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2020-10-23

Virtuelle Weintour

Jörg hatte mich neulich – auf die virtuelle Weintour der Wein-Plus Solution GmbH aufmerksam gemacht  Hier kann man vom 6.-15. November 2020 die Weine von 88 Winzern kennenlernen und besondere Schätze bei einer Online-Verkostung probieren. 

Namhafte Koryphäen, die sich auf unterschiedliche Weine verdient gemacht haben, erklären dazu im Online-Seminar eine – je dem Termin zugeordnete – Selektion verschiedener Weine unter ganz bestimmten Themen, wie „Weinwandern”, „Essensbegleiter”, „Klassiker” oder „Eine köstlich nette Familie” und viele mehr. Vorgestellt werden die Weine von der Weinkönigin Eva Lanzerath, den Weinprinzessinnen Anna-Maria Löfler und Eva Müller, den Sommeliers Peer Holm, Toni Askitis udn Konstantin Baum (Master of Wine) und einigen mehr. 

Die Teilnehmer suchen sich aus 22 den Weinpaketen ihr Lieblingsthema aus und bekommen ein Paket oder mehrere (solange nicht ausverkauft, einige sind es leider schon) mit vier unterschiedlichen Weinen vorher nach Hause geliefert. Jedem Paket ist zudem von jedem der Weine eine 50ml Probeflasche beigelegt, die für die Online-Verkostung geöffnet werden kann – so dass der Weine selbst später noch  einmal in ganzer Flasche genossen werden kann.

Mit nur 34,90 Euro ist man dabei, erhält zum Einkauf den terminierten Link zur gemeinsamen Verkostung. Und … wer über das Blog genussfreak von Jörg Bornmann geht, der spart mit dem Code sogar zehn Euro. 

Ich finde das eine vergnügliche Idee, um neue Weine kennenzulernen und mit etwas Abstand gesellig in dieser drögen Zeit doch Weinfreunde zu treffen und Spaß an dem Rebenglück zu haben.

2020-10-19

Die Pedelec-Genusstour im Elsass

Disclosure: Ich durfte auf Einladung von Michael Bartholomäus, Europäische-Insidertipps-Redaktion, und mit Unterstützung von Swapfiets, Deuter, Gonzo, Vaude, Hotel am Gottesauer Schloss und Hotel Der Blaue Reiter, Vogelbräu, Wirtschaftsförderung Technologietransfer Karlsruhe, dem KVV und vielen mehr an einer wundervollen Fahrradtour entlang der Weinstraße teilnehmen, um wundervolle Weine zu kosten …

Am zweiten Morgen unserer vier Länder Pedelec-Genusstour wache ich im Hotel Blauer Reiter ins Karlsruhe auf. Hierher ist die eine Hälfte unserer Truppe gestern umgezogen. Ein reizendes Design- und Tagungshotel im ältesten und östlich gelegenen Stadtteil Durlach von Karlsruhe gelegen. In Durlach wurde 1715 die Residenzstadt Karlsruhe gegründet, 1938 wurde Durlach in Karlsruhe zwangseingemeindet. Hier fühlt man sich sofort wohl, kleinere Straßen, alter Baubestand mit einer guten Anbindung im öffentlichen Nahverkehr. Zum z. B. Hauptbahnhof braucht es knappe 30 Minuten ohne Umstieg mit der Linie 2.

Design- und Tagungshotel Blauer Reiter

Ich schlafe hier hervorragend und bin schwer beeindruckt vom hohen Flor der Auslegware. Mein Zimmer ist absolut schalldicht, das Badezimmer sehr geräumig und mir fällt es schon etwas schwer morgens das außerordentlich bequeme Bett verlassen zu müssen. Wobei … dieser Wunsch relativiert sich schnell, nämlich nach dem ersten Frühstück. Das fröhliche Dekor-Geschirr von Dibbern mit unterschiedlichen floralen Blüten, jedes Set hat ein eigenes Motiv, macht mir einfach gute Laune! Und das Frühstücksbuffet, das dem Virus geschuldet uns der sehr nette Service auf Bestellung schnell zubereitet und anreicht, ist wirklich gut. Ich habe selten so feinen gebeizten Lachs oder geräucherte Forelle serviert bekommen. Jeder Wunsch wird erfüllt. Ein wirklich schöner Einstieg in den Tag!


Entlang der Alb
Michael Bartholomäus, unser umsichtiger und geduldiger Reiseorganisator und -guide holt uns Mädels im Hotel ab und wir radeln zum Bahnhof. Dem gegenüber liegt das Schlosshotel Karlsruhe, dort nächtigt die zweite Hälfte unserer Truppe und fühlt sich dort wohl auch ganz gut aufgehoben. Ich kenne das Restaurant des Hotels noch von meinem ersten Aufenthalt – das würde ich sofort empfehlen.
Nachdem wir komplett sind, die Laune für gut befunden und die Räder gestartet sind, radeln wir über den Bahnhof und dann durch das ausgesprochen grüne Karlsruhe entlang der Alb. Die entspringt im Nordschwarzwald in Bad Herrenalb und mündet im Rhein. Entlang ihrer Ufer kann man hier auf Karlsruher Höhe über 20 Kilometer Wander- und Radwegen folgen. Wir fahren also durch viel Wald auf gut befestigten Wegen. Das Grün der Bäume schützt uns vor der sehr warmen Sonne, denn wir haben heute einen perfekten Sommertag erwischt, wenn auch das Grün so früh am Morgen schon herrlich nach Herbst und Pilzen duftet!

Übrigens kann man auf der Alb wohl auch prima paddeln bzw. Kajak fahren – vorausgesetzt der Wasserstand stimmt.

Diese Radtour macht wirklich Spaß, die E-Bikes erlauben ein bequemes Fahren ohne große Kraftanstrengung. Dass Karlsruhe 2019 zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, wundert mich nun überhaupt nicht mehr. Nachdem wir die Alb solange begleiten bis sie in dem Rhein mündet, queren wir auf dem Rad die Rheinbrücke. Der Rhein – da liegt er vor mir. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich an seinen Ufern stehen darf oder ihn queren darf. Was für eine Dimension, Kraft und Dynamik dieser Fluss ausstrahlt!
Ein kurzer Fotostopp ist uns gegönnt, dann fahren wir zum nächsten Bahnhof und setzen uns pünktlich in die Bahn (Wörth-Strasbourg), die uns von Baden Württemberg hinüber in die Pfalz an die Grenze bringt, wo wir an diesem Tag – auf den ich mich im Vorfeld besonders gefreut habe – unseren radelnden Abstecher nach Frankreich machen: ins Elsass! Mein Frankreich, ach, was habe ich es vermisst! Ich bin schon ganz gerührt als im Zug die Ortsangaben auf Französisch erfolgen.


Wissembourg
Mit ziemlich viel Happiness im Blut, leicht verpeilt, doof grinsend, radele ich mit der Truppe nach Wissembourg – durch das Pay de Wissembourg, dem Weissenburger Land. Ich bin ja doch sehr frankophil, habe ich wieder einmal bemerkt. Sobald ich französische Straßenschilder sehe, geht mir das Herz auf, sobald ich den typischen französischen Duft dieses Landes schnuppere, springt es im französischen Takt. In Frankreich zu sein, das macht mich einfach glücklich.
Wissembourg ist zauberhaft, wir erreichen die kleine Stadt kurz vor der Mittagszeit. Es herrscht eine gesunde Geschäftsmäßigkeit, die ersten Restaurants füllen sich mit Gästen und meine erste Amtshandlung ist mir in einem der Cafés einen ersten französischen Café zu gönnen. Ich genieße einfach das dort sein. Leider ist unser Aufenthalt hier auf knappe 30 Minuten beschränkt, das reicht für ein paar fotografische Eindrücke und dem Gefühl wieder zu Hause zu sein. Die Bildsprache der Schaufenster lassen da keinen Zweifel zu.
Nun wird unsere Strecke leicht hügelig. Entlang der Landstraße radeln wir aus Wissembourg raus in Richtung Le Cléebourg, einem kleinen Ort, der auf einem Hügel liegt. Wir befinden uns auf der Route du Vin d’Alsace, dieser Teil führt von Wissembourg über Rott nach Le Cléebourg durch den Nationalpark der nördlichen Vogesen, der von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist. Grüne Felder unterbrochen von Obstplantagen und hier und da kleinen Wäldern. Alles grün und lebendig und duftend, hier kann man Energie tanken – selbst beim strampeln auf dem Rad.

Der Teil der Route du Vin, die durch den Elsass führt, ist 170 Kilometer lang und alleine ihr entlang könnte man immerhin schon in 300 Weingütern einkehren. Wir überwinden auf unserer kurzen Teilstrecke von nur knapp fünfeinhalb Kilometern immerhin 121 Höhenmeter, die Anstrengung hält sich aber auf dem E-Bike in natürlichen Grenzen und zwischendurch halten wir an und genießen die Aussicht, die Reben und die Obstbaumplantagen, die unseren Weg säumen.

An der Stelle, wo nachfolgendes Foto entstanden ist – ja, wir haben auch ein „fremdes” E-Bike von Raleigh Bikes in unserer Gruppe geduldet – (Jörg von radlfreak fährt mit dem Bike schon etwas länger durch Europa) und auch das sollte einmal Rolemodell spielen dürfen, habe ich von dem Baum eine Birne gekostet, die auf der Erde lag und geschmacklich unglaublich gut war! Es gibt Geschmacksmomente, die einen ein Leben lang begleiten werden, diese Birne wird so einer für mich sein. Und mehr kann man von einem Tag wirklich nicht verlangen.

Hôtel und Restaurant Le Cléebourg
Aber es ging deliziös weiter … Blauer Himmel, heiß strahlende Sonne, Birnenduft, da könnte man durchaus auch Visionen von einem fruchtigen Birnencidre bekommen. Aber die Cave Le Cléebourg, die nicht nur Kellerei sondern auch Hotel und Restaurant ist, serviert mir noch etwas Köstlicheres zur Begrüßung: Einen kühlen Kir Crémant! Die leichte Süße der Crème de Cassis mit dem spritzigen Crémant d’Alsace ICE by Cléebourg. Fantastisch.

Da hätte ich bei bleiben können den Rest des Tages – aber natürlich werden wir alle auch hier mit großer herzlicher Gastfreundlichkeit und mehr feinen Weinen bewirtet. Man serviert uns eine Schlachteplatte, auf der Speisekarte kurz Choucroute royale genannt, die auf einem sehr ursprünglichen Sauerkraut serviert wird und sehr gut schmeckt. Zum Dessert gibt es eine hausgemachte Vacherin Glacé maison, ein Eistörtchen des Hauses auf einem Fruchtspiegel. Und dazu serviert man den Weintrinkern von uns einen Auxerrois d’Alsace aus dem eigenen Haus.

Wer nach einer Wanderung und Weinverkostung hier später nicht mehr weiter laufen oder radeln möchte, den Bus verpasst (eigene Bushaltestelle!), der kann hier natürlich im Hotel auch die Nacht verbringen. Die Zimmerpreise liegen bei ca. 89,— Euro für ein Doppelzimmer, kleine Hunde sind gegen Aufpreis erlaubt.

Doch, ich kann mir sehr gut vorstellen, hier ein paar Tage zu bleiben und mit dem Rucksack die Gegend (und andere Weinproduzenten) zu erwandern bzw zu erradeln.

Auxerrois d‘Alsace

Ich kann mich nicht erinnern jemals zuvor schon einmal bewusst einen Auxerrois getrunken zu haben. Die Traube des Auxerrois ist weiß und wird der Familie der Burgunder zugerechnet. Sie entstammt der französischen Grafschaft Auxerre, so wird es jedenfalls vermutet, die zwischen Nord-Burgund und Champagne lag und so wurde diese Rebe von den Hugenotten hinaus in die Welt getragen.
Sie entstammt einer spontanen Züchtung zwischen Pinot (Ursprung Burgund) und Gouais Blanc, Heunisch, (Ursprung römisch). Zwei in ihrer Kultivierung durchaus sehr unterschiedliche Rebsorten, weswegen diese Züchtung als sehr besonders gilt. Die Auxerrois ist noch im Mai frostempfindlich und stellt daher große Ansprüche im Anbau.

Angebaut wird sie heute vor allem im Elsass und im luxemburgischen Bereich der Mosel. Aber zunehmend auch im saarländischen (Ober-)Moselbereich, in Baden, im Kraichgau und in der Pfalz. Der Auxerrois ist ein eleganter Wein mit einem kräftigen fruchtigen Körper, da kommt das Burgund wirklich durch. Wenn man ihn trinkt, hat man ein Bild vor allem von reifen gelben Früchten. Birnen, Quitten, Mirabellen und Aprikosen schmeckt man, begleitet von einer weichen sehr milden Säure, die an den Weißburgunder erinnert. Mit etwas mehr Reife schmeckt man auch Mandeln und Honig. Der Auxerrois ist ein sehr feiner Wein und wenn er Euch angeboten wird, am Tisch oder im Weinregal – traut Euch ihn zu kosten. Es lohnt sich!

Cave Vinicole Le Cléebourg

Wir sind im Elsass, also wird hier auch der Auxerrois ausgebaut – und natürlich verkosten wir ihn gerne – nach der Führung durch die Kellerei. Der Sohn des Hauses ist nach seinem BWL-Studium und seinem Ausflug in die deutsche Automobilindustrie in die Heimat zurückgekehrt und erklärt uns mit enorm viel Fachwissen und Engagement die Prozesse des Kelterns. Natürlich ist auch hier die Lese im vollen Gange aber jetzt am frühen Nachmittag bereits abgeschlossen, denn die Trauben müssen an einem solchen heißen Tag bis zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages eingefahren sein, weil sie sonst zu sehr nachreifen und zu viel Zucker in die Maische bringen würden.
Hier werden die Trauben von einer Anbaufläche von 189 ha verarbeitet. Die meisten Hänge sind südwestlich orientiert und die Reben profitieren von den unterschiedlichen Böden wie Lehm, Mergel, Sandstein und Löß (Schluff). In der Cave vinicole de Cléebourg wird sichtlich deutlich weniger rustikal gekeltert als beim Leiling. Das ist immer das Charmante an solchen Führungen. Die Individualität der einzelnen Winzer, deren Handschriften und Fokus kann man durchaus schon im Keller erkennen, bevor man deren Kunst im Glas überhaupt schmeckt.
In der Cave, dem Weinkeller – insofern bin ich hier total richtig – wird neben Sylvaner, Riesling, Muscat, Pinot Gris und Noir, Gewüztraminer – auch Crémant produziert. Den ich bekanntlich jedem Champagner vorziehe. Ich bin bekennender Crémant-Fan, dem Schaumwein, der nach der Méthode traditionelle (3,5 bar Überdruck) produziert wird, dem Synonym für das außerhalb der Champagne in der Verwendung verbotene „Méthode champenoise” (6 bar Überdruck). Also fühle ich mich hier per se sehr wohl in dieser Produktionsstätte des Crémant d’Alsace. Dessen Trauben üblicherweise bereits zwei Wochen vor der finalen Reife geerntet werden, damit seine feine Säure garantiert bleibt.
Wir werden ausführlich in dessen Produktionsweise eigewiesen, dürfen an den heute vollautomatischen Rüttlern vorbei gehen und in der Schatzkammer der Cave herum schnuppern. Und wir erfahren auch die Besonderheiten des elsässischen Weinanbaus, dass hier immer noch der Verkauf direkt ab dem Fass untersagt ist. Der Wein aus dem Elsass gehört in die besondere hohe, einer Flöte ähnelnden Flasche, der Flûte, abgefüllt. Eine Tradition gegen die sich aber immer mehr junge Winzer im Elsass auflehnen.

Weiterhin werden im Elsass ungerne Cuvées ausgebaut, geschätzt wird die sortenreine Abfüllung der einzelnen Sorten, die einzige Ausnahme davon bildet wohl der Edelzwicker. Ich denke, auch das wird das Engagement der jungen Winzer in dieser Region in naher Zukunft zu verändern wissen.
Unsere anschließende Verkostung lässt keine Wünsche offen, wir probieren einen weiteren Auxerrois Sigillé St. Entienne (2018) und von gleicher Lage einen Riesling von 2017, einen prämierten Muscat von 2018. Einen Pino Gris Vielles Vignes von 2017 und zwei Gewürztraminer von 2016, dem Reifenberg und Lune de Miel, die Crémants und natürlich landet auch noch ein hervorragender Roter, Pinot Noir, in unseren Gläsern. Ich unterstütze die französische Wirtschaft mit dem Kauf des Crémant d’Alsace Domaine Burger in Bio-Qualität, der landet in meinem Rucksack zu unserem großzügigen Gastgeschenk, einem Pinot Gris.

Abschließend zum Auxerrois, ich mag diesen Wein, freue mich ihm begegnet zu sein und werde ihn nicht das letzte Mal getrunken haben. Apropos Rucksack …


Deuter Rucksack Trans Alpine Bike 28 SL

Deuter muss ich Euch nicht wirklich vorstellen oder? Das deutsche Unternehmen hat schon im Jahr 1989 die Post mit Postbeuteln ausgestattet und somit eine irrsinnige lange Kompetenz in der mobilen Aufbewahrung am Mann/an der Frau erworben. Die Rucksäcke von Deuter gehören heute zum Alltagsbild – ob in der U-Bahn, bei Wanderungen im Wald oder in den Bergen oder hier im Stau im Berliner Radverkehr, ein Protagonist hat doch immer einen Deuter-Rucksack auf dem Rücken.

Deuter hat uns alle freundlicherweise mit richtig guten Rucksäcken ausgestattet, die weiblichen Radenthusiastinnen bekamen die neue Version des Trans Alpine 28 SL Bike (SL = Slim Line für den femininen Torso), die Herren die 30 Liter-Variante davon. Großartiger Rucksack.

Rechts: niedlicher femininer superzierlicher Torso!

Der Trans Alpine ist ein Daypack, der über die vielen Jahre, die es ihn mittlerweile gibt, immer weiter entwickelt worden ist. Hier in der aktuellen Version zusätzlich mit ein paar sehr klugen Features für den Radfahrer – für mich lässt der Rucksack auch keinen Wunsch mehr offen. Na gut, einen. Dazu später mehr.

Die Slim Line-Variante ist extra für den kürzeren Torso von Frauen gemacht, das heißt, er hat ein kürzeres Rückensystem, schmalere Schulterträger und konische Hüftflossen – was in der Konsequenz einen besseren Sitz bedeuten soll. Ich bin da persönlich immer hin- und hergerissen. Diese genderdifferenzierten Baumodelle bieten mittlerweile alle Rucksackanbieter an. Als Frau von 180 cm Körperlänge bringt mir ein kürzerer Rucksack keinen Vorteil, vermisse aber eher die (wenigen) Liter mehr Fassungsinhalt. Das höre ich von vielen Frauen in meinem Umfeld gerade bei Treckingrucksäcken, dass diese weniger Platz zur Verfügung stellen bei den schmaleren Modellen. Das sind nie viel Liter – aber dass die Packbreite bei einem schmaleren Rucksack viel weniger Spielraum lässt, stört einfach. (Liebe Grüße an die Produktentwicklung.)

Es gibt den Trans Alpine neben einer normalen Variante auch in einer EL-Version, Extra Long, für größere Menschen ab 185 cm Körperlänge, dann mit 32 Liter Fassungsvermögen.

Egal, dieser Rucksack ist so perfekt für Touren ob nun zu Fuß oder per Rad. Er hat eine sinnvolle gute Aufteilung, finde ich. (Mittlerweile bin ich für eine interne Rucksackaufteilungsnormung. Ich hasse es, wenn ich einen Rucksack wechsele und meine innere Packordnung dem neuen Modell unterordnen muss.) Der hier ist klug aufgeteilt, ähnelt meinem sonstigen Alltagsrucksack sehr – hat aber noch diverse Features mehr, die nicht nur aber besonders für einen Radfahrer ungemein praktisch sind:

• Vorrichtung für Trinksysteme (optional zu erwerben) im Rückenteil
• Luftpumpen-/Werkzeugfach, mit Reißverschluss (RV) – das Volumen ist groß – extern zugängig
• Trägerschlaufe für die Sonnenbrille etc
• Klemmhalterung für den Helm
• Sicherheitsfach für Smartphone, extern zugängig, RV
• Schneller Zugriff auf Karten dank Eingrifftasche
• Große Außentasche mit RV
• SOS-Label im Rücken mit allen wichtigen internationalen Notfall/Alpin-Notfallnummern
• Bodenfach mit herausnehmbaren Trennfach, dreifache Tascheneinteilung im Innenraum
• Regenschutz
• Refklektoren
• Deuter AirStripes Belüftungssystem, das dafür sorgt, dass im Rückenbereich die Luft gut abtransportiert wird (funktioniert sehr gut)
• Herausnehmbare Sitzmatte im Rückenteil, stabilisiert den Rucksack (Getränke/Laptopfach) beim Tragen
• Aluschienen im Rückensystem (verstellbar) für einen wirklich guten Tragekomfort
• Schulterträger passen sich aktiv der jeweiligen Schulterphysiognomie an
• Beide Hüftflossen haben eine RV-Tasche (YEAH!!!) (Passen Smartphones in iPhone 6-Größe knapp noch rein.)

Und ja, es ist ein grandioser Rucksack, der mich total gut begleitet hatte auf der Tour. So ein richtiger netter hilfreicher, dabei unkomplizierter Buddy! So wie man es mag.

Seine Beschichtung ist PFC-frei. Trotzdem perlt bei Regen das Wasser an der Oberfläche (Polyamidtextil) ab. Der Rucksack ist vielleicht kein Leichtgewicht mit seinen 1,2 Kilo Eigengewicht. Fairerweise muss man aber sagen, dass, wenn man ihn gut eingestellt auf dem eigenen Körper trägt, man von dem Gewicht aber vor allem von dem Packgewicht gar nichts merkt. Nichts drückt oder scheuert. Der ist schon sehr gut überlegt entwickelt worden. Kompliment an Deuter.

Und ich wäre total glücklich mit und über diesen Rucksack, also wirklich super duper total ehrlich happy und würde ihn extrem gerne benutzen während meiner Touren und im Alltag … hätte ich ihn in dem schönen Schwarz bekommen dürfen mit dem türkisgrünen Reißverschluss! Und nicht in dem Ruby-Blackberry-Frauen-wollen-Rosa-oder-Fliederfarben-tragen schrecklichem Gendercode. (Die Jungs erhielten die Rucksäcke in der blauen Variante.)

Es ist ein wirklich bisschen tragisch traurig für mich, weil ich kaum eine Farbe in der Außenlandschaft mehr verabscheue als dieses Deuter-Mädchen-Blackberry. So sehr gar nicht mein Farbton!

Ja, schade. Seufz. Nun gut.

Lange Rucksackvorstellung, kurze Rede: ich habe also den Rest der Tagestour zwei Flaschen Wein im Rucksack transportiert plus Wasserflasche (und Schminktäschchen!) und das Gewicht im Grunde nicht bemerkt. Das ist vom Stauraum und vom Sitzkomfort her – auch unter Last – ein wirklich sehr guter Rucksack. Daumen hoch! Die empfohlene Preisempfehlung liegt bei 129,— Euro – und Deuter bietet nach den zwei Jahren Garantie einen lebenslangen Reparaturservice an, das ist sehr nachhaltig. Und ich finde das gut, denn einen wirklich gut sitzenden und subjektiv prima funktionierenden Rucksack, den will man nie mehr hergeben!

Also, falls sich jemand zu Weihnachten von Euch einen Wander-/Bikerucksack wünscht mit dem man vom Volumen her 1-2 Tage ins Gelände möchte, der Deuter Trans Alpine Bike wäre eine Empfehlung …

Zurück zum Weintor …

Von Le Cléebourg machen wir uns am späten Nachmittag auf zurück nach Wissembourg. Die gleiche Strecke, die es vorher bergauf ging, geht es nun bergab – die Strecke fährt sich (vielleicht auch ein klitzekleines bisschen wegen dem leichten Alkoholpegel in uns) sehr geschmeidig und ich hatte viel Spaß beim downhillen. Sehr großen Spaß! Tolle Strecke! Und wieder einmal bedanke ich mich beim großen Wettergott für seine gute Laune.


Pfeffer's Schirmbar – Taverne

Ab Wissembourg radeln wir die kurze Strecke (sieben Kilometer) hinüber wieder in deutsche Gefilde in die Pfalz nach Schweigen-Rechtenbach und landen erneut am, dieses Mal aber hinter dem Weintor in der Peffer’s Schirmbar. (Apostroph ist nicht von mir!) Hier ist ein bisschen Aprés Ski-Stimmung in einer sehr charmanten Weinbar – mit vier offenen Wänden. In Freiluftkultur wird hier das eine oder andere Getränk zu sich genommen, gutes Essen gibt es wohl auch – und der Barchef Bernd ist ein ziemlich cooler herzlicher Typ, der mit seiner guten Laune jeden mitreißt.

Ich mag, wie er uns die Geschichte der Entstehung der Bar erzählt und dabei voller Freude jeden Freund erwähnt, der ihm bei seiner Unternehmung mit Rat und Tat geholfen hatte. Aber das scheint mir eh eine ganz große soziale Kompetenz in diesem Landstrich zu sein, man ist gerne mit anderen Menschen zusammen und für andere Menschen da. Es wird sehr selten negativ über andere Menschen gesprochen, eher im Gegenteil, wird sehr wohlwollend kommentiert, was andere Menschen tun, leisten. Da kann die Großstadt hier noch sehr viel von lernen, wo sehr wichtig zu sein scheint sich alleine im Glanz der Super Trouper zu sonnen.

Ich bin mittlerweile auf dem Dubbeglas-Tripp und man kann sich sehr sicher sein, dass Bernd hier ordentlich mehr vier Fingerbreit vom Wein in das Glas fließen lässt als Wasser. Nach unserem gemütlichen Aufenthalt bei ihm geht’s wieder zurück. Die vier Kilometer zum gleichen Bahnhof, wo uns schon den Abend zuvor ein Zug mit unseren Rädern zurück nach Karlsruhe gebracht hatte. Ein Gerücht sagt, dass direkt am Bahnhof noch eine Flasche Wein geleert wurde. Das ist richtig nett an so einem warmen Herbstabend mit einem guten Tropfen in netter Gesellschaft und Stimmung auf einen Zug zu warten.

Den Abend beschließen wir – nun wirklich nicht mehr radelnd – wieder in einer der Vogelbräu Bierkneipen, dieses Mal ist es der Karlsruher Biergarten – zwei weitere Ausflüge zum Rudi Vogel werden noch folgen. Aber heute ist erst einmal Schluss mit der wunderschönen Radtour in Karlsruhe und im schönen Elsass – es war ein herrlicher Tag!

Design- und Tagungshotel Der Blaue Reiter
Amalienbadstraße 16
76227 Karlsruhe-Durlach

Pfeffers’s Taverne
Silvanerstraße 1
76889 Schweigen-Rechtenbach

Cave vinicole de Cleebourg/Hotel et Restaurant Le Cleebourg

Route du Vin
F-67160 Cleebourg

Tag 1 der Pedelec-Genusstour in vier Ländereien

2020-09-20

Die Pedelec-Genusstour in vier Länderreien

Disclosure: Ich durfte auf Einladung von Michael Bartholomäus, Europäische-Insidertipps-Redaktion, und mit Unterstützung von Swapfiets, Deuter, Gonzo, Vaude, Hotel am Gottesauer Schloss und Hotel Der Blaue Reiter, Vogelbräu, Wirtschaftsförderung Technologietransfer Karlsruhe, dem KVV und vielen mehr an einer wundervollen Fahrradtour entlang der Weinstraße teilnehmen, um wundervolle Weine zu kosten …

Einmal im Herbst während der Weinlese in den feinsten deutschen Weinregionen der Weinstraße entlang radeln, bei strahlendem Sonnenschein, wundervollen Düften, spätsommerlichen Farben einer besonderen Natur. Über die Grenzen unterschiedlicher Bundesländer radeln – bis hinüber nach Frankreich in das Elsass. Sauerkraut-Testessen, Weine verkosten … ein lang von mir gehegter Traum. Und den durfte ich nun leben! In Begleitung reizender Menschen, Wein- und Wettergötter waren uns wohlgesonnen auf unserer Pedelec-Genusstour in vier Ländereien …

Ausgangspunkt unserer Touren ist immer die schöne Stadt Karlsruhe. Sie macht es mit ihrer hervorragenden Anbindung auf Schienen dem Radausflügler wirklich leicht in wenigen Minuten der Stadt zu entfliehen und mit dem Bike ratzfatz irgendwo in der Natur zu sein! Selbst in einer vergleichsweise so großen Truppe von 10-12 Personen – alle immerhin mit E-Bikes unterwegs – in jedem Zug mitzukommen, ich habe meine Zweifel, ob das so gut auch in der Hauptstadt gelingen würde. Hier hat es wunderbar geklappt, zu jeder Tageszeit, vermutlich nicht immer zur Freude anderer Mitreisender. Aber auf alle Fälle zu deren Unterhaltung.


MyApp Café

Erster Termin unserer Tour in der Postgalerie in der Stadtmitte von Karlsruhe (Kaiserstraße 217), das MyApp Café.
In einem gläsernen Container werkelt ein Roboterarm an zwei Kaffeestationen in Barista-Manier mit Kaffeebohnen und Wasser, zaubert von Plastikgeld motiviert per App gesteuert Kaffee. Je nach Wahl mit fröhlichen Grußmotiven im Schaum – oder auf Wunsch einem Abbild des eigenen Konterfeis.
Bis zu 120 Kaffeebecher soll der Barista-Roboter in einer Stunde schaffen können. Verwendet wird Fair-Trade-Kaffee in Bio-Qualität. Lustiges Ding, alleine hat man schon besseren, heißeren Kaffee getrunken. Mir fehlen das lieb gewonnene Geräusch von Kaffeemühle und Kaffeemaschine, vor allem der fantastische Kaffeegeruch der frisch gerösteten und gemahlenen Bohnen, der für mich zum echten Kaffeegenuss unbedingt gehört. Bei Kaffee bin ich bekennend konservativ.


Pedelec von Swapfiets

Kurze Zeit später nehme ich meinen zweiräderigen Begleiter für die kommenden Tage entgegen. Das Leihsystem von Swapfiets hatte ich hier schon neulich erklärt.
Das E-Bike von Swapfiets „Power 7” ist ein Tourenrad mit Shimano-Steps E6100-Motor, verfügt über sieben Gänge und die Modi Eco, Touren, Sport und Turbo. Kann bis zu 25 km/h schnell fahren – und mit einer Akkuladung bis zu 145 Kilometer weit. So weit fahren wir nie auf unseren täglichen Touren, 40-50 Kilometer sind unsere Tagesstrecken im Schnitt auf dem Rad. Ich fahre in einem Mix zwischen Eco und Turbo und habe meist am Abend lediglich zwei Teilstriche der Akkuladung eingebüßt. Der Akku lässt sich idiotensicher entnehmen und an der Steckdose aufladen. 

Das Bike ist, finde ich, erstaunlich wendig. Die Reifen sind gutmütig. Und selbst bei unserer Tour im Schwarzwald nimmt das Bike den einen oder anderen steileren Anstieg im Modus Turbo mit kleinstem Gang mit Gelassenheit und Eleganz. Bergab fahre ich einmal 53,3 Kilometer die Stunde. So ein Spaß auf einem Fahrrad!

Mir macht das Fahren nach etwas Eingewöhnung mit dem Pedelec wirklich extrem viel Freude. Auch der Sattel ist super gut gepolstert. Natürlich ist so ein E-Bike ein kleines Schleppbike, ich habe es dennoch Bahnhofstreppen hoch tragen können. (Ist kein must have – aber es geht.)

Einen sehr angenehmen Begleiter auf unseren Touren hat uns da unser Organisator ausgesucht! 


Der SIST Hotelturm

Wir fahren weiter zum ehemaligen Wasserturm im City Park Karlsruhe gelegen. Hier befindet sich heute das kleinste Hotel von Karlsruhe, der SIST Hotelturm Karlsruhe – und dieses Turmhotel hat unfassbar viel Charme!
Mindestens so viel wie seine Besitzerin Simone Steiner, die bereits unsere Gastgeberin in der ersten Nacht im Hotel am Gottesauer Schloss ist. 
Der Wasserturm wurde 1877 von der Badischen Staatsbahn auf dem ehemaligen Gelände des Ausbesserungswerkes gebaut und diente zur Befüllung mit Wasser der dort zur Reparatur vorgefahrenen Lokomotiven und Dampfmaschinen. Das Gebäude wurde liebevoll restauriert. Er steht unter Denkmalschutz und ist heute noch mit der alten Leitungstechnik ausgestattet. 
Auf 143 Quadratmetern und nach vielen Treppen können hier Gäste in dem einzigartigen Luxushotel mit nur einem Schlafzimmer und Bad für eine Nacht oder mehrere Nächte alleinige Turmbewohner sein.
Industriecharme mit einem romantischen Blick aus dem Dachflächenfenster in den Sternenhimmel. Hier schläft man ziemlich außergewöhnlich – und ganz für sich alleine! Das Frühstück wird nur wenige Meter weit im Hotel am Gottesauer Schloss serviert. Eine Übernachtung in diesem sehr besonderen Hotel kostet je nach Wochentag 269,— bis 299,— Euro.  Wenn Hochzeitsnacht – dann dort!

Zur Begrüßung wird uns hier am Turm übrigens ein süffiger erster Sekt Rosé als Trinkgenuss des Affentaler Winzergemeinschaft serviert, die wir auf unserer letzten Tour noch besuchen werden, ein feines fliegendes Buffett mit tollem Brot verwöhnt uns ebenso. Tipp: Backt in Eure Partybrötchen ruhig ein paar Jalapeños mit ein, es lohnt sich! 


Ab auf's Rad, rein in die Pfalz!
Nun hüpfen wir in die Bahn und fahren in Richtung Schweigen-Rechtenbach im Pfälzerwald und radeln unsere erste Strecke durch charmante kleine Ortschaften, vorbei an anmutigen Häusern und halten kurz an der Höckerlinie. Einem Relikt des Westwalls aus der Zeit des Deutsch-Französischen-Kriegs 1870/71 und später auch dem zweiten Weltkrieg.


Weiter geht es entlang an Maisfeldern, Pferdeweiden und in Reih und Glied gesetzten Weinstöcken, die voller reifer weißer und roter Trauben hängen – deren süßes Fruchtfleisch eine deutlich positive Vorhersage zur Qualität des Weines 2020 macht. 

Hügel, die man im Schweiße seiner Beine hochgeradelt ist, fährt man erfahrungsgemäß mit viel mehr Freude wieder hinunter und so stoßen wir zum Weintor, DEM Deutschen Weintor! Das Wahrzeichen der Pfalz steht für den Beginn der Deutschen Weinstraße. Neoklassizismus aus Sandstein, 19,2 Meter hoch ragt das Tor, dessen Grundstein in Deutschlands dunkler Zeit 1936 gelegt worden ist.

Die Symbolik im Tor aus dieser Zeit hat man nach dem zweiten Weltkrieg zum Glück entfernt. Das Pendant zum Tor auf nördlicher Seite wurde erst 60 Jahre später realisiert, hier entspringt der Wein Walk of Fame – ein Ehrenpfad, der Persönlichkeiten mit deren Namen auf Metallplatten im Boden ehrt, die sich um Weine sehr verdient 
gemacht haben.


Weingut Leiling – David Leiling
 

Für uns wird es nun Zeit mit köstlichem Pfälzerwein auf Tuchfühlung zu gehen. Das tun wir bei David Leiling auf seinem elterlichen Weingut, der uns in dem wunderschönen Garten seines zum Gut gehörenden Restaurants begrüßt.


Hier wird mir meine erste Weinschorle im Dubbe-Glas serviert.
Biertrinker würden mir womöglich widersprechen aber ich kann mir kaum etwas Köstlicheres vorstellen als nach einer Radtour bei strahlend blauem Himmel so ein Glas mit gut gekühlter Weinschorle in die Hand gedrückt zu bekommen! Das Dubbe-Glas ist Pfälzer Kulturerbe. Das große Glas mit Tupfen im Glas eingelassen, gehört mit mindestens vier fingerbreit Wein und vier fingerbreit Wasser gefüllt. Tatsächlich aber sind wohl die vier Finger Wein immer viel breiter als die vom Wasser – it’s magic! 

Der Kellermeister David Leiling ist ein unglaublich entspannter Typ – in Berlin erhielte der sofort das Prädikat „coole Socke” – der sich und seinem Wein der Dynamik der modernen Technik entsagt. Er hält Lagen auch im nahe gelegenen Elsass, die Reben zählen teilweise ein halbes Jahrhundert und baut auf Kalksteinböden an und diesen Grund schmeckt man in seinen Weinen. Hier steht ein altes Haus, die Weinmanufaktur, das aus dem Elsass abgebaut, hierher transferiert und erneut aufgebaut worden ist und heute als kultureller Treff- und Austauschort dient. 

Entschleunigt und mit viel Ruhe wird hier gekeltert.
Leiling führt uns seine historische Korbpresse vor, die uns frischen Traubensaft serviert. Diese Presse verhindert, dass allzuviel Gerbstoffe in den Wein gelangen und macht eine weitere maschinelle Verarbeitung des Weines unnötig. 
Leiling ist nicht nur Winzer, sondern auch bildender Künstler, vor allem Maler „Lichtmaler”, wie er selbst von sich sagt. In der ruhigen Jahreszeit, wenn die Weine in atmungsaktiven Holzfässern unter dem Schein alter Kronleuchter bis zu ihrer Abfüllung reifen, malt er besonders gerne auf Leinwänden, die schon Arbeiten gesehen haben.

Seine Gemälde finden sich auf den Etiketten der „Boom Bottles” wieder, die allesamt vegane Weine sind. Wein mit Seele zu produzieren, das ist das Credo der Leilings – spontan im Eichenfass ohne Gärung, ohne Pumpen mit wenig Filterung. Ursprünglich und dennoch trinkt man hier erstaunlich moderne Weine, die ganz schön zufrieden stimmen. 

 

Vom Koch werden uns nach einem entspannten Rundgang durch die Produktion und Keller große Platten mit viel Sauerkraut auf dem Tisch im Garten gestellt: Beste Leberknödel ever (boah, waren die gut!), mein erster Saumagen (I like!) und natürlich saftige Stücke vom Schwein und Würstchen – Bratkartoffeln, Senf, Brot. 

Wir trinken dazu Leilings Grauen Burgunder aus der Serie Hôpital, 2018, im großen Fass ausgebaut.

Nach meinen Ausflügen zur Rosé Prinzessin Vaaleanpunainen von 2018 und ihren Gefährten, einem Rotweincuvée von 2017, offen vergoren im Eichenfass – der leicht genug daherkommt mit etwas Holz und Frucht, um am sommerlichen Abend Freude zu bereiten, kehre ich sehr gerne zum Grauen Burgunder zurück. Der schmeckt nämlich perfekt gekühlt bildlich passend zu dem, was uns zuvor auf unseren Wegen in dieser Region begleitet hatte: Bäume voller reifer Äpfel und Birnen – dazu etwas Mineralien der Steingrube. 

Alles feine ehrliche Weine, als da noch wären in den Fässern und Flasschenabfüllungen: Auxxerois, Riesling, Gewürztraminer, Weißer/Grauer Burgunder, Portugieser, Pinot Noir, Spätburgunder mit tollen Namen und spannenden Geschichten dazu. 

Ich könnte hier in diesem wunderschönen Ambiete bei diesen reizenden Menschen an diesem Tag noch stundenlang bleiben und mich den vorzüglichen Weinen hingeben. Aber unser Zug nach Karlsruhe wird nicht auf uns warten und so rollen wir gemütlich bergab im Abendduft dieser reichhaltigen Landschaft zum Bahnhof, der uns zu unserem Abendprogrammpunkt bringt. Zum Vogelbräu! 

Aber die Bierkneipen von Jörg Vogel sind so legendär, die haben ihr eigenes Blogpost verdient.

To be continued …
Tag 2 der Pedelec-Genusstour im Elsass