2011-03-04

Aussichten



Signed! Dann standen wir also gestern um 17:15 Uhr vor der Haustür zur Wohnungsübergabe … und keiner kam. Da war aber Eine aufgeregt. Berlin schenkte uns einen riesigen roten Sonnenball im Untergang begriffen und das Warten war besonders warm und schön. Also ab dem Moment in dem die Telefonate signalisiert hatten, es sei alles in Ordnung und es bliebe beim Termin, man verspäte sich nur ein wenig.

Das freundliche junge Pärchen, offiziell zu zweit, inoffiziell zu dritt, übergab die Wohnung und wir lasen derweil in der immer dunkler werdenden Wohnung – ohne Lampen – den Mietvertrag und die fünf Millionen Anhänge. Und sie zeichnete diese später in der völlig finsteren Wohnung im Schein der Taschenlampe fünfmillionenmal mal zwei Ausführungen. Der sehr nette Hausverwalter ging. Wir köpften die Flasche, saßen vor der glucksenden Heizung und konnten es nicht glauben. Geschafft! Das kann sich keiner vorstellen, wie sehr diese Wohnung der Rettungsanker war.

Sie ist dann nach Reinickendorf, also einmal die komplette Strecke der U8, um ihre Sachen zu holen. Da wussten wir schon: alle avisierten Transportmöglichkeiten mit dem Auto hatten sich zerschlagen. Ich zog los für ein standesgemäßes Berlin-Neuköllner Abendessen zu sorgen, in diesem Fall also Wiener Würstchen, deutscher Kartoffelsalat, italienische Mozarella, holländische Tomaten, türkische Oliven, griechische Weinblätter, türkisches Brot. Und Crémant. Aus meinen Beständen wanderten dann erste Küchenbestände nach drüben und der Baustrahler. Der Baustrahler, den ich mal kaufte, als ich anfing mit Still- und Proträtfotografie. Der hierfür als erste Lichtquelle herhalten musste. Der dann später dazu diente, beim besten Freund der Welt die Swimmingpoolreparatur noch nachts voranschreiten zu lassen, der nun im Keller vor sich hin döste und gestern die Wohnung hell erleuchtete. Und wärmte. Alles auf's Rad, rüber. Sind fünf Minuten Fußweg.

Der Onkel hat sie und die Tochter und die ganzen Klamotten dann doch freundlicherweise rumgefahren. Und ist genau einmal mit hoch in die Wohnung, hat uns dann mit dem ganzen Kram im Hausflur stehen lassen. Der Sohn kam kurz darauf mit seinen Freunden, zwei Matratzen in der S-Bahn transportiert und seinen ganzen Rapeiken und mit Frettchen Lino. Der Sohn und seine Freunde waren extrem happy mit der Wohnung und begeistert. Die Tochter … die ist so dermaßen radikalpubertär, sie rafft gar nix mehr. Eigentlich müsste man sie in eine Vitrine installieren und ausstellen – so ein Exemplar dermaßen voll auf Pubertätsspeed hat die Welt noch nicht gesehen.

Mit dem Jungen und seinen Freunden sind wir dann nachts um halb zwölf noch zu mir, mein Gästefuton hinüber tragen. Es gibt da ja erst mal nix. Den Kids gleich gezeigt, wo der lustige Swingerclub an der Ecke liegt, wo Tempelhof anfängt und wo der nächste Zeitungsladen liegt. Einweisung in die Discounter-Landschaft der Umgebung. Stille Begeisterung. Als wir bei mir waren, haben wir uns wegen der Lautstärke darauf geeinigt, dass nur zwei zu mir hochkommen. Ich schließe die Tür auf, der Freund vom Sohn (der dessen Frettchen die letzten Monate aufgenommen hatte und ihm eine grandiose Wohnwelt in seinem Zimmer geschaffen hatte) meinte nur begeistert: „Oh, Katzen!“ Und drei Katzen saßen in der Tür, die Betonung liegt auf drei, denn üblicherweise reduziert sich Talytha ja bei Fremden, vor allem bei groß gewachsenen Fremden, grundsätzlich erst einmal unter das Bett und meinten zu ihm begeistert: „Oh, Dan!“ Lino sehr würdevoll, Nishia begeistert überschäumend und Talytha still in der Ecke mit blitzenden Äuglein, so himmelten sie den Jungen in stiller Übereinkunft an, als wäre er ihr Messias. Nishi sprang auf ihn zu, rollte sich im Flur auf dem Boden hin- und her, was sie so noch nie bei Fremden getan hat. Das ist so faszinierend, wie manche Menschen für Tiere offensichtlich „Heimkommen“ bedeuten. Hoffentlich wird der Junge Tierarzt, der kann das.

Kurze Rede, sie sind jetzt angekommen und können sich akklimatisieren. Gestern vormittag hatte die Freundin auf dem Jugendamt ein langes Gespräch mit der künftigen Familienhelferin, das wohl sehr gut war. Das Mädel ist – zumindest laut ihrer Lehrer in der Schule, zu Hause leider noch so gar nicht – wie umgewandelt, seit ihre Mutter wieder da ist und sich um sie kümmert. Wir sind also guter Dinge, überlegen nur, ob wir das Tochterkind nicht gleich in den Keller ziehen lassen. Kleiner Witz. Erst mal nur an den Füßen über'n Balkon hängen, dürfte ja vielleicht auch reichen. Nächste Woche dann wieder Amtsgänge. Seufz.

Aber es wird. Ich meine, noch vor drei Wochen war sie so verzweifelt und wollte sie lieber vor den Zug springen – und das ist jetzt mitnichten übertrieben formuliert, und wir hätten damals nie geglaubt in so kurzer Zeit so weit zu kommen! Smiley ans Leben!

2011-03-03

Heute nachmittag

um 17:00 Uhr dann Mietvertragszeichnung in der Wohnung. Wenn nichts schief geht!

Dort, wo sie bis jetzt gewohnt hat, kann man gar nicht verstehen, warum sie noch heute Nacht gleich in ihrer neuen Wohnung schlafen möchte. Dort hat man ihr erzählt, dass ihre dunkelhäutigen Kinder komisch riechen. Und ihr ständig erklärt, was sie alles falsch macht in der Kindererziehung. Und natürlich, was die Kinder alles falsch machen. Das wurde ihnen so regelmäßig nahegelegt, dass diese an den Wochenenden gar nicht schnell genug zu Freunden fliehen konnten. Was man gar nicht verstehen konnte.

Ihr redet man jeden Tag ein, ob sie sich das – als 48jährige Frau – wirklich gut überlegt hat, dass sie ihren geliebten Hund Mogli nach Berlin holen will. Denn Tiere machen doch nur Dreck, kosten Geld und die Nachbarstöle gehört sowieso längst erschossen. Sie haben also die letzten drei Wochen nicht mitbekommen, wie die Freundin mit jeder Faser darunter litt, ihr Tier nicht bei sich zu haben – als Trostspender und Glücksbringer in der verhassten Situation. So wie ich das sehr wohl mitbekommen habe. Was ich schon als besondere Leistung betrachte, so dermaßen ignorant zu sein! Es ist eine gut situierte Familie mit Eigenheim in Reinickendorf, der Vater arbeitet sich zu Tode, um seinen fünf Kindern je ein iPhone und iPad zu finanzieren. Es ist der deutschstämmige brasilianische Strang der Familie und man hat ihr bis heute nicht verzeihen können, dass sie vor 17 Jahren mit einem Brasilianer, einem dunkelhäutigen Brasilianer, die Ehe geschlossen hatte. Dass die „Brut“ nun nichts als Ärger macht, war ja abzusehen und es gehört wohl zum christlichen Ton einer sehr gläubigen Familie auch 2011 dazu, intensiv und langanhaltend sowie ständig auf diesen Umstand den Finger zu legen.

Egal. Der Crémant steht kalt. Und ich, für meinen Teil, freue mich wie blöd auf diesen sehr besonderen tollen Hund.

Politische Online-Kommunikation von Verbänden

Interessante Hausarbeit, die sich alle Verbandsmitglieder, die immer noch hinterwäldlerisch glauben, Online-Kommunikation und Vernetzung darf nicht sein, weil man sich ja was weg nehmen könnte vom großen Kuchen, auf den Rechner schieben und dann auch lesen sollten!

Ich denke …

es ist nun Zeit und Ihr seid alle alt genug für ein Foto vom Kater an Spitzenwäsche.



Dieses Foto widmet Lino höflich der Liebe seines Lebens, Frieda, und deren Unterhaltungsmieze Buffy.

2011-03-02

Danke …

an das Haekelschwein. Denn dank seines Kommentars bei netzpolitik.org habe ich das Phänomen des Guttenberg-Fanclubs endlich verstanden. Alle Fragen ausgeräumt.

2011-02-28

Den besten Text

zur CSU und ihren Umgang mit kleinen und größeren Fehltritten ihrer Mitglieder hat definitiv Harald Martenstein im Tagesspiegel verfasst.

2011-02-27

Anregung …



Dazu passend das Interview mit Peter Wilhelm, Bestatter und Autor vom Bestatterweblog, der Antwort gibt rund um das Thema Bestattungen in Deutschland.

2011-02-26

Deutschsprech



Zum Test!

via Wortfeiler

2011-02-25

Warum ich heute mittag wirklich einen trinken musste …

Ich betreue gerade eine sehr gute Freundin von mir, die von Mallorca nach Berlin umsiedeln muss, weil's mit den Kindern, seit anderthalb Jahren in Berlin beim leiblichen Vater lebend, vorne und hinten nicht klappte – ganz lange Geschichte, blogge ich demnächst noch ausführlich. Es ist alles so surreal und ich stehe täglich mit ihr vor neuen Wänden und staune verwundert an, was sich in diesem Land so alles ergibt an Wahnsinn aber auch Freude und wie Klischees im Erlebten einen dazu bringen, die dümmsten Gedanken zu denken. Und während ich so staune, habe ich sie aber zu halten, weil sie unter der Last schlicht drei Mal täglich zusammen bricht und teilweise keine Sonne sieht, noch Perspektive. Und das Gefühl hat mit 48 Jahren Lebenskampf, nun mittellos, so gar nichts geleistet zu haben, worauf irgendeiner noch Wert legen möchte und sie daher mehr und weniger bewusst verbal mit Füßen tritt. Nichts geleistet zu haben, heißt dem einen Kind seiner Gesundheit zuliebe vor 16 Jahren Berlin mit Mallorca ausgetauscht zu haben, und dort ohne soziale Rückendeckung einer BRD zwei Kinder großgezogen zu haben, ohne finanziellen Support vom Kindesvater und täglich einen für uns hierzulande unermesslichen Kampf als Alleinerziehende gekämpft zu haben.

Heute dann nach irrsinnigen Rennereien der letzten zwei Wochen mit Versuchen, Dokumente über Dritte aus Spanien zu organisieren, hierzulande irgendwelche alten Nummern zu erfragen, Papiere vom Ex zusammen zu suchen, von ihm völlig vernachlässigte Kinder wieder auf Spur zu bringen, Wohnung suchen, Konten eröffnen, Briefe schreiben, Erklärungen tippen, dann zum Termin beim Jobcenter die Unterlagen einzureichen – und dann steht da so ein Arsch von einem Mann, der im Warteraum mit brutaler körperlicher und verbaler Drohgebärde brüllend seine Freundin runtermacht, waren wir beide weich. Sie natürlich viel weicher als ich, weil sie genau vor so einem Exemplar Mann vor 16 Jahren auch aus Berlin flüchtete und mit diesem nun ständig wieder konfrontiert wird, kein nahes Ende in Sicht ist in der Auseinandersetzung mit ihm und eh emotional an allen Grenzen angelangt, die so ein Leben unter diesen Umständen setzen kann. Und ich ein bisschen mit weich, weil bei solchen Typen mir meine Kindheit hochkommt, wie ein von einer Salzsäurefontäne getriebenes Sodbrennen. Und dann saßen wir bei der Sachbearbeiterin im Zimmer und bei ihr liefen wieder die Tränen in Sturzbächen und ich konnte sie nur einmal mehr trösten und meinen Standardspruch bringen, dass wir in sechs Monaten über das Heute, dem dann Gestern, nur lachen werden. Dabei selber den Tränen nah – erstmals in dieser letzten Zeit. Und die Sachbearbeiterin ließ uns so freundlich sitzen, als sie den Raum mal verlassen musste. Obwohl ihre Arbeitsanweisungen natürlich etwas ganz anderes diktieren und reichte ihr Schokolade zur Beruhigung, was menschlich so gut tat.

Aber als sie dann fast Zweifel anmerkte, ob denn die Wohnung für die wir heute Mietkostenübernahme beantragten (damit mit dieser Unterlage Montag der Vertrag unterzeichnet werden kann und sie aus ihrer sehr misslichen Wohnsituation endlich mit den Kids unter einem Dach zur Ruhe kommen kann) überhaupt groß genug sei. Und andeutete, ihre Chefin würde da vielleicht nicht mitspielen, da haben wir die Welt nicht mehr verstanden. Es ist in Berlin keine 3-Zimmer-Wohnung zum angemessenen Satz zu finden. Also: wir haben tatsächlich nicht einmal eine besichtigen können und dann stellt die Agentur lapidar fest, zwei Räume, Küche und Bad sei doch deutlich zu wenig für drei Personen, aus Angst, sie könnte demnächst tatsächlich umziehen wollen. Und wir gucken uns nur an, weil wir wissen, wie zeitweilig auf Mallorca gehaust werden musste –und was für ein Luxus so eine Wohnung nun sein würde, wenn auch ein erheblicher Abstieg vom zum Schluss dort gelebten Standard und wie wirklich verdammt dringlich diese Unterkunft ist.

Danach fuhren wir nach Mitte – so glücklich mit diesem für sie überlebenswichtigen Dokument – mit dem dringenden Bedürfnis einen Kaffee trinken zu müssen, sind beim Spanier gelandet und haben uns mittags um ein Uhr statt des Café con leche den Rotwein gegönnt, weil es das Einzige war, was in die Situation passte. Manchmal muss es früh am Tag Sprit sein. Heute war so ein Tag.

Natürlich läuft in diesem Moment ihr Ex vorbei, kommt auch noch rein und labert rum. Der Ex, der es geschafft hatte letzten Monat bereits in der Mitte angeblich kein Geld von den von der Agentur an ihn überwiesenen Leistungen, als auch Kindergeld mehr zu haben, dafür wenigstens Essenlieferung in Aussicht stellte und dabei blieb es dann auch. Aber wen wundert das, denn die Kinder mussten sich ja schon vorher von dem von der Mutter geschickten Geld für Nachhilfe (u. a. für ihre weitere sprachliche Integration gedacht) und Sportunterricht und Taschengeld zusehen, sich ernähren zu können.

Und ich sage Euch, ich liebe Männer – ich hatte meist großes Glück mit meinen Freunden – aber heute bin ich zeitweilig zur Männerhasserin mutiert und wünschte mir gelegentlich Arsen nicht nur in homöopathischen Dosen bei mir zu führen, weil manche dieser Exemplare wirklich kein Mensch unter dieser Sonne braucht, und sie überall, wo die hingehen nur eine Spur schwer zu entsorgenden Sondermüll auf allen Ebenen hinterlassen. Ja, heute habe ich Nerven gelassen, was ja gar nicht mein Part ist bei dieser Sache.

Andrea war meiner Mum auf Mallorca eine sehr gute Freundin und umgekehrt und Andrea ist die Freundin, die mich so wundervoll getragen hat, als ich die Asche von Mum auf die Insel brachte und ein kopfloses Huhn as it's best war. Und nun ist sie hier und ich freue mich sehr, denn sie ist eine tolle Frau und eine Kämpferin und eine Ausgeburt an Intelligenz und Herzlichkeit. Und diese Stadt braucht Menschen wie sie – und über uns beiden schwebt in diesem K(r)ampf meine Mum und wir spüren sie ständig und deswegen sind wir guter Dinge. alles zu schaffen, weil sie genau diese Kämpfe auch geschafft hat. Also hat mir meine Mum ein tolle Schwester geschenkt, die ich sehr liebe.

Drückt Ihr die Daumen, dass es Montag mit der Wohnung klappt?! Bitte! Dann ist ein Riesenmeilenstein getan, weil sie endlich wieder die Tür hinter sich schließen kann und sie wohnt dann bei mir um die Ecke – und den verfluchten Rest schaffen wir auch noch. Falls jemand hier in der Stadt eine funktionierende Waschmaschine hat, Küchenmöbel und mehr: bitte anbieten!

Viertes Reich …

Davon abgesehen, dass ja ALG II-Bezugsempfänger wie alle andere Versicherten die Zusatzbeiträge aus eigener Kasse bezahlen müssen, also 8 Euro vom Regelsatz eh abdrücken, können wir also festhalten, diese super großzügigen 5,— Euro mehr Regelsatz sind lediglich nur 3,— Euro minus. Da die Tarife für Wohnraum mit dem Habitus „angemessene Wohnkosten“ auch seit Jahren nicht den tatsächlichen Mietpreissteigerungen und Energiekostenexposionen angepasst wurden, dürfen die Leute künftig immer mehr aus dem Regelsatz für ihre „angemessenen“ Wohnungen dazu zahlen.

Weiterhin wird in Deutschland keine Statistik geführt, die Menschen zählt, die hierzulande unter ALG II-Bezug ihrem Leben ein Ende setzen.

Die Härte ist aber der Verstoß gegen das Gleichstellungsgesetz, das CDU/FDP und eben auch SPD in die neue ALG II-Regelungen für Behinderte getextet haben, die sind halt mal wieder noch ein bisschen mehr „scheißiger“ dran, als die vielen anderen faulen Bezugsempfänger. Mich gruseln diese Parallelen zu früheren Zeiten in Deutschland hinsichtlich der Ausgrenzung und Diskriminierung.

Umfrage zu Alter und Pflegestufe bei Kindern

Der Kinder Pflege Netzwerk e.V. hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Belange pflegebedürftiger Kinder und ihrer Familie zu vertreten. Dabei helfen natürlich auch Zahlen.

Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ sein können, können sie doch helfen, der Öffentlichkeit die Situation von Kindern mit Pflegestufe besser darzustellen.”


Verlinkung, Bekanntmachung, Mitmachen (sofern möglich) ganz doll gerne!

Made my day!

Judith Holofernes (Sängerin „Wir sind Helden“) schreibt Jung von Matt, was sie von deren Anfrage für BILD zu werben so hält …

Kann einer den Jung von Matt-Pfeifen mal stecken, dass man im deutschen Schriftverkehr gar kein Komma nach „Mit freundlichen Grüßen“ setzt? Wenn 08/15-Schreiber das tun, ist mir das wurscht. Aber von einer Agentur erwarte ich absolute Kompetenz in der Orthotypografie – sonst werden Drucksachen nämlich peinlich teuer.

Also:

best regards,
creezy

aber:

Mit freundlichen Grüßen
creezy

Und nur so und nicht anders! Hinter die Ohren tätowieren!

2011-02-24

So geht's mit zu Guttenberg …

Man nehme als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland zur Kenntnis, dass es einen Sparhaushaltsplan geben wird, der auch die Bundeswehr massiv betreffen wird.

Daraufhin stricke man das Konzept „Bundeswehr“ dergestalt um, dass man künftig auf günstiges Personal der Wehrpflicht verzichtet und diesem Konzept den Stempel „Wir sind jetzt Berufsarmee“ aufdrückt.

Die Ministerin, die künftig im Sozialpflegebereich auf günstiges Hilfspersonal namens „Zivildienstleistende“ verzichten muss, schweigt still.

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland stellt fest, dass Sparpläne doof sind und fordert doch lieber wieder die höhere Summe für den Etat, so wie vor dem Banken-Rachenwurf schon als für notwendig erachtet. Mami Merkel findet das gut so und und lässt in der Haushaltsdebatte abnicken, weil: wat mut, dat mut, wir sind ja im Krieg!

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland hat keine große Lust, die Knete mit seinem an der Front arbeitenden Personal zu teilen und muss nun ganz erstaunt feststellen, so viele Menschen in Deutschland wollen sich gar nicht ihren Arsch wegschießen lassen, für ihr Land für zu wenig Geld. Gleichzeitig spricht sich langsam herum, dass Versehrte hierzulande genauso mies abgehandelt werden, kommen sie als Schwerstbehinderte aus dem Kriegseinsatz zurück, wie Soldaten beispielsweise in den USA. Sieben Jahre Rechtsstreit für etwaige Rentenansprüche nach einem Fronteinsatz muss sich auch der schlechteste bezahlte Soldat erst leisten können.

Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland (CSU) guckt sich um und kuschelt mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit (CDU), Offizier a. D. und stellt fest, da hängt junges Pack ab: da kann man sich billig bedienen. Die Arbeitsagentur stellt nun der Bundeswehr Raum zur Verfügung für Rektrutierungsveranstaltungen. Inwieweit schon Leiharbeitfirmen oder Vermittlungsagenturen noch Arbeitsuchende aber künftige junge Soldaten an die Bundeswehr verkaufen, ist noch nicht bekannt, darf aber vermutet werden. So oder so gilt nun aber, jungen Menschen unter 25, denen ein Job als Soldat vorgeschlagen wird und dieses Arbeitsangebot ausschlagen, dürfen nach dem aktuellen Kooperationsabkommen dann die Leistungen gekürzt werden.

2011-02-23

Kein ALG II für Burka-Trägerinnen

Antrag der FDP in der Bezirksverordnetenversammlung Spandau.

Und ich dachte die Nazis säßen bei der NPD.

(Aus der Reihe: das macht mich jetzt ehrlich betroffen und sprachlos.)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

mich hat als Bürgerin und Wählerin dieses Landes Ihr gestriges Statement zu Herrn Dr. von und zu Guttenberg, in dem Sie ihm Ihr vollstes Vertrauen weiterhin aussprechen, sehr erschreckt.

Allzu offensichtlich haben Sie gar keinen Kontakt mehr zu den Bundesbürgern, denen Sie als Kanzlerin vorstehen. Womöglich würden Sie dann nicht alleine nur Ihr Vertrauen hinterfragen, sondern auch das der Bürger dieses Landes zu diesem einen Minister und seinem Verhalten vor allem in jüngster Vergangenheit. Es ist uns, als Volk, völlig egal als was und mit welchen Kompetenzen Sie den Minister ins Amt berufen haben. Das ist hinfällig. Denn:

Herr Dr. von und zu Guttenberg hat uns in seiner Pressekonferenz am 18.02.2011 ganz bewusst in einer selektierten Presseöffentlichkeit belogen! Er hat – wörtlich zitiert – in die Kameras gesprochen, seine „Dissertation ist kein Plagiat und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir.“ […] „Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.“

Diese Sätze sind mittlerweile deutlich in ihrer Kernaussage durch Nachforschungen von Dritten als Lüge überführt. Möglicherweise war sich Herr Dr. von und zu Guttenberg zu keiner Zeit – weder früher noch aktuell am 18.02.2011 – der Gesetzeslage hinsichtlich dem Verfassen von Promotionen bewusst, obwohl das aber nicht glaubhaft ist. Und so, Frau Bundeskanzlerin Merkel, hat dieser Mann sein Recht auf ein Ministeramt verwirkt. So offensichtliche zur Schau getragene Inkompetenz oder aber sehr dreiste Lüge eines hochrangigen Mitarbeiters im Bundestag, ist schlicht nicht zu akzeptieren. Ich möchte mein Land von HerrnDr. von und zu Guttenberg weder als Verteidigungsminister – noch auf einem anderen Ministerposten – in Zukunft vertreten sehen.

Nebenbei ist die Tatsache, dass Herr Dr. von und zu Guttenberg für diese Pressekonferenz eine Selektion deutscher Pressevertreter für rechtmäßig hielt, im höchsten Maße zu kritisieren. Wir leben in einer Demokratie. In der Bundesrepublik Deutschland gilt nach wie vor die Pressefreiheit. Dass Ministerien sich bei öffentlichen Stellungnahmen von höchstem allgemeinem Interesse der Bürger ihr Sprachrohr aussuchen dürfen, lässt mich an einem Handeln im Sinne dieses demokratischen Staates zweifeln. Herr Dr. von und zu Guttenberg ist Bundesverteidigungsminister – und nicht Dschungelcampteilnehmer!

Vielleicht hat sich hier Herr Dr. von und zu Guttenberg, auch mit seiner Ehegattin, zu oft als Gast in Talkshows wohlgefühlt und den Redaktionen möglicherweise auch zu oft die Vertragsgestaltung diktiert, als dass eine Fähigkeit der klaren Trennung seines immer offensichtlichen und auch kritisierten privaten Interesses zur Imagebildung, gegenüber der Pressearbeit als Bundesverteidigungsminister noch zu erkennen wäre. Weiterhin lässt seine Attitüde hinsichtlich der „Ablegung“ seines Doktortitels, eine etwaige Kompetenz juristischen Beistand in Promotionsfragen einzuholen leider ebenfalls missen. Dies mit den sehr deutlichen Verfehlungen in seinem eigentlich Amt als Bundesverteidigungsminister, lassen nur ein konsequentes Handeln zu:

Ich fordere Sie hiermit auf, dem Bundesverteidigungsminister Dr. Karl Theodor von und zu Guttenberg seinen sofortigen Rücktritt vom Amt nahezulegen!

Mit freundlichen Grüßen
creezy

Kann man kopieren und im eigenen Namen hierhin als E-Mail versenden:

internetpost@bpa.bund.de

Oder per Snail-Mail hierhin schicken:

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin
Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

blog post scriptum: das Dr. im Namen per Beschluss der Universität Bayreuth am 23.02.2011 19:30 Uhr gestrichen.

2011-02-22

Der Countdown läuft …

für die Neue Bodenständigkeit. Autoren/Blogger, die man gerne liest, schreiben. Zusammen. Sehr schön die Teaser der einzelnen üblichen Verdächtigen hier.

Und da schreiben dann unter anderem der feine Nilzenburger, der wundervolle Deef, der grandiose Malte Welding, der im echten Flow eines Berliner Zugereisten bloggende Bosch und vielleicht, vielleicht auch nicht nur für die Quote ein Mädel, aber die kenne ich nicht. Noch nicht.

Kindersoldaten

Alleine bei diesem Wort zieht sich mir alles zusammen. Kinder, meist Straßenkinder, werden als Soldaten rekrutiert und begreifen den Krieg als ihre einzige Chance auf ein Leben in einer Gemeinschaft und Essen. Jeder dritte Kindersoldat ist ein Mädchen, sie werden oft von älteren Soldaten vergewaltigt und zwangsverheiratet. Kindersoldaten werden als menschliche Spürhunde zum Auffinden als auch Verlegen von Landminen eingesetzt.

Am 12.02.2011 fand der „Red Hand Day“, der Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten statt. Beinahe ungehört. terres des hommes mahnt in der Pressemitteilung an „Die Bundesregierung kommt ihren internationalen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern nicht ausreichend nach.“ Leseempfehlung: der Schattenbericht.

Am 24. April soll in Berlin der GuluWalk stattfinden. Ein Marsch durch die Stadt, der auf die besondere Situation der Kindersoldaten in Uganda aufmerksam machen wird. Gulu, Hauptstadt des Distrikts Gulu in Uganda, steht sinnbildlich für das Leiden dieser sehr jungen Menschen, die im Bürgerkrieg entführt und als Kindersoldaten misshandelt wurden.

Es werden Mitorganisatoren, helfende Hände und Spenden nachgefragt. Mehr Informationen auch zum Spendenkonto gibt es hier. Sie fragen nicht nach viel Geld, dem Team fehlen derzeit lediglich 1.000 Euro in der Kasse für diese Aktion.

2011-02-21

Manchmal …

glaube ich, ich bin der einzige Mensch auf diesem Planeten, der anderen Menschen noch die Tür aufhält. Und ich trage dabei immer ein Invisible-Schutzschild, denn man braucht sich bei mir nicht einmal mehr dafür bedanken.

(Aus der Reihe: was könnt Ihr Euch eigentlich für Eure Unhöflichkeit kaufen, dass Ihr sie so über Gebühr zelebriert?)

2011-02-20

Putzig

kommt nämlich von putzen. So!

2011-02-19

Körpersprache

eines Herrn von und zu Guttenberg.

2011-02-18

Ach ja …

ich habe ja am Mittwoch Fußball geguckt in sehr geschmackvoller Runde.

Selten habe ich so einen geilen Rasen gesehen! Und nachdem ich zwei Nächte über das Spiel geschlafen habe, muss ich festhalten: ich kann die Rauten nun auch verstehen. So einen schönen Rasen will man halt die ganze Zeit ganzkörperherzen.

(Aus der Reihe: dieses Blogpost widme ich dem Sabbeljan)

2011-02-17

Alle, die sich …

bisher nicht die Bohne dafür interessiert haben, wie viel Frank Elstner für seinen Moderationsjob bei „Ein Platz an der Sonne“ verdient hatte, sollten vielleicht auch bei Monica Lierhaus die Klappe halten.

Was ist eigentlich deren Problem genau? Dass eine Frau mal ordentlich Knete verdient? Oder dass endlich ein Mensch mit Behinderungen ordentlich Knete verdient?

Einfach mal gönnen können …

(Aus der Reihe: wann immer Deutschland mich peinlich berührt.)

2011-02-15

Sehr gerne gelesen …

habe ich eben diesen Artikel, der so schön beschreibt, welche Gegenstände Gäste, prominent und nicht prominent, in Berliner Hotels gerne mal vergessen. Ist vom Kleinkind über Armprothese bis hin zur Waschmaschine alles dabei.

2011-02-13

Gestern …

wurde mir erklärt, ich würde meine Katzen verwöhnen. Als ich dann fragte, wie, wo, warum und an welcher Stelle denn genau, kam als Antwort: „Na, sie hätten einen Kratzbaum.“

Pfff, das Gesicht möchte ich sehen, wenn der Chauffeur den Katzen-Ferrari aus der Werkstatt abholt.

Peter Alexander und die Muppets

Teil 1 und Teil 2

2011-02-12

Ach ja …

und Sarrazin-Rassisten gehen mir auch auf den nicht vorhandenen Sack. Sarrazin-Rassisten sind leider kein bisschen besser als er. Und wer denkt, es sei legitim Sarrazin gegenüber eigenen Rassismus zu praktizieren, nur weil der kompletten Müll labert, handelt leider genauso wenig intelligent wie er: nämlich mit dummer Ausgrenzung. Rassismus ist immer Ausgrenzung, niemals konstruktive Auseinandersetzung.

Schreibt Euch das hinter Eure grünen Löffel!

2011-02-08

Was für ein Wahnsinn!

45 Leute sind hier dafür zuständig, die Wege zu harken, die 300 Papierkörbe zu leeren oder eben spitze Äste von Spielflächen zu klauben. Die verfaulenden Blätter von den Wiesen zu sammeln, das dürfen sie nicht. Das ist der Job für die regulären Landschaftsgärtner, die der Parkbetreiber Grün Berlin GmbH beauftragt. „Das ist manchmal echt absurd“, sagen die Ein-Euro-Jobber. Immerhin dürfen sie Kastanienlaub aufklauben. Das dient dem Kampf gegen die Miniermotte und gilt als „zusätzliche Aufgabe“, die Ein-Euro-Kräfte erledigen dürfen. „Um das andere Laub harken wir dann drum rum, wa“, feixen die Männer.

Quelle: Berliner Morgenpost, 600.000 Berliner rotieren in der Hartz-IV-Maschine

Heute back‘ ich mir ein Baby!

Tageshoroskope, mindestens so gut wie die kleinen Comics auf der letzten Seite oder die Ische von Seite 3:

Wenn Sie Nachwuchs planen, freuen Sie sich, heute könnte es klappen. Sollten Sie nichts derartiges planen, dann sollten Sie auf jeden Fall verhüten. Sie entkommen heute schwer einem Liebesabenteuer.

2011-02-07

Der Typ …

im Banker-Kostüm, der heute früh in Tempelhof an der Fußgängerampel stehend so sehr geringschätzig auf mein Fahrrad geguckt hat. Wenn der wirklich das gedacht hat über mein Rad, was sein Gesicht verraten hat, dann hat ihm hoffentlich fünf Minuten später eine Taube auf seine hohe Stirn gekackt!

(Aus der Reihe: Nicht mit uns!)

Am allerallerallerallerallerliebsten …

habe ich während einer Blogdiskussion Kommentatoren, die den anderen mehr und weniger leidenschaftlich diskutierenden Kommentatoren so viel ihrer Lebenzeit schenken und diese in Ein- bis auch gerne Dreizeilern (!) maßregeln versuchen, in dem sie ihnen erklären, dass sie doch zu viel Zeit haben müssen, weil sie sich engagiert an einer Diskussion beteiligen. Input dann zum Thema? Niente!

(Aus der Reihe: Bitte! Bitte nur einmal überlegen, – und wenn es auch nur bei dem Versuch bleibt – warum wir Blogger wohl Blogger sind.)

2011-02-06

Huch?

Mal gucken, wann sie rafft, dass der schwarzweiße grazile Riesenkater neben ihr gar nicht auf den Namen „Talytha“ hört …

The Super Bowl and Violence Against Females

Höfliche Leseempfehlung! Läuft ja bei uns in den jeweiligen Ligen nicht anders …

2011-02-05

Punx



Punx ist der Kreuzberger Plural von Punk.

2011-02-04

Manche Meetings …

können ganz schön langweilig sein!

Gedankenspinnerei

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass wir Deutschen völlig überversichert sind. Und im gleichen Artikel gelesen, dass wir heillos unterversichert sind. Wenn man diesem journalistischen Qualitätsbeitrag Glauben schenken darf, zahlen wir jährlich 54 Milliarden Euro (!) in irgendwelche Schnullidulli-Versicherungen. Irgendwo im Vorbeigehen habe ich mitgenommen, dass es in Deutschland mehr abgeschlossene Lebensversicherungen gäbe, als Einwohner. Aber natürlich wird weiterhin viel pro Versicherung Stimmung gemacht und uns eingeredet, wir seien längst nicht in allen Lebenslagen ausreichend versorgt, was unseren Versicherungsschutz anbelangt.

Beispielsweise wird uns ständig erklärt, wir würden alle immer älter werden und müssten finanzielle Vorsorge, Vorsorge und nochmals Vorsorge betreiben. Weil wir doch alle gesünder leben würden, wir dank besserer gesundheitlicher Vorsorge seltener krank werden. Oder alternativ, dank der Krebs-Früherkennungen, eher eine Heilung möglich ist als früher bzw. man durch neue Behandlungsmethoden zumindest deutlich länger mit einer Krebserkrankung lebt als noch vor 20 Jahren. Wir arbeiten heute weniger risikobereit oder anstrengend. Dem Ganzen anheimgestellt immer wieder der Hinweis, wie wichtig es ist, ausreichend für den langen Lebensabend vorzusorgen.

Das ist, wie ich finde, eine interessante Aussage in der Konklusion, bedenke ich dann die stetigen anderen Hinweise, wie gefährlicher unser Leben zunehmend wird und ich frage mich immer häufiger, was eigentlich, wenn dieses Lebensmodell dann doch nichts anderes ist als eine riesige Lebenslüge? Von der Versicherungslobby initiiert? Big Business, dem natürlich unsere dumpen Politiker mit hoher Begeisterung folgen? Andererseits stehen doch auch diese ganzen anderen negativen Vorzeichen:

• Die Umweltverschmutzung nimmt zu. Auch hierzulande werden wir immer häufiger mit den Konsequenzen einer unausgeglichenen Klimawelt leben müssen. Umweltkatastrophen fordern Todesopfer. Hautkrebs beispielsweise, der ursächlich in Verbindung mit der von uns vorsätzlich zerstörten Ozonschicht einhergeht, hat die höchsten Steigerungsraten, was Krebserkrankungen in Deutschland anbelangt. Er rangiert längst vor Brust- bzw. Prostatakrebserkrankungen. Im Vergleich zu 2005 ist die Hautkrebsrate 2010 um lässige 39% (!) gestiegen. Und: die Patienten werden immer jünger: die Erstdiagnose wird immer häufiger bei Menschen unterhalb ihres 40. Lebensjahres gestellt.

• Derzeit gibt es kaum eine Krebserkrankung, die nicht als in ihrem Auftreten als steigend beziffert wird. Dabei ist übrigens mittlerweile weniger relevant, dass immer ältere Menschen häufiger an Krebs erkranken, sondern die Tatsache, dass immer jüngere Menschen heutzutage immer früher mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden. Teilweise in einem Alter, in dem die seitens der Kassen verordneten Vorsorgemodelle noch gar nicht greifen. Vor zehn Jahren sind z. B. noch primär Frauen erst in einem Alter ab 60 Jahren an Brustkrebs erkrankt, heute sind Frauen, die die Diagnose im Lebensalter von 35 Jahren erhalten, nicht einmal mehr eine Ausnahme. Besonders tragisch dabei: die Tumoren werden immer aggressiver.

• Die Deutschen essen immer mehr Schrott. Und zwar auch ohne von geldgeilen Lieferanten der Positivliste übervorteilt zu werden. Wir brauchen keine Dioxin-Skandale, um zu wissen, dass in unseren Lebensmitteln unzählige Zusatzstoffe enthalten sind, die von gesunder Ernährung soweit entfernt sind, wie Sarrazin vom Bosporusurlaub. Viele der Zusatzstoffe stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Dennoch dürfen sie, gesetzlich befürwortet, in eingeschränkter Menge unserem Essen beigemischt werden.

• Und selbst, wenn uns der Joghurt keinen Krebs bescheren sollte, werden uns zunehmend Aromastoffe, Süßstoffe ins Essen gemischt, die dafür bekannt ist, dass sie zu Übergewicht führen. Es gibt heute unzählige Esswaren, die beispielsweise durch die Beimengen von Geschmacksverstärkern vom Handel bewusst gewünscht zu Abhängigkeiten führen. Nebenbei sind die meisten Lebensmittel übersalzen oder überzuckert. Die Folgen sind für den Menschen Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Krankheiten also, die zu Lasten unseres Herz- und Kreislaufsystems gehen und schlussendlich zum Versagen führen können. Zwar sind hierzulande die letzten Jahre die Todesfälle aufgrund eines Myokardinfarkts gesunken, was mit an der besseren Aufklärung der Menschen als auch an der flächenübergreifend guten medizinischen, in den letzten Jahren verbesserten Versorgung (Notfalldefibrilatoren) liegt. Nur: an genau diesem System wird immer mehr gespart werden. Die Zahlen werden sich Ungunsten der Patienten über kurz oder lang wieder nach oben erholen.

• Die Zahlen der Todesfälle durch Herzinfarkt sind auch deswegen gesunken, weil viele Menschen heute körperbewusster, sportlicher durchs Leben gehen. Aber: die Schere zwischen reichen und denen an bzw. unterhalb der Armutsgrenze lebenden Menschen in Deutschland ist in den letzten Jahren sehr viel größer geworden und diese Entwicklung wird fortschreiten. Es wird immer mehr Menschen geben, die für einen körperlichen Ausgleich, eine gesunde Lebensführung deutlich weniger bis gar kein Geld zur Verfügung haben werden. Sie werden sich zwangsläufig schlechter ernähren müssen. Sie werden – sofern sie Arbeit finden – deutlich mehr arbeiten müssen, als jemals zuvor, um einen Lebensstandard kurz nach der Armutsgrenze finanziert zu bekommen. Sie werden zunehmend verstärkt Sorgen um ihre Existenz haben, negativer Stress und übermäßige Arbeitsbelastung machen nicht gesund, das ist bekannt. Kurz: die Herzinfarktraten werden wieder steigen. Und mit ihnen die Rate der Mortalität.

• Das Thema zunehmende Armut in Deutschland – nicht nur im Alter – zeigt auch jetzt bereits Auswirkungen in der Mortalitätsrate. Wir wissen mittlerweile, dass Armut depressiv macht. Und Depressionen greifen auf Dauer das Herz an. Lebensumstände, die zum Beispiel keine gesunde Ernährung ermöglichen (s. o.), tun ihr übriges. 2009 haben sich in Deutschland 9.000 Menschen das Leben genommen, 100.000 Menschen haben einen Suizidversuch begangen. Es ist bekannt, dass sich ältere Menschen häufiger selbst richten, oft in Abhängigkeit von Krankheiten.

• Das Robert-Koch-Institut hat ermittelt, dass 60-jährige Männer in den höchsten Einkommensschichten eine Lebenserwartung von circa 28 Jahren haben, Männer gleichen Alters aus den unteren Gehaltsschichten indes nur noch eine Lebenserwartung von ungefähr 15 Jahren.

• Über kurz oder lang wird die Regel „Frauen leben länger als Männer“ keinen Bestand mehr haben. Einerseits liegt das in der Logik der Gleichbehandlung, daraus resultiert, das ist bekannt, eine Angleichung der Verhaltensweisen innerhalb der beiden Geschlechter. Mittlerweile rauchen mehr jüngere Frauen als Männer. Sie arbeiten mittlerweile ebenso in ihre Gesundheit gefährdenden Jobs wie früher nur Männer. Der berufliche Stress nimmt für sie stetig zu. Die Mortalitätsrate bei Alkoholkrankheiten, Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen nimmt bei Frauen derzeit zu.

• Frauen sind im besonderen Maß die Leidtragenden der heutigen Regierungspolitik. Sie verarmen nach wie vor eher. Sie sind weiterhin häufiger Alleinerziehende als Männer. Sie arbeiten häufiger in 400-Eurojobs und sind eher gezwungen, sich in Demut zu üben, sei es gesunde Ernährung oder Sorgenfreiheit (finanzieller und sozialer Natur) betreffend. Sie haben deutlich weniger Chancen, mangels Sparmöglichkeiten, jemals in ein den Lebensstatus ausreichend absicherndes Rentenmodell zu gelangen. Sie geraten weiterhin eher in Altersarmut. Sie werden also noch häufiger als Männer über das Erreichen des Rentenalters hinaus zusätzlich arbeiten gehen müssen. Alles Faktoren, die negativen Einfluss auf die Lebensdauer haben. Kurz: die Differenz des längeren Lebensalters wird sich über kurz oder lang zwischen den Geschlechtern immer stärker aufeinander zu bewegen.

• Kurz oder lang wird hierzulande die Gesundheitsversorgung des Einzelnen auf eine Grundversorgung reduziert werden. Ein umfassende Behandlung wird nur mittels Zusatzversicherungen zu gewährleisten sein. Also wird sich auch hier eine Kluft auftun zwischen den Besserverdienenden und denen, die mit einem Existenzminimum langfristig durchs Leben gehen. Kein Aspekt, der für die eine Bevölkerungsgruppe medizinisch immer eine lebenserhaltende Maßnahme vorrätig halten dürfte. ALG II-Empfänger, Leiharbeiter, Mini-Jobber können sich schon heute, bei zum Beispiel einer Krebsbehandlung, eine Reha-Maßnahme nicht leisten bzw. müssen dafür Schulden machen.

• Im Zuge der Einsparungen im Gesundheitssystem nehmen die katastrophalen Zustände in der Hygiene in den Krankenhäuser weiterhin zu. Wir generieren hier unsere stetig steigende Sterberate selbst. Weiterhin gilt die Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten und teilweise schwersten Operationen hierzulande mittlerweile als ebenso katastrophal. Man hat die Krankenhausaufenthalte aus Kostengründen der Patienten auf ein Minimum zusammen gestrichen, hat es aber gleichzeitig unterlassen, eine ausreichende Versorgung der Patienten zu Haus zu gewährleisten. Es gibt in Deutschland kein ernstzunehmendes Sterberegister. Menschen nach einer OP sterben zu Hause üblicherweise an einem Kreislaufversagen. Selten gibt es eine Diagnose post mortem, die da heißt Exitus infolge von mangelhafter OP-Nachsorge.

• Die Privatisierung von öffentlichem Eigentum wird zunehmend für vermehrte Katastrophen (beispielsweise im Nahverkehr) auch mit höheren Todeszahlen führen. Wir erinnern uns, die derzeitige Regierung bastelt an einem Konzept die Lagerung von radioaktivem Müll in Deutschland zu privatisieren. Wir werden in den kommenden 20-30 Jahren noch ein paar mehr oder weniger lustige Vorkommnisse hier in Deutschland erleben, die einem großen Teil der Bevölkerung sehr wahrscheinlich den Tod bringen dürfte. Beispiel: die Schachtanlage Asse.

• Alleine im letzten Jahr sind weltweit 300.000 Menschen aufgrund von Naturkatastrophen ums Leben gekommen (weswegen die Ergebnisse vom Klimagipfel im Vergleich zum monetären Aufwand der Terrorbekämpfung so unglaublich lächerlich sind). Tendenz weiterhin steigend. Klima herrscht auch in Deutschland und auch wir werden über kurz oder lang in ganz anderen Dimensionen von den Auswirkungen der Klimaveränderungen Schaden nehmen.

Wisst Ihr was? Ich höre jetzt einfach mal auf. Wenn ich die ganzen Cons so für mich addiere, glaube ich nicht an eine höhere Lebenserwartung der Deutschen im großen Stil. Zumindest nicht in dem Rahmen, wie sie mir deutsche Politiker und Versicherungsunternehmen weiss machen möchten.

Bilderrätsel

Diese fliegende Maus hockt auf einem Berliner U-Bahnhof. Und ich will wissen auf welchem?

2011-02-03

Bankendreier



… in Rotlicht-Couleur!

Wusstet Ihr, dass …

man gegen Sperma immun werden kann? Ach, lest selbst!

Die elektronische Gesundheitskarte …

Vorne herum hat Dr. Rösler ja ein wundervolles Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel gespielt mit der elektronischen Gesundheitskarte mit einer Version „kommt garantiert nicht“, dann nach dem direkten Einknicken vor der Lobby mit einem „kommt vielleicht, wir müssen mal sehen“ und hintenrum hat er die entstandene Atempause in der Öffentlichkeit feist dreist dazu genutzt, die Verordnung so umtexten zu lassen, dass die Karte garantiert kommt. Nur jetzt noch weniger getestet wird, als sie vorher schon von jeder Seite (natürlich auch den Seiten, die damit Geld verdienen würden) als ungenügend getestet kritisiert wurde. Hier ein kleiner Abriss vom Fiasko der ersten Testreihe. Klar, was so super im funktioniert im ersten Anlauf, muss nicht noch mal auf Herz und Nieren geprüft werden.

Nun, liebe Kinder, gebt fein acht. Es ist etwas anderes, ob jemand Euren Persocode knacken kann oder jemand an Eure gesundheitlichen Daten gerät, der daran besser nicht geraten soll.

2011-01-31

Gute Nachrichten aus Tempelhof!

Die Ranke-Erdbeere wirft schon erstes Grün!

2011-01-29

Ravioli-Junkie

Nudel-Projekt 2011, dritte Klappe. Das mit dem Teig habe ich mittlerweile gut im Griff. Aber, entgegen allen meinen lieben Kommentatoren, die meinten, normales Weizenmehl täte es auch, bin ich mittlerweile auf gutes italienisches Divella Semola Di Grano Duro Rimacinata umgestiegen. Ich finde den Teig viel schöner und die Nudeln schmecken mir persönlich deutlich besser als mit unserem herkömmlichen 405er Mehl. Das Problem bei meinem Hartweizengrieß (Tipp von bel) aus dem türkischen Supermarkt (der Teig zerbröselte immer nur) ist mir mittlerweile auch aufgegangen. Türkisch fein gemahlen und italienisch fein gemahlen sind zwei völlig unterschiedliche Baustellen. Macht ja nix. Jetzt bin ich bei 200 g Semola die Grano und 100 g Semola von De Gecco, 3 Eier, etwas Olivenöl (alleine schon wegen der Handpflege beim Kneten!) und habe einen wundervollen weichen Teig, der nicht klebt, gut knetbar mit der Hand und mit einer sehr schönen Farbe, der auch den schlussendlichen Arbeitsschritten wunderbar standhält.



Die Teigfindung erkläre ich hiermit für abgeschlossen. Gekauft wird beim kleinen Italiener am Südkreuz, der sich immer freut, wenn ich mit meinem Bianchi-Fahrrad vorfahre. Der gestern eine schlimme Fussballverletzung (!) – da reden wir mal besser nicht drüber, näch? – hatte, kaum laufen konnte: von dieser Stelle aus gute und schnelle Besserung! Außerdem kostet das das Mehl einen lässigen Euro weniger als in der italienischen Apotheke am Kotti, die plötzlich auch keinen offenen Ricotta mehr verkauft. Dann eben nicht! Und ja, ich bin nach wie vor sehr beglückt mit dieser Teig-Kneterei. Fahr' icke voll druff ab! (Wie der Berliner zu sagen pflegt.)

Das mit den Nudeln … mit den Tagliatelle, klappt soweit. Zumindest seit dem legendären Tipp in den Kommentaren hier von Maribert mit den Frühstücksbrettchen. In der Länge bekomme ich die Jungs nun auseinander, allerdings kleben sie noch immer seitwärts zusammen. Brauche ich also doch so einen Trockner zum Nudeln einzeln aufhängen? Vielleicht aber klappt es nun mit dem schlussendlichen Teigrezept auch besser. Wir werden sehen … denn nun bin ich aktuell auf dem Ravioli-Trip!

Oh Ravioli! Ihr wart schon immer meine Lieblingspasta! Vergangenen Mittwoch war ich bei Coledampf's (großartiger Küchenartikelladen in Berlin, wo man wirklich alles bekommt, was man braucht) und die haben derzeit Ausverkauf wegen Umbau. Unglaublich günstige Preise. Ich riss mich zusammen, aber musste dann doch diese beiden Ausstecher



einladen, bei mir und in meiner Küche künftig heimzuwohnen. Sie ließen sich auch nicht lange bitten, kosteten 20% weniger und laden zu jeder Zeit Plätzchenausstechzeit sein. Was sehr wichtig ist für die Seele. Habe ich so auch nicht gewusst! (Ich freue mich schon sehr auf die erste Ravioli-Session mit dem Nachbarsmädchen, sie stand neulich schon mit glänzenden Augen vor der Nudelmaschine.)

Heute gab es zum dritten Mal Ravioli und ich war heute sehr zufrieden mit der Dicke des Teiges, man muss sich eben herantasten. Seit ich Nudeln mache, steht bei mir immer ein Topf Sugo auf dem Herd, alternativ lagern ein paar Becher Sahne ein. ,-) Der Verbrauch an Parmesan ist immens gestiegen, die Hosen werden enger … äh. Nein. Nicht wirklich.

Dies sind meine allerersten Ravioli gewesen:



Gefüllt mit sehr klein geschnittenem angebratenem Bauchspeck, Frischkäse und Frühlingszwiebeln. Nicht farciert übrigens. Sehr lecker, die Füllung – auch wenn ich mich leider beim Bauchspeck verkauft hatte und einen viel zu salzigen verwendet habe. Frischkäse hält in Ravioli eher nicht so vor. Also zumindest schon mal gar nicht, wenn man die kleinen Klapptaschen nicht ordentlich dicht verschließt! Jaaa, Schlamperei nehmen Ravioli übel. Ravioli wollen zärtlich einzeln getätschelt werden, habe ich gelernt. Ravioli sind sensible kleine Diven, aber wenn man ihnen die Aufmerksamkeit zukommen lässt, die sie wünschen, dann sind sie das Beste auf der Welt, was man essen kann. Finde ich. Wie schon berichtet, Ravioli Volume 1 und 2 waren mir vom Teig dann doch auch noch zu dick. Da waren diese heute, die dritten, gleich viel besser im Geschmack, weil viel zarter:



Gestern gab es sie schon einmal in der runden Form, halb zusammen geklappt. Leider ohne Foto. Dafür ganz glückliches Ravioli-Ersthappening bei Frau Indica in meiner Küche. Wir waren froh mit unserem selbst gebastelten Essen! Gefüllt mit einer Farce aus Merguez-Putenwürstchenfleisch, schwarzen Oliven, getrockneten Tomaten und einer Zwiebel angebraten und mit zwei Esslöffel Ricotta im Mixer püriert. Ich finde, alleine diese Füllvariationen, die nun wirklich jeden Spielraum an eigener Kreativität bieten, ganz wundervoll! Und hey, ich bin erst am Anfang! Habe dann heute schon mal Crevetten und geräucherte Forellenfilets eingekauft. Hm, Firschfarce …

Was ich persönlich sehr sehr mag an dieser Nudelsache, dass man sie sich tatsächlich ein wenig erarbeiten muss und der ganzen Sache ein wenig Verständnis entgegen bringen muss. Eine Frage bleibt mir aber noch zu stellen: wie wirft man Ravioli nun richtig ins Wasser? Unangetastet? Oder presst man die Luft aus ihnen raus? Weiß das jemand?

Ich liebe diese Maultaschen. Und meine Nudelmaschine. Und die Ausstecher. Und den Italiener am Südkreuz. Und Robert, denn der ist – neben Mama – auch schuld an meinem neuen Kochhobby! Merci!

2011-01-28

Ich habe

heute viel doll mehr Schwäne gesehen als wie Du!

(Aus der Reihe: Kottbusserbrückenblogpost).

Man glaubt mir ja nie …

wenn ich hier und dort von dem sehr innigen Verhältnis meines Katers zu den Dienstleistern dieser Welt erzähle, die täglich oder mehrmals wöchentlich unseren Alltag beglücken. Da ist zum Beispiel unser Postbote. Der ist ja nicht nur ein sehr netter seiner Sorte, er ist obendrein auch noch ein hübscher (Feature geht an mich) und echter Katzenfreund (Feature geht an die Katzen). Seit unser Postbote Silvester das letzte Mal oben bei uns war und Lino ausgiebig mit ihm gekuschelt hatte, bis er ihn als praktikable Ausrede genommen hat, um den nächsten oberen Treppenabsatz heimzusuchen – was ich nett von meinem Kater fand, denn ich habe es auch gerne, wenn mein Postbote mir ab und an etwas Aufmerksamkeit schenkt – sieht Lino ihn morgens auf seiner Tour erst in die eine Richtung auf der anderen Straßenseite entlangfahren, begibt sich zum Kratzbaum an der Wohnungstür und singt … laut und herzliche Weisen für seinen Postboten. Die leider ungehört im Treppenhaus versanden. Ich wette, er möchte mit dem Mann zu gerne mal ein Fischbrötchen essen gehen. Ich bin weniger anspruchsvoll. Mir würde ein Kaffee schon reichen.

Ganz großes Kino für den Kater drei Mal die Woche, wenn die Jungs von der Berliner Straßenreinigung kommen. Denen guckt er zu gerne und äußerst interessiert beim Arbeiten zu. Und: Lino, ganz Junge an dieser Stelle, liebt große Autos. Lkws sind nur für meinen Kater erdacht worden – und wenn sie dazu noch besonders groß sind, beim Arbeiten quietschen und schnauben, von besonders auffälliger Farbe mit viel orangener Blinkanlage an allen Ecken und Kanten, dann … hach! Heute parkte das Auto so schön direkt vor dem Fenster, dass er genau sehen konnte, wie die drei Jungs elegant dem Fahrerhäuschen entstiegen sind. Ein großartiger Moment für meinen kleinen schwarzweißen grazilen Riesenkater …

Glaubt Ihr mir nicht?



Glaubt Ihr mir doch!

2011-01-27

2. Informationsbeitrag zu Euroweb

Wir wollen ja nicht, dass dieser Name so schnell in Vergessenheit gerät. Daher empfehle ich den sehr schönen Artikel zum Thema bei netzpolitik.org.

Ach ja, nerdcore.de – die Domain wurde ja von Euroweb gepfändet – ist wieder beim Eigner René Walter. Die Pfändung war dann doch nicht mehr wirksam nach erneuter rechtlicher Prüfung durch die Denic.

Gestern …

über die Web-Suche lustigerweise auf eine Seite beim größten deutschen BLÖD-Blatt zum Thema „Bewerbungstipps“ gelandet. Größtes deutsches BLÖD-Blatt schreibt, der Lebenslauf darf niemals mehr als eine Seite Länge haben!

Werde jetzt ein InDesign-Dokument mit 16 Spalten anlegen.
In 6 Punkt.

2011-01-26

Die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding

lehnt laut Heise die Eröffnung von Girokonten für Behinderte ab. Gegenüber der Betreuerin teilt man mit, „diese Personen würden einen größeren Arbeitsaufwand“ verursachen.

Quelle: Wochenblatt. Heise.de untersucht den Vorfall unter dem Aspekt des Gleichhandlungsgesetzes.

Und jetzt bitte alle ganz laut: die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding eG lehnt es ab für betreute behinderte Menschen Konten zu führen! Den Namen einer Bank, die das tut, kann man gar nicht weit genug vorne in Google sortieren!

2011-01-24

NeXT

Newsweek online blättert zurück bis zum 30. September 1985 und schreibt darüber, wie Steve Jobs sich, nach seinem Ausscheiden aus der Apple-Riege, einem neuen Projekt widmete: dem NeXT-Computer. Und nennt das „Showdown in Silicon Valley“ Lesenswert – die Fotos sind unbezahlbar großartig!

Mein erster Rechner war ein Macintosh Plus. Und ich habe damals schon mit RagTime gearbeitet, weil mir Word zu oll war. Und in meinem Macintosh SE habe ich zum ersten Mal selber den Arbeitsspeicher gewechselt. Übrigens ohne die Bildröhre zu schrotten. Wir hatten bei uns in der Firma ein Servicegenie, der hatte einen Macintosh SE mit Doppel-Floppy-Laufwerk UND 'ner internen HD gebastelt. Und ja: für uns Mac-User galten diese Kisten damals schon als Portables. Wir haben sie eingepackt und sind mit denen verreist! Und Crystal Crazy vermisse ich immer noch ganz doll, seit diesen doofen 68030-Prozessoren!

Verstehe ich diesen Artikel korrekt?

Da wurde an der steuerlichen Verwertbarkeit herum geschraubt zu Lasten von Ehrenamtlern, weil der deutsche„Feierabendpolitiker“ im Ehrenamt zu viel Kasse gemacht hat, das aber steuerlich nicht absetzen wollte? Und dass nun alle den neuen niedrigeren steuerlichen Freibetrag gelten machen müssen, außer … die Kommunalpolitiker?

2011-01-23

Lieber Herr Maschmeyer …

finden Sie nicht, dass Sie hier etwas überreagieren?

Das Problem ist … in der Vergangenheit möglicherweise Anleger um ihr Geld gebracht zu haben – ob bewusst oder unbewusst – ist ja nun die eine Sache. Nur, und das wissen wir alle längst: anders funktioniert Ihr Business nun mal nicht! Aber an der Pressefreiheit herum schrauben wollen? Womöglich legen Sie sich dann doch mit den falschen Personen an. Und ich meine damit nicht nur Journalisten. Das könnte Ihr Ansehen auf einer ganz anderen Ebene schädigen. Vergessen Sie nicht: Image ist alles.

Nun, wenigstens haben Sie so eine gewisse Nachhaltigkeit des Fernsehbeitrages geschaffen. Ist womöglich nicht das, was Sie hätten schaffen sollen. Aber hierfür müssen Sie selbst die Verantwortung übernehmen.

Deutscher Journalisten-Verband fordert Carsten Maschmeyer auf, sofort mit den presse- und strafrechtlichen Nachstellungn gegen den Reporter und die NDR-Redaktion des Magazins „Panorama“ aufzuhören.

Frage …

denn mein Allgemeinwissen reicht zur Beantwortung nicht aus. Also Schneidematten, so wie diese hier, gelten als „selbstheilend“. Das ist deutlich weniger esoterisch gemeint, als es danach klingt. Aber die Oberfläche verschließt sich bei mehr oder wenigen tiefen Schnitten wieder selbsttätig.

Und ich würde nun sehr gerne wissen, wie das physikalisch funktioniert. Hat einer Ahnung davon?

2011-01-21

Eine Leseempfehlung …

ein schöner stiller leidender Text von Fragmente.

Wie die Spanier ihrer Bank die Meinung tanzen …



Flamenco-Flashmob via kaltmamsell

2011-01-20

Nachdem die blonde RTL-Pornogöre

nun den Folgen des nur sechsten (!) Versuches im Alter von immerhin schon 23 Jahren (!) ihre sekundären Geschlechtsorgane künstlich zu evolutionieren, erlegen ist, schreibt die deutsche Qualitätspresse überall von „Busen-OP“.

Das Mädel hatte nur überhaupt keine Busen-OP. Das Mädel hat sich ihre Brüste kunstvoll erweitern lassen. Der Busen ist ausschließlich der Streifen zwischen den beiden Brüsten! Ehrlich: Titten und Busen sind medizinisch gesehen zwei völlig unterschiedliche Körperteile, wenn auch in unmittelbarer Nachbarschaft beheimatet.

Ja ja, deutscher Qualitätsjournalismus der dpa.

Und Leute, die ihr ernsthaft über Schönheits-OPs hierzulande nachdenkt: Privatkliniken obliegen keiner Qualitätssicherung in diesem Land! Es ist also ziemlich schnurzegal, ob ihr hier zu Quacksalbern geht, die mal eben 15 Minuten Sauerstoffmangelversorgung unter einer OP nicht bemerken oder nach Polen fahrt. Ist wirklich gehüpft wie gesprungen. Naiv zu glauben, Ihr wäret hier ernsthaft besser versorgt in diesem angeblich besten Gesundheitssystem der Welt in dem jetzt politisch ein Hygienekompass für Deutsche Krankenhäuser erarbeitet werden muss, weil deren Geschäfsführer zu geldgeil sind, um für ordentliche Hygiene zu sorgen im Budget.

Aus der Reihe, ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich es bei diesem Thema tun möchte. Von A-Z. Dabei habe ich Ärzte, die 23-jährigen Frauen den Körper zum sechsten Mal öffnen für sinnlose, Schmerzen bereitende, den Körper in Folge schädigende Megatitten-OPs noch nicht mal im Ansatz bedacht.

Offener Brief …

an Kristina Schröder. (Und weil der Link offensichtlich nicht mehr funktioniert), der Brief aus dem Cache:

Su Holder mit einem offenen Wort an die schwangere Familienministerin:

Liebe Kristina Schröder,

ich freu mich eigentlich immer über Schwangerschaftsbotschaften, aber alle Zitate von Ihnen, die man heute lesen muss, rufen Ekel und Würgereflexe in mir hervor. Zum Beispiel: “Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind.”

Wie anmaßend, schamlos, unmoralisch, blind und bescheuert sind Sie eigentlich? Mit 16.529,50 Euro im Monat und einem garantierten, vergoldeten Betreuungsplatz in der 5 Sterne-Bundestags-Kita stehen Sie NICHT vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Paare in Deutschland.

Sie hoffen “Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen mit der Unterstützung ihrer Familien”… Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob Sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurück bekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.

Ich wünsche Ihnen Sodbrennen, Wasserbeine, Müdigkeit, Krampfadern und Hämorrhoiden – wenigstens körperlich gleiche Herausforderungen.


© Su Holder

Ich möchte – bin mir bei manchem Kommentar nicht sicher, ob das so ganz klar ist – noch einmal deutlich machen: dieser offene Brief stammt nicht von mir, creezy, der Blogeignerin. Frau Holder ist Journalistin, dieser Brief wurde so von ihr bei Fritz.de veröffentlicht. Dieser ist mittlerweile dort – aus welchen Gründen auch immer – vom Netz genommen worden. Also Kommentare an Frau Holder hier im Blog, wird sie garantiert nie zur Kenntnis nehmen, weil sie dieses Blog sehr wahrscheinlich gar nicht kennt!

Cupcake-Madness

Aber so was von genial!

2011-01-18

Ein bisschen Hilfe …

… kann Elke gebrauchen, damit die Bank ihr nicht das Zuhause nimmt. Ob 2,–, 5,–, 10,– oder mehr Euro – es ist für ein Zuhause und die Altersversorgung für eine Frau, die ihren Job im Leben gemacht hat. Und wir können mithelfen, dass sie im letzten Lebensdrittel nicht plötzlich ohne alles dasteht!

Herzlichen Dank für Eure Mithilfe!

2011-01-15

Zum Nachdenken:

Ein Freund tat etwas sehr Kluges …

Die Wurst geknackt

Ich hatte schon letztes Jahr bei dem schönen Schnee in Berlin das dringende Bedürfnis im Winter auf dem Tempelhofer Feld grillen zu wollen. Ich hielt das für die absolute Berliner urbane Grillsituation. Mein soziales Umfeld leider so gar nicht. Als ich vorschlug, man könnte den Jahreswechsel doch dort verbringen am Grill, zumindest für einige wenige Stunden lang, erntete ich nur verzweifelte Blicke hinten den direkt die Gedanken gelegt waren, wo sie denn wohl noch so schnell alternativ Silvester verbringen könnten, falls ich aufgrund meiner speziellen Idee aus ihrer Sicht als untragbar gelten würde.

Dann wurde mir auf Twitter ein Gewinnspiel beim Blog mit dem schönen Namen „Knackwurstwissen“ empfohlen, das vom Zentralverband für Naturdarm (was es nicht alles gibt oder?) präsentiert wird. Es galt eine für den Grillprofi simple Frage zu beantworten (don't touch the wurst auf the grill with the gabel) und man konnte ein BBQ-Winterset gewinnen. Habe ich mir gesagt, mache ich – und wenn ich dann das winterliche Grillset vielleicht gewinne, dann dürfen sich die meinen überhaupt nicht mehr wehren. Denn was für den Winter gedacht ist, muss im Winter eingesetzt werden.

Donnerstag kam eine Mail: ich hätte gewonnen. Das war spannend, letztendlich hatte das Foto im Gewinnspiel den eigentlichen Gewinn nicht in der Gänze präsentiert. Bevor ich noch fröhlich „ich freue mich!“ antworten konnte, stand gestern schon der Paketbote mit einem riesigen Paket in der Tür. Sie haben wirklich an alles gedacht:



Da gibt es einen ca. 5-Millionenteile beinhaltenden Alugrillkoffer mit jedem Grillwerkzeug, das man nur besitzen kann und der auch nur geringfügig größer ist als der eigentliche Grill. Ich glaube, nur wer diesen Koffer hat, darf sich wahrlich „Grillmaster“ nennen.



Der poussierliche Rucksack mit Glühwein-Thermoskanne und Frühstückbrettchen und Stoffservietten – im very scottish Picknick-Karodesign.



Und der wahrlich formschöne Grill, hier noch ohne Beine (mit dem man, wenn ich das richtig sehe, vermutlich sogar räuchern kann):



Und sie habe weder die Picknick-Decke noch die beiden Norwegerwollmützen vergessen! Ist das nicht großartig? Ich sehe mit so einer Mütze zwar reichlich beschränkt aus aber wenn's warm hält! Jedenfalls bin ich sehr begeistert und kann den nächsten Schnee nicht abwarten, damit das Grillset standesgemäß einweihen können. Und wer nicht dazu kommt, ist doof!



Nishia hat sich auch sofort als Knackwurst beworben. Habe ich aber direktamente abgelehnt. Aus Gründen!

2011-01-14

Machen Sie sich eine Nudel!

Aaaaaalso … so ganz trivial ist das mit den Nudeln selber machen nicht. Finde ich. Aber beherrschbar. Mit etwas Übung. Finde auch ich. Gestern habe ich dann frohen Mutes den ersten Teig gemacht. Zuerst mit jeweils einer Hälfte Weizenmehl und Hartweizengrieß (wie von meinen Bloglesern empfohlen), 2 Eiern, Salz, etwas Olivenöl. Der Teig war bonfortinös. Nur ich war nicht bonfortinös, eher zweifelnd und dachte, der sei so zu klebrig und gab noch etwas Mehl an. Was ihn nach seiner Ruhezeit zu trocken machte. Zerbröseln und etwas Öl drangeben, brachte nicht die Lösung und den Teig somit Ablage P näher. Also auf ein Neues. Dieses Mal dann nur mit Weizenmehl, zwei Eiern, Salz und etwas Olivenöl. Und er gedieh prächtig!

Das Kneten macht mir Spaß. Ehrlich. Bei einer Menge von nur 250 g Mehl natürlich auch händelbar. Aber dieses Kneten hat etwas Sinnliches – fast Therapeutisches. Aber ich war schon immer Fan von Teig anfassen und bearbeiten. Ich gehe ja auch morgens um zwei Uhr in die Küche, wenn ich mich sehr geärgert habe und backe. Ich finde die Behandlung von Teig gibt viel Frieden. Und ich könnte Pizzabäckern bei Teigaktionismus stundenlang zugucken, wie sonst nur den Fischen im Aquarium. Das ist also genau mein Ding!



Dann habe ich die erste Fuhre Teig durch die Maschine gedreht. Diese auch für den Müll produziert wurde, weil die Bedienungsanleitung empfiehlt, das bei der ersten Benutzung zu tun – um etwaige Ölreste im Innern der Walze abzutragen. Lächerliche Maßnahme in meinem Fall, weil die Maschine schon eine ganze Dekade im Schrank auf ihren Einsatz gewartet hatte und sich vermutlich jeder überflüssige Tropfen bereits schon aus Langeweile verdünnisiert hatte. Blieben also ca. 125 g Nudeln, die ich als Tagliatelle produzierte. Und gleich die ersten beiden Fehler einbaute. Denn ich hatte die Platte dafür einfach zwei Stufen zu dünn ausgerollt (weil's doch so ein Spaß macht) und ich habe sie nicht sofort aufgefangen und aufgehängt, also sind sie auf dem Berg – zwischen dem Schneiden, dem Foto machen, die Kamera mit der Speicherkarten zu bestücken, um's Foto zu machen und dem gekonnten Wassereinwurf – zusammengebacken. Aber wie praktisch, was einem einmal passiert und sich als Fehler präsentiert, passiert üblicherweise kein zweites Mal. Hat mich aber wiederum davon überzeugt, dass diese Nudelntrockenständer doch gar nicht so lächerlich zu sein scheinen, wie ich bisher dachte.

Die Nudeln waren lecker, wenn auch ich sie nur aus Weizenmehl tatsächlich etwas … nun ja … nicht nur farblich nichtsagend finde. Die Klumpen ließen sich im heißen Wasser nur geringfügig auseinander reparieren – aber wir blieben eh unter uns, die Tagliatelle, der (!) Sugo, die Gambas, der Lino, die creezyne.

Habe danach eine Kerze für das Muttertier angezündet. Meine Visionärin! Und bin im höchsten Maße amüsiert!

2011-01-13

Tantra-Massage-Diplom.

Habe ich jetzt.

Nudelteig.

Ihr habt ja überhaupt keine Ahnung, wie viel Sinnlichkeit Euch entgeht. Ihr mit Euren KitchenAids.

2011-01-10

Suchbild

2011-01-09

Koch-Histörchen



Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass ich letztes Jahr zum allerersten Mal in meinem Leben für ein Pferd gekocht habe? Ich war aufgrund meiner Recherchen hell erstaunt, was Pferde gelegentlich so alles essen … Die Honig-Zuckerrüben-Vinaigrette vom Rote-Beete-Carpaccio kann ich nur wärmstens empfehlen.

Und dann hat mich Robert weichgekocht. Den ich sowieso ganz reizend finde und – würde ich morgen in die Schweiz reisen – als allerersten die Hand schütteln wollte. Ich habe beschlossen und es ist mein sehr ernst gemeinter Vorsatz für 2010: es wird mein Jahr der Nudeln. Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben Nudeln selber machen. Und dann immer und immer wieder. Und ich werde darüber erschrocken sein, wie fürchterlich einfach es ist und wie viel glücklicher selbst gemachte Nudeln machen. Und ich werde mich ärgern, dass ich nicht früher damit angefangen habe und ich werde mich über die Weisheit meiner Mum wundern, die mir schon vor gut 15 Jahren zu einem Weihnachtsfest eine Nudelmaschine geschenkt hatte, die ich immer liebevoll im Schrank gehalten habe mit der festen Vorstellung vermutlich nie selbst Nudeln zu machen. Ich war eben noch nicht soweit.



Und dann bei Robert auf Lamiacucina immer seine wundervollen und so etwas von perfekten Teigwaren zu sehen, die sind für den Anfänger eine visuelle Inspiration. Andererseits auch immer etwas, von dem man weiß, das ist nicht selber zu schaffen. Aber egal. Ich mache das jetzt. Und Robert ist schuld! Und Mama! Sagt guten Tag zu meiner „Marcato Ampia“, sie ist dem Schrank entfleucht. Die Eier sind gekauft und morgen zieht das italienische Mehl bei uns ein. Und Mama, Du kanntest mich sowieso am besten. Noch lange vor mir!

2011-01-08

Profitipp

Wer diese flauschigen Ohrenpuschel auch beim Auto fahren trägt, der hat das große Glück nicht sofort hören zu müssen, wenn er sein BMW 6er Coupé beim Wenden schwungvoll auf einen vereisten Schneeberg setzt, wie die plastifizierte Autoschürze laut daran zerbricht.

Berliner Dialoge

Gestern sehr früh in der U-Bahn fragt die Mama ihren kleinen Knirps, der noch völlig abgeschlafft vom Aufstehen in seinem Buggy regiert, ob er denn die vergangene Nacht etwas geträumt hätte? Und er brabbelt zwischen seinen weißen Milchzähnen hervor: „Ja. Von einer Maus. Und die ist in mein Bett gekommen. Das war aber eine liebe Maus.“ Und guckte dabei sehr sehr glücklich milde lächelnd.

Gerichtstermin, ich begleite eine Freundin zum Arbeitsprozess. Es ist ein großes Unternehmen, das sein Geld damit verdient, Menschen in Arbeit zu verleihen. Es geht um eine Kündigung, nach der die Arbeitnehmerin zunächst offiziell freigestellt wurde, dann doch wieder in einen Job vermittelt wurde, sie Vorstellungsgespräche zu absolvieren hatte. Woraufhin man die nicht erfolgte Freistellung dennoch zugunsten des Unternehmens verrechnen wollte mit ihrem Zeitkonto. Und es geht um die Abfindung, die man nach dreieinhalb Jahren Betriebszugehörigkeit wohl verlangen darf. Vorher hat das Unternehmen mit Hinhaltetaktik versucht, Fristen hinten herum auszusetzen. Es ist unglaublich wie der Betriebsrat des Unternehmens in der Sache agiert, er macht sich zum Spielball der Geschäftsleitung und ist sich nicht zu dumm in einem Telefonat damit zu drohen, seine Funktion als ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht gegen die Arbeitnehmerin zu verwenden, kommt es zu einer Verhandlung in der nächsten Instanz.

Das Unternehmen muss seine Angestellten für sehr minderbemittelt halten. Andererseits, ich als Beisitzerin, denke mir zwischendurch in der Verhandlung auch, welcher Arbeiter ohne Abitur und Studium soll eigentlich dieses hin- und herrechnen von Zeitkonten verstehen und wissen, wie ungesetzlich der Arbeitgeber ihn versucht in die Pfanne zu hauen, wenn er in der rechtlichen Lage von Zeitarbeitsgesetzen nicht allwissend ist? Die Anwältin dieses Unternehmens kann zeitweilig selbst nicht mehr folgen, sie darf dann ihre Existenzberechtigung daraus ziehen, dass man ihr in der Abfindungssumme um 60,– Euro entgegen gekommen ist. Mit der Auflage, dass das Unternehmen zu zahlen hat, was der Arbeitnehmerin aufgrund ihrer geleisteten Arbeit auch zusteht. Die Richterin musste mehrfach hoch belustigt ungläubig lachen – immer und ausschließlich in die Richtung der Anwältin des Unternehmens. Ob sie das noch tun kann, wenn sie nach einem langen Arbeitstag am Arbeitsgericht nach Hause geht?

Wir gehen danach zur Feier des Tages, des Sieges und der Möglichkeit für einen Neuanfang einen Kaffee trinken. An der Decke der Josef-Rot-Diele steht aus seiner Biografie geschrieben: „ … und die Armen sind es, die bei uns zu Hause singen, nicht die Glücklichen, wie in den westlichen Ländern …“

Singen wir denn überhaupt noch? Wir in den westlichen Ländern?

Stunden später auf dem Nachhauseweg zur Docking Station zwei junge Frauen vor mir auf dem Weg zu Discounter, die eine schreit sehr erregt die andere mehr oder weniger an, obwohl diese selber gar nicht der Grund ihrer Emotion zu sein scheint. Sie ist nur die Freundin, die sich von der anderen, kurz vor den Tränen stehend, die Vermutung anhören muss, dass deren Freund eine andere zu haben scheint. Und sie klagt dann laut keifend: „Weißt Du, der hat mich seit vier Wochen nicht mehr angerührt …“ Und ich denke so bei mir, „Mädel, und das scheint mir auch ein klein wenig verständlich.“ Sie ist schwanger und sie scheint sich seit ihrer vollendeten Fruchtbarkeitsdiagnose nicht mehr gewaschen und noch gepflegt zu haben.

2011-01-07

Dieses Internet heute …

ein Kalauer nach dem Kalauer nach dem Kalauer nach dem Kalauer nach dem Kalauer:

Volks- … äh … Vogelzählung

Zählt doch bitte bis zum 09.01.2011 einfach eine Stunde lang die Vögel in Eurem Garten, von Eurem Balkon, im Hinterhof. NABU braucht Euch: Stunde der Wintervögel






(Obwohl … ich glaube, ich zähle lieber, wenn die Spatzen-Hauptmieterversammlung wieder vorbei ist.)



All count and wishfully ea…n by:

Das Liebesomen 2011



Macht was draus!

2011-01-06

Die Google-Map …

die aktuell das übermäßige Tiersterben dokumentiert.

Blogwichtel 2010 – die Auflösung

Liebe Mitwichtler, Bewichtler, Bewichteltwordende und -innen,

auf Wunsch einiger Blogwichtelalthasen und -frischlinge dieses Jahr ein kleines Novum bei der Blogwichtelei: die Auflösung. Wen es interessiert, wer wen bewichtelt hat, der darf jetzt in dieser Liste nachgucken. Wen es nicht interessiert, überliest dieses Blogpost einfach. Suchen müsst ihr in der zweiten Tabellenhälfte nach Eurem Blog, Euer Wichtel findet Ihr dann voran stehend.


Click auf's Bild macht's größer.

2011-01-03

Neujahrskäse



Mit diesem Foto hat sich übrigens heute die Entscheidung manifistiert, dass diese Canon ixus 90 die letzte Canon in meinem Leben gewesen ist. Pünktlich mit dem Besitz von zwei Jahren und nach Ablauf der Garantie (und zwar offensiv zu pünktlich auf den Tag) löste sich vom Auslöser die Platte und ich löse jetzt auf einer Feder aus. Letzte Woche gab es die erste Objektivfehlermeldung, die sich mit diesem Foto manifestiert hat (hier war die Makrofunktion aktiviert und es wurde auf den Käsekuchen scharf gestellt und ja, ich weiß, wo die Nahstellgrenze der Kamera liegt.). Und über die Bildqualität bei 800 ISO, ach lasst uns schweigen. Das wäre alles nur halb so dramatisch, wenn ich nicht genau wüsste, dass Canon bis zur ixus 400 richtig gute Kompaktkameras gebaut hatte. Und ich habe diese Kamera wirklich wenig benutzt, weil ich sie als Zweitgerät nur rumtrage, wenn ich die große Pentax nicht dabei habe.

Canon, Ihr seid kapitalistische W…er! Ihr seid unsympathisch. Und ich war mal Eure Kundin. Sogar eine begeisterte Kundin! W A R!

Silvester 2011

Am 30.12. dem Postboten eine kleine Freude mit Post gemacht.
Am 31.12. dafür von ihm in den Arm genommen worden.
Einfach so.
Liebe Menschen in den Arm genommen.
Liebe Katzen in den Arm genommen.
Böse Geister mit lautem Knall vertrieben, dafür wenigstens keinem Brot weggegessen. Durfte für meine Freunde die Sektkorken knallen lassen und die Raketen anzünden, dabei bin ich die mit der schlechtesten Krankenversicherungssituation.
Den schlechtesten Pfannkuchen meines Lebens gegessen (von vorgestern und ohne Marmelade, selbst gekauft, meine Gäste konnten das besser.)
Zum ersten Mal selber Tempura gemacht und es gleichzeitig vier anderen Menschen beigebracht. Vor zwölf.
Nicht zum ersten Mal Sushi gerollt und es zwei anderen Menschen beigebracht. Nach zwölf.
Mit lieben Menschen gekocht.
Mit lieben Menschen Crémant getrunken.
Mit lieben Menschen Crème brûlée gegessen. Zum ersten Mal nicht selbstgemacht. Schlicht, weil ich scharf auf die Förmchen der Discounter-Brûlée war.
Ein Mensch, neu kennengelernt, guckt auf meine Citroën Déesse-Fotos an der Wand und meint, sie liebt dieses Auto und sei schon mal damit gefahren. (Übrigens ohne Sex auf dem Rücksitz gehabt zu haben.)
2009 hat mir eine Sauciere genommen, 2010 hat mir zwei gebracht.
Alles gut. Es kann besser werden.
Das letzte Jahr fand ich sehr anstrengend. So sehr, dass mir zum Ende hin die Worte ausgingen.
Die letzten zwei Monate haben mich persönlich mit vielen unzähligen Kleinigkeiten den Rest gegeben.
Und ich fühle mich immer noch wie die Luftmatratze, die auf dem allerletzten Loch pfeift, obwohl alle Luft bereits entwichen ist.
Aber ich habe die besten Freunde der Welt. Und ich habe gesunde Katzen. Und es gibt Menschen, die ich teilweise nicht mal persönlich kenne und deren Menschlichkeit mich oft zu Tränen gerührt hat. Und denen sind zwischen den Jahren liebe Menschen und liebe Tiere weggestorben. So bitte ich um Gesundheit und Glück für meine Lieben, egal ob Zwei- oder Vierbeiner. Und dies bitte 2011 durchgehend. Etwas anderes ist derzeit schlicht nicht zu ertragen.

Je nachdem seit wann Ihr dieses Blog lest, lest Ihr es mit dem heutigen Tag unter Umständen seit bereits fünf Jahren. Wir feiern heute Geburtstag und ich bin blogmüde wie nie. Aber nur weil ich generell zur Zeit müde wie nie bin.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes und wundervolles neues Jahr 2011. Es wäre schön, wenn wir uns am Ende diesen Jahres immer noch lesen und schreiben würden.

Danke. Für die fünf Jahre! Weil ohne Euch ist so ein Blog ja nix.

2010-12-31

Filly

Im Zeitungsladen endlich über „Filly“ gestolpert. Auf meine Frage an die Nachbarstochter neulich, was ihr denn der Weihnachtsmann das Muttertier gebracht hätte, wurde mir an den Kopf geschleudert x, y und z von „Filly“. Auf meine Frage, was denn „Filly“ sei, konnte sie mir nicht antworten, weil sie mich im Grunde für eine erstaunlich coole Person hält für mein Alter (was andersherum übrigens auch gilt) und die Idee, ich könnte „Filly“ tatsächlich nicht kennen, hatte sie schnell als nicht real existent eingestuft und mir dafür lieber erzählt, was es alles von „Filly“ gibt. Es gibt im Grunde nichts, was es von „Filly“ nicht gibt. Ergo gibt es von „Filly“ natürlich alles, was es von Barbie, der Diddle Maus, Hello Kitty nicht auch schon gegeben hätte und irgendwie beschlich mich eine Ahnung, „Filly“ könnte in der Grundtendenz sehr viel mit Rosa zu tun haben.

Stehe ich also heute im Zeitungsladen und es bricht aus mir laut hervor, dass der nette Verkäufer vor Angst erst mal in die Ecke sprang: „Ach! Ach DAS ist «Filly»!“ Vor mir lagen „Filly“-Sammelbilder. „Fillys” sind Feen, haben Pferde und sind … rosa. Eine Tüte „Filly“ Sammelbilder kosten 60 Cent.

Nun denn, habe 2 Tüten eben in einen Briefkasten eingeworfen. Wenn sie schon nicht mehr mit sechs an den Weihnachtsmann glaubt, dann muss sie jetzt leider an den Postmann glauben. Mein heutiger Beitrag für „Filly“ statt Böller.

(Aus der Reihe: Ich habe jetzt 13 mal „Filly“ geschrieben in einem Blogpost ohne auch nur einen Cent dafür zu kassieren.)

Finde …

es gehört verboten, dass Künstler, egal ob Frischlinge oder altgediente, alleine auf ihren Hotelzimmern sterben müssen. Sterben ist an sich schon tragisch – aber wenn schon nicht zu Hause, dann wenigstens auf der Bühne. Und nicht im Zimmer.

Farewell Bobby Farrell! Leider bist Du immer unterschätzt worden, Dein Style als Tänzer war extraordinär!

2010-12-29

Twitterbekannte in Berlin

muss nach Trennung im neuen Jahr sich eine neue wohnliche Existenz aufbauen. Da das Geld bei sehr knapp ist, frage ich hier vorsichtig, ob jemand vielleicht sehr günstig bis komplett günstig einen funktionierenden Kühlschrank als auch Waschmaschine abzugeben hätte …