2011-03-31

Michael Stipe

„Er trinkt einen Schluck Wasser – das ist seine erste Gefühlsregung.“

Sehr schönes Interview der Zeit: „99 Fragen an Michael Stipe“, Sänger von REM über Berlin, Mode und Kunst.

2011-03-30

Piratenpartei bietet Journalisten Unterstützung an

Habt Ihr ja sicherlich mitbekommen, der Ärger der Hauptstadtjournalisten, darüber dass sich Informationswege neuzeitlich bewegen bis ändern. Die Piratenpartei ist aber nicht so, sie haute heute folgende Pressemeldung (nicht nur via Twitter) raus: Die Piratenpartei Deutschland wird in Kürze interessierten Journalisten Einführungsveranstaltungen für den Kurznachrichtendienst Twitter anbieten, damit dieser möglichst effizient für die Arbeit genutzt werden kann.

Das finde ich gut so, denn Twitter ist wahrlich kein leichtes Medium.

2011-03-28

Hach!

Heute vier Stunden Gassi gewesen. Es ist so formidabel drei Katzen zu haben und um die Ecke zwei Hunde wohnen zu haben, auf die man immer zurückgreifen kann.

(Aus der Reihe: kann ich supergut leiden!)

Merde alors!

2011-03-27

Demo-Impressionen Berlin, 26.03.2011

























(Alle Bilder Canon ix 90)

2011-03-25

Echo 2011

Man hätte gestern bei der Echo-Verleihung die Namen der 21 Opfer vorlesen können, die bei der Loveparade in Duisburg letztes Jahr gestorben waren, nur weil sie Musik leben wollten. Man hätte auch über das Tragen von Verantwortung sprechen können. Die drei Namen derer, die prestige- und geldgeil genug waren, diese jungen Menschen in den Tod zu schicken, aber bis heute nicht so viel Hintern in der Hose hatten, um eine Verantwortung eigenständig zu übernehmen, hätte man dort ebenfalls nennen können.

Sozialkritik ist wohl nicht mehr. Im Musikbusiness.

(Ja, den lächerlich kurzen Einspieler mittenmang der üblichen Farewell-Besprechungen habe ich mitbekommen. Nur: meine Priorität sortiert Duisburg deutlich vor das Ableben eines sehr hochbetagten Musikers, so sehr ich Peter Alexander auch schätzte.)

Verreisen!

Okay, mich kriegt man mit Reiseberichten. Immer. Mich kann man auch zu Urlaubfotoangucksessions einladen. Immer. Egal wie lang. Ich mag das. Das ist für mich, wie auch verreisen. Stehe ich drauf! Daher empfehle ich:

Don Dahlmann war eine Woche in Shanghai und hat Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6, Tag 7 beschrieben.

Der Grillmaster2000 war die letzten Tage in San Francisco auf dem 40. ICANN-Meeting: Japaner im Fahrstuhl, Wendy-die-häwit, .xxx, I'm already sweet!,

Heute ist equal pay day!

Ich habe mich aus der Frauenquote-Diskussion weitestgehend raus gehalten, weil ich finde, Jobs sollten nach Qualifikation besetzt werden und danach, ob ein Bewerber ins Unternehmen passt. In Branchen, in denen Frauen längst nicht interessiert daran sind, dort zu arbeiten, erschließt sich mir nicht die Logik. Warum sollte ein Unternehmen bei männlichem Überhangmandat aus Quotengründen auf Frauen setzen, die sich möglicherweise gar nicht bewerben? Ich möchte es keiner Frau zumuten, in irgendeinem Unternehmen bloß die „Quotenfrau“ zu sein. Der Punkt ist der: wo Frauen nicht erwünscht sind, sind sie nicht erwünscht. Und es gibt Wichtigeres im Leben einer Frau, als hier die Dressurqueen für altmodisch denkende Vorstände zu geben, die es nicht kapieren wollen. Da vertraue ich auf den Generationswechsel. In meinem Umfeld erlebe ich die meisten Arbeitgeber diesbezüglich als offen und völlig emanzipiert: ist eine Frau die beste Kandidatin, wird die Stelle mit ihr besetzt. Und gut ist.

Viel wichtiger fände ich es, Unternehmen auf die Finger zu hauen in denen der größere Teil der Angestellten, die für das Unternehmen mit Minijobs abgespeist werden, Frauen sind. Frauenarmut, vor allem Frauenarmut bei arbeitenden Frauen, ist mir heute in diesem Land ein immer noch viel zu leise diskutiertes Thema.

Das Thema ist generell so komplex, darüber ließen sich Bücher schreiben. Aber in der Kürze schließt sich der Kreis zum heutigen equal pay day, der darauf aufmerksam macht, dass Frauen heute noch im Durchschnitt für die gleiche Arbeit und Funktion in einem Unternehmen 23 % weniger Gehalt erhält, als ihre männlichen Kollegen. Aus diesem Grund wäre ich sofort für das schwedische Modell: Transparenz – auch bei den Einnahmen.

2011-03-24

Unser Bundespräsident Wulff hat …

… glaube ich, einen prima Hang zur Ironie. Oder ich verwechsle da was, und die blinden Fußballspieler Deutschlands sind das schwarzhumorigste Volk direkt noch vor Max Goldt.

Erst streicht er als Ministerpräsident in Niedersachsen 2005 den Blinden das Blindengeld. Ersatzlos.
2011 übernimmt er die Schirmherrschaft für Blindenfußball.

Hab‘ ‘nen prima Plan fürs Wochenende!

Lotto spielen.
Im Lotto gewinnen.
Haus kaufen.

Schenkelklopfer

Unendliche Weiten. Wir schreiben den 24. März 2011. Deutsche Politiker erklären mehrfach im Deutschen Bundestag, Atomkraft sei sicher.

Weiß zufällig einer was von Marihuana-Kolonien auf dem Dach vom Kanzleramt?

2011-03-23

In keinem Nachruf einer deutschen Zeitung

zum Tode von Elizabeth Taylor konnte ich bisher lesen, dass sie seit 2000 immerhin Dame (Commander) Elizabeth Taylor war. Und als gebürtige Engländerin führte sie den Titel auch. Vor ihrem Namen, wie sich das gehört.

Was soll ich eigentlich aus dieser Rechtsprechung lernen?

Dass ein Vergewaltigungsopfer künftig besser die Täter selber direkt richtet?

(Aus der Reihe: ist mir übel!)

Geschenke!

Das HTML 5-Handbuch von Stefan Münz steht nunmehr online zum Lesen zur allgemeinen Verfügung.

Rechts …



habe ich gerade einen neuen Banner eingepflegt. Den mit dem Link zur Datenbank der Kosmetikproduzenten, die immer noch auf Tierversuche setzen! Ärzte gegen Tierversuche e.V. rufen gerade auf, eine Online-Petition zu zeichnen, die sich dagegen wehrt, dass die EU gerade das 2013 in Kraft tretende Gesetz zum Verkaufsverbot von Kosmetik, die oder deren Rohstoffe an Tieren getestet wurden, aussetzen zu wollen.

Mich macht das stinksauer! So dermaßen stinksauer. Dass man Tierversuche in der Kosmetikindustrie nicht braucht, so weit waren wir schon vor 15 Jahren! Arschlochlobby! (pardon my french – aber ich bin richtig wütend und dann schlägt bei mir immer das familiäre Proletariat durch!) Also: zeichnen! Verlinken! Banner setzen! Twittern! An Aktionstagen teilnehmen! Zugespachtelte Frauen in der S-Bahn fragen, ob sie wissen, dass für die Pampe in ihrem Gesicht Tiere leiden mussten. Bewusstsein wecken! Flyer ausdrucken und beim eigenen Tierarzt auslegen! Beim Zahnarzt geht's auch. Und beim Friseur!

2011-03-21

Mein …

… Raviolibrett hat gerade den Deckel von meiner Butterdose erschlagen, die eigentlich einmal eine Margarinedose war.

*geht traurig ab*

2011-03-20

One week later …

Jetzt ist dieser japanische Albtraum eine Woche alt und in den Schlagzeilen von einem unentschlossenen Krieger-Deutschland auf Platz 2 abgelöst worden. Ich bin immer noch völlig paralysiert. Ich kann immer noch keine Musik hören. Ich kann immer noch nicht 08/15-Fernsehen gucken. Ich … ich meine, ich habe derzeit massive Probleme, ganz eigene und für mich sehr schwer lösbare, die wie ein riesiger Haufen vor mir stehen und mir die Luft abdrücken. Aber sie sind im Vergleich zu den Problemen der Japaner so bonsaiklein. Und das zu fühlen, macht mich unaufgeregt aufgeregt gleichermaßen und ich fühle mich die ganze Zeit, als würde ich per Kopfstand durch das Leben schreiten.

Es ist eine komische Zeit. Ich liebe Meldungen aus fernen Ländern, die berichten, man habe dann doch noch zwei Leute aus den Trümmern retten können. Liebes Leben, danke für die kleinsten Wunder!

2011-03-19

Ach ja …

ARD, Samstag-Abend-Krimi. Istanbuler Tatort oder so. Thema: betrogene und unterdrückte türkische Ehefrauen sortieren sich halböffentlich total anonym auf einer Webseite, deren Hostin eine total kluge, emanzipierte, natürlich sehr schöne und eloquente, selbstverständlich auch als Journalistin arbeitende Türkin ist, die ihren Geschlechtsgenossinnen die Augen öffnen möchte.

Und nun ratet mal, wer in dem voll emanzipierten Beitrag der öffentlich rechtlichen Sendestation nachher die völlig entgleiste Mörderin der betrügenden Ehegatten ist?

Na? Klar. Denn wie wir alle wissen, ist das echte Leben einfach zu hart für uns Frauen. *gähn*

(Ist die weibliche Form von Host überhaupt Hostin? Oder heißt das Hosterin oder Hostingin? Das ist so schwierig. Ungefähr so wie mit dem deklinierten DJ auf Deutsch, das sind ja nun alles DJanes. Was sehr viel mit dem eigentlichen Disc Jockey zu tun hat. Also im Ursprung.)

Ich stelle mir so vor …

… und so unwahrscheinlich ist das ja in Berlin gar nicht, ich laufe über den Alexanderplatz und mich spricht das eine oder andere internationale Fernsehteam in diesen Tagen an und fragt mich – als deutsche Bürgerin – was ich glaube oder weiß, warum sich Deutschland aus den militärischen Einsätzen gegen Libyen raushält.

„Das“, muss ich dann sagen, „weiß ich eigentlich gar nicht.“ „Und“, würde ich auch sagen, „ich habe dazu wirklich keine Idee.“

„Außer vielleicht“, würde ich wenig später murmeln, wenn das TV-Team sich schon längst ein neues Opfer vor die Linse gezogen hätte und daher schon wieder abgelenkt wäre, „dass wir natürlich im Kampfeinsatz nicht unsere Soldaten von unseren eigenen Waffen abknallen lassen können.“ Aber das würde das TV-Team wirklich nicht mehr hören, weil ich doch immer sehr leise und undeutlich spreche, wenn ich mich schäme.

2011-03-18

Yukos Tagebuch

Teil I – »Fukushima strahlt in unseren Köpfen«
Teil II – »Ich frage mich, was eigentlich bebt - ich oder der Boden unter mir«
Teil III – »In Zeiten wie diesen sollten wir uns selbst Gründe geben, fröhlich zu sein«
Teil IV – »Ich möchte in aller Bescheidenheit etwas klarstellen«

via Süddeutsche Zeitung Magazin: „Yuko Ichimura lebt als Illustratorin und Werbefilmerin in Tokio. Für uns beschreibt sie in Bild und Text, wie ihr Leben zwischen Erdbeben und Atom-Katastrophe aussieht.“

Lesen!

Das erste Mal …

… man kann als Mensch mit westlichen Wurzeln in so einem Plattenbau diverseste Dinge zum ersten Mal tun. Da wohnen, da schlafen. Man kann zum ersten Mal Sex haben. Zum ersten Mal Sekt trinken. Zum ersten Mal frühstücken. All diese Dinge eben, die einem als Altbau-Wessie bisher versagt blieben.

So kann man zum Beispiel zum ersten Mal in einer Platte auch Kaffee trinken. Mit Soja-Milch. Dann hat man nicht nur Milchkaffee mit Sojamilch zum ersten Mal in der Platte. Man hat auch Soja-Milch generell zum ersten Mal im Kaffee. Das ist so … erstmalig.

Habe daraufhin beschlossen, dass ich jeden Facharzt, der mir jemals in meinem Leben eine Lactose-Intoleranz einreden wollte, umgehend wechseln werde. Sollen doch die anderen das Zeug trinken!

2011-03-17

Blogliebe

„Du blinder SchiRi, Du!“ oder „Siehst Du Susi tanzen?“

Falls mal wieder einer fragt, was Blogs so anders, so großartig macht, dann ist der oben verlinkte Text das allerbeste Beispiel. Blogger erleben, hinterfragen das Erlebte, fragen, überlegen, schreiben auf, stellen zur Diskussion, mehrdimensional, erheben keinen Allmachtsanspruch an dem von ihnen geschriebenen, gedachten Text. Und regen damit einen selbst zum Nachdenken an. Deswegen lese ich immer lieber Blogs, immer weniger Zeitungen.

Lustig

… in seinem Konsenz, dieser Blogeintrag bei Fefe



Das letzte Mal als diese Regierung – vom Bundesverfassungsgericht darum explizit gebeten worden – ihre Arbeit überprüfen sollte, hatte das über die gesetzte Frist zum Ende des Jahres 2010 länger als 12 Monate gedauert und es kam dabei heraus, dass man Menschen mit Behinderungen in Deutschland, die keinen eigenen Hausstand führen können, 20% weniger Sozialhilfe zahlen will. Das ist die Konsequenz, die diese Regierung offeriert, fordert man nur auf in einem Bereich der Berechnung einfach nur Transparenz zu schaffen.

Insofern finde ich die „brutalstmögliche“ Aufklärung gar nicht mal den schlimmsten anzunehmenden Fall – da kennt man die Antworten wenigstens im Vorfeld schon und kann die Strategien auf den Feind zugeschnitten frühzeitig planen.

2011-03-15

„Die meisten Bilder sind gestellt“

Lesenswerter Blogbeitrag von Helmut Scheben, einem Redakteur der Schweizer „Tagesschau“ (SRF), zur Gestaltung von Filmmaterial aus Kampfgebieten.

(via @dondahlmann/Twitter)

Dazu eine Buchempfehlung: „Wie im echten Leben“ von Joris Luyendijk

Sehr sehr niedlich …

diese Entgleisungen der Gesichtszüge von führenden Regierungspolitikern heute, wurden sie vor laufenden Kameras darauf angesprochen, dass die vorübergehende Aussetzung der Laufzeitverlängerung doch nur ein praktisches Kalkül im Wahljahr sei. Röttgen ist da ein echt schlechter Lügner, was ihn ja fast wieder sympathisch macht in diesen Tagen. (Ich habe nachgerechnet, drei Monate sind genau bis zu dem Moment, wenn alle Bundesländer mit laufenden AKWs gewählt haben. Die beiden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit den Herbstwahlen sind ja AKW-frei.)

Aber Merkel ist verdammt clever. Die hat es mit ihrer heutigen flinken Aktion geschafft, Deutschland international derzeit als allererstes Land medial zu positionieren, das auf die Katastrophe in Japan regiert mit Konsequenzen in der landeseigenen Atomstrompolitik. Das ist eine echte Leistung! Unsere Atomlobby muss mittlerweile super Konzepte für alternative Energievorkommen in der Tasche haben, dass sich Deutschland so empfiehlt. Es bleibt spannend.

Gerade ist Reaktor 2 explodiert. Der Wind dreht sich gen Tokio. Die Messwerte steigen. Man will nicht ins Bett gehen, weil man dann morgen aufstehen muss und wieder Angst vor den neuen Meldungen hat.

2011-03-14

Muss ich einen merkwürdigen Ruf …

… hier im Haus haben. Nachbarn unten schreien sich gerade wie blöd im Hausflur an. Als sogar Lino anfängt sehr schief zu gucken, gehe ich runter und frage höflich nach, ob sie sich alleine wieder einkriegen oder ich die Polizei rufen soll: Stille. Tür zu. Frieden.

(Aus der Reihe: nehme auch Nobelpreise.)

2011-03-13

Reden wir doch mal …

über Atomstrom in Deutschland und … äh … Wahlkampf.

Wie Druck- und Siedewasserreaktoren funktionieren?

Hier mittels einem in Englisch verfassten Konzeptpapieres für Lehrer anschaulich erklärt.

Im Physikblog wird ebenfalls sehr anschaulich erklärt, wie Druck- und Siedewassserreaktoren arbeiten. Als auch geht man mit gelassenem physikalischen Hintergrundwissen die Problematik in Fukushima I erklärend an.

Die Neue Züricher Zeitung skizziert den Ablauf der gestrigen Havarie in Fukushima I klug nach.

2011-03-11

Lieber Herr Dr. Norbert Röttgen, …

wir, dieses deutsche Volk, begreifen uns weitestgehend mittlerweile als

a) Europäer
b) Kosmopoliten

und

c) immer weniger als „nur“ Deutsche. (Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass der mit etwas Hirn besetzte Deutsche sich immer weniger mit seiner aktuellen Regierung identifizieren mag, aber das ist ein anderes Thema.)

Das heißt, es interessiert uns überhaupt nicht, ob Kernschmelzen in AKWs in Japan für Deutschland eine mehr oder weniger akute Gefahr darstellen oder nicht. Wir wissen, was Kernschmelzen bedeuten – für ein Land, für dessen Umwelt, vor allem aber für die Gesundheit der dort lebenden Menschen und Tiere. Und für alle Menschen und Lebewesen in benachbarten Ländern, auf die dann irgendwann die Atompartikel hinab regnen werden. Wir wissen sehr genau, dass wir uns gerade im absoluten „Worst Case“-Szenario befinden. Wir wissen also heute sehr genau in welch sehr großer Gefahr die Japaner gerade abseits von Nachbeben und weiteren Flutwellen leben. Und das reicht uns völlig aus, um besorgt zu sein!

Wir sind übrigens auch das gleiche Volk, das schon im Frühling 1986 in dem gleichen Thema belogen wurde. Wir vergessen das nicht! Und das reicht übrigens auch völlig aus, um Ihren und der Atomstrompolitik Ihrer Partei in den kommenden Wahlen zu zeigen, wo der Ausgang ist. Versprochen! Machen Sie sich also ruhig keine Sorgen, wir sorgen uns viel besser! Um uns und um unsere Mitmenschen – weniger allerdings um Sie und um Ihre Lobbyfreunde!

Nein!

Die Bewegungen von Lithosphärenplatten haben rein nichts damit zu tun, dass die Welt sich gegen durch den Menschen verantwortete Schädigung der Umwelt wehrt. Das zu behaupten (liest man derzeit immer öfter auf Twitter), ist wirklich Schwachsinn! Kontinentaldrift ist ein altbekanntes Phänomen. Dass wir heute mit stärkeren Erdbeeben weltweit leben müssen, hat meiner Klasse unser Geographielehrer schon in den frühen 80igern prophezeit.

Die sehr kritische atomare Situation, die heute in Japan entstanden ist, macht mir momentan große Angst. Sie ist längst nicht ausgestanden. Gerade werden nach dem ersten Chaos die offiziellen Meldungen merklich zu diesem Thema zurückgefahren, das lässt nichts aber auch gar nichts Gutes vermuten. (Ich gucke heute den ganzen Tag schon NHK World, einen japanischen Sender, der auf englisch berichtet und seit zwei Stunden kaum noch Meldungen bringt zur aktuellen Situation der derzeit offiziell bekannt mit Havarien zu kämpfenden Atommeiler Fukushima und Onagwa. Elf Atomkraftwerke sind derzeit laut offiziellen Meldung abgeschaltet. Abgeschaltet heißt allerdings nur, sie produzieren derzeit nicht. Das ist kein Informationsstand darüber, wie dort mit welchem Strom die Kühlung der Aggregate aufrecht erhalten werden kann.

Eines aber sollten wir uns bewusst machen, ich halte Atomkraftwerke in Japan weitestgehend noch für die sichersten ihrer Art weltweit. Japan ist ein verhältnismäßig reiches und modernes Land. Japan weiß um die Gefahr regelmäßig von Erdbeben und zwar sehr schweren Erdbeben heimgesucht zu werden und hat diesbezüglich architektonisch vorgesorgt, wie vermutlich kaum ein anderes Land weltweit. Das sieht man, wenn man derzeit Fotos aus Tokyo sieht. 8.8 Stärke auf der Momenten-Magnituden-Skala ist derzeit das stärkste in Japan gemessene Beben. Dennoch ist die größte Zerstörung und sind wohl auch die meisten Todesopfer auf die Folgen des Tsunami zurückzuführen.

Hierzulande würde alles brach liegen. Und damit sind wir beim Punkt: deutsche Atomkraftwerke würden nach so einem Beben jetzt nicht mehr stehen. Es gibt derzeit Evakuierungen in Russland aufgrund der Tsunami-Warnung. Ich will jetzt nicht über russische Atomkraftwerke in Küstennähe nachdenken. Ich will auch nicht darüber nachdenken, dass Russland schwimmende Atomkraftwerke entwickelt.

Viel Kraft, Japan! Der gesamten Welt kann man nur wünschen, dass uns unsere moderne Technologie nicht gerade in den absoluten Gau treibt. Christen sollten vielleicht jetzt beten.

2011-03-10

Mal ordentlich abbeißen!

2011-03-09

Aus dem Lala-Schokoland …

Egoismus zum Wohle aller

Kleine Leseempfehlung.

2011-03-05

Zum Kotzen …

finde ich dermaßen Stars, die jetzt auf Imagepflege machen in dem sie ihre Konzertgelder – bei Events vor der Gaddafi-Sippe verdient – nun spenden und so tun, als würden sie Gutes leisten.

Es bestand nie Zweifel daran, dass Gaddafi ein Arsch ist.

Ausflug!

Kaffee holen und mit Cucina Casalinga einen Ausflug in die USA, Arizona zur Wave machen!

2011-03-04

Aussichten



Signed! Dann standen wir also gestern um 17:15 Uhr vor der Haustür zur Wohnungsübergabe … und keiner kam. Da war aber Eine aufgeregt. Berlin schenkte uns einen riesigen roten Sonnenball im Untergang begriffen und das Warten war besonders warm und schön. Also ab dem Moment in dem die Telefonate signalisiert hatten, es sei alles in Ordnung und es bliebe beim Termin, man verspäte sich nur ein wenig.

Das freundliche junge Pärchen, offiziell zu zweit, inoffiziell zu dritt, übergab die Wohnung und wir lasen derweil in der immer dunkler werdenden Wohnung – ohne Lampen – den Mietvertrag und die fünf Millionen Anhänge. Und sie zeichnete diese später in der völlig finsteren Wohnung im Schein der Taschenlampe fünfmillionenmal mal zwei Ausführungen. Der sehr nette Hausverwalter ging. Wir köpften die Flasche, saßen vor der glucksenden Heizung und konnten es nicht glauben. Geschafft! Das kann sich keiner vorstellen, wie sehr diese Wohnung der Rettungsanker war.

Sie ist dann nach Reinickendorf, also einmal die komplette Strecke der U8, um ihre Sachen zu holen. Da wussten wir schon: alle avisierten Transportmöglichkeiten mit dem Auto hatten sich zerschlagen. Ich zog los für ein standesgemäßes Berlin-Neuköllner Abendessen zu sorgen, in diesem Fall also Wiener Würstchen, deutscher Kartoffelsalat, italienische Mozarella, holländische Tomaten, türkische Oliven, griechische Weinblätter, türkisches Brot. Und Crémant. Aus meinen Beständen wanderten dann erste Küchenbestände nach drüben und der Baustrahler. Der Baustrahler, den ich mal kaufte, als ich anfing mit Still- und Proträtfotografie. Der hierfür als erste Lichtquelle herhalten musste. Der dann später dazu diente, beim besten Freund der Welt die Swimmingpoolreparatur noch nachts voranschreiten zu lassen, der nun im Keller vor sich hin döste und gestern die Wohnung hell erleuchtete. Und wärmte. Alles auf's Rad, rüber. Sind fünf Minuten Fußweg.

Der Onkel hat sie und die Tochter und die ganzen Klamotten dann doch freundlicherweise rumgefahren. Und ist genau einmal mit hoch in die Wohnung, hat uns dann mit dem ganzen Kram im Hausflur stehen lassen. Der Sohn kam kurz darauf mit seinen Freunden, zwei Matratzen in der S-Bahn transportiert und seinen ganzen Rapeiken und mit Frettchen Lino. Der Sohn und seine Freunde waren extrem happy mit der Wohnung und begeistert. Die Tochter … die ist so dermaßen radikalpubertär, sie rafft gar nix mehr. Eigentlich müsste man sie in eine Vitrine installieren und ausstellen – so ein Exemplar dermaßen voll auf Pubertätsspeed hat die Welt noch nicht gesehen.

Mit dem Jungen und seinen Freunden sind wir dann nachts um halb zwölf noch zu mir, mein Gästefuton hinüber tragen. Es gibt da ja erst mal nix. Den Kids gleich gezeigt, wo der lustige Swingerclub an der Ecke liegt, wo Tempelhof anfängt und wo der nächste Zeitungsladen liegt. Einweisung in die Discounter-Landschaft der Umgebung. Stille Begeisterung. Als wir bei mir waren, haben wir uns wegen der Lautstärke darauf geeinigt, dass nur zwei zu mir hochkommen. Ich schließe die Tür auf, der Freund vom Sohn (der dessen Frettchen die letzten Monate aufgenommen hatte und ihm eine grandiose Wohnwelt in seinem Zimmer geschaffen hatte) meinte nur begeistert: „Oh, Katzen!“ Und drei Katzen saßen in der Tür, die Betonung liegt auf drei, denn üblicherweise reduziert sich Talytha ja bei Fremden, vor allem bei groß gewachsenen Fremden, grundsätzlich erst einmal unter das Bett und meinten zu ihm begeistert: „Oh, Dan!“ Lino sehr würdevoll, Nishia begeistert überschäumend und Talytha still in der Ecke mit blitzenden Äuglein, so himmelten sie den Jungen in stiller Übereinkunft an, als wäre er ihr Messias. Nishi sprang auf ihn zu, rollte sich im Flur auf dem Boden hin- und her, was sie so noch nie bei Fremden getan hat. Das ist so faszinierend, wie manche Menschen für Tiere offensichtlich „Heimkommen“ bedeuten. Hoffentlich wird der Junge Tierarzt, der kann das.

Kurze Rede, sie sind jetzt angekommen und können sich akklimatisieren. Gestern vormittag hatte die Freundin auf dem Jugendamt ein langes Gespräch mit der künftigen Familienhelferin, das wohl sehr gut war. Das Mädel ist – zumindest laut ihrer Lehrer in der Schule, zu Hause leider noch so gar nicht – wie umgewandelt, seit ihre Mutter wieder da ist und sich um sie kümmert. Wir sind also guter Dinge, überlegen nur, ob wir das Tochterkind nicht gleich in den Keller ziehen lassen. Kleiner Witz. Erst mal nur an den Füßen über'n Balkon hängen, dürfte ja vielleicht auch reichen. Nächste Woche dann wieder Amtsgänge. Seufz.

Aber es wird. Ich meine, noch vor drei Wochen war sie so verzweifelt und wollte sie lieber vor den Zug springen – und das ist jetzt mitnichten übertrieben formuliert, und wir hätten damals nie geglaubt in so kurzer Zeit so weit zu kommen! Smiley ans Leben!

2011-03-03

Heute nachmittag

um 17:00 Uhr dann Mietvertragszeichnung in der Wohnung. Wenn nichts schief geht!

Dort, wo sie bis jetzt gewohnt hat, kann man gar nicht verstehen, warum sie noch heute Nacht gleich in ihrer neuen Wohnung schlafen möchte. Dort hat man ihr erzählt, dass ihre dunkelhäutigen Kinder komisch riechen. Und ihr ständig erklärt, was sie alles falsch macht in der Kindererziehung. Und natürlich, was die Kinder alles falsch machen. Das wurde ihnen so regelmäßig nahegelegt, dass diese an den Wochenenden gar nicht schnell genug zu Freunden fliehen konnten. Was man gar nicht verstehen konnte.

Ihr redet man jeden Tag ein, ob sie sich das – als 48jährige Frau – wirklich gut überlegt hat, dass sie ihren geliebten Hund Mogli nach Berlin holen will. Denn Tiere machen doch nur Dreck, kosten Geld und die Nachbarstöle gehört sowieso längst erschossen. Sie haben also die letzten drei Wochen nicht mitbekommen, wie die Freundin mit jeder Faser darunter litt, ihr Tier nicht bei sich zu haben – als Trostspender und Glücksbringer in der verhassten Situation. So wie ich das sehr wohl mitbekommen habe. Was ich schon als besondere Leistung betrachte, so dermaßen ignorant zu sein! Es ist eine gut situierte Familie mit Eigenheim in Reinickendorf, der Vater arbeitet sich zu Tode, um seinen fünf Kindern je ein iPhone und iPad zu finanzieren. Es ist der deutschstämmige brasilianische Strang der Familie und man hat ihr bis heute nicht verzeihen können, dass sie vor 17 Jahren mit einem Brasilianer, einem dunkelhäutigen Brasilianer, die Ehe geschlossen hatte. Dass die „Brut“ nun nichts als Ärger macht, war ja abzusehen und es gehört wohl zum christlichen Ton einer sehr gläubigen Familie auch 2011 dazu, intensiv und langanhaltend sowie ständig auf diesen Umstand den Finger zu legen.

Egal. Der Crémant steht kalt. Und ich, für meinen Teil, freue mich wie blöd auf diesen sehr besonderen tollen Hund.

Politische Online-Kommunikation von Verbänden

Interessante Hausarbeit, die sich alle Verbandsmitglieder, die immer noch hinterwäldlerisch glauben, Online-Kommunikation und Vernetzung darf nicht sein, weil man sich ja was weg nehmen könnte vom großen Kuchen, auf den Rechner schieben und dann auch lesen sollten!

Ich denke …

es ist nun Zeit und Ihr seid alle alt genug für ein Foto vom Kater an Spitzenwäsche.



Dieses Foto widmet Lino höflich der Liebe seines Lebens, Frieda, und deren Unterhaltungsmieze Buffy.

2011-03-02

Danke …

an das Haekelschwein. Denn dank seines Kommentars bei netzpolitik.org habe ich das Phänomen des Guttenberg-Fanclubs endlich verstanden. Alle Fragen ausgeräumt.