2013-03-24

Surrealismus

„Das ist eine Stelle, da kommen wir mit dem Kolposkop nicht weiter. So finden wir nichts. Da müssen wir ein MRT machen.

Naja, dafür einen Termin zu bekommen, das dauert drei Monate. Ich schicke Sie erst einmal zur Sonografie und gebe Ihnen eine sehr gute Adresse.”

Drei Monate. Da wäre man bei einem Lungenkarzinom vom ersten Moment der Beschwerde bis zur Diagnostik praktisch schon zum Tode verurteilt. (Okay, bei einem Lungen-CA ist bereits ab dem Moment der ersten Beschwerde die Sache schon beschlossen.)

Das sind britische Gesundheitssystemzustände. Glückwunsch – genau dorthin wollten unsere Politiker gehen, trotz aller Kritik. Aber der Patient spielt auch eine Rolle. Viele Menschen hierzulande begreifen teure Untersuchungen an sich als Art Trophäe und verknappen Termine so künstlich. Würde mir bei einem MRT übrigens nie passieren, gesunde Form der Klaustrophobie. (Schlauch schlucken atme ich weg. Aber Röhre? Gerne im unteren Körperbereich also bis zum Knie oder so. Darüber dann nur noch gerne, brät man mir vorher eins mit der Keule über.) Fahrstuhl fahren kann ich. Es fängt erst ab einer bestimmten Nähe an, wenn mir fremder Materialismus meinem Körper zu nahe kommt.

Muss an meine Mum denken, die Krankheit auf ihre eigene Art immer sehr genoss. Alles was Ärzte mit ihr anstellten, war für sie eine Form von Happening. Als sie starb, stand für vier Monate später der Austausch eines Kniegelenkes im Kalender. Big party, big celebration – kannste aber glauben! Da bin ich ganz anders. Ich bin zur Zeit der Hase im Fuchsbau. Nicht bewegen, dann werde ich auch nicht gesehen. So ist das nämlich. Praktisch.

„Guten Tag mein Name ist Hase und ich komme heute zur Sonografie. Und … äh … ich habe die Hosen voll.”

Lächerlich!

6 Kommentare:

Hajo hat gesagt…

Hallo Häschen ( ;-) ), was da zu lesen ist, vermittelt gerade nicht den Eindruck von Freude.
Keiner von uns Kommentatoren (m/w) ist in der Lage, Dich zu verstehen, geschweige denn, Dir wirklich zu helfen. Wir können nur ganz fest Daumen (oder was auch immer) drücken.
Ich muss gestehen, dass ich zwar gehört habe, dass es Menschen gibt, die sich gewisser Untersuchungen brüsten, dass können aber nur solche sein, die unter einer Krankheit leiden, die man sicherlich nicht mit diesen Untersuchungsmethoden diagnostizieren kann.
Ich wünsch' Dir notwendige Kraft und das Quentschen (oder auch Quantum) Glück
liebe Grüße
Hajo

E.Bru Kash hat gesagt…

MRT ist gar nicht so schlimm. Nur die Techno Musik stört. ;) Vielleicht können sie dir ein Beruhigungsmittel geben?

Gute Besserung!

creezy hat gesagt…

@Hajo
Ich danke Dir! Wird schon werden! ;-)

@E.Bru Kash
Dankeschön. Ich weiß ja, dass ein MRT überhaupt nicht weh tut. Deswegen finde ich die Sorge auch echt lächerlich, denn es gibt wahrlich viel viel unangenehmere Untersuchungen. Aber wat willste machen … ;)

susa hat gesagt…

Als Kind hatte ich Angst vor dem Röntgen. So ist das nun mal.

Diese Untersuchungs- und Behandlungstrophaenjäger kenn ich auch (auch in der eigenen Familie); ich glaube diese Menschen fühlen sich dann endlich mal ernst genommen.

Anonym hat gesagt…

Vor ein paar Wochen war ich im MRT, darum einige Tipps, von Angsthäsin zu Angsthäsin:

Es gibt Kopfhörer auf die Ohren, die die Geräusche des Geräts ein wenig abdämpfen. Man kann sich auch Musik dazuspielen lassen, aber die wird von den Geräuschen immer ziemlich übertönt, so dass ich das das nächste Mal bestimmt nicht wieder in Anspruch nehmen werde, denn es hat mich eher gestört.

Denn die Sounds, die das MRT macht, fand ich nämlich wirklich interessant und recht ansprechend. (Allerdings mag ich auch Techno ;-)) Ich habe ein Spiel mit mir selber gespielt und geraten, wie oft ein bestimmtes Klangmuster wohl wiederholt werden wird.

Die Röhre selbst ist gut belüftet, es fühlt sich überhaupt nicht so an, als wäre man in einem umschlossenen Raum.

Und jetzt kommt der wichtigste Rat:
DIE AUGEN GESCHLOSSEN LASSEN.
Die ganze Zeit.
Noch bevor man reingeschoben wird und bis man wieder draussen ist.
Dabei hilft das Mitbringen und Aufsetzen einer dunklen Schlafmaske.

Die Röhre löst sich so gewissermaßen in Luft auf.
Ich bin Klaustrophobikerin und hatte auf diese Weise überhaupt keine Probleme.

Über einen Signalkopf und die Kopfhörer ist man mit der "Kommandozentrale" verbunden, die fragen vielleicht zwischendrin sogar mal nach, ob alles in Ordnung ist.

Viel Glück für den Termin!

Kerys

multikulinaria hat gesagt…

Ich hätte auch Schiss! Ich bekomme schon Schnappatmung, wenn ich nur einen Bericht über's Tauchen im TV sehe. Obwohl die lange Wartezeit doof und nicht unbedingt dazu angetan ist, Ängste abzubauen, solange das MRT wie die Schlange starrt, bin ich mir sicher, Du meisterst das gut. Tipps gab's ja hier bereits.

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