2011-08-31

Zalando – Ihr nervt!

Neulich ist es mir passiert, ich habe nach dem Ausloggen bei gmx versehentlich auf das Foto der abschließenden Werbung geklickt und bin – es war eine Auflistung unterschiedlicher Kleidungsstücke – direkt bei Zalando gelandet, auf deren Seite mir ein ärmelloses Top präsentiert wurde. Das guckte ich mir also kurz an, bis ich mein Versehen bemerkte und klickte die Seite weg.

Kurz: ich habe mich – aus welchen Gründen auch immer ich auf diese Seite gelangt bin – offensichtlich dazu entschieden dieses Produkt nicht kaufen zu wollen. Und zwar: nicht. Und zwar nicht: jetzt nicht und irgendwann vielleicht doch einmal. Nein, meine klare Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt: ich möchte nicht Erwerberin dieses Tops sein.

Seitdem kriecht mir Zalando wie ein Stalker in allen Ecke dieses Internets, die ich gelegentlich heimsuche, hinterher und preist mir dieses Shirt an, zu dem ich bereits sehr deutlich einmal „Möchte ich nicht haben!” kommuniziert habe. Egal, wo ich im Web bin, sofern diese Präsenz Online-Anzeigen implementiert hat, Zalandos Site Branding ist mit mir da und kaut mir seit drei Wochen ein Produkt vor, das ich mittlerweile so widerlich finde, dass ich sehr schlimme Scherenschnitt-Fantasien an dem Stoffprodukt entwickle. Dieses Gefühlt der Widerwärtigkeit hat sich mittlerweile sowieso auf den Lieferanten übertragen.

Ehrlich? Ist das der Sinn von Online-Werbung? Dass ich nun in der Konsequenz niemals in diesem Leben etwas von Zalando kaufen werde? Wow! Ich werde dann jetzt Teufel.de besuchen. Die nerven zwar genauso mit ihren Site Brandings im Web aber mit deren Produkten kann ich irgendwie besser leben.

Mietenstopp - Demonstration in Berlin


Alle Hintergrundinformationen und Angaben zur Demo hier! Samstag, 3.September 14:00 Uhr Hermannplatz, Berlin-Neukölln.

2011-08-30

Ich wette, …

der Herr Dr. Jan-Marco Luczak war noch nie Empfänger von ALG II und hat vermutlich sogar schon die eine und andere Eigentumswohnung als persönliches Rentenmodell für sich angeschafft. Steigen die Preise, müsse man eben an den Stadtrand ziehen, meint Luczak und formuliert seine politische Nähe zum Modell der Gentrifizierung.

Bei Google nach …

„junge Dinger” suchen und dann hier bei mir landen, ist doch auch blöd.

2011-08-29

125 Jahre Automobil – die Mercedes-Party in Berlin

Meine elementaren Erinnerungen an einen Mercedes sind rar und eher frühkindlicher Natur und bestehen aus immer wiederkehrenden höflichen Übergaben meines Mageninhaltes an die Öffentlichkeit, wann immer ich auf den Rücksitzen im Benz meines Onkels Platz nehmen musste. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Mann so schlecht fuhr oder einfach an diesem für uns damals neuen Medium der Fortbewegung. Jedenfalls, wann immer ich einen Benz sah, wusste ich Bescheid! Später kann ich mich erinnern, habe ich einmal in einem Mercedes die Handbremse gesucht. Lange. Man, war ich pissed!

Nun, wie dem auch sei, Mercedes Benz feiert 2011 125 Jahre Autojubiläum und das zelebrieren sie in den Städten Deutschlands ganz ordentlich, wie ich finde. Neulich gab es in Stuttgart zum Beispiel ein Placebo-Konzert – ohne mich. Dieses Wochenende war große PS-Bespaßung auf dem Hangar vom ehemaligen Flughafen Tempelhof angesagt und das habe ich mir gestern nicht nehmen lassen anzusehen. Leider wurde schon früh der Einlass zum Hangar verwehrt, also habe ich die Fotos von der Seite des Tempelhofer Feldes gemacht – das Milchige auf den Fotos sind keine Geistererscheinungen, sondern Zaun.



Neben einem lustigen Gelände-Parcour (soweit ich das mitbekam, durften da immer Leute mitfahren), gab es lustige Demonstrationen vom Kurvenverhalten von Mercedes Trucks und äh … Transportern:



Die Transporter-Demonstration war überflüssig, denn die Dinger, wild geworden von Testosteron geblendeten Halbjüngern gesteuert, haben wir ja täglich auf den Straßen vor Augen, wenn wir im letzten Moment unser Leben rettend zur Seite hüpfen.

Aber die Trucks im Kamikazemode, die waren lustig!







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Es gab auch eine kleine Rennstrecke auf der die Silberpfeile ihr Können einzeln und im Pseudorennen demonstrieren durften. Was für ein Sound! Automotoren, wenn sie denn richtig heulen können, die haben etwas. Da wird die Magie vom Rennsport schon verständlich … also nur als Zuschauer. Hach, wenn man denn nur einmal selber steuern dürfte …











Dann gab es noch die hübschen flinken Umbauten …



… die, Drama, Baby, Drama! …



etwas Gummi ließen:



Jedenfalls wissen wir nun, dass der Begriff „heißer Asphalt” von AMG stammt.

Und last but not least, die Schönen unter den Biestern, hätte ich gerne einen davon. Eingepackt und mit Schleife drum herum.



2011-08-28

Der, die, das Blog

Das Weblog, das Logfile, das Online-Tagebuch, das Tagebuch: das Blog. Soweit die sinnvolle Logik innerhalb der Übersetzung aus Ableitung einer Sprache, die selber keine Artikel vorgibt ausser einem sachlichen.

Die Argumentation, man könnte der Blog sagen, weil es in der Lautsprache „der Block“ so nahe käme, halte ich persönlich für … äh dummdeutsch. Nur die Deutschen gehen so unkritisch mit ihrer eigenen Sprache um, dass sie einen alten Sprachbegriff und physisch greifbare Sache wie „der Block“ mit einem physikalisch nicht greifbaren online Phänomen überschreiben wollen – ohne sich auch nur einen Hauch von Gedanken darüber zu machen, was sie damit eigentlich mit diesem Begriff „der Block“ anstellen. So ganz tot ist das Schreiben auf Papier dann nämlich doch noch nicht. Sprachentwicklung in der Moderne: ja bitte, gerne! Aber tut es mit Sinn und Verstand. Bitte!

Und dann jetzt mal eine leicht ketzerische Frage an alle Männer (es sind nämlich witzigerweise vornehmlich Männer, gerne sogar sehr junge BWL-Absolventen, die sich ebenso gerne SEO auf die Visitenkarten schreiben und in ihren eigenen Blogs nicht inhaltskonform, dafür reichlich hohl suchmaschinenkonform texten, die „der Blog“ sagen), warum tut Ihr Euch eigentlich so schwer damit, die ganze Chose „die Blog“ zu nennen?

Lasst uns doch den sinnfreien Variantenreichtum einfach komplettieren!

mybook alarm



Download bei MOApp

Das Blöde ist …

würde man Apple Computer nur an der Vehemenz seiner Feinde berechnen – die Bude würde nicht erfolgloser.

Kennt einer zufällig die genaue Schwanzlänge von Hal Faber?

Denn ich bin seit heute sein Groupie und möchte ein Kind von ihm. Ach Quatsch, seien wir ehrlich: ich will bloß sofort Sex haben mit ihm!

Verdammt!

Die Weißstörche haben sich vom Acker gemacht.

Und ich habe noch nicht ein einziges Weihnachtsgeschenk!

2011-08-27

Dahlie 2011


2011-08-26

Wenn ich König von Deutschland wäre …



würde ich sofort verbieten, dass sich Autofahrer zwischen meine Kamera, meinereine und einer DS stellen. Ehrlich!

(Aus der Reihe: das Rauschverhalten einer Nokia-Kamera ist auch nicht viel schlimmer als das einer Canon ixus 90.)

Kiezknete


2011-08-25

Ich und Steve (Jobs)

Ich muss das jetzt aufschreiben, denn ich möchte nicht eines Tages in die Situation kommen, es als Nachruf verfassen zu müssen. Die Nachricht gestern mitten in der Nacht, dass Steve Jobs seine Aufgabe als CEO bei Apple niederlegt, der Wortlaut seiner schriftlichen Stellungnahme, haben mich sehr betroffen gemacht. So wie mich schon die Auftritte von ihm in letzter Zeit sehr betroffen gemacht haben, denn er sah einfach nicht gut, also nicht gesund aus. Und er sah leider auch nicht nach einem Patienten auf dem Weg der Besserung aus. Und ich hatte kein gutes Gefühl. Die Nachricht hinsichtlich seines Rücktrittes verringert dieses Gefühl leider nicht.

Ich habe meine sehr eigene Historie mit Steve Jobs, mit Apple. Ich verehre diesen Mann. Ja, ich bin wohl das, was man gemeinhin als einen Apple-Jünger (na jut „Jüngerin”) bezeichnet. Ich bin auch ein kritischer Apple-Anwender. Beispielsweise kam mir nie ein iPod ins Haus alleine aufgrund der Apple Akku-Policy – die ich bei Apple grundsätzlich kritisch sehe. Nein, ich halte Steve Jobs nicht für einen Gott. Aber ich halte ihn für einen visionären, fortschrittlichen, kreativen und natürlich ehrgeizigen Menschen. Müsste ich mir heute ein Kompetenzteam zusammen stellen, um eine neue, vielleicht bessere Welt zu schaffen – ich wollte ihn unbedingt dabei haben.

Ich war noch relativ am Anfang meines beruflichen Werdeganges und hatte in den mittigen 80-iger Jahren als Angestellte in einem medizinischen Großhandel nach zweieinhalb Jahren in dem Unternehmen alle mir möglichen Aufstiegschancen durchlaufen und wusste, ich müsste mich nun neu orientieren müssen, um beruflich weiter zu kommen. Seit meiner Zeit auf dem Gymnasium, wir waren eines der ersten in Berlin, die so etwas wie Computer bekamen (drei an der Zahl), wusste ich – oder war ich bequem genug zu wissen – ich will etwas mit Rechnern machen. Ich war mit dem Thema Medizin zu dieser Zeit durch, aber: Rechner sollten es irgendwie sein. So standen in den Stellenanzeigen hiesiger Tageszeitungen kurz hintereinander Anzeigen zweier Computerfirmen hier in Berlin, die jemanden für den Vertrieb als auch Empfang suchten und ich fühlte mich ausreichend angesprochen, dort meine Chance als Quereinsteigerin, gänzlich branchenfremd mit allenfalls etwas junger kaufmännischer Kompetenz, zu versuchen.

Das erste Unternehmen, Pandasoft, lud mich direkt nach dem Vorstellungsgespräch zu einem Probearbeiten ein, danach hätte ich den Job haben können, fand aber das Arbeitsumfeld überhaupt nicht attraktiv – hatte aber dort das allererste Mal in meinem Leben an einem Apple Computer gesessen, beziehungsweise überhaupt von dessen Existenz erfahren. Und wie der Zufall es so wollte, war das zweite Unternehmen, H/S/D/ (das Unternehmen aus dem später übrigens Gravis entsprungen ist), genau der Konkurrent zum ersten, man suchte eine Mitarbeiterin für einen in Kürze neu zu eröffnenden elitären Ladenshop in Tiergarten. Und dort stimmte im Vorstellungsgespräch alles: der Geschäftsführer (der erste), die künftigen Kollegen, die dort immer um mich herum wuselten (und sich das Vorstellungsgespräch, das vorne in einer Ladenecke stattfand, hinten alle zusammen auf Video angeguckt hatten – und mich losgelöst von Cheffes Meinungen wollten, wie ich später erfuhr). Es folgte noch ein Abendessen mit den anderen beiden Chefs und Unternehmenseignern, dann der Arbeitsvertrag und der Arbeitsbeginn. Die heiße Phase des Umbaus und Umzug, für mich doppelt spannend, weil ich zudem neu in die thematische Welt von Personal Computern, Software, Netzwerken abtauchte und einfach glücklich war, weil ich mein Metier gefunden hatte und ein wundervolles Arbeitsumfeld. So wurde ich zu einer der ersten Frauen in Deutschland, die (Apple) Computer verkaufte. (Yep, wir waren noch rar damals in dem Geschäft.)

Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gewusst, was ich dabei vor allem für ein Glück hatte, bei einem Apple Händler gelandet zu sein. Für uns war alles ein bisschen wie Woodstock. Die Chefs waren jung und cool. Die Kollegen waren ein bunter Haufen irrer Chaoten, wir liebten uns sehr auf unsere eigene Weise. Wir verbrachten mehr Zeit auf der Arbeit, auch nach der üblichen Arbeitszeit als nötig, weil wir im Keller noch zusammen Flugsimulatoren spielen wollten oder uns einfach nur unsere Geschichten erzählten. Wir waren Arbeitskollegen und Freunde. Wir waren eine engagierte, einzigartige Clique mit einer Mission: Apple Computer verkaufen. Was keine besondere Schwierigkeit war, denn unsere Kunden wollten die sowieso – und die meisten von denen waren eben auch nur coole Kreaturen. Und dann waren da unsere Helden: Steve Jobs und anfänglich noch Steve Wozniak. Dazwischen war noch Apple in München, die hielten wir elitäre arrogante Pappnasen (bis auf sehr wenige Ausnahmen unter den Mitarbeitern) aber Apple USA, das war unsere Mission! Wir waren alle unglaubliche Individualisten – so wie die Kisten, die wir vertickten!

Wir verkauften damals gerade die Anfänge des Macintoshs, die liefen unter OS 6.x das Apple Logo war noch quergestreift bunt, „queer” würde man die Farbgebung wohl heute nennen. Ich traf auf Begriffe wie graphische Benutzeroberfläche, DTP, Pixel, Zoll, Photoediting, WYSIWYG. Ich liebte Ragtime – unser aller Bürotool – mit dem man unendlich leicht rahmenorientiert Layouts basteln konnte. Ich lernte Software und Anwendungen kennen und lernte Dinge zu tun, von denen ich nie eine Ahnung hatte, das es sie gibt oder wie sie funktionieren oder mir vorher meine Lehrer an der Schule ausgetrieben hatten zu tun: ich programmierte! Und zwar trotz meiner Dyskalkulie, die mir im EDV-Wahlpflichfach noch den Hals gebrochen hatte. Das ging plötzlich ganz leicht mit FileMaker! Ich war gar kein logischer und mathematischer Doofie mehr – ich konnte Rechner! Ich konnte coole sinnvolle Dinge machen – und Spaß dabei haben! Fuck! Ich konnte Speicher in SEs einbauen ohne Bildröhren zu zerdeppern!

Wir hingen – es gab zu dem Zeitpunkt noch keine deutschen Mac-Zeitschriften, MacUp und MacWelt wollten erst noch kommen – an den Lippen unserer Chefs, wenn die von der Apple World zurück kamen und uns mit roten Jetlagaugen von Steves Keynotes berichtete. Im Jahr des Erscheinens des Mac II – dem ersten Apple ohne integrierten Screen, DEM ersten echten DTP-Macintosh – haben wir, die Kollegenbande, gesessen, den Worten gelauscht, Applaus geklatscht und sind tagelang mit roten Backen in Erwartung der ersten Lieferung rumgelaufen. Und wenn dann die ersten Lieferungen der neuen Geräte kamen, rannten alle runter ins Lager und wollten die neuen Kisten als erste auspacken, anfassen, riechen, installieren, mit ihnen arbeiten. Bei uns liefen die Macintoshs liebevoll unter «Bärchen”, wir fanden die alle heiß! So war es mit jeder Neuerscheinung. Und so waren auch unsere Kunden, die uns mit Bestellungen noch lange vor Verfügbarkeit zuschütteten. Wir bastelten ganz simple Anwendungsscripte in HyperCard. Dann die Revolution vom SE/30, dem ersten Deskoptmac mit Farbkarte und -screen. Der AppleShare-Dateienserver! Unser erster Server! Wir tauschten Dokumente aus über Kabel! Nix mehr via Diskette oder so! Hammer!

Wir hatten damals noch Systemabstürze, die ein versöhnliches Icon mit einer Bombe und dem Fehlercode brachten. Irgendwann waren wir echt vernetzt, kommunizierten im Haus (und der Großkundenniederlassung am Ku‘damm) via Broadcast – dem ersten Chatprogram auf dem Macintosh, das Abstürze verursachte ohne Ende. Und in der Folge cholerische Anfälle von Kollegen ohne Ende. Wir wuchsen, wurden größer, arbeiteten uns dumm und dämlich. Und irgendwann musste Steve Jobs bei Apple gehen und die ganze Sache bekam einen merkbaren Bruch, wenn dieser zu diesem Zeitpunkt finanzpolitisch auch nachzuvollziehen war.

Oder später, die erste System-Revolution: OS 7 – System 7 genannt – der Durchbruch überhaupt mit dem MultiFinder und einem 32-Bit-System, „Drag und Drop” und Aliase – erstmals poppte das Wort Multimedia mit QuickTime hoch! TrueType wurde geboren, Unicode! Wir schoben längst schon keine Disketten mehr, wir speicherten auf internen und externen Harddisks, erst 10 MB, dann 20, dann 40, 80, 120 MB. Später die ersten flexiblen Harddisks in schweren Metallgehäusen mit 40 MB Wechselplattenlaufwerken! Mac Plus, SE und SE/30 galten als transportable Macs und so verkauften wir für sie auch Tragetaschen in Größe von kleinen Golftaschen – ja, die Leute reisten ernsthaft mit diesen Macs durch die Weltgeschichte. Und wir machten Firmen-Incentives noch und nöcher nach Irland, Cork, der europäischen Apple-Fabrik oder in die USA, Türkei. Es war eine großartige Arbeitszeit!

Es kamen nach dem Mac II, der LC, der II x, cx, ci, si – DER Schlepptopp: der Macintosh Portable. Wir fingen ab 1990 also an mit Rechner in den Urlaub zu fahren (meinen damaligen Freund hatte ich mir natürlich unter den mitarbeitenden Chaoten ausgesucht). Wir fingen an zu surfen, d.h. wir schickten zuerst nur Mails hin- und her. Es gab AppleLink, jeder Händler hatte zwei Adressen. Ich war mittlerweile für die Distribution innerhalb der Firma zuständig (wir waren führender Netzwerkompenentenanbieter über die Rechnerwelten hinweg in Deutschland) Ethernet lief anfänglich noch in Reihe mit BNC und Thickwire und die Rechner kamen gänzlich ohne die notwendigen Komponenten on board – und wehe irgendwo im Netz war ein Stecker lose! Dabei war es damals schon so einfach für uns zu netzwerken, weil Apple erstaunlich offen war, wenn es darum ging Rechner mit fremden Systemen in heterogene Netzwerke einzubinden. PC-Emulationen auf dem Mac liefen längst – und wir verkauften das Zeug – und wir hatten Spaß ohne Ende dabei! Wir waren die Zeugen, die all diesen Begrifflichkeiten, die heute als so selbstverständlich genommen werden, in der Entstehung ihrer ersten Sekunde beiwohnen durften. Und all dieser Zauberkram kam von Apple, wenn auch die Rechner langsam zu Mainstream verkamen und die Umsätze zu wünschen übrigen ließen. Der Newton. 1993! Wenn zu seiner Zeit ein Flopp – muss man sich den Newton heute als Urgroßvater des heutigen iPads denken. (Der war übrigens mal kein Jobs-Geniestreich.)

Steve Jobs gründete mittlerweile NeXt, die Geschäftsführung von H/S/D gründete eine weitere Firma, die die NeXt-Computer vertreiben sollte. Sie glaubten an Unix und an Steve Jobs. Es waren die ersten Tage des Internets in Deutschland. Ich orderte längst via e-Mail meine Bestellungen in den USA. Wir stellten die erste Computer-Diebstahl-Datenbank ins Netz! Wir bauten unsere erste Webseite für unsere Händler mit einem Bestellserver. H/S/D/ – mittlerweile unter der NeXt AG zu einer Tochter, wie auch die gegründete GRAVIS, geworden – ging über die Wupper, weil die Banken in den ersten harten Krisentagen Kredite nicht mehr für alle Unternehmen verlängern wollte. Ich ging schon drei Monate früher und dachte damals, ich bräuchte dringend beruflich eine ruhigere Zeit, nachdem ich jahrelang ständig neue Mac-Modelle und diverse Softwareupadates im Jahr den Kunden verkaufte und einfach ausgebrannt war. Ich hing eine Zeitlang in die Immobilienbranche herum und musste lernen, dass ich für den Rest meines Lebens verdorben worden war, was das Arbeitstempo anbelangte. Ich langweilte mich zu Tode! Aber mittlerweile war ich kreativ – ohne wirklich Ahnung von Design zu haben – ich gestaltete Werbematerialien, Preislisten, Faxangebote. Ich entdeckte Schriften, ich lernte Typographie kennen. Ich tat Dinge, die ich nie getan hätte, wäre ich nicht irgendwann bei dieser Firma namens Apple gelandet – weil alles so unglaublich leicht zu erlernen war, selbst für den Laien. Ich war mein Leben lang beruflich immer eine einzige Autodidaktin – und nein, damals, vor allem in den allerersten Jahren, gab es eben kein Internet und kein YouTube! Wir lasen Manuals, wir lasen Fachtermina, wir lehrten uns gegenseitig DTP und Bildbearbeitung – wir wollten all das können, was diese Apple Computer auch konnten. Weil wir sie nutzen wollten! Sie machten Spaß. Sie waren unsere Drogen, unserer Hype, unser Leben. Und das alles war eben auch und wegen Steve! Irgendwann kehrte ich zu der aus ihrer Netzwerkabteilung neu gegründeten H/S/D/ zurück in meinen alten Job. Wir waren mittlerweile auch ISP, wir verkauften Internet!

Steve Jobs selbst kam 1997 zurück zu Apple, nach seinem wundervollen Happening mit Pixar, und schenke uns den iMac. Apples Computer bekamen fortan Farbe und Apple schrieb eine völlig neue Erfolggeschichte. Steve Jobs brachte 2000 den Cube – für den die User damals (wie eigentlich auch schon beim Newton und eMate 300) längst noch nicht reif waren – und musste die Produktion wieder einstellen, bis wir Jünger 2005 den Mac Mini „endlich” begriffen. Es gab oft solche Momente, wo selbst wir, die wir im Prinzip alles von Apple bedingungslos schätzten, den neuen Produkten oder Visionen von Jobs längst noch nicht so nahe kamen und sie verstehen konnten, wie sie in ihrem Nutzen längst von ihm erkannt worden waren! Der Rest ist Geschichte – über iTunes, MacBook Air, iPhone, iPads muss man heute nichts mehr sagen. Das alles ist Steve Jobs!

Gesehen habe ich ihn einmal von Weitem auf einer MacWorld in Boston, die ich besucht habe. Er hat halt Charisma. Das über ihn zu schreiben, ist nichts Neues mehr.

Dass ich heute mit diesem Medium Internet so vertraut bin und über dieses Medium soziale Kontakte generiere: ich verdanke das Steve. Das ich in diesem Bereich weiter arbeite, ob in der Fotografie oder Typographie: ich verdanke das Steve. Dass ich heute schreibe, immer über die Jahre geschrieben habe: das verdanke ich Steve. Dass ich mir überhaupt sehr viele Dinge über die Jahre beruflich zugetraut habe: das verdanke ich Steve. Er hat mir mit den Apple Computern und der Software Hilfsmittel in die Hand gegeben, die mich sehr schnell darauf konzentieren ließen produktiv zu arbeiten und meine Energie in die Erarbeitung von Fachwissen stecken ließ, mir aber zu keiner Zeit das sinnlose Begreifen irgendeiner obsukurer, mir nicht logischer Technologie aufdrängte, bis ich endlich produktiv sein konnte. Und vor allem: Steve Jobs hat mir gezeigt, was es für das eigene Leben bedeutet Visionen zu haben – und diese zu leben!

Das alles ist für mich Steve Jobs. Er hat mein berufliches Leben und somit auch mich persönlich geprägt, wie kein anderer Mensch auf diesem Planeten. Und vielleicht mögen einige Menschen nach dem Lesen dieser sehr langen Zeilen verstehen, warum man Steve schon immer ein bisschen als einen Gott betrachtet hat in unserer Welt. Wir waren nie unkritisch, wir waren nie verblendet. Aber: wir waren immer persönliche Nutznießer seiner besonderen Genialität!

Und wenn er sich jetzt auch offiziell aus dem Geschäft zurück gezogen hat, ich wünsche ihm noch ein möglichst langes Leben. Denn ich kann mir meines ohne ihn eigentlich nicht mehr vorstellen. Alles Gute, Steve!

thx steve!

2011-08-24

Mein einer kleiner Sonnenschein im Sonnenschein


Kluge Gedanken über das Rauchen

„Ich habe jahrelang an einem neuropathologischen Institut an Krebs geforscht. Dort habe ich mit eigenen Augen gesehen, was Rauchen anrichtet: bei der routinemäßigen Begutachtung von Tumor-Biopsaten, die Patienten aus dem Hirn entnommen worden waren, wurde sehr häufig festgestellt, daß es sich dabei um einen sekundären Tumor, eine Metastase handelte, die sich vom Primärtumor aus der Lunge abgesetzt und schließlich im Hirn eingesiedelt hatte. Der Patient hatte also einen metastasierenden Lungenkrebs, der erst durch eine Metastase im Hirn und die damit verbundenen Symptome, derentwegen er überhaupt einen Arzt aufgesucht hatte, aufgefallen war. Fast immer bedeutet eine solche Diagnose das Todesurteil und fast immer sind/waren solche Patienten Raucher.”

Quelle: Cornelius Courts, „Rauchen entnormalisieren”, scienceblogs.de

Möge Peter Scholl-Latour …

… dann künftig bitte die Klappe halten über Sachverhalte, die er kaum nachvollziehen kann, weil er sehr wahrscheinlich niemals Opfer einer Vergewaltigung gewesen ist. Oder? Was wissen wir über die Vergewaltigung/en, die er hinnehmen musste, dass ihm solche Aussagen so leicht von der Zunge fließen?

Ist Diallo auch unglaubwürdig, weil sie sich mehr hätte wehren müssen? "Zubeißen beim Oralverkehr" hat zum Beispiel Peter Scholl-Latour gefordert. […]

[…] Andererseits rät die Kripo, sehr, sehr vorsichtig zu sein, um den Täter nicht noch zu provozieren. Man verschiebt aber mit dem Vorwurf der Untätigkeit die Verantwortung vom Täter auf das Opfer.

2011-08-23

Ein Dienstag im August.

Mit Schmerzen aufgestanden.
Wunderschöne Post bekommen.
Sehr unangenehmen Anruf erhalten.
Stiller schöner Moment mit einer Katze auf dem Schoß auf dem Balkon und Kaffee.
Nachricht vom Tod des großen Loriot, Vicco von Bülow.
Blitz, Donner, Regen.
Mit Genugtuung das Wort „Lametta” auf Twitters Trending Topics zur Kenntnis genommen.
Interview bei zeit.de gelesen „Wir erleben heute ein soziales Artensterben, das für unsere Spezies einmalig ist.” «Das Geld macht uns einsam», jetzt endgültig frustriert.
Twitter-Deutschland hängt gerade alle Bilder schief, backt Kosakenzipfel und möchte heute Abend Nudeln auf dem Teller.
Einkaufen gewesen, weil Milch fehlt. Vergessen: Milch.
Nicht vergessen, weil gar nicht auf Einkaufsliste: Toffifee.
Russische Hausbauer (Nachbargrundstück) bewundert, machen höchstens eine Dixie-Klopause. Arbeiten selbst bei Unwetter weiter.
Nachbarstochter findet meine Katzen süüüüüüßer als ihre eigenen. Ernstes Wort mit ihr geredet! (Finde Emily und Leon nämlich auch total süüüüüüß!)
Überlege, ob das da im Gesicht eine Gesichtsnerventzündung wird.
Tagesschau hat in der Berichterstattung Loriot-Bild nicht schief präsentiert, schäme mich fremd.
Weiß dank Claudia welches Lied auf meiner Beerdigung gesungen werden m u s s !

… to be continued.

2011-08-22

Mal wieder so ein „Hach!”-Tweet


(Aus der Reihe: manchmal ist die Idiotie des Marketings größer als das Universum.)

2011-08-21

Mit Koks im Hirn geht alles!

Dank Maximilian Buddenbohm via Facebook gerade gelernt, fäkalisieren (scheißen) gehen müssen auf DB-Bahnhöfen heißt jetzt «Rail & Fresh»

(Aus der Reihe: kann ich bitte sehr dringend und sofort ein Luftzelt bekommen?! Japs!)

2011-08-18

Neues vom creezy-Rad

Als ich mein Rad vor gut elf Jahren kaufte, zog man mir im Fachhandel einen Satz damals noch technisch ganz neuer Kevlar-Reifen von Panaracer, einem damaligen (jetzt japanischen) US-Hersteller auf. Die Dinger hielten sechs Jahre fast tägliches Fahren bis dann bei einem Schlauch dank der Materialermüdung das Ventil ausriss auf Kopfsteinplaster. Da erst bemerkte ich, wie dünn die Flanken geworden waren und tauschte die Reifen.

Ich versuchte die – weil hier kaum noch im Handel erhältlich – einmal über eBay zu kaufen. Das leider qualitativ ein Schuss in den Ofen. Vermutlich bin ich so einem Thirdparty-Dealer aufgesessen. Letztes Jahr hatte ich also mit der zweiten Edition eine Panne direkt vor einem Reifenladen, der nichts anderes führte als die Schwalbe-Mäntel und so biss ich in den sauren Apfel und leistete mir zwei Mal die Schwalbe Marathon Plus, die angeblich unplattbaren.

Seit drei Tagen nun kündigte sich vorne plattinöses Verhalten an. Man konnte zwar fahren nach dem Aufpumpen, musste dann aber nachpumpen. Also fuhr ich heute etwas genervt zum Raddealer meines neuen Vertrauens um die Ecke und bat um Fehlererfassung. Nun hat mein Rad an Rädern und Sattel eine Diebstahlsicherung, die damals auch wohl erste ihrer Generation war, den Hersteller scheint es mittlerweile nicht mehr zu geben. Jedes Mal, wenn ich mit dem Rad im Handel vorfahre, staunen die Bauklötzer und mittlerweile habe ich mir angewöhnt, die Dinger schon selber im Laden zu lösen. Kurz: es gibt Teile an meinem Rad, die sind tatsächlich nicht so leicht entfernbar. Nicht einmal vom Fachhandel!

So auch heute, ich baute das Teil ab und als ich nach den verabredeten 30 Minuten wieder kam, stand das Rad aufgepumpt aber unrepariert da, weil Cheffe meinte, das Vorderrad nicht abbekommen zu haben. Gut, man muss eben noch mal mit einem Inubs ran und eine Schraube lösen, hat man die Kappe der Diebstahlsicherung gelöst. Das hatte ich vorher nicht, weil ich dachte, Inbusschraube löst bei Cheffe Griffimpuls zum Inbus aus. War aber nicht so. Er sah aber ein, dass das Rad dennoch Luft verlor und wir entfernten erneut die Diebstahlsicherung und dann das Laufrad. Der Schlauch hatte ‘ne ziemliche Macke, erstaunlich eigentlich, dass er so langsam Luft verlor. Wie er durch den Mantel an diese Macke gekommen war, keine Ahnung. Mantel und Felgenband schienen okay zu sein.

Aber einen schönen Dialog gab es noch zwischen Cheffe und mir (weswegen ich den vorangegangenen Psalm überhaupt über Euch ergossen habe):

Cheffe: „Sind doch gute Reifen.”
Ich so: «Nee, finde ich nicht.”
Cheffe: „Wieso?”
Ich so: «Na, die Mäntel fahren sich nicht wirklich gut – und unkaputtbar?! Ich stehe schließlich jetzt hier mit einem Platten.”
Cheffe: „Musst Du kaufen nur die Marathon, also ohne Plus. Fahren sich besser, sind leichter. Und sind auch mit Panne.”

Für „sind auch mit Panne” habe ich beschlossen, ab sofort mit den Schwalbe-Mänteln versöhnt zu sein. Aber scheiße fahren sie sich trotzdem!

Verzweifelt, wenn da nur Unrecht und keine Empörung

Offener Brief des Jenaer Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Schröter an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich.

„Was jedoch noch schwerer wiegt, ist der erhebliche Vertrauensverlust vieler zivilcouragierter Bürgerinnen und Bürger in den Umgang der sächsischen Staatsanwaltschaft und (damit des Freistaates!) mit Menschen, die sich dem Rechtsextremismus mutig und friedlich in den Weg stellen.”

2011-08-17

Übersetzungsservice

Mediziner übersetzen ärztlichen Befund auf Hochdeutsch oder in eine sonstige für Laien verständliche Sprache.

2011-08-15

Gestern bin ich …

da bin ich so einer Sache begegnet: Mango lassi mit Vodka.

(Aus der Reihe: besser schweigen.)

2011-08-14

Mirabellen

der Essen & Trinken-Newsletter erzählt neulich von unzähligen Mirabellen-Rezepten und ich, die ich diese kleinen süßen Früchten liebe, posaune bei Twitter mein Entsetzen heraus, weil es diese Früchte eher selten hier in der Stadt zu kaufen gibt. Twitter wäre nicht Twitter, würde dann nicht aus vielfachen Ecken Tipps kommen, wo man dann doch zuschlagen kann und der allerbeste Tipp kam von Peggy von multikulinarisches, die wusste, „Mirabellen wachsen hier bei mir wild, komm doch Samstag pflücken.“

Gesagt, getan. Im Prinzip wohnt Peggy bei mir um die Ecke. Mitten auf der Strecke zum neuen Flughafen Schönefeld am Berliner Stadtrand. Ich könnte dort in kürzester Zeit mit der S-Bahn sein, würde Berlins S-Bahn nicht so Spinnereien veranstalten und seit der bekannten Krise völlig vergessen haben, die Linie zum Flughafen mal wieder in einem höheren Minutentakt zu betreiben, als alle 10/20-Minuten bzw. von der Linie der Ringbahn die Bahn wieder auch direkt nach Schönefeld zu schicken. So steigt man um und wartet, auf Banhöfen, auf denen ich keinen Touristen warten lassen würde. Aber det is Berlin und ich war ja gestern nicht zum meckern unterwegs, sondern zum Ernte auflesen.

Einzigartige Grandessa, die Eigentümer der relativ neuen Wohnanlage in der Peggy wohnt, hat den Leuten überall Obstbäume als Begrünung in die Vorgärten gestellt. So läuft man dort durch die Wege und zählt unterschiedliche Apfelbäume, Kirschen und Pflaumen sogar Walnussbäume und Cornellkirsch-Sträucher. Ein Paradies und ein jeder kann ernten! Nach einem ersten Kaffee sind wir dann zu einem wilden Feld gelaufen, wo wiederum Mirabellen, Brombeeren, Äpfel- und Walnussbäume warteten. Letzteres noch nicht reif und erstere in prachtvoller Menge – nur ich hatte keinen Fotoapparat dabei. Peggy pflückte die restlichen Brombeerenbestände und ich machte mich an die kleinen gelben, halb- oder ganz roten Früchte.

Gefühlte zehn Kilo später und


und die fröhlichen Brennesseln zu meinen Füßen ignorierend (das funktioniert wirklich!), ich trug Rock und blankes Bein, gingen wir fröhlich mit unserer Ernte zurück und Peggy servierte uns auf dem sonnigen Balkon eine riesige Portion Vanilleeis mit den soeben gepflückten angenehm säuerlichen Brombeeren!




So viel Eis auf einmal, habe ich auch lange nicht mehr gegessen! Letztendlich muss ich der Tatsache ins Gesicht gucken, ich habe viel zu viel geernet. Das eine Gemüsefach ist bis unter den Rand voll – die Dinger wollen schließlich entkernt werden, bevor sie zu Marmelade eingekocht werden, eingemacht werden oder einen Kuchen zu formschöner Vollendung beglücken werden. Ich bin dann jetzt mal auf Balkonien mit Tantchens Entkerner, denn leider hat der Kater meine höfliche Anfrage auf Mithilfe ebenso höflich abgelehnt.



Ich liebe den Sommer. Dankeschön Peggy!

Ach ja, die Orte, wo freies Obst für alle in Berlin wächst, kann man bei Mundraub.org finden.

2011-08-13

War ja klar …

als dann heute zwecks Mauergedenken um 12:00 Uhr mal alles schweigen sollte, also auch ich, klingelte mein Telefon und mich rief eine Freundin an. Sie ist in Russland geboren.

(Aus der Reihe: denkt Euch den Smiley!)

2011-08-12

Kleine Bitte!

Schickt Sonne, Kraft und Eure Gebete mal bitte hier hin!

Cool! Schnäppchen aus dem LaLaLand!

Der Fliege ihr Weihwasser.

(Ich muss ja bei so etwas immer an Spliff und «Amaretto ist ein geiles Zeug – ich bin schon lull und lall …», Carbonara denken.)

Stoppt die e-Card!

Neuer Banner rechts eingepflegt, es geht darum Bürger dieses Landes über den Prozess Gesundheitskarte zu informieren und natürlich zum Boykott aufzurufen. Linktipp: «Was Sie tun können, wenn Ihre Kasse ein Foto für die „Gesundheitskarte” verlangt!»

2011-08-11

Friedrichs Meinung

kurz und praktisch kommentiert bei Internet-Law.

Dass wir zunehmend unsere Politiker nicht mehr ernst nehmen können, liegt nun wahrlich nicht im Verschulden von uns Bürgern, dies bitte ich ausdrücklich zu bachten. Wir würden gerne, nur sie lassen uns nicht mehr!

Empfehlungsschreiben

Es gibt bekanntermaßen unterschiedliche Methoden Fußballspiele zu sehen. Unbestritten ungeschlagen ist dabei die Nummer im Winter im Stadion so bei -15 Grad Celsius, wenn die eigene Lieblingsmannschaft verliert und der Schmerz darüber sich elegant zu den unterkühlten Füßen sortiert und sich dort verdreifacht. Dann kann man einsam zu Hause vor dem Fernseher gucken – hat den Vorteil, dass mangels Zeugen niemand im Nachhinein über Chips- oder Bierkonsum und heimlich verdrückte Tränen öffentlich mäkeln kann. Ich fühle mich dort sehr sicher, weil ich leider immer noch nur jedes zweite Abseitstor als solches nicht frühzeitig vor dem Jubeln entdecke. Der Herr Foxxibaer ist diesen Punkt betreffend viel besser als ich! Dann gibt es die Variante gemeinsam in der ollen Lieblingskneipe gucken. Macht auch viel Spaß, weil bekanntermaßen mehrere Augen mehr sehen und der Sachverstand von einigen vielen Personen die Sache sehr viel runder macht. Gelegentlich fragt man sich zwar, ob man gerade das gleiche Spiel sieht – aber das hat nach dem 3. Wein oder dem 6. Bier einen ganz eigenen Reiz. Dieser Reiz ist übrigens noch größer, ist die versammelte Runde gar nicht für ein- und dieselbe Mannschaft. Persönlich mag ich auch sehr dieses neudeutsche Public Viewing im Freien. Dann übrigens am liebsten Fernsehmoderation aus und dafür Radiomoderation an Super! Besser geht's kaum. Außer … nun außer das Fußballspiel sehen und dann dazu die Kommentare von @Mellcolm auf Twitter zum Spiel zu lesen. Bei schlechten Spielen kann man übrigens auch abschalten und nur die Mellcolm lesen.











Nun ja, der eine oder andere Mann ist auch ganz lustig zu lesen – und somit (m)eine Empfehlung des Hauses:


2011-08-10

Ich hätte niemals gedacht, …

dass ich das jemals sagen würde zu einem Film von Woody Allen – aber sein neuer Film «Midnight in Paris» ist wirklich ganz ganz, ganz zauberhaft und wundervoll! Sinnlos und -befreit wie immer aber diese Kulisse namens Paris, diese wundervollen alten Autos, dieser Champagne Rosé im Überfluss, diese Idee, diese wundervolle Idee alle künstlerischen Größen des 20. Jahrhunderts einmal lebendig werden zu lassen und uns ordentlich mit den Fitzgeralds einen über den Durst saufen zu lassen …

… alleine um Adrian Brody (verdammt, ist dieser Kerl sex on two legs!) sagen zu hören, «Ich bin Dalí!”

Es ist ein kleiner und umso größerer Film geworden!

2011-08-09

Musik



Kommt ein neues LEÆTHER STRIP-Album im Oktober.

(via @Chaoskater)

2011-08-08

Telekom …


2011-08-07

Anonym sein ist doof!

Wissen wir. Ich finde Menschen, die agieren ohne sich zu ihrer Person zu bekennen, auch nicht so dolle. Insbesondere dann, wenn anzuzweifeln ist, ob sie dieses Tun auch ausführen würden, hätten sie gar nicht erst die Chance sich feige zu verstecken. Andererseits bin ich mir darüber im Klaren, dass Menschen zunehmend nur anonym handeln können, weil sonst unangenehme Wahrheiten gar nicht mehr ans Licht kommen könnten. Kurz: anonymes Handeln hat zwei Seiten, wie so alles. Denunzierung ist scheiße, Aufklärung mit stichhaltigen Beweisen ein Gut, dessen sich anonyme Aktivisten nicht schämen brauchen. Sie gehören geschützt!

Unser Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich möchte jetzt also, dass Schluss ist mit dem anonymen Agieren im Web. Soll er das ruhig tun. Das spricht wieder einmal mehr für die hervorstechende Internetkompetenz aller Parteien, die mit dem großen „C“ beginnen, derer wir uns so sehr schmerzlich bewusst sind. Seine Idee entstammt einer sinnlosen dummen Forderungswut in Reaktion auf das Attentat in Oslo. Das ist in sofern wieder von ganz besonderer Intelligenz geprägt, weil der Attentäter Breivik so besonders anonym im Web unterwegs war. Der Mann hatte nicht einmal anonym Riesenmengen Dünger zum Bomben basteln gekauft, denn er konnte vom Händler den Behörden gemeldet werden. Die nur nicht ermittelten! Oder nicht rechtzeitig. An der Stelle möge sich Herr Friedrich vielleicht eher einmal Gedanken über die finanzielle Existenz der ausübenden Behörden einer deutschen Exekutiven machen.

Wie dem auch sei und was auch immer kommen mag, wir, die wir Ahnung haben, sind gut darin eine Anonymität vor die große kommende Nichtanonymität einer Regierung zu installieren. Da bin ich mir sicher.

Die größte Sorge aber bereitet mir das künftige Standing von Friedrich nach seiner Forderung in seinem eigenen politischen Umfeld. Hoffentlich hat der deutsche Innenminister sein Vorhaben mit den gleichen Politikern seiner Partei abgesprochen, die damals gegen Jörg Tauss bei seinen Ermittlungen gegen Kinderpornographie im Web agiert haben und seinen politischen Tod implementiert haben. So etwas tut man nicht, ohne einen echten eigenen Grund zu haben. Eine Anonymität für Politiker im Netz wird es dann aber nicht mehr geben. Weder für das, was sie als Politiker nicht tun, noch für das, was sie als private Menschen tun. Und deswegen wird es eine echte gesetzliche Anonymität im Internet in diesem Land niemals geben. Weil sie keine Ahnung haben, aber Angst davor haben künftig nicht mehr ihre eigenen ungesetzlichen Spiele zu spielen.

Meine Sorgen sind so groß also gar nicht, dass Friedrich überhaupt nennenswerte Unterstützung von seinen eigenen Leuten erhalten wird. Und nun … schalten wir zurück ins große Sommerloch 2011!

2011-08-06

Schluss!

Malte Welding hat einen wundervollen Artikel über das Aufhören geschrieben. Und über das Anfangen.

Crosspostings

Mich nervt persönlich, wenn ich Menschen auf den unterschiedlichen Social Media-Portalen folge, die mich überall mit den gleichen Inhalten dreifach belästigen. Das nennt man Crossposting und dieser Artikel beim Internetradierer nennt fünf famose Gründe, warum man das tunlichst lassen sollte.

2011-08-05

Aha …

Juden äh ALG II-Empfänger dürfen doch wieder Lotto spielen!

Es werden ja neuerdings Urteile in deutschen Gerichten gesprochen, denen merkt man das in der Schaffung befindliche System Menschen zweiter Klasse in Deutschland doch allzu offensichtlich an. Und mich haben bei dieser ALG II-Lotto-Geschichte weniger die Urteile selber gestört als das viel zu leise Raunen in der allgemeinen Öffentlichkeit. Auch oder gerade in der deutschen Blogszene. Das sollte in Deutschland, wenn Menschen zu offensichtlich jenseits des Grundgesetzes bevormundet werden, viel viel lauter ausfallen!

So. langsam reicht's.

Die Drohung der Jobcenter

2011-08-04

In den Mühlen des Sozialstaates

Dies ist ein Gastbeitrag im Rahmen des Netzwerkes der Blogpaten von Gabriela Pichelmayer aus Wien.

Hatten Sie schon einmal einen Auto- oder Haushaltsschaden? Und mussten Sie dann um die ihnen zustehende Versicherungssumme streiten? Oder ist die Auszahlung gar abgelehnt worden, obwohl Sie jahrelang eingezahlt haben?

Ähnlich verhält es sich beim gesetzlichen Pflegegeld. Nur mit dem Unterschied, dass dieses eine Lebensnotwendigkeit impliziert. Seit man berufsunfähig geworden ist, ist die Pensionsversicherungsanstalt auch Machthaber über das Pflegegeld. Ganz sicher nimmt man staatliche Hilfe nicht gern in Anspruch. Jetzt, wo es aber so sein muss, gilt es sich zu arrangieren und zu kämpfen. Denn Gerechtigkeit, soziales Engagement und Kompetenz sind Begriffe, die der Versicherungsträger ersetzt durch Willkür, Bürokratismus und Eigennutz. Zwar könnte man sich in allen Belangen an dessen Ombudsmann wenden, hätte einem dieser nicht zu verstehen gegeben, dass er Ombudsmann der Pensionsversicherungsanstalt ist und nicht des/der Versicherten.
Man wundert sich. War man doch der Meinung, dass der Ombudsmann eine Person innerhalb einer Organisation vertritt und nicht die Organisation an sich. Aber natürlich lässt man sich auch hier gern eines Besseren belehren. Schließlich könne man sich ja auch vertrauensvoll an den Bürgermeister wenden, heißt es. Jedoch drängt sich die Frage auf: Was hat der Bürgermeister mit folgender Problematik zu tun? Nämlich mit der Einstufung des Pflegegelds.

Auszug aus dem Bundespflegegesetz: „Ziel ist es, in Form eines Beitrages pflegebedingte Mehraufwendungen pauschaliert abzudecken, um pflegebedürftigen Personen soweit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern, sowie die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen” (§ 1 Bundespflegegeldgesetz). Ein Satz, mit dem man sich anfreunden könnte, würde er der Realität entsprechen. Trotzdem traut man sich und sucht um Erhöhung an. Hat sich doch der Gesundheitszustand in den letzten zwei Jahren drastisch verschlechtert. Das Bundessozialamt erkennt, dass der Behinderungsgrad von 50% auf 70%angehoben werden muss und die Gebietskrankenkasse bewilligt einen Elektroscooter, damit Mobilität im Alltag kein Fremdwort mehr bleibt. Nur die Pensionsversicherung sieht das offensichtlich anders. Zwar kommt der Anstaltsarzt ins Haus, auch untersucht er die Körperfunktionen mehr als gründlich, wenngleich man ihm Befunde der letzten 27 Jahre vorlegt. Er spricht eine Litanei in sein Diktafon, was man alles nicht mehr selbstständig bewerkstelligen kann, und wünscht alles Gute.

Letztendlich ist man angewiesen auf eine Haushaltshilfe, denn Putzen, Kochen und Einkaufen gehört schon lange nicht mehr zur alltäglichen Bewältigung. Ein Zivildiener ist notwendig, um die außerordentlichen Erledigungen zu übernehmen und darüber hinaus werden Familienangehörige benötigt, die beim Anziehen, Essen zerkleinern, Massieren und bei der Körperpflege behilflich sind. Nichts desto weniger erhält man sechs Wochen später einen ablehnenden Bescheid.

Vielleicht wäre es zu verhindern gewesen, hätte man nicht darauf bestanden, die Klettverschlüsse der Schuhe selbst zuzumachen. Man ist nämlich froh, wenigstens das noch eigenständig zu Wege zu bringen und will sich dabei von keinem fremden Mann helfen lassen. Ein Fehler? Stellt das ein Kriterium des gesamten Pflegebedarfs dar?
Natürlich weiß man, dass Versicherungen darauf bedacht sind, die zustehenden Beträge nicht auszahlen zu müssen. Aber mit der gleichen Vorgangsweise im Pflegebedarf hat man nicht gerechnet.

Was jetzt? Man sucht Unterstützung bei der Arbeiterkammer und erhebt Klage gegen die Pensionsversicherungsanstalt. Gewiss hat man im bisherigen Leben davon Abstand genommen, die Gerichte zu bemühen. Ist man doch der festen Annahme, dass gesunder Menschenverstand genügen müsste, um zu seinem Recht zu kommen. Weit gefehlt!

Das Arbeits- und Sozialgericht erkennt jedoch die Notwendigkeit und die Erhöhung der Pflegestufe wird rechtskräftig, wenngleich die Pensionsversicherung sich nach wie vor gegen die Niederlage wehrt. Auszug aus dem neuerlichen Bescheid: „Pflegestufe 3 wird bis 31. 7. 2008 anerkannt. Der Gesundheitszustand lässt nach medizinischer Erfahrung eine Besserung erwarten, die den Wegfall (die Herabsetzung) des Pflegegeldes wahrscheinlich macht.” Das mutet sarkastisch an, durchlebte man doch die letzten 27 Jahre das genaue Gegenteil.

Wenn man davon ausgeht, dass „Erfolgserlebnisse” von Menschen mit Behinderung sich mehr oder weniger auf die Erhöhung der Pflegestufe reduzieren, so erfährt man auch zum wiederholten Mal einen Verlust in der Wertvorstellung vom sozialen Verständnis unseres Landes. Offensichtlich benötigt auch die Pensionsversicherungsanstalt bei der Abhandlung der einzelnen Versicherungsfälle dringend Hilfe, damit endlich Gerechtigkeit und Kompetenz, nicht nur Eigennutz und Willkür zum Einsatz kommen! - Die Pensionsversicherung, ein Pflegefall?

Gabriela Pichelmayer, geb. 1960, Multiple Sklerose seit 1980, Pensionsversicherungsanstalt/Vergleichsurteil vom 16.5.2007: Pflegestufe 3 befristet bis 31.7.2008 zuerkannt. Auf Grund einer wiederholten ärztlichen Untersuchung im Juli 2008, Pflegestufe 4 unbefristet zuerkannt.

2011-08-03

Gestern …

erstmals geneigt gewesen, dem Mercedesfahrer, der mich auf dem Rad, die ich soweit mir bekannt ist, das Recht habe wie alle anderen Verkehrsteilnehmer mich in einer baustellenbedingten Straßenverengung an dieser Baustelle im Nadelöhrverfahren einzuordnen und daran vorbei zu fahren, bedrängte, auf die Fresse zu hauen. Er fuhr extra dicht auf – in der Baustelle –, hupte und fuhr dann extra dicht an mir vorbei.

Wirklich, wäre die nächste Ampel nicht 500 m weit weg gewesen und hätte ich ihn an dieser Ampel noch bekommen (er gab dann natürlich extra Gas), ich hätte den aus seiner Karosse gezogen und eins mitgegeben. Ich bin die letzte Person auf diesem Planeten, die zuschlägt. Aber der hatte 100 Punkte gemacht. Arsch!

2011-08-02

Stellungnahme der Heinz Erhardt-Erbengemeinschaft

zu der aktuellen Abmahnwelle ausgelöst durch den Lappan-Verlag:

Liebe Heinz Erhardt-Freunde,

wir, die Heinz Erhardt Erbengemeinschaft, möchten zu den jüngsten Entwicklungen Stellung beziehen und auf Eure Anmerkungen reagieren: Wir haben mit den rechtlichen Schritten, die gegen einige Zitatverwender vorgenommen wurden, rein gar nichts zu tun. Akteur sind nicht wir, sondern der Lappan Verlag, der auch die Rechte besitzt. Wir wurden über das Vorgehen nicht informiert und möchten uns an dieser Stelle davon distanzieren. Wir hoffen sehr, dass es nicht zu weiteren Unannehmlichkeiten kommt.

Herzliche Grüße
Die Heinz Erhardt Erbengemeinschaft


Man beachte das zum Text ausgewählte Foto!

Schön!

Bin jetzt offensichtlich in einem Alter in dem ich hinsichtlich Tena-Testprodukte gespammt werde. Werde die Zeichen der Zeit dankend annehmen und mich mal wieder mit Beckenbodengymnastik beschäftigen …

2011-08-01

„Sie haben eine gute Aura …“

… sagt heute die knappe zwei Köpfe kleinere junge Frau zu mir am Savignyplatz in Begleitung einer weiteren jungen Dame. „Sie haben gutes Licht aber sie hatten die letzen Jahre eine schwere Zeit …“, spricht sie weiter und fragt mich, ob sie mir weiter meine Aura weissagen soll. Ich lehne dankend ab, auch als sie mir erklärt, sie würde das für mich heute kostenlos machen. Ich will immer noch nicht, obwohl ich sie ganz sympathisch finde. Sie kann das gut, einem offen in die Augen blicken und Mut machen. Dann fragt sie mich, ob ich ein paar Euros habe für sie, sie würde auch für mich um Gutes beten. Ich suche in der Tasche nach Geld, wohlweislich bemüht nicht das Portemonnaie rauszuholen, denn man kennt die Geschichten ja und frage sie, woher sie denn käme? Die Frage ist vielleicht unhöflich, aber sie spricht recht gutes Deutsch sieht aber nicht danach aus und seien wir ehrlich, als Handleserinnen arbeiten nun mal die wenigsten Deutschen auf der Straße. „Griechenland“, sagt sie. Ich denke an Kaffeesatz. Ihre Begleitung guckt mich böse an. Dann gebe ich ihnen ein paar Cent und meine, sie bräuchte nicht für mich beten. Und denke bei mir, mir reicht schon, wenn Du mich nicht verfluchst.

Manchmal kann ich mein Misstrauen nicht leiden. Überhaupt nicht.