Posts mit dem Label creezy on tour werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label creezy on tour werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2026-04-10

Der Codex Purpureus Rossanensis in Rossano

Wer sich für die früheste Geschichte unseres Kontinents interessiert, kommt in der kalabrischen Sibaritide sehr auf seine Kosten. In die Geschichte der Arbëresh, der nach Kalabrien geflohenen Menschen aus Albanien, hatte ich euch schon mitgenommen. Rund um die Gemeinde Corigliano-Rossano möchten viele besondere historische Schätze von Besucher*innen entdeckt werden. Und: Es lohnt sich sehr! Daher machen wir hier einen Ausflug in die Altstadt von Rossano, wo der legendäre Codex Purpeus zu bestaunen ist. Vorher besuchen wir die archäologischen Ausgrabungsstätte des Parco del Cavallo, dessen Funde im nahegelegenen Archäologischen Nationalmuseum, Museo Archeologico Nazionale della Sibaritide, zu besichtigen sind.


Archäologie goes drittes Jahrtausend!

Viele Museen in Kalabrien sind in die Burgen der einzelnen Provinzen eingezogen. Das Museo Archeologico Nazionale della Sibaritide ist da ein deutlicher Bruch in der Landschaft mit seiner modernen Architektur. Architekt Riccardo Wallach hatte in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts das Museum in modularer Konzeption auf Grundlage der hippodämischen Stadtentwicklung entworfen, indem er auf kreative Weise die präshistorische Straßenstruktur dieser Region in den Bau integrierte.
Das Innenleben wurde in den Jahren der Museumsexistenz einerseits den Zuwächsen der Sammlung angepasst, denn da, wo gebuddelt wird, wird immer noch gefunden. Die technische Evolution der letzten Dekaden, möchte ebenfalls im heutigen Museumsbild integriert werden. Für Kinder konzipierte multimediale Ausstellungen, sind in einer gelungenen Ausstellung unverzichtbar.
Die Sammlung besteht aus den Funden der Ausgrabungen der antiken Ortschaften der Sibaritide: der griechischen Kolonie Sibarys (7. Jh. v. Chr.), ebenfalls griechisch Thurii (5. Jh. v. Chr.) und der Römerstadt Copia (2. Jh. v. Chr.) und von bedeutenden Stätten, darunter das berühmte protohistorische Heiligtum von Francavilla Marittima.
Als ich das Museum besuche, befindet es sich sichtlich im Umbruch. Seit 2021 befindet sich die gesamte Ausstellung in einem Prozess der Modernisierung und Neustrukturierung, um auch in jüngster Zeit gefundene Exponate zu integrieren und die Präsentation der Objekte auch sprachlich der Entwicklung anzupassen. Ein Ende der Reise ist nun in Sicht!

Sie machen das sehr charmant, meinem Erleben nach. Da wird eben der Text zum Ausstellungsobjekt an die Vitrine mit einem Marker geschrieben, dort hängt ein erklärendes Post-it. Hier erzählt eine Notiz, was sich theoretisch in der Vitrine befinden würde, befände sich das Exponat nicht gerade in der Restauration. Alte Informationstafeln werden mit Zetteln ergänzt um aktuelle Nachträge. Und die Besucher sind ausdrücklich aufgefordert, ihre Gedanken und Ideen für die neue Gestaltung der Ausstellung einzureichen. Umbruch im Alten zum Neuen.
Dass hier und dort dann schon neue Elemente z. B. zum Sitzen einladen – wie immer in Italiens Museen in besonders einladendem Design. Ehrlich? Ich hatte kindlichen Spaß in diesem – natürlich barrierefreien – Museum, das gerade wie aus einem Schmetterlingskokon neu schlüpft.

Einige Exponate haben es mir besonders angetan. Tongefäße, Messer und Münzen – sie gehören in einem archäologischen Museum zum Inventar. Hier sind viele trotz ihres hohen Alters so gut erhalten bzw. restauriert worden, eine faszinierende Freude für die Besucher*innen.
Mich beeindruckten besonders diese Statue mit integriertem Spiegel bzw. Handspiegel aus dem Reich der Frauen – beide aus der Bronzezeit!
Spiegel? Aus der Brozenzeit??? (Ich muss mich unbedingt in die Geschichte der Spiegel einlesen!)

Wer mag, kann mit der filmischen Einladung „Passione da Cultivar” der Historie von Olivenbaumzucht und ihrem Anbau folgen, denn natürlich ist man sich der Relevanz der historischen Landwirtschaft dieser Gegend bewusst und hat diesem Punkt einen ganzen Ausstellungsbereich gewidmet.

Der erste final umgebaute Raum ist das neue Zuhause des Stiers, Torre cozzante, in der Pose des Angriffs. Eine beeindruckende Bronzestatur – er ist das Wappen der Stadt Thuri (Thuril), einst eine panhellenische Kolonie, die ca. 444 v. Chr. den Platz von Sybaris einnahm, das 66 Jahre zuvor zerstört worden war. Dieser Stier brachte es im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus auf die Münzen der Stadt. Vermutlich steht er für die Verbindung mit dem Gott Apis aus der ägyptischen Welt.
Dieser Stier – um nur einen besonderen Genius dieser Ausstellung zu nennen – wird nebenan in einem eigenen und umfangreichen Bereich die Moderne geführt, da er als kriegerisches Stil-Element viele Arbeiten heutiger Comic-Zeichner inspirierte. Hier wird man auf jeden Fall seine Teenager parken können und in Ruhe den Rest der Ausstellung bewundern dürfen.
Eine spannende Zusammenführung uralter Geschichte mit unserer Moderne, die das Erleben dieses Museo sympathisch macht.

Die archäologische Anlage der Römerkolonie Copia

Zu Fuß wären es knapp 30 Minuten, sechs Minuten sind es mit dem Auto vom Museum aus zum Parco Archeologico di Sibari, auch Parco del Cavallo, dem größten archäologischen Ausgrabungsgebiet im gesamten Sibari-Raum. Hier befand sich die römische Kolonie Copia.
Von ihr sind Reste der Stadtmauer und das nördlich gelegene monumentale Tor und ein Teil der historischen Theaterarena zu besichtigen. Die Straßenführung zweier Hauptstraßen ist deutlich erkennbar, Reste der Thermen und vereinzelt sogar noch Mosaike im Boden.
Auch hier wird während unseres Besuches gerade gebaut, so dass ich leider nicht auf das Gelände gehen darf. Aber auch der Überblick der sehr frühen historischen Anlage beeindruckt in ihrer Größe und ihrem Erhalt.

Interessierte Besucher sollten sich auf jeden Fall bitte unbedingt vorher über die Öffnungszeiten informieren. Und: Das Gelände liegt im Freien und in den heißen Jahreszeiten sind Sonnenschutz und Wasser deine besten Freunde!

Ein Welterbe in Rossano: Der Codex Purpureus

Nur eine halbe Stunde Autofahrt entfernt, befinden wir uns in Rossano (Calabro). Der einen Namensgeberin der Provinz Corigliano-Rossano. Wer durch die Altstadt der Gemeinde mit knapp 37.000 Einwohnern läuft, bekommt einen ursprünglichen Eindruck Kalabriens.
Wir sind hier am frühen Abend eingetroffen und der kleine Ort zeigt sich uns vergleichsweise ruhig in der Abendsonne.
Verfallene Häuser stehen neben solchen, die vermitteln, dass in ihnen das Leben tobt. Touristisch kaputt saniert, ist hier noch wenig – was auch einmal angenehm zu erleben ist.
Wir, als Besucher, werden betrachtet von den wenigen Menschen, die uns in den Straßen begegnen. Straßen mit Stufen führen hinauf und hinunter. Ich glaube, hier kann man sich herrlich verlaufen!
Rossano – als Die Byzantinische bekannt – liegt, wie so viele Ortschaften in Kalabrien, auf einer Anhöhe – wer hier alt wird, bleibt bei 270 Meter über dem Meerespiegel zwangsläufig jung.
Es scheint völlig unwirklich, dass hier ein sehr besonderer Schatz christlicher Kultur liegt. Der Codex Purpureus Rossanensis – eine der ältesten Bibelhandschriften (6. Jh. n. Chr.) der Welt und sie gilt als eines der kostbarsten Dokumente der byzantinischen Kunst mit ihren Miniaturen.

Dieses beeindruckende Welterbe kann im Diözesanmuseum am Dom von Rossano besichtigt werden. Dieser natürlich auch.
Als Entstehungsort des Codex vermutet man die Türkei, er wurde im 7. Jahrhundert von flüchtenden Mönchen nach Kalabrien gebracht. Sie sind dafür verantwortlich, dass es in Rossano von lauter kleinen Gotteshäusern nur so wimmeln soll.

Von den ehemals 400 Seiten des Codex existieren heute noch 188 Seiten, einige sind von einem Feuer beschädigt, dem leider der größte Teil des Codex zum Opfer fiel. Dennoch: Die Restauratoren haben 1919 große Handwerkskunst geleistet. Der Codex ist wunderschön anzusehen.

Und für mich gesprochen, ist diese Handschrift eine der berührendsten Begegnungen mit der religiösen Geschichte, die ich in Italien bis dato erleben durfte.
Die verbliebenen Texte in griechischer Sprache (Majuskeln) umfassen das vollständige Matthäus-Evangelium und einen Brief des Kirchenvaters Eusebius von Caesarea. Im oströmischen Reich wurde das Neue Testament in griechischer Sprache überliefert. In dem Museum liegt der Codex gesichert und für Besucher zugänglich. Alle drei Monate wird eine neue Seite dieses 260 × 307 cm umfassenden Werkes aufgeschlagen.
Cesare Malpica hatte den Codex im Jahr 1846 in Rossano entdeckt. Doch erst zwei deutsche Gelehrte, Oskar Leopold von Gebhardt und Adolf Harnack, sorgten 1879 für seine Bekanntheit über die rossanischen Stadtgrenzen hinaus. Sie gaben dem Werk seinen heutigen Namen: Evangerliorum Codex Graecus Purpureus Rossanensis.
Oder kurz: Der Codex Purpureus ist ein ganz besonders schönes Stück Geschichte. Das gesamte Pergament ist in Purpur eingefärbt, das einst als die Farbe der Kaiser bzw. Könige galt. Die Schriftfarbe der Texte ist silbern und golden. Die wundervollen Miniaturen, damals wohl von den besten Künstlern ihrer Zeit kreiert, gelten als die schönsten erhaltenen Illustrationen der frühbyzantinischen Kunst.

Was für ein Stück Geschichte – und bildschön dazu. Für mich ein Must-see! Und ich muss noch einmal wiederkommen, denn die gesamte, umfangreiche Ausstellung des Museums konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht besichtigen.


Homepage Museo Archeologico Nazionale della Sibaritide

Homepage Parco Archeologico di Sibari

Homepage Museo Codex Rossano

2026-03-23

Die Tenuta Lagala – Weingenuss und perfekte Gastfreundschaft in Venosa

Venosa ist ein entzückender Ort mit kunstvollem Flair. Und die Tenuta Lagala als Cantina und Agriturismo ist eine zauberhafte Gaststätte und Pension inmitten der Weinreben samt Ziegen, Hühnern und Katzen mit herzlichen Gastgebern.

Ein Ort zum sich Wohlfühlen!
Venosa – einst Handelsmetropole, heute voller archäologischer Schätze

Venosa liegt in der Provinz Potenza der Basilikata, knapp hinter der Grenze zu Apulien. Von Matera ist man in einer Stunde Autofahrt dort, von Bari aus fährt man ca. 100 Minuten mit dem Auto, zwei Stunden wird ein Bus brauchen. Venosa hat alles, was eine kleine Ortschaft mit knapp 12.000 Einwohnern ihren Besuchern bieten kann: Historie, buntes Leben und die grandiose Küche mit ihren exzellenten Weinen!
Hübsche kleine Gassen mit ebensolchen Häusern vermitteln heute noch den Eindruck ihrer früheren Glanzzeit. Auf der Piazza Umberto beeindruckt die Villa Communale mit ihrer Pracht.
Ein Ausflug in die Geburtsstadt des lateinischen Dichters Quintus Horatius Flaccus (65 v. Chr.) – kurz als Horaz bekannt – lohnt sich absolut! Sein Geburtshaus steht heute noch, kann allerdings nur von außen bewundert werden.
In der Nähe auch seine Statue. Überall in der Stadt gibt es kleine kunstvolle Hinweise, die es zu entdecken gilt. Ein Spaziergang durch Venosa ist eine Freude.
Bunte Häuser, schmale Gassen. Der Ort liegt leicht erhoben an den Hängen des Monte Vulture. Der erloschene Vulkan hatte zum letzten Mal 40.000 Jahre vor Christus für vulkanüblichen Ärger gesorgt – übrigens mit der gleichen Größe wie der Vesuv.


Weinregion mit vulkanischem Flair

Die Gegend verdankt ihm heute aufgrund der ausgezeichneten Bodenverhältnisse den Aglianico del Vulture DOC, dem köstlichen Rotwein aus dieser Region der Basilikata. Übrigens finde ich die herausragenden Weine der Basilikata bei uns in Deutschland noch gar nicht ausreichend wertgeschätzt. Ach, und hatte ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ich die Landschaft der Basilikata liebe?
Als Horaz hier geboren wurde, galt Venosa, das ca. 291 v. Chr. von den Römern noch als Vensusa erobert wurde, als eines der relevantesten Handelszentren im Römischen Reich. Gegründet wurde die Stadt an den Ufern eines alten, seit Jahrhunderten trocken liegenden Sees. Die Lage an der Via Apia spricht für sich. Aus dieser Glanzzeit können die Ruinen eines Amphitheaters, ein Wohnhaus und Thermen besucht werden.
Das beeindruckende Castello ducale del Baluzo mit seinem (trocken liegenden) Wassergraben und den vier zylindrischen Türmen entstammt dem 15. Jahrhundert. Heute ist es der Sitz des Archäologischen Nationalmuseums, das die Fundstücke zeigt, die im Archäologischen Park von Venosa am Stadtrand gefunden wurden. Das Schloss stammt aus der Regierungszeit der Aragoneser. Ich habe es nur bei Nacht gesehen, unbedingt ein Grund für mich, nochmals Venosa zu besuchen!

Auch sehenswert müssen die jüdischen Katakomben sein, die im 3./4. Jahrhundert n. Chr. tief in den Hügel Maddalena hineingetrieben wurden und als Grabstätten bemerkenswerte Fresken zeigen.

Venosa besitzt einen entzückenden Mix aus Historie und Moderne – und ist auch eine lebendige Stadt. Umfriedet von einer traumhaft schönen Natur!
Wenngleich man oft leider sieht, dass die Menschen auch wegziehen und das eine oder andere Geschäft nicht mehr von der Familie fortgeführt wird. Kleine Bars servieren fantastische Weine der Basilikata – und natürlich den guten italienischen Caffè. Unser Ausflug in die Pizzeria Ganea am Abend hatte uns absolut überzeugt.
Ich war wirklich gerne hier – und obwohl uns am Nachmittag der stete Regen erst einmal vertrieben hatte –, wie schon geschrieben, möchte ich sehr gerne Venosa noch einmal länger entdecken! Schon alleine wegen der vielen Kunstobjekte, die man überall in dieser Stadt entdecken kann.

Agriturismo e Cantina Tenuta Lagala – Urlaub mit Ziege, Pool, Wein und manchmal Gesang

Vor einem heftigen Regenguss retteten uns Angelica und Arnaldo in die Tenuta Lagalla, bei denen wir zur Nacht eingeladen waren.
Das Ehepaar hat sich hier auf dem Bauernhof der Familie ganz auf Gäste eingerichtet. Mein Zimmer trägt den fröhlichen Name Hippos, denn: Pferdesport ist hier auch möglich.
Es sind einfache, aber gemütlich eingerichtete Zimmer – eines davon im kleinen Wachturm. So lässt es sich sehr gut auf 3-Sterne-Niveau Urlaub machen.
Hier werden in dem schönen Restaurant und der Weinbar mit Blick auf die Weinberge die herausragenden Weine, die Arnaldo produziert, serviert. Ebenso das prämierte hauseigene Olivenöl – und was Angelica in der Küche damit mit ihrer Crew für ihre Gäste kreiert, ist einfach nur lecker!
Die Hausherrin lässt es sich auch nicht nehmen uns zum Frühstück ihre selbst gemachte Ricotta zu servieren! Gastfreundschaft am Tisch lautet ihr Credo.
Und es stimmt, alleine, was die beiden uns zu einem späten Pranzo zu unserer Begrüßung servierten – natürlich nur aus den Produkten der Umgebung – ach, ich hätte von dem Tisch gar nicht mehr aufstehen mögen! Pizette mit aromatischen Funghi oder Tomaten, Catalogna, Stracciatella zu den Tomaten, würziger Käse …
Zu meinem Besuch in Venosa und bei der Tenuta Lagala kann ich nur sagen: Er war eindeutig zu kurz! Venosa ist ein bezaubernder Ort mit zu entdeckender Geschichte und in der Tenuta kann man sich richtig gut erholen, einschließlich einiger Kilo mehr, die man wohl mit zurücknimmt. Im Koffer und auf der Hüfte.

Natürlich möchte ich einen besonderen Protagonisten nicht unterschlagen: Von Juni bis Oktober sorgt der zum Agriturismo gehörende Pool für Erfrischung, der ausschließlich den Gästen vorbehalten ist.

Cantina Tenuta Lagala – Arnaldos Weine sind international gefragt

Arnaldo hatte die Vision einer Cantina mit seinem Bruder in die Realität umgesetzt. Nach dessen plötzlichem Tod hat er die Weine und künftig auch feinen Spumante der Tenuta Lagala alleine zu Ruhm und Ehren führen müssen. Aber mit Erfolg: Als wir im Herbst zu Besuch waren, war ein neuer, größerer Weinkeller gerade fertiggestellt und die ersten Tanks waren eingezogen.
Sein Rotwein, der Nero degli Orsini, ist prämiert mit drei Gambero-Rosso-Gläsern.
Sein Spiralis Aglianico Bianco di Basilica IGT ist mehrfach auch internationaler Preisträger, um nur zwei seiner ausgezeichneten (im doppelten Sinne des Wortes) Weine zu nennen.

Sein neuestes Flagschiff ist ein Spumante, noch in seiner Kulturphase. Wir dürfen ihn zwar schon verkosten, noch aber er nicht auf dem Markt. Was für eine große Ehre!
Arnaldos Weine sind inzwischen international hochgeschätzt.
Ich bin voller Zuneigung zu Maddalena, dem Rosé von Arnaldo. Die Rebe der Aglianico Basilica I.G.P. wird am Spalier gezogen und reift sehr spät. Die Mazeration erfolgt acht Stunden auf der Maische, Ausbau im Stahltank und mindestens drei Monate Flaschenreife, bis dieser Rosato den Markt betritt. Da sind rote Früchte im Glas, Beeren, Granatapfel und Muskat, ein sehr würziger und ausgewogener Rosato mit 12,5 Vol. Toll!
Wer es spritziger mag, den wird auch das frische Äquivalent als Frizzante gekeltert begeistern: Angelica del Vulture. Ein zauberhaft tiefes Rosé im Glas liefert Waldfrüchte, Himbeeren mit Zitrus am Gaumen und hinterlässt Eindruck im Abgang. Dieser Frizzante ist der perfekte, lebhafte Begleiter im Glas an warmen Sommertagen.
Die Zeit in seinem Weinkeller, der teilweise dem Labor eines Chemikers gleicht, haben wir alle flüssigen Köstlichkeiten sehr genossen. Es war auch so spannend, seine Spumante auf dem Weg ihrer köstlichen Werdung kosten zu dürfen. Und das alles liegt idyllisch, nebenan gackern die Hühner und meckern die Ziegen. Eigene Tiere dürfen hier übrigens (gegen Aufpreis) mitgebracht werden.
Arnaldo zeigt mir die Katzenbabys, die im Stall in der Nähe der Küche in Sicherheit aufgezogen werden. (Mehr für die Babys, als für die Küche.)


EVO Essenza – die grüne Essenz aus vulkanischem Boden

Olio EVO Essenza ist ein weiteres köstliches Geschenk, das aus der harten Arbeit der beiden resultiert. Diesem exquisiten Olivenöl, wie auch den Weinen der Tenuta Lagala, hilft es sehr, dass die Böden in der Region rund um Venosa aus Vulkangestein bestehen. Dem Öl kommt er im besonderen zugute, er schenkt den Coratina-Oliven ihre bittere Note mit einem pikanten Abgang.

Daher sind seine organoleptischen Eigenschaften bemerkenswert, in ihrer pfefferigen Note deutlich zu empfinden und sie waren Gambo Rosso 2024 bereits die Auszeichnung zweier Olivenblätter wert. Das Öl ist ein Cuvée aus den Sorten Ogliarola und Coratina. Die Ogliarola steht für den fruchtigen, aromatischen Geschmack, die Coratina liefert die gesunde Bitterkeit und Schärfe. Zu den eh schon schönen Restauranträumen gehören im Hintergrund noch eine große Eventhalle für italienische Familienfeiern – und diese können halt immer etwas größer ausfallen. Sicher kann es da in der Saison auch einmal etwas lebendiger werden – aber als Gast dazugebeten zu werden, ist in Italien wohl obligatorisch. Und: Es ist ein Agriturismo – wer hier zur richtigen Zeit urlaubt, wird die hohe Kunst der Weinlese oder Olivenernte miterleben dürfen.

Spätestens, wenn die Arnaldo seine Weine und Angelica ihre köstliche Küche serviert, wird jeder Moment in dieser traumhaft schönen Umgebung zum Feiertag! Mit solchen Aussichten?
Also … wenn Basilikata, unbedingt auf nach Venosa!


Tenuta Lagala
Strada provinciale 18
Ofantina 85029 Venosa
mobil: +39 3463098413
e-mail: info@lagala.it
e-mail: prenotazioni@lagala.it