2011-10-09

Arbeit und Struktur

Das Blog Arbeit und Strukur ist nicht alleine wegen dieses einen wundervollen Blogposts zu empfehlen. Es gibt in diesem Blog sehr sehr viele solcher Posts! Wolfgang Herrndorf hat ein Glioblastom und schreibt über seinen Alltag mit dem Tumor in der Neurologie als auch zu Hause. Man möge mit diesem Blogpost anfangen …

Good luck, Wolfgang!

13.3. 10:07

Erster Besuch zu Hause ohne Begleitung, der beruhigende Anblick vertrauter Gegenstände. Die Waschmaschine, die meine Eltern beim Aufenthalt in meiner Wohnung zerstört zu haben glaubten und die mehrere Waschgänge lang nicht tat, was sie tun sollte -, tut es wieder. Einfach so. Miele. Die Maschine wurde noch von meiner Großmutter erworben, ein Waschautomat der 1968er-Baureihe, also aus einer Zeit, als der Mond noch nicht betreten, Borussia Neunkirchen noch in der Bundesliga und das elektronische Signallämpchen nicht erfunden war.

Das mechanische Äquivalent zum Signallämpchen ist die Überschwemmung des Fußbodens, die den Besitzer darauf hinweist, daß das Flusensieb voll ist. Man muß das Sieb dann rausnehmen und entflusen, etwa alle fünf Jahre, was bedeutet, daß dies im Leben des Automatens sieben oder acht Mal geschah, und ich erinnere mich, wie gerührt ich immer beim Entflusen war: wie die Zeit vergeht. Die Maschine wurde nie gewartet und war ansonsten nie defekt. Die vollständige Aufschrift lautet: MIELE AUTOMATIC W 429 S.

Legt bloß …

Granatapfelkerne mit in Eure Rumtöpfe ein. Oder legt Granatapfelkerne alleine in Rum ein. Himmel, sind die lecker!

2011-10-07

Der ist mal wieder zu gut!

Ich bin soweit.

Dienstag denke ich noch „er hat jetzt lange durchgehalten, langsam muss wohl die Nachricht kommen.” Ich ahne, was seine letzten Zeilen aussagen und das Foto von ihm, das man nicht autorisiert (fuck off, you paparazzo!) zwei Tage nach seinem Rücktritt (leider) zeigt, machen mir, die ich an Krebs sterbende Personen jedes Mal zu oft gesehen habe, keine Hoffnung mehr. Sechs Wochen, denke ich. Damals. Trauere also schon in jenem Moment und danach bleibt mir nur die menschliche Hoffnung, es möge schnell und schmerzlos für ihn gehen.

Ich öffne gestern morgen meinen Mail-Account und finde die Nachricht eines Freundes von um vier Uhr „Scheiße, dass es so schnell gehen würde, habe ich nicht gedacht.” dazu einen Link in dem ich den Namen Steve Jobs lese und fasse von nun an den Beschluss meinen üblichen morgendlichen Nachrichtenganz im Internet nicht zu gehen. Ich habe keine Lust auf die Realität. Dann mache ich den Fehler und gehe auf Facebook und lese doch, was ich nicht lesen will. Stelle fest, dass man unglaublich viel Mist im Internet lesen kann, von Leute denen es im Angesicht des Todes eines Fremden zu gut geht. Und ich lasse mich treiben.

Steve stirbt also gestern und ich habe keine Lust auf Leute und Gespräche und ich habe keine Lust auf Einsamkeit. Ich mache Tabula rasa und schreibe einem Freund, was ich denke, fühle, leide. Ich bin berührt. Und ich bin taub. Dann habe ich Hunger. Ich fahre um die Ecke zum schwedischen Albtraumkaufhaus und setze mich mit meinem Tablett an das Fenster und gucke auf die Landschaft von Autos. Ich knabbere an einem Salatblatt, das ich brutal wie alle anderen in Rhode Island-Vinaigrette ertränkt habe und bekomme plötzlich ganz feuchte Augen.

In dem Moment erklärt uns eine weibliche Stimme über die Lautsprecher: „Es ist eine Tasche aufgefunden worden. Bitte melden Sie sich bei der Information! Ich wiederhole … es wurde eine Tasche gefunden …” Ich denke, mittlerweile immer noch nicht gut zum Terror ängstlichen Deutschen umerzogen, mit höflicher Ironie: „Herrenlose Tasche. Wir werden alle sterben!” Dann denke ich, „Egal, Steve ist auch tot. Wir schaffen das schon.”

Nachruf, weil er schön ist!

Rumtopf

Lange habe ich keinen Rumtopf mehr gemacht. Der Letzte ist vor Jahren ganz gut gelungen und hat lange vorgehalten. Die sind richtig angelegt unkaputtbar, allenfalls allemachbar.

Neulich dann mit einer Freundin, deren Mann Arzt ist und keinen Tropfen Alkohol trinkt, dessen geschenkten Alkoholvorräte geplündert. Er ist Russe, dementsprechend seine Patientenschaft. Er könnte mit Vodka aller Sorten handeln. Er hortet die Geschenke in einem Zimmer, Vitrinen sind längst zugestellt, nunmehr auf dem Boden und im Grunde sieht das schon fast versoffen aus, wüsste man nicht: er trinkt eben gar nicht.

Die Rotweinvorräte sind mittlerweile längst geplündert und das harte Zeug selber spricht mich nicht an. Ich sah aber inmitten der Mengen eine Flasche Stroh-Rum stehen und meinte dann, die nehme ich mit und lege uns einen Rumtopf an! Dummerweise stellte ich dann später fest, für Rumtopf nimmt man ja Rum erst ab 54 Umdrehungen, dieser hier hatte nur 40. Somit wird auch diese Flasche bei mir nur so … rumstehen. Dennoch besorgte ich gestern flugs Rum, die letzten Erdbeeren der Saison, ein paar Feigen, Granatapfelkerne und Zucker. Dies alles ist schon mal eingetopft. Ich denke, bei den Kirschen werde ich die Variante getrocknete Kirschen nachträglich verwenden. Kirschen müssen sein! Naja, und ein paar Pflaumen müssen noch sein. Dann ist der große weiße Steinguttopf, der von Oma, eh schon voll bis Oberkante.

Gut, die Anlage ist dieses Jahr natürlich sehr spät, wenn auch noch bis zur Adventszeit im Rahmen gehalten. Aber ich denke, das Ansetzen in Phasen ist ja eher der Verfügbarkeit der frischen Früchte in (konnte ja keiner wissen, dass wir irgendwann mal Erdbeeren noch im Herbst kaufen können) ihrem Reifezeitraum geschuldet als einer physikalischen oder chemischen Notwendigkeit. Was mich nun aber doch wunderte, dass in einem Rezept stand, man sollte zwischen den Einlagen der einzelnen Fruchtsorten wenigstens zwei Wochen vergehen lassen. Und nun frage ich mich, warum ist das so? Was regeln Zucker und Rum nach zwei Wochen anders? Es kommt doch auf die Menge an oder? Arbeiten beide zusammen hinsichtlich der Früchte wirklich nach einem Zeitplan? Oder was kann das sonst für Gründe haben?

2011-10-06

R.I.P. Steve Jobs



Das Video ist der erste “Think different”-Spot von 1997, von Steve Jobs selber eingesprochen und wurde nie ausgestrahlt. Es ist ein schöner Spot, ein optimistischer Spot. Den kann man heute für diesen Mann gut alleine stehen lassen.

(via Die Ennomane)

2011-10-05

Sie bla bla bla'n schon wieder …

-------- Original-Nachricht --------
> Datum: Wed, 5 Oct 2011 11:13:43 +0200
> Von: XXXX.XXX@@XXXXX.de
> An: creezy
> Betreff: Blogger-Aktion zum Weltspartag

Hallo,

wenn du Lust hast mit deiner Seite holyfruitsalad.blogspot.com etwas cooles zu gewinnen, würden wir dir gern unsere Bloggeraktion zum Weltspartag vorstellen.

In diesem Rahmen verlosen wir eine Einkaufsflatrate, mit der du bis zu einem Jahr kostenlos einkaufen kannst. Zusätzlich haben wir einige lustige Spartipps gesammelt und es gibt weitere interessante Preise zu gewinnen. Überzeuge dich am besten selbst von unserem Gewinnspiel und besuche uns auf www.XXXXX.de/XXXXX/XXXXX

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Beste Grüße
XXXXX vom XXXXX-Team

Über uns: Wir betreiben in erster Linie unser Portal www.XXXXX.de http://www.XXXXX.de. Dort kannst du Online-Prospekte durchblättern und gezielt nach Produkten in deiner Umgebung suchen. Außerdem hast du die Möglichkeit dir tagesaktuelle Angebote deiner Lieblingsgeschäfte z.B. auf dein iPhone oder iPad mit der XXXXX Navigator-App schicken zu lassen.


Antwort:

Hallo, (ich bleibe aus Unhöflichkeitsgründen auch mal bei diesem ohne Anrede anschreiben)

im deutschen Kommunikationswesen schreibt man den Gesprächspartner in der direkten Anrede übrigens immer noch mit einem großen Du/Dein/Dich an.

Und nein, ich werde nicht Euer Portal heimsuchen – denn für mich ist diese Mail hier Spam und soweit ich informiert bin, in Deutschland immer noch nicht statthaft.

Ich kann auch überhaupt nichts mit „professionellen” Anfragen anfangen, deren Unterzeichner zu geizig sind, mir eine Adresse oder Telefonnummer anzuvertrauen.

Kurz: wir werden nie ins Geschäft kommen!

Mit freundlichen Grüßen
creezy


(Auch ohne Signatur – aber ich wollte ja auch nie etwas von Ihnen!)

Nachtrag:
Da kam dann eben eine Antwort mit einer Entschuldigung, der Bitte die Mail-Adresse zu entfernen bzw. den Klarnamen der Korrespondentin. Was ich natürlich getan habe. Man „wünschte” sich übrigens auch von mir, ich möge den Blogbeitrag entfernen. Mail dieses Mal mit Signatur. Langsam habe ich ja Lust, diese hier dann doch zu veröffentlichen! Die spammen uns Blogger zu und dann wünschen sie sich keine inhaltliche Auseinandersetzung in den Blogs. Etwas worum sie allerdings in der Mail explizit gebeten haben im Zusammenhang mit ihrem Angebot?

2011-10-03

Einheitliches …

Es gibt einen Platz in bzw. vor dieser Stadt, den ich sehr liebe. Das ist der Heiliger See in Potsdam, kurz hinter der Glienicker Brücke gelegen. Auch ein Stück Land, das vornehmlich von finanziell gutbestückten Westdeutschen dem Ureinwohner nach der Einheit aus der Hand genommen wurde. Natürlich hat deren mitgebrachtes Geld den verfallenen Villen sehr gut getan und wenigstens für die Bausubstanz muss man sich freuen, dass sie nun wieder in voller Pracht glänzen kann und diese besondere Stimmung verbreitet. Das ist eben auch Einheit, dort leben zu dürfen, wo man leben möchte. Dieser Ort ist ein guter Ort, stimmungsmäßig. Ich bin früher oft nach der Arbeit im Sommer dort hingefahren, an heißen Sommertagen noch eine Runde schnell schwimmen gegangen, wenn in der Stadt die Freibäder längst geschlossen hatten und die Luft im Sommersmog schon sehr diesig war. Diese drei Stunden am Abend, die man dort dann hatte in aller Ruhe mit einem wundervollen Sonnenuntergang über den See, waren immer wie ein kleines Stück Urlaub für mich. Die letzten Jahre bin ich dann doch seltener dort gewesen. Ohne Auto fährt man doch nicht ganz so schnell „mal runter”. Aber es gab einen sehr schönen Ausflug mit meiner Mum, ein Jahr vor ihrem Tod, den ich in Erinnerung habe. Wir haben uns damals das Marmorpalais noch vor seiner Restauration angesehen und hatten einen wunderschönen Tag.

So hat es mich gestern an meinen Ehrentag dorthin gezogen, alleine. Ich brauchte Bewegung, ich war dankbar für die Sonne, für die Stimmung, es ist ein Ort an dem ich das momentan seltene Gefühl habe, es wird vielleicht doch noch mal etwas gut in meinem Dasein. Dort ist das ganz stark. Hier wieder sehr schwach.

Potsdam ist einfach die schönste Stadt von allen. Ich war als Kind schon sehr oft dort. Meine Großeltern väterlicherseits stammen aus Potsdam und so bin ich als Kind oft mit meiner Oma für Tagesbesuche hinüber gefahren, um ihre Familie zu besuchen zu der sie Zeit ihres Lebens Kontakt hielt. Das waren immer die Momente, in denen ich als Berliner Göre ganz besonders spürte, was diese Mauer mit uns machte. Letztendlich konnte man sehr gut im Westteil Berlins leben ohne überhaupt etwas von der Mauer mitzubekommen. Sie stand allenfalls nervig im Transitweg, wollte man die Stadt mit dem Auto, Bus oder Bahn verlassen. Aber so oder so konnte man problemlos in dieser Stadt leben ohne an ihrer Zweiteilung schmerzlich teil haben zu müssen. Das habe ich nie. Dazu gab es eben diese Oma, die sehr offensichtlich unter der Teilung von ihrer Familie litt. Opa zeigte das nie so. Und ich wohnte später auch viel zu nahe am Potsdamer Platz, als dass ich nicht einen ständigen visuellen Eindruck hatte von dem, was das in dieser Stadt falsch gelaufen war. Insbesondere stellvertretend für das Land, in dem etwas falsch gelaufen war.

Ich erinnere mich, wie ich einmal mit meiner Oma nach drüben fuhr und wir in ein Krankenhaus gingen in dem ihre letzte lebende Tante lag. Ich kannte diese Frau nicht besonders gut. Ich weiß heute nicht einmal mehr, ob sie aus der Familie mütterlicherseits oder väterlicherseits meiner Oma entstammte. Der Teil dieser Familie war einfach immer ein Stück weiter weg für uns Kinder.

Für mich war der Besuch eher gruselig, denn wie Kinder hellsichtiger sind, spürte ich auch ohne Worte, dass dieser Besuch wohl ein letzter war. Ich besuchte einen sterbenden Menschen. Der mir von seinem Mittagessen den süßen Orangensaft schenkte, den ich dann doch nicht trinken wollte, weil er wirklich nicht schmeckte. Mich das aber nicht traute zu sagen, weil wir ja immer die waren, die von drüben diese Sachen schickten, die Omas Familie doch nicht hatte (und vermutlich auch längst nicht mehr wollte, weil im Geschmack längst umerzogen.) Also „vergaß” ich den Saft in dem Zimmer und die uns hinterher rufende Stimme der sterbenden Frau, dass ich den Saft stehen gelassen hatte, höre ich heute noch.

Meine Oma besuchte ihre sterbende Tante. Der letzte Mensch wohl damals mit dem sie noch so etwas wie eine gelebte Vergangenheit teilen konnte, alle anderen Familienmitglieder waren bereits jünger als meine Oma, längst nur die Generation meines Vaters bzw. meiner eigenen. Es war dieses Wissen, das wir diese Tante das letzte Mal lebend sehen werden. Und ich spürte diese große Traurigkeit meiner Oma zu wissen, dass sie nur diesen einen Tag hatte, um sich zu verabschieden. Dass sie die Tante nicht mehr lebend wieder sehen würde. Denn eines ging damals eben nicht – auch nicht für Rentner – einfach hinüber fahren, um täglich nach einem sterbenden Familienmitglied zu sehen, sich zu kümmern. Und sich kümmern, das war für Oma immer ein Ausdruck ihrer Liebe, die sie sonst schlecht zeigen konnte. Für den nächsten Antrag eines Besuches war es dann auch bereits zu spät. Die amtliche Willkür gestattete hier meiner Oma nicht einmal die Teilnahme an der kurzfristigen Beerdigung, soweit ich mich erinnere.

Es gibt natürlich Menschen, die heute ganz froh wären über eine stattliche Trennung, die ihnen pragmatisch die Verantwortung nähme, einen Menschen bis zum letzten Atemzug zu unterstützen und zu begleiten. Aber wenn man das herzlich gerne tun würde, vielleicht auch, weil es der allerletzte Halt zur eigenen Vergangenheit nur ist und man darf es dann nicht: dann wiegt das Nichtkönnen sehr schwer. Unglaublich schwer!

Einer der Gründe, warum ich für diese Einheit nach wie vor sehr froh bin. Oft denke ich fassungslos, dass meine Oma und mein Papa sie gar nicht mehr erleben haben dürfen. Es ist vielleicht meine Aufgabe, dass ich das Glück dieser nicht mehr existenten Mauer in unserer Zeit für sie mitempfinden soll.

Und so schließt sich ein gesunder Kreis mit meinem Gefühl gestern nach Potsdam zu wollen. Ich bedanke mich bei allen, die gestern an mich gedacht haben und die mich gerade sehr liebevoll unterstützen und begleiten. Insbesondere in dem Wissen, dass ohne Mauerfall es einige von Euch vielleicht gar nicht könnten, wir uns nie kennen gelernt hätten. Die Anrufe, die gestern gar nicht kamen, sind auch wundervoll klärend. Und Klarheit brauche ich momentan mehr als alles andere. Da stehe ich derzeit gefühlt an einem sehr frühen Anfang.

Das macht Mut!



(Ich werde nie müde mir zu wünschen, dass Abgeordnete finanziell in die Verantwortung ihres beruflichen Handelns genommen werden. Und zwar auch nachträglich, insbesondere nach ihren persönlichen Legislaturperioden.)

2011-10-01

Die Legalisierung der Prostitution in Deutschland …

… und ihre Folgen. In der letzten Ausgabe von Panorama wurde ein genauer Blick auf die mittelfristigen Folgen der Legalisierung der Prostitution in Deutschland geworfen. Mittlerweile wird nirgendwo mehr für weniger Geld Sexdienstleistung verkauft, als hierzulande. Weniger von im Milieu freiwillig aktiven Frauen, sondern von Sexsklavinnen aus Osteuropa. Wer Flatrates in Bordellen lustig findet, für die Frauen heißt das mit bis zu 40 Männern an einem Tag Sex haben zu müssen. Und das, liebe Gläubige der freiwilligen Prostitution, findet keine Frau mehr geil!

Stattdessen schützt das Gesetz offenbar vor allem Zuhälter und Bordellbetreiber. Völlig legal und unkontrolliert von der Polizei können sie ihr Geschäft betreiben und Frauen zu Dumpingpreisen verscherbeln.

Beschämend die professionelle Ungerührtheit der Politikerinnen, die diesen – sicherlich für die Arbeiterinnen in diesem Bereich – gut gemeinten Gesetzvorstoß zu verantworten haben.

2011-09-29

Rad fahren…

… verlernt man bekanntlich nicht. Häkeln wohl auch nicht. Ich habe gestern das erste Mal, seit ich zwölf Jahre alt war, probiert zu häkeln. An einem Ort ohne Internetzugang. Also legte ich die erste Masche – ich war/bin mehr so die strickende creezy – für einen Strickvorgang an. Der zweite Versuch dann war der richtige. Aber fragt mich heute nicht, wie er ging.

Häkeln also … mal gucken, was das mit dem müden Gemüt anrichtet.

(Aus der Reihe: sich kleinste Erfolgserlebnisse basteln)

Akkubohrschrauberbesitzerinnenerotik

2011-09-28

Zu Pseudonymen

Ein gutes Argument für Pseudonyme im Web liefert Wachmomente – Welt – Hawk, Hawk – Welt:

„Das Internet ermöglicht mir so einen offenen Umgang mit meinem Autismus, der anders nicht möglich wäre. Ein Umgang, der durch eine Klarnamenpflicht unmöglich wäre. Zumindest nicht, ohne dass das Leben mit meinen Mitmenschen tief beeinträchtigt wäre.”

Verstehe ich den richtig?

Wer derzeit Schulden hat, braucht's einfach nur auszusitzen?



Schöne rosa Krawatte hat der Narr.

Danke!

An die Ls, die Cs, die Bs – Ihr wisst schon!

2011-09-27

Suche übrigens

eine alte Pentax-Optik und zwar A oder auch M 28 mm 2.8 f. Mir scheinen die aktuellen ebay-Angebote (vor allem für die M-Optik) derzeit ein bisschen arg überzogen. Falls also jemand zufällig an einer günstigen Offerte vorbei kommt oder so ein Schätzchen arbeitslos zu Hause rumliegen hat, ich hätte viel zu tun für so ein altes Baby, würde es hegen und pflegen! Kurz: an mich denken, wenn …

Möchten Sie spenden?

Die Politik arbeitet daran, Krankenkassen mit politischem Druck zu erlauben bei deren Mitgliedern schriftlich nachzufragen, wie sie zum Thema Organspende persönlich stehen. Gesundheitsminister Bahr nennt das die Pflicht der Krankenkassen ihre Versicherten über das Thema zu informieren. Die Krankenkassen erklären halbherzig Bereitschaft, finden aber auch, dass sie nicht der richtige Ort für eine ethische Beratung sind. Wie wahr! Ob sich bei dem Thema als gesetzlich verordneter Fürsprecher hervor tun sollte, der die Kosten der Transplantationsmedizin scheut wie den Teufel?

Die große Idee ist im Ganzen natürlich letztendlich die, der Patient sagt, „Organspende? Au ja!” und wenn alles so schön läuft, wie die Politiker sich das im Ländle in ihren erotischen Träumen ausmalen, dann bekommt Ihr irgendwann einen Haken in Eure elektronische Gesundheitskarte. (Das ist die Karte auf der künftig von Dritten Eure gesundheitlichen Daten vermerkt und abgerufen werden können, ohne dass es Euch relativ leicht ermöglicht wird, selbst Einblick noch Einfluss zu nehmen. Das ist quasi die Gesundheitsschufa Eurer Zukunft.) Noch spricht man natürlich nur von Aushändigung eines Organspendeausweises bei positiver Rückantwort. Ich frage mich, was eigentlich an meinem, von mir immer mitgeführten Spendeausweis so falsch sein soll? Ich schätze mittlerweile seine nur analoge Existenz, somit die rein analoge Erfassung meines Wunsches mehr denn je. Den kann ich jederzeit wegwerfen, wenn ich meine Entscheidung rückgängig machen will. Ohne vorher mit Krankenkassen diskutieren zu müssen, ohne Sorge haben zu müssen, dass ggf. menschliche Fehler im Eintrag meinen eigentlichen Wunsch zunichte machen oder mir aus allzu öffentlich gemachten Entscheidungen später einmal ein Strick in einer gesundheitlichen Behandlung gezogen wird. Es ist wie es ist: die übliche Crux, wann immer Dritte in einen sehr persönlichen Entscheidungsprozess einbezogen werden sollen, hört persönliche Freiheit ganz schnell auf!

Ich habe damit aber auch ein anderes Problem. Wir wissen, dass in der Vergangenheit Krankenkassen schon mal die Daten ihrer Patienten verkauft haben. Zuletzt ging die DAK mit den Daten ihrer chronisch erkrankten Patienten in die Wirtschaft. Was macht so ein Betrieb eigentlich dann mit ihrer Spenderdatenbank in einem Markt, der jetzt schon weltweit illegal unterwandert ist? Die elektronische Gesundheitskarte ist nämlich nicht sicher!

Ich werde niemanden zu einer Entscheidung raten, ob er Spender sein möchte oder nicht. Aber ich kann nur jedem empfehlen auf die Post seiner Krankenkasse, so dann demnächst die gesetzlichen Richtlinien geschaffen wurden, höflich zu antworten: „Das geht Sie, mit Verlaub, nichts an!”

2011-09-26

Gestern …

auf dem Berlin Marathon jemanden fotografiert. Erstmals also morgens am Start dort vor Ort gewesen und diese besondere Atmosphäre gespürt, die dort herrscht. Die Fröhlichkeit, die die Läufer vor dem Start mit ihren Teams und Begleitungen schon in der S-Bahn versprühen, die Vorfreude. Das Sprachgewirr. Gefühlt scheinen in Deutschland die Schwaben das ausgeprägteste Läufergen zu haben und von ganz Europa die Dänen, dann die Italiener. In Dänemark war gestern kein Mensch mehr!


























Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele sehr gut aussehende Männer aller Altersklassen und Couleur gesehen. Durchtrainiert waren sie eh alle, klar. Schöne athletische Körper, nichts fatal hochgepumptes. Aber dass die auch noch alle wirklich so dermaßen gut aussehen … im nächsten Leben also einen Marathonläufer.

Menschen, die mit offensichtlichen Behinderungen grandiose Zeiten laufen. Da war ein Mann, der entweder eine Spastik hatte oder vielleicht einmal einen Schlaganfall, er lief sehr schief. Der Mann war nach deutlich weniger als drei Stunden im Ziel! (Der neue Weltrekord fiel gestern bei 02:03:38.) Menschen mit Prothesen liefen Gesunden in der Zeit davon. Ich habe wenig Ahnung vom Behindertensport, das gebe ich zu. Aber ich stehe oft beschämt vor solchen Bildern und denke bei mir, und was mache ich? Wie lächerlich ist mein bisschen Sport dagegen – obwohl ich viel weniger Energie zum Erreichen mancher Ziele aufbringen müsste? Viel weniger gegen die eigene physikalischen Regeln kämpfen müsste? Ich habe gestern erstmals die Diskussion verstanden, warum Behindertensport aus Sicht der Protagonisten mehr und mehr in den Sport der Nichtbehinderten integriert gehört. Weil sie mithalten können.

Manche dieser sehr gut aussehenden Männer laufen erschreckenderweise nach 42 Kilometern durch das Ziel und sehen frisch geduscht aus, als würden sie gerade erst an den Start gehen. Japanerinen scheinen gerne Kostüme zu tragen beim Laufen. Wie das Pünktchen vom Anton, eine trug ein Dirndl. Direkt hinter dem Brandenburger Tor gab es gestern allerdings auch eine sehr schwere lange Reanimation. Selten – es passierte ja vor meinen Augen – habe ich Menschen so perfekt und routiniert retten gesehen.

























Das Glück dieser Menschen, wenn sie durch das Brandenburger Tor laufen – die letzten 500 m vor dem Ziel! Wir haben ja gar keine Ahnung, was für die Menschen Europas dieses Tor bedeutet.


























Dieser Marathon ist eine einzige Emotion. Selbst für den unbeteiligten Zuschauer. Großartig. Ich hab's verstanden! Und bedanke mich bei den Gästen der Stadt, die mir wieder einmal gezeigt haben, wie wundervoll Ihr alle Berlin findet und mit welcher Freude Ihr diesen sportlichen Termin gerade in dieser Stadt angeht – wir hier im Ort vergessen das ja gelegentlich. Läufer, die sagen, in Berlin ist es viel schöner als in New York! Danke!

2011-09-24

Ich, ich, ich …

Der Bruder ruft an, nach Monaten. Das letzte Gespräch nach dem Tod der Tante als er großspurig ein Ticket für die Beerdigung kaufte, völlig überteuert und die Fluggesellschaft ihn infolge von Vulkanaschewolken nicht transportieren sollte. „Kauf ihr einen ordentlichen Blumenstrauß” von mir, ich bezahle Dir das.” Und dann: „Ruf an und erzähle, wie es war.”

Der gleiche Bruder ist bekanntermaßen mehrfach für Jahre aus unserem Leben abgetaucht, weil seine Kindheit so scheiße war, wie er heute noch als 49jähriger gerne häufig, eigentlich ständig betont. „Unser Vater …” und ich kann es nicht mehr hören. Ich erlebte die gleiche Kindheit. Ich sehe sie ein bisschen anders, diese unsere Kindheit. Vor allem will ich die Dinge, die in meinem Leben schief gelaufen sind oder laufen, nicht ständig an meiner Kindheit festmachen. Es erscheint mir bequem. Mit seinem Abtauchen hat mein Bruder viele Menschen alleine und ohne Antworten gelassen, die es nie verdient hatten, weil sie ihm, uns immer wohlgesonnen waren. Meine Tante gehörte dazu. Sie interessierte ihn nicht. Nicht in den ersten fünf Jahre seines Abtauchens, nicht als er dann plötzlich wieder auftauchte, um nach einem Streit mit meiner Mutter wieder zehn Jahre abzutauchen. Sie interessierte ihn eigentlich auch nicht, als er vor ca. vier Jahren wieder in meinem Leben auftauchte. Kein Anruf. Kein Nachfragen. Zufällig trafen sie sich erstmals im letzten Jahr anlässlich meines Geburtstages. Großes Happening seitens meines Bruders, großes Tara. Ich erinnerte ihn dann zehn Tage später an ihren Geburtstag, das war da schon wieder nötig, trotz der so großen Liebe. Ob er sie zu Weihnachten oder Sylvester angerufen hatte, weiß ich nicht. Ich bezweifle es ehrlich gesagt. Großes Tara dann auch als ich ihn anrief, um von ihrem Tod zu erzählen. Big Investment in den Flug, großes Theater, dass die „Arschlöcher” ihn dann nicht fliegen ließen. Es gibt bekanntermaßen keine anderen Möglichkeiten, um von München nach Berlin zu kommen. Vor allem nicht, wenn man mal eben 300 Euro für ein Flugticket hinzulegen bereit ist, um sich zu präsentieren für einen halbstündigen Abschied, nach fast zwanzig Jahren Nichts.

Als ich mich nach der Beerdigung nicht meldete, um zu berichten, wie frustrierend ich das alles fand, interessierte es ihn nicht. „Sein” Blumenstrauß? Bezahlt?

So ruft er letzte Woche an. Mein Geburtstag steht wieder bevor und natürlich will man hören, ob man nicht wieder die Chance hat den großspurigen Bruder zu geben. Den mit dem Schicksal, den mit den Schicksalen. Mein Bruder hat von meiner Mutter das Gen mit der Rampensau geerbt. Ich überhaupt nicht. Er tritt dann auf, positioniert und präsentiert sich in seinen liebsten Farben und geht dann wieder. Mein Bruder lebt innig mit dem Münchausen-Syndrom, immer schon. Immer schon erlebte mein Bruder die wundervollsten tollen Geschichten. Immer dann, wenn niemand dabei war. Als er das erste Mal abtauchte – die Vermutung liegt nahe, er war inhaftiert – war er jahrelang auf Schiffen auf Montage, in China, in Afrika. In Afrika war er mit einer Stammesprinzessin liiert. Oh und eine Tumor-OP wollte er gehabt haben. Gehirntumor. Große Reichtümer lagen auch auf seinem Konto, an das er nur gerade nicht heran kam, weswegen er plötzlich wieder auftauchte, um bei unserer Mutter zu leben und sich aushalten zu lassen. Es gab keine Fotos von seinen Reisen.

Als er dann zehn Jahre und einen Muttertod später wieder auftauchte, war es plötzlich ein Hodenkrebsrezidiv. Mein Bruder ist der einzige Mensch, den ich kenne, der ein Jahr nach der Chemo die gleichen schulterlangen Haare wieder in voller Pracht trägt. Dann kommt er zu Besuch, erzählt von seinen vielen schweren Medikamenten, nur hat er sie natürlich zufällig nicht dabei. Zwischendurch eine Gerichtsverhandlung, mal wieder, denn ihm wird Körperverletzung zur Last gelegt. Die Ex, die ihn natürlich während seiner schwersten Stunde alleine gelassen hat und sogar betrogen hat. Er, der er doch das schwerbehinderte Kind hat, dessen Mutter ihn kaum an dieses lassen möchte, obwohl er ihr nie etwas getan hat und er würde nie … Ich kenne meinen Bruder aggressiv und im Alkoholrausch auch übergriffig gegen seine Freundinnen. Ich war selber schon Opfer, als ich eine seiner Grazien einmal beschützen wollte. Er würde aber nie … Es sind immer die Frauen, die sich von ihm abwenden. Meist mit einem abschließenden Gerichtsverfahren. Unser Vater …

Wie gerne hätte ich dieses Talent geerbt, mir von morgens bis Abends meine eigene Verantwortlichkeit aus der Tasche zu lügen! Aber es bleibt mein großes Problem, ich würde ihm so gerne glauben wollen, alles, und ich kann es nie, weil immer, wenn ich es möchte, tauchen die Signale auf, die zeigen: doch wieder nur eine weitere Lüge.

Im letzten Jahr tauchte er zu meinem Geburtstag in Berlin auf. Natürlich nicht wegen mir, sondern weil er angeblich für einen Kunden eine riesige Baustelle ansehen sollte und Arbeiten in einem Angebot offerieren sollte. Zufällig hatte ich dann auch Geburtstag. Davon nie wieder etwas gehört, aber er war da, er dominierte, er zelebrierte, er war laut, er war er, er, er und ich, die sich einerseits sehr freute, fragte mich hinterher grenzenlos müde, wo war eigentlich ich an meinem Ehrentag? Wo war ich an diesem meinem Geburtstag als mein Bruder meine Freude laut und übermächtig bei Laune hielt und seinen Super-Bruder-Status präsentierte? Übrigens kein Wort von seiner Krebserkrankung, der zweiten.

So rief er, das Jahr ist rum, diese Woche an und als er fragte, wie es mir ginge, antwortete ich lapidar „schlecht”. Ich werde meinen Geburtstag dieses Jahr nicht feiern, mir ist nicht danach und das Letzte, was ich gebrauchen kann ist ein hier auftauchender Bruder, der mir meine letzten Energien raubt und meinen Ehrentag zu seinem macht. Dann folgten die üblichen Fragen, auf meine Antworten hörte ich nur „Du musst …” und: „Er würde das nie, er könnte sich das gar nicht leisten, er würde immer …, dabei hätte er viel mehr Recht darauf, dass es ihm schlecht erginge als ich, weil doch unser Vater … aber er schafft es trotzdem und er …” und „Du musst …” Ich wurde einsilbigerm denn „Du musst …!” ist völlig inkompatibel mit „Ich kann nicht …!” bis ich irgendwann mal sagte, ich hätte für dieses Telefonat jetzt keine Kraft und würde es beenden wollen. Da wurde schnippig (lustigerweise genau die gleiche schnippische Art, die ich so gut von unserer Mutter her kenne) aufgelegt. Ich erklärte ihm danach per SMS meine gesundheitliche Situation und bekam als Antwort, ich solle ihn gefälligst nicht anmaulen, wenn er sich mal meldet, nachdem ich mich ja schon monatelang nicht gemeldet hatte. Er weiß übrigens immer noch nicht, wie die Beerdigung seiner „geliebten” Tante war. Und wie sein Blumenstrauß aussah oder was dieser gekostet hatte. Er, er, er …

Er kann das so gut, sich in den Vordergrund stellen und alle anderen schuld sein lassen. Vor allem natürlich: unser Vater … Zunehmend wird mir bewusst, was ich nicht vermisst habe, in den Jahren seiner selbstgewählten Abwesenheit. Und zunehmend bin ich mir sicher, dass ich meine Galaxien nicht mehr an seinen ausrichten möchte, weil ich ständig in Sorge um seine Gesundheit, seine Freiheit, seine Vergehen, seiner Sorgen bin. In Sorge wegen seiner Geschichten, an die er sich Jahre später nicht mehr erinnern will, weil das Langzeitgedächtnis ihm Streiche spielt und er einen dann als Lügner oder Deppen darstellt.

Manche Menschen saugen mehr als sie zu geben bereit sind. Was bin ich dieser Menschen überdrüssig! Auch wenn sie der eigene Bruder sind.

2011-09-22

Gonzo



Anfang dieser Woche ausprobieren wollen, ob einen Bordstein zwischen Zeh und Zehnagel passt. Festgestellt: passt eher nicht so. Meiner aktuellen Erfahrung nach gibt der Zeh vorher auf. Unterhaltungswert ist übrigens enorm. Schmerzkurve beim Empfinden funky. Amüsierfaktor allerdings ist mehr so gar nicht messbar. Habitus heute beim ersten Mal mehr als 100 m am Stück gehen signalisiert zumindest einen angebrochenen Zeh. Von dem auf halb Acht hängenden Nagel an offener Nagelbettwunde abgesehen. Offene Schuhe und ich sind gerade ziemlich dicke miteinander, das gute Wetter hoffentlich auch noch eine Weile … Kleiner Tipp in die Runde: nicht nachmachen!

(Aus der Reihe: man kann seinem eigenen Körper schon erstaunlich eklige Dinge antun.)

2011-09-21

Sprachlos …

Meine Reise zum Ende der Welt

Es gab einfach zu viele Verluste, zu viele Rückschläge, zu viele Tiefschläge, manchmal einfach nur Pech, zu viele Rat-Schläge. Keine Perspektive. Nach jedem missglückten Anlauf weniger Kraft, weniger Energie, weniger Kampflust. Die Haut immer dünner, der Mut immer weniger.

2011-09-20

Lino und die großen Autos

Seine besondere Leidenschaft, die sich Kater Lino trotz seiner besonderen Vorliebe für rosa nach seiner Kastration erhalten hat, große starke Autos, beschrieb ich unlängst schon in diesem Blogpost.

Auf der Brache unserem Wohn- und Arbeitszimmer gegenüber wird seit vier Wochen der Toskanahölle ein frisches Massivhaus an die Seite installiert. Es kommen also bei uns derzeit immer mal wieder vorbei: Dixi-Klolieferanten, Betonmischer, Baumateriallieferanten, Bauarbeiter mit und ohne oben ohne, Bonsaibagger – alles was des Katerjungen herzlich begehrt. Momentan ruhen die Maurerarbeiten und seit Ende letzter Woche wird das Feld nebenan vom Bauschutt freigeräumt, damit vermutlich die Dachstuhlanlieferung ausreichend Platz haben wird. Bauschuttabholung erfolgt mittels eines großen, eines sehr großen Pickups mit Bagger. Das sieht dann bei uns so aus:

Lino, Tag 1:



Lino Tag 2:



Lino, Tag 3:



Lino, Schnappschuss:



Nein, die Fenster sind weniger dreckig als sie auf den Fotos aussehen. Das ist nur der Katersabber der Leidenschaft!

Piraten und Frauen

Zwei lesenswerte Blogposts zum Thema Frauenanteil bei den (aktiven) Piraten. Einmal bei Direkte Aktion. Einmal (mal wieder) bei Antje Schrupp. Freue mich sehr über die Wahl von Linda Link (Webspseudonym) für die Piraten in die Bezirksversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf.

Varianten

„Sie hat das gewissen Etwas – dieses Strahlen, mit dem manche Frauen einen Raum zum Leuchten bringen, sobald sie diesen betreten.” (Altdeutsch)

„Sie hat das gewisse Etwas - diesen Glow, mit dem manche Frauen einen Raum zum Leuchten bringen, sobald sie einen Stiletto über die Schwelle setzen.” (Gala-Deutsch)

2011-09-19

FDP-Intelligenzen

In Berlin hat sich die FDP gestern quasi verpulverisiert. Falls das jemanden wundert, mich nicht. Vor allem nicht bei so offiziell zur Schau gestellter sozialer Inkompetenz.

Doreen ist politisch in Berlin aktiv. Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, eines davon ist mit Autismus diagnostiziert, wie man glasklar in ihrem Profil lesen kann:


















Doreen hatte gestern ein simples familiäres Problem. Kinder sind in Wahlkabinen nicht zugelassen (Ausnahme: Kleinkinder), anderenfalls wird nämlich das Wahlgeheimnis verletzt. Doreens Teenager, der sonst auf das Kind mit Autismus aufgepasst hätte, damit die Mutter wählen gehen kann, ist gestern erkrankt. Also bat Doreen um Hilfe, damit sie die Kinder nicht allzu lange alleine zu Hause lassen musste.












Was sich dank Twitter auch prompt erledigt hatte und somit ein gutes, stilles, unkompliziertes Ende gefunden hätte:










… wäre nicht Sebastian Bodner, seines Zeichens FDP-Aktiver:














der umsichtig, klug und sozial – /*ironietag off – nachtreten musste:



Sebastian Bodner sah sich übrigens bis gestern nacht trotz Aufklärung der Umstände und trotz Bitte an ihn nicht in der Lage, sich bei Doreen Kroeber zu entschuldigen. Mir gegenüber erklärte er lediglich, es sei wohl wenig sinnvoll gewesen, sich aus dem Saarland heraus um eine Mitfahrgelegenheit zu kümmern. Das ist schon blöd, wenn man sich der Medien in denen man sich bewegt, nicht bedienen kann, denn gerade auf Twitter kann man das interessanterweise sehr wohl tun: mit einem Retweet. Was er ja komischerweise mit seinem verbalen Fußtritt auch konnte …

Vielleicht ist die Wählerwelt da draußen diese Armseligkeit der Politiker und Mitglieder der FDP einfach nur müde, weil diese allzu zu offensichtlich ist?

2011-09-16

Balkonernte

Meine ersten vier Pimiento de Pádron sind reif …

2011-09-15

Kuhkatzenelite im natürlichen Umfeld


(Aus der Reihe: Relevanzenavantgarde.)

2011-09-14

Der Nachtschwester …

… ihr Blog „Die Nachtschwester” habe ich heute mal wieder auf Twitter und Facebook empfohlen. Zum Glück bloggt sie wieder etwas öfter. Lest sie bloß!

Scheißfratzen

Sich hinterfragen …

sollte man wohl schon von Zeit zu Zeit. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann die ständige Präsenz im Web noch normal ist. Ich merke zunehmend, dass ich im Freundesgespräch eine Frage stelle und darüber gerne eine Diskussion führen wollte (absolutes Wissen ist nicht immer gleich spannend wie persönliche Ansicht eines Dritten zu einem Thema) und derjenige nur sofort in sein iPhone guckt, sich von mir entfernt, um dann Wikipedia und Co. zu rezitieren.

Ich besitze seit neuestem ein Smartphone, dessen Webzugang ich aber nicht nutze. Ich bin soviel online unterwegs, wenn ich zu Hause bin und arbeite. Ich möchte das sehr bewusst nicht sein können, wenn ich draußen bin. Da will ich sehen, erleben, fotografieren. Ich möchte mich nicht ständig einer Verfügbarkeit, meiner und der von anderen hingeben.

2011-09-13

Petition gegen Vorratsdatenspeicherung

Der Kram ist dank der Inkompetenz unserer Politiker immer noch nicht vom Tisch. Deshalb bitte HEUTE noch mit zeichnen! Hier entlang!

2011-09-09

The „Das Auto” New Beetle 2012

… ist ab sofort bestellbar, wenn auch erst nächstes Jahr lieferbar. Hier der neue Werbespot zum Kugelporsche, der, wie ich finde, niemals zuvor seinem Nicknamen mehr Ehre gemacht hätte als in dieser Version, die einem Porsche ähnlicher geraten ist als einem Käfer:



Man beachte bitte, dass es ihn in einer Lackierung namens „Deap Black Pearl-Effekt gibt! (Aye!) Und mit lustigen 18-Zöllnern … und in einer Sport-Variante mit 200 PS, die lächerliche 10,3 Liter/100 Kilometer in der Stadt verbraucht (Werksangabe). Man merkt übrigens, dass der Beetle für Frauen produziert wird. Es gibt nur ein einziges Soundsystem … zur … äh Nichtauswahl. Ach und, schlechte Nachrichten: das Plastikblümchen ist tot!

Aber egal, ich mag irgendwie seinen Knackarsch!

2011-09-08

Kochtipp 01/2011 Sauerkaut à la creezy

Dass ich gerade im September mein erstes Kochrezept in diesem Blog verfasse für dieses Jahr, spricht für so einiges. Schweigen wir dezent und legen wir unauffällig den Schwamm darüber.

Im Zuge meiner – wenigstens etwas – in diesem Jahr entdeckten Nudel-Fabrikationsleidenschaft, füllte ich vor einiger Zeit Ravioli mit angebratenen Ahle-Blutwurstscheiben und servierte dazu Sauerkraut, das ich an diesem Tag „frei nach Schnauze” interpretierte. Und ich war ehrlich begeistert von dem Ergebnis, denn ich hatte das beste Sauerkraut meines Lebens gegessen. Fruchtig-freundlich im Geschmack, ganz samtig in der Konsistenz!



In meiner Küche kreiert. Wo gibt es denn so etwas?

Das gleiche Sauerkraut habe ich heute wieder zubereitet, schon alleine aus dem Grund, weil hier heute offensichtlich wetterbedingt der Herbst in der Türe steht (und es anderen Ortes Blutwurst im Angebot gab). Also Zeit dieses Rezept mit Euch zu teilen! In der heutigen Variante möchte ich betonen, habe ich das Sauerkraut ohne (ich wiederhole für eine reizende Katzen besitzende sehr nette Österreicherin: OHNE!) Lorbeerblätter zubereitet. IHR nehmt natürlich Lorbeerblätter, wenn Ihr das Rezept nach kocht. Sie müssen ja nicht unbedingt aus Österreich kommen!

Zutaten

frisches Sauerkraut
6 Saftorangen (nicht zu klein)
2 mittelgroße Zwiebeln
200 ml Schlagsahne oder Crème Fraîche (1 Becher)


100 g Zucker
60 g Butter


2 Lorbeerblätter
3 Pimentkörner
1 Teelöffel Kümmel (im Mörser leicht zerstoßen)
Salz, Pfeffer


Zubereitung

Die Zwiebel in sehr schmale Viertelstreifen schneiden. Die Orangen auspressen und das Fruchtfleisch aufheben, ggfs., falls man Pech hatte beim Einkauf, die Kerne aus dem Fleisch suchen.

Den Zucker in einem Kochtopf karamelisieren, sobald er hell gebräunt ist, die Butter dazu geben. Dann das Sauerkraut in den Topf geben und ordentlich vermengen. Die Zwiebeln und Gewürze hinzugeben (mit Salz erst ganz zum Schluss abschmecken) und die Hälfte von dem Orangensaft angießen. Das Kraut bei kleiner Hitze gut schmoren lassen und nach ca. 30 Minuten den restlichen Saft und das Fruchtfleisch der Orangen hinzu geben. */insider_on Liebevoll die Lorbeerblätter betrachten, die sich im Sauerkraut tümmeln. Überlegen eine Ansichtskarte nach Österreich zu schicken. Nur so, um die Katzen zu grüßen. */insider_off Das Kraut weiter schmoren lassen bis die Flüssigkeit gut eingekocht ist und abschließend die Sahne angießen … und servieren!

Kuhkaterliebe



Er liebt Kuh einfach wie doll und verrückt.

2011-09-07

Habe ich gelacht eben!

„Immer Deutsche drohen in die Altersarmut zu rutschen. Die Bundesregierung sucht nach Konzepten, um das zu verhindern.”

Als die Bundesregierung das letze Mal nach neuen Konzepten gesucht hat (damals auf Anraten des Bundesverfassungsgerichtes hin), hatte sie in der Folge beschlossen ALG II-Empfängern die Leistung Rentenversicherung zu streichen und den Empfängern empfohlen für die Leistung der Pflichtversicherungszeit selber aufzukommen vom Regelsatz.

Soviel Idiotie hat schon wieder Charme.

Musikalische Impotenzen

2011-09-06

Menschliches

2011-09-05

So langsam ist ja wieder Wildzeit …

2011-09-04

Wenn Babies sterben …

In einer Klinik in Siegen sind innerhalb von zwei Tagen drei Frühgeborene gestorben, eine Häufung die – wenn es auch oft bei Frühgeborenen lange Zeit um Leben und Tod geht – unüblich ist. Nun wird hinsichtlich der Ursache ermittelt.

Es bleibt nur das Beste zu hoffen.

Interessant der abschließende Absatz im Artikel von spiegel.de, der darüber informiert, was aus den Ermittlungen hinsichtlich der Todesfälle von Neugeborenen in einer Klinik in Mainz im vergangenen Jahr geworden ist. Schnell hatte man damals herausgefunden, dass die Babies infolge von verunreinigten Nährlösungen zu Tode gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft indes hat die Ermittlungen eingestellt: „Es konnte kein strafrechtlich relevantes Verhalten fest gestellt werden.” Es wird sinnvoll sein, wenn so nicht mehr gegen die Klinik bzw. Mitarbeiter der Klinik ermittelt wird. Warum jedoch nicht gegen den Produzenten der Nährlösung ermittelt wird, steht im Artikel nicht.

Oder doch. Die Antwort liegt im Deutschen Verbraucherschutz, den es juristisch nicht gibt.

2011-09-02

Was man auf Twitter alles so lernt …

Mein persönliches Befremden im Prenzlauer Berg

Ich habe es nicht so mit dem Prenzlauer Berg als einen der Berliner Bezirke, in denen ich mich öfter als notwendig aufhalten müsste. Ich bin dort immens verunsichert, denn im Prinzip kostet alles mindestens einen Euro mehr als woanders und mindestens zwei Euro mehr als in Neukölln in den Filialen gleicher Ladenketten – aber das wird sich ja bald ändern. Die Menschen dort sprechen nicht so oft noch Deutsch. Und wenn sie aber doch noch Deutsch sprechen, hört man nie einen Berliner Akzent mehr, sondern wohlgenormtes Hochdeutsch (denkt Euch hier den blöden Schwaben-Spruch), wenn Mami dem dreijährigen Leon-Rinaldo und der zweijährigen Emma-Marie erklärt, was man alles nicht tut aus biologischen Gründen. Läuft man durch Prenzlauer Berg in den kleineren Straßen im Sommer an einer dieser vielen kleinen Bio-Eistheken „Mami, ich will Bio-Eis, ich will ein Bio-Eis!” (Bio-Eisbuden müssen dort die Lizenz zum Geld scheißen sein!) vorbei, muss ich die Straße wechseln, weil diese völlig in Beschlag genommen wird von Muttis, Papis und deren Gören, die die Laufwege blockieren und mich die gleiche Panik befällt, die mich in den 80igern befallen hatte, wenn mir morgens auf dem Weg zur Arbeit ein Pulk Tauben die Straße versperrte. Meine Tauben-Phobie wurde durch eine Prenzelwichser-Phobie substituiert.

Es gibt also nicht sooo viele Gründe mich in diese Region meiner persönlichen Abneigung zu begeben. Außer wenn ich einmal Katzen sitte, was ich dieses Jahr öfter tat, weswegen ich auch letztendlich öfter im Prenzlauer Berg unterwegs war als mir gut tat und es ein Glück war, dass die zu befütternden Viecher niedlich genug sind, um meine persönlichen Qualen zu kompensieren. Dann gibt es diesen einen Second-Hand-Laden gegenüber der Katzensitterstelle, der es als einziger Second-Hand-Laden in der Stadt schafft, die Klamotten nicht stinkend anzubieten, weswegen sogar ich mich ausnahmsweise in der Lage sah in diesem Jahr dort mehrfach Sommerröcke für sehr wenig Geld zu erwerben – weil es ja in diesem Jahr im normalen Handel nur Shorts gab oder sehr kurze Röcke nur mit Leggins zu tragen, die ich auch seit den 80igern nicht mehr anziehe. Und es gibt einen Laden, der französische Lebensmittelprodukte anbietet, den ich auch gerne hier und da als Kundin beglücke. Andererseits, dessen Produkte finde ich auch auf einem Wochenmarkt in Charlottenburg … also … kein echter Grund, meine Abneigung geographisch allzu oft zu unterlaufen.

Dass ich mit dem Prenzlauer Berg wirklich nichts aber auch wirklich gar nichts mehr zu tun haben will, das ist mir letzte Woche aufgefallen, als ich dort an einer Döner-Imbissbude vorbei lief, die draußen Tische offerierte an denen Menschen saßen, die ihr Döner im Brot (!) auf dem Teller (!) mit Messer und Gabel (!) aßen.

Der Prenzelwichser kommt eben von einem anderen Stern und lebt in einer Galaxie, die nicht meine ist.

(Aus der Reihe: ein Gentrifizierungsblogpost in Ehren soll creezy niemand verwehren.)

2011-08-31

Zalando – Ihr nervt!

Neulich ist es mir passiert, ich habe nach dem Ausloggen bei gmx versehentlich auf das Foto der abschließenden Werbung geklickt und bin – es war eine Auflistung unterschiedlicher Kleidungsstücke – direkt bei Zalando gelandet, auf deren Seite mir ein ärmelloses Top präsentiert wurde. Das guckte ich mir also kurz an, bis ich mein Versehen bemerkte und klickte die Seite weg.

Kurz: ich habe mich – aus welchen Gründen auch immer ich auf diese Seite gelangt bin – offensichtlich dazu entschieden dieses Produkt nicht kaufen zu wollen. Und zwar: nicht. Und zwar nicht: jetzt nicht und irgendwann vielleicht doch einmal. Nein, meine klare Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt: ich möchte nicht Erwerberin dieses Tops sein.

Seitdem kriecht mir Zalando wie ein Stalker in allen Ecke dieses Internets, die ich gelegentlich heimsuche, hinterher und preist mir dieses Shirt an, zu dem ich bereits sehr deutlich einmal „Möchte ich nicht haben!” kommuniziert habe. Egal, wo ich im Web bin, sofern diese Präsenz Online-Anzeigen implementiert hat, Zalandos Site Branding ist mit mir da und kaut mir seit drei Wochen ein Produkt vor, das ich mittlerweile so widerlich finde, dass ich sehr schlimme Scherenschnitt-Fantasien an dem Stoffprodukt entwickle. Dieses Gefühlt der Widerwärtigkeit hat sich mittlerweile sowieso auf den Lieferanten übertragen.

Ehrlich? Ist das der Sinn von Online-Werbung? Dass ich nun in der Konsequenz niemals in diesem Leben etwas von Zalando kaufen werde? Wow! Ich werde dann jetzt Teufel.de besuchen. Die nerven zwar genauso mit ihren Site Brandings im Web aber mit deren Produkten kann ich irgendwie besser leben.

Mietenstopp - Demonstration in Berlin


Alle Hintergrundinformationen und Angaben zur Demo hier! Samstag, 3.September 14:00 Uhr Hermannplatz, Berlin-Neukölln.

2011-08-30

Ich wette, …

der Herr Dr. Jan-Marco Luczak war noch nie Empfänger von ALG II und hat vermutlich sogar schon die eine und andere Eigentumswohnung als persönliches Rentenmodell für sich angeschafft. Steigen die Preise, müsse man eben an den Stadtrand ziehen, meint Luczak und formuliert seine politische Nähe zum Modell der Gentrifizierung.

Bei Google nach …

„junge Dinger” suchen und dann hier bei mir landen, ist doch auch blöd.

2011-08-29

125 Jahre Automobil – die Mercedes-Party in Berlin

Meine elementaren Erinnerungen an einen Mercedes sind rar und eher frühkindlicher Natur und bestehen aus immer wiederkehrenden höflichen Übergaben meines Mageninhaltes an die Öffentlichkeit, wann immer ich auf den Rücksitzen im Benz meines Onkels Platz nehmen musste. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Mann so schlecht fuhr oder einfach an diesem für uns damals neuen Medium der Fortbewegung. Jedenfalls, wann immer ich einen Benz sah, wusste ich Bescheid! Später kann ich mich erinnern, habe ich einmal in einem Mercedes die Handbremse gesucht. Lange. Man, war ich pissed!

Nun, wie dem auch sei, Mercedes Benz feiert 2011 125 Jahre Autojubiläum und das zelebrieren sie in den Städten Deutschlands ganz ordentlich, wie ich finde. Neulich gab es in Stuttgart zum Beispiel ein Placebo-Konzert – ohne mich. Dieses Wochenende war große PS-Bespaßung auf dem Hangar vom ehemaligen Flughafen Tempelhof angesagt und das habe ich mir gestern nicht nehmen lassen anzusehen. Leider wurde schon früh der Einlass zum Hangar verwehrt, also habe ich die Fotos von der Seite des Tempelhofer Feldes gemacht – das Milchige auf den Fotos sind keine Geistererscheinungen, sondern Zaun.



Neben einem lustigen Gelände-Parcour (soweit ich das mitbekam, durften da immer Leute mitfahren), gab es lustige Demonstrationen vom Kurvenverhalten von Mercedes Trucks und äh … Transportern:



Die Transporter-Demonstration war überflüssig, denn die Dinger, wild geworden von Testosteron geblendeten Halbjüngern gesteuert, haben wir ja täglich auf den Straßen vor Augen, wenn wir im letzten Moment unser Leben rettend zur Seite hüpfen.

Aber die Trucks im Kamikazemode, die waren lustig!







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Es gab auch eine kleine Rennstrecke auf der die Silberpfeile ihr Können einzeln und im Pseudorennen demonstrieren durften. Was für ein Sound! Automotoren, wenn sie denn richtig heulen können, die haben etwas. Da wird die Magie vom Rennsport schon verständlich … also nur als Zuschauer. Hach, wenn man denn nur einmal selber steuern dürfte …











Dann gab es noch die hübschen flinken Umbauten …



… die, Drama, Baby, Drama! …



etwas Gummi ließen:



Jedenfalls wissen wir nun, dass der Begriff „heißer Asphalt” von AMG stammt.

Und last but not least, die Schönen unter den Biestern, hätte ich gerne einen davon. Eingepackt und mit Schleife drum herum.



2011-08-28

Der, die, das Blog

Das Weblog, das Logfile, das Online-Tagebuch, das Tagebuch: das Blog. Soweit die sinnvolle Logik innerhalb der Übersetzung aus Ableitung einer Sprache, die selber keine Artikel vorgibt ausser einem sachlichen.

Die Argumentation, man könnte der Blog sagen, weil es in der Lautsprache „der Block“ so nahe käme, halte ich persönlich für … äh dummdeutsch. Nur die Deutschen gehen so unkritisch mit ihrer eigenen Sprache um, dass sie einen alten Sprachbegriff und physisch greifbare Sache wie „der Block“ mit einem physikalisch nicht greifbaren online Phänomen überschreiben wollen – ohne sich auch nur einen Hauch von Gedanken darüber zu machen, was sie damit eigentlich mit diesem Begriff „der Block“ anstellen. So ganz tot ist das Schreiben auf Papier dann nämlich doch noch nicht. Sprachentwicklung in der Moderne: ja bitte, gerne! Aber tut es mit Sinn und Verstand. Bitte!

Und dann jetzt mal eine leicht ketzerische Frage an alle Männer (es sind nämlich witzigerweise vornehmlich Männer, gerne sogar sehr junge BWL-Absolventen, die sich ebenso gerne SEO auf die Visitenkarten schreiben und in ihren eigenen Blogs nicht inhaltskonform, dafür reichlich hohl suchmaschinenkonform texten, die „der Blog“ sagen), warum tut Ihr Euch eigentlich so schwer damit, die ganze Chose „die Blog“ zu nennen?

Lasst uns doch den sinnfreien Variantenreichtum einfach komplettieren!

mybook alarm



Download bei MOApp

Das Blöde ist …

würde man Apple Computer nur an der Vehemenz seiner Feinde berechnen – die Bude würde nicht erfolgloser.

Kennt einer zufällig die genaue Schwanzlänge von Hal Faber?

Denn ich bin seit heute sein Groupie und möchte ein Kind von ihm. Ach Quatsch, seien wir ehrlich: ich will bloß sofort Sex haben mit ihm!

Verdammt!

Die Weißstörche haben sich vom Acker gemacht.

Und ich habe noch nicht ein einziges Weihnachtsgeschenk!

2011-08-27

Dahlie 2011


2011-08-26

Wenn ich König von Deutschland wäre …



würde ich sofort verbieten, dass sich Autofahrer zwischen meine Kamera, meinereine und einer DS stellen. Ehrlich!

(Aus der Reihe: das Rauschverhalten einer Nokia-Kamera ist auch nicht viel schlimmer als das einer Canon ixus 90.)

Kiezknete


2011-08-25

Ich und Steve (Jobs)

Ich muss das jetzt aufschreiben, denn ich möchte nicht eines Tages in die Situation kommen, es als Nachruf verfassen zu müssen. Die Nachricht gestern mitten in der Nacht, dass Steve Jobs seine Aufgabe als CEO bei Apple niederlegt, der Wortlaut seiner schriftlichen Stellungnahme, haben mich sehr betroffen gemacht. So wie mich schon die Auftritte von ihm in letzter Zeit sehr betroffen gemacht haben, denn er sah einfach nicht gut, also nicht gesund aus. Und er sah leider auch nicht nach einem Patienten auf dem Weg der Besserung aus. Und ich hatte kein gutes Gefühl. Die Nachricht hinsichtlich seines Rücktrittes verringert dieses Gefühl leider nicht.

Ich habe meine sehr eigene Historie mit Steve Jobs, mit Apple. Ich verehre diesen Mann. Ja, ich bin wohl das, was man gemeinhin als einen Apple-Jünger (na jut „Jüngerin”) bezeichnet. Ich bin auch ein kritischer Apple-Anwender. Beispielsweise kam mir nie ein iPod ins Haus alleine aufgrund der Apple Akku-Policy – die ich bei Apple grundsätzlich kritisch sehe. Nein, ich halte Steve Jobs nicht für einen Gott. Aber ich halte ihn für einen visionären, fortschrittlichen, kreativen und natürlich ehrgeizigen Menschen. Müsste ich mir heute ein Kompetenzteam zusammen stellen, um eine neue, vielleicht bessere Welt zu schaffen – ich wollte ihn unbedingt dabei haben.

Ich war noch relativ am Anfang meines beruflichen Werdeganges und hatte in den mittigen 80-iger Jahren als Angestellte in einem medizinischen Großhandel nach zweieinhalb Jahren in dem Unternehmen alle mir möglichen Aufstiegschancen durchlaufen und wusste, ich müsste mich nun neu orientieren müssen, um beruflich weiter zu kommen. Seit meiner Zeit auf dem Gymnasium, wir waren eines der ersten in Berlin, die so etwas wie Computer bekamen (drei an der Zahl), wusste ich – oder war ich bequem genug zu wissen – ich will etwas mit Rechnern machen. Ich war mit dem Thema Medizin zu dieser Zeit durch, aber: Rechner sollten es irgendwie sein. So standen in den Stellenanzeigen hiesiger Tageszeitungen kurz hintereinander Anzeigen zweier Computerfirmen hier in Berlin, die jemanden für den Vertrieb als auch Empfang suchten und ich fühlte mich ausreichend angesprochen, dort meine Chance als Quereinsteigerin, gänzlich branchenfremd mit allenfalls etwas junger kaufmännischer Kompetenz, zu versuchen.

Das erste Unternehmen, Pandasoft, lud mich direkt nach dem Vorstellungsgespräch zu einem Probearbeiten ein, danach hätte ich den Job haben können, fand aber das Arbeitsumfeld überhaupt nicht attraktiv – hatte aber dort das allererste Mal in meinem Leben an einem Apple Computer gesessen, beziehungsweise überhaupt von dessen Existenz erfahren. Und wie der Zufall es so wollte, war das zweite Unternehmen, H/S/D/ (das Unternehmen aus dem später übrigens Gravis entsprungen ist), genau der Konkurrent zum ersten, man suchte eine Mitarbeiterin für einen in Kürze neu zu eröffnenden elitären Ladenshop in Tiergarten. Und dort stimmte im Vorstellungsgespräch alles: der Geschäftsführer (der erste), die künftigen Kollegen, die dort immer um mich herum wuselten (und sich das Vorstellungsgespräch, das vorne in einer Ladenecke stattfand, hinten alle zusammen auf Video angeguckt hatten – und mich losgelöst von Cheffes Meinungen wollten, wie ich später erfuhr). Es folgte noch ein Abendessen mit den anderen beiden Chefs und Unternehmenseignern, dann der Arbeitsvertrag und der Arbeitsbeginn. Die heiße Phase des Umbaus und Umzug, für mich doppelt spannend, weil ich zudem neu in die thematische Welt von Personal Computern, Software, Netzwerken abtauchte und einfach glücklich war, weil ich mein Metier gefunden hatte und ein wundervolles Arbeitsumfeld. So wurde ich zu einer der ersten Frauen in Deutschland, die (Apple) Computer verkaufte. (Yep, wir waren noch rar damals in dem Geschäft.)

Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gewusst, was ich dabei vor allem für ein Glück hatte, bei einem Apple Händler gelandet zu sein. Für uns war alles ein bisschen wie Woodstock. Die Chefs waren jung und cool. Die Kollegen waren ein bunter Haufen irrer Chaoten, wir liebten uns sehr auf unsere eigene Weise. Wir verbrachten mehr Zeit auf der Arbeit, auch nach der üblichen Arbeitszeit als nötig, weil wir im Keller noch zusammen Flugsimulatoren spielen wollten oder uns einfach nur unsere Geschichten erzählten. Wir waren Arbeitskollegen und Freunde. Wir waren eine engagierte, einzigartige Clique mit einer Mission: Apple Computer verkaufen. Was keine besondere Schwierigkeit war, denn unsere Kunden wollten die sowieso – und die meisten von denen waren eben auch nur coole Kreaturen. Und dann waren da unsere Helden: Steve Jobs und anfänglich noch Steve Wozniak. Dazwischen war noch Apple in München, die hielten wir elitäre arrogante Pappnasen (bis auf sehr wenige Ausnahmen unter den Mitarbeitern) aber Apple USA, das war unsere Mission! Wir waren alle unglaubliche Individualisten – so wie die Kisten, die wir vertickten!

Wir verkauften damals gerade die Anfänge des Macintoshs, die liefen unter OS 6.x das Apple Logo war noch quergestreift bunt, „queer” würde man die Farbgebung wohl heute nennen. Ich traf auf Begriffe wie graphische Benutzeroberfläche, DTP, Pixel, Zoll, Photoediting, WYSIWYG. Ich liebte Ragtime – unser aller Bürotool – mit dem man unendlich leicht rahmenorientiert Layouts basteln konnte. Ich lernte Software und Anwendungen kennen und lernte Dinge zu tun, von denen ich nie eine Ahnung hatte, das es sie gibt oder wie sie funktionieren oder mir vorher meine Lehrer an der Schule ausgetrieben hatten zu tun: ich programmierte! Und zwar trotz meiner Dyskalkulie, die mir im EDV-Wahlpflichfach noch den Hals gebrochen hatte. Das ging plötzlich ganz leicht mit FileMaker! Ich war gar kein logischer und mathematischer Doofie mehr – ich konnte Rechner! Ich konnte coole sinnvolle Dinge machen – und Spaß dabei haben! Fuck! Ich konnte Speicher in SEs einbauen ohne Bildröhren zu zerdeppern!

Wir hingen – es gab zu dem Zeitpunkt noch keine deutschen Mac-Zeitschriften, MacUp und MacWelt wollten erst noch kommen – an den Lippen unserer Chefs, wenn die von der Apple World zurück kamen und uns mit roten Jetlagaugen von Steves Keynotes berichtete. Im Jahr des Erscheinens des Mac II – dem ersten Apple ohne integrierten Screen, DEM ersten echten DTP-Macintosh – haben wir, die Kollegenbande, gesessen, den Worten gelauscht, Applaus geklatscht und sind tagelang mit roten Backen in Erwartung der ersten Lieferung rumgelaufen. Und wenn dann die ersten Lieferungen der neuen Geräte kamen, rannten alle runter ins Lager und wollten die neuen Kisten als erste auspacken, anfassen, riechen, installieren, mit ihnen arbeiten. Bei uns liefen die Macintoshs liebevoll unter «Bärchen”, wir fanden die alle heiß! So war es mit jeder Neuerscheinung. Und so waren auch unsere Kunden, die uns mit Bestellungen noch lange vor Verfügbarkeit zuschütteten. Wir bastelten ganz simple Anwendungsscripte in HyperCard. Dann die Revolution vom SE/30, dem ersten Deskoptmac mit Farbkarte und -screen. Der AppleShare-Dateienserver! Unser erster Server! Wir tauschten Dokumente aus über Kabel! Nix mehr via Diskette oder so! Hammer!

Wir hatten damals noch Systemabstürze, die ein versöhnliches Icon mit einer Bombe und dem Fehlercode brachten. Irgendwann waren wir echt vernetzt, kommunizierten im Haus (und der Großkundenniederlassung am Ku‘damm) via Broadcast – dem ersten Chatprogram auf dem Macintosh, das Abstürze verursachte ohne Ende. Und in der Folge cholerische Anfälle von Kollegen ohne Ende. Wir wuchsen, wurden größer, arbeiteten uns dumm und dämlich. Und irgendwann musste Steve Jobs bei Apple gehen und die ganze Sache bekam einen merkbaren Bruch, wenn dieser zu diesem Zeitpunkt finanzpolitisch auch nachzuvollziehen war.

Oder später, die erste System-Revolution: OS 7 – System 7 genannt – der Durchbruch überhaupt mit dem MultiFinder und einem 32-Bit-System, „Drag und Drop” und Aliase – erstmals poppte das Wort Multimedia mit QuickTime hoch! TrueType wurde geboren, Unicode! Wir schoben längst schon keine Disketten mehr, wir speicherten auf internen und externen Harddisks, erst 10 MB, dann 20, dann 40, 80, 120 MB. Später die ersten flexiblen Harddisks in schweren Metallgehäusen mit 40 MB Wechselplattenlaufwerken! Mac Plus, SE und SE/30 galten als transportable Macs und so verkauften wir für sie auch Tragetaschen in Größe von kleinen Golftaschen – ja, die Leute reisten ernsthaft mit diesen Macs durch die Weltgeschichte. Und wir machten Firmen-Incentives noch und nöcher nach Irland, Cork, der europäischen Apple-Fabrik oder in die USA, Türkei. Es war eine großartige Arbeitszeit!

Es kamen nach dem Mac II, der LC, der II x, cx, ci, si – DER Schlepptopp: der Macintosh Portable. Wir fingen ab 1990 also an mit Rechner in den Urlaub zu fahren (meinen damaligen Freund hatte ich mir natürlich unter den mitarbeitenden Chaoten ausgesucht). Wir fingen an zu surfen, d.h. wir schickten zuerst nur Mails hin- und her. Es gab AppleLink, jeder Händler hatte zwei Adressen. Ich war mittlerweile für die Distribution innerhalb der Firma zuständig (wir waren führender Netzwerkompenentenanbieter über die Rechnerwelten hinweg in Deutschland) Ethernet lief anfänglich noch in Reihe mit BNC und Thickwire und die Rechner kamen gänzlich ohne die notwendigen Komponenten on board – und wehe irgendwo im Netz war ein Stecker lose! Dabei war es damals schon so einfach für uns zu netzwerken, weil Apple erstaunlich offen war, wenn es darum ging Rechner mit fremden Systemen in heterogene Netzwerke einzubinden. PC-Emulationen auf dem Mac liefen längst – und wir verkauften das Zeug – und wir hatten Spaß ohne Ende dabei! Wir waren die Zeugen, die all diesen Begrifflichkeiten, die heute als so selbstverständlich genommen werden, in der Entstehung ihrer ersten Sekunde beiwohnen durften. Und all dieser Zauberkram kam von Apple, wenn auch die Rechner langsam zu Mainstream verkamen und die Umsätze zu wünschen übrigen ließen. Der Newton. 1993! Wenn zu seiner Zeit ein Flopp – muss man sich den Newton heute als Urgroßvater des heutigen iPads denken. (Der war übrigens mal kein Jobs-Geniestreich.)

Steve Jobs gründete mittlerweile NeXt, die Geschäftsführung von H/S/D gründete eine weitere Firma, die die NeXt-Computer vertreiben sollte. Sie glaubten an Unix und an Steve Jobs. Es waren die ersten Tage des Internets in Deutschland. Ich orderte längst via e-Mail meine Bestellungen in den USA. Wir stellten die erste Computer-Diebstahl-Datenbank ins Netz! Wir bauten unsere erste Webseite für unsere Händler mit einem Bestellserver. H/S/D/ – mittlerweile unter der NeXt AG zu einer Tochter, wie auch die gegründete GRAVIS, geworden – ging über die Wupper, weil die Banken in den ersten harten Krisentagen Kredite nicht mehr für alle Unternehmen verlängern wollte. Ich ging schon drei Monate früher und dachte damals, ich bräuchte dringend beruflich eine ruhigere Zeit, nachdem ich jahrelang ständig neue Mac-Modelle und diverse Softwareupadates im Jahr den Kunden verkaufte und einfach ausgebrannt war. Ich hing eine Zeitlang in die Immobilienbranche herum und musste lernen, dass ich für den Rest meines Lebens verdorben worden war, was das Arbeitstempo anbelangte. Ich langweilte mich zu Tode! Aber mittlerweile war ich kreativ – ohne wirklich Ahnung von Design zu haben – ich gestaltete Werbematerialien, Preislisten, Faxangebote. Ich entdeckte Schriften, ich lernte Typographie kennen. Ich tat Dinge, die ich nie getan hätte, wäre ich nicht irgendwann bei dieser Firma namens Apple gelandet – weil alles so unglaublich leicht zu erlernen war, selbst für den Laien. Ich war mein Leben lang beruflich immer eine einzige Autodidaktin – und nein, damals, vor allem in den allerersten Jahren, gab es eben kein Internet und kein YouTube! Wir lasen Manuals, wir lasen Fachtermina, wir lehrten uns gegenseitig DTP und Bildbearbeitung – wir wollten all das können, was diese Apple Computer auch konnten. Weil wir sie nutzen wollten! Sie machten Spaß. Sie waren unsere Drogen, unserer Hype, unser Leben. Und das alles war eben auch und wegen Steve! Irgendwann kehrte ich zu der aus ihrer Netzwerkabteilung neu gegründeten H/S/D/ zurück in meinen alten Job. Wir waren mittlerweile auch ISP, wir verkauften Internet!

Steve Jobs selbst kam 1997 zurück zu Apple, nach seinem wundervollen Happening mit Pixar, und schenke uns den iMac. Apples Computer bekamen fortan Farbe und Apple schrieb eine völlig neue Erfolggeschichte. Steve Jobs brachte 2000 den Cube – für den die User damals (wie eigentlich auch schon beim Newton und eMate 300) längst noch nicht reif waren – und musste die Produktion wieder einstellen, bis wir Jünger 2005 den Mac Mini „endlich” begriffen. Es gab oft solche Momente, wo selbst wir, die wir im Prinzip alles von Apple bedingungslos schätzten, den neuen Produkten oder Visionen von Jobs längst noch nicht so nahe kamen und sie verstehen konnten, wie sie in ihrem Nutzen längst von ihm erkannt worden waren! Der Rest ist Geschichte – über iTunes, MacBook Air, iPhone, iPads muss man heute nichts mehr sagen. Das alles ist Steve Jobs!

Gesehen habe ich ihn einmal von Weitem auf einer MacWorld in Boston, die ich besucht habe. Er hat halt Charisma. Das über ihn zu schreiben, ist nichts Neues mehr.

Dass ich heute mit diesem Medium Internet so vertraut bin und über dieses Medium soziale Kontakte generiere: ich verdanke das Steve. Das ich in diesem Bereich weiter arbeite, ob in der Fotografie oder Typographie: ich verdanke das Steve. Dass ich heute schreibe, immer über die Jahre geschrieben habe: das verdanke ich Steve. Dass ich mir überhaupt sehr viele Dinge über die Jahre beruflich zugetraut habe: das verdanke ich Steve. Er hat mir mit den Apple Computern und der Software Hilfsmittel in die Hand gegeben, die mich sehr schnell darauf konzentieren ließen produktiv zu arbeiten und meine Energie in die Erarbeitung von Fachwissen stecken ließ, mir aber zu keiner Zeit das sinnlose Begreifen irgendeiner obsukurer, mir nicht logischer Technologie aufdrängte, bis ich endlich produktiv sein konnte. Und vor allem: Steve Jobs hat mir gezeigt, was es für das eigene Leben bedeutet Visionen zu haben – und diese zu leben!

Das alles ist für mich Steve Jobs. Er hat mein berufliches Leben und somit auch mich persönlich geprägt, wie kein anderer Mensch auf diesem Planeten. Und vielleicht mögen einige Menschen nach dem Lesen dieser sehr langen Zeilen verstehen, warum man Steve schon immer ein bisschen als einen Gott betrachtet hat in unserer Welt. Wir waren nie unkritisch, wir waren nie verblendet. Aber: wir waren immer persönliche Nutznießer seiner besonderen Genialität!

Und wenn er sich jetzt auch offiziell aus dem Geschäft zurück gezogen hat, ich wünsche ihm noch ein möglichst langes Leben. Denn ich kann mir meines ohne ihn eigentlich nicht mehr vorstellen. Alles Gute, Steve!

thx steve!

2011-08-24

Mein einer kleiner Sonnenschein im Sonnenschein


Kluge Gedanken über das Rauchen

„Ich habe jahrelang an einem neuropathologischen Institut an Krebs geforscht. Dort habe ich mit eigenen Augen gesehen, was Rauchen anrichtet: bei der routinemäßigen Begutachtung von Tumor-Biopsaten, die Patienten aus dem Hirn entnommen worden waren, wurde sehr häufig festgestellt, daß es sich dabei um einen sekundären Tumor, eine Metastase handelte, die sich vom Primärtumor aus der Lunge abgesetzt und schließlich im Hirn eingesiedelt hatte. Der Patient hatte also einen metastasierenden Lungenkrebs, der erst durch eine Metastase im Hirn und die damit verbundenen Symptome, derentwegen er überhaupt einen Arzt aufgesucht hatte, aufgefallen war. Fast immer bedeutet eine solche Diagnose das Todesurteil und fast immer sind/waren solche Patienten Raucher.”

Quelle: Cornelius Courts, „Rauchen entnormalisieren”, scienceblogs.de

Möge Peter Scholl-Latour …

… dann künftig bitte die Klappe halten über Sachverhalte, die er kaum nachvollziehen kann, weil er sehr wahrscheinlich niemals Opfer einer Vergewaltigung gewesen ist. Oder? Was wissen wir über die Vergewaltigung/en, die er hinnehmen musste, dass ihm solche Aussagen so leicht von der Zunge fließen?

Ist Diallo auch unglaubwürdig, weil sie sich mehr hätte wehren müssen? "Zubeißen beim Oralverkehr" hat zum Beispiel Peter Scholl-Latour gefordert. […]

[…] Andererseits rät die Kripo, sehr, sehr vorsichtig zu sein, um den Täter nicht noch zu provozieren. Man verschiebt aber mit dem Vorwurf der Untätigkeit die Verantwortung vom Täter auf das Opfer.