2009-08-18

Essen



In der letzten Effilee habe ich den Artikel „Shake the Hands that Feeds You“ gelesen, in denen die aktuellen Bücher von Michael Pollan (USA) und Werner Lampert (Österreich) besprochen wurden. In beiden Büchern geht es um die Entwicklung der industriellen Lebensmittelproduktion, die Konsequenzen für die Landwirtschaft – vor allem für uns und unsere Gesundheit. Als Fazit des schmackhaften Artikels wurde die Empfehlung – so man sich gesund ernähren möchte und/oder abnehmen möchte – um Himmelswillen bloß einen Riesenbogen um Produkte machen sollte, auf denen mit den Worten „Light“ oder „Gesund“ geworben wird, ausgesprochen. Das Buch von Pollan „Lebensmittel – Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn“ habe ich für den Urlaub gekauft und lese es gerade. Das Fazit seines Buches packt Pollan sofort in den allerersten Satz des Vorwortes: „Essen Sie Lebensmittel, nicht zu viel und vorwiegend Pflanzen.“ Wenig später im Buch (an der Stelle, wo sich Polland über die US-Rindfleisch-Lobbyisten auslässt und aufzeigt, was ein gewisser politischer Disput 1977 in den USA für unsere heutige Ernährung für Konsequenzen hatte) schreibt Polland „Sie können also über dieses oder jenes Lebensmittel sagen, was Sie wollen, aber offiziell dürfen Sie den Leuten nicht erzählen, sie sollten weniger von ihm essen, denn wenn Sie das tun, wird die jeweilige Branche Sie mit Haut und Haaren verschlingen.“ Anhand dieser US-Rinder-Lobby-Geschichte macht Polland auch klar, warum wir die unschöne kulturelle Entwicklung genommen haben, heute nicht mehr über Lebensmittel zu sprechen, sondern diese ausschließlich über ihre Nährstoffe zu definieren.



Sehr spannendes, informatives und kurzweilig geschriebenes (Taschen-)Buch zum Thema Ernährung heute, das ich empfehle. ISBN 978-3-442-21872-1 € 7,95

Udo Pollmer ist dem gemeinen Essliteratur-Leser ganz gut bekannt: „Prost Mahlzeit“, „Wer gesund isst, stirbt früher“ sind seine Werke. Pollmer ist Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, kurz E.U.LE. und somit Herausgeber des Ernährungsmagazins E.U.L.E.n-SPIEGEL, das immer wieder gerne mit denen uns von von der Lebensmittel-Lobby erzählten Ammenmärchen über Ernährung aufräumt. Pollmer ist auch für die Kolumne „Mahlzeit“ (als Text oder Podcast abrufbar, absolute Feed-Empfehlung!) beim Deutschlandradio Kultur verantwortlich. Von ihm aktuell in der Galore (endlich ENDLICH! mit ihren Interviews auch online zu lesen!) ein sehr charmantes Interview zur Ernährung, was uns krank macht, was uns dick macht und wer uns so alles essschädigt, wenn wir es nicht selbst tun. „‘Ernährungsberatung’ ist in erster Linie Gewalt von Frauen gegen Frauen.“ (Beware of the böse Kartoffelschale!)

2009-08-16

Wenn man dann …

nach gut zwei Tagen mehr oder weniger anstrengender Autoreisetätigkeit durch das eigene und danach das fremde Land am Bestimmungsort ankommt und sich im Schein einer Taschenlampe (weil man die sehr kreativ angebrachten Lichtschalter noch nicht alle ad hoc finden konnte) die Treppe zum Schlafzimmer erklimmt und sich einem am oberen Treppenabsatz dieses Bild anbietet:



… weiß man doch, man ist in der Fremde und doch ganz zu Hause. Schön, wenn man von einem Haus so unaufdringlich herzlich begrüßt wird!

2009-08-15

Ich hatte gut zu tun …

Beispielsweise die letzten 12 Tage diese Aussicht zu betrachten … oder denen beim Fressen zuzugucken … oder wie die Göttin in Frankreich zu leben … Die üblichen Klischees bedienen eben. Seid bloß froh, dass ich mich überhaupt noch an mein Blog-Password erinnern konnte. War was?

2009-07-31

Durch die Republik …

so ein erster Reisetag, hat auch etwas. Die Tour bis nach Kehl, wo wir eine Nacht Station machen, war heute sehr (und unverhofft) angenehm. Bis auf zwischendurch ab und zu zäher Verkehr und etwas sehr stockender Verkehr auf dem letzten Autobahnstück Richtung Karlsruhe ging das alles sehr zügig und charmant von statten. Ansonsten kann man im vorbei fliegen nur sagen: Deutschland ist schön. Und der Sommer, der immer mal wieder viel Regen geschenkt hat, hat es noch schöner gemacht. So viele Eindrücke und nie die Zeit gehabt mit der Kamera das ganze schöne Schön rechts und links neben der Autobahn festhalten zu können. Und je näher wir nach Süden kamen, umso wärmer wurde es.

Da die eine junge Mitreisende viel Wert darauf legt regelmäßig auf Toilette zu kommen, haben wir wie im Bilderbuch vorschriftsmäßig spätestens alle zwei Stunden kurze und längere Pausen gemacht: mit der Folge, dass wir wirklich sehr entspannt hier angekommen sind und nach einer Dusche uns mit Käseplatte und – natürlich, wenn schon denn schon – ich mit Maultaschen und mit ‘nem ordentlichen (noch) deutschen Wein einen sehr netten ersten Urlaubsabend in Begleitung verheißungsvoller Frankreichlandkarten hatten. Sich keinen Stress auf der Autobahn machen, es einfach so zu nehmen wie es kommt, ist die halbe Urlaubsmiete.

Bin schon fast ganz doll entspannt! Morgen so gegen 09:15 Uhr dann Grenzübertritt: ich freue mich auf diesen Franzosenland wie Bolle! Es wird großartig werden!

Ich mache dann jetzt mal …

Ferien.

Käse schnuppern, Lavendel sammeln, Thymian bestaunen, lecker essen, Croissants testen, Café Crème Erfahrungen sammeln, Rosé besprechen, Grillen zirpen lassen, lange schlafen, lesen, Franzosen nicht verstehen … was man eben so tut.

Bleibt mir gesund und munter, ich wünsche Euch ein grandioses Sommerwetter in der Zwischenzeit und gute Laune!

2009-07-27

Frage:

Lebt Michael Jackson noch?

(Webseitenbastler genießen bitte still den Sourcecode der Seite.)

via grillmaster2000

2009-07-26

Ist bestimmt …

schön hell zu Hause.



Aber mit Kunstblumen haben ‘se ja Erfahrung.

Braunschweig geht gegen Flashmobs vor

Gemeinschaftliches Picknicken in der Öffentlichkeit ist nicht mehr!

2009-07-25

Lustiges

Pfützen umradeln …

Den ganzen Tag lang.

Das Original! Fly Guy

Simon's cat fängt ‘ne Fliege, meiner Meinung sein bester Film von allen bisher:

Frisst sich so …

durch meine Balkonbegrünung, da hätte ich ja doch gerne gewusst, wer das eigentlich ist?

2009-07-24

creezosec®

Jungs, Mädels – ich hätte da mal was für Euch:



get your grug on
via bedarfshaltestelle

Ich habe heute …

Darth Vader tanzen sehen:



danke an René von Spreeblick (i.d. Kommentaren)

Heute empfehle ich …

einen entspannten Freitag zu haben, etwas Sonnenschein



und Zitronen-Tarte …



zum Kaffee!

2009-07-23

Einen sehr kurzen Moment lang …

habe ich angefangen zu überlegen, WAS die Bulgaren da eigentlich gegen Schweingrippe spritzen? Aber als mir dann die Ideen kamen, wurde mir komisch und übel. Habe dann wieder aufgehört zu denken.

(Aus der Reihe: man muss ja nicht in jedes Land einreisen wollen.)

Südfrankreich

Vorfreude, nach ganz langer Zeit geht es Ende kommender Woche mal wieder in Richtung Cévennes.



Das letze Mal, als ich da war, habe ich noch analog fotografiert. Und sehr lange danach auch noch …

2009-07-22

Ich stelle mir so vor …

mein Arzt jubelt mir eine Diagnose unter, damit er endlich die 18. Patientin für seine Beobachtungsstudio hat und vom Pharmahersteller dafür endlich seinen Laptop gewinnt …

Auch drei Jahre …



ist er jetzt bei uns. Lino. Im ersten Moment war klar nach der Nachricht, dass wir ihn holen, er kommt und bleibt. Obwohl ihre „so genannten“ Freundinnen alle Schlange standen in der Bewerbungsreihe.

Nun ist er hier seit drei Jahren und hat eine ordentlich Portion mehr Sonnenschein in mein Leben getragen, als ich es je vermutet hätte. Dieser Kater ist ein Goldschatz und mittlerweile hat er längst die Mädchen davon überzeugt, dass er dazu gehört – auch wenn er aus einer ganz anderen Katzengalaxie zu stammen scheint, ihrer Meinung nach. Ich lege ihm die Hand auf den Bauch und aller Ärger, Frust, Schmerz scheint verschwunden. Er ist Therapeut, Medizinmann, Zauberer, Clown und Katze in einem.

Ich wünsche mir nur, er darf noch sehr sehr lange bei uns bleiben!

2009-07-21

Drei Jahre

sind drei Jahre zu viel und die traurige Gewissheit, dass es nur noch mehr werden können, macht es kein bisschen leichter.



Du fehlst. Und Deine kleine Enkeltocher sieht Dir so unfassbar ähnlich!

Wollt Ihr mal lachen …?

Mademoiselle Scholli

2009-07-20

Mal schnell dahin gesagt …

„Behindert ist man nicht, behindert wird man.“ not quite like beethoven hinterfragt diese Redewendung aus der Sicht eines Menschen, der nicht gut hören kann.

Ich verstehe ihn, seinen Unmut. Wenn etwas im eigenen Körper nicht so funktioniert, so wie es die Natur bei anderen vorgesehen hat und funktionieren lässt, dann ist man in diesem Leben auf das Entgegenkommen (Entgegenkommen ist übrigens etwas anderes als Mitleid!) anderer angewiesen. Da muss man die Kunst des Geben und Nehmens sehr gut und ausdauernd beherrschen. Aus ihrer Sicht eher die Kunst des Nehmens, denn man muss ständig darum kämpfen, dass andere Geben, damit man Nehmen kann: nämlich von Anderen die Umstände, die die eigene Individualität mitbringt – im äußeren Umfeld oft als Schwäche definiert – vereinfacht zu bekommen, damit man zusammen mit ihnen am Leben aktiv teilhaben kann. Wenn man das ein Leben lang tun muss, neue Menschen, die ins Leben treten immer wieder darauf einstimmen muss, kann das sehr zermürbend sein.

Irgendwie ist das doch fatal, denn die meisten Menschen, die ich bis heute erlebt habe, die mit einem besonderen Merkmal ihres Körpers oder Geistes leben (nichts anderes ist eine „Behinderung“ nur), haben andererseits mindestens ein und so hoch ausgebildetes Talent auf einem anderen Gebiet, dass ich mich als „08/15“-Mensch aber ganz weit hinten anstellen muss, um überhaupt mitspielen zu können. Liga-Reife nie gesehen! Wir nehmen indes aber nur die Behinderung der Menschen wahr, gucken nicht auf ihr außergewöhnliches Talent. Das öffnet vielleicht ein wenig den Blick auf die Dimension des Selbstbewusstseins, die ein Mensch von Haus aus mitbringen muss, um sich täglich mit uns „Untalentierten” hinsichtlich seiner persönlichen kleinen Ecke in der er nie Liga-Reife erlangen wird, auseinander zu setzen. Alle Achtung!

Zum gleichen Thema gab es neulich eine interessante Diskussion bei Spreeblick in den Kommentaren zum Rollstuhl-ReDesign-Post von Johnny. Die im Grunde wieder offen gelegt hatte wie wenig Ahnung wir doch vom Leben haben, das die Leute täglich leben, die nicht so hören wie wir, sehen wie wir, laufen wie wir, denken wie wir. Was für uns daraus wiederum für Ängste resultieren, etwas falsch zu machen. Was uns unsere kulturelle Lehre natürlich wieder verbietet, einfach zuzugeben. Denn es wäre eine Schwäche, wollen wir doch immer so aufgeklärt und souverän wirken. Wir haben Angst, eine Schwäche zu zeigen den Menschen gegenüber, die täglich und immer von ihrer Umwelt ihre „Schwäche“, weil sicht- oder messbar, demonstriert bekommen – ein bisschen skuril ist das schon oder?

Nein, wir sind im Umgang mit Menschen mit besonderen Merkmalen nicht aufgeklärt und souverän. Dafür haben viele von uns gar nicht ausreichend Zugang zu ihnen. Wir haben eben nicht von Natur aus den „Blinden“, den „Tauben“ und den Menschen im Rollstuhl sitzend in der engeren Umgebung von denen wir einen Einblick in deren täglichen Alltag erhalten könnten. (Und leider versemmelt unsere Bundesregierung gerade die Chance unserer Kinder in Integralschulen genau so leben und erfahren zu können, gewaltig!) Also bleibt uns nur zu kommunizieren. Damit schließt sich aber der Kreis, denn hier fangen ja die Berührungsängste an, darf man fragen? Wie darf man fragen? Darf man die Besonderheit überhaupt thematisieren? Und es öffnet sich prompt der nächste Kreislauf:

Denn Nichts ist schwarz und weiß, gut und böse, behindert und nicht behindert. Prallen Menschen mit ihren unterschiedlichen Eigenarten, Merkmalen, körperlichen und geistigen Talenten aufeinander, wird deren miteinander auch von äußeren Umständen, Tagesformen, meinethalben Bio-Rhythmen geprägt. Da ist ein Mensch nicht nicht bemüht oder direkt arrogant, nur weil er vielleicht müde ist und Signale nicht richtig deuten kann, da ist ein Mensch auch mal tierisch abgenervt, weil ihm zum x-wievielten Maß in einer Situation Hilfe angeboten wird, indes in einer anderen Situation, wo ihm wirklich Aufmerksamkeit helfen würde, die Tür vor der Nase zugeworfen wird. Dieses Geben und Nehmen ist ein unglaubliches sensibles Ding.

Denn: nehmen ist schwerer als geben. Ich bin eine kurze Zeit lang (wenn für mich damals auch viel zu lange) gezwungen gewesen an zwei Gehhilfen zu gehen. Es gab in meinem Umfeld viele Menschen, die sich wirklich aufopfernd um mich bemüht haben und mir sehr geholfen zu haben. Und man läuft dennoch unzufrieden mit sich durch den Tag, weil man nicht so kann wie man will. Auch weil man keine Ahnung hat, ob man jemals die Zuwendung, die man gerade erhält gleichwertig zurück geben kann. Was man schon deshalb nicht wollte, weil es bedeuten würde, dass es dafür Freunden ja auch mal schlecht gehen müsste.) Da löst das seelische Unzufrieden sein den körperlichen Schmerz 1a ab. Man ist ständig in einem Zustand auf die Zuwendung und Hilfe angewiesen zu sein und andererseits sich klein und „gehandicapt“ zu fühlen. Äußere Umstände, die den Alltag verdammt schwer machen, zeigen Wirkung und machen mürbe. Daraus resultieren Gefühle und manchmal ein Aktionismus, der die Umwelt denken lässt, „der/die ist jetzt aber undankbar.“ Es ist eine verdammte Crux in unserer heutigen hochleistungsorientierten und optimierten Welt nicht so funktionieren zu können, wie man es sollte. Gut, das war es wohl schon immer. Andererseits war das Erleben für mich, eine Chance sich zurück zu nehmen und wieder ein anderes Tempo zu leben und Dinge zu erkennen, die wichtiger sind als Leistung und Perfektion. Nur: davon wird der Mensch im Rollstuhl aber trotzdem nicht automatisch in unser Leben integriert.

Vielleicht sollten wir aufhören, uns alle auf einem Level sehen zu müssen und uns akzeptieren und nehmen wie wir sind. Der Umgang mit Menschen, die etwas weniger gut können als man selbst, ist der spannendere, denn die Menschen zeigen uns eine neue Dimension dessen wie wir den Tag erleben. Vielleicht geht es da weniger um verständnisvoll sein als um ein Miterleben und daraus eine neue Realität in größerer Vielfalt für sich zu ziehen? Für das einfachere Miteinander in Zukunft?

Manchmal glaube ich, ganz gut Ahnung zu haben vom Erleben der Menschen mit körperlichen oder geistigen Merkmalen, weil ich mit einigen von ihnen zusammen gekommen bin. Habe ich aber gar nicht. Deren Welt ist so unglaublich vielfältig und individuell, dass man nie Ahnung haben wird und sowieso nicht den einen Menschen mit dem anderen vergleichen kann. Funktioniert hier einfach nicht. Man muss immer wach bleiben und aufmerksam sein und: es wollen! Das Miteinander wollen - es nicht erst zulassen, wenn es einem zufällig aufgedrückt wird.

Ich weiß es auch nicht. Fakt ist eines: Menschen mit besonderen körperlichen und geistigen Merkmalen haben mich noch nie gebissen. Und blöd sind sie auch nicht! Im Gegenteil, meist sind sie absolut sensibel und erkennen die Unsicherheit des Gegenübers schon, wenn er nur durch die Tür tritt. Also: einfach reden! Und fragen, wie man miteinander am Besten umgehen kann, sollte sich aus dem besonderen Talent ein besondere Handlungsweise für uns Greenhörner auf dem Gebiet ergeben.

Die Tipps von not quite like beethoven „Besser reden mit Schwerhörigen“ sind allemal ein Anfang. (Wofür ich Blogs mal wieder echt liebe! Danke Dir für das neue Wissen und die Inspiration zu diesem Post!)

2009-07-19

Fensterprogramm

Mindestens einen Grund …

warum seine Kinder nie zu Intelligenzbestien erziehen sollte, ist im Weselpower's Blog – Aus dem Leben eines Talentfreien – zu lesen.

So chinesisches Zeug …



es gibt ja in Berlin chinesische Restaurants wie Sand am Meer. Indes chinesische Restaurants, die richtig ursprünglich kochen, nicht so sehr viele. Neulich bin ich mal wieder durch den Graefekiez gestrichen und an erstaunlich gut aussehenden gefüllten Tellern eines solchen Restaurants vorbei gekommen und dachte bei mir: „Da gehste das nächste Mal auch essen!“



In tangs kantine steht hauptsächlich die Küche Shanghais auf dem Speiseplan, wenn auch es einen gesamtchinesischen Rundschlag auf der Speisekarte gibt, die sich unterhaltsam liest: so hübsche Namen! Tatsächlich wird hier auch Hahnenkamm oder Hühnerfuß serviert. Da … habe ich eine Runde ausgelassen und mich dem gewidmet, was man mir als Dim Sum und später doppelt gebratenes Rindfleisch (Tageskarte) servierte hatte und natürlich auch gut als Hund hätte durchgehen können.

Ich muss sagen: sehr lecker. In Tangs Kantine wird ohne Glutamat gekocht und das schmeckt man. Die Chinakohlblätter die unter den Dim Sums im Bambuskörbchen lagen, waren sicherlich nur zu Dekoration gedacht aber mit Abstand das Netteste, was mir geschmacklich in letzter Zeit ganz unverhofft untergekommen ist. Doch, die Dim Sums konnten mithalten.




Und ich liebe doppelt gebratenes Rindfleisch, eines meiner Lieblingsgerichte an dem man aber auch wirklich sehr viel, wenn nicht alles auch falsch machen kann. Das kann nicht jedes chinesische Restaurant und bei dem Gericht habe ich schon kulinarische Abgründe erlebt. Hier nicht, das Fleisch (hätte vielleicht etwas zarter sein können) blieb geschmacklich bei sich und ließ dem knackigen Gemüse noch seinen Raum. Die Würze ganz eigen und noch nie so gut abgestimmt erlebt, wurde auch nicht von der Schärfe übertüncht. Sehr gut.



Wenn ich mir die Inhalte der Teller auf den Nachbarstischen aus der Erinnerung abrufe, müssen wohl die Schweinerippchen etwas ganz Besonderes sein – beim nächsten Mal. Die Gerichte kosten im Schnitt € 4,– (Vorspeisen) über € 6-7,– für die Tagesgerichte bis zu € 15,–für die aufwändigeren Gerichte. Empfehlung! Zumal man im Sommer auch sehr angenehm draußen sitzen kann im Kiez.

Hoffentlich war es nicht doch Katze!

2009-07-18

Carin II

Heute ist mir beim Kramen dieses Foto aus analogen Zeiten aus einem Ägyptenurlaub in die Hände gefallen. Zeit, die Geschichte zum Foto zu erzählen.




1992 war so ein Jahr. Meine Oma, die letzte der lieben Großeltern, die geblieben war, starb im Sommer 1992. Im Herbst flog ich nach Ägypten, die Tauchtouristin geben. Dort blieben wir die erste Woche in einem Null-Sterne-Hotel in Hurgadha direkt am Strand und unternahmen die dort üblichen Tagestouren auf's Meer, die letzte Woche hatte unsere Clique ein Segelboot gemietet und wir bewegten uns eine Woche lang draußen auf dem Roten Meer, alleine mit Delphinen, Napoleon Lippfischen, Oktopusse, Korallen, Riffen, blauem Himmel, strahlender Sonne, dunklen Nächten – und einem Tauchlehrer, der nur über dem Klo hing.

Am Strand, dem Strand, an dem mir im Meer beim Rückwärtsschwimmen der Ehering meines damals schon verstorbenen Vaters, den mir meine Mum sehr schön hatte umarbeiten lassen, vom Finger rutschte und in die Tiefen des Meeresgrundes versank, lag in ca. 500 m Luftlinie ein Boot. Ein sehr schönes Boot. Mit viel Teakholz, schnittig in der Form, voller Stolz und dennoch nicht übertrieben protzig. Irgendwie ein sehr trauriges Boot. Auf alle Fälle ein Boot mit Aura. Hier muss ich allerdings erwähnen, dass Boote, sobald sie verlassen wirken oder in einem wrackähnlichen Zustand sind bei mir sowieso immer viel Seele haben, ich habe einen merkwürdigen Bezug zu Booten. Tauchen habe ich nur gelernt, weil ich Wrack tauchen wollte. Während alle damals in den Film „Titanic“ liefen, ging ich lieber zu den Vorlesungen von Robert B. Ballard. Wenn ich also schreibe, ein Boot mit Aura, das mag das meiner subjektiven kleinen Boots-Meise entspringen, möglicherweise hat die Boot aber tatsächlich eine. Verwunderlich wäre es nicht, weiß man um die Geschichte.

Das Boot lag da, wurde von einem Ägypter in typischer weißer Landestracht und einem Kamel bewacht. Wir schwammen einmal in die Nähe des Bootes, lungerten ein wenig in dessen Nähe am Strand herum (man kam nicht direkt vom Strand auf das Boot, einen Anleger gab es nicht) und waren fasziniert von des Bootes Ausstrahlung, seinem Zustand und verstanden nicht, warum so ein schönes Boot dort verlassen vor sich hin schwamm.

Erst als wir in der zweiten Woche in See stachen und auf unserer Segelyacht an dem Boot in Entfernung vorbei fuhren, dem Tauchlehrer es zwar schon schlecht ging, er aber noch grinsen und erzählen konnte, erfuhren wir, dass es sich bei diesem Boot um Görings Yacht, die Carin II, handelte. Die dort komplett restauriert und nach damals neuesten technischen Möglichkeiten umgebaut vor sich hin gammelte und einen Käufer suchte. Wir erinnern uns: für den letzten Umbau war Stern-Reporter Gerd Heidemann verantwortlich, der war kurzfristig mit einer nur kurzen Übergangszeit zu etwas viel Geld gekommen wegen zu falscher Hitler-Tagebücher. Dem deutschen Presseskandal überhaupt, 1983. Das Jahr des „Stern“ – auf sehr unterschiedlichen Niveaus.

Die Carin II, ca. 28 m lang, wurde Hermann Göring 1937 von der Deutschen Automobilindustrie nachträglich zu seiner Hochzeit geschenkt. Gebaut für mehr als eine Million Reichsmark auf der Hamburger Alsterbootswerft Heidtmann. Göring ließ das Schiff auf seine Frau Emmy registrieren, er wollte damit etwaigen Bestechungsvorwürfen vorbeugen. Auf dem Boot wurden nicht wenige Staatsgeschäfte gemacht und politische Entscheidungen getroffen, die Carin II war Görings persönliche Kommandoschaltzentrale. Im Krieg ging das Boot in Berlin-Gatow vor Anker, 1945 wurde es nach Mölln verlegt, wo die Engländer es beschlagnahmten und Prinzessin Elisabeth als Kriegstrophäe umgetauft auf „Royal Albert“ überreichten. Die benannte die ehemalige Carin II nach der Geburt ihres Sohnes „Prince Charles“ um, der auf ihr den einen und anderen Urlaub verbrachte.

1960 wollte Emmy Göring das Boot zurück und die Queen überließ es ihr. 1961 verkauft die Witwe Görings das Schiff an einen Druckereibesitzer für 33.000 Deutsche Mark, der verkaufte an Heidemann für 160.000 DM, der das Boot mit viel finanziellen Aufwand überholen lässt. (Hier ein Interview mit Heidemann über seine Geschichte mit der Carin II und den Plänen von Henry Nannen mit diesem Boot.) Als ihm das Geld ausging, verkaufte er die Carin II an Sandra Simpson und ihren ägyptischen Mann Mustafa für 270.000 DM,–. Seit 1993 versucht die mittlerweile verwitwete Simpson, die behauptet zu Zeiten des Kaufes gar nicht gewusst zu haben, wem das Boot einmal gehört hatte, die Carin II zu verkaufen. Ohne Erfolg. Und mit schlimmen Konsequenzen für das Boot, wenn ich mir dieses Foto angucke. Der Spiegel hat 2004 die Geschichte der Carin II weitergeschrieben. Ich weiß nicht, ob sie mittlerweile verkauft wurde. 2005 hat die Zeit einen langen Artikel über Simpson und ihre Geschichte mit dem Boot gedruckt, ein umfangreicher schöner Artikel, denn man ist teilweise gefühlt mit an Bord.

Gute Laune-Fotos

passend zum Stadtgeschehen …

Wenn Geld mit Internet-Sperren winkt …

Zensursula, Indien, Microsoft und die Lüge in der Politik“, der Spiegelverfechter hat hierzu einen bemerkenswerten Artikel geschrieben in dem er hinterfragt, warum man und wer überhaupt so ein fundamentales Interesse an den Speeren hat – nicht nur von Politiker- sondern auch von Lobbyisten-Seite.

Programmhinweis

Sascha Lobo goes Lobby, Samstag um 18:05 auf Arte „Eine Politsafari auf den Spuren der Strippenzieher

2009-07-17

Wie aus dem Mangel an Arbeit

eine parallele Arbeitswelt entstanden ist. Was Trampolins mit Gemeinnützigkeit zu tun haben und wie die Bundesagentur für Arbeit den tariflichen Mindestlohn aushebelt. Warum man ein sechswöchiges Praktikum im Gemüseschnippelkurs absolvieren muss, bevor erst eine Eignungsfeststellung eines Menschen in die Akten aufgenommen werden kann.

Die sinnvollsten 30 Fernsehminuten, die ich seit langem von einem öffentlich rechtlichen Sender produziert gesehen habe. Die deutsche Politik hat es geschafft, dass Deutschland in kürzester Zeit im Lohnniveau mit China konkurrenzfähig geworden ist.

via ennomane

Wo die Zuneigung hinfällt …


Mama Katze - MyVideo

via frau syberia

Zum Wochenende

sonnige Grüße von einer, die ausszog, den Drucker zu entern. Man ist bei den Vierbeinern sehr dankbar für die neue „ich liege da mal faul drauf rum“-Fläche, die der alte Drucker nicht bieten konnte. Nishia indes mit Sommerfell, der Brustteppich ist weg.

2009-07-16

Die Wirtschaftskrise ist da!

Jetzt. Hier. Bei Air Berlin werden einem die Schokoherzen nun einzeln in die Hand gedrückt, nix mehr mit „ich habe zwei Kinder zu Hause, darf ich?“ Heute keinen Playboy abgegriffen. Die Cosmopolitan, ich wollte heute Frau sein. Die Cosmo haben wir (sehr viel) früher gerne gelesen zu Hause, meine Mutter und ich. Heute habe ich sie gelesen und festgestellt, hätte ich Journalismus studiert und wäre ich für das verantwortlich, was dort geschrieben steht, dann wäre mir das peinlich. Dann lieber „Die Jagd“ oder „Der Angler“ lesen. Da lernt man wenigstens Praktisches. 'Nen Hirsch zerlegen oder so.

Bei Starbucks heute früh, weil zu früh am Flughafen, mir einen Kapitalistenkaffee gegönnt. Und einen warmen Blaubeermuffin. Ich habe es schon 5 Millionen Mal ins Netz geschrieben: Blaubeermuffins wurden nur für mich erfunden! Mindestens! Bei Starbucks am Flughafen gesessen mit dem Macbook gesurft und Blaubeermuffin essen. Die miese Nachricht dabei: um 07:15 Uhr morgens.

Mit Gundis Zámbó heute früh die Toilettenwarteschlange geteilt. Viel Dünn. Viel Blond. Viel Falsch Lang Blond. Viel Pink. Viel Solariumbraun. Viel Boutiquenchic. Viel Handyaktionismus. Viel Falsch. Nee, dann vielleicht doch lieber in Würde was älter werden, womöglich. Danke für die Anregung, Gundis! Aber ich habe auch nicht Deinen Job, werde nicht für's Aussehen bezahlt. Was auch praktisch ist.

Ich liebe es vom Flugzeug aus im Landeanflug Autobahnen zu beobachten und deren Zubringer. Das ist wie Minitrix alive ‘n kicking. Laster habe ich dann am liebsten. Oder von oben dann über Berlin S-Bahn-Schlangen im Miniformat gucken. Das kann mich sehr glücklich machen, habe ich heute wieder festgestellt. Bilder gucken. Miniaturen. Berliner Dachgärten gesehen, große Kunst das. So einen Dachgarten hätte ich auch gerne. Wo ist noch mal der Wunschzettel?

Wenn man morgens sehr früh im Sommer mit der Ringbahn Richtung Tegel fährt, dann halten alle Äpfel an den Apfelbäumen in den vielen Gärten an der S-Bahn-Strecke ihre Backen in die aufgehende Morgensonne. Dann weiß man, warum die eine Seite vom Apfel rot ist. Das zu sehen, ist romantisch. Wenn Sonne und Apfelbacke ein Stelldichein haben. Sehr.

Wenn die S-Bahn jetzt eh nicht fährt, könnten wir die doch komplett still legen und einen Tag lang alle die wild wachsenden jetzt reif werdenden Brombeeren auf den Gleisen pflücken. Dann könnten wir daraus Berliner Brombeermarmelade kochen, die nach Japan verschicken und für sehr teures Geld als Berliner Delikatesse verkaufen. Für das Geld könnten wir der S-Bahn neue Räder kaufen. Oder es einfach nur den Armen in der Stadt schenken.

Im Bus am Flughafen stieg vorhin eine Frau ein, vor der ich im ersten Moment dachte „keine Flugpassagierklientel“. Sie steckte dann ihr Sozial-Ticket weg. Später stieg sie zusammen mit mir aus und ich sah, was sie am Flughafen gemacht hatte: Pfandflaschen gesammelt.

Ich bin dafür, wir schenken ihr den Erlös der Berliner Brombeermarmelade. Ich weiß ja, wo sie zu finden ist. Wahrscheinlich täglich.

Heute einen sehr schönen Menschen kennen gelernt. Da war sehr viel Sympathie. Einfach so. Ein schöner Mensch, innen drinnen.

Auch heute einen Vorschlag gemacht. Der war naiv aber voller Logik. Aber Bürokratie und öffentliche Struktur verstehen Logik nicht. War ja klar. Aber ich mag es solche Vorschläge zu machen. Alle denken dann, die hat ja gaaaar keine Ahnung. Ich lasse sie in dem Glauben, denn ich habe wenigstens Hoffnung.

Gerade den Katzen Krabben in Salzlake spendiert, vorher auf Twitter gefragt, ob ich das jetzt mal tun soll. Ich kann mich über meine Follwer nicht beklagen. Gute Leute! Meine Katzen auch nicht.

Ein guter Tag irgendwie. Trotz des frühen Aufstehens.

Da-Da-Datensicherung

feat. Wolfgang Schäuble und Urusla von der Leyen auf netzpolitik.org,

2009-07-15

Der Robert …

der ist ja jetzt unter der Haube. Wieder. Obwohl nur zwei Ehen für einen Hollywood-Schauspieler sind ja eigentlich unterstes Niveau – auf sein Lebensalter hochgerechnet. Nachdem ich nun in einem Artikel viel über das junge Ehepaar gelesen habe und zur Kenntnis genommen habe, dass die neue Mrs. Redford hanseatische Malerin ist, habe ich nach der Dame im Weg gesucht (das nennt man heute „googlen“) Sibylle Szaggars und mir einen Teil ihrer Kunst angeguckt.

Fazit: sie malt Einzeller, schön bunt umgesetzt. Man nennt diese Form der Malerei abstrakte Malerei. Mit den Einzellern hat sie austellungstechnisch nach eigenen Angaben ihr Heimatland, aber auch Großbritannien, Peru, Japan, Singapur und natürlich die Vereinigten Staaten beglückt. Das finde ich sehr schön.

Frau Jekylla hatte soeben auf Twitter befunden, sie hätte für eine Ehe mit Robert Redford auch bunte Einzeller malen wollen. Das ist nur zu verständlich. Ich habe ihr nun empfohlen für Keanu Reeves zu malen, der kauft gerne viel moderne Kunst. Da geht vielleicht noch was. Und für wen würdet Ihr so malen? Zur Not auch bunte Einzeller?

Bitter!

Als ich nun den Mini-Imbusschlüssel zu Radreparaturwerkstatt brachte und den Jungs den Code verriet (die schon ganz aufgeregt waren und sagten, sie hätten es ja wirklich nicht aufbekommen – offensichtlich konnten sie DAS kaum glauben), sprach ich mit dem Mann vor Ort, der Ahnung hat, ein ernstes Wort über das eine und andere Phänomen, das das Rad neuerdings so aufzeigt und wir sprachen über die Gründe, warum es das tut und über die finanziellen Konsequenzen für mich, würde ich diese jetzt beheben lassen.

Das Problem ist, das hatte man mir schon letztes Jahr prophezeit (und zwar ziemlich genau auf den Tag für „in ein Jahr“ vorhergesehen), nämlich dass die gesamte Gangschaltungs-
konstruktion nach zehn Jahren Vielbetrieb nun hin ist. Diese komplett einer Erneuerung zuführen, sind 180-230,– Euro Instandsetzungskosten, mindestens. Hinzu kommt eine defekte Federung vorne, ein neuer Satttel, im Grunde das neue Laufrad hinten …

Wirklich bitter. Ist ja nicht, dass ich mich nicht mit dem Gedanken in letzter Zeit schon auseinander gesetzt hätte, die Addition aller Kosten nicht schon alleine vorgenommen hätte und wegen dem Resultat meine Augen hinsichtlich eines Nachfolgers aufgemacht hätte. Es aber dann doch noch mal in aller Konsequenz „Fahren Sie jetzt damit noch ein bisschen gemächlich ohne große Stunts“ von einem anderen zu hören, der Ahnung hat, das hat … weh getan. Das ist so, wie das heiß geliebte Auto nicht mehr durch den TÜV zu bekommen. (Meine Mutter fuhr nur solche Autos und bekam alle zwei bis vier Jahre die Diagnose. Ich kenne mich da aus.)

Ich entschied mich dann in der Konsequenz für die „günstigeren“ schweren unkaputtbaren Mäntel.

Und irgendwie bin ich sehr traurig, zehn Jahre. Zwei (für mich) recht kapitale Stürze … viele Kilometer, viel Spaß. Viel Zeit zusammen, auch im Winter. Tolle Touren. Ich kann mich an kein Rad erinnern, mit dem ich je soviel Spaß hatte und gefühlt so sehr eins war in meinem Leben – und auf dem ich mich so sicher und wohl fühlte.

Ich werde auch nie vergessen, wie ich damals in den Laden kam, wo es reduziert an der Seite stand und es bei mir Liebe auf den ersten Blick war, der Verkäufer mir alle Modelle im Laden zeigte und ich immer wieder zurück zu dem Bianchi kam, bis er dann endlich sagte, „ja, das ist auch ganz nett.“ und ich dem Verkäufer dann die Trekking-Reifen ausredete und wir dem Rad mit Crossbike-Reifen zu neuer urbaner Schönheit verhalfen. Damals auch der Kauf auch eine Belohnung und als Abschluss für eine sehr unschöne berufliche Zeit vorher.

Bitter!

2009-07-14

Katzencontent



(Aus der Reihe Katzenfotos bloggen aus reiner Faulheit.)

2009-07-13

Heute …

zum allerersten Mal in der „Ständigen Vertretung“ gewesen hier in der Stadt (litt unter dem bekannten Berliner-wollen-keine-Bonner-hier-die-als-erstes-die-Speerstunde-einführen-wollten-und-auch-sonst-jeden-Spaß-regeln-müssen-Phobie.)

Haben einen ganz netten Riesling da. (Da bin ich doch stoisch.)

Ansonsten: ich war noch nie in Blankenfelde.

Glaube ich.

Was gab's?

Aus der beliebten Reihe Mahlzeiten einen Tick zu spät fotografiert, was hatte ich denn am Samstag?

2009-07-12

Für Windows-Versteher

die am Mac „entf” oder „del”suchen …



(Is‘ ja ‘nen Serviceblog hier.)

Gestern habe ich die Testphase

offiziell beendet, die hieß, „wie lange kann man mit einem massiv defekten Fahrradmantel fahren?“ Dazu musste ich mich nur bei einem Fahrradshop gierig auf die kompressorgestützte Luftpumpe stürzen. Mit dem Erscheinungsbild einer kleinen Blase zwischen den sich in Auflösung befindlichen Mantelkomponenten, machte diese im Moment meines Erkennens, dass da gerade etwas schief läuft, „peng“ und das Hinterrad sagte luftmäßig „Affe tot!“

Ich ging dann (ist ja praktisch, dass die Kompressorluftpumpen im Allgemeinen ein Fahrradgeschäft gleich mit sich führen) in die Verkaufshalle des Geschäftes und die fröhliche Dame am Tresen guckte mich mit großen Augen an und fragte, „Ach, waren Sie das mit der grauen Wolke?“

Wir sind also nicht nur geplatzt, wir haben auch graue Staubteilchen in die Umluftbahn entsorgt. Nun denn, so richtig Spaß hat das Fahren fühlbar eh nicht mehr gemacht. Natürlich kann man mein Rad nie sofort repariert werden, weil ich die Achsen und den Sattel diebstahlgeschützt habe und den Schlüssel dafür nie bei mir führe. Also Montag wieder hin und die Utensilien abgeben. Das alles wiederum hat den dummen Vorteil, dass ich mich jetzt wieder mit Mänteln beschäftigen muss – und ich bin da sehr zickig und ich einen Sonntag Zeit habe, mich wieder ins Metier einzulesen.

Leider führt der Laden keine richtig coolen und exotisch Geheimtippmäntel, sondern hat sich völlig dem Schwalbe-Konzern hingegeben. Klar ist schon, dass ich jetzt von 35 mmm wieder auf 37 mm gehe, die Stabilität hat mir bei Regen bzw. im Winter wirklich gefehlt. Rollwiderstand finde ich blöd, also will ich ein leicht laufendes Rad, das mich über Straßen aber auch über Stock und Stein begleitet. Aber nehme ich jetzt die Marathon Plus Tour, die echt schwer sind, wie ich finde? Oder die faltbaren Marathon Extreme, die deutlich leichter sind aber eben keinen Draht mehr haben … und einiges teurer? Und eigentlich liest man über Schwalbe nichts Gutes und überhaupt …

2009-07-11

Naherholungsgebiet



Seit der Flughafen Tempelhof nicht mehr von Flugzeugen heimgesucht wird, wird er von anderen Dingen heimgesucht: 60 Jahre Luftbrücke-Feiern, Beaves and Butthead oder zu deutsch: Brot & Butter, die letzten drei Abende gab es die Pyromusikale.

Die Pyromusikale ist die einzige öffentliche Veranstaltung, die mir in den letzten Jahren untergekommen ist, auf der Begleitpersonen von Schwerbehinderten (bei der Pyronale heißen sie primär „Rollstuhlfahrer“) tatsächlich Eintritt zahlen müssen. Das hat mich heute beim Lesen auf der Homepage so entsetzt, dass die von mir nächste Woche Post bekommen. Zudem ist es Menschen im Rollstuhl nur erlaubt Ticket über eine bestimmte Hotline zu ordern, nix Abendkasse wie für Normalsterbliche. In Heidelberg wurde gerade ein Mensch, der nicht sehen kann, von einem Mann verprügelt, weil der „Blinde“ angeblich so blöd dessen Freundin angeguckt hätte. Schwerbehinderte Menschen haben das Recht eine Begleitperson mitnehmen zu dürfen zu Veranstaltungen für die sie ein Ticket entwerten, falls das überhaupt notwendig sein muss. Wer daraus Profit schlägt, dass jemand aufgrund seines besonderen körperlichen Merkmales begleitet werden muss, ist schlicht und simpel 'ne Arschgeige! (pardon my french, aber da sind diese Emotionen.)

Das Konzept sah vor Menschen auf dem (eingezäunten) Flughafengelände mit Musik zu bespaßen und im Abschluss den Abend gemeinschaftlich mit einem Feuerwerk ausklingen zu lassen. Am ersten Abend waren die Veranstalter wohl etwas erstaunt, dass es im Sommer so lange hell bleibt. Heute Abend war ihnen egal wie hell es war, sie legten einfach um halb zehn Uhr los. Da ich ja sieben Minuten zu Fuß von der hinteren Landebahn weg wohne, habe ich die vergangenen Abende nett mit Feuerwerk verbracht. Und heute bin ich dann los und habe mir es in der Oderstraße aus der relativen Nähe gegeben, wo … auch schon alle anderen waren. Ich glaube, das war genau die Menge an Leuten, die sich die Flughafenstürmerdeppen gerne gewünscht hätten – und es standen läppische zwei Manschaftswagen irgendwann in der Oderstraße quer, um die Straße zu sperren für den Autoverkehr (es ist ja immer wieder erstaunlich, WIE nahe die Leute in ihren Autos immer an den Veranstaltungsort wollen, am liebsten rein fahren …)



Nun denn, das war ganz lustig so inmitten der Massen zu stehen und lustige Himmelsbilder anzuschauen. Links neben mir freuten sich Leute über einen so schönen Urlaubsabschluss, recht freute sich eine Dame über so ein schönes Geburtstagsfeuerwerk und um uns herum freuten wir uns alle über das, was da am Himmel sich zeichnete – zumal der Himmel am Anfang noch in herrlichem Rot gezeichnet war. Also Feuerwerk und bombastischer Sonnenuntergang in einem. Ich lief dann irgendwann zurück und machte hier und dort in einer Lücke mit halbwegs guter Sicht noch ein Foto. Ohne Stativ.


pix Pentax K20 D mit 16-50 2.8 SDM, 1600 ISO, frei Hand

Auf dem Parkplatz meines Lieblingsdiscounters stand ich nahe an einer Gruppe, Oma, Mutter, Vater und ein Kind, ca. acht Jahre alt. Die Kleine langweilte sich – ganz offensichtlich. Sie hat Durst und sie hatte keinen Spaß. Indes hatten die Eltern keine Lust, diese Veranstaltung abzublasen und ermahnten die Kleine alle drei Minuten lang „Nun guck doch endlich mal da hin!“ Irgendwann ging ich in die Knie und machte mich so klein, wie die Kleine ungefähr war, dann zupfte ich der Oma am Ärmel und erklärte ihr ganz einfach, dass das Kind aus der Höhe durch die Bäume genau gar nichts sehen konnte.

Das Schweigen war dann leicht betreten, die Stimmung etwas fröstelnd. Wie dem auch sei, so ein Feuerwerk in einer Sommernacht ist schon etwas Feines. Letztendlich hatte ich aber doch den besten Blick von meinem Balkon aus, wenn nur der eine Baum nicht wäre … und Talytha findet Feuerwerk auf meinem Arm zusammen mit mir aus dem Küchenfenster gucken auch ziemlich cool. Aber Tally mutiert ja auch immer mehr zu einer kleinen Rockerbraut.

Nutzungskonzept für Flughafen Tempelhof veröffentlicht!

Nach einem kurzen Modellversuch, einer Stellprobe in der vergangenen Woche, hat der Berliner Senat das neue Nutzungskonzept für den Berliner Flughafen Tempelhof nach seiner Stilllegung im Oktober vergangenen Jahres jetzt bekannt geben. „Wir zollen dem einzigen boomenden Wirtschaftsmarkt in Berlin-Tempelhof in den letzten Jahren Respekt“, sagt ein Sprecher ins Blaue „Tempelhof wird zu einem einzigen großen Gebrauchtwagenmarkt und schafft somit ein noch nie da gewesenes Potential der Vielvölkerverständigung. Gleichzeitig spendet Berlin damit sozialen Trost der am Boden liegenden deutschen Automobilindustrie.“

2009-07-10

Hi hi …

Yoga hilft gegen's schwul sein, klar.

Könnte der Yogi mal meinem schwulen Yoga-Lehrer erklären. Der atmet offensichtlich echt falsch.

Alles meins!

2009-07-09

Über so etwas kann ich mich ja ärgern …

stundenlang. Und zwar richtig! Da geht es jemandem, im aktuellen Fall Joachim Deutschland, gesundheitlich schlecht und er wird in ein Krankenhaus auf dessen psychatrische Abteilung eingeliefert und eine große deutsche Boulevard-Zeitung nennt das, was immer noch in den meisten Köpfen der Menschen (auch leider von ansonsten sehr klugen Menschen) verankert ist: Absturz!



Ich bin so sauer über diese dumpfe Stigmatisierung: kommen Menschen, die nebenbei Prominente sind, aufgrund eines Unfalls in die Klinik, sind sie krank und werden mitleidsvoll als „schwer verletzt“ beschrieben, hat die schöne Moderation Krebs, wird sie über mehrere Bildstrecken bedauert und alles an ihr ist tapfer, schön, strahlend, selbstbewusst. Der psychisch kranke Prominente indes „rastet aus“, ist „völlig durchgeknallt“ oder „ausgeflippt“.

Diese Symptomatik in der Folge eines Krankheitsbildes hat aber einen Namen, man nennt so einen akuten Krankheitsmoment affektive Störung. Die Ursachen dafür können so vielfältig sein, wie es unterschiedliche Carzinom-Tumore gibt. Und es ist ein völliger Trugschluss, dass Drogen eine Ursache für eine Psychose sein müssen, auch wenn sie es sein können. Es gibt ein Riesenrepertoire an Auslösern und Diagnosen, die für einen akuten Schub in der Krankheit verantwortlich sind, ob nun ein gerade erlebtes Trauma oder eine familiäre Disposition.



Bei gmx wurde der Mann sogar vom Notarzt begleitet in die Klinik „verfrachtet.“ Verfrachtet werden üblicherweise Sachen, wir lernen also: in deutschen Medien wird man als psychisch Kranker wie Vieh transportiert! Bei jedem anderen Krankheitsbild übrigens werden Menschen indes in das Krankenhaus begleitet, gefahren oder eingeliefert. Ich muss es mal so deutlich sagen: das letzte Mal, dass mir in Zusammenhang mit dem Transport von Menschen das Wort „verfrachtet“ begegnet ist, ist in den Berichten aus dem 3. Reich als man Menschen tatsächlich wie Vieh in die Konzentrationslager „verfrachtet“ hatte.

Menschen im Moment einer akuten Psychose sind sicherlich anders und ich verstehe auch, dass sie einem Angst machen können. Aber sie sich nicht abgestürzt, ausgeflippt oder durchgeknallt: sie sind krank. Und es ist überhaupt nicht zu akzeptieren, dass heute – immerhin im 3. Jahrtausend – Menschen von deutschen Medien aufgrund ihrer Krankheit dumm und perfide vorsätzlich stigmatisiert werden. Weil so ein Meinungsbild von Zeitungen in deutschen Köpfen manifestiert wird, können Menschen heute in Deutschland – immerhin das Land mit einem der besten Gesundheitssystemen – immer noch nicht vor Freunden, Nachbarn oder Arbeitgeber zugeben, dass sie psychisch erkrankt sind, ohne sehr bittere Konsequenzen fürchten zu müssen. Ein Freund von mir im Studienaustausch ist neulich in einem Studentenwohnheim untergekommen, in dessen Gebäude wohl so etwas wie integriertes Wohnen mit psychisch Kranken praktiziert wird. Was da im Vorfeld aus dem sonst sehr klugen Kopf an Vorurteilen und Ressentiments diesen Menschen gegenüber geäußert wurde, war nicht sehr schön zu erleben.

Die Weigerung sich hier einer Öffnung hinzugeben und Entwicklung zu den Betroffenen hin voranzutreiben, wird uns übrigens sehr bald mehr um die Ohren knallen, als alles das, was wir uns überhaupt vorstellen können: denn die Generationen, die sich heute begeistert mit Denkdrogen (legalisierte Partydrogen, legal nur deshalb weil die Pharmazie aus den Partydrogen Wirkstoffe separtiert als Medikament auf dem Markt gebracht haben – und das ist DER Wachstumsmarkt zur Zeit im Pharma-Business) vor allem aber Partydrogen dopen, werden zwangsläufig irgendwann mit Depressionen und Manien zu kämpfen haben. Die Allermeisten von ihnen. Denn man manipuliert seine Synapsen nicht dauerhaft ohne daran ernsten Schaden zu nehmen.

Letztendlich ist es aber egal, warum es einem Menschen aktuell psychisch nicht gut geht: denn er ist dann einfach nur krank!

Und kranke Menschen haben ein Recht darauf würdevoll durch ihre Krankheit ge- und begleitet zu werden. Auch von den Medien.

2009-07-07

Könnte im Prinzip

nur noch getoppt werden, wenn Michael Jackson jetzt auferstehen und auf dem Mond gleichzeitig landen würde.

Sie verschieben die Tagesschau …

Ist doch immer wieder schön, …

einen bloggenden und twitternden Wissenschaftler um sich zu haben. Sie unterhalten so fein und humorvoll,


… sind dabei so herrlich pragmatisch.

2009-07-06

summa cum laude!

Dr. The Exit!

Jetzt ist er los …

sich den Doktor-Titel holen, der Herr Exit.

Ab 10:00 Uhr kümmert Euch bitte um ordnungs- und sachgemäße Daumendrucksstellen!

2009-07-05

Zurück

ist Frau Antsche aus dem Känguruland, nun mehr besitze ich zwei australische Muscheln, roten Sand, eine Aloe Vera von Frazer Island (Fotos), ein Buch, das mir die eine wichtige Frage



meines Lebens beantworten wird. Und ein Glas mit Zauberkräutern, das mir Frau Antsche überreichte mit „das sind die Kräuter zum Känguru-Steak!“



Die Kräuter haben bei mir schlechte Karten, denn obwohl es in Berlin auch australische Shops gibt, in denen ich das Fleisch vom australischen Hasen aus der Tiefkühltruhe ziehen könnte: Helden werden nicht gegessen. Krokodil und Nemos sollen auch gut schmecken, meinen Frau Antsche und Herr Micha. Zum Glück haben sie unter Wasser keine Schildkröten gesehen, die wären auch noch im Topf gelandet. Pfff … die würden auch Balu, den Bären essen.

Habe Lebensweisheiten gehört, wie „man muss das Leben knallen lassen, sonst ist es zu spät.“ (Recht hat sie ja.) Und ein nachdenkliches: „Man hat es schon schwerer da, du bist da eben Ausländer.“

Bin schon froh, dass beide wieder gesund zurück sind, hatte das komische Gefühl im Bauch irgendwann eine Mail zu bekommen mit der Bitte, beide Wohnung aufzulösen. Aber Frau Antsche hat ein Bein in Australien, das ist nicht zu ignorieren. Sie muss eh noch mal hin, den von mir für uns bestellten Koala hat sie nämlich vergessen.

2009-07-03

Dies und das

Foto gesehen von einem mit dem ich mal was hatte, nichts gefühlt. Gar nichts. Luftnummer, damals und jetzt auch. Hätte ich die Energie doch lieber für einen Gang zur Eisdiele genutzt. Hätte ich wenigstens Schlumpfeisgeschmack auf den Lippen. Visionäres: ein Wochenende voller Arbeit. Morgen aber Frau Antsche nach vielen Monaten Australienaufenthalt, wo sie komisches Englisch lernte und mit ulkigen Tieren wohnte und Herrn Micha, den ich ihr vor drei Wochen hinterher schickte, damit er sie mal flugs wieder zurück holt, am Flughafen abholen. Wird jetzt wirklich Zeit. Beste Freundin so weit weg, ist bedingt drollig. Wird große Augen machen und sofort zurück wollen. Arme Maus. Wenigstens habe ich das mit der Sonne zu ihren Gunsten geregelt. Komische Nachrichten bei creezyne diese Woche, nicht wirklich gute. Kopf. Bauch. Kopf. Bauch. Lösung pending. Bauch. Kopf. Bauch. Kopf. Sommerenergieloch. Diesen Monat sind's drei Jahre. Kopfarbeit und Herzschmerz. Unterbewusstsein funktioniert allerbestens. Forumskollegen für Freundin in Spanien Kamera abgekauft, dessen Mutter sich prompt zum Sterben hinlegt und das auch noch tut. Unbedingtes Déjà vu. Erwähnte ich schon das gut geölte Unterbewusstsein? Sind überhaupt zu viele gestorben diese Woche. Jetzt muss mal Schluss sein. Muss noch dies tun und dann jenes. Entscheidungen treffen, wäre da nicht dieses Sommerenergieloch. Und S-Bahnen mit ohne Klimaanlage, dafür ohne mit zu öffnenden Fenstern helfen auch nicht wirklich über die Straße. Amseln singen in die Nacht. Irgendwas hat der Tag doch immer. Und wenn's nur ein Loch ist, in das die Energie veschwindet.

Krankengeld für Selbstständige

Im Rahmen der gesundheitlichen Reformwut wurde Anfang dieses Jahres den in den gesetzlichen Krankenkassen freiwillig versicherten Selbständigen der Anspruch auf Krankengeld gestrichen. Sie durften alternativ Zusatzversicherungen abschließen, nach deren Abschluss sie erst einmal für mindestens drei Jahre an die jeweilige Krankenkasse gebunden waren. (Schon praktisch, wie man hintenrum das kurzfristige Kündigungsrecht der gesetzlichen Krankenkassen dann doch wieder aushebeln kann, nicht wahr?)

Nur drei Monate später wurde diese Regelung erneut diskutiert und wird in der Konsequenz zum 1.8.2009, also lächerliche acht Monate später, wieder zurück genommen, vorbehaltlich der Zustimmung von Bundestag und -rat. Der Selbständige darf sich in der Folge nun mit einem zusätzlichen Wahltarif auseinandersetzen, entweder bleibt er bei dem alten Krankenversicherungssatz von 15,5 % und erhält (möglicherweise, so ganz klar ist das noch nicht) die gleichen Ansprüche zurück wie vor dem 1.1.2009 – oder sie bleiben bei ihrer Zusatzpolice und versichern sich daneben mit dem neuen Beitragssatz von 14,9 %.

Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit bei den Kassen einen Teil der Zahlungen für die dann hinfällig gewordene Police zurück zu fordern. Mehr Infos hier …

Da haben sich die Krankenkassen fein, fein einen fürstliches zinsfreies Kleindarlehen für den kurzen Zeitraum von ihren Versicherten geholt, nicht wahr?

Mit attraktiver Marienkäferprägung?!



Diese Marketingmessage ist aber auch ein bisschen sehr für'n Ar*… oder?

2009-07-02

Geschäftsmodell

Liebe eines Sommers



Heißen mal französische Bergpfirsiche, mal Wildpfirsiche … vermutlich der letzte Sommer in dem man sie nicht geschmacklos und mehlig überzüchtet erhält, sondern ursprünglich saftig und süß. Kosten einen Euro mehr aber es lohnt sich.

2009-07-01

Rosé

Wer dieses Block schon länger liest, der weiß, dass ich insgeheim ein Verhältnis habe mit und zu Rosé-Weinen. Tatsächlich konnte ich persönlich mit der „Rot zu Wild, Weiß zu Fisch“-Regel schon sehr früh wenig anfangen, bevor überhaupt begonnen wurde, diese öffentlich auszuhebeln. Weine, egal welche Farbe, haben ihren eigenen Charakter und gehören ihm entsprechend zum Essen sortiert. Hinzu kommt das individuelle Empfinden, das ist bei mir Jahreszeiten bedingt ausgelegt, im Winter trinke ich lieber einen guten Roten, im Sommer greife ich lieber zu einem weißen Tropfen, am liebsten aber zu einem Rosé. Ja, einen guten Rosé im Sommer als Abendbegleitung hier und da, das macht für mich einen gelungenen Sommer aus.

Vorhin habe ich ein Blogpost bei Dirk Würtz gelesen über das EU-Vorhaben künftig Rosé-Weine nicht mehr ausschließlich aus gekelterten Rotweintrauben zu produzieren, sondern aus einem Verschnitt von Rot- und Weißweinen. Dazu kann man viel sagen und schreiben, soll aber nicht das Thema sein, wichtiger fand ich seinen abschließenden Satz „[…] weil ich diese Weine (Rosé) nicht besonders mag …“

Legitim seine Meinung, ich finde sie schade. Und ich kann jedem empfehlen, der von den Rosés Abstand genommen hat, seit ihm ein billig produzierter Portugiesischer Weißherbst (es gibt in der Tat auch sehr hochwertige, großartige, die nicht wie rosagefärbte Asti-Verschnitte schmecken) wie eine schwarze Katze von links über die Leber gelaufen ist, sich dem Thema heute wieder zu widmen und den einen oder anderen Rosé an sich heran zu lassen – und vorher die eine oder andere vorherrschende Meinung über Bord zu werfen. Eine davon: ein Rosé muss jung sein. Ja, sicherlich ist ein Rosé kein Wein für die übermäßig lange Kellerlagerung. Dennoch habe ich mir vor Jahren in der Weinabteilung der Galeries Lafayette das Angebot eines damals dreijährigen Rosés gegönnt, sehr zweifelnd, weil auch ich mit dem oben geschilderten Diktat Rosé schnabulierte, der mich dann mit einer Tiefe und einem Charakter beglückte, dass ich wenig später von dem Angebot reichlich nachkaufte. Den besten Rosé meines Lebens hatte ich übrigens einmal auf Mallorca und zwar von einem mallorquinischen Winzer (die, gerade die junge Generation, sehr im Kommen sind!). Wir hatten eine Flasche von dem offenen Rosé der Karte geordert und man brachte uns dann eine Flasche aus den Restbeständen des Weinkellers, die halt „weg“ sollte. Was war das für ein Weinglück in Gläsern, das einen schönen Abend mit meiner Mum gemeinsam am Strand sitzend mitbestimmte und mir immer als wundervolle Erinnerung im Geiste bleiben wird. Leider, die mallorquinischen Winzer produzieren ja nicht in übermäßigen Mengen, haben wir damals diesen Rosé nicht nochmals erwerben können.



Neulich war ich hier in Berlin bei den Sandsations, die gegenüber vom Hamburger Bahnhof statt finden und der Spanienfan weiß, dass dort auf den Hinterhöfen Mitte & Meer angesiedelt ist, ein spanischer Groß- und Einzelhandel mit einer großartigen Cava- und Weinauswahl sowie ein paar italienischen und französischen Weinen. Einen schlechten Wein habe ich dort nie gekauft, also bin ich neulich nach dem Fotografieren der Sandskulpturen hinüber und habe mich durch die Weinregale gegraben und hier- und dort einen Rosé zum testen mitgenommen. Denn, das muss ich nach meinen Erfahrungen sagen, die spanischen Rosés sind etwas ganz Besonderes. Sie sind nur selten leichtfüßig, kommen dafür mit einer Geschmacksintensität gepaart mit Frisch daher, die seinesgleichen sucht. Wem der spanische Rote zu schwer ist, dem sind deren Rosés ans Herz zu legen. Zugeschlagen habe ich bei einem Viña Albali von 2006 von Felix Solis, in Valdepenas produziert kommt er aus eine kurzweiligen Lagerung in Barriquefässern und, der Jüngste in der Runde, einen 2008er Homenaje Rosada von Marco Réal aus der Granache-Traube – den übrigens gekauft, weil ich das Flaschendesign angenehm modern und daher reizvoll empfand – das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Dieser Wein hier indes, den Ètim Rosat von 2007 aus dem katalonischen Montsant,



dem ältesten spanischen Weinanbaugebiet, den gab es im Angebot für … ich glaube, es waren knapp 4,– Euro. Ja, ich weiß, da fängt der Weinkenner gar nicht erst an und überhaupt sollte man überlegen, ob man für so „wenig“ Geld überhaupt Wein konsumieren sollte, denn so günstig kann man gar nicht produzieren. Andererseits: vier Euro sind frühere acht Mark und dafür konnte man seinerzeit tatsächlich sehr respektable Weine ergattern, denn da fängt die Mittelklasse an. Hier habe ich also „Ja!“ gesagt, denn mich hat noch kein Weinangebot bei „Mitte & Meer“ je enttäuschen können.



Im Glas findet man einen gut gekühlten, in der Farbe tiefgründigen Wein, dem man fast das Attribut „rosé“ ab und „rot“ zu sprechen möchte, aber er ist eben doch schon ein Rosé und die spanischen Rosés haben einfach mehr Farbe. Geschmacklich trifft man vorne auf frische reife Kirsche, später auf eine reichhaltige sommerliche Beerenpalette und hinten grüßt sehr erhaben der Rijoa im Abgang. Ein unverhofftes rosiges Erlebnis mit erstaunlich viel Geschmack. Was für ein fröhlicher Wein und was für Freude an einem schönen Sommerabend! Wenn ich mir angucke, dass der Wein im Web ab 6 Euro gehandelt wird, werde ich diese Woche nochmals an der Einkaufsstelle vorsprechen.

2009-06-30

Der Pentax K7-Test – was die anderen meinen!

Da sich die vier Testwochen mit der Pentax K7 nun dem Ende neigen und Pentax die Testkameras und Vorserienmodelle wirklich und ernsthaft wieder haben will, was sich, soweit ich die Meinungen überblicke, nicht wirklich mit dem Wunsch der Tester deckt, hier im Folgenden einige Links zu den speziellen Meinungen der anderen Kameraprüflingen, die wie ich das Vergnügen hatten mit ihr zu fotografieren und teilweise deutlich technischer getestet haben als ich, die ich gefühlt „nur“ fotografiert habe. Die Testberichte sind spannend individuell, man sieht sehr deutlich, was zehn Fotografen für sehr unterschiedliche Voraussetzungen an ihre Kamera stellen. Schon alleine für diesen Lesespaß, danke an Pentax für die Aktion! Zuseher* hat sich über den Autofokus Gedanken gemacht und sich schon einmal dem legendären Thema „Schnittbildscheibe“ bei der neuen Pentax genähert. Fotos sind bei ihm in den Links zu Hauf zu finden. Inline-Igel nenne ich nun den Rausch-Papst, Pentax hatte uns in der Mitte der Zeit die finale Firmware zukommen lassen, die im Vergleich zu der mit ihr zuerst gelieferten 0.00er Version erstaunliche Ergebnisse zu Tage brachte. Rauschen? Nun, dann seht Euch die ISO1600-Fotos an. Wenn es auch immer Menschen geben wird, denen das immer noch nicht gut genug ist, ich finde so eine Qualität, vor allem im Vergleich zu den früheren Modellen, sensationell. Die Pentax K7 hat unter anderem als eines ihrer vielen kleinen netten (brauchbaren) Gimmicks eine Verzeichnungskorrektur (man mag ihr bitte nachsehen, das diese nur bei den digital optimierten Objektiven funktioniert). Das heißt, sie kann bei z. B. weitwinkligen Objektiven, die eine recht ausgeprägte Verzeichnung den Fotos als persönliches Merkmal aufdrücken, automatisch korrigierend eingreifen. Sie beschneidet die Fotos zwar zwangsläufig, etwas, was man aber als Fotograf vorab einkalkulieren wird, denn man kennt ja seine abbildenden Früchten. Kafenio hat seinen Test mit dem Pentax DA 14 2.8 online gestellt. Er hat in seinem Blog übrigens auch sein persönlichen Schwachpunkte an der Kamera zur Sprache gebracht, wir sind halt alles Individualisten. Und er hat sich in die Videofunktion so verliebt wie ich, nur wo sind die Filme? Na gut, dafür seine internationale Linksammlung zur Pentax K7 – und er ist wohl der Erste mit einem Fazit zu seinem Test. Falconeye hat sich intensiv mit der Auflösekompetenz der K7 im Vergleich zum Vorgänger K20D beschäftigt. Ja, er bloggt in englisch - die Bilder sprechen für sich. Das umfangreiche Test-Tagebuch von tzcobretti ist auf seiner Homepage zu finden. Der Österreicher, proteus1625, in unserer glücklichen Testerrunde ist mit seiner Test K7 ab in die Grube, Druck testen. Er hat die HDR-Funktion ausprobiert und darüber geschrieben (die ich völlig links liegen gelassen habe.) Jim hat sich dankenswerterweise an die, nennen wir sie liebevoll „Spielfilter“ gemacht. Tatsächlich kann man die Fotos schon in der Kamera recht gut für einen Druck direkt aus der Kamera heraus bearbeiten, sei es, ob man den Bereich eines Fotos freistellen will oder Linien begradigen, die Oma etwas dünner zeichnen als sie in Realität ist und im Nachhinein dem Foto etwas mehr Farbe oder Schärfe geben. Das SchnickSchnack-Programm der Pentax K7 ist da recht umfangreich geworden. Ich bin ehrlich, ich habe dafür Rechner und Software – aber das mag die Erklärung sein, warum wir in zehn Jahren Kameras mit einem 13"-Display mit uns herum tragen werden und der Sucher bei DSLRs weggefallen sein wird, denn uns dann zehn Jahre später das Marketing als Novum wieder teuer verkaufen wird, egal … Jim ist soooooo eine verdammt coole Socke auf dem Rad! Der Film zeigt, dass die K7 das Zeug dazu hat, Pentax-Fotografen auf ein völlig neues Kreativitätslevel zu bringen. Natürlich gibt es und gab es im Blog von Ned Bunnell immer wieder Lesens- und Sehenswertes zur neuen Pentax, hier auch auf englisch. Und last but not least, wurden im DFN-Forum viele, viele Fragen zur Pentax K7 gestellt und viele, viele davon von den Testern beantwortet. Schaut selbst, vielleicht sind Eure relevanten Fragen darunter. Video-Samples der Tester können hier betrachtet werden. Mein Fazit wird in den nächsten Tagen folgen und noch habe ich genügend Material auf dem Rechner, das ich noch gar nicht gepostet habe. (*Forumsnamen der Testkollegen)

Ach, …

und vielen Dank Frau Generator für DEN Virus!

Ostkreuz-Zucht

2009-06-29

Jägerglück

Einmal im Jahr gebe ich den Hamster. Einmal im Jahr stelle ich mir – sofern nicht eh schon ein frühmorgendlicher Termin auf der Tagesordnung steht – den Wecker, um auf die Sekunde Punkt 8:00 Uhr an der Tür meines Lieblingsdiscounters um die Ecke (der mit dem kleinen schwarzen Hund im Logo) zu stehen, zielstrebig zu den Sonderverkaufsflächen zu streben, um dann in voller Kraft und Schönheit zuzuschlagen.

Die Jagd wird vorher bereits zelebriert und läuft gut vorsortiert in die Zielgerade. Ab Mitte Juni werde ich nervös und greife mir Samstags immer den vor- oder allerletzten Prospekt für das Angebot der Woche ab. Dann zum Ende Juni hin, gibt es in einer Woche ein Angebot mit Ledergesundheitssandalen, der Zeitpunkt ab dem ich noch nervöser werde, weil ich weiß, die Woche drauf kommen sie: meine Lieblingssommerleder-FlipFlops!

Irgendwann (naja, fünf Jahre ist es her) kaufte ich mir so ein Paar in rot, weil sehr günstig und sehr bequem zu tragen für das zwei Jahre zuvor geschändete Bein, zudem sicher im Halt im Vergleich zu anderen offenen Sommerschuhmodellen und zog es zwei Sommer lang kaum noch aus. Das Jahr drauf (ich rechnete natürlich nicht mit Wiederholung) kam ich zu spät: da waren nur noch die Minigrößen vorhanden. Zu spät heißt bei solchen Angeboten beim Discounter meist, dass Mittags bereits die relevanten Größen weg sind. Das Jahr darauf war ich cleverer, ich fragte beim Einkauf an, ob und wann sie diese wieder im Programm hätten. Auf deren freundliche Antwort hin stand ich am angekündigten Tag morgens um Punkt 08:00 vor der Tür und schlug bei einem Paar in rot zu. Letztes Jahr indes war ich besonders großzügig: rot, weiß und braun. Schwuppdiwupp kaufte ich einmal Größe 40 auf. Letzte Woche war es wieder soweit, Gesundheitssandalen die Woche zuvor, Prospekt und heute war Jagd-Tag. Das Procedere beherrsche ich perfekt und so stand ich dann heute und schoss in Richtung Regal, tat das, was ich tun musste.



Nicht, das sich nicht noch vom letzten Jahr einmal die Version in rot und weiß im Schrank „auf gut“ Vorrat gehalten hätte (das ist die Stelle, in der sich in den Comics der Held immer vor die Stirn schlägt und mit den Augen rollt), da aber die Farben jedes Jahr ein bisschen komischer werden und wir nicht wissen, wohin uns diese Krise noch führt, bin ich jetzt für ca. 3-4 Sommer versorgt. Glaube ich. Zumindest.

Bis nächstes Jahr.

Heute ist ein guter Tag für die Gurke …

und die Haselnuss. Sie dürfen jetzt sein wie immer, bestenfalls auch krumm oder klein. Heute tritt die im November 2009 beschlossene Änderung der EU-Norm 1677/88 in Kraft. Seit 1988 durfte die Gurke auf einer Länge von 10 cm eine maximale Krümmung von nur 10 mm aufweisen, damit ist Schluss – die Gurke ist wieder frei von Zwängen und darf wachsen, wie sie will

Ich freue mich auch für die anderen 26 Obst- und Gemüsesorten, die jetzt wieder auf den Tisch kommen, wie die Natur sie geplant hat und nicht wie es der Verpackungsindustrie angenehm war.

Ich freue mich! Wirklich! Und gehe dann jetzt mal kopfschüttelnd ab … (manche Sachen, die die EU verzappt, möchte man besser nicht wissen.)