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2026-03-23

Die Tenuta Lagala – Weingenuss und perfekte Gastfreundschaft in Venosa

Venosa ist ein entzückender Ort mit kunstvollem Flair. Und die Tenuta Lagala als Cantina und Agriturismo ist eine zauberhafte Gaststätte und Pension inmitten der Weinreben samt Ziegen, Hühnern und Katzen mit herzlichen Gastgebern.

Ein Ort zum sich Wohlfühlen!
Venosa – einst Handelsmetropole, heute voller archäologischer Schätze

Venosa liegt in der Provinz Potenza der Basilikata, knapp hinter der Grenze zu Apulien. Von Matera ist man in einer Stunde Autofahrt dort, von Bari aus fährt man ca. 100 Minuten mit dem Auto, zwei Stunden wird ein Bus brauchen. Venosa hat alles, was eine kleine Ortschaft mit knapp 12.000 Einwohnern ihren Besuchern bieten kann: Historie, buntes Leben und die grandiose Küche mit ihren exzellenten Weinen!
Hübsche kleine Gassen mit ebensolchen Häusern vermitteln heute noch den Eindruck ihrer früheren Glanzzeit. Auf der Piazza Umberto beeindruckt die Villa Communale mit ihrer Pracht.
Ein Ausflug in die Geburtsstadt des lateinischen Dichters Quintus Horatius Flaccus (65 v. Chr.) – kurz als Horaz bekannt – lohnt sich absolut! Sein Geburtshaus steht heute noch, kann allerdings nur von außen bewundert werden.
In der Nähe auch seine Statue. Überall in der Stadt gibt es kleine kunstvolle Hinweise, die es zu entdecken gilt. Ein Spaziergang durch Venosa ist eine Freude.
Bunte Häuser, schmale Gassen. Der Ort liegt leicht erhoben an den Hängen des Monte Vulture. Der erloschene Vulkan hatte zum letzten Mal 40.000 Jahre vor Christus für vulkanüblichen Ärger gesorgt – übrigens mit der gleichen Größe wie der Vesuv.


Weinregion mit vulkanischem Flair

Die Gegend verdankt ihm heute aufgrund der ausgezeichneten Bodenverhältnisse den Aglianico del Vulture DOC, dem köstlichen Rotwein aus dieser Region der Basilikata. Übrigens finde ich die herausragenden Weine der Basilikata bei uns in Deutschland noch gar nicht ausreichend wertgeschätzt. Ach, und hatte ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ich die Landschaft der Basilikata liebe?
Als Horaz hier geboren wurde, galt Venosa, das ca. 291 v. Chr. von den Römern noch als Vensusa erobert wurde, als eines der relevantesten Handelszentren im Römischen Reich. Gegründet wurde die Stadt an den Ufern eines alten, seit Jahrhunderten trocken liegenden Sees. Die Lage an der Via Apia spricht für sich. Aus dieser Glanzzeit können die Ruinen eines Amphitheaters, ein Wohnhaus und Thermen besucht werden.
Das beeindruckende Castello ducale del Baluzo mit seinem (trocken liegenden) Wassergraben und den vier zylindrischen Türmen entstammt dem 15. Jahrhundert. Heute ist es der Sitz des Archäologischen Nationalmuseums, das die Fundstücke zeigt, die im Archäologischen Park von Venosa am Stadtrand gefunden wurden. Das Schloss stammt aus der Regierungszeit der Aragoneser. Ich habe es nur bei Nacht gesehen, unbedingt ein Grund für mich, nochmals Venosa zu besuchen!

Auch sehenswert müssen die jüdischen Katakomben sein, die im 3./4. Jahrhundert n. Chr. tief in den Hügel Maddalena hineingetrieben wurden und als Grabstätten bemerkenswerte Fresken zeigen.

Venosa besitzt einen entzückenden Mix aus Historie und Moderne – und ist auch eine lebendige Stadt. Umfriedet von einer traumhaft schönen Natur!
Wenngleich man oft leider sieht, dass die Menschen auch wegziehen und das eine oder andere Geschäft nicht mehr von der Familie fortgeführt wird. Kleine Bars servieren fantastische Weine der Basilikata – und natürlich den guten italienischen Caffè. Unser Ausflug in die Pizzeria Ganea am Abend hatte uns absolut überzeugt.
Ich war wirklich gerne hier – und obwohl uns am Nachmittag der stete Regen erst einmal vertrieben hatte –, wie schon geschrieben, möchte ich sehr gerne Venosa noch einmal länger entdecken! Schon alleine wegen der vielen Kunstobjekte, die man überall in dieser Stadt entdecken kann.

Agriturismo e Cantina Tenuta Lagala – Urlaub mit Ziege, Pool, Wein und manchmal Gesang

Vor einem heftigen Regenguss retteten uns Angelica und Arnaldo in die Tenuta Lagalla, bei denen wir zur Nacht eingeladen waren.
Das Ehepaar hat sich hier auf dem Bauernhof der Familie ganz auf Gäste eingerichtet. Mein Zimmer trägt den fröhlichen Name Hippos, denn: Pferdesport ist hier auch möglich.
Es sind einfache, aber gemütlich eingerichtete Zimmer – eines davon im kleinen Wachturm. So lässt es sich sehr gut auf 3-Sterne-Niveau Urlaub machen.
Hier werden in dem schönen Restaurant und der Weinbar mit Blick auf die Weinberge die herausragenden Weine, die Arnaldo produziert, serviert. Ebenso das prämierte hauseigene Olivenöl – und was Angelica in der Küche damit mit ihrer Crew für ihre Gäste kreiert, ist einfach nur lecker!
Die Hausherrin lässt es sich auch nicht nehmen uns zum Frühstück ihre selbst gemachte Ricotta zu servieren! Gastfreundschaft am Tisch lautet ihr Credo.
Und es stimmt, alleine, was die beiden uns zu einem späten Pranzo zu unserer Begrüßung servierten – natürlich nur aus den Produkten der Umgebung – ach, ich hätte von dem Tisch gar nicht mehr aufstehen mögen! Pizette mit aromatischen Funghi oder Tomaten, Catalogna, Stracciatella zu den Tomaten, würziger Käse …
Zu meinem Besuch in Venosa und bei der Tenuta Lagala kann ich nur sagen: Er war eindeutig zu kurz! Venosa ist ein bezaubernder Ort mit zu entdeckender Geschichte und in der Tenuta kann man sich richtig gut erholen, einschließlich einiger Kilo mehr, die man wohl mit zurücknimmt. Im Koffer und auf der Hüfte.

Natürlich möchte ich einen besonderen Protagonisten nicht unterschlagen: Von Juni bis Oktober sorgt der zum Agriturismo gehörende Pool für Erfrischung, der ausschließlich den Gästen vorbehalten ist.

Cantina Tenuta Lagala – Arnaldos Weine sind international gefragt

Arnaldo hatte die Vision einer Cantina mit seinem Bruder in die Realität umgesetzt. Nach dessen plötzlichem Tod hat er die Weine und künftig auch feinen Spumante der Tenuta Lagala alleine zu Ruhm und Ehren führen müssen. Aber mit Erfolg: Als wir im Herbst zu Besuch waren, war ein neuer, größerer Weinkeller gerade fertiggestellt und die ersten Tanks waren eingezogen.
Sein Rotwein, der Nero degli Orsini, ist prämiert mit drei Gambero-Rosso-Gläsern.
Sein Spiralis Aglianico Bianco di Basilica IGT ist mehrfach auch internationaler Preisträger, um nur zwei seiner ausgezeichneten (im doppelten Sinne des Wortes) Weine zu nennen.

Sein neuestes Flagschiff ist ein Spumante, noch in seiner Kulturphase. Wir dürfen ihn zwar schon verkosten, noch aber er nicht auf dem Markt. Was für eine große Ehre!
Arnaldos Weine sind inzwischen international hochgeschätzt.
Ich bin voller Zuneigung zu Maddalena, dem Rosé von Arnaldo. Die Rebe der Aglianico Basilica I.G.P. wird am Spalier gezogen und reift sehr spät. Die Mazeration erfolgt acht Stunden auf der Maische, Ausbau im Stahltank und mindestens drei Monate Flaschenreife, bis dieser Rosato den Markt betritt. Da sind rote Früchte im Glas, Beeren, Granatapfel und Muskat, ein sehr würziger und ausgewogener Rosato mit 12,5 Vol. Toll!
Wer es spritziger mag, den wird auch das frische Äquivalent als Frizzante gekeltert begeistern: Angelica del Vulture. Ein zauberhaft tiefes Rosé im Glas liefert Waldfrüchte, Himbeeren mit Zitrus am Gaumen und hinterlässt Eindruck im Abgang. Dieser Frizzante ist der perfekte, lebhafte Begleiter im Glas an warmen Sommertagen.
Die Zeit in seinem Weinkeller, der teilweise dem Labor eines Chemikers gleicht, haben wir alle flüssigen Köstlichkeiten sehr genossen. Es war auch so spannend, seine Spumante auf dem Weg ihrer köstlichen Werdung kosten zu dürfen. Und das alles liegt idyllisch, nebenan gackern die Hühner und meckern die Ziegen. Eigene Tiere dürfen hier übrigens (gegen Aufpreis) mitgebracht werden.
Arnaldo zeigt mir die Katzenbabys, die im Stall in der Nähe der Küche in Sicherheit aufgezogen werden. (Mehr für die Babys, als für die Küche.)


EVO Essenza – die grüne Essenz aus vulkanischem Boden

Olio EVO Essenza ist ein weiteres köstliches Geschenk, das aus der harten Arbeit der beiden resultiert. Diesem exquisiten Olivenöl, wie auch den Weinen der Tenuta Lagala, hilft es sehr, dass die Böden in der Region rund um Venosa aus Vulkangestein bestehen. Dem Öl kommt er im besonderen zugute, er schenkt den Coratina-Oliven ihre bittere Note mit einem pikanten Abgang.

Daher sind seine organoleptischen Eigenschaften bemerkenswert, in ihrer pfefferigen Note deutlich zu empfinden und sie waren Gambo Rosso 2024 bereits die Auszeichnung zweier Olivenblätter wert. Das Öl ist ein Cuvée aus den Sorten Ogliarola und Coratina. Die Ogliarola steht für den fruchtigen, aromatischen Geschmack, die Coratina liefert die gesunde Bitterkeit und Schärfe. Zu den eh schon schönen Restauranträumen gehören im Hintergrund noch eine große Eventhalle für italienische Familienfeiern – und diese können halt immer etwas größer ausfallen. Sicher kann es da in der Saison auch einmal etwas lebendiger werden – aber als Gast dazugebeten zu werden, ist in Italien wohl obligatorisch. Und: Es ist ein Agriturismo – wer hier zur richtigen Zeit urlaubt, wird die hohe Kunst der Weinlese oder Olivenernte miterleben dürfen.

Spätestens, wenn die Arnaldo seine Weine und Angelica ihre köstliche Küche serviert, wird jeder Moment in dieser traumhaft schönen Umgebung zum Feiertag! Mit solchen Aussichten?
Also … wenn Basilikata, unbedingt auf nach Venosa!


Tenuta Lagala
Strada provinciale 18
Ofantina 85029 Venosa
mobil: +39 3463098413
e-mail: info@lagala.it
e-mail: prenotazioni@lagala.it

2026-03-22

Aperitivo mit Diane in Bernalda

Heute machen wir in der Basilikata einen kurzen Ausflug nach Bernalda. Die kleine Gemeinde zählt knapp 12.000 Einwohner und liegt in der Provinz Matera, knappe 40 Kilometer südlich von der Provinzhauptstadt entfernt. Von Apulien über Taranto aus fährt man mit dem Bus 90 Minuten dorthin.

Wie viele Orte in der Basilikata liegt auch Bernalda auf einer Anhöhe – von einigen Standpunkten des Ortes hat man einen fantastischen Blick auf die typische, fließende Landschaft Lukaniens. Das Castello di Bernalda auf der Piazza San Bernardino da Siena wurde von Normannen erbaut, später von den Argonen eingenommen. Die heutige Version ist im Jahr 1470 von Bernardino de Bernaudo (Sekretär des Königs Alfons II. von Neapel) auf den Ruinen der normannischen Burg errichtet worden. Nun ratet, woher Bernalda wohl seinen Namen bekam?

Die Festung mit drei Ecktürmen und einem umfangreichen Tunnelsystem, kann nach jüngst abgeschlossenen umfangreichen Restaurierungsarbeiten besichtigt werden. Ihr zu Füßen liegt in Richtung Küste das Naturschutzgebiet Metponto mit seinen archäologischen Städten und dem Nationalmuseum von Metaponto.

Diese Gegend in der Basilikata galt 773 n. Chr. als eine der bedeutenden Städte von Westgriechenland. Heute locken die Indizien der Vergangenheit, wie der Apollo-Lycus-Tempel oder die Nekropole Crucinia. Im Nationalpark wandert man zum Salinella-See oder streift durch den Bufalra-Wald.

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Bernalda ist die Chiesa Madre di San Bernardino da Siena. Sie liegt dem Castello direkt gegenüber. Die Kirche wurde 1510 gegründet und dem Heiligen Bernardino da Siena geweiht. Ihre besonders fein gearbeitete und bemalte Holzkanzel wirkt in der ansonsten eher einfach gehaltenen Kirche.

Tagsüber liegt Bernalda mit seinen hübschen, weiß getünchten Häusern und der charmanten Altstadt ruhig da. Tatsächlich … aber bekomme ich von alledem nichts zu sehen, denn wir erreichen den Ort erst am Abend zur besten Aperitivo-Zeit und sind zu Gast bei niemand Geringerem als Francis Ford Coppola.

Scherz!

Natürlich. Bernalda ist in den letzten Jahren aufgrund eines berühmten Enkelsohnes in die Öffentlichkeit gerückt. Und am Abend kommt hier ein unglaubliches Leben in die Straßen. Der Großvater von Francis Ford Coppola hatte sich von hier aus im Jahr 1904 aufgemacht, um in den USA sein Glück zu suchen. Ob er es fand, ist nicht überliefert. Überliefert hatte er aber alle seine Geschichten über seine lukanische Heimat an seinen Enkelsohn, Francis Ford Coppola.

Dieser, ein kreativer und als Regisseur weltbekannter Künstler, hatte hier den an der Hauptstraße Bernaldas, Corso Umberto, gelegenen Palazzo Margherita 2004 erworben und das Gelände mit einem beeindruckenden Garten in ein für normale Touristen kaum erschwingliches Boutiquehotel umgebaut. Sechs Hotels über die Welt verteilt, gehören wohl ins Coppola’sche Portfolio.

Die Restauration dieses neoklassizistischen Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert soll beinahe zehn Jahre in Anspruch genommen haben. Sieben Suiten und zwei Räume mit Gartenzugang können hier kurz- oder langfristig bezogen werden. Vorausgesetzt, man kann sich die Übernachtung ab 1.000 Euro pro Nacht leisten. Die luxuriöse Innenausstattung wurde von Designer Jacques Grange realisiert.
Nun, das ist ganz sicher genau die Unterkunft, die eine arme Region wie die Basilikata dringend benötigt. Für das Geld darf man entzückende Fresken bewundern, es gibt einen Pool in dem verwunschenen Garten, der Salon kann zu einem Kinoraum umfunktioniert werden, Coppolas cineastisches Erbe gibt es frei Haus zu sehen und natürlich wird der Shuttle zum Strand bereitgestellt. Immerhin – das Hotel gehört wohl immer noch der Familie, des inzwischen finanziell hart angeschlagenen Königs vieler epochaler Hollywoodfilme.
Eine Nummer kleiner lädt die im Haus liegende Cinecittà Bar mit Bistrot auch eher finanziell normale Gäste in das besondere Etablissement ein. Berliner, die hier eintreten, werden sofort an die legendäre Paris Bar in der Kantstraße erinnert.
Das Interieur ist ganz klar einer französischen Brasserie nachempfunden, die Jukebox bereichert den Raum ebenso wie die sehr gut ausgestattete Bar.
Die Porträts in Schwarz-Weiß der Filmikonen aus dem vergangenen und jetzigen Jahrhundert rufen viele cineastische Höhepunkte in der eigenen Erinnerung hervor.
Ob sich noch jemand an den wundervollen Marty Feldmann erinnert … außer mir? Und da wir hier zu Gast sind, als sehr kurz zuvor die wundervolle Diane Keaton ihre irdische Existenz aufgeben musste, stehe ich vor ihrem Bild, das mich ob ihrer jugendlichen Schönheit – die sie sich bis zu ihrem Ende erhalten durfte, das möchte ich betonen – schmelzen lässt, und verdrücke dezent eine Träne. „Cin cin la Déesse!”
Ansonsten haben wir hier einen wirklich charmanten Aperitivo.
Die Kellner servieren täglich (außer Mittwochs) ab 11:00 bis einschließlich 24:00 Uhr und unterhalten uns mit einer ihres Hauses mehr als angemessenen Klasse, und wir genießen die Oliven, Taralli und Focaccia und den Vino in einem für uns sehr angemessenen Ambiente.
Will sagen, wir hatten echten Bar-Spaß!

Auf der anderen Straßenseite, nur einige Meter weiter, besuchen wir Freunde bzw. Verwandtschaft von Pino.
Saida Chiurazzi hat sich gemeinsam mit ihrem Partner Antonio Delia mit dem DelChi Torrefazione einen Traum erfüllt. Sie importieren allerfeinsten Kaffee und verkaufen glücklich machendes Hüftgold aus Italien. Beide sind zertifizierte Caffè-Sommeliers.
Dazu gehören natürlich noch charmante Dekoration und Geschirr sowie einige Lebensmittel aus der Region, die ihren hohen Ansprüchen genügen.

Seit 2026 wird ihr Shop mit Kaffeeausschank im Gambero Rosso aufgeführt. Es ist so ein typisches Geschäft, das man nicht wirklich braucht, aber sobald man es betritt, rinnt einem das Geld nur so durch die Finger.
Und das nicht nur zu bestimmten Jahreszeiten …

Cinecittà Bar e Bistrot
Corso Umberto I, n. 60, 75012 Bernalda MT


DelChi Torrefazione
Corso Umberto I, n. 245, 75012 Bernalda MT

2026-03-18

Ganz besonders campen in der Basilikata: Le Due Barche!

Pino bringt uns zum Strand. Und erzählt. Von seinem Freund, der auf einem Campingplatz lebt. Der ein besonderer Mensch ist. Ein Künstler. Luciano Palermo.

Im November ist auf dem Campingplatz Le Due Barche (Die zwei Boote) natürlich tote Hose, vermeintlich. Dazu später mehr. Auf unserer Reise, die uns die Freiheit schenkt, zwischen der Basilikata und Kalabrien hin und herzuspringen, sind wir wieder in der Basilikata unterwegs. In Scanzano Jonico, Pinos Heimat. Der Ort Montalbano Jonico liegt etwas höher im Landesinneren, sein Pendant, Scanzano Jonico, hat es sich an der Küste des Ionischen Meeres gemütlich gemacht.
Dieses kleine Paradies ist von Matera in nur einer halben Stunde Autofahrt zu erreichen. Als wir aus dem Auto steigen, werden wir von dem Begrüßungskomitee in Emfpang genommen. Während ich ganz verzückt bin, grinst sich Pino eins, während wir weitergehen. Er weiß genau, wie es noch tierisch weiter gehen wird.
Ein langer, weißer Sandstrand liegt ruhig vor uns. Gelegentlich unterbrochen von etwas Gestein. Dann und wann schimmert weißes Treibholz im Sand. Im Sommer ist der Strand natürlich vollgestellt mit den geometrisch in Linie ausgerichteten Strandliegen der Lidi – wo es immer eine einfache, fantastische Küche in den dazugehörigen temporären Restaurants gibt. Der Campingplatz stellt in der Saison auch Rettungsschwimmer mit Gerät. Das Must have, um mit der blauen Flagge zertifiziert zu werden.
Jetzt im späten Herbst ist dieser Ort ein Paradies der Ruhe.

Stundenlange Spaziergänge, die völlig Schmerzbefreiten springen auch jetzt noch einmal kurz in das Meer an den wärmeren Tagen. Die Füße kann man auf jeden Fall noch ins Wasser halten. Kneipen in der Basilikata.
Alles ist so charmant ruhig, der Campingplatz ist leer.
Bis auf eben Luciano Palermo (kann denn ein Name italienischer sein?), der sich hier eingerichtet hat. Mr. Campingplatz lebt das ganze Jahr hier und macht diesen Ort zu einem sehr besonderen Fleck.
Er hat einen bezaubernden, kleinen und einladenden botanischen Garten installiert. Baut sein eigenes Gemüse an.
Überall gibt es etwas zu bestaunen. Seine Holzarbeiten, aus Treibgut oder gefällten Olivenbäumen hergestellt, laden auf dem Gelände zum Sitzen ein, mindestens zu ihrer Bewunderung.
Später zeigt uns Luciano seine Bilder. Umrahmt von selbst gezimmerten Hölzern.
Der Mann ist ein Tausendsassa! Und alles, was er hier geschaffen hat, macht diesen Campingplatz zu einem besonders liebevollen Urlaubsort.
Aber vorher ist er uns ein sehr herzlicher, ausgesprochen charmanter Gastgeber. Und nicht nur uns. Auch seinen Tieren. Die Katzen, die jetzt vorbeigucken, kennt er alle mit dem Namen.
Der junge, noch scheue Fuchs Willi, lebt hier mit seinen Eltern und gehört, …
… wenn auch mit etwas Abstand, zu ihrer Gang.
Wir sind hier einfach und es ist wunderschön. Die Sonne steht am Himmel, das Meer im Hintergrund plätschert vor sich hin, wir (später vor allem ich mit großer Begeisterung) füttern die kleinen Rabauken mit Wurst. Pino und Luciano kümmern sich um unseren Rossato. Sie zelebrieren dabei ihre lange Freundschaft. Besser geht’s nicht!
Das hier ist einfach ein wundervoller Platz. Kein auf Glamping gestylter Campingplatz. Er hat alles, was Camper brauchen in einfacher Weise. Hier man kann man noch wirklich campen, so wie diese Art des Urlaubs einmal angedacht war – in der Natur, gerade mit dem ausreichenden Comfort. Und Pino hatte seine diebische Freude uns diesen wunderschönen Platz am Meer zu zeigen. Man merkt ihm an, wie sehr er es liebt hier zu sein.
Blumentöpfe, in denen einige Pflanzen noch oder wieder blühen, Lucianos Papagei, den er irgendwie gerettet hatte, spricht mit uns. (Immerhin: Mein erster Papagei, der Italienisch kann!)
Und als wir den Ausflug an den Strand machen, folgen uns die Tiger samt Willi, spielen im Sand – und das alles mit dem Blick auf die türkisblaue See! Wer hat schon einmal einen Fuchs mitten in den Agaven gesehen?
Für mich war das der perfekte Moment in völliger Harmonie und für immer im Herzen festgeschrieben! Nun, was auch sonst bei solchen Aussichten?
Ja klar, in der Saison lebt es sich hier natürlich völlig anders auf diesem Campingplatz, dann tobt hier – seit immerhin 50 Jahren – das Leben: Tursi, Rabatana, Montalbano, Valsinni, das von Carlo Levi geliebte Aliano, das antike Eraclea, Bernalda, Scanzano, Rotondella. Alles spannende Orte in der nahen Umgebung, in denen man von „Le Due Barche” aus auf die eigene Entdeckungsreise in der Basilikata gehen kann.
Der Campingplatz lockt mit Musik und Kultur, hat seine eigene Bibliothek und verkürzt so die Sommerabende mit dem lukanischen Charme. Rundherum genießen Touristen die herzliche Gastfreundschaft der Lukanier, die die köstlichen Produkte direkt aus dem Garten Italiens servieren.
Der alternative Campingplatz hält über 100 Stellplätze bereit, die größtenteils im Schatten der hohen Pinien liegen. Es gibt darüber hinaus 15 mobile Häuser, die gemietet werden können, falls einem selbst der Camper fehlt. Tiere dürfen mitgebracht werden, ansonsten gibt es alles, was das Camperherz begehrt: Internet, Waschgelegenheiten,
Waschmaschine, Kühlschränke und Einkaufsmöglichkeiten. Und Lucianos Zoo, als auch seine Kunst und Freundlichkeit. Das alles ist so charmant, einfach und herzlich.

Homepage: Le Due Barche