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2026-02-12

Pickeldi …

… und Pickelda, Pickel sind für alle da!

Hört dat mit diesen Dingern jemals auf, frage ich mich?

Ich wette, die Dinger wachsen mit noch, wenn ich längst in der Kühlung der Pathologie liege.

2026-02-11

Am Grad …

der Verfilzung der Haare am Morgen, die unmögliche Abwesenheit von Nachtruhe ablesen können.

2026-02-10

Von nix gewusst!

Der Herr Buddenbohm, der, wie ich, gerade malade in den Seilen hängt, stellte gestern fest, dass er im Vorfeld nichts von den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina mitbekommen hatte. (Für die derzeit schwierigen Konstellationen sende ich sehr viele gedrückte Daumen.)

Mir ging es genauso. Zwar wurde ich wenige Wochen zuvor zu einem kleinen Presseevent eingeladen, das den Ort Borca di Cadore zusammen mit den Dörfern Cancia, Villanova und Corte uns vorstellte – wo auch ein Teil der Winterspiele ausgetragen werden bzw. Unterkünfte bereitgestellt werden. Das war sehr nett, aber irgendwie doch auch etwas launig – so ohne Bildmaterial und Kontaktdaten. Naja, NextGenerationEU macht das schon. Aber tatsächlich hörte auch ich an diesem Tag erstmals davon, dass die Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden und dazu in Europa.

Offensichtlich ist der mediale, weltweite und auch deutsche Lärm über so viel Mist mittlerweile so überlaut geworden, dass kaum noch Energie bleibt, die kleinen schönen Dinge zu erfassen. Es ist die doppelte Last dieser Tage, nicht nur, worüber berichtet wird, sondern auch, wie geschrieben wird über die Skandale. Ich erlebe gerade eine große Vermissung des souveränen Journalismus meiner Jugend, der beschrieb, aufklärte und in Kolumnen sauber ein Urteil formulierte. Wir sind abgebogen zu einer Carmen Miosga*, die wirklich mal besser bei den Tagesthemen geblieben wäre. Die Art und Weise, wie sie ständig der als vom deutschen Verfassungsschutz in Gänze als rechtsextrem und somit demokratiefeindlichen begutachtete Partei jeden verdammten Sonntag den Teppich ausrollt, sie widert mich nur noch an.

Ansonsten gab es in der letzten Woche ein nettes Get together mit der einen Hälfte der Journalisten der Israel-Pressereise. Eine davon kam aus der Schweiz zu Besuch nach Berlin und alle anderen Teilnehmer*innen konnten sich unserem Termin kurzfristig anschließen. Die Nachbesprechung der Reise bei natürlich geteiltem Hummus (Hummus & Friends) war wirklich schön, und die Freude, diese reizenden Menschen wiederzutreffen, tut der frustrierten Berliner Winterseele im Glatteis mit BVG-Streik on top sowas von gut!

*Ich bin übrigens so alt, da wurden keine Mitglieder des BDNS, JF oder NS in die öffentlich-rechtlichen Medien geladen, weil es keine Notwendigkeit gab, Rechtsextreme inhaltlich zu stellen. Allen war klar, wofür die standen. Punkt. Und es ist auch klar, wofür die AfD steht. Punkt.

2026-02-05

Serkan C.

ist tot. Verprügelt von einem Schwarzfahrer. 60 Euro gegen ein Menschenleben. Und der Vater von Serkan C. hatte in der Folge des Todes seines Sohnes einen Herzinfarkt. Wegen 60 Euro.

Serkan C. war alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teenageralter.

In italienischen Eisenbahnen wird seid Covid regelmäßig eine Ansage in den Zügen abgespielt, von einer sehr resoluten Männerstimme vorgetragen – sie klingt sehr anders als als die üblichen freundlich-dynamischen Ansagen – dass jede Beleidigung, Angriff gegen Zug-/Bahnhofsmitarbeiter mit einer Anzeige geahnet werden. In jedem Fall die Polizei dazu gerufen wird.

Diese Verrohung der Menschen findet offensichtlich woanders auch statt, das hilft uns nicht weiter aber es scheint, als hätten wir ein gesellschaftliches Problem.

Mein Tipp, wenn ihr Zeug*in eines solche Vorfalls einmal werdet an Bahnhöfen, geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit: Greift euch den nächsten Feuerlöscher und richtet den Strahl in das Gesicht des Angreifers. Niemand mag Löschschaum/-pulver in seinen Augen haben. Die werden dann ablassen, weil sie ganz andere Probleme haben. Und: Selbst, wenn sie fliehen, sie werden diese Probleme in einem Krankenhaus lösen lassen wollen. Was einen Zugriff ziemlich sicher durch die Behörden möglich macht.

Was Züge anbelangt, hilft es generell sich zu orientieren, wo die untergebracht sind. (Auch für andere Situatioen) Auf Bahnhöfen hängen sie mindestens in der Nähe der Wachhäuser.

Das ist dann Notwehr. Schlimmstenfalls muss man einen Feuerlöscher ersetzen, rettet aber ein Menschenleben.

Und:

2026-02-04

Das Epstein-Grauen

Vorgestern wird mir auf Instagram ein Clip reingespült von einer sehr verzweifelten, jungen Frau, die völlig in Panik und weinend immer wieder ruft: „Sie essen Menschen!” Das Ganze wird inhaltlich im Kontext mit den Epstein-Files kommuniziert und kam über einen Account, der sich vornehmlich für Frauenrechte stark macht.

Ich hatte das direkt weggeklickt, weil es mir als unseriös vorkam und ich die Vermutung hatte, dass dies einer dieser Internetinhalte sind, die gefaket lanciert werden, um Stimmung zu machen, Skandale zu pushen, dabei helfen, dass selbst Menschen, die sehr professionell Fakten analysieren und zurückhaltend argumentieren, ein Stück ins falsche Boot zu holen.

Und ich dachte in dem Zusammenhang auch direkt: Die Frau ist auf einem Drogen-Trip.

Natürlich will man selbst den abscheulichsten Gestalten unserer Gesellschaft keinen Kannibalismus unterstellen. Heute, nachdem ich den Clip ein bisschen auf mich habe wirken lassen und das Gesehene für mich reflektiert habe, muss ich feststellen, ich schäme mich, weil ich zuerst die hervor getragene Ungeheuerlichkeit damit abtun wollte, und der Frau Drogenkonsum vorgeworfen habe.

Wir wissen, dass die missbrauchten Frauen im Epstein-Millieu unter Drogen gesetzt worden sind. Und sehr viele von ihnen werden dieses Drogen genau nicht bewusst selbst eingenommen haben. Shame on me, dass ich das thematisch dieser Frau als ihr eigenes Verhalten unterstellen wollte. Denn gerade ich als Berlinerin weiß natürlich, dass Drogenkonsum sehr oft eine eigene persönliche Entscheidung ist – ganz oft leider eben auch nicht. Und meist trifft der letztere Punkt: junge Mädchen und Frauen.

Und zum Thema „Sie essen Menschen!”, kann man sich sehr sicher vorstellen, dass in solchen Kreisen mindestens sehr schlechte Witze darüber gerissen werden. Was, wenn diese Idee in den erlauchten engen Kreisen hochstillisiert wurde bis zum Machbaren?

Und, wenn Menschen sich so völlig abartig benehmen, wenn Menschen sich aufgrund ihrer Erfolge und Verbindungen sowieso für nicht justiziabel halten? Wenn Menschen sich aufgrund ihrer unfassbaren Reichtümer zudem für gänzlich unangreifbar halten, weil ihnen so viele Menschen (mit vermeintlicher Macht) wie Marionetten zuspielen (müssen), weil sie längst erpressbar geworden sind? Wenn Menschen generell gar keine Grenzen einer Gesellschaft mehr für sich erkennen, weil sie es einfach nicht mehr wollen? Wenn Menschen so unglaublich abgehoben sind mit den allerschlechtesten Eigenschaften menschlicher Daseinsform, die man sich überhaupt vorstellen kann?

Was soll diese Klientel eigentlich davon abhalten, menschliches Fleisch zu essen und dabei keinerlei Schuldgefühle mehr zu spüren?

Was?

Wie sehr ich es hasse, mich mit solchen Möglichkeiten in der Realität beschäftigen zu müssen.

2026-02-02

Stumpft die eigene Empathie ab?

Die Kulturzeitsendung auf 3sat vom vergangenen Freitag, wieder einmal für mich mit dem passenden Thema zur richtigen Zeit. Hauptthema der Sendung war die Vorstellung und Besprechung des Filmes „Quit vi encore” von Genevois Nicholas Wadimoff, in dem er neun geflüchtete Menschen aus Gaza zu Wort kommen lässt. Über ihr Leben vor den grauenvollen Angriffen Israels, ihre Flucht, das jetzige Leben, ihre Emotionen, ihr Trauma.

Danach das Gespräch mit der Medienwissenschaftlerin Marion G. Müller, die im Kontext mit Kriegsfotografien die Wirkung auf unser Empathieverhalten erforscht. Die herausstechende Frage: Stumpft unsere Empathie ab? treibt mich selber seit einiger Zeit um.

Ich versage mir seit einiger Zeit diese Bilder des Grauens, wann immer ich es verhindern kann. Als die Russen die Ukraine in diesem sinnlosen Krieg angegriffen haben, saß ich in Italien und wollte Covid-Ruhe und sah dann die Bilder im italienischen Fernsehen. Als die Hamas dieses fürchterliche Attentat Jahre später ausführte, saß ich in Italien – und zappte sofort weiter, mit Kenntnis um das, was dort geschehen war, dass ich diese Bilder nicht auch noch sehen musste. (Grauenvolle Gewalt durch Männer ist Frauen weniger fremd, als manche Menschen vielleicht denken.)

Gaza, Ukraine, Iran, jetzt auch die USA – ich sortiere mittlerweile streng. Naturkatastrophen in Ländern, denen es eh nicht gut geht und man weiß, man kann ihnen nicht genug helfen. Ich versuche, sie seit einiger Zeit auszublenden. Nicht, weil es mich nicht interessiert. Weil ich es nicht mehr ertrage.

Es gibt kein Verstehen für mich. Ich sehe solche Bilder viel zu viele Jahre immer und immer wieder, und was ich erkennen muss: Menschen sind fürchterlich grausam aus den niedrigsten Gründen. Sie fügen anderen Menschen Grausamkeiten zu, die ich in meinem seligen Deutschland nicht ertragen kann. Sie formuliert bekommen, tut im Hören weh. Ihnen ansichtig zu werden, brennt sich in meine Seele und verursacht diesen verständnislosen Schmerz, der dort seit Jahrzehnten sitzt und nie aufhören wird, weil es irgendwo auf diesem Planeten fürchterlich schlechte Menschen gibt.

Und ja, ich habe meine ureigenen Sorgen, existentielle Sorgen. Und es hilft mir auch nicht immer, zu wissen, es geht anderen sehr viel schlechter als mir. Ich weiß das, es nagt kontinuierlich.

Auch diese Form von Selbstschutz nagt kontinuierlich. Sie ist so sinnvoll, verursacht aber auch ständige Schuldgefühle. Ich muss diese Bilder nicht leben, zum Glück – sollte ich sie dann nicht wenigstens aushalten müssen? Ich kann diesen Menschen nicht wirklich helfen, höchstens im Allerkleinsten –sollte ich ihnen dann nicht wenigstens die Würde des Sehens zukommen lassen?

Und je weniger ich sehe, desto mehr werden dieses Schuldgefühl und das Mitgefühl. Nein, ich glaube, wer fähig ist, Empathie zu erleben, wird diese nicht von einem Zuviel an visuellem Grauen verlieren. Aber erleben, dass Empathie müde wird, dünn, Zeuge sein, wie sie einen dünnen Schutzfilm über sich zieht wie ein kleines Kind nachts im Bett, das sich unter die Bettdecke verkriecht, weil das Monster unter dem Bett sitzt.

Und manchmal wünsche ich mir das Monster unter dem Bett alternativlos zurück.

2026-02-01

Meine Krähenfreund'innen

haben bei mir ein neues Level freigeschaltet: Im Winter die Walnüsse anknacken und in Hälften in die Grünfläche werfen, weil sie die im Schnee deutlich schlechter geknackt bekommen.

Wobei ich es schon sehr liebe, wenn sie normalerweise die Nüsse Autos in die Spur legen oder aus der Höhe auf den Asphalt fallen lassen, diese cleveren Viecher.

2026-01-30

Vasa – Schwedens Geisterschiff

Was macht man, wenn man nicht so richtig beweglich ist und irgendwo seitlich rumliegen die beste Option ist? Klar, TV gucken.

Bin heute dabei über die zweiteilige Dokumentation auf arte „Vasa – Schwedens Geisterschiff” gestolpert, die leider nur noch neun Tage online verfügbar sein wird.

Während sich der erste Teil mit dem Unglück, der Inkompetenz im strategischen Bau und der Bergung der Galeone, die 1628 sank, beschäftigt, begibt man sich im zweiten Teil auf die Suche und Geschichte der verwendeten Materialien und erfährt von den heutigen Problemen, die das aufbereitete Schiff im Museum den Verantwortlichen macht – denn so richtig wohl fühlt sich das Wrack nicht an Land.

Unglaublich spannend diese Dokumentation – und ich kann sie nur empfehlen!

2026-01-21

Tage, die es nie gab

Ich bin neulich in der Mediathek über die deutsch-österreichische Krimiserie „Tage, die es nie gab” gestolpert, weil dort auf die zweite Staffel aufmerksam gemacht wurde. So habe ich dann die erste Staffel jetzt erst mir angesehen und … wow! Großartiges Fernsehen. So klug initiiert, aufgebaut und überraschend. Jede Folge erzählt die Geschichte von vier Frauen, deren Männern, einer üblen Scheidung, einem Kind mit Suizid und einem abgestürzten Schuldirektor, dessen Todesfall als Cold Case wieder aufgerollt wird nach drei Jahren.

Mit einer großartigen Sissi Höfferer, die ich sehr vermisst habe die letzten Jahre, die mit ihrem Nachwuchskriminalbeamten sehr fein akzenturiert stille humorvolle Momente kreiert (und von ihm, Spoiler, in der zweiten Staffel wieder in ein Hotelzimmer gesteckt wird). Es ist so fein!

Fantastisch Jutta Speidel als Karrierefrau a. D. und dann wieder i. D., deren Verhältnis zu Doris, ihrer Tochter ein bisschen fragwürdig ist. Wenn man ständig denkt, der alten hätte ich schon längst jeden Kontakt untersagt, Diana Amft aber als Doris' Tochter zu seicht, deren permanente Bissigkeit respektiert.

Beiden Frauen, Sissi Höfferer und Jutta Speidel, ist hoch anzurechnen, dass sie sich dem Schönheitsdiktat des Alterns im deutschen Schauspielwesen pragmatisch versagt haben. Sie sind schöner gealtert als beispielsweise Iris Berben, meiner Meinung nach.

Auch ganz wundervoll Jasmin Gerat, die ich sehr schätze, der man das Bemühen und ihr Leiden in den Auseinandersetzungen mit dem späterpubertierenden, drogenabhängigen Sohn absolut abkauft, während Wanja Mues als ihr Ehemann ziemlich blaß bleibt in seiner Vaterrolle.

Grandios überraschend in einer ernsten Rolle als (sehr) gut aussehender Ehemann von Doris und TV-Starkoch: Rick Kavanian. Aber sie spielen alle wundervoll – ein grandioses Cast durch und durch.

Vor allem hatte mich die Serie mit diesem Schuldirektor so an meine Schulzeit erinnert am Gymnasium. Geschichts- und Sozialkundenlehrer Herr Frank. Stellvertrender Schulleiter. Zigarrenraucher. Hässlich wie die Nacht, immer unangenhem müffelnd. Ein kleiner Mann (wir haben ihm immer eine Nazi-Vergangenheit unterstellt), der seine Komplexe an uns mit vorsintflutlichen Lehrmethoden abarbeitete. Der kollektive Klassenhass auf ihn war enorm.

Ein Beispiel war, dass sich die ganze Klasse hinstellen musste, wenn er den Raum betrat und ihn begrüßen musste in militärischer Strammstehmanier. Dann wurden Geschichtszahlen abgefragt. Wer traf, konnte sich setzen. Die letzten drei, die noch standen, hatten dann für den Tag eine sechs kassiert. Ja, genauso motiviert man Schüler zum Unterricht. Ich weiß heute nicht eine einzige Jahreszahl mehr (außer 1936 und 1945) oder sonstiges Datum. Er war auch so ein Winzling, der Schüler vor allen anderen Schülern gerne bloß stellte. Mich schüttelt es heute noch, wenn ich an den Kerl denke. Der hat mir den Spaß an Geschichte richtig vermasselt.

Lange Rede: „Tage, die es nie gab” lohnt es sich sehr zu sehen. Und unbedingt die erste Staffel vor der zweiten gucken. In der ARD Mediathek.

2026-01-19

KI-Gespräche

Ich hatte gestern das spaßigste Get-Together mit einer Künstlichen Intelligenz, das ich bis dato haben durfte.

Gestern früh fuhr ich mit der S-Bahn Richtung 100. Grüne Woche. Am Hauptbahnhof stieg ein Mann laut telefonierend ein und schmiss sich in das Abteil, neben meinem, sodass wir uns diagonal gegenüber saßen. Er war vielleicht etwas jünger als ich. Vom Typ „zu früh, zu lange und zu intensiv mit illegalen Substanzen in seinem Leben Bekanntschaft gemacht“, laut. Einer, der Aufmerksamkeit braucht. Und – dafür hat er sich ziemlich smart ein Ventil gesucht. Und gefunden. Zunächst.

Nach dem Telefonat wussten er (und ich und viele andere Fahrgäste), dass er am S-Bahnhof Charlottenburg aussteigen sollte. Er legte auf und fragte sein Smartphone und die KI (mit weiblicher Stimme), ob er mit seinem ICE-Ticket (ab Hannover) wirklich in der Folge mit dem Ticket auch im Berliner ÖPNV bis zu seiner Zielstation fahren dürfe.

Die KI antwortete ihm, dass er das dürfe.

Wollte er ihr nicht glauben, und hakte nochmals nach, unterbrach sie aber in ihrer zweiten Antwort ziemlich rüde, dass er, wenn das nicht stimmen würde, sie für die Strafe verantwortlich machen würde.

Die KI lehnte das aber ab und überließ ihm den Vortritt bei der Ticket-Verantwortung.

Fand er nicht gut. Und erklärte ihr erneut, dass er das Ticket nicht bezahlen müsse, das wäre dann ihr Ding.

Sie erklärte ihm, dass sie das gar nicht könne, denn sie sei nur eine elektronische Auskunftshilfe.

Er bestand darauf, sie das bezahlen lassen zu wollen.

Sie verneinte seinen Anspruch.

Er erklärte ihr, er hätte die Konversation jetzt gesichert und ja, sie würde verantwortlich gemacht werden. Sie müsste bezahlen!

Sie erklärte ihm, dass sie als KI weder über ein Konto noch über Geld verfügen würde und schon deswegen aus der Nummer raus wäre.

Das nötigte ihn wiederum, ihr zu erklären, dass es ihm genauso ginge.

Sie erklärte ihm, sie könnte nicht für sein Handeln verantwortlich gemacht werden.

So ging das hin und her. Vier Stationen lang.

Das Faszinierende dabei war: Der hatte diesen Widerspruch ganz klar noch humoristisch begonnen, die ersten vier Konversationen hatte er Spaß. Doch dann genau nicht mehr, denn er wurde zur KI unhöflich (sie bestimmt), nutzte Wörter, die sich in einer Kommunikation eher nicht ziemen. Die feminine KI mit „Alter!” anzusprechen, war dabei noch nett. Tatsächlich erklärte er ihr danach, sie würde ihn nerven.

Aber entließ sie auch nicht aus der Konversation, die er zunehmend doof fand, weil sie ihn wiederum nicht aus seiner Verantwortung der Ticketfürsorge entließ. Aber auch immer leiser mit ihr sprach. Ich unterstellte ihm ein langsames Begreifen, dass er aus dieser Situation nicht mehr als coole Socke herauskommen konnte. Er antwortete kürzer. Das Ganze hatte mittlerweile etwas von: „Du bist doof.” „Nee, du.” „Nein, Du!” „Nein, nein. Du bist richtig doof!”

Sie wurde indes, sich anpassend an seine kürzeren Sätze, in ihrer Kommunikation deutlich kürzer, knapper – signalisierte in der ihr einprogrammierten Höflichkeit ganz klar: Du nervst, Dude! Das ging immer so dreimal hintereinander, und beim vierten Mal setzte sie doch wieder zu einem längeren Erklärbär-Passus an: „Wenn du mit einem ungültigen Ticket fährst, ist das dein Problem, und es ist dein Job, für ein gültiges Ticket zu sorgen“ an.

Dabei ist mir, die sich aus unterschiedlichen Gründen grundsätzlich nicht mit der Stimme meines Smartphones unterhält, auch aufgefallen, dass die KI ja grundsätzlich das letzte Wort haben muss, weil sie sich am Ende bedankt. Sie ist immer die, die sich nochmal bedankt, den Sachverhalt wiederholt oder noch einmal nachfragt. Also wer schnell davon genervt ist, dass jemand das letzte Wort haben will, kann ja eigentlich mit dieser Form von Elektronik null Spaß haben.

Jedenfalls kurz vor dem S-Bahnhof Charlottenburg, wo er aussteigen musste, beendete er relativ leise für sich die Konversation. Woraufhin sie sich nochmals meldete, ihm für das Gespräch dankte und daraufhin darauf verwies, dass er für kein Ticket die möglichen Konsequenz…

Weiter kam sie nicht.

Er hatte ihr mechanisch das Wort abgedreht. Daraufhin meldete sich erneut die KI seiner Routenplanung zu Wort, die er vorher wohl nach dem Fahrweg gefragt hatte, um ihm zu erklären, dass er jetzt auf dem Bahnhof nach vorne aust…

Nee, er war fertig mit elektronischer Kommunikation für den Moment. Grummelte nur: „Wen interessiert’s, in welche Richtung ich aussteigen muss!“ (Berliner S-Bahn-Fahrer*innen wissen, dass gerade am S-Bahnhof Charlottenburg das durchaus richtig wichtig sein könnte.)

Dafür, dass ich den Typen von Anfang an wirklich unangenehm fand mit seinem polterigen, lauten Auftreten, hatte ich am Ende fast so etwas wie Mitleid mit ihm. Mit der KI aber auch.

2026-01-16

Guten Tag!

Mein Name ist creezy, ich bin 60 Jahre alt und habe heute zum ersten Mal eine Pizza gefrühstückt.

Ein halbe Pizza. Von gestern aus dem Restaurant mitgenommen, wegen Nachhaltigkeit und so.

Wenn viel Käse drauf war, mit etwas Olivenöl in der Pfanne aufgebacken, geht's eigentlich.

2026-01-11

Kleine unschuldige

Schneemänner töten.

Wie traurig muss (s)ein Leben sein?

2026-01-07

Geschirrspülersalz …

… ist auch so ein Produkt, das du* einmal vergessen hast auf Vorrat nachzukaufen. Und dann sendet dir der Geschirrspüler Signale. An einem Sonntagnachmittag nach feistestem Geschirrgelage. Und Montag vergisst du es wieder zu kaufen. Und irgendwie am Dienstag …

Aber dann! Dann kaufst du gleich zwei Packungen, eine auf Vorrat. Und vier Wochen später siehst du welches im Angebot und nimmst auf Vorrat eine Packung mit. Zwei Monate später stehste im Drogeriemarkt, kaufst Geschirrspülmittel und denkst: „Ach, Salz könntest du auch gleich mitnehmen. Da gab es ja vor Jahren mal einen persönlich implementierten Engpass.” Und vier Monate später steht es direkt neben dem Angebot der Katzenstreu und du packst es mit ein. War da nicht einmal was?

* = Ich, streichelt zärtlich ihre umfangreiche Geschirrspülersalzsammlung

2026-01-05

Erste komplette Verkaufswoche in einem neuen Jahr …

… und ewig grüßt die China-Bioprodukte-Gymnastikwoche bei allen Discountern.

Schon leicht ermüdend. Mindestens fantasielos.

2026-01-01

Herzlich willkommen 2026!

Ich hoffe Ihr seid alle gut durch- und reingekommen. Habt bitte ein bonfortionöses Jahr! Bleibt gesund und munter – ich möchte euch im nächsten Jahr um diese Zeit noch alle bei mir haben!

Steht mit den richtigen Menschen aufrecht zusammen. Genießt eure Zeit auf diesem Planeten. Liebt euch und lasst euch wertschätzen. Und vergesst es bitte nicht, weil es leider so viele andere Menschen in dieser Zeit wieder zu vergessen scheinen: Arme Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen von woauchimmerher – sie sind nicht eure Feinde. Sie tun euch nichts!

Das sind die reichen, weißen Menschen mit zu viel Geld und den falschen Ideologien!

Fight it 2026!

2025-12-17

Krähen-Freundschaft

Das ist Krähe.
Krähe befindet sich täglich am Vormittag auf dem Baum vor meinem Arbeitszimmer ein. Wenn ich Krähe erblicke und direkt aufstehe, um ihr eins, zwei, drei Walnüsse vom Balkon zu werfen (zielgerichtet auf den Weg, damit Krähe nicht erst die Nuss noch knacken muss), dann ist alles gut. Wenn nicht, macht Krähe draußen freundlich rabatiös mich auf sich aufmerksam.

Was Krähe aber immer macht, wenn ich huldvoll die Gaben vom Balkon geworfen habe, ist drei Mal zu krähen. Krähe und ich sind uns einig: Ich bin hervorragend fernzusteuern. Und Krähe ist außerordentlich höflich erzogen.

Ich mag Krähe. Und habe neulich gelesen, dass Krähen solche Erlebnisse, Routinen, die sie wertschätzen (bzw. natürlich auch gar nicht wertschätzen) an ihre Nachkommen vererben. Wir können also festhalten: Ich bin bis an das Ende meiner Tage als winterlicher Nusslieferant bei Krähe und den Krähen, die ihr folgen werden … geliefert.

Möge der Walnuss-Reichtum immer mit mir sein!

2025-12-15

Läuft gerade prima!

Ceranfeld kaputt.
Geschirrspüler kaputt.

Aber hey, Shiinchen ist gesund!

2025-11-02

Immerhin …

… heute mit einer Lässigkeit und Routine und Perfektion den Display- und Kameraschutz vom Smartphone ohne Katzenhaar-Fluseneinschluss gewechselt …

Ich erkenne mich ja selbst nicht mehr wieder!

2025-10-21

Kleine Empfehlung am Rande

Es ist nun wieder die Zeit in der wir uns fröhlich kleine unsichtbare Monster rumreichen. Wie sinnvoll es daher ist, Masken zu tragen – vor allem, wenn die Monster bei einem selber schon tätig sind, ist unbestritten.

Was ich aber wirklich empfehlen möchte, wenn ihr keine Masken im öffentlichen Raum tragen möchtet: Nasenduschen! Einfach regelmäßig, gerade, nachdem man sich mit sehr vielen Menschen gemeinsam in einem geschlossenen Raum aufgehalten hat, eine nette Nasenspülung am Abend.

Wir wissen – spätestens seit Covid – wie stark man sich mit diversenen Infekten auseinander setzen muss, das hängt unter anderen mit der empfangenen Virenlast zusammen. Nasenduschen können die Virenlast deutlich verringern! Einfach am Abend raus mit den ungebetenen Gästen. Die braucht doch eh keiner.

Nasenduschen sind der ganz heiße Scheiß – auch im Winter 2025/2026!

Ich schwöre übrigens auf dieses Modell. Einfaches Handling und unterschiedliche Nasenstöpselgrößen.

Und nein, Nasenduschen sind nicht iehhh oder doof. Lasse ich nicht gelten, weil ich natürlich auch mal so drauf war. Aber einfach regelmäßig durchziehen – dann regiert sehr schnell die Gewöhnung und man denkt nicht einmal mehr darüber nach, dass Nasenduschen unangenehm sein könnten. Alleine hinterher diese feie Nase, das könnte glatt mein Fetisch sein! (Spaaaaaß)

2025-09-27

So Kinders!

Ich erkläre hiermit den Sommer 2025 offiziell für beendet, denn …



… ich werde morgen die Lüfter in den Keller bringen.