig in einem solchen Fall.

Ehrlich.

Bitte lesen! Und Kraft und Zuversicht an Johannes‘ Familie senden! Und an alle Betroffene: kümmert Euch um Euch selbst. Ihr seid es immer wert!

2017-07-23

Erste Amtshandlung mit dem neuen BRAUN MultiQuick 9: Zitronensorbet



Ihr erinnert Euch sicherlich immer noch? BRAUN hatte ein charmantes, empathiereiches und großzügiges Einsehen mit mir und mir den BRAUN MuliQuick 9 (quasi next Generation) zugeschickt, damit mein Schmerz (über meine eigene Deppertheit) nicht ganz so tief sitzen muss. Kostenlos. Im Sinne der Bloggersache. Also folgt jetzt so etwas wie Werbung verpackt als irre leckeres Zitronensorbetrezept!



Erster Abend in Ostuni im Hotel, ein wundervolles Menü findet seinen Abschluss in einem Dessert namens „Il Sorbeto allo Chardonnay” –



ein Zitronensorbet mit Chardonnay aufpüriert und mit Prosecco aufgegossen. Der Alkohol ist vorhanden und rasselt sofort durch den Körper und vermeldet jeder Zelle zufriedenes glückliches Wohlfühlen. Ich war so entzückt, dass ich den Kellner – auf englisch – nach dem Rezept fragte, der mich günstigerweise falsch verstand und mir ein zweites Glas brachte. Nicht immer ist es also gleich von Nachteil, spricht jemand eine international übliche Sprache nicht.

Neulich – dieses feine süffige Sommergetränk lässt mich nicht mehr los – an einem warmen Sommerabend kaufe ich aufgrund der selbst verordneten Dringlichkeit industriell gefertigtes Zitronensorbet, Prosecco ist vorhanden, Chardonnay … nun, wir wollen es nicht übertreiben mit dem Alkohol. (Obwohl ich bei einem festlichen Menü diesen Abschluss tatsächlich mit beiden Getränken servieren würde wollen.) Das Zironensorbet ist eine noch größere geschmackliche Enttäuschung als vorher schon erwartet und macht diesen kleinen Sommercocktail nicht ganz so rund.

Und somit war meine erste Amtshandlung nach dem Eintreffen des neuen BRAUN Multiquick 9 – selten habe ich ein Küchengerät so vermisst, wie meinen Pürierstab – die Anfertigung eines Zitronensorbets. Sorbet zubereiten ist so eine große Kunst nicht, vorrangig spielt dabei Platz für eine Edelstahlschüssel im Gefrierer wohl die größte Rolle.



Und besonderen Spaß macht es natürlich, wenn, wie hier, die Zitronen sich im Aussehen in ihrer Schönheit überschlagen.



Und eine kleine bunte Katze sich kurzerhand von der Qualität auf dem Balkon überzeugt.




Sorbeto Prosecco

Zutaten

Läuterzucker bestehend aus:
700 g Wasser
300 g Zucker

Ungefähr zwei Netze Zitronen, die
300 g Zitronensaft ergeben sollten
1 Biozitrone


Zubereitung

Das Wasser und den Zucker mindestens fünf Minuten gut kochen lassen. Der Zucker muss sich aufgelöst haben, die Flüssigkeit ist leicht sirupartig. Kühl stellen.

Die Zitronen gut anrollen bzw. andrücken und auspressen. Die Kerne aus dem Zitronenfleisch in der Presse sortieren. 300 Milliliter bzw. Gramm Zitronensaft mit dem Läuterzucker vermischen.



Die Bioschale mit dem Sparschäler dünn abschälen, es darf im Innern kein Weiß der unteren Schicht zu sehen sein. Falls ja, dieses nochmal mit einem scharfen Messer vorsichtig abtragen. Die Schale in sehr feine Streifen und dann sehr kleine Würfel schneiden. Bonsaiminiaturwürfel.



Läuterzucker, Zitronensaft, das Zitronenfleisch aus der Presse mit der Hälfte der Zitronenbonsaiminiaturwürfel in der Schale gut aufmixen. Die Flüssigkeit wird nun schön weiß. Die restlichen Zitronenschalenwürfel unterrühren.



Ab in den Gefrierschrank damit und ab jetzt alle 30-34 Minuten gut durchrühren. Wenn das Sorbet fast fest geworden ist, sich aber noch rühren lässt, ruhig umfüllen in eine verschließbare Box.



Das Sorbeto Prosecco ist auch schnell gemacht. Die gewünschte Menge Sorbet abstechen bzw. portionieren und mit einem Schuss Prosecco in einem Behälter mit dem Pürierstab anmixen, dann in Gläser umfüllen und mit Prosecco aufgießen. Den Sommer genießen!

Und ob ich in den neuen BRAUN MultiQuick 9 so richtig verschossen bin, erzähle ich Euch demnächst. Sorbet kann er jedenfalls – zubereiten und später anrichten!

2017-07-22

Haematom-Thriller, Dreiteiler.



Oberschenkel oben links. (Und bei dem Ding bin ich sehr glücklich, dass der Lenker sich dorthin platzierte und nicht in die Milz.)



Oberschenkel oben rechts.



Oberschenkel unten.

Aufwand

Mittwoch im Krankenhaus eine wenig koschere Hygienesituation entdeckt, die man nur als Patient entdecken kann, wenn man dort auf einer Liege liegt.

Am nächsten Tag eine freundliche informative E-Mail an den Hygienearzt geschickt. Noch am gleichen Tag eine freundliche Antwort vom selbigen, dass aufgrund des Hinweises eine für August im Plan angesetzte Reinigung sofort am nächsten Tag vorgezogen werde. Mit Dank für den Hinweis.

Es ist legitim eigenen Ärger über Misstände im Web abzulassen. Aber wenn man danach nicht die Energie aufwendet (ob nun für sich oder andere) und die betreffende Partei über derartige Misstände anzuschreiben und zu informieren, kann man keine Veränderung für sich oder andere zum Guten bewirken.

Ich für meinen Teil habe mit so etwas immer nur gute Erfahrungen gemacht. Neulich z. B. wurde bei uns in der Straße der letzte hoch stehende Bordstein abgesenkt, so dass ihn nun auch Rollstuhlfahrer überhaupt bewältigen, Menschen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen bequemer benutzen können (und vom anliegenden Zebrastreifen profitieren können.) Ja, hatte nach dem Anschreiben ans Straßenverkehrs- und Ordnungsamt (weil ich unsicher war, wer sich kümmern müsste) natürlich länger gedauert als im o.g. Fall. Aber: es ist etwas Konstruktives passiert nach einem informativen Hinweis. Und es profitieren deutlich mehr Menschen davon als man selbst, weil man seine Wut ins Internet verpufft hat. (Auch wenn's hilfreich ist.)

2017-07-20

Königliche Nebenschauplätze

Der gestrige Tag lief gestern nicht so wie geplant. Auf dem Weg zu einer Freundin, der ich die wundervolle Welt des Blogschreibens näher bringen wollte, führte mich mein Weg am Holocaust Denkmal entlang. Dieses wurde gestern vormittag präpariert für den Besuch der Herzogin und des Herzogs von Cambridge. Präpariert heißt zu diesem Zeitpunkt, es standen Absperrgitter herum. An der Straße bewachten diverse Mannschaften den Straßenbereich und eine Firma verlegte Kabel, längs rund um das Mahnmal. Und anstatt, dass sie diese Kabel gleich unterhalb der Bordsteinkante verlegten, verlegte sie sie im rechten Drittel längs entlang auf dem Radweg.

Nun sind solche Schikanen bekannterweise auf Radwegen verpönnt, weswegen man schon seit Jahrzehnten keine Radwege mehr mit minimal erhöhten Schwellsteinen, wie früher als Sicht- und Fühlkante installiert, anlegt.

Links stand eine Dame mit einem geschienten Arm und unterhielt sich mit einem der Polizisten am Polizeiauto und vorausschauend Rad fahrend, sah ich, dass beide ihr Gespräch offensichtlich beendet hatten und die Frau sich wieder zum Mahnmal umdrehen wollte. Da nun die Möglichkeit bestand, dass sie auf den Radweg tritt ohne auf den Radverkehr zu achten, ich aber auch schon zu nahe dran war, um zu klingeln oder noch zu bremsen wich ich vorsichtshalber nach rechts aus, wo diese vermaledeite Kabel den Reifen meines Fahrrades die Haftung entzog und dieses unter mir wegrutschte, was in physischer, ganz logischer Konsequenz zu einem akuten Stoppmoment dank asphaltösem Aufprall führte.

Soweit so schnell so doof gelaufen. Hätte nicht passieren müssen, würden Menschen nicht immer wieder Fahrradwege als Straßenbereich zweiter Klasse erachten. Und das ist das, was mich an der Sache auch etwas sauer macht.



Was praktisch ist, fällt man vor einer versammelten Polizeimannschaft auf die Fresse (im wahrsten Sinne der Berliner Umgangssprache, denn ich stoppte mit meinem Kinn), es wird sich vom ersten Moment an höchst professionell gekümmert. Vielleicht auch zu schnell, denn bevor ich mich sortiert hatte nach einem Schmeck- und Tastbefund, dass noch alle Zähne an Ort und Stelle sind (Halleluja!), wurde ich auf eine Wagentreppe gesetzt, bekam eine Wasserflasche in die Hand gedrückt gegen das Zittern und kühlte man mir den verletzten Arm (nur Prellung und Schürfwunde) und hielt mir eine Mullbinde ans Kind, wo die „kleine” Platzwunde meinen Rock voll blutete. Sie hielten die arme Frau fest, die nun wirklich nichts für meinen Unfall konnte, was mir wahnsinnig leid tat. Die aber sehr reizend und verständnisvoll war (die Schiene am Arm trug sie nach einem Radunfall). Sie riefen die Polizeistreife, die später den Unfall aufnahm. Und sie riefen einen Rettungswagen, nachdem ich anmerkte, dass ich beim Aufprall den Nacken deutlich nach hinten überzogen hatte und das Hirn beim Aufprall hübsch hin- und her schwappte.

Währenddessen hatte man dafür gesorgt, dass das dämliche Kabel an dem ich gestürzt war, nun im Bordstein verschwunden war, legte aber mittlerweile die nächsten beiden Kabel wieder in gleicher Manier über den Radweg! Und da war ich auch richtig sauer. Der Mann mit Papierunterlagen, der die Kabel kontrollierte und dem ich – dann doch stinksauer – mein Kinn zeigte und ihm erklärte, dass ich so aussehen würde, weil sie gerade prima Unfallmöglichkeiten in die Strecke bauten, hat's abbekommen. (Ich fand allerdings auch uncool, dass die beistehenden Beamten, die meinen Sturz mitbekommen hatten, das auch wieder so zugelassen hatten.)

Soweit so blöd. Die Sanitäter kamen, legten mir die Halskrause an und ich machte zum ersten Mal in meinem Leben die Erfahrung in so einem Rettungswagen liegend Berlin im Rückwärtsgang zu erleben. Was auch ganz interessant ist, also auf diese Art von Transport sich geographisch zu verorten. Man überließ mir die Entscheidung, ob ich in die Charité oder ins Bundeswehrkrankenhaus gebracht werden wollte. Da ich – als Patient, so ich das irgendwie vermeiden kann – nie die Charité betreten werde, entschied ich mich für die Bundeswehr. Das hat den besonderen Vorteil, dass man dort von hübschen Menschen in schmucken Uniformen empfangen, behandelt und betreut wird. (Pfleger und Assistenzärzte selbst ist natürlich eher im aufmunternden fliederfarbenem Kittelstyle unterwegs.)

Das Bundeswehrkrankenhaus hat ein grandioses Feature: wird man nämlich von der Notaufnahme zum Röntgen gefahren, muss man einen Weg überwinden, der eine erstaunliche Steigung aufweist. Damit, falls einem der Uniformierten vielleicht doch mal der Rollstuhl oder das Krankenbeet entgleist, die Abfahrt zwar ungünstig aber vielleicht nicht überschnell ihren Weg nehmen wird, baute man in die Steigung hin- und wieder Schwellen ein. Diese Schwellen im Krankenbett mit gutem Tempo durch zu fahren, das ist wie Achterbahn für Dreijährige. Ein – im Sinn der an sich von vorne bis hinten unnötigen Sache – durchaus vergnüglicher Moment.

Die Röntgenaufnahmen vom Arm und HWS-Bereich ergaben zum Glück keine Verletzungen, die Platz- und Schürfwunde am Kinn musste nicht mal genäht werden (Strike!), die beiden ultragroßen blauen Hämatome am Oberschenkel haben den riesigen Vorteil, dass ich mir den Lenker dahin geschoben habe, wo er vergleichsweise weniger Schaden anrichtet als wenn er im Unterbauch in der Milz gelandet wäre. Die Prellung im Ellenbogen einschließlich die Schürfwunden am Körper verteilt, werden heilen. Da ich mittlerweile offensichtlich beim Stürzen im advanced level spiele, habe ich dieses Mal sogar die Knie unberührt gelassen. 'Ne leichte Gehirnerschütterung und ein gesamtes Körperempfinden, das man halt so hat, wenn man mit 20-30 km/h auf dem Asphalt landet kurz: prellbockt, das kenne ich und werde ich lässig überstehen. Das Krankenhaus arbeitet übrigens angenehm zeitgemäß bei dem, was man in Deutschland Schleudertrauma nennt (und in anderen Ländern der Erde, wo Versicherungen für derartige Bagatellreaktionen keinen Schadensersatz zahlen). Kaum kam die schriftliche Bestätigung vom Radiologen, dass der Halswirbelbereich unverletzt ist, kam die Halskrause wieder weg.

Wie es dem Rad geht, ist noch vage. So sieht es gut aus, Kette ist sichtlich runter gesprungen. Ob richtig was kaputt gegangen ist, muss ich dieser Tage sehen.

Unterm Strich: dumm gelaufen – aber ich hatte auch wieder einmal mehr Glück als Verstand. Realisiert, dass ich so viel Gedöns um meine Person einfach nicht mag. Das hat mich mittlerweile jeder gefragt und nein, ich habe keinen Fahrradhelm getragen. Und ja, es ist natürlich viel intelligenter einen zu tragen. Trotzdem: ich hätte jede meiner gestrigen Verletzung auch mit einem Helm davon getragen, denn bei dieser Art von Sturz hätte er überhaupt nichts verhindert. Vielleicht hätte ich dann aber doch einen Kieferbruch gehabt, weil für die Art von Sturz die Schnalle dumm gesessen hätte bzw. wäre der Nackenbereich noch weiter überdehnt worden. Ein Helm bietet ganz sicher Vorteile. Und manchmal eben auch Nachteile.

Sehr merkwürdig: die Frau, die mir im Röntgen die Bleischürze umlegen und zielsicher sagte: „Schwanger werden Sie ja nicht mehr sein.” (Ich habe mich offensichtlich weniger schon an die 50 gewöhnt als ich mit der dazugehörigen Schubladisierung sympathisieren möchte.)

So süß: Der sehr junge uniformierte erst- oder zweisemestrige Beisitzer, der mir bei der Ausreinigung der Wunden durch die Schwester erklärte, „seine Oma hätte immer gesagt, bis ich heirate, sei das wieder vorbei.”

Sehr dankbar: allen, die sofort helfend bereit standen und sich gekümmert haben (ja, auch wenn es vielleicht eh deren Job ist: es hat gut getan.)

Sehr glücklich: dass man in einem kurzen Moment des Selbstmitleids eine Freundin anrufen kann, die alles stehen und liegen lässt und durch die halbe Stadt fährt, um einen in den Arm zu nehmen und nach Hause zu transportieren, ein tolles Abendessen kocht und da ist für einen.

Sehr nachdenklich: wenn die Patientin im Nebenraum in der Notaufnahme mit starken Unterbauchschmerzen nach dem Ultraschall die Diagnose Tumor bekommt. Und auch wenn der Arzt ihr erklärte „für uns ist ein Tumor erst einmal nichts Bösartiges”, relativiert es das eigene Geschehen und Schmerz sofort.

Verhältnis empfindsam gestört: Wenn William zum gestrigen Tag in Berlin meint: „We have already had a fascinating first day here in Berlin.”, kann ich nur sagen: „Same here! Nur anders doof.”

Bitte merken: nie Dinge längs auf bzw. direkt an Radwegen grenzend verlegen. Für Zweiräder ist so etwas unter Umständen tödlich. Quer verlegt, kann man überfahren, längs ist wie Schienen in der Straße.

2017-07-17

Grüße aus der Küche!

Na kommt, gebt es zu – es ist eine großartige Zeit diese Sommerzeit, auch wenn man sehr viel von ihr in der Küche verbringt. Ich für meinen Teil habe jetzt schon zwei „Großeinkäufe” auf den Berliner Märkten hinter mir. Insgesamt vier Stiegen Tomaten (gelbe sehr süße Cherrytomaten und rote Rimini). Die Gelben sind schon als Sugo eingekocht, die Roten köcheln gerade auf dem Herd. Das wird herrlich werden im Winter, Pasta geschnitten, Glas auf – tomatiges Sommerglück, ganz intensiver Sommergeschmack und kein Hauch Konservierungsstoff!







Im letzten Sommer schon hatte ich die sehr große Freude beim foodiemeetup Berlin einen Dörautomaten von Klarstein zu gewinnen. Ich werde ihn Euch noch einmal gesondert ans Herz legen (aus Gründen der Glückseligkeit). Ich dörre war das Zeug hält, hier zum wiederholten Male Liebstöckel (Maggigewürz), das gemahlen wird und in großen und kleinen Dosen nur Gutes bewirkt im den Töpfen!



Und Aprikosen habe ich dieses Jahr gedörrt! (Wie auch Mangos, Birnen, Äpfel und und und …)



Sauerkirschen werden ich noch dörren! (Ich liebe Sauerkirschen in allen Varianten – aber besonders gerne getrocknet als Chipsersatz). Diese lässigen zwei Kilo sind mir Samstag auf dem Markt zugelaufen.



Aus Brandenburg, so klein, so saftig, wenngleich sie für meinen Geschmack mehr Säure hätten haben dürfen (die Gesichtsmuskeln verziehen sich nicht, was das oberste Gebot bei Sauerkirschen eigentlich ist: Grimassenbildung.) Jetzt sind sie entsteint, das mache ich übrigens sogar sehr gerne und in die Tiefkühltruhe gehüpft. Vermutlich wandern sie irgendwann einmal in einen Hefemantel oder in eine Biskuitrolle, Käsekuchen? Oder als Grill-Dipp? Ach, Sauerkirschen – ihr Königinnen aller Kirschen!


Journelle …

… hat gesprochen, also geschrieben, ganz wunderbar auf den Punkt gebracht!

„Mir ist es egal als dick, unfickbar, alt oder was auch immer zu gelten. Meine Existenz ist nicht an meine Attraktivität oder einen Prinzen gekoppelt. Ich führe eine Partnerschaft keine Herrchen-Hund-Gemeinschaft.”


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Dieser Artikel ist nicht von Journelle, dafür ein Gespräch mit der Arbeitsrechtlerin und Bloggerin Nina Strasser, die sehr deutliche Worte zur Situation von Eltern – und hiermit die Sonderstellung der Frauen – in der Arbeitswelt findet:

Heterosexuelle Paare können aber im Schlafzimmer keine Runde Schnick-Schnack-Schnuck spielen, um zu klären, wer das nächste Kind zur Welt bringt. Als Folge entsteht eine Diskriminierung von Frauen und Müttern, die so allgegenwärtig ist, dass sie uns gar nicht auffällt.

2017-07-15

Trau Dich!

Letztes Jahr in der Maßnahme hinsichtlich des Plans für Glück und Lebensfreude (PGL) die Leistungsfähigkeit im Rahmen der Krankheit erprobt und elegant auf die Nase geflogen. Erschrocken gewesen und mich unter ein riesengroßes Blatt zurück gezogen wie die Raupe im Regenguss. (Tun Raupen das überhaupt?)

Diese Woche mich vom Wahnsinn packen lassen – nach einer Woche seelischen und körperlichen Gemeinschaftsblues – und mich in der Volkshochschule (ich liebe dieses Wort so sehr, hoffentlich kommt nie so eine BWL-Master-Grünnase auf die Idee diesen Namen reformieren zu müssen) für einen zweiwöchigen Intensivkurs Italienisch angemeldet. Startet übernächste Woche. Bildungsurlaub quasi. Vorfreudige Angst. Drückt meinem matschigen Hirn bitte die Daumen, dass es mitspielt und durchhält.



Und ich habe jetzt einen Garten. Es ist ein knapp vier Meter mal zwei Meter fünfzig großer Garten, ein Vorgarten. Die Nachbarin von gegenüber und ich, wir haben beschlossen, wir machen das jetzt mal. Denn wenn wir einerseits dafür sorgen wollen, dass sich hier die Anlage nicht dem nebenan wohnenden und immer mehr zu uns hinüber wuchernden Drogenhandel ergibt, dann muss man eben Präsenz zeigen. Und diesen Leuten zeigen, dass uns das hier wichtig ist. Am Herzen liegt. Vorgartenpflege ist da ein ganz gutes Werkzeug, viele Dinge mit den Nachbarskindern draußen machen auch. Also haben wir einen Antrag gestellt, einen Pflegevertrag bekommen und den Schlüssel für den Wasserhahn mit der Anmerkung, wir sollen uns darauf gefasst machen, dass uns Nachbarn wegen des Wasserverbrauches anzählen werden. Aber wir ziehen das jetzt durch. Die Nachbarin mit Steinen, ich mit geometrischen Beeten und Farbkombinationen.

Es ist lustig, denn plötzlich fangen auch andere Nachbarn an, die noch brach liegenden Vorgärten zu begärtnern. Beziehungsweise bekommen andere wieder Schwung, sich neu um ihre zu kümmern. Wir kommen mit länger hier ansässigen Nachbarn ins Gespräch mit denen man bisher nicht so viel zu tun hatte. Die meisten von ihnen freuen sich, geben Tipps aus langjähriger Gartenerfahrung, reichen im Keller seit Jahren wartende Schläuche weiter. Man kommt sich näher. Bisher nur Kritik von zwei Nachbarinnen aus dem eigenen Haus. Muffellantinnen. Ausgerechnet von einer, die das halbe Jahr draußen im eigenen Garten lebt. So drollig kann es gehen.

Das letzte Stück Teilbeet (der Kreis) haben mir die Nachbarskinder nach dem Abstechen vom Rasen befreit. Dafür habe ich ihnen gezeigt, dass Steine, wenn man sie ganz doll aneinander schlägt nach Feuer riechen. „Feuerstein!” Wir zählen Regenwürmer zusammen. Regenwürmer in frisch ausgehobener Erde zu finden, ist nämlich der absolut heiße Scheiß! Die dicke Wurzel hatte ein Nachbar für mich frei geschaufelt, damit ich für die Rose tiefer ausheben konnte. Plötzlich bleiben Nachbarn stehen, greifen nach dem Spaten und buddeln ein paar Minuten lang mit. Es geht am Anfang ziemlich ins Geld – aber es macht viel Spaß, auch wenn es es sicherlich erst im nächsten Jahr richtig schön werden wird. Ich habe schon zwei Röschen und die riesige Buschmalve, die den halben Balkon im Kasten dunkel legte, freundet sich unten langsam mit ihrer neuen Wurzelumgebung an. Irgendwann werde ich in der Umrandung der Beete den perfekten Golfrasen gepflegt haben. Es wird irre werden. (Habt Ihr mal gegoogelt, was es alleine für grandiose tolle neue Tulpen-Züchtungen es gibt auf dieser Welt?)

Nun, ich traue mich also. Ich sage nicht, dass es stetig aufwärts geht aber es geht vorwärts.

Sorry lieber Handel – aber so dann doch nicht!

Vor einigen Wochen haben sich die Akkus, exklusiv für das Blitzgerät der Kamera verwendet, verabschiedet. Die erste Generation von Sonys NiMH CycleEnergy Akkus. Akkus, die geladen kommen, die man nicht komplett entladen muss, der Ladezyklus erstaunlich lange hält auch wenn sie nur herum liegen und die sehr schnell wieder aufgeladen sind – dafür im Vergleich zu früheren Akkutechniken relativ häufige Ladezyklen haben. Wenn ich das richtig zurückrechne, hatte ich diesen einen Satz seit 2012 im Einsatz. Fünf Jahre. Das ist okay.

Aber irgendwie hatte ich einen Neukauf verschlafen und nun steht Dienstag ein Fotohappening an bei dem ich zur Sicherheit Akkus haben möchte, denn ich kenne den Ort nicht an dem fotografiert wird. Nun war also etwas Eile angesagt. Das Internet hatte Preise aufgerufen, die – auch für das Produkt der Konkurrenz namens Eneloop Pro – ab 12 Euro begannen und so ging ich los in den hiesigen Handel mit dem festen Entschluss, die Akkus dort zu kaufen, würden sie irgendwas bis 16 Euro kosten. Dieser Handel aber wollte sage und schreibe 19,99 Euro für einen Vierersatz!

Und da muss ich jetzt mal ganz ehrlich sagen, da greift auch die Argumentation „Ladenmiete, Personalkosten” auch nicht mehr bei mir. Fünf Euro mehr für so einen Artikel, den die auch in großen Mengen und daher zum Spitzenpreis einkaufen? Da fühle ich mich veräppelt. Zumal ich es bin, die den Weg zu Euch hin macht – nicht das Päckchen den Weg zu mir. Sorry, aber so schafft man sich dann doch ab und nein, ich werde nicht mit Eurem Fachpersonal diskutieren, ob die mir so eine Packung Akkus zu einem normalen Preis reduzieren wollen. So ein Preis ist dann Wucher und das läuft nicht mit mir.

Bin dann zurück nach Hause gefahren, habe den Satz (im Blister MIT Plastikcase) für 13,49 Euro inklusive Versand Donnerstag bestellt, heute waren sie im Briefkasten.

Saturn und Mediamarkt, kommt mal wieder auf die Erde!