2012-08-24

Neues vom Allerweltstypen

Ich stehe gestern Abend am Kotti in der kleinen Fischhandlung. Souterrain. Ein Serviceladen in dem einen der Händler fragt, ob er die 300 g Sardellen noch ausnehmen soll!

Vor mir ist ein Kunde dran, der ordentlich einkauft, so dass ich versucht bin, mich bei ihm zum Abendessen einzuladen. Ich gucke mir das Angebot an und stelle fest, dass es wieder Muscheln gibt. In der Kühltheke liegt – außer Miesmuscheln – ein Sack Vonogelnmuscheln.

Kommt ein Typ rein, Helm unter dem Arm, grätscht den beiden ins Verkaufsgespräch und drängelt letztendlich sich somit vor meine Wenigkeit und raunzt den Verkäufer an, ob er denn Vongolenmuscheln hätte. Der meint ja und zeigt auf die Theke. Der Typ pflanzt sich zwischen den anderen Gast und mich, guckt auf den Sack und meint dann: „Die sind ja ziemlich klein, oder?” (sic!) Dann stellt er fest, er würde jetzt erst mal zu Bank gehen und der Verkäufer solle ihm den Sack reservieren. Und geht.

Ich gucke ihm hinterher, in mir schüttelt sich der Kopf. Ich gebe zu, kurzweilig bin ich versucht mein Abendessen auf Muscheln umzustellen.

Nun, ist so ein Verhalten in letzter Zeit in meinem Erleben leider keine Seltenheit mehr. Typen (ja, muss ich jetzt hier sagen: es sind hauptsächlich Typen) stellen sich im Vertriebsumfeld, das eine Wartesituation notwendig macht, mit einer primatösen Selbstverständlichkeit in die nächste noch so kleine Lücke, manchmal nicht einmal mehr das, und meinen damit, sie seien auf der Stelle dran zu kommen. Sie gucken nicht nach rechts, noch nach links mit einem völligen Unverständnis, dass sich dort andere befindliche Personen zufällig nicht just for fun dort aufhalten.

Jungs, die Art von Egonummer geht mir auf den Sack! Und wenn Ihr das nächste Mal von mir eine zynische Ansage bekommt (bis jetzt war ich immer höflich), nein, ich bin nicht zickig; ich hab's bloß satt.

2012-08-23

Kunstformen, die mir politisch nicht auf die Sprünge helfen …

Die Aufregung um die russische Mädchenkombo dieser Tage, war hierzulande enorm. Gelegentlich war ich geneigt – möge man mir bitte den Zynismus und die Abgeklärtheit meines hohen Alters nachsehen – die hätten die Gören in Russland installiert, damit hierzulande (und wahrscheinlich auch in anderen medialen Sommerlöchern weiterer europäischer Nationen) Merkel wieder irgendwelche Gesetzesvorlagen an uns (also mehr an unserer hiesigen beduselten Presse) elegant vorbei winken kann.

Ich muss mich wohl selbst als religiös schimpfen. Ich nenne Buddhismus zwar lieber Philosophie. Dennoch gibt es in meiner Philosophie ein paar glücklich machende Rituale, die das Gefühl einer religiösen Abhandlung aufkommen lassen; auch wenn ich das lieber Meditation (und es gerne mit Joggen gehen vergleiche) nenne. Was aber auch immer: ich schätze es persönlich sehr, dass in dieser Welt meiner Religion und auch in unserer Gemeinschaft, mich per se erst einmal niemand mit politischen Ideen, Kritiken etc. nervt. Es geht nicht ums Ausblenden. Wer mich kennt, weiß, ich bin eine politisch und dabei oft kritische Person. Aber Politik bitte dort, Religion bitte da. Beides mischen funktioniert nicht gut, das wissen, glaube ich, aus jahrhundertlangen Erfahrungen, die bis ins Heute reichen, alle ziemlich gut. Ich möchte nicht die bekannten Fehler anderer persönlich nochmals nachbilden. Zumal ich persönlich meine Religion/Philosophie sehr bewusst als einen Zufluchtsort fern von politischen Welten verstehe.

Ich kann Kritik an Putin verstehen. Wenn mir ein Politiker sehr suspekt ist, dann ist es er. Ich kann auch Kritik an der Kirche verstehen. Auch kann ich Kritik an der russisch-orthodoxsen Kirche nachvollziehen. Ansonsten verstehe ich verhältnismäßig wenig vom derzeitigen politischen System in Russland, mangels meiner Sprachkenntnisse. Ich bin auf die Deutung anderer angewiesen, die sich oft mit subjektiven Eindrücken mischen. Letztendlich kann ich nur ahnen, und das ist sicher nichts Gutes.

Aus meinem persönlichen Empfinden kann ich aber auch verstehen, dass es gläubige Menschen nicht lustig finden in einem Gotteshaus, ihrem persönlichen Zufluchtsort, von der politischen Meinung anderer penetriert zu werden. (Und penetriert habe ich an dieser Stelle sehr bewusst gewählt, das erklärt sich dann aus der Lektüre des unten verlinkten Artikels.) Protest, der in seiner Ausführung andere – unbeteiligte – Menschen verletzt, ob nun mental, physisch oder psychisch, ist immer kontraproduktiv. Aus etwas Ungutem wird selten etwas Gutes geschaffen.

So habe ich die Aktion dieser russischen Frauen nicht verstanden. Ich fand sie respektlos. Bei aktiv zelebrierter Respektlosigkeit mag ich nicht mehr gerne einen möglicherweise guten, noch einen wertvollen Sinn hinterfragen, bei allem Verständnis und verstandener Relevanz hinsichtlich der notwendigen politischen Auseinandersetzung in dieser noch russischen jungen Demokratie, die meinem Verständnis nach, sehr laut hinterfragt gilt hinsichtlich ihrer derzeitigen Regierung.

Seit jeher werden Menschen, die sich in einem öffentlichen Umfeld nicht angemessen verhalten, vom Gesetz des jeweiligen Landes bestraft. So darf ich hierzulande nicht am helllichten Tag in irgendeinem Park, auf irgendeiner Parkbank mich meinen sexuellen Gelüsten hingeben, ohne dafür abgestraft zu werden. Dafür gäbe es übrigens auch in Deutschland keine Ordnungsstrafen, üblicherweise werden dann Haftstrafen ausgsprochen. Auch Rowdytum im deutschen Straßenverkehr wird abgestraft. Mitglieder der russischen Mädchenkombo ficken in öffentlichen Museen, masturbieren mit Hühnern in Supermärkten. Gerne tun sie die Dinge vor Augen von Kindern, teilweise den eigenen Kindern die somit bei Aktionen instrumentalisiert werden. Dafür habe ich ungefähr null bis gar kein Verständnis. Dafür wurden sie bis dato mehrfach lediglich verwarnt, nie abgestraft. Das nenne ich vom russischen System vergleichsweise moderat reagiert.

Wie schön, dass pünktlich zur Verurteilung dann auch der russischen Mädchenkombo neue Platte auf den Markt kam. Sorry, Punk geht m. E. nach anders. Punk ist Handeln aus Kritik an dem System ohne ein daran offensichtlich gebundenes finanzielles Interesse. Ich erinnere mich gut, ich war schon dabei, als das Wort geboren wurde. Punk ist für mich nicht das Instrument einer schnöden PR-Kampagne für eine gehypte Mädchenkombo, die in Russland offensichtlich niemanden hinter den Ofen hervor lockt, weil ihre Aktionen ein ganzes Land nur noch abnervt bis peinlich berührt. Übrigens verstehe ich dabei gerade Russland nicht als ein sexuell unaufgeklärtes prüdes Land. Nun hat man dabei einem wegbrechenden Absatzmarkt im eigenen Land dann jetzt den gesamteuropäischen Markt hinzugewonnen. Sehr sicher bin ich, Putin wird den juristischen Rest in seinem Imagesinne schon zeitnah richten. Und ständig muss ich an t.A.T.u. denken.

Höfliche Leseempfehlung: „Wer sich schon mal die Frage gestellt hat, warum der Support seitens der russischen Bevölkerung gegenüber Pussy Riot vergleichsweise eher verhalten ist, der kommt ganz schnell zu dem Schluss, dass das gesamte russische Volk gewisslich dermassen gebrainwashed von Putins Angst-und Schreckensregierung ist […] Vielleicht haben die Russen aber auch einen entscheidenden Vorteil uns gegenüber: Die können russisch!”

2012-08-21

Zigarettenkonsumentengedöns

Nun wird also gerade diskutiert, ob man Zigarettenpackungen, nachdem Krankheits- und Todeswarnungen offensichtlich der totale Abschrecker* waren *zynismustag_off, nicht mit ätzenden Fotos beklebt, diesen sogenannten Schockbildern.

Hat schon mal irgendein Freddy Krüger-Film verhindert, dass Menschen in der Folge keine spitzen scharfen Gegenstände mehr verwenden?

Ich möchte an dieser Stelle als Nichtraucherin – die grundsätzlich der Meinung ist, ihr soziales Umfeld kann selbst bestimmmen womit es sich krank macht oder umbringt, denn immerhin können wir, also Nichtraucher und Raucher gemeinsam, es allermeist dennoch nicht selbst bestimmen, was die eigentlich größere Tragik ist – eine Sache zur allgemeinen Kenntnis geben: es kotzt mich regelmäßig sehr an, dass ich an der Supermarktkasse als Unbeteiligte mir ständig einen von Tod und Krankheit erzählen lassen muss. Beim Einkaufen. Von zum Beispiel sehr gesunden Genuss- oder auch nur Ernährungsware. Ob die Packungen nun vor oder hinter mir auf dem Kassenband liegen oder in diesen völlig bescheuert verbarrikadierten Ausgabegeräten zu lesen sind. Ich will einkaufen gehen können, ohne ständig mit Tod und Krankheit konfrontiert zu sein.

Dann sperrt die Dinger doch richtig weg, so dass Raucher sich in langen Schlangen an Ausgabestellen ihre Rationen einkaufen müssen. Ich glaube, Bequemlichkeit ist der viel bessere Verhinderer* als dieser Pseudowarndummsinn. (*Mein persönlicher Eindruck nach dieser in geschlossenen Räumen Rauchverbotnummer.)

Katzenbesitzer sind ja schon …

… gelegentlich ein klitzekleines bisschen sehr überhebliches Pack.

2012-08-20

Zu Gast im Martinello und bei Bertollis Trattoria Tour

Peggy von Multikulinarisches sprach mich neulich an, ob ich im Rahmen der Bertolli Trattoria Tour durch Deutschland im Hauptstädtchen Gast bei einem Abendessen in einer Trattoria sein wollte. Wollte ich. Bertolli fährt Trattorien an, die vorab von Gästen im Internet empfohlen wurden, lädt neue Gäste ein und von den Rezepten, die die Köche herausrücken, gibt es dann später ein Kochbuch.

So geschehen schon in Italien, (das Buch liegt mir hier übrigens vor und wurde von mir in dieser Woche schon zwei Mal als Kochvorlage verwendet, denn die Rezepte sind wirklich lecker) nun auch in Deutschland Warum auch nicht? Gute italienische Küche gibt es mittlerweile wirklich überall!

Vergangenen Samstag trafen wir uns dann in kleiner Runde bei Martinello in Kreuzberg, in der Reichenbergerstraße 115 in 10999 Berlin. Peggy, ihr Mittagskocher, Jan-Peter vom nomy und Marco (Bertolli). Zwei weitere Gäste mussten leider abgesagen, die Gewinnspielteilnehmerin kam nicht und sagte auch nicht ab (tut man wohl heutzutage nicht mehr, wenn andere Menschen mit dem Essen auf einen warten). So hatten wir einen unterhaltsamen etwas längeren Aperitif mit einem wundervollen trockenen Prosseco Rosé Brut (Sergio De Casale, von dem alle Weine, die in der Trattoria erhältlich sind, stammen),



von dem ich mich den Rest des Abends nicht mehr loseisen wollte. In lauen Sommernächten darf man das aber auch, finde ich! Wir saßen draußen an einem perfekt italienisch gedeckten Tisch und genossen den Abend in angenehmer und in leckerer Gesellschaft.



Martina und Angelo, kurz Martinello,

betreiben eine winzig kleine Trattoria nicht weit vom Kotti im besten Kreuzberger Kiez. Die gute Nachricht für mich: zu Fuß erreichbar. In der Trattoria haben minimal ein Tisch, maximal, zieht im Winter die Eistruhe aus, zwei Tische Platz. Im Sommer sitzt man sowieso draußen und genießt die Antipasti und frischen Pastagerichte, Risotto und Gerichte von der Speisekarte. Für den Fisch- oder Fleischfan ist immer etwas dabei. Angelo kocht in einer bemerkenswert kleinen Küche (nie wieder nenne ich meine Küche klein)



über den Gang im Treppenhaus, während sich Martina mit einer Servierkraft den Tresen teilt und die traumhafte Essigbar bedient. Zu dieser später mehr.
Die Vorspeise italienisch klassisch: Antipasti. Vitello Tonnato satt.



Dazu eine selbst gemachte Paté und sehr frischen knackigen Staudensellerie, den ich selten so lecker gegessen habe! Für mich ein völlig neues Sellerie-Gefühl, und ich esse ihn eigentlich auch in der holzigeren Variante (kannte ihn bisher kaum anders), dieser hier war etwas Besonderes, weil sehr zart. Besonders hervorzuheben bei den Antipasti ist das wirklich gute Brot, sehr knusprig, innen schön luftig und saftig. Wird laut Martina von einem Inder geliefert und hebt sich wirklich von dem immer schlechter werdenden Weißbrot in der Berliner Gastronomie (auch in der gehobeneren) ab. Man serviert hier nur noch trockenes geschmackloses türkisches Fladenbrot und das nervt sehr, wenn es sich nicht um türkische Küche handelt. Sehr sehr lecker, wirklich perfekt: das Bruschetta. Reife Tomaten, perfekt mit Öl abgestimmt. Einfach gut.



Die besten Oliven meines Lebens habe ich Samstag gegessen, ganz große, fleischige grüne „Königsoliven”, die ich so schnell nicht vergessen werde. Und ja, ich bin ein bisschen froh, dass ich weiß, wo ich sie kaufen kann. Besonders gut: das typische italienische Grillgemüse, weil hier nicht nur in Olivenöl geschwenkt, sondern gut abgeschmeckt mit einem Hauch weißen Balsamico, also einer für den Sommer perfekt passenden säuerlichen Note. Dieses Gemüse hat der Vorspeise die Krone aufgesetzt, meiner Meinung nach. Alleine das Kalbfleisch vom Vitello Tonnato war mir eine Spur zu robust (oder einen Hauch zu dick geschnitten), aber wirklich kein ernstzunehmender Kritikpunkt. Selbstverständlich hätten wir bei den Antpasti zu einem anderen Wein wechseln können, wie gesagt, ich entschied mich dafür die Prosseco-Vorräte leer zu trinken.

Die Weine, die bei Martinellos seviert werden, stammen alle von dem schon genannten befreundeten Winzer und können natürlich dort auch so eingekauft werden, im Schnitt kostet die Flasche dort € 12,50. Wir testeten nachher zum Essen den offenen Rosé als auch den offenen Weißwein (der sehr gut, fastmein wenig harzig schmeckte, außergewöhnlich für einen italienischen Wein), die Jungs testeten sich durch die italienische Bierlandschaft. Marco und ich schwörten dem Prosseco weiterhin ewige Liebe!

Als Hauptspeise entschied ich mich für die Ravioli mit Bärlauchpastenfüllung in Salbeibutter, die ich am Nebentisch gesehen hatte – und die machen mich immer schwach! Weil die Pasta von dem halben Tisch von uns geordert wurden und somit zur Neige gingen, bekamen wir einen Mix aus Tortelloni mit Ricottafüllung und den Ravioli.



Die Tortellini waren sehr lecker, fielen aber im Vergleich zu den kräftigeren Ravioli geschmacklich ab. Ich hätte mir etwas mehr von der Salbeibutter gewünscht. Marco entschied sich für „echte” Spaghetti Carbona, also ohne Sahnesauce, und dann kam noch die Nudelauswahl mit Filetspitzen, auf besonderem Wunsch mit Tomatensauce, an unseren Tisch. Sehr kräftig, gut und zu empfehlen! Wer die Schärfe rabiater mag, bestellt das hausgemachte Chiliöl an den Tisch. Kleiner Minuspunkt: bei zu klein gemahlenem Parmesan denke ich immer an Sägespäne, und lasse diesen lieber gleich weg.(Prosecco!)

Das Dessert. Ohne Worte. Ganz simpel Tiramisu und Pana Cotta.

Ich liebe Desserts in allen Varianten. Es gibt, glaube ich, außer Desserts mit Bananen, nichts was ich stehen lassen würde. Tiramisu indes finde ich seit jeher nicht spannend. Das mag daran liegen, dass es mir anfangs immer nur privat serviert wurde. Auf Feten. Denn Tirmaisu können offensichtlich auch Küchen-DAUs. Ich habe es also nie vor Ort gegegessen und wenn ich es in einem Restaurant serviert bekam, hat es mich auch nie überzeugt. Lief bei mir unter Pampe. Hier lief es unter einem Dessert mit mehreren Schichten, klar geschmacklich trennbar, nicht zu süß mit einem klaren Espresso-Geschmack. Dieses Tiramisu war für mich neu und somit sehr lecker und ich glaube, ich habe davon von allen am meisten gegessen. Der Rest des Tisches (ich natürlich auch) war von der Pana Cotta gefangen, die auch außergewöhnlich gut war. Sie hatte einen Hauch Kondenssahnegeschmack, (wenn auch keine drinnen war) der mir außergewöhnlich gut gefiel. Kurz: sie schmeckte nach echter guter Sahne. Wir orderten noch einmal drei Portionen nach. Das sollte alles sagen. (Prosecco)



Abschließend gab es für mich noch einen Cappuccino und einen wundervollen weichen Grappa, den sogar ich getrunken habe. Also ausgetrunken habe. Trinke ich üblicherweise nicht. Hier schon!

Zwischendurch habe ich in der Essigbar eingekauft, die für mich im Dreh hier oder überhaupt in Berlin ein Novum ist und die ich ziemlich wundervoll finde und an der ich wohl noch den einen oder anderen Euro verlieren dürfte in Zukunft.

Herrliche Frucht- und natürlich die üblichen Balsamico-Essige, diese auch aromatisiert. 5%ig oder 3%ig. Letztere auch sehr gut als Aperitif zu servieren. Sehr lecker der Cranberry-Chili-Essig, der mit zu mir nach Hause wollte (obwohl ich Cranberries als neumodischen bitteren Schnurz ablehne), ebenso wie der Walnuss-Honig-Essig und eine Probe vom Himbeer-Essig. Sehr sehr gut! Ach, lieber dort vorbeifahren und mir von der Essigbar eine Abfüllung mitbringen anstelle von Blumen, liebe Freunde. Diese Essigauswahl ist wirklich reizvoll. Die kleinste Abfüllung ab 20 ml. Damit kann man wunderbar die persönliche Lieblingssorte erkunden.

Es war ein wirklich sehr leckerer typischer italienischer Abend. Ich möchte wirklich gerne wiederkommen, alleine um hier ein echtes Risotto (€ 4,50) zur probieren. Die Nudelgerichte (können auch glutenfrei bestellt werden) liegen bei 8-9,— Euro. Und jetzt gehe ich das Gemüse-Antipasti nach köcheln. Danke Peggy und Marco! Danke Bertolli. Und vor allem Martina und Angelo für den schönen Abend!

(Anmerkung: das Abendessen wurde uns von Bertolli gesponsert. Es ist nicht erwartet worden, dass ich darüber blogge. Es ist nicht ausgesprochen worden, wenn ich blogge, wie ich blogge.)

2012-08-19

Hitze?

In dieser Wohnung, die wohl vor anderthalb Jahren gedämmt bzw. energetisch Hitze-Wärme gekoppelt wurde (muss ich mich noch mal näher mit beschäftigen), ist es übrigens bei hohen Temperaturen völlig erträglich. Die Wohnung scheint sich von hohen Außentemperaturen völlig unbeeindruckt. Weder habe ich bisher die Bettdecke wechseln müssen, noch schlafe ich nur unter Laken. Ich kann backen (heute) ohne Schweißflecken, kochen ohne Hitzewallungen. Nishia trägt übrigens noch die Hälfte ihres Winterpelzes, auch Tally, die immer im August erst Fellwechsel hat, denkt dieses Jahr nicht daran.

Wahrscheinlich halten mich dies Katakomben deutlich länger frisch. Ich werde ab sofort zehn Jahre später altern, die Menopause dürfte mir hier nicht besonders auffallen und wenn ich mal umkippe, verwese ich vermutlich im Schneckentempo.

Naja, gibt Schlimmeres.

2012-08-18

tri-tra-trullala

… heißt das Blog einer faszinierenden Menschin hier aus Berlin, die intensiv lebt. Und ehrenamtlich im Hospiz arbeitet. Armen-Hospiz. In Berlin. Das ist dann noch einmal eine ganz andere Hausnummer!

2012-08-17

Das Wandern ist …

Frau … äh … Mutti beschreibt sehr schön und lang und intensiv, wie sie und der Herr … äh … Papi bei ihren Kindern über die Jahre die Lust auf das Wandern geweckt haben. Aber wandern … erlebt eh gerade eine ziemlich große Renaissance, oder? So viel wie in meinem Umfeld gewandert wird derzeit …

Gestern …

… sitze ich auf der Bank auf dem Bahnhof Moritzplatz und warte auf die U-Bahn. Plötzlich fliegt etwas Flüssiges in Richtung meiner Beine. Ich gucke nach links, sehe weißen Schaum auf dem Boden. Da sitzt ein Typ. Ich vermute noch, dass um die Ecke vielleicht jemand eine Flasche geöffnet hatte, deren Spritzer unbeabsichtigt in die Richtung gingen. Der Typ guckt mich offensiv an und spricht in meine Richtung: „Votze”.

Ich mache ihm eine deutlich Ansage. Und wende mich im Blick zurück auf die Anzeigetafel, wann der Zug kommt. Ich werde erneut angespuckt und höre jetzt zwei Mal hintereinander das Wort „Votze”. Der Zug kommt und ich empfehle dem Typen lautstark eine Therapie.

Einmal Opfer.

So, jetzt kann man sehr deutlich zur Situation sagen, der Typ hatte zumindest einen Migrationshintergrund und schien mir aus – offensichtlich – muslimisch religiösen Gründen ein Problem damit zu haben, dass ich einen Rock trug, der bis knapp über die Knie reicht und meine Beine nackt waren. Nein, er kommunizierte das natürlich nicht. Aber die Zeichen sprachen eine klare Sprache für sich und ich erlaube mir daher diese Wertung. Ich lebe lange genug sehr gerne in dieser Migrationskultur, um diese Situationen deuten zu können, denn: sie geschehen nicht selten. Nur: ich darf das genau das nicht im Zusammenhang kommunizieren, denn das ist dann Rassismus. Und der wird mir dann ausgelegt, der Typ, mindestens selbst ein Gender-Rassist, ist dabei fein raus.

Bin ich also zweites Mal Opfer.

Ich möchte wirklich Respekt haben vor anderer Leute Religionen. Aber wenn ich als Frau unter dem Status einer Religion (egal welcher) zu leiden habe, habe ich ein massives Problem. Und wenn ich einen Sachverhalt letztendlich nicht dem Umstand entsprechend wahrheitsgemäß beschreiben darf, weil ich dann einen Täter in seiner Herkunft diskreditiere obwohl seine Tat offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Religion, die wiederum im Zusammenhang mit seiner Herkunft, steht, habe ich ein zweites Problem. Dummerweise kenne ich keine Lösung.

Aber wenn ich ehrlich bin: ich möchte, dass ich in diesem Land auf Männer mit dem Zeigefinger offensiv zeigen darf, die nicht respektieren wollen, dass sie in einem Land leben, in dem Frauen eine freiheitliche Kultur leben dürfen und diese, in dem Fall mich, mangels Respekt – egal wie – angreifen. Ich finde das nämlich überhaupt nicht lustig.

Und jetzt dürfen alle neunmalklugen Anti-Rassisten, zu denen ich mich meist auch zähle, auf mich verbal in den Kommentaren einprügeln. Fühlt Euch frei und wohl dabei zu behaupten, diese Welt würde keine Grautöne kennen.

2012-08-16

Na gut …

… will ich leo.org mal verzeihen, dass sie für „Jannowitzbrücke” keine Übersetzung parat haben. Sind ja auch kein Stadtplandienst.

(Aus der Reihe: meine Nerven.)

Berlin hat jetzt ein Futur III

So schön!

Gestern in der U-Bahn …

die Werbung eines Kontaktlinsendealers gelesen und laut gelacht:

„Wir wünschen Ihnen talentierte Straßenmusikanten!”

(Der tägliche U- und S-Bahn-Konsument versteht den.)

So visualisiert …

ist das schon sehr gruselig, oder?

Mehr Infos beim BUND.

2012-08-14

Geht so gar nicht!

Jedem von uns ist wohl klar, wie sehr wir alle auf Gedeih und Verderb den üblichen Bankinstituten ausgeliefert sind. Wir erinnern uns: die derzeitige Finanzkrise ist eine von Banken hausgemachte. Es gibt Institute, die zudem in einer widerlich offenen Art kommunizieren, wenn ihnen die Kunden nicht perfekt oder normal genug erscheinen.

Der Angestellten der Hamburger Sparkasse, gerne kurz Haspa genannt, würde ich zu gerne etwas über meinen persönlichen Ekel mitteilen wollen, wenn ich von solchem Verhalten lese. Was einfach bleibt ist die Aufforderung, wenn man mitbekommt, wie Menschen mit Handicaps im eigenen Umfeld boykottiert werden, aufzustehen, die Meinung zu sagen (und zwar immer auch dem nächsten Vorgesetzten mit) und im Zweifelsfalle zu gehen.

Das ist die Geschäftsadresse der Bank:

Hamburger Sparkasse AG Ecke Adolphsplatz / Gr. Burstah 20457 Hamburg

So heißt der Vorsitzende des Aufsichtsrates: Dr. Karl-Joachim Dreyer, die vertretungsberechtigten Vorstände sind: Dr. Harald Vogelsang; Reinhard Klein; Dr. Wolfgang Botschatzke; Frank Brockmann.

Da geht doch was, oder?

Es gibt also tatsächlich …

… Frauen, die beim Anblick einer riesengroßen „in mir findest Du nie etwas”-Handtasche auf dem Sonderangebotetisch in eine Art unreflektiertes nicht mehr selbstbestimmtes Kreischen fallen. Außerdem gibt es Frauen, die Messer kaufen, deren Klinge und Griff farblich Ton in Ton daher kommen. In Pink. Aus Porzellan.

Ich bin keine von ihnen. (Aus der Reihe: mein wunderliches Leben außerhalb des Baumarktes.)

Ich höre …

schon am Tonfall des aufgeregten Mauzens der kleinen bunten Katze, ob sie mir gerade ein grünes, gelbes oder blassrosa Band apportiert. (Okay, sie apportiert nur ihr grünes Band derzeit. Die mdchenfarbigen Bänder darf Nishia bespielen.)

2012-08-11

Balkonien

Gestern meilenweit gefahren, um im schwedischen Albtraumkaufhaus einen Balkontisch namens Tärnö zu erwerben. Ich muss dazu sagen, dass ich seit einiger Zeit nach einem für den Balkon als auch Budget geeigneten Balkontisch Ausschau halte, sehr intensiv und sehr erfolgslos. Ich war dabei zum Teil schon sehr erschrocken über das Preis-/Leistungsverhältnis von neuem Schrottmöbiliar.

Gerne hätte ich lieber Bollö einziehen lassen, aber der ist bereits im Sommeruhestand und wird nicht mehr geliefert. Tärnö ist gerade noch mal so in Spandau als einzigem schwedischen Albtraumkaufhaus in Berlin verfügbar gewesen, was er letzte Woche auch schon nicht mehr war. Und er ist mit knapp 15 Euronen dann doch unschlagbar günstig. Viel viel lieber hätte ich die kleinere faltbare Variante von Äpplarö, weil man mit dem auch locker mehr Gäste und einen Tischgrill bedienen kann. Der ist budgetmäßig mit 99,– auf deutlich später vertagt.

Aber Tärnö macht sich gut als Frühstückstisch. Er trägt mit Stil und Gelassenheit Obst, Brötchen, Teller, Kaffee und Lektüre und sieht dabei unscheinbar präsent gut aus.

Die Brötchen auf dem Foto sind übrigens unglaublich gut. Ich habe heute bei mir im weiteren Umfeld eine Bäckerei(kette) namens Lila entdeckt, die allen Ernstes noch Brötchen produzieren, die sehr schwer sind und innen noch komplett gefüllt sind und man richtig gerne den schweren Brötchenteig rausfummelt. Wie früher, unglaublich! Und dann noch knackig braun gebacken. 30 Cent. Die fünf Minuten Fußweg lohnen sich! (Verdammt, ich mag meinen Kiez SO SEHR!)

Ansonsten habe ich Schmetterlinksraupen meinen einen Rosenkohl fressen lassen. Als ich eben eine dabei erwischt habe, wie sie den Balkon überquerte, um sich an den nächsten Rosenkohl (sie knospen sogar!) ranzumachen, musste ich ihr leider einen Schubs vom Balkon geben. Überleben Raupen das? Vom ersten Stock auf Rasen? Ich will ihr ja nix Böses. Und ich habe ihr den einen Rosenkohl warmen Herzens gelassen, denn ich will ja auch im nächsten Jahr wieder Schmetterlinge sehen und natürlich habe ich in Bio aufgepasst und weiß, wie das geht. Aber meine Rosenkohlanlage hat auch ihre Grenzen!

B.P.S. Mit der Nennung von Äpplarö wollte ich natürlich auch ein klitzekleines Bisschen angeben, denn der würde auf meinen neuen Balkon tatsächlich passen und man hätte immer noch Platz zum sitzen. /angabetag_off

Weil heute Samstag ist …

… und Ihr dementsprechend Zeit zum Lesen habt, möchte ich zum wiederholten Male das Stilhaeschen ans Herz legen. Niemand schreibt eleganter, gelassener, pragmatischer und spannender über ein Mutterdasein als sie.

Und Stilhaeschen kommt von Stil, nicht von Stillen. Die Dame kann noch viele andere Themen …

2012-08-10

Tillen die jetzt eigentlich alle?

Fahre ich heute mit der S-Bahn eine Station Richtung Ostbahnhof. Steht plötzlich so ein VokuHila-Asso pöbelnd von seinem Sitz auf und wirft dem jungen – dunkelhäutigen – Mann mit Reisetasche ihm schräg gegenüber sitzend an den Kopf „Ich kann Deine Visage nicht sehen. Du widerst mich an!”, stellt sich an die Tür und motzt weiter.

Der Zug die ganze Zeit gaffend still. Da habe ich überlegt, entschuldige ich mich jetzt stellvertretend bei dem jungen Mann für etwas, was ich nicht getan habe? Und bin dann lieber zu dem Deppen gegangen und habe ihm ziemlich laut, damit der ganze Zug es hört, ins Ohr gebrüllt, dass er ein widerliches rassistisches Arschloch sei. Hat er wie am Spieß berührt „Nein!” geschrien. Und ich habe nur zurück angemerkt: „Doch, keine Widerrede.” Da war er dann ruhig.

Und ich bin kein Deut besser: ich kann diese Nazifressen auch nicht mehr sehen, die widern mich so etwas von an!

Gestern …

der kleinen bunten Katze gesagt, „So, das ist die letzte Tablette.” (Mal wieder Lebensmittelallergie). Prompt saß sie heute nicht im Esszimmer auf dem Tisch (!), um sich die Tablette in ihrem Catstick abzuholen. Sie kann da nämlich total gut sitzen und mich durch Wände hindurch hypnotisieren. Stundenlang. (Habe ihr heute den Stick in den Schrank hinterher getragen.)

Hatte ich erwähnt, dass wir jetzt ein Esszimmer haben?

2012-08-06

Pilze!

Neulich, beim Entdeckungsessen in meinem neuen Kiez (und es gibt hier viel zu entdecken, weil viel zu essen), lande ich im Gorgonzola Club und es schmecken von der Tageskarte Steinpilzravioli in Salbeibutter. (Foto in der Handykamera, reiche ich nach.) Sehr selten treibt mich ja mein Selbstbewusstsein auf gesunde Weise um, aber beim Genuss dieser Ravioli muss ich für mich selbst feststellen, dass ich meinen Nudelteig deutlich leckerer finde, weil leichter. Also gehe ich nach Hause und habe auf der Küchen-ToDo-Liste: Steinpilzravioli in Salbeibutter.

Es ist der erste Nudelteig, den ich in der neuen Küche anfertige. Die Steinpilze kommen noch in der getrockneten Variante her, was auch logisch ist, denn so sind sie aromatisch kräftig zum Teig. Und wer will schon frische Steinpilze in eine Mousse verwandeln?

Das Tantra-Diplom ist schnell reaktiviert. Der Nudelteig ist fix gemacht (wie immer bei mir mit Nagel- und Handpflege, da per Hand geknetet und auf das Olivenöl nicht verzichtet.) Die Füllung passiert aus knapp 100 g getrockneten Steinpilzen, eingeweicht, zwei Esslöffel Ricotta, ca. drei Lauchzwiebeln klein geschnitten und einer kleinen Knoblauchzehe. Alles wandert mit Salz und Pfeffer in den Mixer, auf den Nudelteig und wird mit der zweiten Nudeldecke verschlossen. Dann übe ich mit dem Ravioliausstecher Weihnachten und Plätzchen ausstechen.

Die gefüllten Freunde wandern ins kochende Salzwasser und die Butter wird ausgelassen bis die Salbeiblättchen in See stechen können. Parmesan ist schnell gerieben, dank der Mutter aller Reiben. Et voilà!

2012-08-05

Hat einen Kater.

Heute. Hört auf den Namen Chardonnay.

(Aus der Reihe: bin heute sensibel.)

2012-08-04

Zum Thema Christentum und Ehe …

… fällt mir beim Lesen dieses Artikels ein, Adam und Eva … die waren doch gar nicht verheiratet oder?

Oder hat jemals jemand von denen das Hochzeitsfoto gesehen?

2012-08-03

Hetenraten in Berlin

Kann man vermutlich prima aus dem Stand gewinnen, wenn man bei jedem Mann auf „schwul” tippt, anstatt noch ernsthaft zu raten.

*dickerfetterhetenseufzer und geht ab*

Gestern nacht kam der weltbeste Grund …

… zur Welt mit dem mir je eine abendliche Verabredung abgesagt wurde.

Den stolzen Eltern meinen allerherzlichsten Glückwunsch und dem kleinen übereiligen Baby sehr sehr viel Glück und Gesundheit auf dieser Welt! Was für wunderschöne Neuigkeiten!

2012-08-02

Fische Hospiz und Security Dog

„Wenn's ihnen nicht gut geht, dann kommen sie in unser Fische-Hospiz.”
„Fische-Hospiz? Wie muss ich mir das vorstellen?”
„Ist bei uns so eine Plastik-Dose. Von Haribo. Da kommen die rein und dann kommen ein paar Tropfen Nelkenöl dazu bis sie betäubt sind. Und dann Nelkenöl volle Kalotte. Ist schnell vorbei.”

„Ins Klo spülen geht gar nicht. Freund XYZ hat ja Fische seit seiner Kindheit. Der schneidet denen kurz und knapp den Kopf ab.”

Fische bringt man also nicht zum Tierarzt zum Einschläfern. Wieder was gelernt. Wir haben uns übrigens darüber auf dem Weg von Aquaristik Meier am Kotti unterhalten. Lustige Fische gekauft, der eine hat sich im neuen Aquarium sofort in volle Farbe und Schönheit geworfen (Mädchen eben), Junge war so ergriffen und traute sich nicht aus der Ecke. Ich verstehe Menschen, die Fische mögen. Von Aquaristik verstehe ich nicht die Bohne, musste ich heute in dem Laden feststellen, der mich komplett überforderte. (Zum Glück ein Hund mit Ball in Spiellaune anwesend. Heißt dort Security Dog. Ball war bei ihm total sicher.)

2012-08-01

Heute …

Schmetterlingseinflugschneise. Schmetterlinge sehen dürfen, das ist auch so ein besonderes Glück.

2012-07-31

Von wegen DDR-Einheitskram …

Ich wohne ja neuerdings in diesem Hauptstädchen in der sogenannten Mitte. Um genau zu sein, fünf Häuser weg vom Mauerweg. Ich bin halb Ostmieze, halb Kreuzbergerwestschnalle, son'n altmodischer Mischmasch aber das macht nichts. Hauptsache mitten drinnen und dabei.

Ich möchte meinen kaum vorhandenen Platz im Flur mit einer selbstgebauten Garderobe im Schlafzimmer kompensieren. Von der Decke hängend, schick am Haken zwei Rohre, basta. Im Original der Anleitung, vor 5 Millionen Jahren aus irgendeiner Zeitung rausgerissen, wird sogar im Boden verankert. Das kneife ich mir, so verliebt der Hausverwalter in diesen schrecklichen Laminatersatzsurrogatextraxtboden war.

Gehe ich also vorhin in mein Lieblingsklamottenkaufhaus, dem Bauhaus, und suche mir einen jungen Mann in roter Weste und stelle eine Fachfrage, nämlich: welcher Dübel ist der richtige Dübel für meine Idee, weil ja keine geringe Lasttragekraft berücksichtigt werden darf. Fragt er mich die Frage, vor der ich schon immer Höllenschiss hatte: „Wie sieht Ihre Decke denn aus?” „Keine Ahnung, so nah waren wir uns noch nicht.” „Na, ist eine Hohlraumdecke oder eine Dünndecke?” „Hat sie mir nicht gesagt, wie finde ich das raus?” „Na, in dem Sie mal ein Loch reinbohren.” Ich muss ihn angeguckt haben, als würde ich Vorschlag nicht akzeptabel finden, was ich auch tatsächlich nicht fand. Ich versuchte es mit angeben: „DDR-Bau, 50iger Jahre, noch keine echte Platte.” (Weil, man hat ja gehört in der DDR waren alle Bauten gleich und alle waren so ein bisschen einheitlich WHH GT-18 oder Q3A). Tatsächlich ist meine Wohnung mehr Q3A als P2, aber genau noch vor 1957 gebaut und gilt deswegen noch nicht als Platte.

„Dielen oder Steinboden?”, bohrt er weiter. „Keine Ahnung, da klebt so ein Laminatersatzsurrogatextraxtboden drauf.”

Dann kam der Mann in rot mit einem passablen Gegenvorschlag um die Ecke: „Fragen Sie doch mal den Hausmeister, der könnte das auch wissen.“ Also wieder nach Hause trödeln, Eberhard, den besten Hausmeister der Welt (O-Ton Hausverwalter) anrufen.

Bin ich also, anstatt fette Dübel und Haken und Metallseile und Klammern etc. zu kaufen, wieder nur zum Drogeriemarkt an die Ecke und habe Waschmittel gekauft. Voll das Mädchen!

Regeln

Manchmal muss man sich eben Regeln setzen und ich tue das hiermit. Regel Nr. 1: ich werde täglich mindestens ein Semikolon setzen. Ich mag das Semikolon. Es ist ein intelligentes und hübsch anzusehendes Satzzeichen. Es vermag schöne lange fundamentreiche Sätze enstehen zu lassen, wo in modernen Dreiwortsätzen schon zwei Kommata den Leser überfordern. Ich weiß, wenn ein Semikolon in einem Satz steht, dieser Satz wurde nicht lapidar dahin geschleudert; nein, er wurde mit Überlegung und Liebe zum Satzbau geformt. Und ich finde, es gehört dagegen gesteuert, dass das Semikolon von der künftigen Jungend nur noch als ein Element der Smileybauerei anerkannt wird.

Regel Nr. 2: Pro Woche mindestens zwei Blogs vorstellen bzw. verlinken. Wir tun das in letzer Zeit alle viel zu wenig. Ich prangere das an. Und ich werde das wieder bei mir hier ändern.

2012-07-30

Die Feinschmeckerei

… wird beschrieben und betrieben von sehr feinen mir bekannten Menschen, Kollegen, Bloggern, nämlich Christiane und Thomas, und sie schreiben über ihre kulinarischen Erlebnisse vor allem in Berlin und auf ihren Reisen, vorzugsweise im asiatischen Raum.

Da sie vergangene Woche ihr Blog endlich auch mit dem zwingend notwendigen Premiumcontent geadelt haben, bleibt mir nun gar nichts anderes übrig, als Euch einzuladen, drüben bei „feinschmeckereischmecken und meckern über Restaurants vorwiegend in Berlin – weiter zu lesen …

2012-07-29

Bei Ikea

„Du, Schatz, wir könnten doch Astrid im Bad aufhängen.”

2012-07-28

Mein Blog

hat, wie langjährige Blogleser wissen, heilende Kräfte. So hat sich die Waschmaschine das nach dem Blogpost gestern nochmals überlegt mit dem nicht mehr heizen wollen und die Bettwäsche dann doch brav als 90 Grad-Waschvorgang nach Vorschrift behandelt. Ich werde natürlich weiterhin sparen zur Sicherheit, aber das macht die Sache jetzt doch nicht mehr ganz so dringend und vielleicht reicht das Geld bis dahin für einen Neukauf.

Der Kollege, der mir den Geschirrspüler schenkte, hat nun bei seinem Umzug die Gebrauchsanleitung gefunden. Also sprach ich gestern zum Geschirrspüler: „Du, ich habe jetzt Deine Gebrauchsanleitung.” Sagt der Geschirrspüler zu mir: „Brauche ich nicht. Ich weiß, was ich tue.”

Ja, ich kommuniziere mit meinen Elektrogeräten. Das ist ausreichend schräg aber richtet auch nicht sooo viel Schaden an im Allgemeinen. Dass meine Elektrogeräte mit mir kommunizieren, ist indes neu.

2012-07-27

Soulfood

Sommersalate, auch etwas, das sehr glücklich machen kann. Die besten eingelegten Boquerones der Stadt, gibt es meiner Meinung nach an dem spanischen Stand in der Marheineke Halle Ausgang Marheineke Platz. Die Anchovis vom Imbiss gegenüber sind auch nicht zu verachten. Man kann nach deren Genuss die Nacht durchschlafen ohne sich den Wolf zu trinken. (Wichtiges Feature bei Anchovis!)

2012-07-26

So muss es sein …

… heute Abend bin ich nach Hause gekommen nach einem „so lala“-Tag. Ihr wisst schon, ist es eine Seitenstrangangina, die das halbe Gesicht lahm legt oder die Klimaanlage (die wir zum Glück in unserem Büro haben, es ist mehr ein Klimaanlägchen, also nichts Schlimmes)? Und dann so Diskussionen über Dinge, die echt wundern lassen. Und … aber auch gute Sachen, Kolleginnen, die im richtigen Moment das Richtige sagen, Kollegen auch. Menschen, die im Nachhinein von dem, was ich ihnen angeboten habe, sehr begeistert und motiviert sind. Schönes warmes Wetter. Dicke Füße. So ein Tag halt.

Dann stelle ich mein Fahrrad an der heimischen Dockingsstation ab und denke bei mir, „gehste zum Lieblingsspanier.” Eine Stunde in der letzten Sonne sitzen, ein Glas Rosé. Abschalten. Die dicken Füße baumeln lassen. Und ich hüpfe die 200 Meterchen um die Ecke. (Liebe Frau Mutti, gerade mit Dir wäre ich so gerne da mal …)

Ich bekomme den letzten Vierertisch an der freien Luft und habe ein schlechtes Gewissen, finde aber auch, dass er mir nach dem Tag zusteht. Das Pärchen, das kurz darauf ankommt und nach einem Tisch sucht, dem signalisiere ich direkt, dass sie sich ruhig setzen dürfen. Wir floskeln ein bisschen, klären die getrennte Order und ordern dann doch zusammen Rosé.

Sie und er erzählen sich vom Alltag und halten ab und zu ihre Hände. Irgendwann kommen erst meine, dann ihre Tapas und irgendwann fällt das Stichwort Mallorca, wo die Frau mit ihren Kindern gerade Urlaub gemacht hatte und Essen auf Mallorca und so kommen wir ins Gespräch.

Er ist Lehrer, sie ist Fotografin, er lebt am Oranienplatz, sie in Potsdam. Er hat einen Garten, sie Katzen und drei Kinder.
Und das war dann ein angenehmer vergnüglicher Abend. Small Talk der schönen unverbindlichen Sorte. Small Talk, worauf ich, als ich zum Spanier ging, null Lust gehabt habe.

Mein Lieblingsspanier eben …

2012-07-25

Diese junge …

kein Internet-Tagebuch führende Dame namens Journelle habe ich eben in meine Blog-Bookmarks gelegt. Ich glaube, ich mag die.

Tampon-Nachtrag

Gestern gefunden und für gut befunden:

2012-07-24

Wir …

… haben jetzt nämlich Fensterbank. Fensterbänke satt, um ehrlich zu sein!

2012-07-23

Die üblichen Routinen …

… ich will mich nicht beklagen, denn letztendlich gilt natürlich nur eines: die Hauptsache ist, die Katzen und ich sind gesund.

Aber ansonsten hier derzeit: CD-Spieler (nach Umzug) kaputt. Das gute teure 2.8er 16-55 mm Objektiv nach Sturz kaputt. Und nun heizt auch noch die Waschmaschine nicht mehr. Die Waschmaschine ist alt, sie hat ihre Dienste getan und das immer zu meiner herzlichen Zufriedenheit. Ich mag ihre unaufdringlichen Geräusche. Ich mag es, wie ich intuitiv mittlerweile weiß, wie lange der Waschgang noch dauern wird. Ich liebe ihren Bullaugenanblick. Vor diesem und ihr hatte ich viele gute Kaffeetassen auf dem Boden hockend mit beiläufigen tiefsinnigen Gesprächen mit Freunden. (Ja, ich bin prima mit Bullaugenhaptik therapierbar.)

Auf eine Neue zu sparen, tut irgendwie weh. Jetzt muss ich auch noch dieses Web durchsuchen, nach einem neuen finanzierbaren Modell mit tollen Bewertungen, leisem Schleudern (der böse Waschmaschinenschleudergeist) und vorrangig der Möglichkeit direkt im Ansatz ihr verbieten zu können, am Ende des Waschganges dumm zu piepen. Denn Piepser brauche ich in meiner Wohnung so sehr wie ein Hühnerauge vom Fuchs gejagt zu werden.

Hatte ich erwähnt, dass ich neuerdings einen Geschirrspüler besitze? Ich habe einem liebreizenden Kollegen alle Umzugkartons vermacht, der mir wiederum seine Lady 45 im Austausch anbot, die sich im Keller, seit er seine persönliche zweibeinige Lady freite und 45 cm auf 60 cm notwendigerweise anwuchs, dumm rumstand und sich zu Tode langweilte. Mein erster Geschirrspüler! Das Ding ist noch komplett analog. Es hält, wann immer man auf einen der Spülgänge drückt, jeweils im Hintergrund eine analoge Farbkarte, wahlweise in grün und rot, hoch, und der Spülschalter macht noch richtig schön „raterraterrat“ und laut „Pleng!“, sobal das finale Duschende erreicht. Sie hat somit alle meine Sympathien: sie piepst nicht! Und sie spült sehr fein und meine Fingernägel und sie sind auch inszwischen sehr dicke miteinander.

Das Einzige was uns beidem zu finalen Glück fehlt: sie mag nun definitiv ABBA nicht, während ich ABBA sehr wohl mag. Kindheitsmusik, lass ich nun mal gar nichts drauf kommen! Da ich Musik (weil ja CD-Spieler kaputt) momentan nur über den Rechner laufen lassen kann und gerade eine ausgesprochene „ich-singe-bei-jedem-ABBA-Song-mit“-Phase habe, insofern iTunes derzeit nur ABBA spielen braucht, läuft also hier öfter ABBA. Und zwar auch dann, wenn der Geschirrspüler läuft. Dieser aber haut dann in dem Schritt zum Wasser anheizen genau die zentrale Sicherung raus. Und zwar nur bei ABBA! Ausschließlich bei ABBA. Tool, Young Gods, Johnny Cash und was weiß ich oder so, die findet sie indes problemlos spülend akzeptabel.

Sonst aber lasse ich auf das Teil wirklich nichts kommen! Gar nichts! Nur in die Disco zusammen wird man uns wohl nie bekommen!

Und? Welche Waschmaschine? (Miele-Nennungen sind budgetbedingt nicht akzeptabel.)

2012-07-22

Sehr sehr schöner Premiumcontent …

bei einsneusiebenzwei. Der Katzen-Opa.

2012-07-21

Gestern früh …

fahre ich zum beruflichen Vergnügen, das ausnahmsweise in vergleichsbarer Nähe in einem Hotel stattfindet, gleich zwei Mal. Einmal hin und als der Präsentations-PC nicht hochfahren will ein Mal zurück und meinen Rechner holen. (Natürlich umsonst, denn Windows-PCs sind ja bekanntlich ein A****.) Die zweite Tour fahre ich natürlich anders als die erste, wie ich die erste an dem Tag schon anders gefahren bin als neulich, als wir einen ähnlichen Termin im gleichen Hotel hatten. Die unglaublich vielen Möglichkeiten, Ihr versteht?

Nun, als ich die zweite Strecke nehme, fällt mir am Wegesrand auf einem der typischen alten Berliner Spedititonsgelände ein Möbelgeschäft auf, eine Weinhandlung und ein Outlet-Store eines Unternehmens, das uns immer werbetechnisch anbrüllt. Dies alles per Rad zwei Minuten von meiner Dockingstation.

Habe ich bei mir gedacht: „Ah, okay. Dann gehste da mal am Samstag gucken.” War ich dann heute. Der Möbelladen war so lala bis teuer. Aber ich hätte mir direkt meinen Schreibtisch einpacken lassen wollen, wenn … (*denkt Euch hier übliches Budget-Gesabbel*). Die Weinhandlung hatte Wein. Konsequent nur aus Frankreich. Ich bin aber momentan mehr von den Tropfen Spaniens und Portugals angetan. Dann bin ich zu diesem Outlet-Store „mal gucken”.

Direkt am Eingang empfängt mich ein riesiger Tisch, der den Klamottenbereich von mir trennt, bestückt mit diversen Kassen als auch Computern. Mich empfängt eine junge Frau.

„Guten Tag. Haben Sie eine Z*****-Karte?“
„Nein.”
„Haben Sie schon einmal online bei uns bestellt?“
„Nein.”
„Dann registrieren Sie sich bitte an unseren Computer, denn ohne Registrierung kann ich sie nicht reinlassen.”
„Echt?”
„Ja.”
„Na dann, tschüss!”

2012-07-20

Neues vom Storch!

Ich möchte auf dieses Blogpost von mir von vor gut einem Jahr hinweisen!

Der kleine Zwerg, auch liebevoll als Krümel bekannt, wird in ca. 20 Tage geboren werden. (Die Storchnummer klappt also noch immer!)

2012-07-18

Diese Woche ist …

so dermaßen sch… bis jetzt, die möchte ich glatt noch mal haben. Ich werde Freitag direkt auf den Reload-Button drücken, damit mir gleich noch mal den Spaß frei aufs Haus geliefert wird. Samstag und Sonntag werden am Besten auslassen, denn die Tage waren ja vergleichsweise richtig schön!

Menno.

Ansonsten jährt sich dieser Tage das sechste Mal der Todestag meiner Mum. Heiliges Unterbewusstsein kann ich Euch sagen, das zieht seine Aufgaben erstaunlich konsequent durch.

2012-07-15

Lesen bitte!

Geheilt – aber nicht geheilt.

2012-07-03

Begegnungen

Als ich gestern Abend von der Firma mit dem Rad nach Hause fahren will, steht vorne an der Brücke, die vergleichsweise sehr stark mit Autos befahren ist, ein kleines Mädchen mit einem Schatz voller Steine. Mich stört an ihrem Bild, dass sie mir zu klein wirkt, um ohne Eltern unterwegs zu sein. Sie ist klein und sehr zierlich und kann zwischen vier und sechs Jahren alt sein, sie wirkt auf mich aber eher näher vier.

Vielleicht erst vierjährige Mädchen mag ich alleine an einer solchen Stelle nicht sehen und also spreche ich sie an, was sie denn dort so alleine machen würde? Sie antwortet mir in einer lustigen Sprache, die ich nicht verstehe. Obwohl ich verstehe, als ich ihr Cochlea-Implantat sehe und auf der anderen Seite ein ebenfalls schickes rotes Hörgerät.

Wir unterhalten uns auf unsere Weise, sie sieht aus, wie ein kleiner Mensch nach einem harten Arbeitstag als Kind aussieht: verwuselte Haare, verklebtes Gesicht und schmutzige Kleidung. Aber die bekommt man gratis dazu, wenn man auf steinige Schatzsuche geht. Und ich kann mich immer noch nicht entscheiden, soll ich dieser kleinen Person trauen, dass sie alleine nach Hause kommt oder muss ich vermuten, sie hat vielleicht noch gar nicht bemerkt, dass sie mutterseelenallein (warum heißt es eigentlich immer nur mutterseelen…?) unterwegs ist?

Sie tut nach einer Weile das, was ihr offensichtlich gut beigebracht wurde. Sie entscheidet, dass ich eine Fremde bin und sie sich eigentlich nicht von mir ansprechen lassen soll. Das macht es schwierig, denn ich möchte ihr keine Angst machen, ich möchte sie aber auch nicht so alleine unterwegs wissen. Sie rennt weg.

Sie ist schnell. Meine Befürchtung, sie könnte jetzt wegen mir auf die Straße rennen trotz roter Ampel, trifft es leider sehr und als ich sehr laut ärgerlich brülle, bleibt sie vor Schreck stehen. Ich zeige auf die rote Ampel und das versteht sie und das ist der Moment, in dem sie offensichtlich einsieht, dass ich ihr nichts Böses will. Als das Licht auf grün umspringt, rennt sie weiter. Sie ist ein kleiner, agiler, sehr schneller Floh. Und als ich ihr sage, wir sollten zu ihrer Mama, erzählt sie und macht sie Gesten, die sie in der Gebärdensprache schon kann und ich leider nicht gut verstehen kann. An der nächsten Ampel zeigen wir uns, dass man erst einmal mit den Augen gucken muss.

Sie rennt und rennt nach Hause, sie hat mittlerweile Spaß daran und wartet gelegentlich auf mich, damit ich aufholen kann. Mir fällt es schwer mit dem Rad nachzukommen. Wir sind ca. 1,5 Kilometer von unserem ersten Treffpunkt entfernt. (Die Strecke, die wir zurücklegen, ist selbst für eine Sechsjährige nicht ohne.) Da geht sie in ein Haus hinein, springt die Treppen hoch und klopft an die Tür. Ich gehe hinterher. Die Tür öffnet ihre Mutter mit dem Handy an dem Ohr und sie zeigt mir stolz ihre Mama. Ich erzähle ihr, wo ich ihre Tochter gefunden habe und sie meint nur, ohne das Handy vom Oh zu nehmen: „Oh!” Und: „Danke!“ Das kleine Mädchen und ich, wir winken uns zum Abschied.

Ich glaube, ich möchte die Gebärdensprache lernen.

Und morgen lege ich ihr ein Stofftier vor die Tür. Mit einer Karte. „Für das kleine Mädchen mit den sehr schicken Hörgeräten, das sich so mutig die Welt erkämpft.”

2012-07-02

Der neue Kiez

Es gibt Dinge, an die ich mich in meiner neuen Umgebung noch nicht gewöhnt habe. Öffentlichverkehrstechnisch wohne ich jetzt genauso weit vom U-Bahnhof Hermannplatz, dort wo das vom Prollberliner heißgeließte „Kackstadt” stationiert ist, entfernt wie voher, nur eben von der anderen Seite anreisend. Na gut, es ist eine Station weniger als vorher.

Ich muss mich also jedes Mal, wenn ich dann am Hermannplatz in die U-Bahn steige, strikt dazu zwingen die andere, die richtige Linie, zu nehmen. Das ist schwierig und fühlt sich so an, als würde es noch lange Zeit dauern bis da Gewöhnung in der Frau ist.

Da mein Rad einen Platten hatten und die Sicherheitsschlüssel noch nicht gefunden wurden in den Umzugskartons, konnte ich eine Weile kein Fahrrad fahren. Letzte Woche bekam es dann neue Mäntel. Und wenn ich jetzt auf dem Rad unterwegs bin, dann hört die Heimfahrstrecke mitten drinnen auf. Früher wusste ich: „biste am Alex, haste noch den Weg bis zur Hasenheide, bis zum Columbiadamm und von dort aus die halbe Strecke rund um den Flughafen.“ Eine sehr schöne ruhige Strecke, die ich mochte. Gerade ihr Schluss war so etwas wie eine Belohnung. Vor allem wenn man noch übers Tempelhofer Feld fahren durfte. Nachts sang am Columbiabad die Nachtigall für mich. Oder ich traf Frau Fuchs.

Heute hört meine Strecke sehr kurz hinter dem Alex auf. Dann bin ich zu Hause. Das ist bestimmt toll, wenn es aus Kübeln gießt. Nur kann ich nicht behaupten, dass mir nicht etwas fehlen würde. Dieses aus dem Friedrichshain losfahren und einmal hinfallen, bis ich da bin. Es ist komisch. Momentan ist noch gar kein Gefühl da, als könnte ich mich daran gewöhnen. Es fehlt letztendlich der schöne Teil der Strecke. Und die ist auch nur noch halb so lang. Egal wohin ich fahre, sie ist gefühlt immer nur noch halb so lang.

Die Hälfte fehlt. Meiner Cellulitis vermutlich auch.

2012-07-01

Bilder einer Großstadt, …

… die man gar nicht braucht.

Fahre ich eben zum Ostbahnhof frische Brötchen & Co. kaufen. Dann steht am Bethaniendamm ein Fahrzeug und ich denke, das ist Gerichtsmedizin. Fahre ich weiter und sehe wie sich Polizisten die Handschuhe anziehen und sich aufmachen das Grün zu durchsuchen. In dem Moment fällt mir dann auch die Absperrung auf, sowie die Frau mit der Kamera auf deren Rücken „Kriminalpolizei” steht.

Dann weißte, da ist ein Mensch zu Tode gekommen und vermutlich nicht natürlich.

2012-06-30

Die haben fertig.

Ich wundere mich mit zunehmenden Alter über immer weniger. Gleichfalls jedoch wird meine Erkenntnis, zunehmend unglaublich vielen und immer mehr werdenden Absurditäten gegenüber zu stehen, immer größer. Man hat eben schon recht viel gesehen. Beispiel: Tampons. Also die Dinger mit denen wir Frauen unsere Ersatzflüssigkeit in Schach halten. (Was Jungs damit machen, will ich lieber nicht wissen.)

Der Tampon ist im Prinzip zu Tode erfunden, da passiert nicht mehr viel. Na ja, wenn man davon absieht, dass es ihn jetzt auch mit Flügeln gibt und Seidenoberflächen (von vermutlich total fleißigen chemischen Seidenraupen erzeugt) oder schick quer und längs gerillt. Und weil das so ist und der Tampon im Erfindungsreichtum nicht mehr viel hergibt hinsichtlich seiner Produktentwicklung, weil er ja blöderweise immer noch eine gewisse Funktionalität beweisen muss, verpackungsmarketeln sie sich jetzt an des Tampons Verpackung dumm wie Brot.

Es gibt keinen Tampon, der auch nur annähernd ähnlich wie ein anderer Tampon öffnen ließe. Nicht einmal Tampons nur einer Firma könnten das noch als Feature liefern: ein gleiches Öffnungsprocedere! (Was sie früher konnten, es ist also nichts, was man ihnen nicht zutrauen dürfte.) Früher war Zellophan irgendwie aufzubekommen, das hat sicherlich manchmal genervt in wenig praktikabler toilettöser Dunkelheit oder aus anderen beschwipsten Gründen. Dann kam lediglich einen Schnipsel finden und aufziehen, danach der farblich sichtbare Schnipsel. Es folgte die Variante gegeneinander drehen und heute sind wir bei „wir brechen das Zellophan auf”. Ich muss nun also immer sehr rabiat mit dem Tampon umgehen, obwohl ich das persönlich gar nicht möchte. Wer will schon seines Tampons Willen brechen?

Gegeneinander drehen fand ich persönlich schon ganz gut praktisch aber grenzwertig nahe der Gewalt. Tampons verbiegen indes geht so von der Coolness her eher nicht. Ich will's nicht. Ich will auch keine verbogenen Tampons wieder gerade biegen müssen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich eine sehr einfach strukturierte traditionelle Tamponnutzerin, wenn ich mal wieder einen Ersatzflüssigkeitsanfall meinen eigenen nennen darf. Tatsächlich will ich das Ding aufbekommen und verwenden. Aber wahrscheinlich ist Schnickschnack der neue Trend beim hygienischen Menstruieren.

Worauf ich indes seit gefühlten Jahrhunderten warte und was nicht kommt, nicht kommt, nicht kommt: das ist die smarte bedruckte Cellophanhülle – nur für die Frau. So etwas wäre dem Thema und dem Aufenthaltsort des Produktes dermaßen naheliegend, da kann natürlich kein Marketingheini drauf kommen. Zu simpel. Was ist denn an einem Konterfei von Keanu, George, Colin oder Brad (Brad nur für Euch, der lässt mich ja exemplarisch kalt) oder wie hier: Sexy Boys einzuwenden?

Nein, auf das eigentlich Naheliegende kommen die natürlich nicht. Nerven uns lieber mit Verpackungsöffnungsschnickschnack, den die menstruierende Welt nicht braucht. Eines Tages, das schwöre ich Euch, bieten die Tampons nicht mehr nach Tages- oder Nacht oder in S, M, X, XL-Größen im Regal an, sondern nur noch Verpackungsmechanismus sortiert.

Aber dann bin ich zum Glück im Klimakterium. Hoffentlich.

2012-06-24

Liebe

Das wohl schönste Bild, das ich aus diesem Wochenende mitnehme: die Frau, die mit ihrer (vermutlich) Mutter, die sehr alt, dem Tod offensichtlich ganz nahe, im Rollstuhl liegend schon sehr abwesend, am Kanal saßen. Die Frau nahm den Kopf so zärtlich in beide Hände und küsste ihre Mutter sehr hingebungsvoll.

Plötzlich war alles voll Liebe.

2012-06-22

Bisschen viel Arbeit …

… sonst alles gut.

2012-06-16

Fischsuppe …

… heute mal mit:

2012-06-15

Kurze Momente

In der S-Bahn. Ich trage sommerliche Sandalen mit so 'nem esorterischen Gebömel als Schmuckstück dran. Unauffällig, sonst hätte ich die Dinger nicht gekauft. Sieht so ein bisschen aus, als hätten meine Füße das dritte Auge. (Nicht blöd an sich, denn ich bin ja bekanntermaßen trottelig unterwegs. Ist immer prima, wenn einer mehr guckt.)

Eine Frau sieht in der S-Bahn, als ich einsteige, auf meine Füße und lächelt entzückt versonnen während sie die Sandalen betrachtet.

Ich wüsste so gerne die Geschichte zu diesem Lächeln!

2012-06-14

So komisch

Der Veranstaltungsort täglichen Werkens und Amüsements bedient seine Kunden mit einer der schnellsten und modernsten Technologien, an denen man landläufig Interesse vermelden kann und ist dabei so behäbig und naiv unwissend auf gleichem Gebiet, dass ich zumeist in ein verwundertes Stauen verfalle. Täglich neu. So bleibt gelegentlich das Gefühl das exorbitante luxuriöse steinernde Foyer, das ich täglich durchschreite, ist doch nichts anderes als der Eingang zur Höhle der Steinzeit.

Es ist nicht so, dass sie nicht wollen. Es ist so, dass sie 500 Seelen verwaltet bekommen müssen und sich nebenbei einer Qualität versichern und viele Dingen regeln und natürlich die eigenen und noch mehr die fremden Daten so schützen, dass darüber hinaus ein logisches sinnvolles Arbeiten immer weniger möglich zu sein scheint. Das größte Unverständnis dabei, dass Datenschützer tatsächlich so weit gehen, dass man im Kundendienst dem Kunden keinen Support anbieten kann, den er dringend erfragt. Erklärt man ihm die Situation, fragt er weiter und das ist gut so, denn seine nächste Frage, ob man eventuell nicht alle Tassen im Schrank hat, lenkt ihn sehr prompt und sicher von seinem eigentlichen Problem ab. Wir nennen das Support.

Doch, doch haben wir. Die Tassen sitzen fest in den vielen Küchen des Unternehmens mit dessen Logo verziert, wie sich das gehört. Aber wir haben auch TÜV-Zertifizierungen. Und wir haben deutschen Datenschutz. Wir arbeiten halt mit Daten.

Das Einzige, was mich gelegentlich in meinem Unglauben, man könnte so tatsächlich geschäftlich erfolgreich sein, beruhigt, ist das Mutterschiff. Das ist mittlerweile so dermaßen behäbig, dass es nur noch still steht. Und dieser Stillstand wirft prima und ohne Ende Geschäfte auf die vielen Töchter ab. Also muss man sich diesbezüglich gar keine Sorgen machen. Und überhaupt: neben der Mutter wirkt man glatt wieder jung, flexibel und wild bis sorgenlos.

So gesehen arbeite ich in einem Unternehmen, in dem der Punk herrscht.

EM-Gesülz

Wenn man, wie ich, aufgrund der früheren Geburt die eine und andere Fußball-EM oder -WM schon miterleben durfte, dann sind solche medial herbei getexteten Pseudodifferenzen zwischen einem TV-Co-Moderator (Scholl) und einem Torjäger (Gomez) vom Unterhaltungswert verdammt befreit. Wenn ich das mal erwähnen darf. Andererseits spricht das ja für die große herrschende Harmonie in der Thematik. Friede, Freude, Eierkuchen verkauft sich halt so verdammt schlecht.

2012-06-13

Wer Sport nicht versteht …

"Schmerzen weisen auf Überbelastung hin", sagt Brune. "Man sollte darauf hören, was einem der Körper sagt und nur so viel Sport treiben, wie man schmerzmittelfrei verkraftet." Diesen Artikel zu lesen, fand ich eben sehr bitter.

2012-06-12

Internet

So, jetzt wenigstens erst mal Internet am Stick. Also Web am Stil quasi. Das heißt, es wird dann hier doch wieder etwas reger werden.

2012-05-31

Balkonien

Nishikowski, Herrscherin von Balkonien und Consorten!

2012-05-30

Sex(work)shop für Frauen

Neulich in einem Flyer:

Wie nah ist Dir deine sexuelle Seele?
Welcher Ausdruck deines Körpers gefällt ihr?
Was zieht sie an?
Was beglückt Euch?

Wir wollen uns unserer Seele widmen.

Durch:
Scharmanische Reisen
Übungen zur weiblichen Ejakulation
Bauen eines rituellen Gegenstandes aus Ton und Erde Meditation und Yoga
Aphrodisierende Getränke und Gerichte

Wir werden draußen sein, in Zelten schlafen und am Feuer kochen.

Kosten: 150-180 Euro
Nach eigener Einschätzung


Können die nicht einfach mal nur ficken?

2012-05-25

Chinesenpuppe

Ich hatte als Kind eine Chinesenpuppe. Die war klein aus Gummi und wenn man ihr von oben in den Kopf drückte, stellte sie die schwarzen Haare auf und sie sanken langsam wieder runter. Ansonsten war die Puppe ziemlich langweilig.

An ihre Lippen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ihr auf den Kopf zu drücken, das machte mich sehr glücklich. Ich wusste damals allerdings noch nicht, dass es als unschick gilt, Chinesen auf den Kopf zu drücken.

Ich fürchte, ich wusste damals noch nicht einmal, was ein Chinese ist oder warum ein Chinese ein Chinese ist.

Asiaten begegneten mir erst ca. zwei Jahre später in größeren Mengen. Selbstverständlich entschuldige ich mich heute dafür stellvertretend bei allen Chinesen. Besser gleich auch noch bei allen Japanern, denn je mehr ich darüber nachdenke, womöglich war die Chinesenpuppe ja auch vielleicht eine Japanerpuppe.

Eine Negerpuppe hatte ich übrigens auch. Die hieß damals auch Negerpuppe. Wie Sarotti-Mohr auch Sarotti-Mohr hieß. Farbiges Baby kam erst später. Milka auch.

2012-05-18

Unterschiede

Manche Männer erwähnen im Gespräch nebenbei „meine Freundin” oder „meine Frau” und es hört sich so richtig an, so stolz, als wäre sie das Glück im Hinterhalt, das voller Relevanz sein Leben begleitet, selbst wenn sie gar nicht anwesend ist in diesem einen Moment. Und man weiß schon beim Zuhören, die sind beide richtig und wichtig für einander und es gibt keinerlei Zweifel an dieser Zugehörigkeit.

Und dann gibt es Männer, die sagen „meine Frau/Freundin” mit einer Beiläufigkeit als wäre sie weniger wert als eine Nebensache, ein lediglicher Ist-Zustand und wären seine Worte wie Wasser, das sie, als Pflanze am Leben erhalten sollte, dann ahnt man ihren frühen trockenen Pflanzentod in seinen Worten.

2012-05-16

Schwer geteebeutelt

Köstlicher Artikel auf Spiegel online hinsichtlich dieser unsäglichen Wellnessfoodindustrieschwachheiten.

2012-05-11

ars moriendi

Die Kunst zu sterben. Ein Artikel über das Kochen für sterbende Menschen. Guter Artikel. Vermutlich ahnt man zu selten wichtige Belanglosigkeiten, wenn im eigenen Umfeld gestorben wird. Denn, wer teilt schon seine Erfahrungen mit dem Tod mit uns, ist man erst einmal gestorben?

2012-05-10

Die Frage ist …

ab wann ist eigentlich zu viel Ikea in einer Wohnung? Aufgrund der milden Gaben meiner reizenden Freunde, ist der Zuwachs ja längst nicht mehr nur auf die Küche beschränkt – für ausreichend Ikea im Bad sorgte ich selber – und im Grunde ist der Schwede jetzt omnipräsent in jeden Raum eingezogen. Dass Essensaufbewahrung in Ikea-Plastikbehältern eine feine strukturierte Sache für sich ist, die zudem auch noch formschön daher kommt (solange das Essen auch formschön daher kommt eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft), ist sicherlich nicht nur bei mir eine eingezogene Tatsache. Und Ikea-Bettwäsche, weil ohne Knöpfe und in Sondermaßen gut finanzierbar, wohnt eh längst im Schlafzimmer.

Gefühlt habe ich in den letzten Tagen (mit toller Hilfe) ganz viele Capita-Beine in 21 cm Länge an die geschenkten Faktumschränke angeschraubt (Eckschränke stehen nämlich besser auf acht Beinen). Die Beine sind natürlich in meiner Situation der absolute Luxus. Aber ich stand heute früh wieder so begeistert in der Küche, wo auf der einen Seite noch Waschmaschine, alte Spüle und Herd auf normaler Industrienormungshöhe ihre Dienste anbieten, während auf der anderen Seite die bereits höher gelegten Schränke aufwarten. Und sobald ich vor diesen stehe, merke ich, wie sich im Lendenwirbelbereich eine sanfte Streckung vollzieht, sich die Haltung ändert und durch den gesamten Körper eine direkt fühlbare Entspannung schleicht. Ich werde diese Küche lieben. Alleine schon aufgrund ihrer Höhe!

Ich überlege, wie viel Gesundheitskosten vor allem hinsichtlich der Rückenerkrankungen könnte man in diesem Land einsparen, würde man bei eben jener Normung endlich berücksichtigen, dass die Menschheit in den letzten Jahren durchschnittlich größer geworden ist oder aber wenigstens Menschen ab 180 cm Körperlänge (wer will auch schon vorher) einen finanzierbaren Alltag entsprechend ihres Körperbedarfs offerieren?

Capita in lang macht übrigens eine schlanke Küche und ich werden sie unten herum dementsprechend offen lassen, schon alleine, weil die Katzen deutlich signalisiert haben, dass sie die untertunnelten Schränke als eine prima Mäusejagdarena empfinden. Und Käse und Mäuse und Katzen gehören in jede Küche. Weiß man ja!

Gestern war ich wieder auf einen HotDog und Getränk beim Schweden, Schrauben holen. (Nein, sie waren mit Sicherheit im Paket, ich habe sie lediglich verbummelt.) Ikea-Support-Mitarbeiter sagen grundsätzlich „na, mal gucken, ob ich die überhaupt da habe.“ Ich gehe mittlerweile davon aus, das machen die vorsätzlich. Irgendjemand filmt die Kundengesichter, wenn sie dann unentspannt am Counter stehen und womöglich glauben, die hätten wirklich keine der 08/15-Schrauben im hinteren Bereich in den kleinen Schubladen. Mich foppt Ihr nicht. Mehr!

2012-05-07

Zuwachs

Ich habe jetzt wieder einen Kühlschrank. Mit Gefrierkombi. Das ist schon alleine ein großes Glück.

Und viele großartige Küchenunterschränke, die darauf warten auf lange Beine gestellt zu werden, womit wir gestern schon mit Tilla Pe (endlich im RL getroffen!) und Tillas Tochter (nächste Woche gibt es Spargel!) und ich angefangen haben. Und die Unterschränke sehen gut aus auf 21 cm hohen Stelzen, die Lendenwirbel schreien sofort „Hurra!“, wenn man davor steht. Die großartigen Bloggerinnen, die aus Braunschweig kommend, praktisch den Akkuschrauber im Kofferraum herum fahren, machen es möglich. Eckunterschrank zusammen gebaut, schrecklich unlogisch das Ding.

Und nun steht hier sogar noch unerwartet ein herrliches graues gemütliches Sofa rum, von einem grauen Kater für die kleine niedliche graue Katze perfekt eingewohnt in nur sechs Monaten. Geruchstechnisch muss das Sofa ein Katzentraum sein! Und mir ist unerwartet der schwere chinesische Coachtisch auch auf's Auge gedrückt worden. Was ich für großartige Freunde habe.

Danke M. und S. Ihr seid Helden! Und jetzt zudem echte Prenzelwichser!

2012-05-04

Wie schön!

Wie schön Euch alle mal wieder getroffen zu haben oder Euch überhaupt erstmals gesehen zu haben! Es waren großartige schöne drei Tage mit tollem Wetter, einer wundervollen Location, großartigen Leuten, Service, Organisation, Sponsoren, Catering. Himmel, bei der re:publica ist sogar die Security merkwürdig nett.

Tolle Tage. Und ich habe noch überlegt überhaupt hinzugehen.

2012-04-30

re:publica 2012

Da ist es also wieder, unser Blogger-Klassentreffen. 13 Tage vor dem Gau im vergangenen Jahr noch Mailverkehr mit Johnny gehabt. Und dann alles ad acta gelegt, weil plötzlich alles anders war. Nun ist sie da und ich habe relativ früh für sie Urlaub genommen. Und immer überlegt, ihn doch wieder zurückzunehmen. Ihn dann doch letzte Woche sogar in Bildungsurlaub gewandelt (ja, die re:publica macht nämlich jetzt auch offiziell klug!). Und doch immer überlegt, gehst Du überhaupt? Hingehen heißt jetzt nämlich Gesicht zeigen nach alledem. Und wer will das schon? Also wer hat die Nerven? Da fühlt sich auch ein bisschen nach Überforderung an.

Aber zum Weg nach draußen nach oben, weg von dem ganzen Scheiß, gehört das wohl dazu. Raus gehen, Flagge zeigen. Und nee, leicht wird das nicht. Aber es ist sinnvoll. Vielen möchte ich danke sagen, aber wo fange ich an? (Ich kenne ja nicht mal die Liste meiner vielen Helfer!) Dieses alles richtig machen wollen, ist ganz schön schwer.

Und andererseits freue ich mich auch. Es ist eine re:publica unter – für mich – ganz neuen Gesichtspunkten und Aspekten. Mit Freunden. Doch, ich freue mich! Auf Euch!

(Und ich kann hinlaufen. Ich kann dank neuer Location und neuer Wohnung echt dahin laufen!

Nicht leicht …

die kleine graue Katze, die derzeit gerne mal morgens um fünf Uhr durch die neue Wohnung läuft und lauthals vermeldet: „Haalllllo! Ich bin wach! Seid Ihr auch alle waaaaach? Kommt wir können doch jetzt spielen! Oder lasst uns neue Kisten besetzen. Ihr müsst ganz schnell gucken kommen, es hat sich wieder etwas verändert! Tally! creezy! Aufstehen! Ihr müsst doch jetzt aufstehen, der neue Tag ist da und wir müssen doch auf-, umräumen und fegen und auspacken und und und haalllllo?! Warum antwortet Ihr nicht …?” hat es nämlich auch nicht leicht, wenn ihr die Mäuse auf dem Kopf rumtanzen.

2012-04-26

Kuschelchen

Gestern neues Trainingskonzept präsentiert.
Heute Gehaltserhöhung erhalten.

Freue mich.

2012-04-25

MediaMarkt ist doch blöd.

Von wegen Frauenruhezonen.
Den niedlichen kleinen USB-Stick fröhlich mit gewaschen. Hauptwäsche 50 Grad. Nicht gebügelt. Ist jetzt wieder weiß. Muss halt nur gut durch trocknen. Musste nicht mal neu formatiert werden.
Hausfrau sein und Technik bedienen geht nämlich doch 1a zusammen!

2012-04-17

Wie großartig!

Das Chaos lebt. In ca. 35.000 Kisten von denen ich gefühlt schon 20.000 Kisten ausgepackt habe. Heute morgen erstmals gefühlt in einem Zimmer so etwas wie eine „Lücke“ gesehen zu haben. Das Schlafzimmer ist perfekt installiert mit Bauernschrank, Bett, Kratzbaum und seit gestern: den Miezen. Eine Nacht habe ich ohne sie geschlafen, heute Nacht mit ihnen. Nishia ist so glücklich „ihr“ Bett und „ihren“ Schrank und „ihr“ Gästefuton, das unter meinem Bett von den Katzen belegt wird, wieder zu haben. Tally natürlich auch aber sie zeigt es in ihrer eigenen verhaltenen Art. Heute Abend dürfen sie die Küche und das Bad beschnuppern.

Gestern habe ich Vorhänge für das Schlafzimmer gefunden (sehr schwieriges Thema) und eine Lampe (sehr sehr schwieriges Thema), es ist der altehrwürdige Reispapierlampenballon in Türkis geworden (man muss einfach nur mal nicht bei Ikea einkaufen gehen). Es wird alles schön und sehr sehr hell!

Die Küche hängt. Aber das Chaos bleibt wohl bis in der ersten Maiwoche die untere Küche Einzug halten wird. Die Küche hängt soweit oben, dass sogar ich für die dritte Etage eine Tritthocker brauche (!!!). Aber so haben es meine lieben Erdnuckel (kleine Freundinnen) Samstag abgestimmt. Der MOApp und seine reizende Frau waren so tolle treue fleißige Helfer und haben soviel Zeit investiert und Michael seine Gesundheit. ,-(

Meine Freunde waren soooo fleißig, alle. Und so toll! Der Umzug ging tatsächlich von 11:00 bis 15:00 Uhr vonstatten. Mit den weltbesten Chilis, eines mit Carne und eines mit Tofu.

Trotz des Kühlschrankdesasters. Kühlschrankdesaster? Ja. Die Spedition, die damals räumte, sehr viel Geld dafür haben möchte, wie die Anfänger alles eingepackt haben und die noch ein sehr sehr eigenes Blogpost mit Namensnennung bekommen wird in Anbetracht der Unverschämtheiten, die sie sich so erlaubt haben in den letzten Monaten und die Samstag und jetzt beim stetigen Auspacken ihre weitere Inkonsequenz offenbart, haben, entgegen der Aussage der zuständigen Dame vom Amt „alle Esswaren werden vernichtet“ dann doch den Fisch in der Gefriertruhe gelassen. Habt Ihr eine Vorstellung, wie das ist, wenn man dann nach gut sechs Monaten versehentlich den Kühlschrank öffnet? Also wie das riecht? Was das für zusätzliche Arbeit macht, die Brühe in einem StorageCenter entsorgen zu müssen? (Zum Glück ist man Katzenbesitzer und hatte noch einen Sack teures, aber 1a geruchsabsorbierendes, Klumpstreu eingelagert.)

Und wir hatten dabei wirklich mehr Glück als Verstand. Wir haben den Kühlschrank vor und während des Ausräumens nur einmal oben geöffnet (und gleich wieder geschlossen). Wenn wir den in dem Raum die Gefrierkombi auch nur einmal unten aufgemacht hätten, hätten wir den Umzug abbrechen müssen. Der Kühlschrank kann nun nur noch auf den Sperrmüll. Was zusätzliche Kosten verursacht. Ich bin wirklich hart im Nehmen aber das hat meine Grenzen gesprengt. (Ich war zum Glück bei der Kautionsablösung als es passierte, ich musste das nicht sehen sondern nur noch riechen.)

Das gibt noch Ärger. Ich muss ihn nur noch etwas verrauchen lassen, weil es sonst nicht nur Ärger sondern auch Tote geben dürfte.

Egal, heute bin ich zum ersten Mal mit der BVG zur Arbeit. Es ist so großartig, ich kann nach links gehen und bin in zehn Minuten bei der Hochbahn und fahren mitten durch Berlin mit meiner geliebten U1/U2 zur Arbeit oder ich gehe nach rechts zehn Minuten zur S-Bahn und fahre mit der S-Bahn durch Mitte zur Arbeit. Im Grund alles im Vergleich zu vorher Katzensprünge.

Wir haben unser Leben zurück! Und es fühlt sich so schön an!

2012-04-13

Morgen Umzug …

… nichts ist wirklich fertig. Alles ist mit Rückenschmerzen verbunden. Alles ist ganz komisch. Und doch ist es unglaublich schön! Und Angst habe ich, den Dingen wieder zu begegnen, die Tatsachen noch einmal zu spüren. Egal. Neuanfang. Es wird schön werden. Es wird sehr schön werden.

Nur, ich würde lieber mit drei Katzen ziehen.

2012-04-08

Fröhliche Ostern!

Kurz aus dem Laminatstaub heraus: Euch allen fröhliche, entspannte und schöne Ostern!

2012-03-31

Meine!

Vier Leute haben heute wie die Wilden was weg gestrichen – bis die Farbe alle war und das Licht aus. Fehlt morgen noch ein Zimmer und dann der Boden.

Diese Wohnung hat den ganzen Tag über auf einer Seite Sonne. Und zwar auf der Balkonseite. Wir haben heute zu dritt auf dem breiten Fensterbrett auf dem Balkon gesessen und dann haben immer noch sieben Leute Platz, und zwar lässig. Ich bin ziemlich verliebt in diese Wohnung. Ich wollte heute Abend überhaupt nicht gehen!

Meine Nachbarn auch gleich heute Abend kennengelernt, mein Alter, sehr lässig. Sie bildhübsch, er pfeift gerne (und schön) und trägt Zopf. (Sie auch.)

Sehr herzlichen Dank noch mal an alle, die so großartig geholfen haben!

2012-03-29

JA!

Morgen, Freitag 13:00 Uhr den hier:

unterschreiben. Und ich bekomme die Schlüssel. Gestern habe ich die Genossenschaftsanteile überwiesen. Bin jetzt Genossin creezy.

Ich bin sehr gespannt, ob mir die Wohnung viel kleiner oder viel größer erscheint, jetzt, wenn sie denn leer steht. Als ich sie gesehen habe, war sie voller Umzugskartons.

Dann wird Farbe besorgt, Bodenbelag. Malerutensilien. Eine Kaffeemaschine. Der Plan sagt, ab Samstag 10:00 Uhr alles einmal am Wochenende flink streichen, sauber machen und danach den Boden in den Zimmern und im Flur angenehm begehbar zu machen. Die Küche bekommt eine Magnet- und Tafelwand. Umzug in der Woche nach Ostern.

Ich wohne dann jetzt in Mitte, also mehr in Kreuzberg. Ich falle einmal hin und bin am Oranienplatz, ich falle zwei Mal hin und bin am Alexanderplatz. Zwei U-Bahnstationen in vielleicht drei Minuten Fußweg zu erreichen. Die andere Linie in vielleicht zehn Minuten Fußweg. Bus zur westlichen City auch in drei Minuten erreicht. Schwimmbad in zehn Minuten entfernt. Tempelhofer Feld mit dem Rad auch fast vor der Nase.

Ich habe einen großen Balkon und Keller, ein sehr kleines Bad. Eine bekloppte Küche. Ein Esszimmer. Ein Wohnzimmer. Ein Schlafzimmer. Alles nicht hoch. Alles nicht groß. Aber alles gemütlich, modernisiert und wärmeisoliert.

Und nein, ich kann es noch nicht glauben!

2012-03-24

Die Stille hier …

… ist insofern eine gute Stille, weil sie auf der anderen Seite mit viel Beschäftigung gefüllt ist. Der Job macht sehr viel Spaß. Wir sind letzte Woche in neuer Formation in neuer Runde der neuen Abteilung zusammen gezogen und ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit mit meinen Kollegen, die allesamt sehr engagiert sind, weil auch neu in ihren Positionen. Nebenbei spannende Persönlichkeiten sind und unglaublich interessante Dinge tun, planen und strukturieren. Für mich ist das Metier neu und schon alleine deswegen ist jeder Tag wie eine große bunte Wundertüte! Es ist eine faszinierende Energie, die uns alle antreibt. Fast alle. Nur mein Trainerkollege, einer der wenigen in der Runde, der sehr lange im Unternehmen und im Job ist, ist ungefähr so flexibel wie ein Brennstab in Kalkar vor der Kernschmelze. Ihn mitzunehmen, anzutreiben, ständig neu zu motivieren, ist schon auch anstrengend. Nun gut … wat mut, dat mut.

In der wenigen Freizeit weiterhin auf Wohnungssuche. Wenn alles gut geht, nichts mehr schief läuft, könnte es sein, dass ich kommenden Freitag den Mietvertrag unterzeichnen darf. Die Wohnung bringt im Grund nicht viel mit von dem, was ich irgendwie wollte: aber ich stand drinnen und fühlte mich einfach wohl. Mehr schreibe ich erst mal nicht, ich bin ja doch ein bisschen abergläubisch. Drückt mir die Daumen, bitte! Wenn das klappt, dann bin ich erst mal der glücklichste Menschen auf Erden, will mich nicht mehr beklagen und will wieder abgeben können von meinem Glück, das ich im Moment spüre.

Viele Dinge sind noch längst nicht im Reinen. Aber es geht stetig bergauf. Alleine, dass ich wieder an mich glauben kann, macht mich sehr sehr froh. Aufstehen und sich auf den Tag und Alltag freuen! Welch ein Glück!

Wenn das mit der Wohnung klappt, muss ich mich für weitere künftige Stille hier im Blog vorab entschuldigen. Es gilt noch zu streichen, Laminat zu verlegen, umzuziehen, das wird noch mal anstrengend neben der Arbeit. Natürlich sind ja auch alle Menschen, denen ich in der Vergangenheit immer bei solchen Aktionen geholfen habe, im Zusammenhang mit meinem Supergau im letzten Jahr in der Senke der Stille verschwunden. Egal. Das schaffe ich auch noch irgendwie. Auch wenn ich mit meiner Kraft noch vorsichtig umgehen muss. Es haben auch andere Menschen schon gesagt, „ich bin da!” „ Mein Auto ist für Dich da!” Und immer sind es Menschen aus diesem sozialen Leben hier im Web. Es ist verrückt, es ist eine ganz besondere, schöne Qualität an sozialem Erleben.

Ich weiß, dass viele von Euch an mich denken, mir Daumen drücken und stellenweise verrückte Dinge tun (z. B. Manuela!), um mir auf dem Weg beiseite zu stehen – und sich mit mir freuen über jede kleine positive Meldung, die ich bringen kann. Unbezahlbar seid Ihr! Ehrlich!

Ich hoffe also, Euch bald bald mit positiven Meldungen überschwemmen zu können!

2012-03-15

Erster Tag.

Man bespricht sich viel. Viel besprechen macht irgendwie müde.

2012-03-11

Ein Tag Ostsee. II.

2012-03-10

Ein Tag Ostsee.

2012-03-08

Jetzt …

habe ich zwei Tage frei, dann arbeite ich am Wochenende noch mal im „alten” Job und die nächste Woche beginnt mit drei Urlaubstagen aus dem Vorjahr und dann … bin ich die neue Trainerin im Team. Der Betriebsrat hat gestern zugestimmt und die Bekanntmachung ist offiziell per Mail raus.

Diese Woche habe ich an den ersten Sitzungen teilgenommen und die erste Aufteilung mit Aufgabenstellung im Team erfahren und ich freue mich auf die neuen Aufgaben. Die Geschäftsführung gibt uns viele Möglichkeiten, Themen neu anzugehen und stellt uns dabei jegliche Möglichkeiten zur eigenen Entwicklung wie Schulungen, Bücher zur Verfügung. Besser geht es nicht.

Genau: besser geht es nicht!

2012-03-04

So lala …

Den kleinen Katerfratz Lino habe ich einäschern lassen. Ich konnte ihn nicht in kalte Februarerde legen und als am Dienstag nach seinem Todestag die Welt wieder komplett weiß war, war ich darüber auch sehr froh. Als echter mallorquinischer Kater mochte er keinen Schnee, ich hätte ihn wieder ausgraben müssen.

Seit gestern ruht die Asche jetzt in einem dreibeinigen Glücksfrosch. Der hat einen hohlen Bauch in dem üblicherweise Räucherstäbchen vor sich hinqualmen und er bringt uns jetzt gemeinsam mit dem Frosch frei nach Feng Shui unermessliches Glück, Erfolg und Reichtum (har! har! har!) sowieso. Ich hätte auch den hohlen Buddha nehmen können, zu seinem Bauch hatte ja Lino auch immer eine besondere Beziehung, war es doch sein erklärtes Lebensziel sich 24 Stunden am Tag diesen massieren zu lassen. Bei der Frage „von wem?” war er da nie sonderlich wählerisch. Für eine Bauchmassage tat er alles, was so ein liebes Katerherz tun kann, sich eng neben einen legen und vertrauensvoll den Bauch hinhalten. Damit hat er ja jeden/n herum bekommen, vor allem die Katzen-Nichtmöger. Viele gibt es da zum Glück nicht in meiner Umgebung. Eine Ausnahme. Bei denen lebe ich gerade.

Es ist sehr komisch mit Lino: er fehlt nicht. Also er fehlt mir natürlich in seiner körperlichen Anwesenheit und Farbigkeit. Aber er ist erstaunlich existent. Er ist einfach nicht wirklich weg. Ich habe das so noch nie erlebt. Wahrscheinlich ist er wirklich ein kleiner Buddha. Seine Asche hier zu haben, tut gut. Irgendwann bringe ich sie vielleicht zu meiner Mum, seinem Erstfrauchen auf die Insel, seiner Heimat – wo es warm ist. Aber jetzt ist es erst einmal gut so, wie es ist.

Die Mädels geben sich alle Mühe seine Plätze, seine sehr eigene Niedlichkeit, seine Angewohnheiten wett zu machen bzw. auszufüllen. Als ich mit ihm nach Hause kam, hat sich Nishia erst noch Stunden lang auf ihn gelegt, bei ihm geschlafen und ihn bewacht. Tally hat das getan, was sie am Besten kann, ihre Trauer (die unterstelle ich ihr jetzt einfach mal dummdreistüberheblichmenschlich) mit Fressen kompensiert. Das hat sie ja überhaupt nicht meine Gene. Wir haben jedenfalls ausreichend und gut Abschied genommen. Ich hatte aber keine Sekunde lang das Gefühl, das ich sonst bei meinen verstorbenen Katzen nach einer Weile des Abschieds hatte, den Deckel über ihn schließen zu müssen. Er blieb im Transportkorb und ich habe ihn am Abend die letzten 30 Kilometer im Auto auf dem Weg zum Kreamatorium ihm weiterhin ständig den Bauch gekrault. Sein Tod war mir physikalisch in keiner Weise unangenehm. Vielleicht entwickele ich mich einfach in die richtige Richtung. Vielleicht war es schlicht seine Besonderheit.

Lino habe ich zum ersten Mal gesehen als Baby auf der Straße, als ich 2000 erstmals meine Mum auf der Insel besucht habe. Sie hatte eine Freundin, die bekannt dafür war sich um frei lebende Katzen zu kümmern und der hatte man den Wurf Katzenbabies, die aber völlig sozialisiert waren, vor die Tür gestellt. Davon hatte mir meine Mutter schon erzählt und als wir einen Tag nach meiner Ankunft dort ankamen, wuselten dort die kleinen Geschwister herum, wurden von der Freundin mit Futter versorgt und sie versuchte die Tiger zu vermitteln. Lino war das Kätzchen, das sofort an meinen Beinen sich hoch angelte und meinen Schoß eroberte und ich habe nicht verstanden, warum meine Mum ihn nicht sofort mitnahm. Ich konnte damals nicht, denn ich hatte zwei Mädels (die Vorgängerinnen) zu Hause aber meine Mum war katzenlos und ich verstand ihre Verweigerung eigentlich nicht. Also, wenn Katze in Not und woanders Platz und Katzenmangel, dann gehört das meiner Meinung nach zusammen geführt. Nun ja, kurz als ich wieder abgeflogen war, waren fast alle Katzen vermittelt. Wenige Tage später rief mich meine Mum an, um mir zu sagen, dass sie ein Kätzchen hätte. Der schwarzweiße wunderschöne Kater zog bei meiner Mum ein und wurde auf den Namen „Lino” getauft, von mir immer „Linolux” oder „Knutschkugel” genannt. Den Rest der Geschichte kennt Ihr ja.

Ich bin jetzt einfach glücklich ihn gehabt zu haben. Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die nie in ihrem Leben das Glück spüren werden, das man hat, lebt man mit so einem Tier. Sehr viele, die es doch tun, werden vielleicht nie das Glück haben so einen außerordentlich wundervollen, lieben, Glück und Freude spendenden Kater haben zu dürfen. Er hat viel Licht in mein Leben getragen. Ich muss einfach nur dankbar sein.

Dann geht es auch mit der Trauer.

Donnerstag habe ich erfahren, dass ich ab 15.3. offiziell Trainerin bin im Unternehmen. (Betriebsrat muss noch zustimmen, lustige mir sehr neue Formalien). Sie haben mir vorher schon gesagt, ich hätte die beste schriftliche Bewerbung (zwei Seiten gehen also doch!) abgegeben. Ich habe eine (eigentlich zwei) gute Präsentationen gestaltet und optimal gehalten (sogar ich fand mich gut, das will was heißen) und ich habe die Aufgabe (Konzeptpunkte vortragen) mit Abgabe eines schriftlichen Kurzkonzepts übererfüllt. Ich freue mich, ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe.

Eine Wohnung habe ich leider immer noch nicht. In manchen Wochen habe ich kaum Zeit die Angebote zu studieren, geschweige mir Wohnungen anzusehen, geschweige denn den Kampf zu kämpfen, der danach unter den gegebenen Bedingungen erfolgt. Da sind auch Makler keine Hilfe, weil sie empfinden, bei der Miete die ich zahlen kann, lohnt sich Aktionismus wohl kaum. Deren Berufsbild verstehe ich in der jetzigen Zeit ganz ehrlich am allerwenigsten. Also in diesem Punkt fehlt mir gerade, ganz ehrlich, der Optimismus. Aber es ist genau der Punkt, der am dringlichsten für mich gelöst werden müsste, denn das Leben so hier ist keine Freude und kostet mich enorm viel Kraft, die ich an anderer Stelle brauche.

Kurz: ich schlage mich so durch und bin froh, dass die Krokusse wieder blühen, die Mädels gesund sind, ich in einigen Punkten nach vorne gucken kann. Optimist inside, wenn auch mit sehr tiefen Schrammen.