Posts mit dem Label feuchtes glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label feuchtes glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2025-11-25

Köstlicher Spaß im Gourmet-Bus Italiens

Zum Auftakt der zehnten Woche der Italienischen Küche in der Welt hatten gestern die italienische Botschaft in Berlin und die ENIT in den Gourmet-Bus eingeladen.

Mit üblicher italienischer Zeitvarianz starteten wir am ersten echten Wintertag bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein vor dem Rathaus in Berlin, um in dem exklusiven Gastro-Liner durch die Berliner Innenstadt zu cruisen. Faszinierend der Tischaufbau mit Weinglasstilhaltern im ZickZack-Mode – und hey: Der Weinschrank!
Währenddessen wurde uns ein sehr feines Menü, wie ein Spaziergang durch den Lazio (Rom) nach Venetien in die Toskana und wieder zurück nach Venetien, die Küche Italiens serviert. Begleitet von den wirklich hervorragenden Weinen der Cantine Famiglia Cotarella aus dem Süden der Toskana.
Gastgebende Küche war keine geringere als die von Roy Caceres und seinem namhaften Restaurant Orma Roma in Rom – mit einem Guide Michelin Stern prämiert.
Zur Begrüßung wurde uns ein Vino Spumante Cotarella Metodo Classico Brut (Dosage Zéro) eingeschenkt, ein für die Methode erstaunlich frischer, aber auch eleganter und komplexer Spumante, hellgelb im Glas, mit trockenem, intensivem Abgang. (Ich bleibe dabei: Trinkt mehr die Spumante Italiens.)
Fantastisch: Il Punto IGP 2023! Benannt nach dem Weinberg „Il Puntone” auf dem er angebaut wird. Der Weißwein, ein sortenreiner Sauvignon Blanc, in der Region Lazio angebaut, hatte mich so sehr begeistert. Was für ein Tropfen!
Eine wunderschöne hellgelbe Farbe mit einem Bouquet voller exotischer Frucht – schon in der Nase eine Freude bringende Intensität – und einem ausgewogenen Geschmack von resoluter Süße, einem Hauch Salz und einem sanften Touch Butter – trotzdem frische Lebendigkeit.
Nicht weniger grandios: Der Marciliano IGP, 2019. Umbria Rosso, 70 % Cabernet Sauvignon und 30 % Cabernet Franc in Umbrien angebaut, tiefrote Farbe im Glas. Viel Brombeere, Tabakwürze und ausgeglichener Tanningehalt.

Dazu wurde uns auf der Tour vom Roten Rathaus startend, entlang des Museumsviertels, eine Kurve genommen am Nikolaiviertel vorbei mit einem Abstecher über den Checkpoint Charlie und dann Potsdamer Platz an der Italienischen Botschaft, vorbei über das Brandenburger Tor …
… wieder in Richtung Rathaus, ein sehr feines Menü vom Chefkoch des Orma in Rom serviert. 65 Grad Celsius Carbonara Egg – eine dekonstruierte Carbonara mit Pecorino Mousse, darunter etwas knusprigem Guanciale auf einem Niedrigtemperatur-Eidotter mit frischem schwarzem Pfeffer. (Rom)
Es folgte ein Risotto aus Acquerello-Reis mit einem Hauch Butter, Vacche-Rosse Parmigiano Reggiano, einer Petersilienemulsion und Granatapfel. (Venetien)
Und als Secondo, Rindsbäckchen vom Chianina-Rind – in Chianti geschmort mit einem Kürbispüree und in Balsamico geschmortem Radicchio.
(Toskana) Den köstlichen Abschluss bildeten eine Käse-Selektion mit Honig und Marmelade aus dem Trentino – und das niedlichste Tiramisù (Treviso) ever.
Zwei Stunden italienische Köstlichkeiten und Lifestyle mit Berliner Sehenswürdigkeiten, netten Gesprächen und wirklich tollen Tropfen im Glas.

Oder wie wir Berliner sagen: Da kann man echt nich' meckern! Dankeschön für die Einladung – und den leckeren Spaß!

2025-10-14

Cantine di Dolianova – Meet Some Fine Wine!

Im folgenden mache ich etwas Werbung für köstliche Weine von Italiens Trauminsel Sardinien – und natürlich lest ihr dieses Post nur, wenn ihr schon über 18 Jahre alt seid, claro?!

Mit eigenen Weinbergen auf einer Gesamtfläche von 1200 Hektar, ist die Cantine di Dolianova mit Abstand das größte Weingut Sardiniens. Das Besondere der im Ort Dalia Nova, nordöstlich von Caligari gelegenen Cantine, die 1949 von 35 Winzer*innen gegründet wurde: Sie ist eine Weingenossenschaft, die heute 315 Mitglieder*innen zählt.

Sie alle produzieren hervorragenden Spumante, Weine und Frizzanti vorrangig aus den autochthonen Trauben Sardiniens. Zum Beispiel: Cannonau, Vermentino, Monica, Nuraghi, Babera Sarda oder Carignono – alle di Sardegna. Aber auch Malvasia und Moscato findet man in den prämierten Weinen, viele mit der DOC-Signatur. Follow the sun – über 500 hochrangige Auszeichnungen schmücken die Weine der Cantine di Dolianova – deren Winzer*innen übrigens fast alle auf insgesamt 50 Hektar zusätzliche fantastische Olivenöle im Gebiet Parteolla produzieren. Die besonderen Bodenverhältnisse lieben die Reben und die Bäume, die Sonne, die hier an 300 Tagen im Jahr durchschnittlich ca. sieben Stunden scheint auf der zweitgrößten Insel Italiens, sorgt für reichhaltige Ernten.

Eine „Ode an Sardinien” nennen die Produzent*innen der Cantine ihre abgefüllten Weine. Bis zu vier Millionen Flaschen werden in fünf Kontinente exportiert. Trotz der stetig wachsenden Schwierigkeiten, die der Klimawandel den Winzer*innen beschert.

In Berlin kann man die exzellenten Weine der Cantine di Dolianova zurzeit in der Trattoria a'Muntagnola in der Fuggerstraße kosten. Ich hatte die große Freude, einige der Weine beziehungsweise Spumante bei einem herbstlichen Menü mit einzigartigen Köstlichkeiten von Pino, Tina und Sibi aus der Basilikata, probieren zu dürfen. Alle Informationen zur Cantine und den Weinen – und natürlich dem schönen Sardinien – erhielten wir aus erster Hand von Direttore Valeriano Pintus und Alberto Gaviano, der die Weine hier in Deutschland distribuiert.

Die gute Nachricht ist, wer ab heute bis einschließlich 15. November 2025 in der Trattoria a'Muntagnola essen geht, bekommt mit dem Codewort „Cantine di Dolianova – Wein von Sardinien” pro Person ein Glas 0,1 l Cáralis Rosé (Brut) Spumante frei Haus zur Verkostung serviert. Dieses Angebot gilt solange der Vorrat reicht. Ihr könnte euch also selber ein Bild der Qualität der Cantine di Dolianova machen. Ich empfehle besonders die Vini Spumanti, der Cáralis – ein Spumante Brut aus Chardonnay, in der Metodo Charmat produziert – schenkt sehr viel Freude. Er begleitet gerne Vorspeisen und Meeresfrüchten. Auf den kalkhaltigen Lehmböden angebaut, wird er nach der zweiten Gärung in Flaschen abgefüllt und leuchtet mit hellem Gelb im Glas. Sein Bouquet ist intensiv mit fruchtiger Note, sehr elegant. Ein lebendiger, frischer Spumante, wie frisches Quellwasser, der auch intensiven Aromen auf dem Teller ein guter Begleiter ist.

Ihm zur Seite steht der Spumante Cáralis Rosé – auch ein Brut, der mit zartem Duft von Waldbeeren und maritimer Mineralik durchaus robuste Aromen von Käse und Wurst begleitet. Die Monica di Sardegna schenkt ihm im Verschnitt mit anderen Reben ein ganz helles, zartes Rosa. Frisch, trocken und mit fruchtiger Präsenz ist dieser Spumante in der Trattoria a'Muntagnola beim letzten Domenica a pranzo mit großer Begeisterung verkostet worden!

Zum Jù - Rosso Isola dei Nuraghi IGT darf man ruhig „Sie” sagen. Vielfach prämiert ist dieser besondere Rotwein ein edler Gast im Glas. Jù steht im altea sardinischen Dialekt Su Juvu für das Ochsengespann, mit dem man früher die Weinberge pflügte, um sie für die Reben vorzubereiten. Der Wein erzählt die Geschichte der besonderen Hingabe der Cantine. Barbera di Sardegna – die nicht zu vergleichen ist mit den Barbera-Reben auf dem Festland – und Syrah bilden als Duo einen kräftigen, intensiven Rotwein, der sich gut zu rotem Fleisch und den kräftigeren Käse genießen lässt.

Tiefes Granatrot, fast schwarz, leuchtet er im Glas und serviert ein Bouquet von cremigem Balsamico, saftiger Kirsche, Lakritz und Tabak. Ein sehr eleganter Rotwein mit einem Hauch Zimt und Sternanis suggeriert Tabak im Abgang.

In mittlerer Hanglage im Süden Sardiniens angebaut, folgt nach dem Keltern eine Mazeration von 12–14 Tagen bei ca. 27 Grad Celsius. Zur malolaktischen Gärung geht der Wein in glasierte Zementtanks und reift anschließend 24 Monate in neuen Barrique-Fässern. Auch in der Flasche lagert er nochmals sechs Monate horizontal, bevor er seine Genießer im Glas beglückt. Und je länger er beim Konsumenten gut gelagert wird, umso besser wird dieser Wein.
Jung getrunken möchte indes der Rosada Cannonau di Sardegana DOC, ein Rosé der Horeca Linie – wird also klassisch in der Gastronomie ausgeschenkt –, der versteckt in einer bauchigen schwarzen Flasche abgefüllt ist. Im Glas zeigt er ein helles Rosé mit Tendenz ins Orange.

Abgebeert erhält die Cannonau di Sardegna eine Kaltmazeration für sechs Stunden, der Most wird in statischer Kaltdekantierung geklärt und dann mit Hefe geimpft. Gärung bei 14 Grad für ca. zwei Wochen, dann wird er direkt auf die Flasche verbracht und kühl gelagert.

Im Glas kommt er frisch und unbekümmert daher mit Frühlings- und Sommeraromen wie Erdbeere und Kirsche. Er begleitet Antipasti mit aufgeschnittener Salami, passt zum Risotto und Geflügel.
Aus der gleichen Rebe gekeltert, genießen wir auch den Blasio Cannonau di Sardegna Riserva, dem 10 % autochthone Rebe zugefügt wird. Die Cantine di Dolionova sortiert diesen Rotwein in ihre Linea TOP ein.

Er ist tiefrot im Glas, rote Beere, intensiver Balsamico. Saftig und vollmundig im Geschmack mit unbelastendem Abgang, dennoch mit dem Holz vom Barrique-Aufenthalt. Dieser Wein trinkt sich hervorragend in fröhlicher Gesellschaft weg zum Abendessen mit viel Röstaromen, Wild und intensivem Käse oder Dessert mit hochprozentiger Schokolade. Ein sehr feiner Wein!
Mazeration für zehn Tage bei 28 Grad Celsius. Nach der malolaktischen Gärung ruht er für sechs Monate auf dem Barrique aus französischer Eiche und geht dann zur Reife in Zementtanks. Auf der Flasche möchte er gerne noch drei Jahre ruhen bis zum perfekten Genuss.
Wir haben zu den Spumante und Weinen in der Trattoria feine Gänge mit viel Kürbis passend zur Saison genießen dürfen. Es gab heiße (!) Oliven aus der Basilikata und sardisches Brot mit einer wundervollen Mostarda di Pomodori – grüne Tomaten mit Zucker, Essig und Dijon-Senf eingekocht. Dann folgte eine Zuppa di Zucca mit frischem, knusprigem und warmen Pane aus dem Ofen
- einen Kürbis-Flan mit geschmolzenem Parmigiano,
zarte Ravioli mit Kürbis und dezenter Süße dank der Amaretti und ein buntes Dessert von der Karte der Trattoria a'Muntagnola zusammen gestellt. Toller Abend, tolles Essen, tolle Weine – und jetzt ab nach Sardinien. Einige Weine der Cantine di Dolionova gibt esnatürlich in der Trattoria a'Muntagnola zu erwerben.

2025-10-10

Dieser Berliner Herbst wird italienisch süffig!

So ist das manchmal, der mittlerweile legendäre True Italian Christmas Market macht in diesem Jahr Platz für ein neues tolles Event im Herbst: Uns wird 2025 erstmals eingeheizt mit einem heißen italienischen Cocktail-Event! Die erste True Italian Berlin Cocktail Week öffnet vom 14. bis 23. November ihre zarten Pforten für Liebhaber*innen italienischer Cocktailkunst.
Gin mit den Aromen des Meeres. Amaretto kommt jetzt in weiß und Kaffeelikör ist nicht nur für Espresso-Liebhaber. Wer auf die Vielfalt italienischer Spirituosen im Mixgetränk treffen möchte, dem sind im Berliner November diese zehn Tage sehr an Herz gelegt, um in den charmantesten Bars der Stadt einer bunten Vielfalt italienischer Flüssigkeiten, durchaus mit Prozenten zu begegnen.

Ein Drink für nur acht Euro! 20 Berliner Bars machen mit und servieren in dieser Zeit jeweils zwei speziell nur für dieses Italo-Event kreiierte Mixed Drinks. Um nur einige zu nennen: Bar Amelie, Bar Am Ufer, Bar Basalt, Bar Dell, Bar Milano, Bar Nonno, Eingang Zwei, Glasweise, Göttin der Weisheit, Hefner Bar, Mister Hu Bar, Salut! Classic Bar, Schwips Bar, The B-Side, Talea – die Liste wird noch vervollständigt.

Alle teilnehmenden Bars kreieren u. a. aus Amaro Montenegro, Select, Disaronno Originale, Disaronno Velvet, Engine Gin und Tia Maria süffisante Erlebnisse, die etwas italienischen Flair in die kühle Jahreszeit unserer Stadt bringen. Auf jeden Fall sind es qualitativ hochwertige Cocktails mit viel Italien im schönen Bar-Ambiente. Einfach darauf freuen!

Alle Infos und zeitnahen Updates zum Event, die teilnehmenden Bars (nach Bezirken sortiert), findet ihr auf der Homepage von True Italian und natürlich auf der gut sortierten Bilder-Datenbank unseres Herzens!

2025-07-25

Mimmo Bianco – Künstler in der Küche und Grenzgänger

Dass Mimmo Bianco nach Berlin gegangen ist, 1994, also vor vielen Jahren, eher eine Familiensache. Sein älterer Bruder Pino Bianco hatte Jahre zuvor die Heimat, die italienische Provinz Basilikata, verlassen und in Berlin sein Restaurant eröffnet, ihre Mutter Angela war dem Bruder nach Berlin gefolgt.

Die Kunst der Gastronomie liegt beiden Brüdern in den Genen, Vermächtnis des verstorbenen Vaters, der in Scanzano Jonico (Montalbano) immer schon in seiner Pizzeria die Gäste verwöhnt hatte. Mimmo folgte dem Ruf von Mamma Angela und Bruder Pino nach Berlin und eröffnete Jahre später das italienische Restaurant Sotto le Stelle.
2023 war Schluss. Mimmo hörte überdeutlich den Ruf seiner Heimat und folgte diesem gemeinsam mit seiner Frau Rosa. Das Großstadtleben hatte er satt. Die Zwillingssöhne standen längst auf eigenen Füßen. Das Sotto le Stelle wurde verkauft und kurz nach der Covid-Pandemie ging er mit seiner Frau entgültig zurück in die Heimat, in den südöstlichen Teil der Basilikata – kurz vor der Grenze zu Kalabrien. In die Familienresidenz in Scanzano Jonico (Montalbano), die nicht weit vom Meer entfernt liegt.

Die ehemalige Pizzeria des Vaters ist einigen charmanten Ferienwohnungen gewischen. Mimmos Frau, Rosa Massaro, begrüßt hier nun herzlich ihre Feriengäste in den acht vollständig ausgestatteten und hübschen Appartments im Jonico Guesthouse. Und falls Ihr eine Ferienunterkunft sucht in der Basilikata, gar nicht weit vom Meer entfernt – hier kann man sie buchen!

Ein Neuanfang in zwei italienischen Welten

Mimmo ist jetzt ein Grenzgänger, denn er hat sich noch einmal verliebt – in das kleine wunderschöne Dorf Rocca Imperiale. Das erste Dorf in Kalabrien hinter der Grenze der Basilikata. Die Menschen, die hier an den Grenzen beider Provinzen leben, kennen sich und lieben sich und streben auch nach zwei Jahrhunderten weiterhin die kulturelle Vereinigung an.

Bis 1816 gehörte Rocca Imperiale nämlich zu Lukanien (Basilikata) – diese formale Trennung wird von den Bewohner*innen beider Provinzen möglichst ignoriert. Warum auch nicht? Sie sind zusammen zur Schule gegangen, haben im gleichen Fußballverein trainiert, sie teilen sich das gleiche Meer, die Kultur, die Küche. Es wurde und wird sich grenzübergreifend verliebt, geheiratet … was sind da staatliche verordnete Provinzgrenzen?

Und so pendelt Mimmo mehrmals in der Woche von der Basilikata hinüber nach Kalabrien in dieses traumhaft gelegene Rocca Imperiale mit den fantastischen Zitronen Rocca Imperiale I.G.P. und den freundlichen Menschen, die engagiert daran arbeiten, dieses Borgho più bello d’Italia über seine Region bekannt zu machen. Daran arbeitet Mimmo Bianco, der Lunkanier, genauso engagiert wie sein Freund und Geschäftspartner Enzo Arcuri, der Kalabrese, aktiv mit.

Il Ristorante Ferrovie Calabro Lucane

Freunde sind sie schon ewig und haben sich einen lang gehegten Traum erfüllt: das gemeinsame Restaurant Ferrovie Calabro Lucane! Ihre moderne, dennoch sehr gemütliche Osteria begreifen sie als eine Sinnesreise zwischen den Welten. Sie verbinden die Tradition und Moderne beider italienischer Provinzen – und sind, wie sie selber liebevoll philosophisch sagen, auf einer Reise zwischen ihren Schwesterregionen.
In perfekter Lage des Borghos, am Corso Federico II di Svevia 30 – so etwas wie die Hauptstraße im Centro Storico von Rocca Imperiale – haben sie ihr neues Restaurant Ferrovie Calabro Lucane 2024 eröffnet! Das charmante Restaurant mit der kleinen, offenen Küche ist Cocktailbar, Kunstgalerie und kleiner Shop in einem! Die Außenterrasse mit dem sensationellen weiten Blick bis hin zum Adriatischen Meer und den überdimensionierten (sehr bequemen) Sitzkissen ist der abendliche Treffpunkt in Rocca Imperiale.

Die Aufgaben der Freunde sind geteilt, Enzo empfängt als charmanter Gastgeber und Bartender, Mimmo ist sichtlich glücklich an den Kochtöpfen. In seiner Heimat, wo er mit den frischesten und fantastischen Produkte Italiens kochen kann, was auch heißt: Mit den besten Produkten überhaupt kochen zu dürfen!
Beide sind sie überzeugte Anhänger der Slow-Food-Philosophie. Im Ferrovi Calabro Lucane darf man sicher sein, was hier auf den Tellern landet, hat nur die berühmten Zero Kilometre zurückgelegt. Das italienische Siegel für die nachhaltigste Küche, die man servieren kann. Man vertraut den lokalen Produzenten, baut oft sogar selbst an.
Diese Küche ist zwangsläufig eine saisonale. Nur das, was die Saison und das Meer hergibt, wird in Mimmos Kochtöpfen verarbeitet werden. So zeichnet sich das Ferrovie Calabro Lucano natürlich auch durch seine saisonal-flexible Speisekarte aus.


Ferrovie Calabro Lucano – Verbindung auf einfachen Schienen

Ferrovie Calabro Lucane – so hieß die alte ehrwürdige Eisenbahnlinie, in deren Zügen auf der meist eingleisigen Schmalspur die Regionen der Basilikata und Kalabrien (teilweise auch Apulien und Kampanien) verbindend gereist wurde im vergangenen Jahrhundert. In ihrer Glanzzeit befuhr sie ein stattliches, knapp 740 km langes Streckennetz.

1961, nach einem schweren Unfall, wurde dem betreibenden Unternehmen die Konzession entzogen und die Bahnlinie verstaatlicht. Mit dem zunehmenden Autoverkehr in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden dem Unternehmen immer mehr finanzielle Leistungen gestrichen, Linienabschnitte still gelegt bzw. als Buslinien auf die Straße verlegt.

Im Jahr 1989 ist das übrig gebliebene FCL-Netz aufgeteilt worden und wird von zwei separat agierenden staatlichen Betreibergesellschaften aufgeteilt: die Ferrovie Appulo Lucane (FAL) und die Ferrovie della Calabria (FC). Die Ferrovie Calabro Lucane ist ad acta gelegt worden.
Für Mimmo und Enzo steht der Name Ferrovie Calabre Lucane sinnbildlich für die Förderung und Begegnung, den Austausch zwischen diesen beiden kultur- und traditionsreichen Regionen – und deren Entwicklung für ein künftiges Miteinander.
Das ist, was beide Männer mit ihrem Team hier im Kleinen abbilden: Verbundenheit, Tradition und der natürliche Kreislauf der Kulturen – vor allem den Küchen beider Provinzen –, die so vieles gemeinsam haben.

Köstliche Traditionen auf dem Teller, Kunst an den Wänden

Das trifft auch auf die Kunst zu. Das Obergeschoss des Restaurants ist gleichzeitig eine Galerie, wird selbstverständlich auch bewirtet. Hier, wie auch im ganzen Restaurant, können in regelmäßig wechselnden Ausstellungen lokale Künstler mit ihren Arbeiten die kreative Seele beider Regionen zum Ausdruck bringen.
Wir konnten uns selbst von der vorzüglichen Küche im Ferrovie Calabro Lucane überzeugen. Wer von Mimmo und Enzo begrüßt wird, spürt sofort: Beide haben hier ihren Platz gefunden.
Da strahlt die Freude in Mimmos Augen und grüßt die Herzlichkeit in Enzos Lächeln, beide verleihen diesem Restaurant eine gastfreundliche Aura schon beim Eintreten. Wer hierher findet, gehört zur Familie.

Kann man denn mehr wollen in einer – vielleicht für einen selbst als Tourist noch fremden Umgebung? Also neben der wirklich köstlichen Küche von Kalabrien und Lukanien?
Mimmo serviert eine sehr ehrliche Küche ohne ChiChi oder Fine-Dining-Ästhetik. Da leuchten die Farben des Frühlings auf unseren Tellern im traditionellen Design Süditaliens - mal mit Erdbeeren (und was sind sie köstlich im Frühling in der Basilikata), Fetakäse und bunten Blattsalaten und einer Vinaigrette mit aromatischem Balsamico, den er uns zur Vorspeise serviert.
Ein anderes Mal mit einem strahlendem Grün eines würzigen Erbsenpürees, darauf Calamaretti, Straciatella, Olio und knusprigem Pane oder schöner klingend:Calmari su crema di piselli e straciatella. Möchte ich immer wieder und wieder essen!
Und was für ein köstliches Zusammenspiel von grünem Spargel mit Butter und Walnüssen, Parmesan und dem gebratenem Eigelb mit Trüffel!
Der Salat mit Carosello (Melonengurke), bunten Tomaten und der herrlich weichen, aromatischen Straciatella. Dazu für uns extra noch aufgeschnitten: Prosciutto di Suino Nero Lucanco, zarter köstlicher luftgetrockneter Schinken vom schwarzen Schwein aus der Basilikata.
Weiter geht es mit Ravioli gefüllt mit Ricotta und Zimt in einer Sugo aus Tomaten mit karamellisierter Limone di Rocca Imperiale I.G.P. als Topping. Der Zimt und diese intensive Zitrone, wie können so einfache Zutaten ein Gericht so köstlich, neu und aufregend schmecken lassen?
Oder die Ravioli mit Ricotta auf dem Püree mit Guanciale … Es folgen Orecchiete al Sugo di Pezzente Lucano. Salame Pezzente ist die typische Salami der Basilikata, mit Fenchel und viel süßer Peperoncini gewürzt, dann vier Tage luftgetrocknet und mit mindestens einen Monat Reifung. Dieses Pastagericht ist herrlich fruchtig und würzig.
Dazu (extra anlässlich meiner großen Augen, als er das Gericht dem Nachbartisch servierte, nochmals für uns angerichtet – Danke! Danke! Danke!): Polipo su crema di patate e zafferano servito con crusco olive e capperi – Tintenfisch auf Kartoffel-Safran-Creme, serviert mit Oliven und Kapern. Was für eine Freude! Gebt einfach Safran an euer nächstes Kartoffelpüree – dazu zarter Pulpo – ich würde diesen Gang immer wieder bestellen wollen!

Was war dieser Teller für eine Freude! Überhaupt, habe ich noch keinen Koch getroffen, der ein so geschmackssicheres Händchen für Pürees hat, wie Mimmo. Da gerät das Erbsenpüree, als Beilage gedacht, zum geschmackvollen Hauptdarsteller, würzig mit einer selbstbewussten Existenz auf dem Teller, dass man alleine davon gerne eine Kelle mehr hätte. Und das, obwohl es doch bei den Antipasti lediglich die sanft geschmorten Calamaretti mit Guanciale begleiten sollte.
Der Wein – aus der Basilikata

Dazu trinken wir einen süffigen Aperitivio zur Begrüßung, einem Spritz natürlich mit dem Limoncello der Limone Rocca Imperiale I.G.P.

Und später zur Begleitung unseres Abendessens einen lukanischen Weißwein: Re Manfredo IGT von 2022. Gewürztraminer und Müller-Thurgau, freundliche Fruchtigkeit mit Pfirsich, Birne und Litschi und dann lässt grüner Apfel den Wein überhaupt nicht ins Liebliche abdriften. Dazu die hellgelbe Farbe von reifer Birne mit seiner geschmeidigen Textur, die er an die Glaswände zeichnet. Ja, es mussten einige Flaschen von ihm geöffnet werden an unserem Tisch an diesem schönen Abend.
Angebaut wird der Wein auf dem Bergmassiv eines erloschenen Vulkans im Norden der italienischen Provinz Potenza in der Basilikata – oder wie es einfach heißt, ein Produkt der Cantina Terre degli Svevi. König Manfredi war übrigens der Sohn des hier – in Kalabrien wie auch der Basilikata – sehr verehrten Stauferkönigs Federico di Svevo II. Man entkommt dieser Familie hier einfach nicht!
Also wirklich, wer immer die Basilikata oder Kalabrien besuchen möchte, freut euch an der Grenze beider Regionen auf einen wundervollen herzlichen Austausch dieser italienischen Provinzen, deren Grenzen bewusst nicht gezogen werden wollen.

Und … besucht Rocca Imperiale unbedingt an den Tagen, an denen das Ferrovie Calabro Lucano geöffnet hat! Nach dem Besuch des Castello di Svevo und einem Spaziergang durch die alten pitoresken Gassen des wunderschönen Dorfes, vereint das Abendessen im Ferrovie Calabro Lucano beide Welten geschmacklich auf den Tellern. Ein Abendessen in diesem Restaurant ist eine wundervolle Erfahrung – und macht das Leben einfach reicher.


Ristorante Ferrovi Calabro Lucane
Corso Federico II di Svevia, 30, Rocca Imperiale, Italy
Phone: +39 375 787 0686
E-Mail: ferroviecl@gmail.com
Instagram

2025-06-22

Berlins Buchette del vino heißt WINDOWS SIPS POP UP

Berlin hat jetzt auch sein Buchette del vino! Besucher von Rom oder Florenz werden sie kennen: die kleinen Weinlöcher in den Häusern, in denen man in Italien sich einen Aperitivo bestellen kann. Klopfen, Klappe geht auf, Geld hingelegt und Aperitivo serviert. Und dann entspannt mit Freunden den Abend auf der Straße anfangen lassen – das geht nun auch in Berlin auf einer der In-Straßen in Mitte.
Dustin Render und Marius Döring, die Gastronomen, die sich schon lange in der Berliner Barszene einen Namen gemacht haben, öffneten Freitag erstmals ihr Buchette del vino, das Aperitivo Fenster, in der Torstraße 164 im alten königlichen Pfandleihhaus – und nennen den Spaß WINDOWS SIPS POP UP!

Auf der Vorderseite der Pawn Dot Com Bar Zur Straße hin gibt es mit ein paar Stehtischen ab sofort feine Cocktails direkt aus dem – für die italienischen Verhältnisse – deutlich größeren Fenster serviert.
Hierzu hat Bartender Marius Döring
extra kreative Aperitivi mit einem Hauch Italien und sehr viel Berliner Style konzipiert, die wirklich Spaß machen. Da tummeln sich Raritäten wie Ora Rosso, Amari Summer, Via Salina und Tokyo Amalfi auf der kleinen Karte. Jeder Cocktail für 7 Euro.

Auch auf der Spritz-Karte hat sich Marius gut ausgetobt! Wählen können Fans des echte Aperitivos unter Homemade Limoncello, Orangecello, Limoncello oder Grapefruitcello Spritz, als auch die üblichen Verdächtigen mit Aperol, Campari oder einen Deja-Vu Spritz.

Und bitte: Niemals versäumen nach den köstlichen alkoholfreien Varianten zu fragen!

Bisschen Bier, ein guter Vino Frizzante (aus Frankreich)und eine ganz kleine Weinkarte runden das Fenster-Angebot ab. Wir hatten jedenfalls Spaß am Eröffnungsabend mit Musik, kleinen Snacks, netten bekannten Menschen und ordentlich viel Sonnenschein am letzten Frühlingsabend 2025!
Ein Merkmal von inzwischen drei Bars, denen Dustin und Marius vorstehen: Alle Cocktails sind Eigenkreationen und deren Zutaten bestehen aus im hauseigenen Labor angesetzte Liköre und Infusions.Und auch die in den Drinks verwendeten Sirupe werden dort selbst gekocht.

Den Spaß gibt es ab sofort jeden Donnerstag bis Samstag von 17:00 bis 19:00 Uhr – danach locken bekanntermaßen genügend Möglichkeiten zum Abendessen in der Oranienburger Vorstadt oder man feiert weiter direkt auf der Terrasse der Pawn Dot Com Bar im Hinterhof. Oder … in der Sharlie Cheen Bar … oder macht einen kleinen Spaziergang zur The Wash Bar.

Übrigens: Die Buchette del vino sind ein Relikt aus dem 17. Jahrhundert, damals hatte man – aus Angst vor der Ansteckung mit der Pest – diese kleinen bogenförmigen Fenster geschaffen, um aus ihnen heraus den Wein der Produzenten an die Kunden verkaufen zu können – ohne direkten Kontakt zu ihnen haben zu müssen.
Ich habe gestern den Via Salina (rechts) probiert: Bergamotte (selbstgemachter Likör), Schwepes Dry Tonic, Grauburgunder mit den guten fleischigen Olivi grandi, das Ganze an etwas Kohlensäure serviert. Serviert von Dustin
fand ich perfekt für den heißen Sommerabend – weil angenehm herb. Und hey: Oliven!!!!
Dann gönnte ich mir meinen persönlichen Immer-Liebling Campari Spritz. Muss ich zugeben, das war mein bester Campari Spritz ever – weil alle Zutaten sehr ausgewogen dosiert waren. Bin ich Fan! Wer die grandiose Simplizität liebt: Der Sparkling Wein, hier ein Blanc de Blanc aus Frankreich – charmanter, spritziger Sommerwein – kommt gerade zu edel und gekühlt daher.
Den Grapefruitcello Spritz mochten wir alle. Okay, das einzige Getränk, was mir jetzt im Sommer auf dieser Karte noch fehlt, wäre ein italienischer sehr gut gekühlter Spumante (kein Prosecco!) mit frischer Erdbeere im Glas. So als Reminiszenz an Bella Italia und die Buchette!

Und das ist genaus das, was die beiden Gastgeber mit ihrem Aperitivo-Fenster möchten für Berlin, eine kurze Pause im Alltag, ein bisschen italienische Vacanze – Italo Disco Style aus dem Lautspecher und eine Atmosphäre der Gemeinschaft, Leichtigkeit und des Genusses im öffentlichen Raum.

Dazu passen auch die anderen Cocktails perfekt, die uns begegnen mit Holunder und Limoncello, Sake und Kaffirblatt (Tokyo Amalfi), bei Ora Rosso tummeln sich Deja Vu Amaro, Schweppes Pomegrranate, Orange und Grauburgunder im Glas. Und Amari Summer lädt Wassermelone, Deja Vu Amaro, Campari, Schweppes Pomegranate und Grauburgunder zum Eis.

Coole Location und eine grandiose Idee, einige nette Sommergetränke so extrem lässig zu servieren in Berlin. Ich wünsche viel Erfolg!


WINDOWS SIPS POP UP
Torstraße 164, 10115 Berlin
Donnerstag-Samstag 17:00-19:00 Uhr