2013-09-16

Im Hier und Jetzt …

Heute etwas frühpünktlich beim Nähkurs gewesen und mit einigen anderen Teilnehmerinnen über die erste Stunde gesprochen. Vor allem bei uns Anfängerinnen kam die eine oder andere Kritik hoch. Das haben wir dann direkt nett und höflich angesprochen, als die Dozentin die nächste Runde eröffnete und haben uns einfach mehr Theorie, zumindest am Anfang, von ihr gewünscht. Das Klären einiger Grundbegriffe, Erläuterung der Stoffunterschiede, Fadenverlauf etc. Alles das halt, was man auf YouTube dann doch nicht lernt.

War sie ein bisschen sperrig unserem Vorschlag gegenüber. Na gut, ist Montag vormittags, da braucht niemand derartig konstruktive Ideen, die das eigene Konzept berühren. Ihrer Meinung nach würden wir das während des Zuschnitts etc. alles lernen (auch wenn dann die Stoffkunde vor dem Einkauf fehlt). Außerdem meinte sie, wir würden das eh wieder alles vergessen haben (sic!) und sie müsste uns dann alles zwei Mal erzählen. Hielt ich für keine so üble Idee an sich. Denn so ihrem Konzept nach wird sie es jedem einzeln erklären müssen, also acht Mal im Schnitt … oder auch 16 Mal. Naja …

Ansonsten habe ich heute meinen künftigen Jersey-Rock zugeschnitten und werde diesen dann demnächst nähen – in Größe 44. So wie Burda das von mir will. Da bin ich jetzt auch hart.

2013-09-12

Ach Otto, …

Otto Sander, Du großer Mann, Du unglaublich talentierter wundervoller Schauspieler. Du Mensch mit diesem unglaublichen Bass in der Stimme, der Du immer öffentlich zu seinen Schwächen gestanden hast: danke! Danke für die Kunst, die Du mit uns geteilt hast. Danke für die unvergesslichen Stunden in denen Du uns andere Welten vorgelebt hast mit Deinen Rollen!

Danke, dass Du diese Frau geheiratet hast und deren Kinder zu Deinen gemacht hast und ihnen Dein Talent – wie immer Du das auch fertig gebracht hast – vererbt hast. Mindestens musst Du in ihnen den Spaß an dieser Kunst geweckt haben.

Sonntag noch habe ich Deinen Sohn, Ben Becker, im Krankenhaus am Urban lesend erlebt und war tief beeindruckt von seinem Können, seiner Liebe zum Text, zur Literatur. Dann, bevor er Fontanes „John Maynard” las, spielte, lebte, erzählte er, dass dies Dein Part sei, den Du immer zu lesen hattest, wann immer Ihr gemeinsam gearbeitet hattet. Und erzählte, dass Du, sein Vater, sein größter Lehrmeister gewesen bist und – wie immer in der Ehrlichkeit und Authentizität eines Ben Beckers, sehr bekannt auch von einem Otto Sander – sprach er an, dass Du dies auch in einigen nicht so guten Disziplinen gewesen bist. Er nannte Dich eben Vater und nicht Stiefvater. Und er erzählte, dass Du ihm nun gestattet hattest auch den „John Maynard” lesen zu dürfen, aber nur, wenn Du einmal nicht dabei sein können solltest.

Das tat Dein Sohn dann in einer Intensität und Tiefe, die mir – dem ganzen Auditorium – den Atem stocken ließ. Wie muss es ihm innen ergangen sein?

Du bist also so oder so unsterblich, lieber Otto Sander. Mach oben 'ne Flasche auf, stecke die Zigarette an und lass‘ die Beine baumeln – wo Du hingegangen bist, muss es jetzt sehr unterhaltsam sein!

2013-09-10

Sonntag …

… hier gewesen:



Das gemacht:



… und das …



… das auch:



Das gefunden …



– das auch alles:









Und auch 'ne Immobilie gefunden, direkt am Strand. Müssen nur die Hauptpromenade sperren …


2013-09-09

Nähkurs

Als erste Amtshandlung sollen wir Maß von uns nehmen (lassen i.d. Fall.) Dann einen Schnitt raus suchen und anhand er eigenen Maße nachgucken, in welcher Konfektionsgröße man den Schnitt anlegt. Verfügbar sind Burda-Magazine mit Schnittbögen.

Vergleiche ich meine Maße mit Burda habe ich also Konfektionsgröße 44.

Das haben sich alle, die mich in natura kennen, sicher auch immer gedacht. Also, dass ich eine 44 trage. (Trage 38 ggf. 40 damit die Arm- oder Beinlänge stimmt.)

Laut Lehrerin fallen die Burda-Schnitte schon mal kleiner aus. Kleiner? Zwei ganze Konfektionsgrößen? Ich frage mich, was die Frauen machen, die wirklich eine 44 tragen? Die Zeitungen für die Tonne kaufen?

2013-09-08

Ein Jahr …



Ich habe gerade in den Mails gestöbert und musste feststellen, dass ich unser erstes gemeinsames Einjähriges irgendwie verpasst habe. Aber seit dem 17.08.2012 regelt Shiina den Verkehr hier auf ihre besondere Art und Weise. Die längste Katzenvergesellschaftung der Welt ist lange noch nicht abgeschlossen – nur ist mein Kopf dicker als ihrer, was sie nur noch begreifen muss.

Sie ist in sehr vielen Dingen und Vorlieben ganz klar von Linos Genen in direkter Linie abstammend. Sie ist richtig. Goldrichtig. Meine Entscheidung war richtig. Wenn auch sie viel Anstrengung mitgebracht hat. Die Liebe ist groß. Wie sie es eigentlich schon war, als ich die ersten schlimmen Fotos von ihr gesehen habe.

Morgen 10:45 Uhr



„Bitte mitbringen: Schnittpapier, Kopierrädchen, Papierschere, Stecknadeln, Zentimetermaß, Schnitte, wenn vorhanden. Materialkosten tragen die Teilnehmenden.”

2013-08-28

Draußen …

bin ich nun aus der Klinik seit drei Wochen. Richtig darüber bloggen kann ich das noch nicht, da ist noch viel Aufarbeitung notwendig. Gegangen bin ich nicht, weil ich mich super fit fühlte und das Gefühl hatte, das Leben wieder anpacken zu können. Die Tatsache, dass der eine für mich zuständige Therapeut in Urlaub geht, danach die Station wechselt; die andere mir wichtige Therapeutin auch in Urlaub gegangen ist, hat mir einen längeren Aufenthalt nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen.

Man könnte viel erzählen von diesem „öffentlichen” Krankenhaus, seinen so engagierten, guten, viel wollenden Mitarbeitern, die alle an ihrem Limit arbeiten und von ihrem Arbeitgeber verheizt werden ohne Ende. Letztendlich habe ich alleine ein Drittel der mir zustehenden Einzelgespräche (so viel Zeit ist generell in diesem Therapieprogramm nicht angesetzt) nicht erhalten, weil der Therapeut/Stationsarzt ständig auf anderen Stationen vertreten durfte. Ergo-/Bewegungstherapieangebote finden wochenlang nicht statt, weil die Leute ihren wohlverdienten Urlaub nehmen, man sie auch nicht vertreten sehen will.

Ich bin natürlich froh, dass ich in den hier beschriebenen Krisenzeiten dort eine Anlaufstelle hatte. Sehr froh, mich gäbe es sonst nicht mehr. Aber die eigentlichen Themen, wegen denen ich dorthin gegangen bin, die mich akut daran hindern weiter gehen zu können, wurden gar nicht, allenfalls am Rand besprochen. Im Großen und im Ganzen war der Aufenthalt ein Schuss in den Ofen für mich.

Ja, man trifft gute Menschen, erlebt auch schöne Momente. Aber inhaltlich, therapeutisch? Sitzt man drei Wochen später und es geht einem so schlecht wie zuvor. Nur auf anderen Tabletten. (Die Medikamentenversorgung … auch so ein Thema.)

Ich hatte eine andere Vorstellung. Ich bin weiterhin müde, visionslos, kraftlos. Ich habe Angst vor dem Herbst, vor dem Winter, vor fehlendem Licht. Mir geht schon der wieder der Blick auf die guten Dinge verloren. Im Grunde fühle ich mich schlechter als zuvor, weil einfach die Enttäuschung mit einher geht für das, was hätte sein können, was mir der Aufenthalt hätte bringen können, was nicht hat sein dürfen.

Ich hoffe, ich kann mit etwas Abstand positiver auf das Erleben blicken. Und ich hoffe, ich kann irgendwann diese Krankheit los werden.

Weiter die Harlekinsmütze tragen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung.

Zeitdiebe

Aufwachen, Kaffee kochen, sich auf den Balkon setzen. Mit der kleinen spanischen Katze der sehr jungen Krähe im Baum zugucken, wie sie mit dem Eichhörnchen Einkriege im Baum spielt. Fast eine halbe Stunde lang tobten die Beiden ganz friedlich und ohne tierisches Meckern auf den Ästen herum und jagen sich gegenseitig.

Als das Eichhörnchen irgendwann geht, die kleine Krähe enttäuscht anfängt zu zwitschern, kommt das kleine graue Kätzchen an mich gekuschelt, entspannt und möppelt in ihrer eigenen Art „so schön!”

Ja, schön!

2013-08-22

Protipp!

Fragt nie Euren Tierarzt, wenn Ihr eine Woche lang probiert Tabletten in eine Nishia erfolglos zu bekommen, direkt: „Bin ich zu blöd dafür?”

Dann lacht der Mann, der ja berufsbedingt 98 % aller Tabletten in jegliches Getier versenkt bekommt, und meint, ich dürfe so die Frage nicht stellen, denn er müsse sie dann mit „Ja!” beantworten.

(Aus der Reihe: ich habe es nicht leicht!)

2013-08-15

Falls jemand was weiß …

Ich suche eine Beilademöglichkeit für ein gebrauchtes Kajak von Troisdorf (oder Düsseldorf, kann man absprechen) nach Berlin gebrauchen. Möglichst preisgünstig – also fern der Speditionspreise. Das Kajak ist relativ lang allerdings mit 430 cm.

Vielleicht kennt Ihr jemanden, der regelmäßig mit dem Auto so eine ähnliche Strecke fährt und Gepäckträger auf dem Auto sein eigen nennt.

merci!

2013-08-10

Die AfD … so eine lustige Spaßpartei …

Ich „wünsche” mir ja auch „viel ” mehr „politische” Macht für Anführungszeichen!

http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/post/57616840155/afd-grafiker-schlagen-wieder-zu-und-entwickeln

(Aus der Reihe: *gröhl*)

2013-08-05

Irgendwie …

„Sie* bekommen vom Kosmos eine Woche, in der es Ihre Aufgabe ist, sich vor allem Gutes zu tun. Sie sollen Stress vermeiden und, wo immer sich die Möglichkeit ergibt, sich eine Freude machen.”

*Sternzeichen Waage

Ich gehe heute übrigens zum Rechtsanwalt. Soviel zur Freude.

2013-08-02

Der Stationsarzt …

… fragt mich neulich nach dem Radunfall*, ob denn meine Tetanus halbwegs frisch sei oder wie bei ihm 20 Jahre alt sei.

Ich tippe auf schlimme Spritzenphobie. Männer werden bekanntlich damit geboren, da braucht's kein Trauma für. Ärzte trifft sie am schlimmsten, bekanntlich. Die können Leichen aufschneiden und lebendigen Menschen Herze oder auch Gelenke einpflanzen. Aber sich eine Spritze geben lassen?

(*man nennt mich auch neuerdings „Gonzo auf dem Rad”)

2013-07-29

Die heutige Aufgabe nach dem Arztgespräch …

… lautet ruhig abends einmal darüber nachdenken, was schön war an dem jeweiligen Tag.

Die beste Szene kam dann prompt nach dem Gespräch. Ich sitze mit einer Mitpatientin alleine im Garten vor dem Haus, da biegt der freundliche schwarze Kater um die Ecke (uns besuchen dort öfter zwei schmusende Katzen) und setzt sich in den Rasen. Just in dem Moment, als die Mitpatientin zum Kater sagt „Na, komm mal her Dicker!” biegt der Arzt (an sich schlank) um die Ecke aus dem Haus (um mir sagen zu wollen, ich soll die schönen Moment mir nicht nur bewusst machen, sondern ein paar Tage lang auch mal aufschreiben). Er fragt dann nur trocken den Bauch betastend, ob er sich Sorgen machen muss?

Ich habe so gelacht! Ich lache immer noch.

Die Szene ist natürlich gesetzt auf der Liste, kann ich nich' für!

2013-07-28

Eigentlich …

… gäbe es aus dem Klinik- und Therapiealltag so viel zu schreiben, ist doch das hier rauslassen für mich immer auch ein Stück Verarbeitung. Alleine die Kraft ist noch nicht da. Aber es fehlt mir.

Neulich mir erstmals eingestanden, dass ich von der Räumung ganz tief traumatisiert bin. Andere Menschen sind traumatisiert durch Vertreibung, Folter, Vergewaltigung, Überfälle und andere schlimme Erlebnisse. Bei mir ist es die Räumung. Wann immer ich den Profis (ich nenne sie liebevoll die Psychos) erzählt habe, wie das damals ablief. Wie ich einen einzigen Tag Urlaub genommen hatte und ansonsten zur Arbeit gegangen bin in dem Jahr danach mit einem Grinsen, gute Laune verbreitet habe; jede freie Minute genutzt habe, eine Wohnung gefunden habe. Versucht habe, mein Leben wieder in die Spur zu bekommen, gucken sie mich an, als hätte ich nicht alle Tassen beieinander. Respektvoll allerdings. Gucke ich zurück, kann ich nicht sagen, wie ich das leisten konnte. Langsam gestehe ich mir ein, dass ich jetzt so völlig fertig bin, ist eine notwendige Selbstverständlichkeit.

Eine Therapeutin riet mir (auf der Basis des Gespräches, das wir vorher hatten), mir einen Entschuldigungsbrief zu schreiben hinsichtlich der Räumung; ich kann sie mir selbst am wenigsten verzeihen. Zur Zeit erscheint es mir als die unmögliche Hausaufgabe. Liebevoll mit mir umgehen. Ich soll auch meine Träume aufschreiben. Träume? So tief kann ich gar nicht buddeln …

Seit Freitag bekomme ich ein neues Medikament. Nachdem mich neulich der Oberarzt dann doch mal in einer Krise erlebt hatte, war auch er dann davon überzeugt, dass das alte Medikament mir gar nichts bringt. Im Gegenteil, hat es einige Symptome unter denen ich eh schon seit meiner Kindheit leide, nur noch verstärkt. Also habe ich seit zwei Tagen das Gefühl nicht ständig schlafen zu müssen. (Was ich dann tagsüber, wenn ich es konnte, auch lange und intensiv tat.) Das ist für mich gerade ein Gewinn. Gucken wir mal.

Ich muss – für mich – gegen die beiden Mitarbeiter beim Jobcenter je eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Ich bin mir das schuldig. Wenn es hier jemand gibt, der dazu fachlich fundierte Informationen hat, würde ich mich über Hilfestellung sehr freuen. Ich bin seit fast drei Monaten in der Klinik und jedes Mal hat mir das Jobcenter einen Knüppel zwischen meine Beine in den Therapiebemühungen geworfen. Ich werde auch meiner Krankenkasse raten, sich einen Teil der Kosten beim Jobcenter in Berlin-Mitte wiederzuholen. Es ist unglaublich. Ich bin dort mit meiner Krankheit absolut transparent umgegangen, es wurde ganz klar die suizidale Tendenz angesprochen. Im Erleben scheint mir, verwenden sie diese Transparenz gegen mich, damit ich genau das tue. Das ist so offensichtlich – und so bitter menschenverachtend.

Eine Frau, die weder in der Lage ist, ein Amtsschreiben gemäß den Regeln der DIN Norm zu verfassen. Die mir einen Brief schickt mit acht (!) Rechtschreibfehlern in sechs Zeilen, diese Person will mich also fertig machen. Zugunsten ihrer Erfolgsstatistik. Für ganze 250,00 Euro, die sie mir im Monat zahlen. Das muss es wohl wert sein.

Meine Lieblingsmitpatientin ist Freitag entlassen worden. Es gibt also noch ein Leben nach der Klinik. Meine Entlassung steht nun auch in zwei bis vier Wochen an. Jetzt erst fange ich an, an meinen eigentlichen Problemen, die mich in die Krankheit gebracht haben, arbeiten zu können. Das Jobcenter hat mir diese Chance einfach nie gegeben. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Das Angebot dort in die Ambulanz zu gehen, bis ich einen Facharzt für Psychiatrie bzw. Therapeuten gefunden habe. Oder Kur oder was weiß ich. Ich bin noch ganz am Anfang.

Wann immer man mich fragt, was ich denn gerne tun würde, denke ich, ich möchte so gerne wieder einmal im Mittelmeer schwimmen. Einfach Urlaub machen, einmal unbeschwert sein. Tief durchatmen, richtig vom Innern heraus. Nicht dieses tiefe Durchatmen, das man in den Therapiegruppen lernt, das aber für mich gefühlt lange noch kein echtes ist. Ich möchte dort sein, wo meine Mama ist. Mit ihr reden, ihr endlich alles erzählen. An diesem einen Ort. Einfach Urlaub machen. Sonne tanken, einen kurzen Moment schönen Alltag leben dürfen ohne Altlast.

Mir fehlt sehr in diesem Sommer nicht irgendwo sitzen und ein Glas Rosé trinken zu können. Es geht mir nicht um den Alkohol. Den kann ich abschreiben für den Rest meines Lebens, das ist auch okay. Die Diagnose und er schließen sich künftig ganz simpel aus. Das stört mich nicht so sehr. Aber mir fehlt diese Farbe von durch seine Kühle am Glas Tau produzierenden spanischem Rosé im Glas im Sonnenschein. Mir fehlt dieses Farbenspiel, das visuelle Schöne.

Ich werde den Teufel tun und über das jetzige Wetter klagen. Aber die kleine graue stark behaarte Katze setzte sich gestern bei offener Tür vor den Gefrierschrank und ließ sich nicht einmal mehr mit einem bestechenden Catstick von der Stelle bewegen. Ihr Gesicht sprach Bände. Ansonsten liegen hier überall feuchte Handtücher herum, die ausgiebig von den dreien belegt werden. Tally und Nishi, denen ich nun strikt den halben Tag Balkon ermögliche, haben viel mehr Selbstbewusstsein zurück bekommen und erscheinen mir neu entspannt. Meine beiden süßen Kobolde! Ich gehe drei Mal im Tag mit Shiina auf dem Arm ins Schlafzimmer, damit sich die drei langsam aneinander gewöhnen können. Nishia bleibt mittlerweile in Sichtweise, flieht nicht mehr panisch auf den Schrank. Legt sich demonstrativ auf ihr Bett – sie hat die letzte Woche nicht einmal gefaucht, wenn sie das kleine Monster gesehen hat. Das wiederum zappelt immer weniger auf meinem Arm und das Meckern wird auch weniger. Es ist noch eine ganz lange Strecke zu gehen, fürchte ich. Also schlucke ich diese Miniatur-Zeichen und glaube weiterhin an ein Wunder der kätzischen Vereinigung.

Ich komme wenig bis gar nicht dazu Eure lieben Kommentare/Mails zu beantworten, noch die Danksagungen zu verschicken für Eure Hilfe. Aber es kommt. Ich brauche nur etwas Zeit und hoffe sehr auf die neuen Tabletten. Lieben Dank an Euch alle!

Genießt Euer Leben Ihr wundervollen Menschen!

2013-07-25

Wisst Ihr …

… Ihr Glitzerfrauen, Feministentussis, DaWanda-Girlies, Biker-Bräute, Intelligenzbestien und It-Girl-Schlampen – Ihr (wir) regt (regen) Euch (uns) auf über rosafarbene Überraschungseier? Ja? JA?!!!

Ich habe gestern eine Mitpatientin ins Haupthaus zur Mammographie (alles gut zum Glück!) begleitet zum Händchen halten und das Mammographiegerät hatte rosafarbene Applikationen und pinkfarbene Knöpfe und der Schriftzug war teilweise in … rosa gestaltet. Und …



ICH WILL NICHT DARÜBER REDEN!

2013-07-24

Das blonde Mausi …

… von der Arbeitsagentur in Berlin Mitte, der ich neulich einen sehr deutlichen Brief geschrieben habe, meint – weil sie meine Krankschreibungen nicht hat, die das blonde Hasi ihr vom Jobcenter Mitte immer noch nicht weitergereicht hat, die ich ihr diese aber auch nicht schicken kann, denn die hat ja das blonde Hasi beim Jobcenter – also sie meint nun, sie würde mich zum sozialmedizinischen Dienst schicken.

Ich bin im Krankengeldbezug. Ich koste die Arbeitsagentur in Berlin Mitte zur Zeit keinen Pfennig.

Schlimmstenfalls – würde ich zum sozialmedizinischen Dienst gehen und mich dieser gesundschreiben, was eher unwahrscheinlich ist, solange ich noch stationär bin – hätte die Arbeitsagentur daraus lediglich einen Nachteil zu erdulden: denn sie müsste mir für einen Monat noch Leistung bezahlen.

Frage: wer ist wohl die (meiner Meinung nach) allerdämlichste Arbeitsagenturmitarbeiterin in Berlin?

2013-07-21

Tally und Nishi …

… haben den Boden schön!



2013-07-20

Mein Urlaub …

Der Balkon zur Wohnung ist groß, alleine 3,75 m lang und ungefähr 1.30 m breit. Links neben der Tür ist eine Nische von ca. 80 cm Tiefe, da standen bis jetzt viele Pflanzen, weil dort viel Sonne ist. Wie ich jetzt erst merke am eigenen Leib: da ist ständig Sonne. Wenn die Sonne scheint, dann ist das der garantierte Sonnenplatz.

Das Gute am Klinikaufenthalt ist die Zeit in der Werkstatt, man wird mehr oder weniger dazu angehalten, kreative Dinge zu tun. Ich habe mein im Herbst begonnenes, von der Krankheit gestopptes Projekt „Nähen lernen” weiter fortgeführt. Und im Bereich mit Holz arbeiten, die Idee wieder aufgegriffen mir für den Balkon eine Bank bauen zu wollen.

Die Bank war inmitten der schweren Zeit eine ebenso schwere Geburt. Aber seit knapp zwei Wochen nun steht sie, lasiert, geschraubt. Hoch, dass man die Beine baumeln lassen kann (was ein nicht zu unterschätzendes Feature ist für die Installation von guter Laune!). Und tief genug, dass ich (zusammengefaltet) darauf sogar schlafen kann mit ein, zwei, drei Katzen. Ein Mitpatientin hat mir in der Schlussphase fleißig und – im Gegenteil zu mir – äußerst besonnen geholfen. Danach haben wir bis zwölf Uhr nachts auf der Bank gesessen und unser kleines Bauglück genossen. Ganz nebenbei bietet sie mir eine Menge neu gewonnenen Stauraum und gleich wirkt der Balkon viel aufgeräumter.



Genäht habe ich dann die Bezüge für die Auflage und Kissen in meiner Lieblingsfarbe. Freunde habe mir – vorgezogen zum Geburtstag – den schönen Balkonboden spendiert, den ich mir nun wirklich zur Perfektion dieses kleinen Stückes Paradies sehr gewünscht habe. Platta gab es gerade im schwedischen Albtraumkaufhaus im Angebot. Die Platten habe ich die die letzen zwei Tage verlegt. Morgen klebe ich die letzte Reihe auf Holzlatte.



Direkt vor der Bank steht ein Baum und berührt mit seinen Ästen fast das Katzennetz. Wir liegen also da jetzt jeden Abend mal mit einer, mal mit zwei Katzen zusammen und genießen den Berliner Sommer. Die ersten beiden Stunden am Abend schlafe ich dort dann friedlich vor mich hin. (Die Tabletten machen mich leider dauermüde.) Die Katzen liegen dann neben mir und schnurren oder entspannen auf dem Stuhl – ihrem Stuhl – oder freuen sich über Schattenplätze auf dem holzigen Boden, denn sie sehr sehr toll finden!



Ich bin stolz, so einen schönen Platz mir geschaffen zu haben. Ich genieße die Sonne dort sehr! Es ist wie ein bisschen Urlaub haben für mich, den ich ja nun eine lange Weile nicht mehr hatte.

Es tut sehr gut dort zu sein. Die Energie stimmt einfach. Der Sommer dort ist für mich perfekt.

2013-07-16

Was …

… eigentlich, wenn man diese Dreckskrankheit nie wieder los wird?

(Kein guter Tag heute.)

Eigentlich möchte ich mich bei Euch allen bedanken. Für Eure warmen Worte, Hilfe, Unterstützung. Ich komme kaum aber hinterher im Moment. Es ist und bleibt zäh. Bis dahin: vielen Dank!

Ich melde mich bestimmt – so ich es kann!

2013-06-25

Ansonsten …

… nach guten fünf Wochen Klinik kann ich berichten, dass ich froh bin hier zu sein. Nicht weil ich etwa großartige Fortschritte vermelden könnte. Aber es hilft ungemein professionelle Ansprechpartner zu haben, wenn das Jobcenter in Berlin Mitte sich alle Mühe gibt, mich im vierzehntägigen Abständen in eine Lebenskrise, die gleichfalls mit einer existenziellen einhergehen, nach der anderen Lebenskrise zu schicken.

Das fing damit an, dass ich, als ich zum ALG I den Antrag auf Bezuschussung stellte, mitgeteilt bekam, nunmehr sei ausschließlich das Jobcenter für meine Verwaltung zuständig – auch wenn die Arbeitsagentur den größten Teil der Leistung mir bezahlte. Somit reichte ich alle Krankschreibungen bei diesem Jobcenter ein im guten Glauben so richtig zu handeln. Natürlich, hinterher ist man immer klüger, war es äußerst naiv von mir zu glauben, das Jobcenter würde hinsichtlich der Folgekrankschreibung über die sechste Woche hinaus die Arbeitsagentur informieren, denn meinem Verständnis nach, würde diese doch ein verstärktes Interesse daran haben mich nicht über den notwendigen Zeitpunkt hinaus finanzieren zu müssen. Ist halt blöd, hat man bei einer psychischen Erkrankung nicht alle Eventualitäten im Kopf, gebe ich zu.

Ich wartete also auf die abschließende Abrechnung der Arbeitsagentur, die laut Krankenkasse automatisch kommen würde, während der Mitarbeiter der Leistungsabteilung im Jobcenter schlicht seinen Job nicht tat. Er informierte weder die Arbeitsagentur, noch korrigierte er seinen Bescheid mit dem er mir für den letzten Monat im Leistungsbezug die komplette Summe zahlen wollte (ALG I-Bezug hatte ich ja nur sechs Monate). Irgendwann bekam ich die von mir erwartete Schlussabrechnung der Arbeitsagentur, die die Krankenkasse jedoch nicht annahm, weil es die falsche war. Denn diese lief über den gesamten Bezugszeitraum, Anspruch auf Krankengeld hatte ich jedoch bereits einen Monat früher.

In der Zwischenzeit überwies die Arbeitsagentur Ende April die letzte Monatsleistung im Nachhinein für April, die mir nicht zustand – weil ich ja schon im Krankengeldbezug stand. Diesen Eingang nahm ich zur Kenntnis. Ich klärte mit der Krankenkasse die interne Verrechnung mit der Arbeitsagentur. Was üblicherweise kein Problem ist, denn so eine Überzahlung passiert schnell mal, weil eine der beteiligten Parteien nicht sooo flexibel ist. Und führte von dem Geld auf dem Konto die üblichen Überweisungen aus; besuchte mein Konto folgend auch nicht mehr, denn ich weiß ja, wie wenig ich im Monat zur Verfügung habe.

Als ich die Kontoauszüge für den Folgeantrag ausdruckte, bekam ich somit erst 20 Tage später mit, dass – da der Mitarbeiter diesen Bezug von Krankengeld weder für die Arbeitsagentur noch für sein Budget peilen wollte – das Jobcenter eine ähnlich hohe Summe zuzüglich Mietkostenzuschuss für den Monat Mai im voraus auch auf mein Konto überwies.

Aus Euch bekannten Gründen liegt natürlich eine Kontopfändung auf meinem Konto. Ich beauftragte die Bank das Geld umgehend zurückgehen zu lassen, was sie nicht tat, wegen der Pfändung – mich aber auch nicht zu informieren für nötig hielt. Also stand ich eine Woche in meiner ersten akuten Krise, trotz klinischer Betreuung. Das Geld war weg, schlicht weil diese und die vorangegangene Zahlung innerhalb von 30 Tagen auf meinem Konto eingingen. Dem Finanzamt, dem die Sozialarbeiterin der Klinik – nach meinem ersten kompletten Zusammenbruch – die Situation schilderte, war meine Mittellosigkeit im Monat Juni egal, und gab diese soziale Leistung nicht für die Rücküberweisung an das Jobcenter wieder frei.

Zwischenzeitlich erfolgte auch die die Teilerstattung der Krankenkasse, die die eine Überzahlung bereits – nicht mit der Agentur sondern mit dem Jobcenter – denn der Mitarbeiter war nämlich zwischenzeitlich aufgewacht und hatte die Überzahlung prompt bei der Krankenkasse wieder abgefordert (das konnte er dann ganz schnell) – verrechnet hatte, auf meinem Konto. Auch binnen dieser 30 Tage. Damit gingen die nächsten 340 Euro, von mir als Miete für den Juni bestimmt, auch an das Finanzamt. Und die Überzahlung der Arbeitsagentur galt somit als noch nicht wieder abgegolten.

So gingen wir, die Sozialarbeiterin und ich zum Jobcenter zu dem Sacharbeiter der Leistungsabteilung, um ihm seinen Fehler aufzuzeigen und ihm meine dadurch unverschuldete Mittellosigkeit mitzuteilen. Nicht die Miete zahlen zu können, ist nämlich in meiner Situation zufällig gerade der allergrößte und psychisch überhaupt nicht von mir zu händelnde Albtraum. Das – entschuldigt bitte meine kommende Ausdrucksweise – kleine dumme arrogante Arschloch zuckte die Schultern, meinte bei ihm sei doch alles in Ordnung, die Überzahlung hätte er ja zurück und gezahlt hätte er doch auch für Juni, was ich eigentlich von ihm wolle. Es sei doch meine Schuld, wenn ich ihm mit der Folgekrankschreibungen (!) nach sechs Wochen (!) ALG I-Bezug nicht den künftigen Bezug von Krankengeld angezeigt hätte. So einfach ist das nämlich.

Mit dem Folgeantrag legte ich dieses Mal erstmals ein Schreiben meiner Ärztin bei, die – das Jobcenter befindet ja auch meine Wohnung sei zu teuer – klar begutachtete, dass ich aufgrund meines Gesundheitszustandes momentan nicht umziehen könne. Gleichfalls nahm der Sachbearbeiter aufgrund der Klinikunterlagen zur Kenntnis, dass ich mich momentan aus genau diesem Krankheitsgrund, der ja nun zwangsläufig sehr transparent auch auf aufgrund meines Zustandes deutlich dargelegt war, wenn auch in teilstationärer, dennoch eben in stationärer Behandlung befinde. Wie gesagt, die Sozialarbeitern war bei diesem Termin anwesend, denn alleine hätte ich den Weg gar nicht machen können.

Was macht er in der Folge? Er schickt mich zur Begutachtung zum sozialpsychiatrischen Dienst, der nun begutachten soll, ob ich denn wirklich zu krank sei, um aktuell umziehen zu können. (Wohlbemerkt, ich bin vermutlich noch die nächsten zwei Monate in der Klinik, keine Ahnung, was im Anschluss kommt.) Das war dann mein zweiter kompletter Zusammenbruch, nach dem ich so fertig war, dass ich trotz sofortiger Klinikarztkonsultation – um anderen finalen Konsequenzen zu entgehen, die einem dann natürlich in meinem Zustand im Kopf umherschwirren – am Abend drauf und daran war mich in die Krisenintervention zu begeben.

Zum Glück bin ich ein sehr gesegneter Mensch, der in solchen Momenten Freunde anrufen kann und bitten kann, auf mich aufzupassen, was diese Freunde auch umgehend und liebevoll tun. Und ich habe Freunde, die mir anderweitig in einer solchen Situation helfen und Hilfe anbieten. (Die hier mitlesen: Danke! Das wäre ohne Euch nicht auszuhalten momentan.)

Die Vermittlerin des Jobcenters schickt mir übrigens trotz der Krankschreibung und Information über den aktuellen Klinikaufenthalt Einladungstermine, die ich doppelt – postalisch und per E-Mail absage, die sie negiert, um mir dann mit Anhörungen und Leistungskürzung zu drohen. Merkwürdigerweise bekommen andere Patienten in der Klinik, auch „Jobcenterkunden” mit gleichen Diagnosen von ihren Sachbearbeitern sieben Monate Ruhe zugesprochen. Nein, ich weiß nicht, trotz meiner – irgendwann knallt es auch mal bei mir – sehr aggressiven Antwort, ob sie die Leistungskürzung nun nicht auch noch durchziehen wird.

Übrigens, die nächste Teilzahlung Krankengeld von der Krankenkasse ist direkt mit der Arbeitsagentur verrechnet worden. Wovon ich gerade lebe? Mittagessen gibt es in der Klinik, Anfahrt erfolgt mit dem Rad, Katzenfutterreserven sind noch begrenzt verfügbar, Miete im Juli? Keine Ahnung.

Aber hey, die Pillen machen so schön schläfrig, dass ich um 19 Uhr gerne schon mal im Bett liege. Und nein, ich habe nicht die Hoffnung, noch die Kraft zu glauben, dass irgendwann noch mal etwas besser wird.

Ich bin einfach nur fassungslos.

Ich denke, Ihr versteht meine Pause nun besser.

Deutscher Sommer

Die Zeit in der sich permanent erwachsene Menschen in Kaufhäusern heulend sich auf dem Boden wälzend ihren Bock ausleben. Nur weil sie die demnächst die klimatisierte Zone verlassen müssen.



Oder überlegen auf der nächsten Hauptstraße endlich das Seepferdchen in Gold nachzumachen für das es zur Schulzeit nicht reichen wollte.

2013-06-05

Zu nahe …

Die vergangene Woche ein einziger Albtraum. Mir geht es nicht gut am Wochenende, fühle mich wie ein Dampfkessel kurz vor der Explosion. Das Jobcenter leistet sich eine Überzahlung, die mich in die finanzielle existentielle Katastrophe stürzt. Kurz: mir geht es grottenschlecht. Schlecht wie selten zuvor. Ich fühle mich in der Klinik vom Personal und den Patienten gut und liebevoll aufgehoben, unterstützt und geschützt.

Der Patient, der mir mit Abstand am wenigsten sympathische Patient, der natürlich zielsicher alle neuen weiblichen Zugänge „unter seine Fittiche” nimmt, alternativ alle Patientinnen, denen es akut sehr schlecht geht – in ihrem schwachen Momenten also – greift mich vergangenen Freitag von hinten aus dem Hinterhalt an. Ohne, dass ich ihn überhaupt kommen merke. Er packt mich an den Schultern so fest, dass ich nicht weg kann und presst seinen Körper an meinen mit besonderer Betonung seines Schwanzes an meinen Hintern einschließlich Penetrationsbewegungen.

Da ich zur Zeit gerade meine Kamera in der Hand halte, kann ich mich händisch nicht wehren. Den ersten Impuls ihm in die Eier treten, gebe ich auch nicht nach, weil ich in meiner Fassungslosigkeit denke: Klinik, Patient, Schutz. Ich drehe mich um und schreie ihn sehr sauer an, dass mir das gerade definitiv zu nahe gekommen sei. Er springt davon und säuselt „das sei ja nur Spaß.” Ich brülle ihn an, dass das überhaupt nicht lustig ist!

Eine Mitpatientin steht neben mir und fragt mich, ob alles okay ist. „Alles in Ordnung”, sage ich und meine das im Moment auch so. Ich bin ziemlich fassungslos und kann nicht glauben, was da gerade passiert ist. Das nachmittägliche Kaffeetrinken ist schnell vorbei, wir gehen alle ins Wochenende und ich versuche zu negieren, was geschehen ist. Er macht in wenigen Sekunden mein mir dort hart erkämpftes Schutzgefühl kaputt.

Samstag wache ich auf und komme von dem Erleben nicht los. Ständig spüre ich seinen Schwanz an meinem Gesäß. Ich habe Ängste beim Einkaufen sobald ich Schritte hinter mir höre. Die Fete am Abend sage ich kurzfristig ab. Ich habe keine Lust auf Menschen, schon gar nicht auf Menschen hinter mir. Mir geht es nicht wirklich gut.

Sonntag packt mich die Wut.

Montag erkundige ich mich zuerst, was die Mitpatientin genau von dem Übergriff mitbekommen hat. Dann gehe ich zum Pflegepersonal und erkundige mich nach dem Therapeuten des Patienten. Ich muss mich sehr zusammenreißen, ihn mir nicht sofort zu greifen und in Grund und Boden zu brüllen. In der Morgenrunde bitte ich um einen Gesprächstermin bei seinem zuständigen Psychologen. In der montäglichen Gesprächsrunde, die sein Arzt leitet – er ist in der gleichen Gruppe wie ich – geht es ihm laut seiner Aussage super, erstmals seit ich ihn dort erlebe. Als ich an die Reihe komme, spreche ich einen körperlichen Übergriff am Freitag an, den der verursachenden Patienten lustig gefunden hätte, der für mich aber sexuelle Belästigung gewesen wäre und dass ich deswegen mit dem Therapeuten würde reden wollen und gerne auch im Beisein mit diesem Herren. Ich nenne keinen Namen. Der Typ selbst, sonst immer sehr redeselig, sagt die ganze Runde über nichts mehr. Starrt nur noch starr auf den Boden. Nach der Stunde erlaubt er sich mich zu fragen, ob ich ihn meinen würde. Ich brülle ihn nur an, dass er mich ja in Ruhe lassen soll.

Der Therapeut nimmt mich sofort mit ins Zimmer und ich erzähle, was geschehen ist. Was es für ein Erleben auf mich hatte. Er ist bestürzt. Sagt mir Reaktion zu und dass er sofort mit dem Patienten reden würde. Ich gehe zurück in meinen nächsten Tagesordnungspunkt. 20 Minuten später habe ich einen Termin bei der Sozialarbeiterin, da steht der Mann bereits mit seinem „Gepäck” vor dem Schwesternzimmer und erhält seine Entlassungspapiere. Mir teilt der Arzt später mit, dass der Patient entlassen worden sei, dass so etwas überhaupt nicht ginge, dass schon verbale Übergriffe immer Gelb-Rot bedeuten würden aber körperliche Übergriffe sofort mit Entlassung geregelt wreden und sichert mir jede Unterstützung zu.

In einer anderen Therapierunde, in der ich selber nicht bin, wird der Übergriff thematisiert – ohne dass erzählt wird, wen es als Opfer getroffen hat bzw. was geschehen ist. Eine Patientin ist bestürzt über die Entlassung und möchte den Vorfall bagatellisieren, unwissentlich. Die Patienten, die es miterlebt hatte, erklärt ihr, dass die Entlassung absolut gerechtfertigt gewesen sei. Da bricht es auch einer anderen Patientin raus, dass der gleiche Patient nachdem er erfahren hatte in welcher Straße sie wohnt, die ganze Straße nach ihrem Namen abgesucht hätte und ihr das erzählt hatte. Zu einem privaten Treffen einiger Patienten bei ihr in der Wohnung vorletztes Wochenende lädt er sich selbst ein, bringt seinen halben Haushaltskram mit. Legt sich in ihrer Wohnung als erstes ungefragt aufs Bett, kommt mit offener Hose aus dem Bad und setzt sich so auf das Sofa, findet bis morgens kein Ende. Will am nächsten Vormittag zum Frühstück wieder kommen. Die nächsten Abende wieder, was sie ablehnt. Er kommt trotzdem, klingelt Sturm. Sie öffnet nicht. Er klingelt nach einer Stunde wieder. Schnauzt sie am nächsten Tag an, wo sie gewesen wäre. Will nicht, dass sie seine Sachen mit in die Klinik bringt, weil er sie „selber” bei ihr abholen will. Sie ist ein ehemaliges Missbrauchsopfer. Kann sich sehr wenig bis gar nicht abgrenzen vor solchen Typen. Kann nicht nein sagen. Hat seit einer Woche wieder Fressattacken. Traute sich nicht ihn zu melden.

Diverse andere Frauen erzählen nun von seinen Tatschereien, einige haben sich direkt wehren können. Andere nicht. Die Stimmung ist am nächsten Tag am Frühstückstisch erstmals entspannt, fast locker und lustig. Seine Schwanzgröße war übrigens gänzlich und wie zu erwarten: uninteressant.

Mir geht es gut. Wirklich. Ich bin generell ansonsten sehr müde immer und tief erschöpft. Alles arbeitet.

Vielen lieben Dank an alle für Eure herzliche und liebevolle Unterstützung!

2013-05-24

Schweden

Seit Jahren erklären mir die hiesige Regierung als auch die hiesigen Medien: in Schweden wäre alles so toll. Kinderbetreuung: toll. Das Leben von Alleinerziehenden: toll. Die Arbeitssituation: toll. Der Alkoholkonsum: toll. Die Alkoholsteuer: okay … kann ja nicht alles perfekt sein. Die Schulsituation: toll. Die Ausbildungssituation: toll. Migrationsprogramme: toll.

Nur, wenn sich in Schweden Jugendliche und Jugendliche mit Migrantenhintergrund schwerste Straßenkämpfe liefern mit den üblichen für Ordnung sorgenden Gewalten, wird es erstaunlich leise im Blätterwald und auch die Politik übt sich in verlegenem Schweigen.

So langsam beginnt das große europäische Märchen zu glühen … zu verglühen.

2013-05-23

Bei modulor …

modulor (professioneller Bastellladen insbesondere für Designstudenten die Muss-Adresse in Berlin) liegt lediglich 200 m von meiner Wohnung entfernt. Dort erstand ich den Hasendraht für die Katzentür. Und kaufe wöchentlich die Spanngummis für dieselbe nach.

Heute bin ich dort wieder aufgeschlagen, weil die alten Gummis mal wieder „peng” und „zong” gemacht haben. Außerdem hoffte ich dort (weil immerhin ein Nähinstitut angeschlossen ist, es dort also auch Stoffe und Nähutensilien gibt) Schnittpapier zu bekommen. Negativ. Ich unterhielt mich ein bisschen mit einer sehr netten Verkäuferin, die mir lieber (sauteure) Blaupause verkaufen wollte aber nur weil wir uns missverstanden.Wie auch immer: Schnittpapier war nicht.

Schlussendlich bin ich dann noch einmal ins Nähstudio in der Hoffnung die Lehrerin wüsste vielleicht, wo das noch liegen könnte. Ich traf auf eine sehr fröhliche strahlende große Schwedin bei der ich sofort einen Nähkurs buchen wollte, alleine wegen ihrer guten Laune, die mir dann sehr pragmatisch auf braunes Papier zeigend erklärte: „Du, wir nehmen da immer nur Packpapier. Das findest Du den Gang runter links.”

Packpapier! Da kosten zehn Meter mal einen Meter knappe drei Euro. Meine in Zukunft zu nähenden Röcke pfeifen doch auf weißes Papier. Mal ehrlich, hat die Frau Recht?

Bin dann weitergezogen und über die neue Austellfläche mit Lampenschirmen gestolpert. Man kann dort für vergleichsweise wenig Geld nun Drahtlampengestelle erwerben und die selbst mit Papier oder Stoffen, Gipsarbeiten oder whatever selbst gestalten. Da mir nach wie vor noch die Lampe im Wohnzimmer fehlt, habe ich mich für eine dort hängende Variante entschieden für die man zwei Vierecke verschoben übereinander legt, so dass ein Stern entsteht. Und aus einem x-beliebigen leicht fallenden Stoff einen Kreis schneidet, in der Mitte ein Loch für die Fassung und schwups hängt er in sehr aparten Falten als Lampenschirm. Kann man nach Jahreszeiten wechseln. Oder nach Laune. Meinethalben auch nach dem Zyklus. Oder zu- und abnehmenden Monden.

12 Euro ohne Stoff für zwei Gestelle. Stoff gibt es morgen für maximal drei Euro auf dem Markt. Fassung hängt ja. Günstiger als die unliebsam in engeren Wahlen aufgenommen Ikea-Modelle, die hier alle nicht wirklich gepasst hätten …

Und ein tolles zwei Meter langes und einen Zentimeter dickes Filzband entdeckt. Finden alle drei Katzen göttlich. Ist nämlich lang und sehr leicht im Flug …

… ein sehr gelungener modulor-Abend.

2013-05-22

Stehe eben …

… bei Kaiser's (nicht meine Apostrophidee!) an der Bäckertheke und gucke gemütlich auf eine Waschmaschine, die im Hintergrund läuft. So schön mit schaumigen Wasser, das immer wieder an der Fensterscheibe hochtanzt – nur dass das Bullauge groß und eckig ist.

Waschmaschine? Denke ich und langsam dämmert mir, dass hier irgendwas nicht zusammen passt. Ich will schließlich Kaisers's (Hah!) Kruste und nicht gekochte Wäsche. So sehe ich zum ersten Mal, dass sich diese Öfen, die die dort installiert haben offensichtlich voll automatisch reinigen. Mit Wasseranschluss und Schaumreiniger.

Fehlt nur noch der Bäckermeister im engen Tanga lasziv die Scheiben polierend.

Strange! Was es nicht alles gibt.

2013-05-20

So einfach ist das.

Den Bruder angerufen und zum Geburtstag gratuliert. Der mir erzählt, seine Tochter, meine Nichte, 11, hätte „Herzlichen Glückwunsch” zu ihm gesagt. In ihrer eigenen Sprache. Da hätte er geweint.

Meine Nichte wird nie in der hiesigen Sprache „Herzlichen Glückwunsch” sagen können. Und sie tut es dennoch. So einfach ist das nämlich.

Wir pfeifen in dieser Familie auf die Normen!

2013-05-14

Es gab heute …

Milchreis. Mit Apfel- oder Rhabarberkompot. Und Kartoffelpuffer. Morgen gibt es Bootsfahrt. Auf Kasse.

Nicht fragen.*

(*Ging so. Nicht so schlimm, wie befürchtet – aber ausreichend ulkig.)

2013-05-13

So kurz …

… vor der morgigen Einweisung in eine Klinik, habe ich derzeit dieses eine Problem: das Gefühl nämlich, mir würde es super gehen. Das ist natürlich eine impertinente Lüge und lediglich äquivalent zum altbekannten Phänomen „Zahnschmerz, der wie von selbst verschwindet, hat man endlich den Zahnarzttermin und sitzt man auf dessen Behandlungsstuhl.”

An der Stelle bleibt mir natürlich die Vermutung auszusprechen, dass wir womöglich enorm viel Geld diesem Gesundheitssystem ersparen könnten, bekäme man deutlich schneller Arzttermine oder Plätze in Kliniken zugewiesen? Oder auch nicht.

Whatever. Ich bin ein bisschen angespannt, zickig, übellaunig, ängstlich, sorgenvoll und griesgrämig. Ich habe heute früh, als ich einen Termin absagen musste und mir anhören musste, das sei jetzt aber doof, richtig rumgepflaumt. Laut. Tue ich sonst nie. Fühle mich dummerweise jetzt auch nicht besser, sonst würde ich das Rumpflaumen sehr gerne in mein Repertoire aufnehmen. Beziehungsweise das Rumpflaumen selbst fand ich total super – aber dass man damit eine andere Person klein macht, ist unangenehm im Nachgang und ist auf jeder Ebene verbesserungswürdig.

Pflaumen. Kann es sein, dass heute ein Tag ist nur für Milchreis mit Zucker, Zimt UND Pflaumenkompott?

2013-05-12

Bundestagswahl

Seit Jahren gehöre ich zu den Wählern in diesem Land, die längst schon nicht mehr mit voller Überzeugung einer Partei die Stimme geben können. Seit Jahren wähle ich nur noch das kleinere Übel.

Das werde ich in diesem Jahr erstmals nicht tun. Ich werde zur Wahl gehen. Und werde meinen Stimmzettel ungültig machen.

Meine Stimme ist eine wichtige Stimme und diese hat keine dieser Parteien verdient. Und ich möchte nicht mehr zurückbleiben nach einer Wahl und die folgenden vier Jahre ein schlechtes Gefühl mit mir herumtragen, wie ich es seit mindestens zwanzig Jahren nur noch tue.

Deutschland, ich winke dankend ab!

[Edit: Ich habe dieses Vorgehen für mich vor ca. drei Tagen entschieden. Mich erstaunt wie groß die Änderung in meinem Alltag ist, die ich dadurch erfahre. Ich weiß, ich kann den Wahlkampf, das leere BlaBla ignorieren; die immer wiederkehrenden Lügen werden mir dieses Mal nicht erzählt, weil ich nicht hinhören muss und erstaunlich schnell nicht mehr tue. Wer mich kennt, weiß, dass ich sicher alles, nur kein unpolitischer Mensch bin. Dieser Mensch fühlt sich seit drei Tage frei und fähig entspannt durchatmen zu können, weil ich das kommende Schmierentheater abgewählt habe. Mittlerweile bin ich fast positiv gestimmt (den persönlichen Umständen angepasst.) Das tut merkwürdig gut, diese meine Bürgerpflicht bewusst an den Nagel zu hängen.]

2013-05-11

Die Vorstellung …

… Du bist ein Mann und stehst vor dem Altar und dann kommt dieses Kleid auf Dich zu:



Da siehste vermutlich Dein künftiges Leben im Zeitraffer und weißt Bescheid.

2013-05-10

Äh …?

OS X bricht neuerdings Ordnerkopiervorgänge komplett ab, wenn das vorletzte Foto nicht kopiert werden kann und negiert die zuvor kopierten 2,5 GB? Nix mehr mit „Kann nicht kopiert werden. Mit Kopiervorgang fortfahren?”

Echt?

Was ist das denn bitteschön? Ein rückwärts laufendes Feature?

2013-05-03

Bestandsdatenauskunft

Ich freue mich jetzt schon auf die lustigen Geschichten von meinem Ex, Vorstand eines ISP, der mir von den lustigen Telefonaten von superwichtigen Staatsanwälten erzählt.

„Sie geben mir jetzt sofort die Passwörter von dem und dem!”
„Ham wa nich'.”
„Wie haben Sie nicht? Hören Sie mal, Sie jetzt verpflichtet mir auf Verlangen die Passwörter von Ihrem Kunden rauszugeben.”
„Stimmt. Aber wir haben auf die gar keinen Zugriff.”
„Was soll das heißen? Das ist Ihnen gesetzlich vorgeschrieben Passwörter auf Anordnung rauszugeben!”
„Naja, es gibt da so eine Instanz in Deutschland, auch von der Bundesregierung ins Rennen geschickt, die heißt Datenschützer. Und dieser Datenschutz hat dafür gesorgt, dass wir die Passwörter unserer Kunden gar nicht einsehen dürfen. Also technisch nicht dürfen. Es ist uns nicht nur verboten, wir mussten auch diverse (teure) technische Vorraussetzungen in unsere Systeme installieren, dass wir das gar nicht tun können! Wir können Passwörter allenfalls technisch überschreiben lassen.”
Staatsanwalt so: „…?”
Ex so: „Und auch das nur auf Geheiß des Kunden.”
Staatsanwalt so: *klick. tut tut tut*

Unsere Bundesregierung. Ein Tal der Ahnungslosen. Wird jetzt ungefähr zehn Jahre dauern, bis sie kapiert haben, was sie verzapft haben. Vorher aber hat das Bundesverfassungsgericht das Gesetz längst gekillt, weil ja der Datenschutz …

Aber hört mal! Ihr dürft wirklich nicht vergessen, die Pappnasen dieses Jahr wieder zu wählen!

2013-04-28

Sonntag

Während sie so …



… und sie so (wieder die Malve bebrütet) …



… und dann beide so …



… oder so …



… Tally heute mal fast angstlos so …



… oder auch so …



… ich so …

Wisst Ihr Bescheid, nämlich!

2013-04-21

Morgens um fünf Uhr …

… beim Würgen der Katze nach Grasgenuss, dessen Ergebnis unter dem Bett auf der frisch gewaschenen Decke (weil gestern Morgen um fünf Uhr die Katze wür…) wohlbehalten abgelegt wird, glücklich unter der Bettdecke denken, „macht nichts, kann ich ja waschen! Und den gestern Abend vom anderen Katzenmodell frisch bekeutzten Vorhang gleich mit dazu.”

Das ist schön, das ist wirklich sehr sehr schön!

Sie heißt Erna, ist eine …



und macht mich gerade sehr froh. Sie schleudert so schnell, dass die Wäsche ihr manchmal grüngesichtig entsteigt, frisst viel viel Wäsche (von 4 kg auf eine 8 kg-Trommel umsteigen, ist schon ein Riesenschritt) und ist sehr leise, weil man ihr das unsägliche Piepen sofort abgewöhnen konnte.

Herzlichen Dank an alle, die mir aus diesem dreckigen Loch geholfen haben! Es tut sehr gut gerade!

2013-04-19

Was mich irritiert …

Prominente Frauen als auch normale Frauen, die übergewichtig sind, erklären gerne, dass sie sich asolut wohl in ihrer Haut fühlen. Sich trotz ihrer Pfunde zuviel sich aktiv erleben, sexy und sich attraktiv finden.

Die gleichen Frauen kommen dann wieder in die Schlagzeilen (oder werden als normale Frauen anderweitig zu Wort kommen), wenn sie eine ordentliche Summe an Kilos abgenommen haben. Denn das ist immer eine Schlagzeile wert. Und dann strahlen sie in die Kameras und erklären, welche Sternstunde sie final dazu gebracht hatte, die sich selbst verordnete Diät, das Sportprogramm zu beginnen. Und das sind dann nie Momente der Glückseligkeit, eher werden Momente der Scham beschrieben. Wie gestern im TV gehört, als die Mutter dem Sohn auf der Rutsche nicht mehr folgen konnte, weil sie fest steckte.

Im gleichen Moment werden dann besonders glückliche Momente erwähnt, wenn die Gewichtsabnahme erstmals spürbar wird, z. B. muss der Sicherheitsgurt nicht mehr verlängert werden, passt diese oder jene Hose wieder. In der Folge ihrer Abnahme erklären diese Frauen dann, dass sie sich heute mit weniger Kilos viel besser fühlen, gesünder, aktiver, attraktiver und natürlich viel sexier. Als vorher.

Kann es sein, dass sich diese Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt selbst belügen?

Nur zu welchem? Oder immer?

2013-04-18

Die Katze rostet!



Und nu?

2013-04-06

most unwanted thing

Schleimbeutelentzündung in der Schulter.

Wusstet Ihr, dass das Schultergelenk eines der relevantesten Gelenke ist – wenn es um einen geruhsamen Schlaf geht?

Mittwoch Zweitmeinungs-OP-Gespträchstermin bei Berlins Schulterguru. Ich kann gerade nicht so viel essen, wie ich … könnte.

(Aus der Reihe: satt sein.)

2013-04-01

Fröhliche Ostern!

Eigentlich möchte ich schöne Dinge bloggen aber so eine sehr schmerzende Schulter lässt mich nur links tippen. Daher nur kurz aber schöne Ostergrüße an Euch alle draußen. Lasst uns einfach gnädig darüber hinwegsehen, dass die Osterglocken im Garten erst im Juni blühen werden.

2013-03-28

My most wanted Bettwäschebezugspartner in crime



Betten ab und neu beziehen ist eine Tätigkeit für mich … na ja … sagen wir es so: gut, dass ich das nicht täglich machen muss. Es hat schon seinen Grund, warum ich ganz gerne die Bettwäsche vom schwedischen Albtraumkaufhaus verwende. Kopfkissen ganz ohne Knöpfe, Bettbezug nur mit Druckknöpfen empfinde ich schon als höchst angenehm gegenüber der früheren arbeitsintensiveren Knopflösung.

Dann kam Nishia. Nishi liebt Aktivitäten im Bett, Bettdecken aufschütteln ist schon großartig. Aber Bettwäsche abziehen, den Stoff jagen, sich in abzurollende Spannbettlaken zu rollen und diese am Weglaufen zu hindern, ist offensichtlich irrsinnig großer Spaß. Den Spannbettlakenmaulwurf zu spielen beim Neuaufzug muss allerhöchstes Kino für sie sein. Und liegt schlussendlich dann die Wäsche frisch aufgezogen da, wo sie hingehört, liegt eine kleine silberne Katze wie eine Königen in den Daunen und residiert in meinem Arbeitsumfeld, das gleichzeitig ihr Abenteuerspielplatz ist. Und wenn sie sich dann lang auf den Rücken rollt und zufrieden auf dem erkämpften Biest in tiefer Entspannung fröhlich blinzelt …

Mir ist heute aufgefallen, wie wirklich viel Spaß sie mir damit macht. Gut, es dauert alles viel länger, aber ich bin am lachen und kämpfen und ziehen und schubsen und vergesse, dass ich gerade etwas tue, was mir eigentlich gar keine Freude bringt. Mit Katze sind selbst die weniger schönen Dinge oft erstaunlich heiter und hübsch zu erleben!

2013-03-27

Abschiede

Gestern Abend inniges und herzliches Abschiedsgespräch mit der Waschmaschine geführt. Habe mich bei ihr für über 20 Jahre Wegbegleitung und immer fleißigen Arbeitseinsatz bedankt. Sie war wirklich eine Gute ihrer Art. Ich fürchte, so etwas gibt es heute gar nicht mehr.

Ich weiß, ich bin komisch. Aber mal ehrlich: 20 Jahre! Je nachdem, wann am Ende meine Rechnung kommt, ist das immerhin ein Drittel oder Viertel Wegbegleitung meines Leben gewesen. Was diese Waschmaschine in den letzten Jahren alles mit mir erlebt hat, sie hat mit mir Männer, Katzen und Wäsche kommen und gehen sehen. Freude und Schmerzen. Ich habe nicht wenige Tassen Kaffee auf dem Küchenboden sitzend gemeinsam mit ihr getrunken, während sie mir, meine Seele beruhigend, ihr Schaumlied sang!

Ich bin auch kein Mensch, der sich lapidar von solchen Geräten trennt, weil es eben mal wieder ein neues Modell gibt. Ich hänge an diesen Dingen.

Nein, das ist keine 08/15-Trennung. Da ist heute ein kleines Stück Liebe mit ihr gegangen. Mit meiner Hanseatic TL1200!

2013-03-26

Ziegentarte

Was immer ein bisschen hilft, ist in Kochbüchern zu schmökern. Das tat ich neulich wieder in „Tarte & Quiches” von Delphine de Montalier. Ein Kochbuch, das ich sehr mag. Es ist ein unangestrengter Ideen-Geber - wenn auch man die im Buch verwendeten Käsesorten hierzulande wirklich suchen muss, und dennoch nicht immer fündig wird.

Neulich habe ich zwei Rezepte zusammengeworfen; eine knusprige Ziegenkäse-Tarte mit der Tarte mit den kandierten Tomaten ergänzt. Die Tomaten waren wirklich toll – und lassen sich für viele weitere Rezepte verwenden, daher lieber gleich ein größere Menge ansetzen. In Olivenöl aufgegossen halten die sich noch sehr lange im Glas im Kühlschrank.



Kandierte Tomaten

500 g große Kirschtomaten (ich habe größere Snacktomaten aus dem Angebot genommen).
1 TL Salz
1 TL Pfeffer
1 EL extrafeiner Zucker
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
4 EL Olivenöl

Die Tomaten halbieren, das Fruchfleisch entfernen. Mit der Schnittfläche auf ein Küchentuch legen und trocknen. Die anderen Zutaten vermengen und in eine feuerfeste Form gießen. Den Ofen auf 130 Grad vorheizen. Die Tomaten in die Form mit der Schnittfläche nach unten legen und ca. 1 h (Kirschtomaten, bei den größeren Snacktomaten waren es ca. 2 h) im Ofen auf der mittleren Schiene eintrocknen lassen …



Ziegenkäsetarte(lettes)

1 Packung Blätterteig
ca. 500 g Ziegenfrischkäse
etwas Honig
etwas frischen Thymian
Salz und Pfeffer

1 Packung Blätterteig (wenn man ihn nicht selber machen möchte) – entweder für eine große Tarteform zurecht schneiden oder für kleinere Tarteformen mit Gläsern ausstechen. Die Tarteform gut buttern. Den Teig einlegen und mit einer Gabel einstechen. Dann den Ziegenkäse darauf verteilen und mit etwas Honig beträufeln. Die getrockneten Tomaten auflegen, salzen und pfeffern und mit dem Thymian ausschmücken.

Ab in den Ofen bei 160 Grad für ca. 20 Minuten. Sehr fein, einen frischen Salat dazu und alles ist gut!

Tipp: Wirklich den Honig verwenden, auch wenn man ihn nicht mag. Ich habe das Originalrezept mit ihm ergänzt. Einige wenige Tropfen reichen, um dem Ziegenkäse etwas Pfiff zu geben. Dabei habe ich übrigens beide Varianten probiert, ohne und mit, natürlich in der Sorge es könnte mit den Tomaten zusammen auch zu süß werden. Aber mit dem Honig werden die Tartes wirklich geschmacklich sehr viel besser, einfach runder.

2013-03-25

Omas Pfaff



Gestern den Bezug für das letzte Katzenkissen genäht. Erstmals mit Omas Pfaff, die frisch geölt und entflust aus der Wartung zurück ist. Übrigens von mir eigenhändig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert und getragen. (Was war ich froh, als kurz hinter dem U-Bahn-Ausgang ein Discounter-Einkaufswagen unmotiviert in der Straße herumstand. Hölle wiegt das Teil!)

Aber so viel sie wiegt, so seht steht sie in sich ruhend auf dem Tisch und erlaubt sich hochköniglich eine echte (semi-)professionelle Nähmaschine zu sein. Es hatte Tage gedauert bis ich mich an sie heran gewagt hatte. Prompt hatte ich sie aufgebaut, standen nämlich meine kindlichen Ängste wieder parat. Und ich wollte es nicht wieder mit uns verderben.

Aber: wir können jetzt miteinander. Obwohl sie eine echte Diva ist und sehr darauf bedacht ist auch ja ordentlich unter- und oberspannt zu sein. Aber sie näht mit einer entspannten Ruhe und Präzision, die schon sehr beeindruckend ist. Ausprobiert habe ich für den Kissenbezug den Geradestich und elastischen Zickzackstich. Freue mich als nächstes auf wildestes Zierstiching. Die hat die Gute ja im Überangebot.

Shiina ist hellauf entzückt von dem Kissenbezug für das Schaumstoffstück im Wohnzimmer, dem letzten Fensterbrett bei uns, das noch unterversorgt war. Die drei Katzen von Welt liegen nämlich viel lieber auf bezogenem Schaumstoff, kleine Diven. Und ich freue mich, weil … naja, kleine Erfolge zählen gerade doppelt.

2013-03-24

Surrealismus

„Das ist eine Stelle, da kommen wir mit dem Kolposkop nicht weiter. So finden wir nichts. Da müssen wir ein MRT machen.

Naja, dafür einen Termin zu bekommen, das dauert drei Monate. Ich schicke Sie erst einmal zur Sonografie und gebe Ihnen eine sehr gute Adresse.”

Drei Monate. Da wäre man bei einem Lungenkarzinom vom ersten Moment der Beschwerde bis zur Diagnostik praktisch schon zum Tode verurteilt. (Okay, bei einem Lungen-CA ist bereits ab dem Moment der ersten Beschwerde die Sache schon beschlossen.)

Das sind britische Gesundheitssystemzustände. Glückwunsch – genau dorthin wollten unsere Politiker gehen, trotz aller Kritik. Aber der Patient spielt auch eine Rolle. Viele Menschen hierzulande begreifen teure Untersuchungen an sich als Art Trophäe und verknappen Termine so künstlich. Würde mir bei einem MRT übrigens nie passieren, gesunde Form der Klaustrophobie. (Schlauch schlucken atme ich weg. Aber Röhre? Gerne im unteren Körperbereich also bis zum Knie oder so. Darüber dann nur noch gerne, brät man mir vorher eins mit der Keule über.) Fahrstuhl fahren kann ich. Es fängt erst ab einer bestimmten Nähe an, wenn mir fremder Materialismus meinem Körper zu nahe kommt.

Muss an meine Mum denken, die Krankheit auf ihre eigene Art immer sehr genoss. Alles was Ärzte mit ihr anstellten, war für sie eine Form von Happening. Als sie starb, stand für vier Monate später der Austausch eines Kniegelenkes im Kalender. Big party, big celebration – kannste aber glauben! Da bin ich ganz anders. Ich bin zur Zeit der Hase im Fuchsbau. Nicht bewegen, dann werde ich auch nicht gesehen. So ist das nämlich. Praktisch.

„Guten Tag mein Name ist Hase und ich komme heute zur Sonografie. Und … äh … ich habe die Hosen voll.”

Lächerlich!

2013-03-21

Okay …

Vor drei Monaten etwa habe ich begriffen, ich komme aus diesem gesundheitlichen Tief nicht alleine raus. Also habe ich einen Facharzt gesucht und versucht, dort einen Termin zu bekommen. Nicht möglich. Also nicht vor in drei Monaten.

Bis Freunde mir eine Allgemeinmedizinerin empfohlen haben, die auch psychiatrisch betreut und so bin ich über eine Notfallsprechstunde unter ihre Fittiche geraten und werde medikamentös versorgt, krank geschrieben und begleitet, bis ich einen Therapieplatz finde. Das ist Glück, das begreife ich auch so.

So versuche ich nun seit sechs Wochen diesen Platz zu finden. Da gibt es dann einen Kontakt von sehr vielen Kontakten, der tatsächlich noch Plätze haben soll, die bereits alle weg sind. Dieser Kontakt vermittelt einen neuen Kontakt mit dem ich Gespräche führe, der mir Montag absagt, weil er meine Betreuung derzeit nicht uneingeschränkt sicherstellen kann – aus gesundheitlichen Gründen. Nebenbei laufe ich in Tageskliniken und sonstige Einrichtungen, die mir therapeutische Unterstützung bieten könnten, hätten sie Plätze frei oder keine Wartelisten (unter drei Monaten läuft da nichts derzeit). All diese Gespräche beinhalten Bewerbungsgespräche, in diesem System nämlich muss mich um einen der sehr raren Plätze bewerben.

Gestern war ich vormittags bei einem Arzt in der Diagnostik, um eine andere Krankheit hoffentlich ausschließen zu können, vor der ich wirklich Angst habe, die aber bei der familiären Disposition dummerweise immer im Raum liegt – weswegen ich bei Anzeichen nie entspannt sein kann. Das ist gerade das nicht benötigte i-Tüpfelchen.

Nachmittags war ich dann wieder in einem Klinikbetrieb zum Informationsgespräch (Info-Gespräch heiß hier: „Wir gucken, ob wir Sie überhaupt auf die Warteliste setzen wollen”.) Und dieser Besuch hat binnen dreißig Minuten so etwas von meine Batterien leergesogen, haste nich‘ gesehen. Und letztendlich wieder nichts erreicht, außer Energie gelassen. Das Letzte was ich im Moment noch habe, ist Energie.

Ich rödele jetzt seit drei Monaten rum und bin keinen Schritt weiter. Abgesehen vom freundlichen Unterstützer Pharmazie.

Und wenn ich dann nach Hause komme und die Waschmaschine (was sie in ihrem hohen Alter wirklich tun darf) fliegt mir um die Ohren, ist auch mal Schluss. Dann ist einfach Sense.

Es ist alles schon schrecklich mühsam gerade.

2013-03-20

Waschmaschine †

Echt, ich will irgendwie nicht mehr. Nicht jetzt! Verdammt!

2013-03-19

Kühlschrankgallionsfigur



Gallionsfiguren sind leider im Schiffsdesign schwer aus der Mode gekommen. Was ich nicht nachvollziehen kann. Ich wäre sehr gerne Gallionsfigurschnitzerin oder Gallionsfigurschmiedin geworden.

Daher bin ich ein bisschen stolz, dass wenigstens mein Kühlschrank (selten in See stechend) eine stolze Frontdame zu bieten hat. Böse Zungen behaupten, ich hätte mir meine Katze passend zur Kühlschrankfarbe ausgesucht. Das ist natürlich großer Quatsch, wenn auch sie sich wirklich sehr passend in das Corporate Design meiner Küche, zumindest die Edelstahlfronten anbelangend, einfügt.

Und die kleinen Fettspuren von Sammetpfötchen machen sich auch immer sehr hübsch auf dem Metall. Nach dem Putzen.

2013-03-17

Nishia Rosamunde T. von und zu Pilcher

Agenda 2010

Dieser Tage wird ein besonderer Geburtstag gefeiert, zehn Jahre Hartz-Konzeption im Vollzug. Während die Verantwortlichen tatsächlich glauben, sie hätten die deutsche Wirtschaft gerettet, durften diese Woche in den Medien besonnene kritische Stimmen zu Worte kommen.

Peter Boffinger lehrt Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg und gehört dem Rat der „fünf Wirtschaftsweisen” an. Er schreibt in der taz in seinen Kommentar „Die Mythen um Hartz VI„In Westdeutschland gibt es heute nur 230.000 weniger Erwerbslose als im Januar 2001.”

Der Sozialrichter Jürgern Borchert ist Mitglied im 6. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. Das Gericht, das 2010 vor dem Verfassungsgericht die Neuberechnung der Regelsätze erstritt, das diese dann bekanntermaßen als verfassungswidrig einstufte. Er wird in der Süddeutschen Zeitung „Warum die Agenda 2010 als Erfolg begriffen wird, ist mir ein Rätsel” interviewt. „Dass wir eine Entwicklung erleben, die mit Erosion und Abwärtsmobilität der Mittelschicht beschrieben werden kann. Dabei ist sie der Garant für demokratischen und sozialen Frieden in Deutschland.”

Plusminus hat in der ARD diese Woche in einem Bericht offen gezeigt, wie der Leistungsdruck dem die Mitarbeiter in den Jobcentern unterliegen, den Leiharbeitermarkt in Deutschland zu ungeahnter Blüte verhilft. Einem Beschäftigungsbereich in dem die Arbeitnehmer nicht selten unzumutbaren Arbeitsbedingungen ausgesetzt werden, den Gehältern hinterher klagen müssen und oft gar kein Geld erhalten.

Währenddessen kommt die Agentur für Arbeit ihrer Sorgfaltspflicht nicht annähernd nach: „Zuständig für die Kontrollen der Zeitarbeitsfirmen ist die Bundesagentur für Arbeit. Hier stehen für derzeit über 20 000 Zeitarbeitsfirmen mit über 900.000 Leiharbeitern gerade einmal 55 Prüfer zur Verfügung.” und "[…] Es ist absurd jemand zum Kontrolleur zu machen der eine Branche ganz bewusst nutzt als Instrument bessere Ergebnisse bei der Integration zu bekommen.

2013-03-16

Seine Gene

Das ist der Uwe. Seines Zeichens mein Paps.

Während ich auf die Welt kam und gefühlt mein erster bewusster Gedanke war „Ich will eine Katze haben!”, der mich die nächsten zwölf Jahre so erst mal nicht weiterbringen sollte, tat mein Vater direkt nach der Trennung von meiner Mum das einzig Sinnvolle. Er brachte sich, noch vor der neuen Freundin – seiner späteren zweiten Frau und einer tollen Stiefmutter –, einen Kater mit von der Baustelle. Hier bewies mein Vater selbstverständlich hohen Sachverstand und außergewöhnlichen Geschmack; denn er trug nicht nur heutige Hipsterschaukel vor dem Mund, sondern erwählte sich einen Kuhkater, wie wir alle wissen die Elite aller Katzen, und nannte diesen sehr sehr weltmännisch „Felix”.



Von meinem Papa habe ich gelernt: die Katze gehört ins Bett!

Die kleine schwarze Katze auf der linken Seite des zweiten Fotos, elegant im Würgegriff getragen, ist Püppi. Püppi war die Tochter meiner ersten Katze Sweety, die noch als sehr junge, kleine Katze zu uns (dann endlich, endlich!) kam und sich bei uns einige Wochen später – selbstverständlich völlig unberührt und wie durch ein Wunder – vervielfältigte. Püppi, die Zweitgeborene, zog dann bei meinem Papa und neuer Freundin ein. Zu dem Zeitpunkt lebten bei ihnen noch eine Maus (umgezogen aus meines Bruders Schule in meine Puppenstube zu unserem Opa von meiner Oma zwangsverwiesen) in der Butterdose und viele Fische im Aquarium und ein Hase mit Felix und Püppi frohen Mutes (den brauchten sie ja auch) unter einem Dach. Später wuchs noch ein brauner Tiger namens Odin nach.



Ihr seht also, es lag in meinen Genen. Ich kann wirklich nicht dafür. Er ist schuld. Und Oma. Aus mir konnte gar nichts anderes werden!

2013-03-12

Heute gibt es …

… lecker bunten Katzenbraten.

2013-03-10

58,2 Prozent aller Frauen in Deutschland erlebten Sexismus

taz: „Werden Männer denn zunehmend Opfer von sexueller Belästigung?”

Charlotte Diehl: „Nein. Etwa 30 bis 50 Prozent der berufstätigen Frauen sind von sexueller Belästigung betroffen. Und etwa 10 Prozent Männer. Und vergessen wir auch nicht: Diese 10 Prozent werden zur Hälfte von Männern belästigt. In diesem Feld sind Frauen als Täterinnen also recht selten.”

Die Psychologin Charlotte Diehl im taz-Gespräch zu Sexisums und der Aufschreidebatte.

2013-03-09

Bloggersupport

Mit zwei Katzen war ich diese Woche insgesamt drei Mal beim Tierarzt. Ich habe also eine ungefähre Ahnung, was der lieben Frau Mutti gerade die Grießentfernungskur ihres Katers mit Übernachtung beim Tierarzt vor Ort kostet.

Auch deswegen möchte ich Euch höflich einladen, sich im Osterschaufenster bei ihr die sehr schönen selbst genähten großen und kleinen Taschen, Häkelkränze und sonstigem Dinge einmal anzugucken. Und nach dem Überlegen vielleicht sogar bei ihr zu bestellen. (Ich wette, die Monster wachsen nach.)

Ist ja für einen guten Zweck … also einen tollen Kater, den dicken Martin!

2013-03-08

Telefonnummern …

… von Krisendiensten werden in der Praxis meiner Ärztin sehr souverän verschwiegen zugesteckt. Ich lerne immer dazu.

Wenn mich professionelle Menschen fragen, was sie für mich tun sollen. Was sind das für Fragen? Hätte ich Antworten, würde ich mir selber helfen können. Bilde ich mir ein.

Neben sich stehen, auf sich gucken und nicht glauben können, was da mit einem passiert. Warum und wieso. Verwundert sein darüber. Traurig sein.

Ich will mich nicht mehr mit Leuten treffen. Dann tue ich immer so, als wäre alles okay. Fällt die Tür dann hinter mir zu, ist der Akku noch leerer als vorher. Das kann nicht die Lösung sein.

Kein Verständnis für mich selbst, dass es mir schlecht geht; geht es mir im Vergleich zu anderen doch so gut.

Habe eine Woche gebraucht, um eine Überweisung auszuführen. Online. Eine Woche.

2013-03-07

Der Armutsbericht der Bundesregierung

ist für den Deutschen Science Fiction Preis nominiert. Zu Recht. Sehr schöne Kommentare übrigens …

Den bisher besten (ernsthaften) Kommentar hat gestern Markus Preiß in den Tagesthemen zu dem jüngst veröffentlichten Armutsbericht gesprochen. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

2013-03-04

Das ist übrigens Shiinas …

… StaubsaugergehwegichkannDichnichtleidenwillDichnichthörenundsehenundüberhauptbistDunurdoof-Gesicht:

2013-03-02

Entertainment



Das Katzenplatzset in der Küche, sie sollen sich ja nicht langweilen …

Kochen und Essen sind hochpolitisch

Kochen und Essen sind hochpolitisch. Da geht es um Welthandel, um Gesundheit, um Tier- und Pflanzenschutz, um Landschaftspflege und Bodenerosion und so weiter. Wenn das nicht politisch sein soll - was dann?

Interview mit dem Koch Christian Petz, der vom „Gault Millau” 2002 zum Koch des Jahres gekürt wurde und mit Michelin-Sternen prämiert wurde. Und dann als „Star-Koch” schlicht ausstieg aus dem Geschäft.

2013-03-01

Ich bin nicht alleine …

Meine Nachbarn haben eine Katze. Und natürlich war unser erster Deal als wir uns erstmals etwas näher kennenlernten, dass wir gegenseitig die Katzen bespaßen, wenn der eine oder die andere sich aus der Stadt verdünnisierten wolle.

Das ist superpraktisch. Katzenvertretung über den Flur, das kann man auch Sonntagmorgens im Bademantel schnell machen. Dummerweise verreise ich nie nur verreisen meine Nachbarn häufiger als ich.

Als ich letztes Wochenende drüben war deren Süße zu füttern, entdeckte ich, dass sie im Flur, wo in unseren Wohnungen ein Miniaturverschlag eingelassen ist, die ollen Lamellentüren durch eine schicke Schwebetüreninstallation ersetzt hatten. Selbstverständlich äußerte ich im nächsten Gespräch umgehend mein Unverständnis, warum diese Form der Installation in der einen Wohnung begonnen wurde und nicht in der anderen (meiner) Wohnung direkt fortgeführt wurde.

Flugs darauf schilderte mir die Nachbarin, die sich selbst stolz verantwortlich zeichnete für das neue Bauwerk, alle möglichen Schwierigkeiten, die bei der Baumaßnahme ihr das Leben schwer machten. Offensichtlich sind nicht nur die Wände und Decken in meiner Wohnung fies, hartherzig, unwillig, arrogant, schief, aufsässig, undurchdringbar oder nur zwei Milimeter weiter rechts hohl.

Beruhigt mich ja doch ein bisschen.

2013-02-25

Völlig irre

Man stelle sich vor, man hat einen Flur, einen kleinen Flur von dem fünf Türen abgehen, ausgenommen der Eingangstür und im Besonderen ist darauf hingewiesen, dass es einen zusätzlichen Rahmen gibt, der den Flur optisch zweiteilt und zur Küche und Schlafzimmer führt. An die Wände möchte man Bilderrahmen hängen. Man orientiert sich also an den Türrahmen und zählt sechs Zentimeter runter, schlägt die Nägel ein und geht davon aus, dass nun alle Rahmen auf einer Höhe hängen.

Wie naiv muss man sein, dass man glaubt das könnte funktionieren?

Okay, dass das bei dem Rahmen gleicher Produktionsstätte aber vor einem Jahr gekauft nicht klappen konnte, liegt daran, dass der Aufhänger deutlich tiefer angebracht war. Das ist geschenkt und schnell nachvollziehbar. (Die EU-Heinis haben wirklich noch nicht die Aufhänger an Bilderrahmen genormt? Echt jetzt?)

Aber dass die Türrahmen tatsächlich unterschiedliche Höhen haben? Und einer davon zusätzlich links einen Zentimeter höher ist als rechts? Ich meine, wer kommt darauf?

Diese Wohnung ist hinsichtlich der Schiefe ihrer Wände und sonstigen unlogischen Baumerkmale wirklich jedes Mal und immer wieder für eine Überraschung gut. Ich war gestern ein wenig verzweifelt, weil ich wirklich dachte, ich spinne oder bin zu blöd ein paar Bilderrahmen auf gleiche Höhe gehängt zu bekommen.

Aber ich spinne nicht. Ich wohne nur in einer Platte.

2013-02-22

Doktorspiele

Ich so: „Mir geht es nicht so gut.”
Arzt so: „Das sieht man.”

Es gibt einfach keine Liebe mehr auf Krankenschein.

2013-02-18

Meer

Bin gestern am Meer gewesen.



So richtig mit kalt, noch etwas Schnee am Strand. Netten Menschen, dem einzigartigen Volvo, Möwen, Wellen und Eier von freilaufenden Hühnern in schöner Natur in Bad Doberan – am Wochenende aus dem legendären einmaligen Eierautomaten.



2013-02-06

Ich sehe keinen Horizont mehr.

Und wenn ich den nicht mal mehr sehe, wohin soll ich eigentlich schwimmen?

(Aus der Reihe: so müde sein.)

Die neue Deckelung der alten Deckelung

Die taz interviewt den Rechtsanwalt Christian Solmecke zu dem neuen Gesetzesentwurf, der erneut Abmahngebühren gegenüber Privatpersonen insoweit deckeln soll, dass künftig von einem Streitwert von € 1.000,— bei Urheberrechtsvergehen ausgegangen wird, das dürfte eine maximal Abmahngebühr von maximal € 155,30 ergeben. Der bisherige Versuch der Deckelung, seit 2008 rechtsgültig, wurde von den Gerichten einfach ausgesetzt. Interessant dabei ist, dass in den Fällen von Raubkopien, die Kläger, meist Plattenfirmen, grundsätzlich davon ausgehen, dass der gleiche Jugendliche diese Raubkopie in Tauschbörsen erneut ins Netz stellt. Und die Gerichte folgten bisher diesen Angaben – besonders gerne wohl lt. Herrn Solmecke das Landgericht Köln.

Derweil frage ich mich beim Lesen, in Deutschland sollte, meines Wissens nach, aufgrund der Unschuldsvermutung Recht gesprochen werden. Wie kann ein Gericht hierzulande einen Streitwert zulassen in einem Verfahren, von dem der Kläger lediglich aufgrund von Vermutungen davon ausgeht? Warum muss der Kläger nicht mehr beweisen, dass der Beklagte eine illegal gezogen Kopie tatsächlich und wahrhaftig auch wieder verteilt hat?

Justitia stinkt zunehmend zum Himmel!

2013-02-04

Online-Stalking

Ich lese das Blog von Serotonic schon lange und habe daher das Online-Stalking, dessen sie sich seit Jahren versucht zu wehren – in allen Variationen – mitbekommen. Und ich verstehe, vor allem da ihr rechtlich kein Rückhalt gewährt worden ist, dass sie dessen oft sehr müde war. Ich finde es bewundernswert, dass sie eben genau nicht aufgehört hat mit ihren Online-Aktiviäten, obwohl ihr oft danach war.

Heute hat sie die Geschichte „Weil das hier eben doch nicht nur Internet ist” aufgeschrieben. Und ich empfehle sehr sie zu lesen.

Grundsätzlich sollten Bloggerinnen und Bloggern, denen so etwas auch widerfährt (Serotonic twitterte gerade, sie erhält derzeit Mengen von Mails, die von ähnlichen Erfahrungen berichten) ihre Leser auf diese Kandidaten aufmerksam machen, damit auch die Leserschaft angemessen auf sie reagieren kann (was im günstigsten Fall heißt, sie zu ignorieren also kalt zu stellen.)

Stalking – egal ob im realen Leben oder „nur” online praktiziert – beginnt übrigens dann, wenn die/der Betroffene zum Stalkenden (oder zu der Stalkenden) sagt, „ich möchte nicht, dass Du das tust. Höre auf damit!” Wer diese gesetzte Grenze überschreitet, offensichtlich überhört, irgnoriert, ist ab diesem Moment Täter und gehört strafrechtlich verfolgt und bestraft.

Und das gibt es keine Diskussion. Und da ist auch kein Raum für Witze, Ironie und schon gar nicht für die Erklärung, das seien doch alles lediglich Banalitäten.

Die Relevanz bestimmt alleine die/der Gestalkte für sich – und niemand sonst! Schon gar nicht der Täter!

Edit: Und was die Mela schreibt!

2013-02-01

Die tollste Katze überhaupt!

Meine Nishia …

Das Teigholz

Kurz nach Weihnachten bekomme ich ein Päckchen aus der Schweiz zugeschickt mit selbst gebackenen Plätzchen, die, wenn ich ehrlich bin zu den besten selbst gebackenen Keksen gehörten, die ich jemals gegessen hatte. Sie waren so schnell weg, dass ihnen nicht einmal die Zeit für ein Foto verblieb. Na ja, es waren auch viel zu wenige davon in dem Päckchen. VIEL ZU WENIGE!

Was mich aber vor allem faszinierte, war die Perfektion der Plätzchen in ihrem Aussehen. Wie vom Konditor gemacht in sehr gleicher Teighöhe, ich vermutete fast schon maschinelle Zubereitung, wusste aber, diese sind ganz privat in einer normalen Küchen entstanden. Da musste ich nachfragen und erhielt als lapidare Antwort, das sei doch ganz leicht mit Teighölzern!

Die Einfachheit erklärte sich mir nicht, denn ich kannte nicht einmal den Begriff „Teigholz”, geschweige denn wusste ich, dass es so etwas gibt. Nach einer kurzen Aufklärung via Facebook und dem lapidaren Zusatz, „diese gäbe es in der Schweiz für einen Apfel und 'nen Ei (was immer das in der Schweiz auch heißen mag) in jedem Supermarkt”, konnte ich nur für mich festhalten, ich hätte diese Gerätschaft noch nie gesehen und dass es sie in Deutschland wohl auch eher nicht so einfach so zu kaufen gibt. Die liebe Freundschaft befand zum Glück, ich dürfe nicht dumm sterben und so wurden mir zum anstehenden Besuch hier in Berlin die Teighölzer als Mitbringsel in Aussicht gestellt. Et voilá:



Einfache Holzlatten, ca. 40 cm lang und jeweils im Set 10, 5 und 3 mm hoch. Den Teig legt man dazwischen und rollt ihn dann auf durchgehender Gesamthöhe aus, um sehr gleichmäßige Backwaren zu erhalten.

Ich bin nun also stolze Teighölzerbesiterin oder noch schöner: „jeu de baguettes”-Besitzerin. Und plane mit der verantwortlichen Spenderin im Mai zur nächsten Besuchsrunde eine Plätzchenbacksession! Weihnachten kommt man ja eh nie dazu!

2013-01-30

Shiinexpedit