2009-05-31

Das Ding beim Namen nennen …

Fröhliche Pfingsten!

[…] acht Milliarden Menschen feiern in der Hauptstadt 60 Jahre ein Papier, das man im 61. kaum noch wiedererkennen wird, wenn es so weitergeht. (Deswegen schreibt man das von altersher auch besser auf Steintafeln.)

Meister kid37 eben.

2009-05-30

Handelabenteuer

Ich habe ein besonderes Talent: Sonnenbrille verlieren (wie andere Leute Regenschirme) und Sonnenbrille schreddern (wie andere Leute Stoßstangen). Neulich wieder meine letzte 9.99 € (ich weiß schon, warum mir nur noch solche Teile ins Haus kommen) aus-der-Dogerie-Brille gekillt, heute im Supermarkt wieder so ein 08/15-Modell gegriffen (ich brauche sie nicht mal mehr aufsetzen, denn die Auswahl der „Ich-bin-keine-Puck-die-Stubenfliege“-Brillen ist ja pro Ständer auf maximal zwei Modelle pro Saison beschränkt) gegriffen. 9,99 € bezahlt, nach Hause getragen, da festgestellt, dass das irre Plastikteil am Rahmen doch mit einem Extra-Schlüssel abgemacht werden möchte.

Geseufzt.

Beim nächsten Gang aus dem Haus 10 Minuten später noch mal am Supermarkt vorbei gefahren, mich an die Kasse gestellt und der Kassiererin gesagt, dass ich das Plastik-don't-steal-me-Dingens ohne Hilfsutensil nicht abbekomme. Guckt sie mich komisch an, zieht das Ding mit offensichtlicher Gewalt vom Rahmen, gibt sie mir zurück und grinst etwas suffisant. „Wir haben dafür keine Schlüssel.“

Nehme ich die Brille entgegen, entferne mich zwei Schritte von der Kasse, gucke mir die Brille an, den Kratzer auf dem Bügel, der weiß ist ungefähr dort, wo diese Plastiksicherung auf ehemals schwarzem Metall saß und gucke mir an, wie der Bügel nur noch auf halb Neun in der Verankerung sitzt. Drehe mich um, halte ihr die Brille hin und gucke auch mal testweise suffisant, meine dabei „Die können Sie jetzt gerne wieder haben, vielleicht in Zukunft doch mal nach dem Schlüssel gucken?“

Dann fragte Sie mich, ob ich den Bon dabei hätte – das war der Moment indem ich sie gefragt habe, ob ich ihr jetzt doch mit dem nackten Hintern ins Gesicht springen soll?

Und das war nur das letzte sehr komische Erlebnis im deutschen Handel, diese Woche. Da war noch die Nummer bei Monochrom „Haben Sie diesen sündhaft teuren Fotoequipmentrucksack auch in der einen Nummer kleiner? (Sie haben den dort üblicherweise, ich weiß das.) Antwort: „Nein.“ Auf ein „Aber wenn Sie möchten, kann ich Ihnen den gerne bestellen.“, habe ich zehn Minuten lang gewartet, ich habe die Verkäuferin auch lange angeguckt, freundlich angeguckt, dann komisch angeguckt. Ich hatte keine Lust ihr den Satz zu soufflieren, ich stand in dem Laden war bereit mehr dafür auszugeben als online, war bereit zu warten, war bereit noch einmal wiederzukommen. Dann bin ich gegangen und habe das Geld Amazon in den Hals geschmissen.

Und auch das war noch nicht alles … sollen sie doch alle Pleite gehen in ihrer strunzdummen Unfähigkeit, den Kunden als den zu erkennen, der ihnen ihr Einkommen sichert.

Frühlingshaftes



2009-05-29

Scientology

da gibt es noch Menschen und Regierungen mit Hirn und Rückgrat:

Wikipedia verbannt Scientology-Artikel wegen jahrelanger Manipulation.

Frankreich droht Scientology mit Auflösung.

Angekommen …

Ihr erinnert Euch sicherlich an den Spendenaufruf neulich hier im Blog für Christiane? Das Geld, viel Geld, ist angekommen und hat ihr, wie sie selbst schreibt, bei den Beerdigungskosten sehr geholfen. Ihr Mann, Patrick, ist am 15.5.2009 eingeschlafen, sie hat seine Asche seinem Wunsch gemäß in den Bergen verstreut.

Vielen Dank an alle, die von hier aus mitgeholfen haben!

2009-05-28

Keine Wahlempfehlung

spricht netzpolitik.org aus. Meine Leseempfehlung der Woche.

Augen auf beim Krankenkassenmarketing

Eure Krankenkassen, die eine früher, die andere später, werden Euch in der nahen Zukunft als besondere Leistung verkaufen wollen, für Euch einen Arzt in Eurer Nähe zu finden, bei dem ihr einen schnellen Termin und diesen ohne jegliche Wartezeit bekommt. Dies wird Euch verkauft werden als besonderer „Privatpatientenservice“ für Euch, die Ihr nur Kassenpatienten seid.

Der Hintergrund diese besonderen Geschenkes der Kassen an Euch ist ein betriebswirtschaftlicher. Sie schließen Verträge mit Ärzten im regionalen Umfeld ab, müssen dafür insgesamt weniger zahlen weil sie ein gewisses Spektrum der Behandlung definieren und beispielsweise Kosten für Transportgebühren wegfallen. Der Arzt oder das Ärztezentrum erhält dafür das sichere Brot der ihm von der Kasse zugewiesenen Patienten. Dieser Arzt hat wiederum ein sehr großes Interesse daran, Euch eine Behandlung zukommen zu lassen, die dem Wertemodell Eurer Krankenkasse entspricht. Er wird auch ein Interesse daran haben, Euch nur an Kollegen zu überweisen, der/die von Eurer Kasse auch nach gleichem Modell honoriert werden, denn das wird Vertragsbestandteil zwischen ihm und Eurer Krankenkasse sein. Er wird praktischerweise nur Medikamente oder Heilbehandlungen verschreiben, die die Kasse von vorneherein als bezahlungswürdig ansieht. Euch wiederum wird die Krankenkasse mit besonderen Bonuszahlungen ködern, wenn Ihr Euch auf dieses neue Modell der Arztzuweisung einlasst.

An dieser Stelle möchte ich auf ein sehr besonderes Gut hinweisen, das in Deutschland existiert und weswegen viele Patienten in anderen Ländern und Kontinenten auf uns deutsche Patienten sehr neidisch sind: Das Modell der freien Arztwahl.

Und genau diese freie Arztwahl wird mit diesem Modell seitens Eurer Krankenkasse hintenrum ausgehebelt. Und glaubt mir, auch wenn Ihr Euch jetzt mit dem Thema noch nicht beschäftigen müsst oder wollt, Ihr werdet das nicht wollen in Eurer Zukunft: zu einem Arzt gehen müssen, der zwar günstiger ist für die Kasse, Euch aber unter Umständen nicht mehr die Behandlung mehr zukommen lassen kann, weil ihm Verträge mit den Vertragspartnern eine für Euch wichtige individuelle Therapie schlicht nicht mehr gestattet. Auch bedeutet es nicht automatisch, dass ein Arzt qualitativ ein besonders guter Arzt sein muss, nur weil Eure Kasse ihn zu einem ihrer Vertragsärzte macht.

Lasst von solchen Modellen bloß die Finger! Werft Euer Recht auf freie Arztwahl nicht für ein paar Kröten mehr weg! Eine für die Krankenkasse günstige Behandlung kann eine sehr gute sein, sie muss es aber nicht zwangsläufig. Denn Eure Gesundheit ist so individuell wie Ihr das seid. Und Ihr solltet immer Euch das Recht herausnehmen zu dürfen, Euren Arzt gegen einen mit mehr Kompetenz oder auch nur Interesse an Euch als Patient auszutauschen.

Unter Umständen ist der Facharzt mit langen Wartezeiten und vollem Wartezimmer doch der bessere Facharzt für Eure Krankheit. Und unter Umständen lohnt es sich auch für einen guten Arzt drei Bezirke, in die nächste Stadt oder aber auch ins nächste Bundesland zu fahren. Daher solltet Ihr Euch niemals in Eurem Recht auf freie Arztwahl von Eurer Kasse beschneiden! Und derartige Offerten Eurer Kasse freundlich aber bestimmt ablehnen.

2009-05-27

Tststs …

Eine alte Dame sitzt in ihrem Schaukelstuhl auf der Veranda, als plötzlich eine gute Fee erscheint und ihr die Erfüllung von drei Wünschen gewährt.

Als erstes wünscht die alte Dame wieder jung und schön zu sein. Die Fee wedelt ein wenig mit ihrem Stab und im Schaukelstuhl sitzt ein schönes, junges Mädchen.

Als zweites wünscht sich die Dame ein Schweizer Bankkonto mit zehn Millionen Franken darauf. Die Fee wedelt mit ihrem Stab und überreicht ihr einen Kontoauszug.

Während die Dame über ihrem dritten Wunsch grübelt, fällt ihr Blick auf ihren Kater, der zu ihren Füßen sitzt, und sie wünscht sich, dass die Fee das Tier in einen Prinzen verwandelt, welcher der wahre und einzige Mann ihres Lebens sein soll.

Die Fee wedelt ein letztes Mal mit dem Zauberstab und verschwindet. Vor der Dame steht der schönste Mann, den sie jemals erblickt hat. Ihr Herz beginnt wild zu pochen, als der wunderbare Jüngling ihre Hände in die seinen nimmt und seinen Kopf zärtlich zu dem ihren herabneigt, glaubt sie doch, er würde sie jetzt küssen. Doch stattdessen flüstert er ihr ins Ohr: “Na, tut es dir jetzt leid, dass du mich letzte Woche hast kastrieren lassen…?!”

Von Frau Syberia in den Kommentare des Taubenvergrämers

2009-05-26

Und dann …

war da noch der Fotograf und sein letztes Foto …

Ich hatte schon Sorge …

Aber …

jetzt doch mal im Ernst! Wie kann man jemanden für Rostbratwurst Reklame machen, der bewiesenermaßen schon mehrfach an einem Penis-Bruch laborierte?

Äh …

liest hier zufällig ein spendables deutsches Food-Magazin mit, das mir einen Ausflug zur blogHer food im September nach San Franzisco spendieren möchte? Ausführliches berichten und fotografieren von vor Ort wird garantiert geliefert, online und meinethalben später auch noch mal offline für die Printversion.

Ja, ich bin in diesem Punkt käuflich, fürchte ich! (Und zwecks blogher auch ziemlich weiblich). Dafür bin ich aber im über Food, Essen und Trinken und Blogger schreiben und fotografieren gut!

Also nur falls sich bei Euch in den Redaktionen niemand finden sollte …

2009-05-25

Wortfolter

(schlimmes Überangebot nach vier Tagen krank im Bett an TV-Variationen:)

Beautyfood

Nun gut,

das war also mindestens eine Meerschweinchengrippe wenn nicht eine ausgewachsene Zwergwildschweingrippe. Hatte ich lange nicht mehr, so einen kapitalen mir-nichts-dir-nichts-Umstürzer in die Horizontale, nachdem ich jetzt am vierten Tag betont langsam wieder den Kopf frei kriege. Mensch, ich hatte nicht mal mehr Zeit an ein „Hühnersuppe wäre jetzt gut!“ überhaupt noch zu denken, geschweige denn welche zu machen.

So ganz subjektiv sind mir solche Ausfälle im Winter deutlich angenehmer als im Sommer. Sonne ist ja wohl das Letzte, was man bei so ‘ner bronchialnasalen Gonzo-Aktion braucht. Und nun gehe ich gleich noch die ärztliche Wirtschaft anregen, denn Ohrenschmerzen braucht auch kein Mensch. Ganz evil, hatte ich ewig nicht, brauche ich nicht, will ich auch nicht. Und so was von „thanks heaven“ dass ich diese Woche nicht fliegen muss.

Vielen lieben Dank an Frau Generator für die Care-Versorgung! Und merci für Eure guten Wünsche!

2009-05-21

Ich glaube …

ich habe jetzt auch dieses Schweinedingsda …

2009-05-20

Happy Birthday, Großer!



Und werde wieder ganz gesund!

2009-05-19

Letzte Gelegenheit zum bewerben

heute als Tester/in für die neue Pentax. Morgen hat zuerst mein Bruder Geburtstag, dann ist Pentax-Tag. In der Hauptsache hat aber mein Bruder Geburtstag.

Bin ‘nen bisschen doll uffjerecht.

Es gibt ja Leute,

die können mit Helge Schneider nichts anfangen. Dazu gehöre ich überhaupt nicht. Ich kann auf seinen Witz. Nicht immer übrigens. Würde er, vermute ich, aber auch gar nicht wollen. Dafür ist sein Spektrum nämlich doch erstaunlich weit im schräg sein. Vorhin hat er in irgendeinem Programm nach einer irgendwie launigen Laudatio von Hape Kerkeling, mit dem ich wiederum nicht so viel anfangen kann (ich glaube, das letzte Mal habe ich über den als Königin Beatrix lachen können) und so 'ner Vasenübergabe nach den stehenden Ovationen (haben 'se jemerkt, wie icke im Deutschen jeblieben bin? War schwierich!) einen schönen Satz gesagt:

„Ich bin ja nicht politisch. Obwohl das ist ja auch fast wieder politisch. Auf jeden Fall mehr politisch als so manch einer das ist, der Politik macht.“

Den Satz hat im Publikum keiner verstanden. Oder doch. Jedenfalls wurde nicht gelacht. Obwohl sonst bei jedem seiner Sätze gelacht wurde. Auch bei den nicht so witzigen. Ich habe gelacht, laut. Mit leicht sarkastisch-bitterem Unterlachen.

Nu blogger er wieder …

jott sei dank!

2009-05-18

Balkonien 2009

Heute habe ich den letzten Sack alte Erde zum Biomüll getragen. Morgen folgen die letzten Reinigungsmaßnahmen, dann sollte mein/unser Balkonglück für dieses Jahr erst mal perfekt sein. Ein bisschen blüht schon was. Wollt Ihr mal gucken? Die Akelei hatte so ein grandioses Blau …



Das Basilikum blüht ebenfalls momentan, Lippblüter, wunderschöne Blüten die kein Ende nehmen wollen ist direkt gesetzt neben einer der drei Tomaten …







Hier die Tomaten (ich muss ja vorlegen, wegen dem Tomaten-Photo-Contest). Tomaten sind übrigens wirklich schwer zu fotografieren, egal ob nur das Grün oder die Früchte – also fangt schon mal an zu üben.





Und Obst werde ich dieses Jahr wieder haben, Erdbeeren







Und meine allerersten Stachelbeeren auf dem Balkon überhaupt, hier noch als Blüte:



hier als ein erster Beeren-Entwurf:



Dank dem kleinen Freund auch wieder von Läusen befreit:



Die Glockenblume kommt auch gerade wieder (die blüht irgendwie bei mir das ganz Jahr hindurch) und kuschelt jetzt mit dem Lavendel





oder schmiegt sich an den Salbei. Der Thymianwald wächst auch …



Diese Welt ist doch bonfortinös! (Fotos übrigens alle mit dem Pentax FA 2.8, 35 mm Limited gemacht.)

Gerade beim Versuch

das neue Bügeleisen mit Milchkaffee zu bespritzen (es zischte vor Empörung) auf die Frage gekommen, was es für Auswirkungen es wohl auf den Bügelstyle haben könnte, würde man es anstatt mit Wasser mit ‘ner Caipirinha befüllen?

92% aller Deutschen …



Kampf um die Meinungshoheit

Was ich übrigens kommenden Samstag mache …

egal, ob es regnet oder schneit: Flashmobben. Das Grundgesetz lesen! In Berlin, am 23.5.2009 um 13:00 Uhr (geänderter Sonderanfangstermin, weil die TV-Sender in der Stadt nur sehr wenige Kameras haben, die sie um 14:00 Uhr lieber auf Bundesversammlungen halten). Im übrigen Bundesgebiet könnt Ihr auch lesen, dann gegen 14:00 Uhr. Das Grundgesetz ausdrucken könnt Ihr hier. Laut gelesen werden sollen mindestens die Artikel 5, 8, 10, 19 GG

Organisiert ist das Ganze von Mogis – MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren. Den Organisator Christian Bahls kennt Ihr schon aus dem Zeit-Interview. Hintergrund zum Flashmob ist natürlich Zensursula, die mit ihren DNS-Speeren an den im Grundgesetz verankerten Fundamenten knabbert und der 60. Geburtstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, dem es noch nie so an den Kragen ging, wie in dieser Zeit unter dieser Regierung.

In Berlin passiert es übrigens am Washingtonplatz (rückseitig vom Hauptbahnhof gelegen) während zur gleichen Zeit gegenüber im Regierungsviertel die Bundesversammlung versucht sich auf einen alten Bundespräsidenten oder eine neue Bundespräsidentin zu einigen. Verlinken! Bitte!

Sehr lesenswert: Molochos‘ Omegahuhn Sixtus hat auch gut geschrieben: Politischer Missbrauch des Missbrauchs

2009-05-17

Und ganz nett wäre übrigens auch …

wenn sich nicht jede aber auch wirklich jede Minitaturfliege ständig in einem meiner Getränke ertränken würde.

Nachher heißt es wieder, ich trinke zu wenig!

Übrigens …

ziehe ich mir nicht das neue Kaltspiel-Album. Nicht mal für lau. Irgendwelche Tankstellen-Supermarkt-Elektromarkt-Kleidungsgeschäfte-MP3-Player-mit-Telefonierfunktion-in-U-Bahnen werden mich eh noch zum abwinken damit quälen.

Eric Hobsbawm

Sozialhistoriker und Philosoph, 92 Jahre alt, erlebt gerade ein wirtschaftliches Déja vu.

«Der Mensch hat ein unglaublich kurzes Gedächtnis. Wir Historiker schreiben die Verbrechen und den Wahnsinn der Menschheit auf, wir erinnern an das, was viele Menschen vergessen wollen. Aber fast nichts wird aus der Geschichte gelernt. Das rächt sich nun. In den letzten 30, 40 Jahren wurde eine rationale Analyse des Kapitalismus systematisch verweigert.»

Das interessante Interview mit der Überschrift «Es wird Blut fließen, viel Blut» bei stern-online.

Wir Kunden wollen gar nicht immer geizig sein.

Auf meinem Balkon verhielt es sich dieses Jahr leider nicht anders, wie auf anderen Balkonen oder in den Gärten. Der strenge Winter hatte vielen Pflanzen den Garaus gemacht. Bei mir hieß das u.a. Kletterrose tot und vier Clematispflanzen tot. Eine einzige hatte überlebt und treibt fröhlich allerdings nur aus neuen Seitentrieben vor sich hin. Bemerkenswerterweise die, die ich letztes Jahr halb tot für € 1,99 aus einem seine Verkaufsware nicht gießenden Discounter rettete, bedankt sich so entschlossen. Sie hatte allerdings auch an der Hauswand überwintern dürfen wie eine zweite auch, die es trotzdem leider nicht geschafft hatte.

Also musste Nachschub her. Nun schmerzt es mich zum Glück dieses Jahr finanziell nicht so sehr, wie es das letztes Jahr getan hätte (für beide Varianten bin ich sehr dankbar, also für die, dass die Pflanzen letztes Jahr nicht die Grätsche gemacht haben und es mir dieses Jahr deutlich besser geht auf dieser Ebene) und im April hatte ich auf dem Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten schon eine Clematis vom Clematis-Westphal-Stand mitgenommen. Die Clematis Yukiokoshi musste mit, schon alleine dank ihres verwegenen Namens. Sie beginnt gerade zu blühen. Bei Westphal kauft man keine Clematis ohne ausführliche Rückschnittanleitung. Niemand hat so eine große Anzahl von Clematis-Züchtungen. Und niemand züchtet so gut, wie Clematis-Westphal, denen merkt man auf den Ständen immer ihre Leidenschaft an. Also habe ich dieses Mal mir mit einer Tasse Kaffee etwas Muße genommen und dort vier Pflanzen bestellt. Was mir auffiel: die geben noch Skonto bei schneller Bezahlung, was ich sehr rührend fand. Denn Skonto ist ja auch so etwas, was komplett aus der Mode gekommen ist.

Freitag sind dann die vier Pflanzen angekommen, gestern habe ich überwiesen. Ich hatte das Skonto schon ausgerechnet, da fiel mein Blick auf die Versandkosten von € 4,50 und ich erinnerte mich an den über 1 m langen Pappkarton mit professionellen Halteeinlagen und hatte das dumme Gefühl, dass die doch eigentlich beim Versand drauf zahlen müssen. Und habe in der Folge den kompletten Betrag ohne Abzug angewiesen.

Und seit Wochen überlege ich, wie und ob man nicht eine Spendenaktion für deutsche Milchbauern machen könnte, deren Erlös direkt und nur (!) den deutschen Milchbauern zu Gute kommt. Denn als Kunde mit Herz&Verstand bin ich persönlich überhaupt nicht damit einverstanden, was die Discounter mit den Milchpreisen machen. Wir können nicht unsere Landwirtschaft ausbluten lassen, bis alle aufgeben und wir die Milch nur noch aus China importieren können: dann haben wir nämlich ein echtes Problem.

Ich denke, mir würde die Milch besser schmecken, wenn sie 20 Cent mehr kosten würde und ich wüsste, das Geld kommt auch dort an, wo sich der Bauer ggf. den Tierarzt nicht mehr leisten kann. Denn in der Produktion von Milch, Käse und Butter sind auch Tiere involviert. Wir könnten und sollten ein Interesse daran haben, dass es ihnen gut geht – und den Menschen, die sie zu versorgen haben.

2009-05-14

Wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht …

Du lebst in einem fremden Land, Dein Mann ist gerade aus dem Krankenhaus zum Sterben nach Hause gekommen und die eintrudelnden Rechnungen zeigen Dir urplötzlich, dass nichts ist, wie Du geglaubt hast es sein sollte.

Christiane erlebt gerade diesen Albtraum, ein paar Euro Unterstützung könnten ihr im Moment mehr als helfen, ihr wenigstens die eine Sorge ein klein wenig zu verringern. Über die andere schwere Zeit, die ihr und ihrem Mann jetzt bevor steht, will ich gar nicht nachdenken müssen! Renate Blaes die Herausgeberin und Autorin der Kunterbunten Katzenbücher) hat für Christiane eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Renate hat mich in der Zeit als es mir in der Trauer um meine Mutter nicht gut ging (wie viele andere meiner Blogleser aber auch) unglaublich liebevoll unterstützt und daher weiß ich, dass sie in dieser Spendenaktion wirklich untadelig agieren wird.

Wer nicht einfach so spenden möchte, Christiane ist Autorin des Buches „Zwischen Boule und Betten machen“. Eine Bestellung hilft auch. Igendeinen Frankophilen hat man doch immer in der Familie, der sich über so eine Urlaubslektüre freuen würde.

Danke!

Das muss man verstehen …

den kleinen Krankenkassen geht es ja gerade so schlecht. Und da haben sie sich wohl gedacht, was die große DAK kann, kann ich schon lange … „Krankenkassen verkauften offensichtlich Patienten-Daten“.

Was muss man rauchen …

um sich das ernsthaft antun zu wollen?

2009-05-13

Ich habe mich verunselbstständigt



Früher als ich noch sehr jung war, meine erste eigene Wohnung hatte und alles immer perfekt und schön sein sollte und ich offensichtlich sonst keine Hobbies hatte, da habe ich sehr gerne gebügelt. Damals habe ich sogar Geschirrhandtücher gebügelt.

Heute finde ich, wer Geschirrhandtücher bügelt, gehört dringend in Therapie. Aber heute bin ich ja auch viel älter, ergo kann ich nicht mehr so viel Lebenszeit auf Bügeln verschwenden und finde sowieso, dass das Bügeln nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Das Interesse an der dritten Wohnung ist mittlerweile gesunken. Als Hobby habe ich das „den Keilriemen auf das Waschmaschinenlaufrad ziehen“ entdeckt. Man muss sich auch im Haushalt weiterentwickeln. Und in den Hobbies.

Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären Einleitung sagen wollte: Bügeln finde ich doof! Deswegen habe ich in der letzten Zeit – natürlich völlig unbewusst – immer wieder das mittelalte schicke transparency-black Bügeleisen von Tchibo vom Bügelbrett geschmissen, was mir ein neues Hobby einbrachte: Plastikteilchen puzzlen. Puzzles fand ich schon als Kind frühzeitig wenig spannend und wird daher auch nie zu einem meiner Hobbies. Nicht ordnungsgemäß zusammen gepuzzelte Plastikdampfbügeleisen verursachen übrigens Wasserpfützen. Ungefähr da, wo das Stromkabel aus dem Gerät läuft. Auch das findet creezy doof! creezy hat irgendwann gehört, Strom und Wasser sind zusammen losgelassen gelegentlich schlecht drauf und daraufhin hat sie eine gesunde Strom-Wasserphobie entwickelt. Ich nehme seitdem auch meinen Lieblingsfön nicht mehr mit zum Baden.

Außerdem ist bei dem Bügeleisen mittlerweile die Laufsohle so angelaufen von meinen versehentlich für das Material zu heiß gebügelten Stoffen (meine Lieblingsblusen, -tops zu versengen, finde ich übrigens auch richtig doof!), dass es Rückstände hinterlässt auf weißem Stoff, den man heißer bügeln muss. Nein, die üblichen Reinigungsutensilien wollten keine Lösung bringen, außer dass sie die Dampflöcher von der anderen Seite her verstopften. Wie findet creezy das? Doof!

Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären zweiten Einleitung sagen wollte: mein Bügel-Karma ist echt ein ganz beschissenes! (Pardon my french!) Und zur Bekämpfung dachte ich mir, ein neues Bügeleisen perfekt auf Ying und Yang abgestimmt (Amazon-Rezensionen), könnte Abhilfe schaffen und frische Bügelfreude in mein trübseliges Bügelleben bringen. Dabei fiel mir auf, dass ich in letzter Zeit tatsächlich kaum noch ein Produkt über 50,– Euro erstanden bekomme – ohne zu fragen, was Amazon-Rezensenten von meinem geplanten Neukauf halten. Was mich direkt selbstkritisch zum Titel dieses Blogsposts führte. Andererseits mir die Augen dafür geöffnet hat, was für unterschiedliche Ansprüche Menschen an ein Bügeleisen stellen. Man könnte meinen, Bügeln sei die individuellste Erfindung des Menschen direkt nach der Festlegung der Reihenfolge der Morgenhygiene.

Wie es sich für eine ordentliche Mac-Userin gehört, habe ich die Auspackzeremonie vom Bügel-Testsieger fotografiert. Sagt bitte anständig „Ahhh!“ und „Ohhh!“ zu meinem windschnittigen neuen transparency-flieder-grauen Bügeleisen mit ganz vielen Dampfsommersprossen in der Laufsohle und wünscht ihm Glück und allzeit eine gesunde Flugbahn – und was es sonst noch so bei mir gebrauchen kann!



Ein Glück, dass ich gestern Geschirrhandtücher gewaschen habe!

2009-05-11

Sagt nix!

2009-05-10

Torten sind evil!



Noch mehr so nette Comics von Steffen Gumpert: SÜSSES und SAURES

2009-05-09

Wums – grünes Domino!



Netter Spot, kann man nicht anders sagen.

Pflanzenlieferung

Nachhilfe für politische Eminenzen

Don Dahlmann erklärt den Politikern insbesondere noch einmal sehr genau, warum deren aktuelle Ideen zur Vermeidung von Kinderporno auf das Internet bezogen denkbar schlecht, zu schnell gestrickt und vor allem – und das ist die eigentliche Tragik – völlig kontraproduktiv hinsichtlich der Vermeidung künftiger Opfer sind.

1. Es geht darum, dass Filterlisten eingerichtet werden. Filterlisten sind wie ein Vorhang, der die eigentliche Tat bedeckt.

2. Es geht darum, dass die Filterliste von einer Polizeibehörde erstellt wird, die keinerlei parlamentarischer oder juristischer Kontrolle unterliegt.

3. Es geht darum, dass die IP-Adresse derjenigen an das BKA sofort übermittellt werden, die auf die Stoppseiten gelangen. Es wird also kein Unterschied mehr gemacht, ob man jemand auf Grund einer Spammail, einer nicht erkennbaren Kurz-URL oder bewusst auf diese Seite geraten ist.

Und Florian Spitzohr hat diesen wundervollen Lego-„So funktionieren DNS-Sperren“-Film gemacht



Noch Fragen? Nach dieser Erklärung? Die Leute, die gegen Domain-Name-System-Sperren sind, wollen sehr wohl, dass die Verbreitung von Kinderpornografie im Web verhindert wird. Wir möchten aber, dass sie wirklich verhindert wird. Und nicht nur angedeutet verhindert, weil die ergriffenen Maßnahmen die Leute, die vorsätzlich Kinderpornografie verbreiten und aus dem Web ziehen, technisch lässig in der Lage sind solche Sperren zu umgehen. Die zucken doch nicht mal mit den Augen dabei.

Alles was Politiker in diesen Tagen von sich gegeben haben (insbesondere v. Gutenberg) zu diesem Thema, muss ein Schlag in die Gesichter aller Menschen sein, die missbraucht wurden als Kind, heute dagegen kämpfen und wirklich Ahnung haben, wie Kinderpornografie betrieben und verbreitet wird. Warum weigern sich Politiker so stringent auf diese Menschen hören, die nun wirklich Fachkompetenz besitzen?

Ich frage mich zunehmend, warum weigern sich Politiker so vehement Kinderpornografie tatsächlich mit den richtigen Mitteln zu bekämpfen? Was hindert sie eigentlich daran?

2009-05-08

Die neue Pentax testen!

Am 20. Mai 2009 (übrigens der Geburtstag von meinem Bruderherz) wird Pentax ihr neues und bei uns Pentax-Photographen immens heiß erwartetes nigelnagelneues DSLR-Flaggschiff vorstellen. Und au man, ich bin uffjerecht! Denn jetzt mal ganz ehrlich, die istDs habe ich jetzt gut ausgereizt und das eine oder andere Megapixel mehr könnte ich wirklich vertragen und AntiShake und so ein knackiges wasserdichtes Gehäuse … Features, die sie garantiert haben wird aus ganz logischen Gründen: weil's die Vorgängermodelle alle schon haben. Aber was munkelt man nicht alles in den Foren, was die Neue bringen soll: ein schwarzes Gehäuse (ohne Aufpreis), einen echten Sucher, möglicherweise sogar einen internen Blitz, sie soll mit einem Sensor on Board kommen und – jetzt haltet Euch fest – sie soll direkt gleich und sofort, stante pede Farbfotos auf eine Speicherkarte speichern können! Ganz wilde Spekulanten lassen durchblicken, sie glauben sogar daran, dass sie auch Mäusekino in Echtzeit können wird.

Aber das allerspannendste Feature ist, sie hat neben den üblichen Motivprogrammen endlich auch eine Tomaten-Automatik integriert. (Danke an Ned Bunnell für den Spaß!)

Gut Tomaten fotografieren, das konnte meine Pentax schon immer – aber ich kann ja auch mit Tomaten, das können die bei Canon und Nikon definitiv nicht!



Und nun, weil ich ja ‘ne Jeneröse bin, gebe ich Euch jetzt mal einen Tipp: wenn Ihr ein bisschen fotografieren könnt und ordentlich einen auf Web 2.0 machen könnt, dann könnt Ihr Euch hier jetzt als Pentax-Kamera-Tester bewerben.

Wünscht mir viel Glück, ich wünsche es Euch auch!

2009-05-07

Wunnevoll!

Der CSU-Wackeldackel!

ePetition

Thomas Knüwer schreibt im Handelsblatt über die ePetition zu den geplanten Internetsperren und das macht er sehr anschaulich und gut. Sascha Lobo hat die Initiatorin Franziska Heine interviewt.

Gezeichnet haben jetzt schon knapp 44.000 Menschen, die ePetition, ich war irgendwo in den 3.000ern, die Petetion steht seit Montag erst online. Sie wird die notwendigen 50.000 Zeichner sehr wahrscheinlich heute, spätestens morgen schaffen – und das ist ein Zeichen.

Und beeindruckt hat mich gestern der offene Brief von „Trotz Allem e.V.“ zur Gesetzesvorlage für Internetsperren. „Trotz Allem e.V.“ ist eine Beratungsstelle für Frauen, die sexualisierte Gewalt in der Kindheit erlebt haben und in dem Brief wird deutlich die Angst beschrieben, die diese „Profis“ im Umgang mit dem Thema mit dieser Gesetzesvorlage befürchten, nämlich: eine erneute Tabuisierung des Themas. Gleichzeitig werden in diesem Schreiben reale und sinnvolle Vorschläge gemacht, wie man man dem Thema Kinderpornographie in Deutschland begegnen sollte, um sie in Zukunft zu vermeiden – mit einer sehr deutlichen Aussage: „Internetseiten sperren heißt Täterschutz!“

2009-05-06

Verhonepiepeln kann ich mich auch alleine …

Ab und an die Woche muss ich meinen Arbeitsweg von Rad auf S-Bahn und Bus bis zu einem Flugzeug ausdehnen. Dann treffe ich mich mit Kollegen sehr sehr früh morgens an einem der x-beliebigen Gates der Fluggesellschaften am Flughafen Tegel. Das Bedürfnis nach Kaffee so kurz vor‘m Aufstehen ist ein erstaunlich hohes und sich seinen Kaffee selber in der Thermoskanne mitbringen, das darf man ja neuerdings nicht mehr bei dieser Form der Reisetätigkeit, weil sie nämlich nicht in 1-L-Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss passt.

Das kann man sinnvoll finden oder darüber streiten. Die Wahrscheinlichkeit zum Streit um diese Uhrzeit liegt näher.

Wenig streiten muss man sich in den Gates, die von der Lufthansa betrieben werden. Das Zeitungsangebot dort ist etwas alltäglich und ziemlich Tagespresse orientiert. Und ich habe noch nicht begriffen, warum mich die Fernseher in den Gates (bei allen Fluggesellschaften) neben Nachrichtenbanner mit so überflüssigen Börsen-PiPaPo bombardieren, würde ich zu dieser Zeit zur Einstimmung doch lieber einen der lustigen Hollywood-Flugkatastrophenfilme gucken, in denen sich die Stewardessen immer so schön echauffieren, dabei nie Probleme mit ihrem MakeUp haben, der Böse garantiert stirbt und die Guten alle gerettet werden. Das wäre doch einmal ein motivierender Einstieg in den Tag! Vor allem aber gibt es dort Kaffee! Brötchen, Muffins (die sogar erstaunlich gut schmecken) oder Croissants. Kurz: wenn ich morgens irgendwo um 5:50 Uhr boarden soll, weil um 06:25 Uhr das Flugzeug die Erde verlässt, bedarf es vorher bekanntermaßen eine gewisse Zeit der Präparation und Anreise – und ich schätze es sehr und auf dieser Ebene kann eine Fluggesellschaft spielend mein müdes Herz gewinnen, wenn man mich dabei zwischendurch mit ‘ner Tass‘ Kaff‘ unterstützt.

Als Unterstützung zählt übrigens für mich nicht der Becher Kaffee für € 1,50 aus den Automaten, die ebenfalls in allen Gates installiert sind. Und auf den sich wiederum AirBerlin ganz gerne verlässt, hinsichtlich der Fluggast-Aufmunterung am sehr, sehr, sehr, verdammt frühen Morgen. Wer morgens an Gate 00 einchecken muss, darf sich zwar auch von Hochglanzmagazinen unterhalten fühlen, hat quasi trotzdem schon verloren: denn selbst das transportable bemannte Kaffeewägelchen mit – natürlich überteuerter – Notversorung, das Lufthansa selbst an den kleinsten Gates wenigstens hinstellt, hat bei AirBerlin immer noch Pause oder noch nicht ausgeschlafen, keinen Bock oder was weiß ich. Was ich aber weiß: ich habe dann schlechte Laune.

Was eng damit zusammen hängt, dass ich weiß, dass alle Fluggesellschaften der Welt untereinander den Wettbewerb (ups, fast hätte ich versehentlich „Challenge“ geschrieben) zu laufen haben „wer serviert den grottenschlechtesten Kaffee an Bord?“ (den übrigens am Boden ein kleines sehr sympathisches Hotel Terminus in Paris bereits vor Jahren schon für sich entschieden hat ohne je den Luftraum für sich entdeckt zu haben). Und grundsätzlich die Fluggesellschaft führt mit der man fliegt, weswegen ich keinen Kaffee mehr in einem Flugzeug zu mir nehme.

Vielleicht kann man verstehen, warum ich deswegen so auf einen ordentlichen Braunen im Wartebereich angewiesen bin. Und wer jetzt mit guten Ratschlägen einem Kaffee-Junky kommen will, nehme bitte dies: „Verdammt, es ist 05:20 Uhr morgens! Also halt’s Maul!“ Diesen Wettbewerb auf ganz anderer Ebene toppt übrigens zur Zeit GermanWings, die kassieren für die Suppe des Teufels an Bord sage und schreibe auch noch mit diabolischem Grinsen € 2,60.

Vorgestern sehr früh überrascht mich AirBerlin damit, dass der Flug – im Web vorher für Gate 00 bekannt gegeben – von dort nicht fliegen will, und zu Gate 02/03 umgezogen ist, wo ich neben dicker Toblerone auch Parfum einkaufen könnte und eine mich rettende Kaffeeinsel meine Stimmung gleich um 320 Stimmungsdezibel hebt. Ich springe also zum Zentrum meiner Gelüste und bestelle einen großen Milchkaffee. Richten wir unsere Aufmerksamkeit ruhig etwas länger auf das genannte Adjektiv zwischen „einen“ und „Milchkaffee“, denn was für mich in den großen Pappbecher 0,3 l gefüllt wird, hat eine maximale Füllhöhe von 0,2 l, wovon die Hälfte Schaum ist. € 3,20.

Auf meine Frage, ob das jetzt ernsthaft ein großer Milchkaffee sein soll?”, meint der junge freundliche Herr hinter dem Tresen „Ja, das soll ernsthaft ein großer Milchkaffee sein.“ Entscheidet sich aber freundlicherwesie ob meines zweifelnden Blickes mir anzubieten noch etwas Milch aus der Milchkaffeeautomatischenauffüllstation nachzuschenken. Was ich sehr nett finde und das Angebot annehme, denn man darf ja in diesen Fluggastsammelaufangstellen nie ausfallend werden, nicht mal annähernd auffallen, weil man sonst gleich als Spielverderber identifiziert wird und nicht mitfliegen darf.

Ein großer Pappbecher „To Go“, gefüllt mit viel heißer Milch und viel Schaum an dem ein Hologramm von einer Kaffeebohne vorbei getragen wurde … na ja, weniger Kaffee soll auch viel gesünder für‘s Herz sein.

Aber wären Eierbecher aus Pappe als Getränkebehältnis nicht ökologischer?

2009-05-05

BILD + Mathe

Vielleicht ist die Leihmutter aber auch nur einfach doof, findet es ziemlich super für Hollywood-Mamis doppelt zu werfen und zahlt deswegen gerne drauf.

Köln …

im Regen.

Ich machte mir schon Sorgen!

2009-05-04

Schattenspiele

Heute früh beim Landeanflug bei schönem Wetter in Köln flog kurz vor der Landung auf dem Boden von weit weg immer näher kommend das Flugzeug in dem ich saß als Schatten gleichauf fliegend, bis die Schattenmaschine immer näher kam, kleiner wurde und Schatten und Maschine ineinander verschmolzen.

Ganz großer wundervoller Moment von Schattenkunst, ich war begeistert über so einen grandiosen Start in den Tag.

2009-05-03

Yep, kann man so stehen lassen:



Übrigens: auch Magen-Darm-Virus-Erkrankungen treten jedes Jahr immer wieder pandemisch auf. Auch daran sterben Menschen häufig – übrigens auch hier und nicht nur in Ländern, die medizinisch nicht so Puderzucker verstrahlt sind wie Deutschland. Denn dehydriert ist man ganz schnell. Wie bei der Grippe sind vom hohen Mortalitätsrisiko natürlich die Menschen betroffen, deren Immunsystem noch nicht (Kinder) oder nicht mehr (ältere Menschen) in Form ist. Kleines Beispiel: auch der Norovirus ist höchst infektiös und erstaunlich resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Daran sind beispielsweise 2007 fast 200.000 Menschen (nur die gemeldeten) in Deutschland erkrankt.

Also keine Panik, einfach weitermachen. Wir hatten doch noch dieses andere Dingsda als Presse-Füllmittel, wie hieß es doch gleich … „Wirtschaftskrise“?

Das ist der Punk von 2009!

John Lydon ist auf die Butter gekommen:

2009-05-01

Tierheim



Ein Tierheim – kein Platz, den ich so richtig gerne besuche. Seit dem in Berlin das Tierheim von Lankwitz sich aufgemacht hatte nach Falkenberg, wo ein deutliches größeres Areal und der Neubau es zum größten und modernsten Tierheim Europas machte, habe ich noch nie dort hingefunden. Hohenschönhausen, Falkenberg, Ahrensfelde – das sind nicht die Bezirke, die der Süd-Berliner, wenn er keinen triftigen Grund dazu hat, mal eben nebenbei aufsucht. Das ist so ähnlich wie mit Spandau. Kurz: aus Sicht einiger Bezirke dieser Stadt liegt das Tierheim a. A. d. W.



Dazu hatten mich damals persönlich Aufnahmen vom neuen Tierasyl abgeschreckt. Die Beton-Landschaft auf Fotos empfand ich wenig ansprechend, trotz der vielgeschworenen Vorzüge: mehr Platz für mehr Tiere (was für ein trauriges Marketingargument für sich), weit auslaufende Flächen für größere und kleinere Nutz- und Huftiere und sonstigen spaßigen Gesellen, die lieber in den sterbenden Streichelzoos der Bezirke kleinen Berliner Gören einen Hauch von Nähe zum Nutztier ermöglichen wollten. Einen größeren Sammelort schaffen zu müssen für des Menschen liebstes Haustier aller Rassen? Manche Notwendigkeiten erklären sich dem Tierfreund nicht immer.

Kurz und gut, das Tierheim existiert an seinem neuen Ort schon seit zehn Jahren und mein einziger Berührungspunkt bisher war ein Anruf dort, als ich wieder ein Kätzchen haben und mich nach den Modalitäten erkundigen wollte. Die Dame damals am Telefon, kurz angebunden bis sehr schnippisch, lud mich auch nicht wirklich ein dort vor Ort nachzugucken. Chance vertan, ich fand mein Glück (sogar mal zwei) in der Zweiten Hand.

Letztes Wochenende dann, aus der spaßigen Laune heraus einer Freundin von uns einen Pudel zum Geburtstag schenken zu wollen (nein, nie wirklich: es war nur ein Scherz ihr gegenüber!) und dem Wunsch der anderen Freundin, die seit langem davon träumt, dass ihr ein Dackel in die Arme laufen könnte, in der Kombination mit einem Auto im Hinterhalt, perfektem Wetter außerhalb, freie Zeit und Muße, haben wir uns mit dem Stadtplan aufgemacht in Richtung „Stadt der Tiere“. Schönes Wetter, sprießende blühende Fliedernatur und das Wissen nicht dort hinzu müssen, weil man z. B. dringend in die Tiernotklinik muss – so ist der Empfang natürlich schon ein ganz anderer. Obwohl mir nicht wohl im Magen und nicht leicht auf der Seele war. Tiere hinter Gitterstäben haben ihre Wirkung auf mich. Und zu wissen, bereits so wohlversorgt an lebendigem Unterhaltungsprogramm zu sein, dass man auch wirklich keinem Wesen eine neue Heimat schenken kann — verdammt, das Herz ist einem immer schwer im Tierheim.



Empfangen wird man tatsächlich von einer Betonwüste. Wenn auch lustige bunte Tiere als Stilelemente an grauem Betongrüßen, die – zumindest bei schönem Wetter – sich verdoppelnde Schatten werfen. Dann nach Durchtreten des Eingangs links lange Flachbauten, rechts lange Flachbauten (lang ist hier im Sinne von richtig lang!) und in der Mitte Betonkreise, Rechtecke und Elipsen getrennt von feuchten Biotopen in Dreieckformen. Das ganze Areal ist eine einzige Fortbildung in Geometrie.



So haben wir uns das Terrain weiter erkämpft. Ein kurzer Abstecher nach links zu den Kätzchen, da lockte von rechts uns Hundegebell Richtung der Kreise. In einem großen Freigelände darf je einer der Hunde sich seinen wohlverdienten Auslauf nehmen, bevor er wieder in die Zellen zurück kommt, die sich manche Hunde zu zweit, auch mal zu dritt (vor allem die kleineren oder die Partner, die sowieso zusammen gehören) teilen und andere Hunde auch alleine untergebracht sind. Dem Besucher offerieren sich die Hunde im Kreis präsentiert in ihren Kabinen. Die sie nach hinten hinaus in kleinere Freigehege verlassen können bei Bedarf und freiem Willen – die verdiente Portion Sonne tanken.



Steinboden natürlich, jeder Hund einen Korb, ansonsten wirkt alles sehr kühl. Und die Hunde wirken natürlich auch. Mal ganz lustig, mal sehr liebevoll, mal recht verstört. Wir sehen wenige „normale“ Rassen, dafür viele Hunde der Sorte, vor denen die Vermieter immer gerne ängstlich als Mitbewohner abwinken. Dabei sind da sehr offensichtlich reizende und freundliche Gesellen runter. Ich glaube, wenn man mal angucken möchte, was der Mensch doch für eine dumme Rasse ist: der möge sich die Sammlung an Staffordshires in den Tierheimen angucken. Da landen sie nämlich, die traurigen Ergebnisse dieser Idioten auf dem Ego-Trip.



Der einzige kleine Rauhaardackel ist schwer verstört und knurrt uns an. Ausgerechnet den kleinen Welpen, den er brav bewacht, wollen ihm gerade Menschen wegnehmen. Usus: klein, jung und süß geht immer als erstes weg. Die Freundin erkundigt sich später nach der Dackeldame und erfährt, dass diese erst vor kurzem abgegeben wurde mit der Aussage der Besitzerin, sie sei mit dem Tier nicht mehr zurecht gekommen. Dies liest man oft in den Karteibriefen zu den Hunden als Abgabegrund, fast genauso oft liest man später von Tierheimmitarbeiterhänden notiert: „Verhalten tritt hier nicht auf.“



Wegwerfgesellschaft, läuft etwas schief oder wird es mal schwierig, nicht funktionabel; dann weg mit dem Zeug. Vertrauen löst die Aussage der Mitarbeiter ein, dass die Dackeldame zunächst nicht vermittelt wird; man möchte erst verstehen, was ihr Sorgen bereitet und das kann noch einig Wochen dauern. Wir trauen uns weiter von Kreis zu Kreis. Gucken in erwartungsvolle Gesichter, entwickeln zu dem einen und anderen Hund besondere Sympathien, jede für sich. Lauter kleine Dramen, auch wenn es hier das deutlich bessere Ende für diese Wesen hat, als es das beispielsweise in Südeuropa hätte. Trotzdem: immer ist da dieser spezielle Hundeangstgeruch. Anders als bei den Katzen, leidet ein Hund offensichtlich unter dem Wegfall seiner Bezugsperson. Es geht ihnen gut hier, glücklich sind sie jedoch nicht.



Wieder draußen lassen wir uns vom Weg treiben, hinten die Koppel entlang, wo uns ein netter Brauner charmant unterhält. Die Pappeln den Weg säumen, Baugerät und Baumaterialen deutliche Signale von Tierheimerweiterungen sprechen. Irgendwo grenzt das Stück Land, wo die lieb gewonnenen Fellwesen ihre letzte Ruhestätte finden können.





Rücklings an der Hundefundstation, die deutlich fröhlicher wirkt als die anderen Hundebehausungen und ihrer Krankenstation, liegt gegenüber die andere lange Flachbautenreihe. Dort befinden sich die Nager, Kleintiere, Vögel und Tierarzt als auch Anmeldung und Kasse – gespendet werden darf (und sollte unbedingt – genau null finanzielle Unterstützung gibt es von der Stadt Berlin!) Davor Wasser mit Goldfischen, ein gestrandeter Hubschrauber.





Das ganze Gelände wirkt – trotz des Betons – idyllisch im Sonnenschein. Fast schön zu nennen. Wir laufen zurück, der kleine Dackel lässt die Freundin nicht in Ruhe und ich gehe dahin, wo die kleinen Tiger leben.

Die haben es wirklich – trotz aller Umstände – schön, der Flachbau, der innen rechts und links Kabinen aufzeigt, kann rechts und links von außen abgegangen werden. Wie bei den Hunden haben auch die Fellträger ihre Freigehege, hier aber alles sehr nett ausgebaut mit echten Baumstämmen, vielen Kratzbäumen, Spielzeug, Kuschelecken und Rückzugsgelegenheiten mit Gardinen vor den Kisten.



Überall vor den Kabinen hängen Hüllen mit den Beschreibungen zu den kleinen Insassen, die sich auch hier alleine aufhalten und auch zu zweit oder zu dritt. Die Karteikarten erzählen von ihren Besonderheiten, notwendige Medikamentationen oder Sorgenfälle, die auch kostenlos abgegeben werden und deren Krankheit lebenslang im Tierheim kostenlos tierärztlich versorgt wird. Oft steht auch hier als Abgabegrund: „war aggressiv“, „Besitzer kam nicht zurecht“ oder „unsauber“. Meistens folgt fast stereotyp das Handgeschriebene dahinter „Auffälligkeit konnte hier nicht festgestellt werden oder „Unsauberkeit tritt hier nicht auf“. Wir sind mittags da und bei den Miezen herrscht wohlverdiente Siesta. Die meisten schlafen, manche sind am spielen, andere offensichtlich sehr scheu versteckt, andere dagegen buhlen so offensichtlich um den Besucher, dass einem das Herz sehr weit und offen wird.



Eine Mitarbeiterin erklärt am Telefon einer potentiellen Interessentin sehr nett und ausführlich das Tierheim-Procedere. Es geht also auch anders, als es mich meine Erfahrung lehrte. Sie rät der Gesprächspartnerin, so sie denn könne, lieber in der Woche am Tage zu kommen, es sei doch leerer als am Wochenende und man könne sich mehr Zeit für sie nehmen.

Der weiße Kater ist so ein Prachstück, lebenslustig, selbstbewusst „Fundtier. Wird immer wieder abgeben, weil zu zutraulich.“ (als Freigänger). Das Glückskätzchen, das sich schon drinnen hinter Glas bei mir einschmeicheln wolte, tut das auch im Freigehege gleich wieder.



Die eine und andere kleine Wuchtbrumme ist dabei, prächtige schwarzweiße, niedliche Tiger, hübsche Rassewesen, dieser sehr niedliche stolze noch ganz junge schwarzweiße Fratz, wenn ich könnte …



Mein Fazit des Besuches, den Tieren geht unter den traurigen Umständen wirklich sehr gut dort und das sah damals in Lankwitz doch ganz anders aus. Man verlässt das Tierheim nicht mit einem völlig traurigen Herzen. Was ich persönlich sehr wundervoll finde, man kann sich dort wirklich ganz unbehelligt sehr lange mit den einzelnen Tieren befassen, sie beobachten und sich so in aller Ruhe mit viel Zeit für einen der kleinen Freudenbringer entscheiden – ein beeindruckendes positives Konzept, das einem auch durch die spezielle Architektur geschenkt wird.



Und genau die Architektur hat mich eben auch beeindruckt, im positiven Sinne – trotz meiner Vorbehalte. Man kann dort auch nur spazieren gehen. Dieses Tierheim ist einen Ausflug wert, diese Anlage ist baulich eine besondere und man kann mit ihr warm werden, muss es aber nicht. Die Freundin erklärt bei dem Anblick gefühlte Nähe zu den schrecklichen Lagern der Deutschen Vergangenheit und gibt diesen Eindruck nicht mehr her.

Vor allem aber sind dort ganz wundervolle Tiere, die es verdient haben, zu jemandem nach Hause geholt zu werden – auch wenn sie vielleicht nicht mehr ganz klein, ganz gesund, schon etwas älter oder auch etwas gestört sind. Gerade Katzen – ich habe einfach deutlich weniger Hunderfahrung – entwickeln sich immer weiter. Neulich erst erzählte mir unsere Tierärztin von einer zwölf Jahre alten Katze, verstört und schreckhaft, die in dem Moment als eine zweite Katze einzog, endlich aufblühte, sich entspannte und unbekümmerte zehn Jahre Lebensalter drauf legte (und immer noch lebt). Also wer kann, es sich leisten kann und es sich zutraut: die Tiere dort brauchen ein Zuhause. Das Tierheim dringend wieder Platz, die nächste Urlaubsaussetzwelle kommt bestimmt. Und es benötigt Geld. Und es braucht Menschen, die sich ehrenamtlich bereit erklären, mit den Hunden wenigstens spazieren zu gehen.