2010-02-28

Kochtipp 01/2010 Tarte aux Pommes (Elsaß)

Eines meiner allerliebsten Kochbücher ist „Die echte französische Küche“ von Susi Piroué bei Gräfe und Unzer erschienen. Wundervolle sehr ursprüngliche Rezepte aus allen Regionen Frankreichs, von leicht bis höchst anspruchsvoll.

Die Seite, die sich bei mir in dem Buch mittlerweile von selbst aufschlägt, die Seite 68, beherbergt links ein Rezept für einen Gâteau au chocolat, mittig die Tarte aux mirabelles (beides Rezepte aus Lothringen) und rechts die weltbeste Tarte aux pommes aus dem Elsaß – eine Apfeltarte mit Crèmeguss. Nicht ganz trivial in der Zubereitung, bei weitem nicht so einfach wie der Schokoladenfondantkuchen. Aber die Arbeit in der Küche lohnt sich allemal.

Man braucht neben einer Tarteform (wie mir gestern zuuuuuufällig eine neue zugelaufen ist …)

1 kg von einem aromatischen sauren Apfel
1 Zimststange
1 Zitrone (nur den Saft)

Für den Teig

125 g Puderzucker
125 weiche Butter
2 Eier
250 g Mehl (bei Bedarf etwas mehr, plus Mehl zum Ausrollen)

1 Packung Erbsen zum Blindbacken (u. Backpapier)

Für den Guss

4 Eigelbe
2 EL Milch
400 ml Milch
125 g Zucker (ich nehme gerne Vanillezucker)

Zubereitung



Den Mürbeteig bereite ich gerne den Abend vorher zu, dann kann er im Kühlschrank zum nächsten Tag gut durchkühlen. Ansonsten mindestens 1 Stunde Kühlzeit einkalkulieren. Der Puderzucker wird gesiebt, mit der weichen Butter verrührt, dann werden die Eier nach und nach untergerührt und zum Schluss das gesiebte Mehl darunter gehoben – sobald die Masse sich zum Klumpen formt, nicht mehr rühren sondern mit den Händen kneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Zellophan einschlagen und in den Kühlschrank legen.



Die Tarteform einfetten. Die Äpfel werden geschält, entkernt und in schmale Streifen geschnitten – aus einem Viertel mache ich drei Streifen. Diese werden sogleich in einen Kochtopf mit etwas Wasser, dem Saft der Zitrone, einer Zimtstange gelegt und zum kochen gebracht bis sie weich sind – aber noch Biss haben. Die Scheiben in ein Sieb zum Abtropfen geben (gegebenenfalls abschrecken, damit sie nicht zu weich werden beim Nachgaren.)




Wenn der Mürbeteig gut kalt ist aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer bemehlten Fläche ausrollen – ich mache das immer zwischen zwei Blättern Backpapier, so bleibt nix kleben und der Teig lässt sich praktisch nachher auf die Tarteform legen. Den Teig andrücken und den überstehenden Rand abschneiden. (Der restliche Teig wandert in den Tiefkühler oder man gönnt sich davon die nächsten Tage zwei kleinere Tartelettes mit Obst.) Den Teig mit einem der Backpapierblätter belegen und mit den Erbsen beschweren und für ca. 10-15 Minuten bei Gas Stufe 3 blind vorbacken.



Wenn er fertig ist, wird er mit den abgetropfen Apfelscheiben belegt.

Die Crème ist für den Backanfänger etwas tricky: hier gilt bei der Zubereitung jegliche Ablenkung abstellen, vorher auf die Toilette gehen, Telefon klingeln lassen, denn es muss ab einem bestimmten Moment gerührt werden. Dauerhaft. Mit genau null Pause! Anderenfalls hat man leider Rührei. Und Rührei wollen wir nicht, wir wollen Crème. Und dazu verrühren wir die vier Eigelbe mit der Milch, die andere Milch mit dem Zucker wird zum Kochen gebracht. Und sobald sie simmert, wird sie durch ein Sieb zu den Eigelben gerührt, verrührt und diese Eier-Milch wandert zurück auf den Herd, wo sie unter ständigem (!) Rühren erhitzt wird, bis sie leicht andickt. Sie darf nicht noch einmal kochen (also frühzeitig runter mit der Hitze) – sonst Rührei! Ich gieße die Menge nochmals durch ein Sieb auf den Kuchen. Bis dahin muss sie selbst wenn bereits vom Feuer genommen, gerührt werden, sonst stockt die Masse – auch dann haben wir wieder das gefürchtete Rührei.



Nun kommt die Tarte ein letztes Mal in den Ofen für ca. 25 Minuten bei 220 Grad oder Gas Stufe 4. Falls die Ränder zu braun werden, den Kuchen ruhig mit Backpapier abdecken. Im Buch steht der Kuchen soll in die Mitte, bei mir kommt er auf die 1. untere Stufe und Gas Stufe 2 würde auch reichen – aber da ist ja jeder Ofen sehr eigen. Meiner sowieso. Die olle Wutz!



Und fertig ist sie, die beste Tarte aux Pommes der Welt!



Bon Appétit!

Schönes Wort heute gefunden …

Eierschalensollbruchstellenverursacher

gegendert: Eierschalensollbruchstellenverursacherin

gibt es auch in der Variante: Eierschalensollbruchstellenverursacher mit Swarowski-Kristallen

kurz: Eiköpper. (Mit und ohne Strassdinger.)

(Das ist immer so ein Kram, bei dem ich nicht anders kann als zu denken: und anderswo haben Menschen nicht genug zu Trinken.)

2010-02-25

Lecker Mutterglück.

Mir ist mehrmals aus privaten und beruflichen Gründen Plazenta begegnet. Erstmals bei der Hausgeburt meiner allerersten Katze. Da war ich zwölf Jahre alt und hatte mich vorher in die damals vorhandene Katzengeburtshilfsliteratur eingelesen und somit zur Kenntnis genommen, die weibliche Katze frisst bei der Geburt die Plazenta ihrer Kätzchen auf. Das tun Tiermütter notgedrungen, wie auch sonst sollen sie ihre Babies von Haut und Blut befreien und das Tierbabylager sauber halten? Die Lehrbücher besagten, die Plazenta würde dem Tier die notwendige Energie zum Stillen geben und sei daher sinnvoll.

Meine Katze damals tat das sehr ordentlich, ihr Evolutionsschema sah da nix anderes vor. Ich guckte mir das an, fand es, wenn auch vom Ratgeber vorbereitet, leicht befremdlich. Meine Mutter, selbst zweifach Gebärende, erklärte mir, sie sei während ihrer Geburten nicht auf die Idee gekommen, das tun zu wollen. Ihr war einfach nur nach einer deftigen Leberwurststulle, nachdem sie diesen Job bei meines Bruders und meiner Geburt absolviert hatte.

Später war ich dann berufs- und freundschaftlich bedingt bei der einen und anderen Geburt dabei, nahm da auch die viel größere Plazenta des Menschen zur Kenntnis. Fand sie immer noch nicht essenswert. Die Plazenta ist wie ein Stück rohes Fleisch mit einer Haut drum herum, wie man sie oft einem ganzen Filet abziehen muss, das Ganze ist natürlich dementsprechend blutig. Natürlich ist der Mutterkuchen mit einer nicht unerheblichen Menge des mütterlichen Blutes versorgt. Das der Mutter zurückzuführen, mag nicht verkehrt sein. Funktioniert natürlich so mit der Essensaufnahme jedoch nicht. Andere Kulturen machen nach wie vor sehr viel Brumborium um die Plazenta, erklären dort den Sitz der Seele u.v.m. Wir hierzulande besinnen uns neuzeitlich wieder darauf, sie im Garten vergraben zu müssen und stellen einiges mehr mit ihr an, wozu meine Mutter heute vermutlich befinden würde, dass sie genug mit uns zu tun hatte als das sie auf solchen Mutterkuchen-Aktionismus post partum ernsthaft Lust gehabt hätte. Die heutzutage dann gerne mal „urzeitlich“ gebärende Frau hat sich auch wieder der Plazentaaufnahme verschrieben. Das kann man tun. Muss man aber nicht.

Wer es denn machen möchte und tut, soll sich herzlich gerne die Geschichten und geschmacklichen Beschreibungen als auch Rezepte für das Mutterkuchengulasch für seine Kinder aufbewahren. Aber muss man immer alles ins Internet schreiben? Andererseits, wenn es anderen und dazu noch so kochverständigen Bloggern soviel Freude bereitet …

Gründe jetzt mal schnell ‘ne Image-Agentur

konzentriere mich auf die Restauration des Ansehens von Religionen.

2010-02-24

Es gibt Hummer!



In meinem Hinterkopf schmorte schon immer eine Idee an deren Umsetzung es bis heute happerte, dank meiner professioneller „mir schön selber im Weg steh-Itis“ – immer diese kleinen Ausreden im Kopf. Die Idee war simpel, das multikulturelle Potential von Neukölln aufgreifen und mit vielen Menschen und mit ihrem besonderen heimatlichen Hintergrund gemeinsam zu kochen und viel über andere Küchen zu lernen.

Dann gab's neulich über twitter – insbesondere über Peggy, die das Kochkalenderportal multikulinarisch.de stemmt – einen Kontakt, der fragte, ob wir nicht Lust hätten kommenden Freitag bei einem Essen dabei zu sein und zu berichten, ich zu fotografieren. Und Essen zu fotografieren … ihr wisst schon, geht immer.

Mit etwas Verzögerung (der twitter-Kontakt Andy hält mich mittlerweile sicherlich für etwas Banane, allerdings leide ich langsam unter einer fundamentalen „Log-Dich-auf-unser-Portal-ein“-Phobie und stellte das mit der mir angeborenen Sprödheit unter Beweis) habe ich mich dann auch mit dem Konzept dieser besonderen gemeinschaftlichen Kocherei vertraut gemacht. Und siehe da, die haben mein Hirngespinnst auf professionelle (und kommerzielle) Beine gestellt und dieses komische World Wide Web dazu genutzt, es einer breiteren Masse zugängig zu machen, als ich das mit einem Aushang beim befreundeten Supermarkt im Eck hätte bewerkstelligen können. (Wobei ich immer noch glaube, dass es verdammt gute Köche und Köchinnen da draußen gibt, denen das Internet völlig am Topflappen vorbei geht.)

Das Ganze heißt tafelzeit.de und funktioniert so: man meldet sich an und verkündet alleine oder gemeinschaftlich an einem bestimmten Tag ein bestimmtes Menü für eine bestimmte Anzahl zu einem realistischen Preis zur Kostendeckung anzubieten. Die Mitglieder in der jeweiligen Stadt sagen dann,„Ja, ich komme gerne!“, bestätigt der Gastgeber ihre Einladung überweisen sie den Obolus und so trifft man sich später in geselliger Runde zum Essen. In das Angebot der talentierten Kochlaien mischen sich Kochkurse, als auch Offerten professioneller Köche sprich Restaurants. Oder es bilden sich Kochgemeinschaften, seien sie aus gourmet-thematischer Liebe (der vielbeschworene Grill-Club) oder aus regionaler Nähe geboren.

Die Gastgeber können im Nachhinein von den Gästen bewertet werden, von der Funktion wurde bis jetzt kaum Gebrauch gemacht. (Was die User ruhig mehr tun sollten, denn nur so trennt sich die Spreu vom Weizen in diesem Portal.) Aber tafelzeit.de ist noch jung und erkämpft sich daher jetzt Berlin. Diesen Freitag serviert Frank vom Fiedrich dieses Hummer-Menü, das vom Klang her keine Wünsche offen lässt, wenn man die kleinen Freunde auf seinem Teller mag. Dieses Menü kommt also aus der professionellen gastronomischen Ecke – aber warum auch nicht? Will sagen Peggy, creezy und creezys Kamera gehen hin, denn fiedrich sieht ganz nett aus, behauptet aber kein Hobby zu haben.

Gucken wir mal … so zumindest gefällt mir das Konzept.

Der Hummer oben auf dem Foto hängt übrigens an meinem Kühlschrank. Unter der auf dem Kopf stehenden Eule und den aus der Reihe tanzenden Matruschkas. Tut nix zur Sache, ist aber immer gut, wenn man so was auch weiß!

2010-02-23

Zahnpflege

Gestern Nacht in den Vox-Nachrichten ein netter Beitrag zum Thema Zahnarztkompetenz bezüglich Geldeintreibung. Die Patientin mit gesundem Gebiss erhielt bei ihrem Zahnarzt zuvor eine professionelle Zahnreinigung einschließlich Zahnsteinentfernung. Bis zum nächsten Tag hatte sie nur Wasser getrunken und sich die Zähne wie üblich gereinigt. So ging sie zu drei Zahnärzten zu einem regulären Untersuchungstermin.

Alle drei Zahnärzte waren der Meinung, man müsse bei der Patientin auf jeden Fall Zahnstein entfernen und dienten ihr unbedingt eine professionelle Zahnreinigung an. Einer Arzt empfahl dabei die Reinigung mit dem AirFlow, der besonders Koffein und Teein-Verfärbungen entfernt. Verfärbungen, die die Zähne der jungen Frau nicht aufwiesen.

Money makes the world go arround …

2010-02-22

Werkzeug

Wenn ich in den Urlaub fahre und weiß, da ist eine Küche vor Ort in der gekocht werden darf, nehme ich immer eine kleine Auswahl Kücheninstrumente mit – dazu gehören ein bestimmtes Küchenmesser wie auch der kleine Rührbesen. Dinge, die mir so dermaßen angenehm zur Hand gehen, dass ich auf sie partout nicht verzichten möchte. Neulich habe ich mich in meiner Küche umgeguckt und fest gestellt, dass da das eine oder andere – ganz analoge – Instrumentarium ist, ohne das ich nicht auf eine einsame Insel ziehen wollen würde! Und es kam einiges zusammen. Jedes einzelne Gerät hat seine Berechtigung. Kurzerhand habe ich die Dinge fotografiert, jetzt bekommen sie noch ihre kleine Geschichte dazu. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr in Euren Blogs Eure Lieblingskücheninstrumente auch präsentiert!



Als erstes hätten wir da den Sparschäler in seiner puristischsten Ausführung. Einem Sparschäler bin ich erst in meinem 23. Lebensjahr begegnet – bei uns in der Familie kamen die Dinger nicht zum Einsatz. Mir ist so ein Gerät vorher auch nie unter die Augen gekommen. Der beste Freund der Welt hatte so ein Ding in der Küche und es gab mir alsbald Rätsel auf. Als ich bei den Ex-Schwiegereltern in spe ein paar Tage im Ruhrgebiet verbrachte, lernte ich damit zu schälen – mit großem Amüsement für die, die mir die Nutzung erst einmal beibringen mussten! Ich fand Sparschäler doof und ich empfand es als anstrengend sie zu benutzen. Wir haben lange und intensiv über des Sparschälers Nutzen und Vorteil diskutiert. Irgendwann – als ich dann endlich damit auch umgehen konnte – habe ich den Sparschäler in meiner Küche respektiert. Dieser hier ist das Urmodell, von den vielen, die ich mittlerweile mein Eigentum nenne. Ich habe immer mal wieder (meist aus dem Ausland) buntere, schönere Sparschäler mitgebracht (ähnliche Marotte wie beim Spülmittel). Ganz ehrlich: keiner schält so gut, flink, praktikabel wie dieser hier! Also sehe ich ihm seine Hässlichkeit und Rostwolllust nach. Wenn ich nur wüsste, warum er diesen Haizacken auf seinem Rücken trägt …



Holz! Man möge mich bitte verschonen vor Plastik- oder Glasbrettern oder Plastikkochlöffeln. Im Holz steckt die Seele. Natürlich besitze ich auch die Suppenkelle aus Aluminium. Im Großen und Ganzen arbeite ich aber mit Holzbrettern und Holzlöffeln, -kelle und -wendern. Je mehr sie nach Benutzung aussehen und Patina ansetzen, um so mehr liebe ich sie. Der Holzlöffel ganz vorne rechts im Bild, lebt und wirkt bei mir schon seit Urgedenken. Die Wender mit den Löchern links im Foto sind von der Insel, also mallorquinische Mitbringsel, meine absoluten Lieblinge. Liegen perfekt in der Hand, richten keinen Schaden in der Pfanne an. Gebe ich nicht mehr her!



So ein Pilzputzerpinsel. Nimmt es mit jedem Haushaltstuch auf oder mit was man auch immer sonst Pilze ohne Wasser reinigen möchte. Der Pinsel – und keine Pfifferlingsmenge ist mir zu groß.



Die Microplane-Zestenreibe. Ich bin ihr letztes Jahr bei Freunden begegnet und habe über ihre Parmesanreibe-Kompetenz nur staunen können. Erst dachte ich genervt, was ist das denn für ein nerviges kleines schmales Reibewerkzeug? Dann dachte ich nur noch „Wow!“ Noch nie so schnell mit so wenig Kraftaufwand so eine große Menge fluffigen Parmesan gerieben. Wollte gar nicht mehr aufhören! Mittlerweile habe ich meine drei alten Parmesanreiben aussortiert und mir die grobe Version der Reibe auch noch geschenkt (für die man allerdings einen Schutzhandschuh kaufen sollte.) Der allerbeste Küchenartikel, der mir letztes Jahr über den Weg gelaufen ist! Handlich, praktisch – kommt mit auf die Insel!



Mein Mini-Schneebesen. Knappe 21 cm lang, davon hat die Spitze 9 cm. Der kommt immer mit, den er ist der absolute Vinaigrette-Master! Kommt in 80 % aller Schneebesenfälle zum Einsatz, die großen Schneebesen schlafen sich dagegen einen aus.



Was ich ansonsten unbedingt brauche und liebe: Schüsseln. Schon als 14-Jährige, noch weit entfernt von einer eigenen Küche, habe ich aus einem Schulaustausch in Frankreich meine ersten Boules mitgebracht. Ich habe keinen Schimmer, wie es dazu gekommen ist – aber hier hat sich offensichtlich eine Farbe durchgesetzt. Nicht, dass ich nicht auch hier oder dort eine aus in rot oder anderen Farben hätte. Aber man stelle mir eine Keramikschüssel in einem ordentlichen Blau vor die Nase und ich schiele nach dem Preisschild. Blaue Schüsseln sind mit der Grund, warum ich eigentlich in meiner Küche anbauen müsste!



Das ist meine Küchenwaage. Völlig analog. Völlig praktisch. Ein Geburtstagsgeschenk von Chef und Gemahlin. Fand ich damals irgendwie blöd das Ding, unsere Zuneigung musste erst wachsen. Aber heute bin ich für dieses einfache pragmatische Gerät sehr dankbar. Bis 200 g kann man mit ihr die unterschiedlichsten Zutaten problemlos abwiegen, dabei seinem Spieltrieb frönen und komfortabel das Abgewogene hinzugeben. Diese Waage ist sicherlich nicht so schön wie diese flachen digitalen heutigen Waagen, aber sie ist praktikabel und immer zur Hand. Danke Ex-Cheffe!



Der Steingutsalztopf. Nur akzeptabel mit Holzschaufel! So einen hatte meine Oma väterlicherseits. Das einzige Teil, dass ich wirklich gerne von meiner Oma geerbt hätte. Leider genau das Teil, das mein Onkel bei der Auflösung am schnellsten weggeworfen hatte. Habe ich mir also irgendwann einen ähnlichen Steingut-Topf im Antiquitätenhandel gekauft und ihn sinngemäß als Omas definiert. Wir sind beide sehr sehr dicke miteinander. Letztes Jahr ist eine formschöne moderne Variante mit Deckel zu Weihnachten hier eingezogen, dieser Topf darf jetzt das Fleur de Sel beherbergen.



Die gute Pfeffermühle natürlich mit Peugeot-Mahlwerk. Damals in Montpellier gekauft. Mir kommt kein anderes Mahlwerk ins Haus, vor allem kein beleuchtetes Batterie betriebenes! Ich bilde mir ein, dass aus keiner anderen Mühle Pfeffer frisch gemahlen so gut riecht, wie aus diesem Mahlwerk und diesem Holz. So eine Peugeot-Mühle hat man schließlich für's Leben! Ich habe davon zwei – schließlich gibt es auch weißen Pfeffer!



Diese Steingutschüssel, das südeuropäische Kochwerkzeug. Da ich ja mit Gas koche, kann mir der unebene Boden nix anhaben. Meine ist noch aus Frankreich. Altgedient, mittlerweile mit viel Charme. Ich koche sehr gerne damit – völlig losgelöst von anderen wertvollen Töpfen oder schönen Auflaufformen, die ich habe. So manches ursprüngliches Gericht muss einfach in ihr gemacht gemacht werden. Das gilt auch für Salate. Ich weiß heute schon, wenn ich mal nicht mehr bin und meine Wohnung aufgelöst wird, wird diese Schüssel sofort in den Müll wandern, weil visuell als „unverkäuflich“ eingestuft. Ich werde dann im Grab rotieren, versprochen!



Mein erstes Global-Messer. Habe ich auch schon seit ich Anfang 20 bin. Dieses hier wurde letztes Jahr vom Werk getauscht, weil es merkwürdige Verfallserscheinungen aufwies – aber immerhin, sie haben es anstandslos ausgetauscht. Ich habe drei Messer aus der Serie – dies ist mein absoluter Liebling und der Vorgänger war mit mir weit gereist. Es liegt in der Hand wie ein Traum, es ist scharf, es schneidet alles problemlos (natürlich nehme ich für Tomaten ein anderes). Das gebe ich nicht mehr her!

Nun denn, nehmt dieses Post als fröhliches Blogstöckchen und raus damit – mit Euren Fotos und Geschichten zu Euren Lieblingsküchenwerkzeugen, die Euch ohne Strom das Leben leichter machen!

2010-02-20

Neu! Nishixpedit!

Nishixpedit gibt es in zwei Ausführungen, nämlich passend:



Und fast passend:

2010-02-19

Winterliches aus der Hauptstadt





Und ich frage mich beim Lesen:

Airen fängt mit 14 Jahren in einer bayerischen Kleinstadt an zu kiffen, es kommen immer mehr Drogen hinzu. Als er zum Studieren nach Berlin geht, auch noch der Techno. Später macht Airen ein Praktikum in einer Unternehmensberatung, …

ist das jetzt typischer Aufstieg oder Abstieg?

Die SZ über die Lesung des Bloggers Airen, der aber nicht selber liest sondern sein Alter Ego Deef Pirmasens die Stellen lesen lässt, die die Helene H. mal so vor sich hingeklaut hat zum Zwecke ihrer Inspiration, wofür sie jetzt ihrem Buch eine verspätete Quellenliste nachreichen musste und warum ein Lesungsteilnehmer befindet, dass das alles nur geklaut ist.

2010-02-18

Deswegen …

wollte ich übrigens, dass der Flughafen Tempelhof dicht gemacht wird.

Ich habe auf einer Fete den Typen getroffen, dem damals im Hinterhof 2001 das Kleinflugzeug in den Hinterhof gecrasht ist. Der Mann kam abends nach Hause und hatte ein Flugzeug in seiner Wohnung liegen. Womit es sich dann mit seiner Wohnung gehabt hatte und irgendwelchen privaten Besitztümern. Das ist es dann zwar schön gesagt zu bekommen, man solle froh sein, dass man nicht zu Hause war zum Zeitpunkt des Absturzes und natürlich ist alles irdisches Gut ersetzbar. Für den Mann hat's sozialer Absturz bedeutet. Den bezahlt keine Versicherung. Da schreibt später keine Zeitung drüber.

Café Steiner

Freundin Bel hatte schon länger davon geschwärmt und beschlossen, dass wir dort einmal Kaffee trinken müssen – wegen dem selbst gemachten Kuchen. Ihr wisst, auf Kuchen kann ich und auf selber gemachten Kuchen kann ich sowieso. Also haben wir uns neulich lebensmüde in eine teuflische Kombination von Tauwetter und anschließendem Glatteis gestürzt und uns angeguckt, wie in Schöneberger Höhen die Berliner Straßenräumkunst ihr Happening zelebriert. Straßenräumkunst glänzte durch Abwesenheit, das Happening lag also ganz alleine bei uns.

Das Café Steiner liegt in Berlins westlichem Regenbogenbezirk im Motzstraßenkiez direkt links neben einem meiner wirklichen Lieblingsrestaurants der Stadt, dem MORE, für das man aber als Hete dringend einen Alibi-Schwulen im sozialen Umfeld braucht. Wenn man den hat, dann muss man sich mit ihm nur noch prügeln, wer den besten Platz mit Aussicht auf die unglaublich attraktive (ich vermute ja in einer Gay-Modell-Agentur gecastete) Bedienung besetzen darf. Lauter übernatürlich attraktive Sahneschnitten mit überdurchschnittlich hoher Bedienkultur (will was heißen in dieser Stadt). Das Essen ist übrigens ebenfalls sehr lecker und preislich dafür absolut im Rahmen. Äh … aber ich wollte meinen Senf zu dem benachbarten Café ablassen.


(Erfreut Euch an der rauschenden Bildqualität meiner ixus 90.)

Café Steiner ist im Gegensatz zum MORE im alten Kaffeehausstil mit Antiquitäten eingerichtet, ohne muffig zu erscheinen. Bei der Einrichtung hat man auf weniger ist mehr gesetzt und so hat jedes einzelne Stück seinen Raum, um zu wirken. Sehr angenehm. Der Kuchen steht in der runden Kuchenvitrine als auch auf dem Buffett im Café-Raum. Das suggeriert das schöne Gefühl, man setzt sich an den gedeckten Kaffeetisch.



Als wir am späten Nachmittag eintrafen, gab es eine pragmatische Auswahl zwischen drei letzten Sorten Kuchen: für Berlin obligatorisch der Käsekuchen, ein letztes Stück Haselnuss nur mit Eischnee und …



Gugelhupf.



Ist das nicht eine Freude? Wo bekommt man heute noch einen Attitüde freien bodenständigen Gugelhupf mit feinem Hefegeschmack, seiner für ihn prädestinierten leichten Trockenheit mit der ein Kaffee oder Tee gleich doppelt so sinnvoll gut schmeckt? Ich hatte ein Herz für das letzte Stück Haselnuss, dass sehr nussig (natürlich) und locker daher kam. Bel den Gugelhupf. Serviert mit Charme und Herzlichkeit, wie man sich das in jedem Café wünschen möchte, weil's zu einem Kaffee am schlichtesten passt. Alleine dieser Spaß am servieren ist in Berlin ja schon vor 30 Jahren in die Gosse gegangen.

Nicht im Café Steiner, uns wurde empfohlen was es zu empfehlen gab – auch wenn das nicht so sehr viel war, weil die Auswahl bewusst eingeschränkt dafür aber liebevoll frisch gehalten wird. Aber mal ehrlich, mehr als drei Sorten Kuchen braucht kein Mensch an einem Nachmittag.

Etwas später wuchs dann wie durch Zauberhand für den mittlerweile (wegen mir) zur Neige gegangenen Haselnusskuchen eine Himbeertarte nach, die uns schüchtern errötet aus der Tortenvitrine anlächelte und der wir auch unserer Herz schenkten. Schon alleine deswegen, weil Himbeertorten bei Tauwetter das Beste sind, was dem eigenen, des Witterungsgrau wirklich müden, Auge vorgesetzt werden darf. Die schmucke Schöne kam mit einem feinen Mürbeteig auf dem eine sehr satte Mandelschicht als Bindeglied die fein säuberlich per Hand in Reihe und Glied sortierten Himbeeren beherbergte. Wenn jemals Himbeeren liebevoll verarbeitet wurden, dann wohl hier anlässlich dieser Tarteherstellung.



Nicht ganz so lobend kann ich mich leider über den von mir georderten Milchkaffee äußern, der schmeckte nach zu Tode geröstet oder wie diese Kaffeemischungen gerne schmecken, denen man die brutale Misshandlung der Billigkaffeestreckung nachsagen muss. Das ist richtig, richtig schade – weil ein guter Kaffee in einem Café gefälligst zu sein hat und jedes so schöne Gefühl empfindlich stört. In Zeiten von Kaffeehausketten, die das können und in denen selbst ein RTL-II-Publikum sehr wohl weiß, was ein Barista den ganzen Tag lang macht, darf man sich so einen Kaffee im Angebot nicht mehr erlauben. Der Tee von Bel soll dagegen wohl sehr gut gewesen sein. Insofern schade, weil die ganz reizenden Steiner-Jungs an dem Nachmittag an mir lässig noch zwei weitere Tassen hätten verdienen können. Das Café Steiner serviert auch Frühstück und eine leichte Küche, hat geöffnet von 8-19:00 Uhr (im Sommer wohl länger). Motzstraße 30, 10777 Berlin (U-Bahnhof Nollendorfplatz/U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz, div. Busse.)

Kleine Warnung für die leicht zu pikierende touristische Dame, der das Regenbogenmillieu nicht sehr geläufig ist. Im Café Steiner hat's nur für eine Metrosex-Toilette gereicht. Die Urinale sind dabei der einen abschließbaren Volltoilette räumlich vorsortiert – das muss man mögen – oder sich mit Erwachsenenwindeln eindecken.

2010-02-17

Lecker!

2010-02-16

Und …

seit knapp zehn Tagen jetzt Trennkost sowie null Alkohol. Funktioniert. Weil ich aber die Waage nur habe, um im Notfall die Katzen zu wiegen und ich mein Gewicht schon immer pragmatisch nur in ein „Wohlfühl“- und in das andere „Nichtwohlfühl“-Gewicht eingeteilt habe, kann ich zum jetzigen Status nix über abtrünnige Kilos in üblicher Mengenangabe sagen, dafür aber: Wohlfühlgewicht noch nicht erreicht jedoch vom Nichtwohlfühlgewicht ‘ne gute Straßenecke bereits entfernt.

Und ich mache nicht Hardcore-Trennkost. Sojamilch kommt mir nicht über die Türschwelle.

Was übrigens nicht sooo richtig gut funktioniert, habe ich im Selbsttest heraus gefunden, ist die Pilates-/Yoga-DVDs einfach nur ins Regal zu stellen und auf ein Wunder zu hoffen.

Schauen wir mal. Bin mittlerweile böse auf Radfahr- und Dauerlauf-Entzug …

Es gibt Dinge …

über die will man nicht näher nachdenken, geschweige denn sie essen.



Seit zwei Tagen überlege ich, welche Sorte Käse eventuell zu Meerrettich passen würde. Negativ. Auch finde ich grünen Käse auf dem Frühstückstisch ungefähr so attraktiv wie Maden im Käse. Nämlich gar nicht. Und je länger ich darüber nachdenke, glaube ich an den gesunden Unterschied zwischen blauen oder weißen Schimmel (gut) und grünen Schimmel (schlecht).

Aber schön zu wissen, dass der Japan-Sushi-Hype nun auch in der Käsetheke angekommen ist. Kann es gar nicht erwarten, endlich Klopapier mit Algenweichmacher als fünftes Blatt offeriert zu bekommen.

2010-02-14

Was ich Euch ja schon längst erzählt haben wollte …

neulich war ich in einer Filiale dieser Drogerieketten, die mit den zwei Buchstaben. Da gibt es nunmehr Föhnbürsten extra für blond gefärbtes Haar und extra für brünett gefärbtes Haar.

Ich weiß nicht, was diese Bürsten machen mit dem gefärbten Haar ausser es bürsten. (Ich habe auch Angst, nach dem Marketinggestammel im Web zu suchen.) Wahrscheinlich aber sagt die Bürste für blond gefärbtes Haar: „Du Haar, Du bist so schön blond gefärbt, Dich bürste ich am allerliebsten von allen Haaren.“ Und auch die Bürste für brünett gefärbtes Haar könnte in die trockenen Haarspitzen murmeln „von allen gefärbten Haaren bist Du mir mit Deinem brünetten Farbton das allerliebste Haar auf Erden!“ Glaubt jedenfalls der Marketingstammler.

Es gibt übrigens keine Bürsten für blond gefärbtes Haar mit brünetten Strähnen. Oder umgekehrt. Für rot gefärbte Haare gibt es auch keine eigenen Bürsten. Schwarz: draußen. Minderheiten sind in der Welt der hehren Kunst des Haarmarketings vielleicht keine ernstzunehmende Zielgruppe.

Die Marketingstammler erklären vermutlich auf Nachfrage auch nicht, was wohl mit dem Haar passieren würde, wenn man es brünett gefärbt mit einer Bürste für blond gefärbtes Haar bürstet. Ich vermute, das wäre ganz schlecht für‘s Sheng Fui und die Haare danken es einem mit Spitzenbruch nicht unter 0,2 mm in vier Monaten. Oder akuter Haarglanzverweigerung in der Heizperiode.

Ich stelle mir vor wie in China die kleinen Kinder am Fließband stehen und sich wundern, warum die früher völlig gleich aussehenden Bürsten heuer mit Borsten mit einem hellen und mit einem dunklen Finish produziert werden und sie für den gleichen Verdienst wie früher nun in der gleichen Zeit zwei unterschiedliche Papieraufstecker um die Bürsten wickeln müssen. Sie verstehen vielleicht gar nicht, warum der Vorabeiter so aufgeregt gestikuliert, wenn sie Papieraufstecker eins (dunkler) versehentlich mit Bürste zwei (heller) bestückt haben.

Irgendjemand hat ihnen womöglich einmal erzählt, dass es ganz weit weg eine Welt gibt in der Menschen leben, die sich nicht nur komische Farbe ins Haar tun und dafür 4-6 mal im Jahr sehr viel Geld bezahlen. Mehr Geld, als sich diese chinesischen Kinder überhaupt vorstellen können, jemals auf einmal in die Hand zu bekommen. Die gleichen Menschen sind auch bereit doppelt soviel Geld hinzulegen für eine Haarbürste mit der man nur eine Sorte gefärbtes Haar bürsten kann, als für eine normale Haarbürste mit der problemlos jedes Haar striegeln kann. Und dass diese Menschen die Bürste weglegen, sobald sie sich eines Tages für eine andere Haarfarbe entscheiden. Das finden die Kinder sehr lustig, weil sie ja diese Bürsten selber hergestellt haben. Und ganz genau wissen, außer einem giftigen Farbbad der einen Bürste mit der ihre Borsten etwas dunkler machen mussten und weswegen die Kinder in der Folge vielleicht in ungefähr zehn Jahren als junge Erwachsene an Krebs erkranken werden, – was ihnen heute aber keiner sagt – handelt es sich bei den Bürsten um die völlig gleichen. Es ist auch kein Zauber mit ihnen angestellt worden, der die chinesischen Kinder glauben machen könnte, das man mit diesen Bürsten nicht problemlos ihr dichtes schwarzes chinesisches Haar bürsten könnte. Womöglich haben diese Kinder noch nie ein heller gefärbtes Haar gesehen.

So stehen die Kinder am Fließband und arbeiten und kichern über diese komischen Menschen in dieser merkwürdigen Welt, weit weit weg und können mit ihrem gesunden Kinderverstand das so gar nicht glauben und tun die Geschichte als Gerücht ab.

Denn wer soll so etwas Verrücktes tun? Von den gleichen Haarbürsten nur eine Haarfarbe bürsten lassen?

Herrlich!

Ehrlich! Unser aller Hamster im Rad, namens Guido.

2010-02-13

Übrigens …

der Nicht-Linke und womöglich von seiner eigenen Arbeitsleistung noch nicht körperverletzte Guido Westerwelle hatte im Wahljahr 2009 mindestens 70.000 Euro Nebeneinkünfte.

Nun war 2009 Wahljahr, vermutlich hatte Guido daher weniger verfügbare Zeit für seine zahlreichen (aufgelistet sind 38 Funktionen in Vereinen, Unternehmen, öffentlich rechtlichen Sendeanstalten und sonstigen entlohnten Tätigkeiten in diversen Unternehmen) Nebentätigkeiten. Die Höhe der Einnahmen wird sich 2010 ändern für Herrn Westerwelle. Dabei ist zu vermuten, dass die Trendkurve nach oben zeigt

Die arbeitslose linke faule überqualifizierte Frau, um die 47, bekommt im Jahr 4.308,– Euro Regelleistung, wenn sie ALG II beziehen muss, zusätzlich der Miete. Auf diese Höhe wird der Frau die Leistung aufgestockt, falls sie mit ihrem 400 Euro-Minijob nicht ihren kompletten Lebensstandard bestreiten kann. (Die Menschen mit Bezug von Transferleistungen, sind die Menschen, die die höchste Zuwachsrate der letzten Jahre bei der ARGE stellen.) Oder mit ihren drei Minijobs ihre zwei Kinder als Alleinerziehende, deren Vater keinen Unterhalt zahlen kann/zahlt, nicht ernähren kann, auch weil die in den letzten 5 Jahren explosionsartig gestiegenen Nebenkosten ihrer Miete bereits 50 % ihrer Einnahmen in Anspruch nehmen.

Die gleiche Regelleistung erhält der vielleicht 53-jährige Polier, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, den er sich womöglich nach Jahren körperlich schwerer Arbeit auf dem Bau zugezogen hat, an sich arbeitsunfähig ist. Dennoch aber für mindestens drei Stunden am Tag für generell – wenn auch nicht in seinem Beruf – arbeitsfähig befundet und damit nicht frühberentet wird. Der womöglich CDU-Wähler ist, weil er nach den Erfahrungen der letzten Jahre das Wort Soziale Partei Deutschlands nicht mehr über die Lippen bekommt.

Ein Minister der Bundesregierung angehörend, verheiratet ohne Kind, erhält in Deutschland 12.860 Euro im Monat (11.303 Euro + 1/3 (Besoldungsgruppe 11B), Dienstwagenentschädigung etc. noch nicht einkalkuliert. Mitglieder der Bundesregierung nehmen am Tarifabschluss im öffentlichen Dienst teil. (Wenn auch Bundeskanzlerin Merkel die letzte allzu flinke Diätenerhöhung selbst zu peinlich war und sie diese ausnahmsweise ausgesetzt hatte.)

Ich bezweifle nicht, dass es Menschen geben mag, die sich auf dem ALG II-Satz mittlerweile eingerichtet haben. Aber mal ganz ehrlich, der „schnorrende Arbeitslose“, der neulich durch die Presse gereicht wurde: welcher Unternehmer will diesen Mann denn überhaupt einstellen – selbst wenn dieser noch wollte?

Mich ärgert sehr, dass wir seit Jahren steigende Arbeitslosenzahlen haben. (Für die im übrigen unsere inkompetenten Politiker mit viel zu großer Lobbygläubigkeit in der Hauptsache verantwortlich sind). Also immer mehr Menschen aus einem Arbeitsverhältnis – somit beileibe nachgewiesen alles andere als faul! – kommend, ihre Arbeitsplatz verlieren und eben keinen neuen finden bei der nur allzu bekannten arbeitsmarktpolitischen Situation in Deutschland. Und wenn sie dann doch noch einen finden, damit aktiv zur weiteren positiven Entwicklung des niedrigen Lohnsektors in Deutschland beitragen, weil sie von Schlecker rausgeschmissen werden und sich von der Schlecker-Leiharbeit-Subtochter für ein Drittel weniger wieder einstellen lassen. Weil ja die Verkäufer sowieso immer schon so viel verdient haben in diesem Land?!

Auf diese Menschen, auf dem hohen Ross des Ministereinkommens sitzend, verbal einzuprügeln, ist einfach nicht fair!

Wenn ein Minister in seiner beruflichen Vergangenheit das große Glück hatte, niemals arbeitslos gewesen zu sein, freut mich das sehr für ihn. Aber Guido Westerwelle, wenn Du keine Ahnung hast von Arbeitslosigkeit: einfach mal die Klappe halten!

Ich neide keinem Minister seine Besoldung, auch nicht Herrn Westerwelle. Womöglich sollte man langsam dennoch über ein Verbot von Nebeneinkünften der Minister nachdenken. Könnte eventuell auch ein anderes Problem in Deutschland an seinem Kern packen: den für Lobbyismus allzu offensichtlich empfänglichen Minister.

Ich hasse Valentinstage!

Immer noch! Aber für die Aktion der Freedom Task Force hege ich große Zuneigung! Zeige Deine Liebe einem OpenSource-Entwickler und kuschle mit OpenStandards!

2010-02-11

Hartz IV und der hausgemachte Niedriglohnsektor

Der Heise-Artikel von Jens Berger. Empfehle ich dringend zu lesen!

eBook: „Mehr Würze ins Marketing“

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an mein „Salz ins Meer tragen“-Post aus dem Dezember? Darin habe Euch von meiner Reise nach Mallorca im Frühjahr 2009 und von der Gustomondial-Geschäftsführerin Katja Wöhrl erzählt, sowie Euch das Flor de Sal d'es Trenc an Euer offenes Gourmetherz gelegt.



Die Idee zu dem Post entsprang ja aus dem Blog-Adventskalender 2009 von Heide Liebmann, die Blogger aufgerufen hatte im Dezember zu jeweils einem würzigen Thema sich Gedanken zum Marketing zu machen. Sie gab uns die Überschrift vor, wir durften etwas daraus machen. Heide berät ihre Kunden rund um's Thema Selbstmarketing und coacht sie dementsprechend. Das als logischer Hintergrund zum Adventskalenderaufruf. Nun hat sie wahrgemacht, was Sie im November auch im Vorfeld angekündigt hatte, alle 24 sehr unterschiedliche, interessante und lesenswerte Blogbeiträge sind zu einem eBook „Mehr Würze ins Marketing“ verschmolzen, das gesammelt und grafisch aufbereitet bei Interesse zum Download bereit gestellt wurde. Viel Spaß beim Lesen!

Anlässlich der Herausgabe diese eBooks wurde Heide vorgestern vom BlogTalkRadio interviewt. Das ist ein sehr interessantes Interview geworden – auch gerade für selbstständige Frauen. Mich hat sie an so mancher Ecke ziemlich gut abgeholt (doofer Perfektionismus)! Anhören, sind 30 Minuten, die sich wirklich lohnen!

2010-02-10

Meine erste de Buyer-Pfanne



Mit dem ersten Plus auf meinem Konto im letzten Jahr nach langer Arbeitslosigkeit, habe ich als erste Küchenmaßnahme meinen Pfannen-Fuhrpark erneuert. Die meisten Pfannen hatten deutlich mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel, teilweise lebten sie mit mir schon in der Vorgängerwohnung und da sie alle zu der beschichteten Sorte gehörten, wiesen sie deutliche Merkmale des Verfalles auf. Ich habe mir sagen lassen, dass das alle Teflon-Pfannen mit der Zeit tun, auch die sehr teuren Pfannen. Die Beschichtung ist für eine lebenslange Haltbarkeit nicht gemacht.

Also habe ich meine alte Ikea-365+-Pfanne – die von allen noch mit am besten in Schuss war – mit einer neuen aus der gleichen Baureihe ersetzt. Und meine kleine verbogene Alu-Pfanne gleich durch die 24 cm kleinere Pfanne aus dieser Baureihe mit. Die 365+ mit 28 Zentimeter Durchmesser kostet 19,– Euro. Und das ist völlig okay für eine Pfanne von der ich weiß, die hält zehn Jahre durch bei hoher Nutzungsrate. Wenn ich sie in 10-15 Jahren wieder ersetzen müsste, tut es nicht so weh als hätte ich dafür die üblichen Fissler- oder Tefal-Preise hingeblättert. Zumal ich ja heute mit ihr auch nicht die Fehler machen würde, die ich der älteren Pfanne noch zugemutet hatte, wie Hitze-Kälte-Schocks oder am Anfang noch die Nutzung von Metalkochbesteck. Da bin ich mittlerweile komplett auf Holz. Auch liegen zwischen den Pfannen nun Servietten zum Schutz, da ich aus Platzgründen meine Pfannen gestapelt im Ofen aufbewahre. Das sind die Pfannen für die üblichen 08/15-Anwendungen in meiner Küche, einschließlich der Crêpes-Produktion.

Meine erste-Grillpfanne (auch ein Ikea-Modell, wenn ich mich erinnere), mittlerweile mehr als hinüber und noch eine Alu-Variante, durfte ich ja dank meiner lieben Freunde anlässliches meines Geburtstages im letzten Jahr durch eine – durch meine allererste! – Le Creuset-Grillpfanne ersetzen. Diese Pfanne ist nicht nur ein Schmuckstück, sie grillt, dass es eine pure Freude ist, sie zu benutzen. Diese Pfanne macht mich jedes Mal sehr glücklich. Natürlich auch, weil ich sie in der richtigen Farbe gewählt habe. Was glaubt Ihr, wie viel Freude karibikblau in diesen grauen Wintertagen macht?!

Relativ früh in meiner aktiveren Kochzeit hatte ich eine kurz vor dem Ausrangieren stehende Pfanne (Eduscho-Modell) zu meiner Fischpfanne erkoren. Mich stört überhaupt nicht, wenn meine Küche nach Fisch riecht. Aber ich bereite ungern Fleisch in einer Pfanne zu, die sich vorher elementarisch mit Fisch auseinander setzen musste. Diese Pfannen riechen immer nach. Nun, auch diese Pfanne war nicht mehr wirklich als verkehrstauglich zu beschreiben. So wenig, dass sie über die Wuper gehen musste, bevor für sie überhaupt Ersatz einziehen konnte. Und da sie rund war und generell für einen kompletten Fisch zu klein, schlich ich natürlich immer um diese speziellen oval geformten Fischpfannen herum.

Ein großzügiger Weihnachtsobolus meiner Ex-Schwiegereltern-in-spe ließ mich dann mit Wonne zuschlagen! Ich ließ mich bei Holzapfel wie eh und je sehr reizend und unglaublich kompetent beraten und mir aus deren anderen Laden die dort vorrätige de Buyer-Fischpfanne (Carbonne Plus) mitbringen. Eine rustikale Stahlpfanne, meine erste Stahlpfanne, die knapp noch in meinen Ofen passt und eine normale Forelle in der Länge schluckt.

Madame habe ich sogleich ordnungsgemäß mit der Stärke aus Kartoffelschalen „eingekocht“ und mit Öl eingerieben.





Sogleich zeigte sie ihre Freude über ihre Nutzung auf Gas und damit ein Zeichen, dass die Pfanne Willens ist bei mir sich ihrer professionellen Evolution hinzugeben, d.h. mit jeder Nutzung immer besser und besser zu werden.



Mittlerweile sieht sie so aus, sie ist auf dem besten Wege sich die für eine bonfortinöse Bratenqualität so wichtige Patina zu erarbeiten.



Stahlpfannen sind ja nichts für den Besitzer einer belebten Pathologie-Küche. Stahlpfannen sind auch nichts für die sagrotansüchtige Hausfrau. Stahlpfannen sehen schon nach der ersten Nutzung nicht mehr wie neu aus und je schwärzer sie mit der Zeit im Innenraum wird, desto besser werden ihre Brateigenschaften. Stahlpfannen empfinden Spülmittel als Körperverletzung und erbitten eine urständige Form der Reinigung mit reinem Wasser, allenfalls etwas Salz. Aber zum Dank bietet sie dann Brateigenschaften, meine Güte! Vorgestern hatte ich wieder ein Stück Lachsfilet mit Haut angebraten – Restaurants Adé! Den besten Fisch gibt es ab sofort bei mir zu Hause!

Ich bin versucht noch eine … in rund … nicht, dass ich wirklich noch eine Pfanne bräuchte aber das ist schon alles sehr knusprig … eine noch … für die Bratkartoffeln?

2010-02-09

Ich habe einen echten Bloggerschnupfen!

War ich Samstag mit Monsieur Foxxi unterwegs und habe mir den Schnupfen dort abgeholt. Das hat man jetzt davon, wenn noch ein Leben offline hat.

2010-02-08

How to entfollow …

Frau Jekylla hat sich 'nen neuen Entfollower-Automatismus für Twitter überlegt, der praktisch ist und der geht so:



MC Winkel hat neulich auf Twitter überlegt, ob möglicherweise die höhere Idee von Eichinger war als er den B.-Streifen auflegte, jenen mit diesem Streifen Deutschlandweit zu demontieren – auf seine ureigene Eichinger-Weise. Ich mag die Idee. Dafür würde ich glatt Eichinger zehn Euro direkt auf sein Konto überweisen. Denn das wird ein Film mit einer sonst von mir sehr gerne gemochten Hannerlore Elsner, den ich ausnahmsweise nicht sehen werde.

B. sollte letzte Woche im Privatfernsehen in der Frühstücksshow seinen Streifen promoten. Frühstückssender hatte vorher höflich seine Zuschauer gebeten, Fragen einzureichen, die man dem jungen Mann stellen wollte (und die der junge Mann sicherlich vorher haben wollte). Als auch fragte man einige Tage zuvor Passanten auf den Berliner Straßen, was sie denn von B. halten und da ihn nicht alle toll fanden, gab es im dementsprechenden, einen Tag vor dem Studiotermin, gezeigten Trailer eben auch kritische Statements.

Hat B. ganz ganzer Kerl, anscheinend gleich den Schwanz eingekniffen und ist einfach kurzfristig nicht zum Set gekommen. Der hauseigene offen schwul lebende Promi-Journalist des Senders versucht auch schon seit längerer Zeit Interviewtermine mit B. zu bekommen. Aber vor Schwulen hat B. möglicherweise genauso viel Angst, wie vor unangenehmen Fragen oder einer Umgebung in der ihn nicht alle so super finden. Vielleicht hat er aber auch nur einen Dauerschnupfen. Homophobie äußert sich ja ganz unterschiedlich.

Ansonsten hatte der MC Winkel ganz nett neulich seine Meinung zum Lichterfelder Star formuliert. B. hat nämlich ein Problem mit unschönen Kritiken und hat offensichtlich noch nicht so ganz kapiert, wie das denn so funktioniert mit echter Qualität von Filmen, die man gut finden kann: einfach weil sie gut sind und in ihnen gut gespielt wird.

Und Alice Schwarzer hat ihm einen wunderschönen offenen Brief geschrieben. (Leider lädt ihre Seite gerade etwas langsam, nachdem spon sich darüber amüsiert hat.)

Ich habe wiederum Sorge, dass B. langsam ein bisschen offensichtlich vor zu vielem Angst zu haben scheint. Nicht, dass das noch eine böse Angstneurose wird. Die soll Eminem mittlerweile auch haben … und darauf hält der garantiert kein Copyright.

Sagt „Hallo!“

… zu Nami!

(Klar, einen knapp sechs Monate alten Hund gibt man zurück, wenn er einen Badvorleger sabotiert. Mit sechs Monaten haben Tier gefälligst fertig erzogen und generell ohne Macken von Tierheimen ausgeliefert zu werden … Mannomannomann!)

Jetzt fehlt Familie Pepaline nur noch ein Vogel!

2010-02-07

Sie haben so Recht!

„Hartz IV ist eine der wichtigsten Ursachen für die massive Absenkung des unteren Lohnniveaus in den vergangenen Jahren.“ Erwerbslosenforum

Aktionen zum Urteilsspruch vor dem Bundesvergassungsgericht am 9. Feburar 2010 zur Verfassungsmäßigkeit des Hartz IV-Regelsatzes am 8. und 9. Februar 2010 auch in Euren Städten.

spring in da house!



Habe dann schon mal vorgesorgt. So ein vorgezogener Geruchsfrühling vollbringt ganze Seelenwunder. Der Thymian ist ein ganz schwerer knochiger guter originaler Thymian, wie man ihn hier nur selten bekommt. Icke freue mir so!

2010-02-06

Letzte Warnung!

Sie gehören zu den Menschen, die zur Zeit gerne Ihr Auto auf dem Fußweg parken. Ungerührt dabei das einzige ca. 50 cm Breite freigeräumte und somit auch einzig gefahrenlos begehbare Stück vom Weg zustellen?

Sie gehören zu den Fahrradfahrern, die es momentan vorziehen anstatt auf den verhältnismäßig freigeräumten Straßen zu fahren, lieber die zugefrorenen Fußgängerwege zu benutzen? Gerne mit hohem Tempo und dem Selbstverständnis, wir Fußgänger könnten ja spontan auf die gefrorenen Eisschollen ausweichen?

Sie gehören zu den Testosteron gestörten Deppen oder Proll-Tussis, die momentan glauben mit einer Höflichkeitstoleranz im dreistelligen negativen Bereich mit Ihren Händen in der Bomberjacke auf eine einen Meter fünfzig breite Luftlinie die zwanzig Zentimeter eisfreie Fußgängerspur zu bevölkern, ohne bei Gegenverkehr auf die Idee zu kommen, die Steroid gedopten Arme für 0,25 Sekunden einmal anzulegen?

Dann kommen Sie ruhig näher! Keine Angst, ich beiße nicht!

Ich möchte Sie nur sehr gerne endgültig kalt machen!

2010-02-04

„Packe ich Ihnen ein!“

Sagte der freundliche Verkäufer im Asia-Shop, der der Verkäufer ist von dem ich mit Abstand am häufigsten im letzten und in diesem Jahr den Satz „Suchen Sie sonst noch etwas Bestimmtes? Kann ich Ihnen helfen?“ gehört habe. Und so oft war ich in dem Shop gar nicht. Er zieht auch immer ganz traurig ab, wenn ich dankend feststelle, ich wüsste schon wo ich alles fände. Weswegen ich ihn gestern – extra um ihm eine Freude zu machen – nach pulverisiertem Grünen Tee fragte. Keine gute Idee, hatte er nämlich nicht (sind mehr Thai-Asia). Also war er wieder traurig. Die Ehre! Ihr versteht? Jedenfalls sprach er gestern zu mir an der Kasse: „Packe ich Ihnen noch ein in Zeitungspapier. Ist sehr scharf!“ (Bitte versteht das „sehr“ mit vielen zusätzlichen „e“ und das Ausrufezeichen im Megaplural ausgeführt, um der tatsächlichen Bedeutung der angepriesenen Schärfe Herr zu werden.)



Ist somit seeeeehr scharf!!! Hat lächerliche 7,98 Euro gekostet. Und macht alles kaputt, was ihm in die Quere kommt. Nachhaltig. (Ich kompensiere damit mein Chinakohl-Trauma von neulich.)

Ich sollte vielleicht langsam aufhören, ständig diese Krimi-Serien zu gucken.

2010-02-02

Aus meiner Lieblingsreihe:

„Wir Deutschen emanzipieren total super durch das Gendern:

Ach Du Kacke!

Die GEZ hat das Bloggen entdeckt und versucht sich in Imagepflege.

Jedes einzelne Teilnehmerkonto ist anders, jeder Teilnehmer unterschiedlich, kein Brief wie der vorherige. Die Sachverhalte erfordern oft „Sherlock Holmes Qualitäten“

Noch, ähem … haben sie dort die Kommentare nicht auf „off“ gestellt.

2010-01-27

In Haiti …

werden gerade ganz viele supererfolgreiche künftige John Travoltas und Tim Cruises gerettet.

Ich mochte Travolta ja mal, is‘ aber schon ‘ne Weile her. Und persönlich bin ich der Meinung, man soll anderen Menschen und ihrem Glauben gegenüber tolerant sein. Auch ist mir wirklich egal, woran Travolta oder Cruise glauben. Aber wenn sie Menschen helfen wollen, dann sollen sie es verdammt noch mal auf neutralem Wege als Menschen tun und Menschen in der Krise gefälligst nicht mit ihrem Glauben behelligen. Und schon gar nicht ihre Hilfe von einem etwaigen Entgegenkommen der Menschen (gelbe Scientology-T-Shirts tragen), die gerade sehr verzweifelt sind, abhängig machen.

Ich schreibe schließlich auch nicht auf meine Spendenüberweisungsträger, dass ich hier und da buddhistisch denke, fühle, bete.

Hm …

iPad = iTampon
iTupfer geht auch.

Das Ding könnte geschäftsschädigend für die Nagelstudios dieser Welt sein. Vermutlich* schlecht zu bedienen mit Pornoschaufeln.

*Wat weiß denn ich.

2010-01-26

Der eigentliche Skandal …

an dem Oettinger-spricht-Englisch-Skändalchen ist meiner Meinung ja viel eher der, dass diesen Mann auch kaum einer versteht, wenn der Deutsch spricht. Da frage ich mich, wie konnte einer politisch in einem Land soweit kommen ohne von den restlichen 69 Millionen Leuten verstanden zu werden?

sänk ju for jor ättention!

Wohlgemerkt …

die Anweisung an die deutschen Krankenkassen endlich mal Vorschläge zu machen, wie sie denn in Zukunft und überhaupt zu sparen gedenken, kommt von der Ministerin für Verbraucherschutz Ilse Aigner. Der Vorschlag kam nicht von Philipp Rösler, unserem jungen FDP-Freund im Gesundheitsministerium. Das wäre auch für mich Plan A gewesen, zuerst Sparmodelle vorzulegen bevor ich mich an eine Drittförderung von Versicherten vergreife – die immer mehr bezahlen sollen, dafür interessanterweise immer weniger relevante Leistung erhalten. Davon abgesehen, dass alleine das Reinholen dieser Zusatzbeiträge Millionen kosten wird. Sogar der „Stern“ fragt bereits „Was macht eigentlich der Gesundheitsminister? Gibt es ihn noch? Und wenn ja, warum?“ und fordert den jungen ärztlichen Freund höflich auf, endlich seinem Job nachzugehen.

Mag eine/r bitte nachgucken gehen, wie viel Spenden die FDP von der Kassen- bzw. Ärzte-Lobby und der Pharmaindustrie kürzlich erhalten hat? Ich frag nur weil die FDP ganz plötzlich neulich so viel Sonne im Herzen hatte.

2010-01-25

Kochtipp 01/2010 Nudeln mit Zucker und Zimt

Gestern war Mümmelwetter. In Berlin und Umgebung ist es ja zur Zeit etwas kühler. Und zwar so kalt, dass das Draußen sein nur noch bedingt Spaß macht – egal, wie warm man sich anzieht dabei. Okay, es scheint wenigstens die Sonne wieder. Großer Fortschritt für's eingetrübte Gemüt!



Lange Rede, die äußeren Temperaturumstände ließen mich gestern sehnsuchtsvoll auf Twitter meine Gelüste zum Kaffee äußern und die bestanden lapidar aus Nudeln mit Zucker und Zimt. Das setzte in den einen Tweets viel Erstaunen, in den anderen mehr Äußerungen des Ekels … kennt denn wirklich keiner Nudeln mit Zucker und Zimt mehr? Dieses Kindernudelgericht gab es bei meiner Oma früher schon, damals in der Milchvariante mit Spiralnudeln und natürlich noch nicht mit Spaghetti oder Spaghettini und es ist trivial in der Zubereitung, weil ein typisches Nudeln-Resteessen (in meiner Familie wenigstens). Wenn übrigens auch den Schlesiern (und deren Vertriebene) als vollwertiges Mittagessen bekannt und dann gerne mit geschmortem Backobst serviert. Denn bei den Schlesiern kommt ja hier und da zum Glück auch mal ein süßes Mittagessen auf den Tisch (kommt wie viele Mehlspeisengerichte aus der Fastenzeit). Davon abgesehen, waren Milchnudeln tatsächlich früher eine selbstverständliche Beilage zum deftigen Fleischgericht.

Man nehme die vom Vortag übrig gebliebenen Nudeln und erwärme diese in einem Topf, wahlweise einer Pfanne (ich mag sie ja am liebsten leicht angebacken, plädiere also für den Pfannenmode). Dann schwenkt man sie in etwas Butter, streut Zucker und Zimt darüber – et voilà! Ein macht-creezyne-happy-Essen. Und wenn es kein Resteessen ist, dann setzt man die Nudeln anstatt in Wasser in Milch mit einem guten Stück Butter und etwas Zucker auf und gart sie bei leichter Hitze. Selbstverständlich kann man sie auch in der im Kühlschrank vorrätigen Caramelsauce schwenken und den Zimt so darüber streuen. Aber was mit Milchreis geht, geht natürlich auch mit Nudeln.

Ich verstehe gar nicht, wie Milchnudeln aus der Mode kommen konnten.

2010-01-24

Sonntagsgeständnisse

Ich lese Sonntags zum Frühstückskaffee sehr gerne die als Regionalmagazine getarnten Briefkasteneinwurfssendungen aller Discounter und Möbelgeschäfte im Dreh (was sich in Berlin gelegentlich auf Mecklenburg Vorpommern erstreckt), die ich dem Nachbar aus dem Briefkasten klaue, weil ich selbst auf dem Briefkasten den Einwurf von Werbung per ausgeschilderter Anordnung verbiete, wie meine Sonntagsfrühstückszeitung.

Dabei stelle ich jeden Sonntag aufs Neue fest, dass ich wohl nicht der klassische Typ für Wohnlandschaften bin.

Und ich merke jedes Mal aufs Neue, dass mir Fertigkuchen vom Discounter schreckliche Angst einjagen.

2010-01-23

Haiti

Heute früh lief dann nach den deutschen Spendenbeiträge im Fernsehen, die große US-Spendengala „Hope for Haiti now“ im Fernsehen. Hierzulande übertragen von MTV/Viva, zusammengetragen mit Liveperformances aus NewYork und Los Angeles, weitestgehend organisiert von George Clooney. Das war die etwas andere Spendengala – im Vergleich zur unserigen diese Woche im ZDF. Ein einfach gestaltetes Bühnenbild in blau gehalten, Glühbirnen zur Dekoration, der Hintergrund aus Bannern auf die meist die Bilder von Opfern projeziert wurden. Keine Zuschauer, kein Applaus, die Damen meistenteils entgegen ihrer sonstigen Obsessionen sehr verhalten gekleidet, wenig Schmuck. Dem Anlass angepasst gab es nur wenig Up-Temposongs. Viel Musik, trotzdem viel Stille. Immer wieder wurden die an den Telefonen sitzenden Künstler bei den Telefonaten gezeigt – und es waren unglaublich viele Telefonplätze, die da besetzt waren. Zwischendurch sprachen Künstler und US-Haitianer von den Geschehnissen vor Ort über ihre Heimat, von den Wundern, natürlich durfte Gott nicht fehlen. Zuschaltungen von einem CNN-Reporter vor Ort, berichteten von diesen kleinen Wundern, zeichneten aber auch in einer bisher kaum im Fernsehen gezeigten Dringlichkeit die Folgen der Katastrophe.

Der kleine Junge, der nach acht Tagen aus den Trümmern geborgen wurde, zehn seiner Angehörigen verloren hat, dem nur – oder wenigstens – ein Onkel geblieben ist, dessen Dehydrierung zwar zwischenzeitlich behoben werden konnte aber dessen schwerwiegende Fußverletzungen lange noch nicht so behandelt werden können, wie sie es hätten sollten. Obwohl er unter ärztlicher Betreuung steht. Aber es fehlt an so vielem!

Und krampfhaft versuchen die Ärzte, ihn und seinen Onkel in dem Lager einen Moment länger behalten zu können. Irgendwie – obwohl sie Platz vorhalten müssen für die, die viel schwerer verletzt sind (als ob gebrochene Beine nicht schon schwere Verletzung genug wären).

Den Menschen wurden und werden Gliedmaßen amputiert, um sie überhaupt aus den Trümmern zu retten bzw. weil der Körper der Zeit, die sie unter dem Geröll eingeklemmt waren, Tribut zollt. Oder weil sich kleinste Verletzungen dort unter den schlechten hygienischen Bedingungen entzündet haben. Die Amputationen passierten in Haiti zur Zeit unter freiem Himmel, nun mittlerweile vielleicht sogar in einem Zelt einer Hilfsorganisation, die Menschen sind – wenn sie ganz großes Glück haben – betäubt dabei.

Betäubt heißt, örtlich betäubt. Keine Vollnarkose.

Ein Arzt sagte es deutlich: „Das hier ist keine Notfallmedizin. Das ist Kriegsmedizin.“ Die Ärzte der Hilfsorganisationen betteln um Antibiotika. Antibiotika wurde gestern als meist gebrauchtes Hilfsmittel zuerst genannt, noch vor Wasser. Wie oft habe ich diese Woche Ärzte und Pfleger vor laufender Kamera weinend zusammenbrechen sehen?

Menschen nach sehr schwerwiegenden Operationen werden im Schatten unterm freien Himmel abgelegt und müssen in das zerstörte Nichts zurück, sobald sie nur können, um den vielen anderen Schwerverletzten Platz zu machen. Es gibt momentan kaum eine Möglichkeit der Nachsorge, die dringend notwendig ist. Das heißt Menschen, denen ein Bein oder Arm amputiert werden musste, müssen ohne Schmerzmittel noch Entzündungshemmer zurück in dieses Chaos. Sie können momentan allenfalls Medikamentation in der Erstversorgung bekommen. Sie haben keine Zeit der Rekonvaleszenz, sie erhalten keine Reha, keine Medikamente in der Nachsorge. Ob sie jemals Prothesen bekommen? Im Moment gibt es dort nicht einmal genügend Gehhilfen!

Dieses Erdbeben hat ganze Generationen von Einbeinigen – Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen – geschaffen, wenn sie denn überleben werden!

Die Ärzte vor Ort sprachen aus, was auf der Hand liegt aber vielleicht einmal deutlich gesagt werden musste. Selbst die Menschen, wie der kleine Junge oben, die gerettet wurden und die wir daher in Sicherheit wägen, sind es nicht. In dem momentanen Umfeld von Staub, mangelndem Wasser, mangelnder Hygiene, den immer noch Tausenden verwesenden Körper der Leichen in den Trümmern, sind Infektionen etwas, dem die Schwerverletzten dort vor Ort kaum entkommen können. Das wird selbst für Leichtverletzte zur tödlichen Gefahr, für die Menschen, die dort Schutt zu beseitigen versuchen und sich nur eine einfache Schnittwunde zuziehen, die sich dort unter den gegebenen Umständen entzünden muss. Menschen, mit „nur“ einem offenen Beinbruch, sterben zur Zeit in Haiti daran. Haiti war vor dem Erdbeben schon ein armes Land, Tetanus-Impfungen sind dort kein Standard. Ihr wisst, was das heißt?

Als ich Kind und krank war, bei einer einfachen Erkältung, gab es Menschen, die sich um mich gekümmert haben. Allen voran meine Mum, die alles stehen und liegen ließ, mich liebevoll umsorgte, für mich kochte, Wickel machte – vor allem aber mich zu jeder Zeit und nach jedem Fiebertraum in den Arm nahm und mir dieses überlebenswichtige Vertrauen ihrer Liebe gab.

In Haiti werden Kindern, denen dieses Erdbeben die komplette Familie genommen hat, Gliedmaßen amputiert und dann liegen sie da notversorgt, sicherlich liebevoll betreut mit der wenigen Zeit, die die Helfer dort vor Ort haben. Sie haben keine Mama, keinen Papa, keinen Onkel, keine Tante, noch eine Oma oder einen Opa, keine Familien mehr, die sie jemals wieder in den Arm nehmen wird. Diese Kinder haben keinen Schnupfen. Sie sind schwer verletzt. Völlig traumatisiert. Und es ist kaum jemand da, der ihnen in diesem Chaos der Katastrophe akut die Last dieses schrecklichen Erdbebens abnehmen – noch Hoffnung auf eine Zukunft machen kann.

Das hat mich einmal mehr zerrissen. Dabei weiß ich insgeheim, ich habe immer noch nur einen Bruchteil dessen begriffen, was diese Katastrophe für die Menschen in Haiti wirklich bedeutet.

Hope for Haiti now
Rettungsanker Haiti
Ärzte ohne Grenzen
Ein Herz für Kinder

Nachtrag

zu meinem gestrigen Post, Thema Gesundheitsreform, FDP und Lobbyismus.

2010-01-22

Endlich!

Der Kindle von Apple.

Während …

nun öffentlich diskutiert wird, was hinter den Kulissen seit drei Jahren bereits bekannt ist und vor Einführung von Experten schon vorausgesagt wurde, die Praxisgebühr ist ein Flop. Sollte sie die übermäßigen Arztbesuche der Deutschen eindämmen und dem Hausarzt etwas mehr Überweisungskontrolle ermöglichen, hat sie genau das nicht bewirkt. Tatsächlich kenne ich die Stimmen aus dem privaten Umfeld der üblicherweise Nichtarztgänger, die feststellten, mit Einführung der Praxisgebühr öfter zum Arzt zu gehen als vorher. Man habe nun einmal bezahlt und eh vor Ort, lasse man sich die Überweisungen zu anderen Fachrichtungen für die Vorsorgeuntersuchungen geben, die man sonst habe flach fallen lassen oder zumindest nicht jährlich habe durchführen lassen.

Also diskutiert man die nächste Stufe, anstatt den Schwachsinn einfach sein zu lassen. € 5,– Euro pro Arztbesuch sollen es nun werden – für ein Instrument, das erwiesenermaßen gar nicht greift. Insofern für das eigentliche Ziel, nämlich weniger Arztkonsultationen der Deutschen in weiser Voraussicht jetzt schon als dämliche Maßnahme zu beziffern. Preiserhöhungen haben nämlich weder beim Benzin noch beim Zigarettenkonsum funktioniert – bei den Deutschen.

Der FDP sollte man das Ressort Gesundheitspolitik direkt wieder aus der Hand nehmen. Ungerührt betreibt sie den Einsatz von Lobbyisten voran. Rösler wünscht den stellvertretenden Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) als Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im Bundesgesundheitsamt zu benennen. Derweil dürfen sich Parteimitglieder der FDP bei der DKV günstiger privat krankenversichern lassen.

Und wo die einen sparen können, dürfen die anderen mehr drauf legen in naher Zukunft, die gesetzlich Versicherten werden offensiv auf die Zahlung der Zusatzbeiträge eingestimmt. (Erinnert sich noch jemand daran, wie uns die Gesundheitsreform anfänglich mit gesenkten Kassenbeiträgen schmackhaft gemacht wurde? Ist noch nicht so lange her, als das man hier nicht hinterfragen sollte.)

2010-01-21

twitter-liebe*





*Mir fiele vieles schwerer zu ertragen ohne diesen twitter-Humor. Und die FDP ist das neue Woolworth der Politik, gelle?

Ist DAS geil!

Ich liege so dermaßen unter dem Tisch vor Lachen!

Sonne? Bist Du das etwa?


(In Berlin seit über vier Wochen kein Sonnenstrahl.)

2010-01-20

Im letzten Jahr …

vor Daisy (wer war Daisy?) und dieser realen Katastrophe in Haiti, hatten wir gegen den einen uns alle umbringenden Pressevirus namens H1N1 zu kämpfen – oder uns gefälligst impfen zu lassen. Nun meldet der Kopp-Verlag auf seiner Homepage, dass gegen den „Schweinegrippe-Papst“ Albert Osterhsus, Virologe und Berater der WHO zum Thema Influenza, wegen zu enger Verbindungen mit namhaften Pharmaunternehmen ermittelt wird.

Eines vorneweg, der Kopp-Verlag ist dafür bekannt, gerne allzu überschwänglich an Verschwörungstheorien festzuhalten und darüber den Leser zu informieren. Deren Literatur als neutral denkender Mensch zu lesen, ohne hier und dort erheitert herzlich aufzulachen, das fällt schwer. Aber ein Körnchen Wahrheit steckt ja immer auch in solchen Ideen und Hintergrundrecherchen und den Verdacht hegen wir eh mittlerweile alle, dass an dem Aktionismus bezüglich der Schweinegrippe nicht allzuviel wirklich koscher war.

Natürlich hat ein Berater wie Osterhaus an so hoher Stelle immer gegen Anfeindungen zu kämpfen. Man muss aber zugeben, dass Osterhaus tatsächlich zum wiederholten Mal bei unterschiedlichen Grippeformen sehr schnell Pandemien vorhergesagt hatte, die letztendlich dann doch keinen relevanten Unterschied zur üblichen Grippewelle in ihrem Verlauf nahmen. Osterhaus ist Vorsitzender der European Scientific Working Group on Influenza (ESWI) und gehört damit zum Beratergremium der WHO Strategic Adivsory Group of Experts (SAGE) an. Liest man die Sponsoren-Liste der ESWI, da fällt es einfach schwer Neutralität zu vermuten.

So oder so, es ist um das Thema Schweinegrippe seit Auslieferung und Rechnungsstellung des Impfstoffes fast schon unheimlich ruhig geworden, oder?

2010-01-19

Dumm gelaufen …

Wellensittichfutter

via Malte Welding uff twitter

So was …

der Schockwellenreiter schreibt ungewollt für die CDU. (Det müsst mir mal passieren!) Anke Gröner freut sich schön wie keine zweite so schön über Essen. Und ab! Marsch! In Apples Vergangenheit. Der Grillmaster2000 philosophiert wieder zahlenclever über's Nacktbaden äh -scannen, wohlfeil sortiert unter „Deppen“. (Sehr schön der nachfolgende Beitrag über die Schwierigkeiten beim regulären Kauf von Software. Die hören nämlich nicht schon auf, wenn man erst mal die Einschweissfolie gehackt hat.)

Und ausnahmsweise an dieser Stelle auch einmal netter Zeitungs-Content: Hier hätten wir die weltbeste Fotobildunterschrift, die jemals getextet wurde. Und die taz über den evidenten Unsinn einer jeden Studie, die man nicht selbst finanziert hat. Und wie man in Vancouver kurzfristig Straßensäuberung betreibt, weil nicht gesehen werden darf, was bitter aufstößt. Und wie gerne hätte ich im vorangegangenen Satz „jenseits der Legalität“ hinein formuliert, ist es aber nicht!