2010-02-10

Meine erste de Buyer-Pfanne



Mit dem ersten Plus auf meinem Konto im letzten Jahr nach langer Arbeitslosigkeit, habe ich als erste Küchenmaßnahme meinen Pfannen-Fuhrpark erneuert. Die meisten Pfannen hatten deutlich mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel, teilweise lebten sie mit mir schon in der Vorgängerwohnung und da sie alle zu der beschichteten Sorte gehörten, wiesen sie deutliche Merkmale des Verfalles auf. Ich habe mir sagen lassen, dass das alle Teflon-Pfannen mit der Zeit tun, auch die sehr teuren Pfannen. Die Beschichtung ist für eine lebenslange Haltbarkeit nicht gemacht.

Also habe ich meine alte Ikea-365+-Pfanne – die von allen noch mit am besten in Schuss war – mit einer neuen aus der gleichen Baureihe ersetzt. Und meine kleine verbogene Alu-Pfanne gleich durch die 24 cm kleinere Pfanne aus dieser Baureihe mit. Die 365+ mit 28 Zentimeter Durchmesser kostet 19,– Euro. Und das ist völlig okay für eine Pfanne von der ich weiß, die hält zehn Jahre durch bei hoher Nutzungsrate. Wenn ich sie in 10-15 Jahren wieder ersetzen müsste, tut es nicht so weh als hätte ich dafür die üblichen Fissler- oder Tefal-Preise hingeblättert. Zumal ich ja heute mit ihr auch nicht die Fehler machen würde, die ich der älteren Pfanne noch zugemutet hatte, wie Hitze-Kälte-Schocks oder am Anfang noch die Nutzung von Metalkochbesteck. Da bin ich mittlerweile komplett auf Holz. Auch liegen zwischen den Pfannen nun Servietten zum Schutz, da ich aus Platzgründen meine Pfannen gestapelt im Ofen aufbewahre. Das sind die Pfannen für die üblichen 08/15-Anwendungen in meiner Küche, einschließlich der Crêpes-Produktion.

Meine erste-Grillpfanne (auch ein Ikea-Modell, wenn ich mich erinnere), mittlerweile mehr als hinüber und noch eine Alu-Variante, durfte ich ja dank meiner lieben Freunde anlässliches meines Geburtstages im letzten Jahr durch eine – durch meine allererste! – Le Creuset-Grillpfanne ersetzen. Diese Pfanne ist nicht nur ein Schmuckstück, sie grillt, dass es eine pure Freude ist, sie zu benutzen. Diese Pfanne macht mich jedes Mal sehr glücklich. Natürlich auch, weil ich sie in der richtigen Farbe gewählt habe. Was glaubt Ihr, wie viel Freude karibikblau in diesen grauen Wintertagen macht?!

Relativ früh in meiner aktiveren Kochzeit hatte ich eine kurz vor dem Ausrangieren stehende Pfanne (Eduscho-Modell) zu meiner Fischpfanne erkoren. Mich stört überhaupt nicht, wenn meine Küche nach Fisch riecht. Aber ich bereite ungern Fleisch in einer Pfanne zu, die sich vorher elementarisch mit Fisch auseinander setzen musste. Diese Pfannen riechen immer nach. Nun, auch diese Pfanne war nicht mehr wirklich als verkehrstauglich zu beschreiben. So wenig, dass sie über die Wuper gehen musste, bevor für sie überhaupt Ersatz einziehen konnte. Und da sie rund war und generell für einen kompletten Fisch zu klein, schlich ich natürlich immer um diese speziellen oval geformten Fischpfannen herum.

Ein großzügiger Weihnachtsobolus meiner Ex-Schwiegereltern-in-spe ließ mich dann mit Wonne zuschlagen! Ich ließ mich bei Holzapfel wie eh und je sehr reizend und unglaublich kompetent beraten und mir aus deren anderen Laden die dort vorrätige de Buyer-Fischpfanne (Carbonne Plus) mitbringen. Eine rustikale Stahlpfanne, meine erste Stahlpfanne, die knapp noch in meinen Ofen passt und eine normale Forelle in der Länge schluckt.

Madame habe ich sogleich ordnungsgemäß mit der Stärke aus Kartoffelschalen „eingekocht“ und mit Öl eingerieben.





Sogleich zeigte sie ihre Freude über ihre Nutzung auf Gas und damit ein Zeichen, dass die Pfanne Willens ist bei mir sich ihrer professionellen Evolution hinzugeben, d.h. mit jeder Nutzung immer besser und besser zu werden.



Mittlerweile sieht sie so aus, sie ist auf dem besten Wege sich die für eine bonfortinöse Bratenqualität so wichtige Patina zu erarbeiten.



Stahlpfannen sind ja nichts für den Besitzer einer belebten Pathologie-Küche. Stahlpfannen sind auch nichts für die sagrotansüchtige Hausfrau. Stahlpfannen sehen schon nach der ersten Nutzung nicht mehr wie neu aus und je schwärzer sie mit der Zeit im Innenraum wird, desto besser werden ihre Brateigenschaften. Stahlpfannen empfinden Spülmittel als Körperverletzung und erbitten eine urständige Form der Reinigung mit reinem Wasser, allenfalls etwas Salz. Aber zum Dank bietet sie dann Brateigenschaften, meine Güte! Vorgestern hatte ich wieder ein Stück Lachsfilet mit Haut angebraten – Restaurants Adé! Den besten Fisch gibt es ab sofort bei mir zu Hause!

Ich bin versucht noch eine … in rund … nicht, dass ich wirklich noch eine Pfanne bräuchte aber das ist schon alles sehr knusprig … eine noch … für die Bratkartoffeln?

2010-02-09

Ich habe einen echten Bloggerschnupfen!

War ich Samstag mit Monsieur Foxxi unterwegs und habe mir den Schnupfen dort abgeholt. Das hat man jetzt davon, wenn noch ein Leben offline hat.

2010-02-08

How to entfollow …

Frau Jekylla hat sich 'nen neuen Entfollower-Automatismus für Twitter überlegt, der praktisch ist und der geht so:



MC Winkel hat neulich auf Twitter überlegt, ob möglicherweise die höhere Idee von Eichinger war als er den B.-Streifen auflegte, jenen mit diesem Streifen Deutschlandweit zu demontieren – auf seine ureigene Eichinger-Weise. Ich mag die Idee. Dafür würde ich glatt Eichinger zehn Euro direkt auf sein Konto überweisen. Denn das wird ein Film mit einer sonst von mir sehr gerne gemochten Hannerlore Elsner, den ich ausnahmsweise nicht sehen werde.

B. sollte letzte Woche im Privatfernsehen in der Frühstücksshow seinen Streifen promoten. Frühstückssender hatte vorher höflich seine Zuschauer gebeten, Fragen einzureichen, die man dem jungen Mann stellen wollte (und die der junge Mann sicherlich vorher haben wollte). Als auch fragte man einige Tage zuvor Passanten auf den Berliner Straßen, was sie denn von B. halten und da ihn nicht alle toll fanden, gab es im dementsprechenden, einen Tag vor dem Studiotermin, gezeigten Trailer eben auch kritische Statements.

Hat B. ganz ganzer Kerl, anscheinend gleich den Schwanz eingekniffen und ist einfach kurzfristig nicht zum Set gekommen. Der hauseigene offen schwul lebende Promi-Journalist des Senders versucht auch schon seit längerer Zeit Interviewtermine mit B. zu bekommen. Aber vor Schwulen hat B. möglicherweise genauso viel Angst, wie vor unangenehmen Fragen oder einer Umgebung in der ihn nicht alle so super finden. Vielleicht hat er aber auch nur einen Dauerschnupfen. Homophobie äußert sich ja ganz unterschiedlich.

Ansonsten hatte der MC Winkel ganz nett neulich seine Meinung zum Lichterfelder Star formuliert. B. hat nämlich ein Problem mit unschönen Kritiken und hat offensichtlich noch nicht so ganz kapiert, wie das denn so funktioniert mit echter Qualität von Filmen, die man gut finden kann: einfach weil sie gut sind und in ihnen gut gespielt wird.

Und Alice Schwarzer hat ihm einen wunderschönen offenen Brief geschrieben. (Leider lädt ihre Seite gerade etwas langsam, nachdem spon sich darüber amüsiert hat.)

Ich habe wiederum Sorge, dass B. langsam ein bisschen offensichtlich vor zu vielem Angst zu haben scheint. Nicht, dass das noch eine böse Angstneurose wird. Die soll Eminem mittlerweile auch haben … und darauf hält der garantiert kein Copyright.

Sagt „Hallo!“

… zu Nami!

(Klar, einen knapp sechs Monate alten Hund gibt man zurück, wenn er einen Badvorleger sabotiert. Mit sechs Monaten haben Tier gefälligst fertig erzogen und generell ohne Macken von Tierheimen ausgeliefert zu werden … Mannomannomann!)

Jetzt fehlt Familie Pepaline nur noch ein Vogel!

2010-02-07

Sie haben so Recht!

„Hartz IV ist eine der wichtigsten Ursachen für die massive Absenkung des unteren Lohnniveaus in den vergangenen Jahren.“ Erwerbslosenforum

Aktionen zum Urteilsspruch vor dem Bundesvergassungsgericht am 9. Feburar 2010 zur Verfassungsmäßigkeit des Hartz IV-Regelsatzes am 8. und 9. Februar 2010 auch in Euren Städten.

spring in da house!



Habe dann schon mal vorgesorgt. So ein vorgezogener Geruchsfrühling vollbringt ganze Seelenwunder. Der Thymian ist ein ganz schwerer knochiger guter originaler Thymian, wie man ihn hier nur selten bekommt. Icke freue mir so!

2010-02-06

Letzte Warnung!

Sie gehören zu den Menschen, die zur Zeit gerne Ihr Auto auf dem Fußweg parken. Ungerührt dabei das einzige ca. 50 cm Breite freigeräumte und somit auch einzig gefahrenlos begehbare Stück vom Weg zustellen?

Sie gehören zu den Fahrradfahrern, die es momentan vorziehen anstatt auf den verhältnismäßig freigeräumten Straßen zu fahren, lieber die zugefrorenen Fußgängerwege zu benutzen? Gerne mit hohem Tempo und dem Selbstverständnis, wir Fußgänger könnten ja spontan auf die gefrorenen Eisschollen ausweichen?

Sie gehören zu den Testosteron gestörten Deppen oder Proll-Tussis, die momentan glauben mit einer Höflichkeitstoleranz im dreistelligen negativen Bereich mit Ihren Händen in der Bomberjacke auf eine einen Meter fünfzig breite Luftlinie die zwanzig Zentimeter eisfreie Fußgängerspur zu bevölkern, ohne bei Gegenverkehr auf die Idee zu kommen, die Steroid gedopten Arme für 0,25 Sekunden einmal anzulegen?

Dann kommen Sie ruhig näher! Keine Angst, ich beiße nicht!

Ich möchte Sie nur sehr gerne endgültig kalt machen!

2010-02-04

„Packe ich Ihnen ein!“

Sagte der freundliche Verkäufer im Asia-Shop, der der Verkäufer ist von dem ich mit Abstand am häufigsten im letzten und in diesem Jahr den Satz „Suchen Sie sonst noch etwas Bestimmtes? Kann ich Ihnen helfen?“ gehört habe. Und so oft war ich in dem Shop gar nicht. Er zieht auch immer ganz traurig ab, wenn ich dankend feststelle, ich wüsste schon wo ich alles fände. Weswegen ich ihn gestern – extra um ihm eine Freude zu machen – nach pulverisiertem Grünen Tee fragte. Keine gute Idee, hatte er nämlich nicht (sind mehr Thai-Asia). Also war er wieder traurig. Die Ehre! Ihr versteht? Jedenfalls sprach er gestern zu mir an der Kasse: „Packe ich Ihnen noch ein in Zeitungspapier. Ist sehr scharf!“ (Bitte versteht das „sehr“ mit vielen zusätzlichen „e“ und das Ausrufezeichen im Megaplural ausgeführt, um der tatsächlichen Bedeutung der angepriesenen Schärfe Herr zu werden.)



Ist somit seeeeehr scharf!!! Hat lächerliche 7,98 Euro gekostet. Und macht alles kaputt, was ihm in die Quere kommt. Nachhaltig. (Ich kompensiere damit mein Chinakohl-Trauma von neulich.)

Ich sollte vielleicht langsam aufhören, ständig diese Krimi-Serien zu gucken.

2010-02-02

Aus meiner Lieblingsreihe:

„Wir Deutschen emanzipieren total super durch das Gendern:

Ach Du Kacke!

Die GEZ hat das Bloggen entdeckt und versucht sich in Imagepflege.

Jedes einzelne Teilnehmerkonto ist anders, jeder Teilnehmer unterschiedlich, kein Brief wie der vorherige. Die Sachverhalte erfordern oft „Sherlock Holmes Qualitäten“

Noch, ähem … haben sie dort die Kommentare nicht auf „off“ gestellt.

2010-01-27

In Haiti …

werden gerade ganz viele supererfolgreiche künftige John Travoltas und Tim Cruises gerettet.

Ich mochte Travolta ja mal, is‘ aber schon ‘ne Weile her. Und persönlich bin ich der Meinung, man soll anderen Menschen und ihrem Glauben gegenüber tolerant sein. Auch ist mir wirklich egal, woran Travolta oder Cruise glauben. Aber wenn sie Menschen helfen wollen, dann sollen sie es verdammt noch mal auf neutralem Wege als Menschen tun und Menschen in der Krise gefälligst nicht mit ihrem Glauben behelligen. Und schon gar nicht ihre Hilfe von einem etwaigen Entgegenkommen der Menschen (gelbe Scientology-T-Shirts tragen), die gerade sehr verzweifelt sind, abhängig machen.

Ich schreibe schließlich auch nicht auf meine Spendenüberweisungsträger, dass ich hier und da buddhistisch denke, fühle, bete.

Hm …

iPad = iTampon
iTupfer geht auch.

Das Ding könnte geschäftsschädigend für die Nagelstudios dieser Welt sein. Vermutlich* schlecht zu bedienen mit Pornoschaufeln.

*Wat weiß denn ich.

2010-01-26

Der eigentliche Skandal …

an dem Oettinger-spricht-Englisch-Skändalchen ist meiner Meinung ja viel eher der, dass diesen Mann auch kaum einer versteht, wenn der Deutsch spricht. Da frage ich mich, wie konnte einer politisch in einem Land soweit kommen ohne von den restlichen 69 Millionen Leuten verstanden zu werden?

sänk ju for jor ättention!

Wohlgemerkt …

die Anweisung an die deutschen Krankenkassen endlich mal Vorschläge zu machen, wie sie denn in Zukunft und überhaupt zu sparen gedenken, kommt von der Ministerin für Verbraucherschutz Ilse Aigner. Der Vorschlag kam nicht von Philipp Rösler, unserem jungen FDP-Freund im Gesundheitsministerium. Das wäre auch für mich Plan A gewesen, zuerst Sparmodelle vorzulegen bevor ich mich an eine Drittförderung von Versicherten vergreife – die immer mehr bezahlen sollen, dafür interessanterweise immer weniger relevante Leistung erhalten. Davon abgesehen, dass alleine das Reinholen dieser Zusatzbeiträge Millionen kosten wird. Sogar der „Stern“ fragt bereits „Was macht eigentlich der Gesundheitsminister? Gibt es ihn noch? Und wenn ja, warum?“ und fordert den jungen ärztlichen Freund höflich auf, endlich seinem Job nachzugehen.

Mag eine/r bitte nachgucken gehen, wie viel Spenden die FDP von der Kassen- bzw. Ärzte-Lobby und der Pharmaindustrie kürzlich erhalten hat? Ich frag nur weil die FDP ganz plötzlich neulich so viel Sonne im Herzen hatte.

2010-01-25

Kochtipp 01/2010 Nudeln mit Zucker und Zimt

Gestern war Mümmelwetter. In Berlin und Umgebung ist es ja zur Zeit etwas kühler. Und zwar so kalt, dass das Draußen sein nur noch bedingt Spaß macht – egal, wie warm man sich anzieht dabei. Okay, es scheint wenigstens die Sonne wieder. Großer Fortschritt für's eingetrübte Gemüt!



Lange Rede, die äußeren Temperaturumstände ließen mich gestern sehnsuchtsvoll auf Twitter meine Gelüste zum Kaffee äußern und die bestanden lapidar aus Nudeln mit Zucker und Zimt. Das setzte in den einen Tweets viel Erstaunen, in den anderen mehr Äußerungen des Ekels … kennt denn wirklich keiner Nudeln mit Zucker und Zimt mehr? Dieses Kindernudelgericht gab es bei meiner Oma früher schon, damals in der Milchvariante mit Spiralnudeln und natürlich noch nicht mit Spaghetti oder Spaghettini und es ist trivial in der Zubereitung, weil ein typisches Nudeln-Resteessen (in meiner Familie wenigstens). Wenn übrigens auch den Schlesiern (und deren Vertriebene) als vollwertiges Mittagessen bekannt und dann gerne mit geschmortem Backobst serviert. Denn bei den Schlesiern kommt ja hier und da zum Glück auch mal ein süßes Mittagessen auf den Tisch (kommt wie viele Mehlspeisengerichte aus der Fastenzeit). Davon abgesehen, waren Milchnudeln tatsächlich früher eine selbstverständliche Beilage zum deftigen Fleischgericht.

Man nehme die vom Vortag übrig gebliebenen Nudeln und erwärme diese in einem Topf, wahlweise einer Pfanne (ich mag sie ja am liebsten leicht angebacken, plädiere also für den Pfannenmode). Dann schwenkt man sie in etwas Butter, streut Zucker und Zimt darüber – et voilà! Ein macht-creezyne-happy-Essen. Und wenn es kein Resteessen ist, dann setzt man die Nudeln anstatt in Wasser in Milch mit einem guten Stück Butter und etwas Zucker auf und gart sie bei leichter Hitze. Selbstverständlich kann man sie auch in der im Kühlschrank vorrätigen Caramelsauce schwenken und den Zimt so darüber streuen. Aber was mit Milchreis geht, geht natürlich auch mit Nudeln.

Ich verstehe gar nicht, wie Milchnudeln aus der Mode kommen konnten.

2010-01-24

Sonntagsgeständnisse

Ich lese Sonntags zum Frühstückskaffee sehr gerne die als Regionalmagazine getarnten Briefkasteneinwurfssendungen aller Discounter und Möbelgeschäfte im Dreh (was sich in Berlin gelegentlich auf Mecklenburg Vorpommern erstreckt), die ich dem Nachbar aus dem Briefkasten klaue, weil ich selbst auf dem Briefkasten den Einwurf von Werbung per ausgeschilderter Anordnung verbiete, wie meine Sonntagsfrühstückszeitung.

Dabei stelle ich jeden Sonntag aufs Neue fest, dass ich wohl nicht der klassische Typ für Wohnlandschaften bin.

Und ich merke jedes Mal aufs Neue, dass mir Fertigkuchen vom Discounter schreckliche Angst einjagen.

2010-01-23

Haiti

Heute früh lief dann nach den deutschen Spendenbeiträge im Fernsehen, die große US-Spendengala „Hope for Haiti now“ im Fernsehen. Hierzulande übertragen von MTV/Viva, zusammengetragen mit Liveperformances aus NewYork und Los Angeles, weitestgehend organisiert von George Clooney. Das war die etwas andere Spendengala – im Vergleich zur unserigen diese Woche im ZDF. Ein einfach gestaltetes Bühnenbild in blau gehalten, Glühbirnen zur Dekoration, der Hintergrund aus Bannern auf die meist die Bilder von Opfern projeziert wurden. Keine Zuschauer, kein Applaus, die Damen meistenteils entgegen ihrer sonstigen Obsessionen sehr verhalten gekleidet, wenig Schmuck. Dem Anlass angepasst gab es nur wenig Up-Temposongs. Viel Musik, trotzdem viel Stille. Immer wieder wurden die an den Telefonen sitzenden Künstler bei den Telefonaten gezeigt – und es waren unglaublich viele Telefonplätze, die da besetzt waren. Zwischendurch sprachen Künstler und US-Haitianer von den Geschehnissen vor Ort über ihre Heimat, von den Wundern, natürlich durfte Gott nicht fehlen. Zuschaltungen von einem CNN-Reporter vor Ort, berichteten von diesen kleinen Wundern, zeichneten aber auch in einer bisher kaum im Fernsehen gezeigten Dringlichkeit die Folgen der Katastrophe.

Der kleine Junge, der nach acht Tagen aus den Trümmern geborgen wurde, zehn seiner Angehörigen verloren hat, dem nur – oder wenigstens – ein Onkel geblieben ist, dessen Dehydrierung zwar zwischenzeitlich behoben werden konnte aber dessen schwerwiegende Fußverletzungen lange noch nicht so behandelt werden können, wie sie es hätten sollten. Obwohl er unter ärztlicher Betreuung steht. Aber es fehlt an so vielem!

Und krampfhaft versuchen die Ärzte, ihn und seinen Onkel in dem Lager einen Moment länger behalten zu können. Irgendwie – obwohl sie Platz vorhalten müssen für die, die viel schwerer verletzt sind (als ob gebrochene Beine nicht schon schwere Verletzung genug wären).

Den Menschen wurden und werden Gliedmaßen amputiert, um sie überhaupt aus den Trümmern zu retten bzw. weil der Körper der Zeit, die sie unter dem Geröll eingeklemmt waren, Tribut zollt. Oder weil sich kleinste Verletzungen dort unter den schlechten hygienischen Bedingungen entzündet haben. Die Amputationen passierten in Haiti zur Zeit unter freiem Himmel, nun mittlerweile vielleicht sogar in einem Zelt einer Hilfsorganisation, die Menschen sind – wenn sie ganz großes Glück haben – betäubt dabei.

Betäubt heißt, örtlich betäubt. Keine Vollnarkose.

Ein Arzt sagte es deutlich: „Das hier ist keine Notfallmedizin. Das ist Kriegsmedizin.“ Die Ärzte der Hilfsorganisationen betteln um Antibiotika. Antibiotika wurde gestern als meist gebrauchtes Hilfsmittel zuerst genannt, noch vor Wasser. Wie oft habe ich diese Woche Ärzte und Pfleger vor laufender Kamera weinend zusammenbrechen sehen?

Menschen nach sehr schwerwiegenden Operationen werden im Schatten unterm freien Himmel abgelegt und müssen in das zerstörte Nichts zurück, sobald sie nur können, um den vielen anderen Schwerverletzten Platz zu machen. Es gibt momentan kaum eine Möglichkeit der Nachsorge, die dringend notwendig ist. Das heißt Menschen, denen ein Bein oder Arm amputiert werden musste, müssen ohne Schmerzmittel noch Entzündungshemmer zurück in dieses Chaos. Sie können momentan allenfalls Medikamentation in der Erstversorgung bekommen. Sie haben keine Zeit der Rekonvaleszenz, sie erhalten keine Reha, keine Medikamente in der Nachsorge. Ob sie jemals Prothesen bekommen? Im Moment gibt es dort nicht einmal genügend Gehhilfen!

Dieses Erdbeben hat ganze Generationen von Einbeinigen – Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen – geschaffen, wenn sie denn überleben werden!

Die Ärzte vor Ort sprachen aus, was auf der Hand liegt aber vielleicht einmal deutlich gesagt werden musste. Selbst die Menschen, wie der kleine Junge oben, die gerettet wurden und die wir daher in Sicherheit wägen, sind es nicht. In dem momentanen Umfeld von Staub, mangelndem Wasser, mangelnder Hygiene, den immer noch Tausenden verwesenden Körper der Leichen in den Trümmern, sind Infektionen etwas, dem die Schwerverletzten dort vor Ort kaum entkommen können. Das wird selbst für Leichtverletzte zur tödlichen Gefahr, für die Menschen, die dort Schutt zu beseitigen versuchen und sich nur eine einfache Schnittwunde zuziehen, die sich dort unter den gegebenen Umständen entzünden muss. Menschen, mit „nur“ einem offenen Beinbruch, sterben zur Zeit in Haiti daran. Haiti war vor dem Erdbeben schon ein armes Land, Tetanus-Impfungen sind dort kein Standard. Ihr wisst, was das heißt?

Als ich Kind und krank war, bei einer einfachen Erkältung, gab es Menschen, die sich um mich gekümmert haben. Allen voran meine Mum, die alles stehen und liegen ließ, mich liebevoll umsorgte, für mich kochte, Wickel machte – vor allem aber mich zu jeder Zeit und nach jedem Fiebertraum in den Arm nahm und mir dieses überlebenswichtige Vertrauen ihrer Liebe gab.

In Haiti werden Kindern, denen dieses Erdbeben die komplette Familie genommen hat, Gliedmaßen amputiert und dann liegen sie da notversorgt, sicherlich liebevoll betreut mit der wenigen Zeit, die die Helfer dort vor Ort haben. Sie haben keine Mama, keinen Papa, keinen Onkel, keine Tante, noch eine Oma oder einen Opa, keine Familien mehr, die sie jemals wieder in den Arm nehmen wird. Diese Kinder haben keinen Schnupfen. Sie sind schwer verletzt. Völlig traumatisiert. Und es ist kaum jemand da, der ihnen in diesem Chaos der Katastrophe akut die Last dieses schrecklichen Erdbebens abnehmen – noch Hoffnung auf eine Zukunft machen kann.

Das hat mich einmal mehr zerrissen. Dabei weiß ich insgeheim, ich habe immer noch nur einen Bruchteil dessen begriffen, was diese Katastrophe für die Menschen in Haiti wirklich bedeutet.

Hope for Haiti now
Rettungsanker Haiti
Ärzte ohne Grenzen
Ein Herz für Kinder

Nachtrag

zu meinem gestrigen Post, Thema Gesundheitsreform, FDP und Lobbyismus.

2010-01-22

Endlich!

Der Kindle von Apple.

Während …

nun öffentlich diskutiert wird, was hinter den Kulissen seit drei Jahren bereits bekannt ist und vor Einführung von Experten schon vorausgesagt wurde, die Praxisgebühr ist ein Flop. Sollte sie die übermäßigen Arztbesuche der Deutschen eindämmen und dem Hausarzt etwas mehr Überweisungskontrolle ermöglichen, hat sie genau das nicht bewirkt. Tatsächlich kenne ich die Stimmen aus dem privaten Umfeld der üblicherweise Nichtarztgänger, die feststellten, mit Einführung der Praxisgebühr öfter zum Arzt zu gehen als vorher. Man habe nun einmal bezahlt und eh vor Ort, lasse man sich die Überweisungen zu anderen Fachrichtungen für die Vorsorgeuntersuchungen geben, die man sonst habe flach fallen lassen oder zumindest nicht jährlich habe durchführen lassen.

Also diskutiert man die nächste Stufe, anstatt den Schwachsinn einfach sein zu lassen. € 5,– Euro pro Arztbesuch sollen es nun werden – für ein Instrument, das erwiesenermaßen gar nicht greift. Insofern für das eigentliche Ziel, nämlich weniger Arztkonsultationen der Deutschen in weiser Voraussicht jetzt schon als dämliche Maßnahme zu beziffern. Preiserhöhungen haben nämlich weder beim Benzin noch beim Zigarettenkonsum funktioniert – bei den Deutschen.

Der FDP sollte man das Ressort Gesundheitspolitik direkt wieder aus der Hand nehmen. Ungerührt betreibt sie den Einsatz von Lobbyisten voran. Rösler wünscht den stellvertretenden Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) als Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im Bundesgesundheitsamt zu benennen. Derweil dürfen sich Parteimitglieder der FDP bei der DKV günstiger privat krankenversichern lassen.

Und wo die einen sparen können, dürfen die anderen mehr drauf legen in naher Zukunft, die gesetzlich Versicherten werden offensiv auf die Zahlung der Zusatzbeiträge eingestimmt. (Erinnert sich noch jemand daran, wie uns die Gesundheitsreform anfänglich mit gesenkten Kassenbeiträgen schmackhaft gemacht wurde? Ist noch nicht so lange her, als das man hier nicht hinterfragen sollte.)

2010-01-21

twitter-liebe*





*Mir fiele vieles schwerer zu ertragen ohne diesen twitter-Humor. Und die FDP ist das neue Woolworth der Politik, gelle?

Ist DAS geil!

Ich liege so dermaßen unter dem Tisch vor Lachen!

Sonne? Bist Du das etwa?


(In Berlin seit über vier Wochen kein Sonnenstrahl.)

2010-01-20

Im letzten Jahr …

vor Daisy (wer war Daisy?) und dieser realen Katastrophe in Haiti, hatten wir gegen den einen uns alle umbringenden Pressevirus namens H1N1 zu kämpfen – oder uns gefälligst impfen zu lassen. Nun meldet der Kopp-Verlag auf seiner Homepage, dass gegen den „Schweinegrippe-Papst“ Albert Osterhsus, Virologe und Berater der WHO zum Thema Influenza, wegen zu enger Verbindungen mit namhaften Pharmaunternehmen ermittelt wird.

Eines vorneweg, der Kopp-Verlag ist dafür bekannt, gerne allzu überschwänglich an Verschwörungstheorien festzuhalten und darüber den Leser zu informieren. Deren Literatur als neutral denkender Mensch zu lesen, ohne hier und dort erheitert herzlich aufzulachen, das fällt schwer. Aber ein Körnchen Wahrheit steckt ja immer auch in solchen Ideen und Hintergrundrecherchen und den Verdacht hegen wir eh mittlerweile alle, dass an dem Aktionismus bezüglich der Schweinegrippe nicht allzuviel wirklich koscher war.

Natürlich hat ein Berater wie Osterhaus an so hoher Stelle immer gegen Anfeindungen zu kämpfen. Man muss aber zugeben, dass Osterhaus tatsächlich zum wiederholten Mal bei unterschiedlichen Grippeformen sehr schnell Pandemien vorhergesagt hatte, die letztendlich dann doch keinen relevanten Unterschied zur üblichen Grippewelle in ihrem Verlauf nahmen. Osterhaus ist Vorsitzender der European Scientific Working Group on Influenza (ESWI) und gehört damit zum Beratergremium der WHO Strategic Adivsory Group of Experts (SAGE) an. Liest man die Sponsoren-Liste der ESWI, da fällt es einfach schwer Neutralität zu vermuten.

So oder so, es ist um das Thema Schweinegrippe seit Auslieferung und Rechnungsstellung des Impfstoffes fast schon unheimlich ruhig geworden, oder?

2010-01-19

Dumm gelaufen …

Wellensittichfutter

via Malte Welding uff twitter

So was …

der Schockwellenreiter schreibt ungewollt für die CDU. (Det müsst mir mal passieren!) Anke Gröner freut sich schön wie keine zweite so schön über Essen. Und ab! Marsch! In Apples Vergangenheit. Der Grillmaster2000 philosophiert wieder zahlenclever über's Nacktbaden äh -scannen, wohlfeil sortiert unter „Deppen“. (Sehr schön der nachfolgende Beitrag über die Schwierigkeiten beim regulären Kauf von Software. Die hören nämlich nicht schon auf, wenn man erst mal die Einschweissfolie gehackt hat.)

Und ausnahmsweise an dieser Stelle auch einmal netter Zeitungs-Content: Hier hätten wir die weltbeste Fotobildunterschrift, die jemals getextet wurde. Und die taz über den evidenten Unsinn einer jeden Studie, die man nicht selbst finanziert hat. Und wie man in Vancouver kurzfristig Straßensäuberung betreibt, weil nicht gesehen werden darf, was bitter aufstößt. Und wie gerne hätte ich im vorangegangenen Satz „jenseits der Legalität“ hinein formuliert, ist es aber nicht!

2010-01-18

'Nen Ding drehen

Letzten Freitag habe ich Ernst gemacht: mein allererster hochoffizieller Kochkurs!

Dem Trend der Kochkursbesuchmanie habe ich mich bisher entsagen können. Ich habe ja noch einige viele Kochbücher im Schrank, die unbedingt gelesen werden möchten. Dennoch habe ich neulich beim Besuch der Homepage der Berliner Volkshochschule mein Interesse an einem Sushi-Kurs nicht leugnen können und die mir bekannte Blogkochmafia der Stadt rundgefragt, ob jemand mitkommen möchte. Peggy von multikulinaria.es kommt mit und Valentinas Kochbuch empfahl mir die Dozentin wärmstens, hatte nämlich einige Seminare bei ihr schon mitgemacht. Dabei erzählte sie von dem „Chinese Dumpling“-Kochseminar bei Goldhahn & Sampson, das eine Woche später schon stattfinden sollte – und das vergangenen Freitag so auch prompt mit mir tat. Und mit Katharina von Valentinas Kochbuch, die ich zu diesem schönen Anlass kennenlernen und mit ihr in der Gruppe die Chinese Dumplings in der Fleischvariante herstellen durfte.

Der Kochkurs fand in den Geschäftsräumen von Goldhahn & Sampson statt, in den hinteren Räumen, wo eine riesige Auswahl nationaler und internationaler Kochbücher an die kochenden Enthusiasten gebracht werden will, als auch eine schöne große Küche auf unsere Zuarbeit wartete. Pünktlich um 19:00 Uhr empfing uns – mittlerweile Schürzenträger – die Dozentin, Fang, mit süßen Dumplings gekocht in einer heißen Wassersuppe mit Ingwer und Honig. Die Dumplings sollen mit drei unterschiedlichen Füllungen zubereitet worden sein – ich hatte leider nur drei Mal süße Sesampaste in meiner Schale, die aber sehr lecker waren.



Am Anfang dachte ich noch: „Ich hasse Schürzen!“

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in der sich nicht wenige der Teilnehmer als Honkong-Reisende outeten, die nun ihr touristisches Gourmeterlebnis selber nachkochen wollten, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Fang wies ausdrücklich darauf hin, dass die urtypischen Chinese Dumplings bei weitem nicht nur aus den Teigtaschen bestehen würden, die wir auf dem Programm hatten, sondern eine viel größere Variation aufweisen, die aus den Wagen in ihrer Heimat serviert würden. Davon bereitete sie im späteren Verlauf für uns noch zwei Varianten zu, ließ dabei dankenswerterweise die Nummer mit den gekochten Hühnerfüßen aber aus.

Mit den jeweiligen Zutaten für die Dumplings in einer vegetarischen, fischigen und fleischigen Variante, jede Gruppe bekam eine davon auf's Auge gedrückt, eingedeckt, hatten wir nach Rezept als erstes einen sehr einfachen Teig aus Mehl und Wasser herzustellen. In seiner Ruhephase durften wir die Zutaten für die Füllung sehr klein (richtig klein, anstrengend zeitaufwändig klein) schnippeln und würzen. Somit habe ich seit Freitag mein Chinakohl-kleinschneide-Diplom.



Wenn sich 1 Stunde Chinakohl schnippeln sehr lässig versendet …

Mit fortgeschrittener Zeit und Fertigstellung der Füllungen zeigte uns Fang, wie man den Teig für die Dumplings sehr dünn in runde Plätzchen ausrollt. Dazu wird eine rundes Holzstück lässig (wenn man es dann kann) halb über das kleine Stück Teig gerollt, das mit der linken Hand auch sehr lässig stückweise weiter gedreht wird, bis man ein perfektes rundes Teigplätzchen von ca. 7 cm Durchmesser möglichst dünn hergestellt hat.



Das kann man auch als grobmotorischer Europäer, ohne die Dumplingherstellung großmütterlicherseits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, nach ein paar Jahren Übung bestimmt aus dem EffEff. Tricky ist im Hier und Jetzt dabei jedoch die richtige Menge Mehl zum Ausrollen zu verwenden, denn übermehlt sollen die Teigplätzchen nicht werden aber natürlich auch nicht unmotiviert auf dem Tisch festkleben.



Als nächstes zeigte Fang uns, wie die Dumplings nach Einbringen der Füllung geschlossen werden. Ganz easy: kleiner Klecks in die Mitte auf Teig aufbringen, der betont lässig in der linken Hand in einer von Daumen und Zeigefinger geformte Kuhle liegt und dann mit der rechten Hand in Falten gelegt die Teigseiten zusammen falten, dabei betont lässig aussehen und einen wundervollen formschönen Dumpling auf dem Tisch ablegen.



Das sieht an sich einfach aus … während Katharina einen schöneren Dumpling nach dem anderen formte, blieb ich (auch schön) grobmotorisch beim Freestyle-Dumplingen hängen. Übrigens sind Fingernägel bei dieser Bastelarbeit kein bisschen hilfreich. Und ja, natürlich gibt es die Teigplätzchen vorgefertigt und gerollt im Asiashop käuflich zu erwerben, wem das Füllungs- und Faltspiel alleine reicht. Ich muss noch viel, viel üben.



Mein erster Dumpling (mein letzter Dumpling sah noch schlimmer aus!)



Mein erster im Vergleich zu einem professionellen Dumpling …



… während der von Valentina (rechts im Bild) schon sehr professionell aussieht.

Die Dumplings selbst wurden dann auf drei verschiedene Arten zubereitet. Einmal in Öl kurz angebraten bis sie braun sind auf beiden Seiten und dann mit sehr wenig Wasser in der Pfanne und unter verschlossenem Deckel noch etwas gedämpft. Ich kannte die Art der Zubereitung von der japanischen Variante, den Gyozas, nur von einer Seite angebraten. Ich mag die auch mehr, da sich gebratene und gedämpfte Seite ganz gut gegeneinander aufspielen, um sich im Mund als Team hervorragend zu ergänzen. Geschmacklich ist die Erfahrung ist abwechslungsreicher. Ein weiterer Teil unserer Dumplings wurde traditionell in Bambuskörben über gekochtem Wasser gedämpft und als wir schon alle sehr satt waren, wurden die letzten Dumplings à la Maultasche in Wasser gekocht. Tatsächlich schmeckte jede Variante in jeder Zubereitung sehr eigen und konnte jeweils für sich einen Vorteil herausspielen. Das mag mit daran gelegen haben, dass wir aber auch alle nach den ersten Testversuchen noch an den Füllungen geschmacklich arbeiteten. Gegessen haben wir während der Zubereitung, dazu gereicht wurden drei unterschiedliche Dips: eine Art Sojapaste mit etwas Wasser und Öl angerührt, die erdnussig und mild schmeckte, getrocknete Thai-Chilis in Öl (Fang: „Nicht die ganzen Chilis essen!“) und frischer feingewürfelter Knoblauch in Soja-Sauce serviert.



Hauptsache essen!

Unglaublich angenehm war, dass unser reizender Kochassistent immer schön hinter uns her räumte und abwusch, als auch uns jeden Getränkewunsch von Wasser, Wein, Bier und wohl auch Kaffee, hätte ihn einer gewollt, aktiv von den Augen ablas. Macht schon Spaß in einer Küche zu arbeiten, von der man weiß sie einmal nicht selbst reinigen zu müssen (und das macht sehr viel Arbeit bei zwölf kochenden Personen!). Im späteren Verlauf des Abends nahmen wir dann doch – wenn auch schon sehr satt zu diesem Zeitpunkt – nebenan am schönen rustikalen großen Tisch Platz und aßen zu den restlichen selbst hergestellten und jetzt gekochten Dumplings, chinesisches Tomatenei (langweilig, wässrig und schmeckt nicht anders als hier ein Tomatenomelette) oder Eiertomaten und im Wok gedämpfte Scampis. Das war dann der Teil des Abends, an dem unsere Rücken gemeinhin schon gefühlt etwas länger waren. Und so klang dann der Abend auch gemächlich entspannt aus mit mehr als gefüllten Bäuchen. Sich einmal so richtig satt essen an den unglaublich aromareichen Dumplings, das ist schon eine besondere Erfahrung. Man erzählte sich beim Wein Geschichten über Reisen, die eigene Kochhistorie, Köche, das Schulungsangebot in Berlin und die persönlichen Erfahrungen damit.

Minimale Kritik wäre von mir, dass ich, da man ja in einer bestimmten Zeit zubereiten und fertig werden muss, oft nicht rechtzeitig mitbekommen habe, wenn die Dozentin relevante Dinge erzählte – beispielsweise zu den Dämpfungen. Während andere Teams, die deutlich weniger zu schnippeln hatten oder die Zutaten recht groß beließen, schon fertig waren und somit einen Arbeitsschritt weiter gehen wollten. Auch hätte ich mich lieber viel mehr in den schwierigen Zubereitungen wie Teig ausrollen und dem Dumplings formen geübt, als ewig lange profanen Chinakohl sehr sehr klein schnippeln zu müssen – den man gut in einem Mixer vorher schon klein bekommen hätte. Kurz, bei einigen Zutaten wäre Vorarbeit oder die Hilfenahme von technischen Hilfsgeräten auch nicht übel gewesen. Nee ich bin nicht faul, aber wir Europäer sind eben nicht darin geübt, Zutaten mikro-mü-klein zu schnippeln. Scampis entdarmen habe ich gerne gemacht – aber: bei allen Arbeitsvorgängen wurde (nicht nur von mir und dem Chinakohl) die fehlende Schärfe der Messer bemängelt. Also bitte liebe Goldhahns & Sampsons: scharfe Messer sind das A und O in einem Kochkurs, der Spaß machen soll.

Alles in allem war das eine runde Sache, die von der lockeren Atmosphäre der sehr reizenden Lehrerin und auch von den Teilnehmern des Kochkurses getragen wurde. Letztere durften übrigens den ganzen Abend über noch im Shop einkaufen – mit 10% Rabatt. Nette Anekdote am Rande, eine Teilnehmerin, extra mit ihrer Tochter zum Kurs aus Chemnitz angereist, traf im Seminar erstmals ihren ehemaligen Schulfreund aus der Chemnitzer Oberschule wieder. Nicht wenige Teilnehmer haben ihren Kurs übrigens geschenkt bekommen und dazu bieten sich die sehr vielfältigen Kurse von Goldhahn & Sampson auch wirklich an (verbunden mit einem Berlin-Wochenende).

Übrigens haben Goldhahn & Sampson das Fleur de Sal d'es Trenc in allen Variationen vorrätig – leider ist deren Online-Shop so etwas von nur eine virtuelle FataMorgana. Als nächstes würde ich wahnsinnig gerne in die Persische Küche einsteigen. Und schlussendlich kann ich die Kurse empfehlen: ich habe gelernt (am spannendsten sind dabei sicher die Küchengeschichten der Dozenten von zu Hause und deren Familien) und hatte sehr viel Spaß und brenne darauf, sehr bald meine Dumpling-Falt-Schwäche mit üben, üben, üben zu eliminieren!

Die Süddeutsche Zeitung …

war blogtechnisch shoppen.

Update: Stellungnahme vom Marketing-Chef der süddeutsche.de, Peter Bilz-Wohlgemuth in den Kommentaren, man stoppt den Testballon.

2010-01-17

Lawinengefahr in Berlin

2010-01-16

Schön

ist einfach nur, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt beinahe 15.000 Euro zusammen gespendet haben!

Gestern wurde noch seitens Spreeblick auf 5.000 Euro in den nächsten Tagen gehofft. Die 5.000 waren unglaublich schnell in wenigen Stunden realisiert. Als ich gestern nacht nach Hause kam, stand das Barometer bereits bei € 12.000. Es sind 5,–, 10,– 20,– Euro, die die meisten (sehr viele auch mehr) geben können, es getan haben. Ich kann mir wahnsinnig gut vorstellen, dass sehr vielen Spendern der 5,– Euro in diesem Land zu dieser Zeit, selbst diese kleine Summe im eigenen Leben schmerzlich fehlt.

Um so mehr ist diese Summe beeindruckend.

Wer noch mithelfen möchte, ein Klick rechts in der Sidebar auf den Spenden-Button.

2010-01-15

Haiti-Spende

via Spreeblick organisiert:



Hier entlang! (Ach ja, verlinken hilft ooch! Bitte: die Codes gibt es hier bei Spreeblick.)

myClippings

Michael hat wieder einmal mehr eine sehr nette kleine Schweinerei für Apples OS gebacken: myClippings. Die Zwischenablage, die sich ihre Inhalte länger merkt. Gibt es natürlich schon in anderen Varianten wie Stickies, weiß ich, hält aber im Gegensatz zu den Notizzetteln ein Archiv vor und kann darüber hinaus noch einiges mehr.



myClippings gibt es die nächsten 72 Stunden noch zum Einführungspreis von lässigen $ 5,– bzw. € 3,33. Die kleinen Schweinereien von Michael zu kaufen lohnt sich immer, weil er die weltbeste Registraturdanksagung integriert hat. Hier kaufen!

2010-01-14

Spaß





Genervt …

bin ich gerade aus mehreren Gründen, einer davon ist die aktuelle Berichterstattung zur Zeugenaussage von Prinzessin Caroline von Hannover im Rechtsstreit deutscher Geschäftsmann vs. Gatten der Prinzessin, der von ersterem angeklagt worden war, ihn vor gut zehn Jahren im Urlaub krankenhausreif geprügelt zu haben.

Prinzessin sagte irgendwann zu, als Zeugin der Verteidigung in der Revision auszusagen. Delikat dabei, dass man mittlerweile spekuliert, des Prinzen und der Prinzessin Ehe könnte womöglich nicht erst vom Tod geschieden werden. Prinz zeigte neulich beim Nassbaden, dass er gerne knutscht – nicht seine Angetraute. So weit so gut und im Grunde recht trivial.

Prinzessin kommt also gestern nach Deutschland zum anberaumten Gerichtstermin und sagt aus. Zugunsten ihres Mannes kann man insoweit sagen, denn sie gibt vor Gericht zu Protokoll, dass ihr Mann den Kläger tatsächlich geschlagen habe, wenn auch nicht annähernd in dem Ausmaß und möglichen Konsequenzen, wie vom Kläger behauptet. In der öffentlichen Reaktion darauf werde ich seit gestern in jedem Online-Medium, in jeder Nachrichtensendung mit ihrer „Heldentat“ konfrontiert. Wie großmütig es doch sei, von der öffentlich gedemütigten Ehefrau nach der Presse der letzten Woche zugunsten ihres Gatten auszusagen.

Offensichtlich wissen deutsche Medien nicht mehr einzuschätzen, dass man vor einem Gericht einer gewissen Wahrheitspflicht nachzukommen hat. Anderenfalls kann das nämlich sehr unangenehme Konsequenzen haben, teuer und freiheitseinschränkend.

Den Gipfel der geschriebenen Geschmackslosigkeit offeriert mir heute mal wieder Spiegel online, der da schreibt:

[…] Und tatsächlich: Statt sich zu rächen, springt sie ihm bei - und beweist damit wahre Größe. Welch eine Haltung! Neunundneunzig von hundert Ehefrauen hätten sich verweigert. Hätten es ihm heimgezahlt. […]

Ich weiß nicht, woher der Spiegel diese Zahlen hat – ich vermute, dass diese Nummer ein wenig sehr aus der journalistisch schlagzeilenträchtigen Luft gegriffen ist – mit einem Nachrichtenwert hat diese Aussage jedoch nichts zu tun. Ich persönlich vermute, dass Frauen vor Gericht sich sehr wahrscheinlich mögliche Hassaktionen gegen den Ehemann in ihrer Aussage mehr als deutlich überlegen würden. Ich sage nicht, dass es keine Frau gibt, die blöd genug wäre, aus Gründen der Rache das vorzuhaben. Die, die es tatsächlich tun, sind dann schon deutlich weniger. Aber 99 von 100? Der Spiegel - man möchte es kaum mehr glauben soll ein Nachrichtenmagazin sein – kann der vielleicht auch nachdenken, bevor dort derartiger Schwachsinn veröffentlicht wird?

Da die Prinzessin bekanntermaßen nie über ihr privates Leben kommuniziert und jeden verklagt, der das versucht eigenmächtig zu erledigen und auch der monegassische Hof sich bisher zu einer Trennung nicht geäußert hat, weiß niemand ob und wer wen überhaupt in verlassen hat in dieser Zweierbeziehung. Insofern ist auch die Behauptung, es sei die Prinzessin, die vom Gatten öffentlich gedemütigt worden sei, allenfalls von zweifelhafter Relevanz. Madame hat in jüngster Vergangenheit offizielle Pflichten ausschließlich ohne ihren Gatten wahrgenommen. Wer will denn bei all der Verschwiegenheit wissen, ob sie es nicht ist, die ihm den Laufpass gegeben hat? Und ihn mit dem Ausschluss aus dem öffentlichen Prozedere lange vor seinem Urlaub somit längst selbst öffentlich gedemütigt hatte?

So oder so glaube ich persönlich auch nicht an den großen Heldenmut einer Ehefrau. Oder wie die Presse es zu formulieren liebt „einer verlassenen Ehefrau“ bei dieser ihrer gestrigen Aussage. Die Prinzessin war offensichtlich Zeugin und anwesend, als ihr Mann an jenem Abend ausflippte und einen anderen Menschen offensichtlich körperlich zu schädigen versuchte. Im ersten Prozess noch hatte man versucht, sie aus der Sache rauszuhalten und erst als das Gerichtsurteil nicht dem G'schmäckle der Adligen entsprechen konnte, der Prinz nämlich der sehr schweren Körperverletzung für schuldig beschieden wurde und man in Revision gehen musste, war sie mehr bereit zu geben.

Warum? Eine Prinzessin nämlich, die offensichtlich anwesend ist, wenn ein anderer Mensch von ihrem Gatten krankenhausreif geprügelt wird, hätte offensichtlich ein viel größeres Imageproblem als ihr angenehm sein dürfte. Will schreiben, in erster Linie hat Madame gestern schön ihr eigenes Image gepflegt und rein gewaschen. Bei zwei kurzen Backpfeifen darf man als Prinzession schon mal anwesend sein, bei etwaiger Schlagringpflege hört's dann doch eher auf. Also lassen wir doch bitte die großmütige adlige Kuh mal schön im monegassischen Dorf, nicht?

Das, werter Spiegel, mag dann wahrer Adel sein, aber wohl mehr dem Selbstschutz dienend. Darüber hinaus bezweile ich, dass sich Madame gestern besonders den hämischen oder mitleidigen Blicken ausgesetzt hatte. Das wäre sie ja gewohnt und nichts Neues. Es reicht, wenn man der Öffentlichkeit einfach nur Neugierde unterstellt. Schließlich geht es in diesem Prozess um schwere Körperverletzung, dessen der Prinz – eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens – angeklagt war. Öffentliches Interesse darf da sein.

Und jetzt gehen wir wieder alle schön entspannt pinkeln. Wie Prinzen das ja auch gerne mal öffentlich tun.

2010-01-13

Da weiß ich heute schon, wie …

meine Freundin bel im Dreieck springen wird.

Bundeskanzlerin spricht sich für Zeitarbeit aus – In der Debatte um Leiharbeiter bei der Drogeriekette Schlecker spricht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Abschaffung der Zeitarbeit aus. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) will die Branche überprüfen. Leiharbeitern ergeht es laut der OECD in Deutschland besonders schlecht.

Mesdammes, da gibt es nichts zu prüfen. Einfach mal den Aussagen Glauben schenken der Menschen, die diese Ausbeutung seit Jahren mitmachen.

2010-01-11

Küchenkatastrophen



Meine persönliche kleine bis mittelschwere, auf alle Fälle superfiese Küchenkatastrophe hatte ich im letzten Jahr. Ihr erinnert Euch sicherlich. Die Gänse-Rotweinbeize macht sich immer noch hübsch auf meinem Holzfußboden.

Bei meiner Mutter, so erinnere ich, stand eines Tages die Feuerwehr vor der Tür, weil die Rouladen auf dem Herd sich still und heimlich zu Briketts verwandelt hatten. Wir wohnten erdgeschossig, das Küchenfenster stand offen, die Küchentür war wegen der Katzen in solchen Momenten immer geschlossen und so bekam man dank zehn Meter langem Flur im Wohnzimmer nur selten mit, was vorne eventuell vergnügt vor sich hin kohlte. (Hatte ich in diesem Blog schon erwähnt, dass meine Mutter einer dieser typischen weiblichen Telefonjunkies war? Daneben hatte meine Mutter generell ein aufdringliches, um Aufmerksamkeit heischendes Rouladenkarma. Wenn die Dinger aber mal nicht verbrannten oder vor sich hinflogen, dann waren sie meist unbezahlbar lecker.) Aufgrund der Rauchschwaden, die aus dem Fenster zogen, hatte ein Nachbar die Feuerwehr gerufen. Dieser Nachbar hatte es übrigens nicht als relevant empfunden, an unserer Tür zu klingeln und Bescheid zu geben, dass es seiner Meinung nach in unserer Wohnung brennen würde …

Inspiriert von meinem Fiasko hatte die reizende Frau Kelef schon in den Kommentaren eine ihrer hübschen (offensichtlich zahlreich vorhandenen) Küchenkatastrophen zum Besten geben und auf meine Bitte hin in ihrem Blog tatsächlich „Fasan, gebraten“ köstlich nachgereicht.

Wie steht es denn um Eure persönliche größte Küchenkatastrophe? Wäre die Geschichte nicht feines Blog-Füllmaterial für diesen einen lazy-daisy verschneiten Januar?

„Seriöse Information hat Zukunft“

Interessantes Interview mit Tyler Brûlé, dem Herausgeber von „Monocle“ – ich mag das Magazin sehr – zur Qualität und wie sie sich auf eine mediale Zukunft auswirken wird.

2010-01-10

Hochfliegender Fellträger

Stechwurst

Der Fleischereiverkäuferin will ich aber auch nicht im Dunkeln begegnen …

2010-01-08

Schnee



Wir haben hier dieses Jahr (und letztes Jahr ebenfalls) also auch mal Schnee und zwar in ordentlicher Menge und Qualität. Berlin hat ja leider nicht so oft Schnee. Berlin hat lieber fiesen Ostwind. Und wenn dann der Schnee mal kommt, dann liegt er dünn vor sich hin und spätestens Mittags um zwölf Uhr haben ihn die Verkehrsräderigen schon zu einer schwarzen Pampe verunstaltet, die Ähnlichkeit mit dem Sand von Lanzarote hat – nur ohne Meeresrauschen. Vielmehr mit Platsch, Pitsch, Batsch. Das mit dem Sound kann er also auch nicht so schön. Dann gefriert der Matsch und wenn dann tagelang die Sonne nicht scheint, dann haben wir die Stadt im schönsten Grauton, wie ihn sich nicht einmal die damaligen Obigen der DDR hätten ausmalen können.

Letztes und dieses Jahr haben wir also Schnee in Berlin. Ganz weiß, Schlittenwetter. Sogar vor Weihnachten lag schon einmal Schnee! Zu Weihnachten … naja. Das wäre auch zu sehr aus der Rolle gefallen. Silvester haben wir bei mir vor der Tür etwas gefeiert und hinterher ordentlich unseren Krawallmüll eingesammelt und im Hausmüll entsorgt, obwohl in allen Frauenzeitschriften ohne echte Modells (was ist eine Person eigentlich, die sich für Geld zum Zwecke der Zurschaustellung mit Kleidung oder MakeUp fotografieren lässt?) mit Bombenbauanleitung steht, man sollte Blindgänger nicht anfassen und die Mienensuche den Jungs von der Müllabfuhr überlassen. Ich habe noch nie meinen Knallermüll im Hausmüll entsorgt. Das hat aber wirklich Spaß gemacht. Auch und besonders, weil es so bescheuert ist. Und weil es noch ein netter kleiner Spaziergang (die Müllübergabe bei mir muss man sich ordentlich erlaufen) mit Freunden war. Ins neue Jahr stießen wir auf der Straße mit einem Crémant an in plastikkristallisierten Gläsern, die Herr Exit extra für einen Euro teuer im Elsaß kaufte und nach Berlin importierte. Das war auch schön. Ein frankophiler Abschluss für ein französisches Jahr. Jedenfalls liegt drüben auf der Straße nun kaum Knallermüll, den ich aus dem Fenster zählen könnte, falls mir einmal langweilig ist. Ist es mir allerdings nicht.





Nun ist dieses Jahr alles anders und deswegen ist auch Lino ab und zu dabei zu beobachten, wie er vorsichtig seine grazilen vorgeheizten spanischen Pfoten in den Schnee setzt und dabei unterdrückt um Fassung ringt.



Nishia findet den Schnee lustig wie immer und erklärt dem Kater freundlich, wie das so funktioniert mit dem kalten Nass.



Talytha mag den Schnee auch. Allerdings bemängelt sie, dass auf ihrem Aussichtsplatz soviel Schnee liegt, dass sie dort keinen Platz findet und überhaupt singen ihr im Moment die Vögel zu wenig.



Tally agiert im Moment recht verhalten und in sich gekehrt, so dass ich manchmal fürchte, sie brütet etwas aus.



Sie ist aber winterlich knuffig und hat guten Appetit. Daher sagt mir mein Gefühl, dem Kätzchen scheint im Moment einfach zu wenig die Sonne und sie vermisst den Gesang der Vögel wie keine andere Katze. Oft sehe ich sie lauschen und die Welt dabei nicht mehr verstehen, weil sie ihr die geliebten Töne versagt. Ich werde einen Vogelkalender kaufen und ihn auf Fußleistenhöhe aufhängen. Und ich werde Amselgesänge auf dem Rechner laden und eine Tageslichtlampe besorgen. Die sollen ja Wunder wirken bei winterlichen Depressionen!

2010-01-07

Jahresendfeierflügelschwein



Mir war ja für die diesjährige Jahresendfeierlichkeit nix zu teuer und so erwarb ich neben Marzipanschwein auch Kerzenschwein, ganz entzückende Zwei mit glitzernden Flügeln. Allerdings hat man mir verboten, sie anzuzünden. Die glorreichen Sechs entschieden dem Schwein 2010 wieder begegnen zu wollen, dabei ist das doch schon als Jahr der Ziege früh bestimmt.

Ach ja, Schwein. Und Grippe. So viel TamTam um Rüssels Nase. Da hat man viel Geld rausgeworfen, weil das Impfstoff herstellende Unternehmen befand zwei Impfungen müssen sein und dem Robert-Koch-Institut erst nach Vertragsunterzeichnung später auffiel, eine Impfung reicht wohl doch. Jetzt verkaufen wir das Zeug an die Rumänen oder auch nicht, verhandelt wird und inmitten all dieser vielen kompetenten Entscheidungen stoppt man Mittendrinnen, ziemlich pünktlich ungefähr zu dem Zeitpunkt als man sich eingestehen musste, da hatte man hysterisch epdimemischen Blödsinn verzapft – und zwar Big grande Kaka! –, die Zählungen von Erkrankungen und den angeblich an den Folgen der an einer schweinischen Grippe Erkrankten und Verstorbenen oder eben auch nicht, damit man schlussendlich wenigstens wieder einmal gar nichts hat – außer Spesen. Und das ist ungemein praktisch, denn dann muss man wenigstens aus dem ganzen Schweinekram nix lernen für die holde Zukunft.

Vielleicht lässt sich der Schweineimpfstoff noch schnell auf Ziegenimpfstoff umlabeln. Dann kann unsere Bundesregierung den gleichen Stoff doppelt einkaufen. Würde es wen wundern? Ich meine, ernsthaft wundern?

Ach ja, als mein bester Einkauf hat sich der Lurch Karamellisierer entpuppt. Dann klappt's mit dem Bleigießen nämlich noch im gleichen Jahr. (Wir fingen 2010 damit erst an, waren aber bei den ersten Kerzenversuchen nicht sicher, ob wir's bis 2011 schaffen würden!)



pix by Frau Indica

2010-01-06

Wollen ‘se ma lachen?

Hier!

Kann mal einer Merkel ‘nen Apfel auf die Stirn tätowieren?

Michael Bolton hat was im Auge

2010-01-03

4

Vier Jahre ist dieses Blog nun alt. Vier Jahre, in denen ich mich hier ausleben, austoben, ausschreiben, auslachen und ausweinen durfte. Teilen durfte. Fragen durfte. Antworten erhielt. Kritik erhielt. Lob erhielt. Zuspruch erhielt.



Eine reiche Zeit.

Einige meiner Leser habe ich in den Jahren auch im realen Leben treffen dürfen. Erstaunlich viele davon sind mir immens wichtige Freunde geworden. Von den mir sehr wertvollen Menschen abgesehen, die ich noch nicht im realen Leben getroffen habe und die sich trotzdem in mein Herz geschmuggelt haben. Die positiven Erfahrungen überwiegen und das ist die Hauptsache. In der Nebensache führten die negativen Erfahrungen dazu, dass ich nicht mehr ganz offen und alles im Blog teilen möchte. Leider. Auch die Abnahme der Kommentare seit twitter (so sehr ich es mag), haben natürlich Einfluss auf meine Schreibweise, denn man schreibt ohne Gegenreaktion immer mehr in ein schwarzes Loch, und in der Folge schreibt man verhaltener. Das Manko sehe ich selbst, sehe aber auch keine Lösung zur Zeit.

Trotzdem – dieses Blog hat mir in den vier Jahren in der Hauptmenge und Hauptsache nur Gutes bescherrt: Euch - in all Eurer besonderen farbreichen Pracht! Dafür mein herzliches Dankeschön!

2010-01-02

Haben Sie schon alles, was Sie brauchen?

Wirklich? Weil anderenfalls, da hätte ich …

Denn die illustre Runde traf sich gestern, um das neue Jahr musikalisch einzuläuten. Die Komische Oper Berlin gab Filmmusiken und servierte einen bonfortinösen Violinenvirtuosen, Philippe Quint, der sehr fein aufspielte.

Vorher war ich allerdings gute 20 Minuten zu früh am Treffpunkt und musste daher allerlei näckische Spiele mit der kleinen Knipse und ihrer putzigen Langzeitbelichtung spielen,



was man,



eben so tut,



wenn's einem langweilig ist.

Da die Komische Oper zentral im Kommerzparadies der Stadt gelegen ist, der Friedrichstraße, schlich ich anschließend der Fotospielereien um die Häuser und guckte mir die Auslagen der anwesenden Geschäfte an. Es gilt noch mitzunehmen was mitzunehmen ist an visuellem Amüsement, wissen wir, ob es Ende des Jahres noch Gucci & Co. geben wird? In der Behrensstraße gibt es ein Geschäft, das verkauft Dinge wie Kleidung für die bereits gesetztere Person, Marke Politikergattin oder Zehlendorfer Witwe. In diesem Geschäft erhält man aber auch allerhand aus Leder und Schnickschnack, ohne den der gepflegte ALG-II-Empfänger recht passabel durchs Leben kommt. Was – die kommenden Fotos werden es Euch beweisen – unter Umständen ein größeres Glück sein mag, als sich der geneigte Stuttgarter-Stern-Autofahrer jemals vorstellen mag. Denn der muss sich herumquälen mit: Lederaufbewahrungsschälchen



jeweils farblich abgestimmt auf die täglich verwendeten Lederaccesssoires. Das heißt nur ein schwarzes Portemonnaie gilt hier nicht! Je nach Tageslaune und Feng Shui-Dominanz sollten Schlüsselbehältnis und die persönliche Kreditkartenaufbewahrungsanstalt farblich abgestimmt werden, und dass mir nicht die roten Lederteilchen vom Weibchen im schwarzen Lederaufbewahrungsschälchen vom Gättchen abgelegt werden! Der Kram kostet schließlich auch nur € 29,– pro Farbe.



Und wehe, Ihr habt nicht die farblich passende Lederutensilaufbewahrungschälchenablagekommode dafür!

Mein persönliches kleines Highlight gestern, von den vielen anderen persönlich kleinen Highlights ganz abgesehen: das Kaugummi-Etui. Aus Leder. € 20,–. Noch ein Mal, weil es so schön ist: ein 20 Euro teures ledernes Kaugummiaufbewahrungsutensil.



Da wünscht man sich doch nie in die fürchterliche Gelegenheit zu kommen, jemals das Haus abbezahlt zu haben. Ernsthaft.

Kochen zeitgemäß

Für skurile Kochgeschichten bin ich immer zu haben und daher großer Fan von Jolene Sugarbaker, was bekannt sein dürfte. Clara, US-Amerikanerin ist 94 Jahre alt und hat somit in ihrem Leben Bekanntschaft machen dürfen mit dem, was man dann „Die große Depression“ taufte.

Clara kocht auf YouTube und erzählt dabei von früher – das Ganze in einer schönen typischen US-Küche und mit einem entspannten Tempo – im Vergleich zu den sonstigen Kochhektikern im TV empfunden. Das außergewöhnliche Vergnügen heißt dann „Great Depression Cooking“. Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt, nicht?

via Extramittel

Sehr schön …

genauso einen Menschen habe ich dieses Jahr für mich entsorgen müssen: den Heuchler. Hat all das, was er anderen vorgeworfen hat – natürlich nie den Mut hatte es ihnen offen in einem souveränen Gespräch ins Gesicht zu sagen – selber gemacht und stellenweise deutlich in der Handlungsweise überzogen. Nun, jetzt gibt es den Heuchler mit wissenschaftlicher Evidenz.

2010-01-01

Ein gesundes neues Jahr 2010

mit hoffentlich vielen schönen Sunden, ohne Katastrophen dafür mit Sonnenschein, Freude und wundervolle Wünsche und Pläne, die für Euch in Erfüllung gehen sollen, das wünsche ich Euch!

2009-12-31

Sie wollen doch nur ein bisschen Liebe …

„In einer veröffentlichten Top-10-Liste der MA-Flirt-Passwörter tauchen Einträge wie "landser", "landser88" und "siegheil" ganz oben auf - angeführt von "123456". “

Rechte Flirtbörse vom 26. Chaos Communication Congress gehackt. Die Kommentare auf der indymedia-Seite. Ja, haben wir denn schon Weihnachten?

2009-12-30

Online-Petition zur Abschaffung von ePetionen.de

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass
1.) die Website epetionen.bundestag.de vorerst deaktiviert wird, damit verbunden
2.) der Online- Petitions- Service des Bundestages vorerst ausgesetzt wird und
3.) die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel zur Evaluierung wirksamerer direkter demokratischer Partizipationsmöglichkeiten der BürgerInnen der Bundesrepublik in Zeiten der "Digitalen Revolution" in einem offenem Forum mit allen im dt. Bundestag vertretenen Parteien eingesetzt wird.

Begründung:

Online- Petitionen an den Deutschen Bundestag sind sinnvoll, aber in ihrer jetzigen Form wertlos, da
1.) sie nicht mit der ihnen gebührenden Ernsthaftigkeit von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages behandelt werden und demnach der politische Willensbildungsprozess der Petenten meist nicht honoriert wird
2.) sie nicht in einer Sitzung des Deutschen Bundestages behandelt werden, sondern von einem Petitionsausschuss, auf dem selten bis nie öffentliche Aufmerksamkeit liegt, wodurch die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien in der Lage sind, ihnen unangenehme Themen leicht zu übergehen
3.) die Einflussnahme der BürgerInnen der Bundesrepublik Deutschland durch Petitionen auf legislative Entscheidungen des Deutschen Bundestags gegen Null tendiert. Dies wäre z.B. durch verpflichtende Anhörungen im Sitzungen des Bundestag, bzw. spezifischer Fachausschüsse u./o. durch ein Vetorecht für legislative Beschlüsse des Deutschen Bundestags ab einer zu evaluierenden Anzahl an Stimmen zu ändern
4.) der Deutsche Bundestag nicht die ausreichenden Mittel zur Verfügung stellt, um eine reibungslose Funktionstüchtigkeit des Petitionsservers bei ständig steigenden Petentenzahlen auf Dauer zu gewährleisten
5.) die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien eklatante Defizite im Umgang mit den "Neuen Medien" aufweisen, was direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Online- Petitionsangebots des Deutschen Bundestags hat
6.) aus der Erfahrung der vergangenen Jahre bekannt ist, dass es momentan mehr Sinn hat beim Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen ein Gesetzesvorhaben einzuleiten, als sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu wenden
7.) der Deutsche Bundestag u.U. still und heimlich den Online- Petionsdienst abschalten lässt OHNE über sinnvoller organisierte direkte Partizipationsmöglichkeiten für die BürgerInnen zu diskutieren
8.) die Möglichkeit zur Partizipation über mobile Endgeräte wie Handys und Smartphones nicht möglich ist. Vgl: 82,8 Millionen Handys in Deutschland nach BITKOM, August 2006 (also wahrscheinlich 80%-90% der Bevölkerung) zu 60% Internetanschlüssen in deutschen Haushalten nach Wikipedia - eine signifikante Steigerung der Petentenzahlen in Deutschland wäre dadurch möglich
9.) sie keine wirklich positive Entwicklung, weg von der momentanen Politikverdrossenheit in Teilen der Bevölkerung, erreichen kann
10.) der Deutsche Bundestag diese Petition, selbst wenn sie 50.000 Petenten erreicht um im Petitionsauschuss angehört wird, nicht ernsthaft behandeln wird.

Wer diese kluge Petition zeichnen möchte …

2009-12-27

„Ein nueddl ward geboren!“

Das erste und ziemlich einmalige Twitter-Krippenspiel von Katzen und Häschen vorgetragen hier nun als ganzes Script.

2009-12-26

Ich mochte ganz besonders …

heute diesen kurzen kleinen speziellen Moment als ich im Zimmer in der Servierflut zwischen Rot- und Grühnkohl, später Klöße und Gans, die Sauciere, gefüllt mit leckerer Soße, kurz vor dem Abstellen auf den Tisch dezent aus der Hand entgleiten ließ, damit sie sich in voller Schönheit und ganzem Inhalt auf dem Zimmerboden verteilen durfte.

Momente, für die man das Leben sehr sehr lieb hat.

Die gute Nachricht, es gab noch einen minimalen Restsauce in der Küche. Die schlechte Nachricht: Omas Sauciere. Versteht sich.

Aber als Unterhaltungspluspunkt unschlagbar, kann ich empfehlen!

2009-12-25

Fröhliche Weihnachten

wünsche ich Euch, bisher schon gehabt zu haben und noch zu haben. Es ist ein schönes Weihnachsfest, gestern im Kreis von Freunden bei Freunden, heute im Kreis der Freunde bei mir. Die Gans begrüßte gerade den Ofen, nachdem ihre Leber dem Kater Frieden gestiftet hatte. Der Bruder rief gerade an, um sich für die Geschenke zu bedanken und die kleine Nichte, lernt seit Eintritt in die Schule immer mehr sprechen, rief mir fröhlich „Weihnachtsmann“ und „Geschenke“ und zum Schluss ein lässiges „Ciao!“ verständlich und kichernd glücklich ins Ohr. Mein Bruder ist übrigens „Donald“ für sie, das passt irgendwie, auch wenn ich das besser nicht laut sage.

Wundervolle Geschenke und Weihnachtsgrüße habe ich bekommen und freue mich sehr! Das Stichwort ist schon gefallen: glücklich. Es sind glückliche Weihnachten, ich hoffe sehr für Euch und Eure Lieben auch!