2012-09-22

Träume

Ich bilde mir ein, ich träume selten. Zumindest gehöre ich zu den Leuten, die, wenn sie träumen, am nächsten Tag kaum mehr eine Erinnerung daran haben. Deswegen hätte ich bis vor kurzem beinahe behauptet gar nicht zu träumen aber das wird wohl eher nicht stimmen, wenn ich mir die Traumwirtschaft so anschaue und anlese.

Tatsächlich, das ist mir erst dieser Tage bewusst geworden, gibt es einen Traum, der mich seit einigen Jahren sehr intensiv begleitet. Ziemlich genau seit 2006. In diesem Traum leben ich wieder das Leben voller Schmerz und Verzweiflung, weil meine Mum gerade gestorben ist und bin in ihrer Wohnung und bereite ihre Beerdigung vor und bin so tief in dieser schrecklichen Endgültigkeit gefangen – und da steht sie plötzlich in der Tür und ist gar nicht tot. Alles war nur ein Versehen, ein Fehler in der Übermittlung. Sie ist verwundert, wie ich eine solche Nachricht glauben konnte ohne bei ihr nachzufragen. Und sie ist natürlich erschrocken, dass ich hier in Berlin ihr Leben auflöse. In diesem Traum lebt sie eigentlich noch auf Mallorca, weswegen es überhaupt zu diesem Missverständnis kommt.

Von mir fällt in diesem Moment alles Traurige ab – und alles scheint wieder gut. Ich kann sie sogar riechen. Es geht mir im Traum ganz wundervoll, weil die Welt wieder in Ordnung ist und ich erhalte die Chance (gefühlt) Fehler rückgängig zu machen, ihr wichtige Dinge zu sagen, Dinge nicht zu tun, die sie verletzt haben mögen. Aber sie nimmt mich nicht in den Arm, was ich mir so sehr wünsche, weil sie eben so verstimmt ist. Jetzt, da mir dieser Traum überhaupt im Bewusstsein zugängig wird, was er jahrelang gar nicht war, erinnere ich mich daran, wie ich ihn das erste Mal geträumt habe, dann wach wurde und das Entsetzen über die Realität eiskalt über mich zusammenbrach und fast noch einmal mehr weh tat, als ich im Nachspiel meinen Schmerz von dem akuten Damals in Erinnerung habe. Ich glaube, damals habe ich diesen Traum auch weggepackt. Wenn mich jemand nach dem Traum gefragt hätte, ich hätte mich tagsüber nicht daran erinnert.

Ich weiß aber genau, ich habe ihn öfter noch geträumt. Ein wenig ist dieser Moment in dem sich alles zum Positiven wendet und in ein weiteres Leben meiner Mutter auslöst, wie eine Sucht, denn in dem Moment scheint die Welt so dermaßen in Ordnung zu sein. Aber ich habe diesen Traum nie aus dem Unterbewusstsein gelassen, weil er in der Realität mir zuviel Schmerzen bereitet. Und so hat er sich tatsächlich erst in den letzten Wochen nach und nach in mein reales Tagesgeschehen gekämpft und ich kann mich offiziell erinnern. Wer weiß, was dieser Traum die letzten Jahre als Dämpfmaterial gute Dienste geleistet hat.

Seit einigen Wochen träume ich wiederholt einen anderen Traum. Wieder lebt meine Mutter darin und scheint gesund und munter aber sie möchte sterben. Sie möchte sich selbst das Leben nehmen und sie hat sehr viele gute Gründe, dass ich sie schlussendlich gehen lassen muss. Da ist der Zwiespalt zwischen der egoistischen Tochter, die natürlich ihre Mum ja nicht verlieren möchte einerseits und dem der erfahrenen, wissenden Enkeltochter einer Großmutter, die sich umbrachte, und die für den Wunsch alles logische Verständnis hat andererseits. In dem Traum geht meine Mum dann, und ich bleibe zurück und bin verzweifelt darüber, ob ich auch wirklich alles getan habe, um meiner Mum das Leben wieder lebenswert erscheinen zu lassen. Und dann schlägt dieser unglaublich klare alles Fröhliche tötende Verlust im Traum durch, dass ich kaum noch atmen kann.

Ich glaube dieser Traum lässt den anderen gerade nur in die Realität hüpfen, weil er ihn ablöst.

Ehrlich? Ich hätte gerne anderen, schönere Träume. Diese hier machen zu viel mit meinem Nerven- und Gefühlskostüm. Sie ermüden mich sehr.

Leseempfehlungen

Hatte ich mir neulich noch fest vorgenommen mindestens zwei Blogs pro Woche hier zu empfehlen, wird mir diesen Moment klar, dass ich es nicht in der Gänze hinbekommen habe, diesem Vorsatz zu folgen. Warum? Die Wochen sind zu schnell rum dieser Tage. Und überhaupt …

Frau engl@absurdum schreibt eine persönliche und schöne Selbstansicht zu dem Online-Projekt #609060, das in der Hauptsache an mir vorbei gegangen ist, davon abgesehen, dass ich natürlich auf Twitter plötzlich täglich meine hauptsächlich weibliche Timeline mit und ohne Kopf angezogen bewundern darf. Den Teilnehmerinnen scheint es viel Freude zu bringen, die schriftliche Auseinandersetzung hierzu. Nun ja, Frauenprojekt müssen wohl auch immer intellektuell besprochen werden, wir sind halt so …

Herr Buddenbohm hat sich die schönsten Gedanken gemacht, wie er eine stilsichere moderne Situation mit einem Sohn in das Reich gelesener Klassiker hinüber retten kann und daraus wundervolle Buchempfehlungen gemacht. Einfach schön!

2012-09-21

Hatte ich erwähnt, …

… dass ich nunmehr unweit (zwei Minuten Fußweg) hier wohne? Rechts auf der schwimmenden Insel sieht man den weltberühmten Kreuzberger Reiher im Bild. Es ist ein ganz großartiger Platz, um abends in Ruhe bei einem Glas Saft/Tee/Wein/Bier noch einmal den Tag zu verdauen.

2012-09-19

Job wanted!

Die aktuelle berufliche Aufgabe ist zeitlich befristet und daher suche ich zum 1.11. d. J. eine neue, schöne, glücklich machende – weil mich vor allem fordernde – berufliche Spielwiese im Bereich Neue Medien, Training, Text, SEO/SEM, Produkt- oder Projektmanagement.

Ich lerne durchaus gerne neue Geschäftsfelder kennen und arbeite mich schnell in sie ein. Am liebsten möchte ich mit großartigen Kollegen im Team die Dinge zum Positiven entwickeln. Ich agiere engagiert in einer eigenverantwortlichen, strukturierten und effizienten Arbeitsweise. Glücklich macht mich eine Aufgabe vor allem dann, wenn ich mich nicht mit ihr langweile. Viel lieber baue ich auf, als dass ich einreiße.

Ich bin konzeptstark und immer für eine offene und motivierende Interaktion in Wort und Schrift. Daneben bin ich durch und durch eine echte Dienstleisterin: ich kommuniziere standfest mit Durchsetzungsvermögen, zusammen mit Höflichkeit und serviceorientiertem Denken und Handeln.

Aus meiner bisherigen beruflichen Vergangenheit gibt es insbesondere Berührungspunkte zu den Bereichen Internet (ISP, Online Marketing und Social Media Management), Training, Fotografie, Apple und im Gesundheitswesen. Für eine Erweiterung meiner Kenntnisse bin ich immer offen und auf neue berufliche Erfahrungen gespannt, die natürlich gerne kombinierbar sind mit meinen ganz privaten Interessen wie Food, Kochen, Fotografie, Autos u.v.m. Ich mag Entwicklung, meine hohe autodidaktische Kompetenz beweist mein bisheriger Lebenslauf.

Wenn Ihr von Ihr von schönen Arbeitsaufgaben hört oder lest, die Euch an mich denken lassen, dann freue ich mich über Eure Hinweise sehr. Natürlich liegt mein geographisches Herz schon aus Gründen an Berlin – alles andere kann man eben schauen. Eure wundervollen Mails bitte an: creezy at gmx.de

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Transportwesen …

Wenn ich einen weißen Transporter besitzen oder fahren würde, der in Deutschland zugelassen ist, interessanterweise aber mit Rechtslenkung aufwartet, dann …



dann würde ich mir linksseitig auch einen fast mannhohen Ernie auf den Beifahrersitz montieren.

(Aus der Reihe: alles richtig gemacht!)

2012-09-17

Rosenkohl



Vierkommafünf Pflanzen habe ich davon diese Jahr auf dem Balkon gepflanzt. Ich sah Rosenkohl erstmals vor einigen Jahren auf dem GEN-Testgelände vom MPI in Potsdam und habe mich in die Pflanze verliebt. Naja, Stadtkind eben.

Bis auf eine Pflanze, die nicht allzu sonnig steht, tragen jetzt alle Fruchtansatz. Sind noch recht klein aber sie können ja noch lange lange bis in den späten Herbst hinein wachsen. Ich bin für meinen Teil entzückt, die Pflanze selbst hat mich den Sommer über begeistert. Sie wächst so schön stolz und grünsilbrig. Und Rosenkohl esse ich nun einmal für mein Leben gerne.

Also ab sofort mehr Kohl auf dem Balkon! Und morgen werde ich die Pfefferminze ernten und trocknen …

2012-09-16

Licht

Im Lieblingsklamottenladen (Bauhaus) lief mir gestern endlich eine Lampe für das Esszimmer zu, dass bisher am Abend noch komplett im Dunkeln liegt. Mit Lichtgestaltung tue ich mich immer unheimlich schwer. Bisher hat nur das Schlafzimmer eine passable Lichtgestaltung. Passabel bedeutet hier sehr wahrscheinlich für Innendesigner völlig indiskutabel, zumal sie zu 50% wieder einmal aus Ware vom schwedischen Albtraumkaufhaus (schöner Vertipper eben: Albtraumkrankenhaus) besteht. Hiervon wollte ich in den anderen Räumen einmal Abstand nehmen wollen.

Das hat in der Küche schon einmal nicht geklappt, weil dort die Deckenleuchte vom Vormieter vom schwedischen Albtraumkaufhaus hing und noch hängt. Hier sind jedoch die nekischen Steckdosenleuchten aus dem Prozenteshop von uns' aller Kaffeedealer nachgewachsen. Deutlich günstiger und netter anzusehen als diese LED Dinger vom schwed… – okay, ich wiederhole mich jetzt hier mal nicht.

Gut, lag also gestern im Restregal Lampenwerk von 79,— Euronen auf 20,— reduziert. So ein typischer Arm mit vier kleinen Halogenstrahlern in erträglich aussehend. Mit – und jetzt kommt's – einer Fernbedienung. Die Arme sind getrennt verstellbar. Das heißt, ich kann künftig lichtgestalterisch je nach Weineinfluss Antipasti und Dessert einzeln unterschiedlich ausleuchten.

Und zur Hölle: ich werde das tun!

2012-09-15

Schön.

Heute Mittag war ich auf dem Markt in Charlottenburg. Dem Markt meiner Kindheit, wo es immer die kleingeschnittene Wiener am Wurststand gab, dem, der für uns Kinder diese supercolen Ministühle und -tische damals schon hatte.

Ich war da vergleichsweise spät und schritt daher direkt zum Lieblingstürkischepasten und -olivenstand, wo es die besten getrockneten Sauerkirschen gibt. Die getrockneten Sauerkirschen sind dort sehr sehr großartig, die Reise nach Charlottenburg immer wert. Beim „ich mache meine Wurst noch selber, dafür habe ich weniger Auswahl”-Fleischer gab es die beste Leberwurst. Und dann ging ich weiter zum befreundeten Obststand, der zu einem späteren Zeitpunkt immer unglaubliche Angebote hat und immer Petersilie zu Pilzen jeder Art auf's Haus dazu legt: heute gab es zum Schluss den Korb Steinpilze für fünf Euro zum Beispiel.

Auf Höhe des Blumenstandes kurz vor dem Fleischer rannte ein kleiner Hund an mir vorbei und ich dachte so bei mir, der wirkt nicht glücklich. Ob der wirklich weiß, wo er hinwill?

Ich ging dann den einen Gang nach oben, dort ist einer meiner favorisierten Currywurststände, auch mit kleinen Kindermöbeln, aber er steht auf der falschen Seite von dem Stand früher, der heute doof auf Öko macht (also Öko ist an sich toll aber nicht bei Berliner Currywürsten) und ich bestellte mir eine Wurst. In dem Moment in dem ich Wurst und Tüten am Stehtisch abstelle, sehe ich den kleinen Hund mitten auf der Straße, herzzerreissend verwirrt nicht wissend, ob er sich nun vom Auto rechts oder links oder dem geradeaus überfahren lassen soll. Zum Glück sind die Straßen dort klein, noch aus gutem alten Kopfsteinpflaster bestehend und man muss sich an rechts vor links halten, insofern waren die Fahrer alle sparsam in der Geschwindigkeit unterwegs. Ich ließ also Curry Wurst sein und erklärte dem Hund mit einem beherzten Griff an sein Halsband zu unser aller seelischen Ausgleich mit mir mitzukommen.

Das tat er auch. Es war ein sehr hübscher, kleiner, klug guckender mit halblangem Fell. Vertraute mir, wenn auch sehr ängstlich und im Grunde innen drinnen schon ganz aufgelöst aber sehr hundetapfer Haltung bewahrend. Im gleichen Moment stürzten irrsinnig viele Leute auf mich zu, die den Hund schon die ganze Zeit auf dem Markt beobachten haben wollten und ihn natürlich jetzt auch aufgreifen wollten etc. Und alle wollten ihn ja gerne nehmen, hätten aber Papageien. (Offensichtlich hat man als Charlottenburger Marktgänger halt eher Papageien als Hunde oder Katzen.) Nun denn, ich löste derweil meinen Rock von meinem Gürtel und wir bastelten uns eine schicke Leine. Ich entschied an der Ecke zu warten, sei erst einmal das Beste. Denn dort könnte uns ja jemand, der den Hund sucht, gut finden – weil gut sehen. Dann aß ich meine Wurst und der Hund blieb mit gelegentlichen Anwandlungen wieder weitersuchen zu wollen, ansonsten brav sitzen.

Jemand holte den Marktleiter. In der Hoffnung, wenn ihn jemand vermisst gemeldet hätte, wüsste er schon Bescheid. Der telefonierte ein wenig herum, aber die Marktsirenen hatte offensichtlich nichts zu vermelden – außer einem hundischen Einbruch beim einzigen Futterstand auf dem Markt. Es ließ sich aber nicht zurück verfolgen, ob es der gleiche Hund war. Ich hätte mich auch geweigert für so einen hübschen und braven Hund eine Einbruchsanzeige entgegen zu nehmen – zu diesem Zeitpunkt hatte er mich schon soweit, dass ich für ihn durch das Feuer gegangen bin. Er war ganz klar erkennbar ein guter Hund.

Wir riefen also die Polizei, denn der Hübsche trug eine schicke Steuermarke. Die kam auch alsbald und nahm ihn ganz entzückend lieb in Empfang und setzen ihn sehr vorsichtig ins Auto. Dann erzählten sie mir, was sie mit ihm machen würden – nämlich zum Tierarzt gehen und versuchen dort den Halter zu ermitteln, dann käme er in die Aufbewahrung. Sie bekamen noch meine persönlichen Daten und Telefonnummer, für den Fall, dass sich der Halter bei mir melden würde wollen. Und dann fuhren sie von dannen. Mein Rock hatte den Gürtel auch wieder.

Als ich später nach Hause kam, wo mein Handy brav auf mich wartete, hatte ich schon einen Anruf von der Besitzerin, der Stimme nach schon älter, in der Mailbox, die sich herzlich bei mir bedankte, dass sie ihren Hund zum Glück wieder hatte.

Was mich irrsinnig froh machte. Die beiden haben sich wieder. Sehr wichtig! Gute Enden sind sowieso ungemein wichtig bei solchen Abenteuern! Nur der Currywurststand hat ab sofort eine Kundin verloren, wer so einer verlorenen Seele nicht einmal eine kalte Wiener anbietet, taugt nix. Ich hab' da ja stellvertretend für alle Hunderassen auch meinen Stolz!

2012-09-14

Habt Mut, Frauen!

Und liebe Mütter: gebt Euren Kindern, vor allem aber Töchtern, Mut mit auf den Weg!

Heute nachmittag bin ich wieder U-Bahn gefahren. Ich steige Schönleinstraße ein, zwei lächerliche Stationen, die ich sonst immer laufe – aber die Füße taten weh und ich war müde.

Im Wagon steht ein Typ merkwürdig im Gang in eine Sitzreihe übergebeugt und versperrt halb den Weg zum Sitz, den ich einnehmen möchte und ich denke noch bei mir, mich an seinem Rucksack grob vorbei schiebend, „wat stehst Du hier so bräsig rum?” Als ich sitze fällt mir auf, der spricht mit jemandem auf der anderen Seite und es klingt alles nach Abrechnung. „Wenn ich mit Dir fertig bin, ich werde Dir alles zurück zahlen, was Du mir angetan hast …”, ganz merkwürdig monoton. Die junge Mutter mir gegenüber fängt schon an ihre Tochter von der anderen Seite einzusammeln, die dieser Person gegenüber sitzt, die der Typ zulabbert. Ich denke bei mir, aha, Beziehungskrise galore!

Irgendwann ändert sich sein Vokabular und er fängt an ihr zu drohen, was er alles mit ihr anstellen will, wenn sie aus der Bahn raus sind und sie alleine sind. Aber immer noch ganz ruhig und unaufgeregt, monton.

Nun muss ich sagen, ich bin ja das Kind eines unter Alkohol prügelnden Vaters – der aber mich nie angerührt hatte. Immer nur meinen Bruder und meine Mutter. Insofern stand ich mit vier Jahren vor meinem Vater, mehrmals, nachts, wenn er wieder besoffen auf Prügeltour (und bei meiner Mum Schlimmeres) war und habe die beiden beschützt. Da war meine Kindheit dann auch vorbei – aber er hat mich eben nie angerührt, ich hatte dieses Gottvertrauen. (Heute erzähle ich das immer recht lapidar und fast lustig, aber das war es natürlich nie. Gar nicht.) Das hat aber heute immer noch zur Folge, dass ich a) sehr aggressiv werde, wenn ein Typ einer Frau gegenüber übergriffig wird und ihr Schläge androht und b) ich dummerweise auch glaube, mir könnten solche Typen nichts, denn ich bin m. E. nach irgendwie seit jüngster Jugend unverletzbar. Tatsächlich haben diese Situationen häufig in meinem Leben gezeigt, dass die allermeisten Männer in solchen Situationen, sobald sie Gegenwehr bekommen von Außen, ganz schnell ablassen.

Kurz: die Situation in der U-Bahn nahm meiner Meinung nach eine Richtung, die ich ziemlich zum Kotzen fand. Ich beugte mich also über und fragte die Frau, die da saß, sehr gepflegt, ca. 25 Jahre alt, relativ groß sogar, ob sie Hilfe bräuchte. Sie antwortete, „im Moment noch nicht.” Ich fragte sie, ob ich mich zu ihr setzen solle und in dem Moment kamen bei ihr schon die Tränen.

Der Typ ließ übrigens in dem Moment, als ich ihn ignorierend über den Haufen stoßend den Platz einnahm, sofort ab von ihr. Der Mann ihr gegenüber reichte ihr dann ein Taschentuch und war auch sehr hilfsbereit. Interessanterweise stellte sich nämlich kurz darauf heraus, sie kannte den Kerl gar nicht! Der hatte uns alle richtig gut gefoppt mit seiner Psychose. Letztendlich war er nur eine versandete Seele auf Exkurs. Der stand mittlerweile auch wie unbeteiligt in der Ecke an der Tür und traute sich uns keines Blickes zu würdigen. (Ich guckte ihn mir nochmals sehr genau an, falls wir das Zeugenspiel spielen sollten.)

Ich bot der Frau an mit ihr zu fahren und sie dorthin zu begleiten, wo sie hinwollte, damit sie sich überhaupt beruhigen konnte, denn es ging ihr wirklich schlecht. Wir klärten wo sie hin müsste, und es erklärten sich der Mann gegenüber als auch eine weitere Frau bereit mit ihr zu fahren und sie auch ein Stück zu begleiten. Ich bot ihr auch an, dass wir den Zug verlassen könnten und falls er auch nachkäme, sofort die Polizei rufen würden. Aber das wollte sie nicht.

Sie also in guten Händen wissend, bin ich dann ausgestiegen. Die andere Frau nahm dann meinen Platz ein.

Okay, ich nehme das als Zeichen – ich sollte vielleicht wieder einfach weniger U-Bahn fahren, der Deppenalarm ist momentan ausreichend groß. Aber am meisten tut mir weh, dass diese junge Frau nicht den Mut hatte aufzustehen, und dem Mann ganz klar zu signalisieren, dass er sie in Ruhe lassen soll. Am besten ihn siezend, denn dann hätte wir anderen vielleicht nicht solange still gehalten, weil wir früher bemerkt hätten, die streiten sich gar nicht gerade auf sehr ruhige eigene Art.

Es tut mir so leid, was der Mann ihr emotional angetan hat. Wirklich sehr!

Schwule Töppen

Okay, Frau Merkel befindet schwule Profifußballer müssten keine Angst vor dem Outing haben. Ich dachte auch, nach Robert Enke müssten wir in diesem Land einen sozialen Umgang mit Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, nicht mehr missen.

Dann gab Rangnick sein Burnout bekannt. Und kam gesund wieder. Der mediale Zweifel an seiner Gesundung und somit Leistungsfähigkeit war zum Kotzen und hat jegliche positive Vermutungen hinsichtlich einer „gesunden” Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen im Keim erstickt. Das alles unter dem großen Tuch des Profifußballs.

Aber Frau Merkel glaubt an Eitelsonnenschein. Als Hete. Als Nichtprofifußballerin. Ich verstehe ihr Bestreben und ihre Hoffnung. Aber daran glauben? Und dann einzelne Fußballer in ihr Verderben schicken?

2012-09-13

Robert sucht was …

Robert hing neulich im Fenster des weltbesten Stoffladens in Kreuzberg von dem das berühmte ungemein wichtige, immer noch sehr umworbene, heiß geliebte Monsterkissen stammt.



Und weil Robert sehr sympathisch wirkt und der Text ziemlich bonfortinös ist, dachte ich, ich teile ihn mit Euch. Ernstgemeinte Zuschriften (aber wirklich auch nur solche!), bitte an den Laden mit dem wundervollen Namen Off Stoff. Bonne chance*!

(Aus der Reihe: *creezy bekommt das größte Stück vom Hochzeitskuchen!)

Gibt es die auch für Erwachsene?

Ich würde so verdammt cool mit Krümelmonster aussehen!

via e13

2012-09-12

Gestern dann Amtssachen erledigt …

Das geht in Kreuzberg so, dass man im Amt zu den üblichen Öffnungszeiten aufschlägt, eine Wartenummer MIT Termin (so 14:00 Uhr) erhält und die nächsten 2,5 Stunden sich die Zeit sinnvoller vertreiben kann, als auf harten Plastikstühlen im Amt zu sitzen und zu warten.

So weit so gut.

Ich schlich also durch beliebte Gegenden, sehr beeindruckt von meiner persönlichen Smartness diese Aktion nicht im Bürgeramt in Mitte durchzuführen, wo die nähere Infrastruktur a) hässlich und b) doof ist, sondern eben in Kreuzberg, denn dort lassesn zumindest Mehringdamm und Bergmannstraße keine Langeweile aufkommen. Außerdem war Caféhaus-Wetter. So nahm ich irgendwann bei Knofi Platz und gönnte mir einen Milchkaffee und füllte fröhlich des Amtes Papiere aus. Gerne hätte ich des Amtes Papiere bereits zu Hause am Rechner ausgedruckt. Aber das vorliegende PDF wollte nicht einmal blanko ausgedruckt werden bzw. wird es vielleicht treffender ausgedrückt: es wird sehr blanko ausgedruckt.

Als ich dann die Papiere nach bestem Gewissen beschriftet habe, nahm ich die Damen vom Ordnungsamt gewahr. Die, zu zweit unterwegs, sich interessanterweise auf zwei Räder konzentrierten, die an den Metallschutzwällen der Straßenbäume befestigt waren. Nun, die Räder waren im Innenraum, also auf des Baumes knapper Erde befestigt. Dieses Vergehen muss ich mich selbst häufig praktizierend anklagen, aber nur wegen akuter Knappheit. Knappheit an Fahrradparkplätzen in der Stadt. Es gibt derweil nicht wenige Straßen, möchte man diese heimsuchen, sollte man besser zwei S-Bahn-Stationen früher anfangen für seinen Drahtesel einen legalen Abstellplatz zu finden. Die Situation hat sich generell sehr erschwert, auch seit die Deutsche Bahn ihr Rent-a-Bike-Projekt sehr großflächig dort installiert, wo sich der normale Bürger aus logischen Gründen ebenfalls sehr gerne für sich eine zusätzliche Auswahl der meist zu wenig vorhandenen Abstellplätze für Räder wünschen würde. Hilft alles nichts, dann stellt man das Rad schon mal im persönlichen Sozialraum eines Baumes ab, meist, wenn außen an den Metallschutzwänden bereits die lieben Räder anderer Verkehrsgenossen vor sich hin warten. Wo zur Hölle soll man denn sonst hin mit seinem Esel?

Die Damen vom Ordnungsamt schrieben nun. Sie schrieben recht lange. Eine setzte sich zwischenzeitlich ruhig auf die Holzbänke des mexikanischen Restaurants, telefonierte vor sich hin. Dann hängten sie den Fahrrädern jeweils zwei kleine und zwei große Schilder um. Diese Taten dokumentierten sie ausgiebig in ihre elektrische Strafzettelbonautomaten. Abschließend wurde das gehängte Kunstwerk als proof of work fotografisch per Handykamera dokumentiert. Nach immerhin 15 Minuten gemeinschaftlichen Schaffens zu zweit, war die höchstkomplizierte Aufgabe absolviert und man gönnte sich etwas Abwechslung im Tätigkeitsgebiet in dem man ein falsch parkendes Auto von seiner Untat schriftlich wissen ließ. Weitere fünf Minuten waren so vergangen und man zog in trauter Gemeinsamkeit weiter.

Ich blieb abschließend mit meinem Milchkaffee und mich quälenden Fragen zurück, die da lauteten:

Wie viel Zeit hätte wohl nur eine Dame vom Ordnungsamt bei zwei Fahrrädern (die ja im Prinzip statistisch mit werkseigenen Angaben kaum erfasst werden können) und einem falsch parkenden Auto bei Zuhilfenahme gleichwertiger elektronischer Hilfsgeräte benötigt?

Wer dokumentiert und sortiert die Handyfotos zu welchem Zweck im öffentlichen Beschäftigungssektor?

Was kostet die Stadt 20 Minuten relevanter Schreibtätigkeit von öffentlich Bediensteten mit Abarbeitung dreier Verkehrsvergehen minderer Güte bei wissentlicher Tatsache, dass nur eines der Vergehen tatsächlich mit einem Bescheid etwas Geld in die Staatskasse spülen dürfte?

Natürlich wollte ich eigentlich nach dem Kaffeebesuch mir durchlesen, was denn den Radeigentümern so auf Staatskosten mitgeteilt worden ist. Dummerweise hatte ich berechtigte Sorge vor meiner Reaktion. Ich muss ja nicht alles wissen.

2012-09-11

Die junge Frau …

stand gestern an der Straßenkreuzung am Engeldamm und fragt mich, wo den hier diese große Straße sei? Die große türkische Straße mit den vielen Geschäften?

Ich fing dann an zu überlegen und schickte sie erst einmal in Richtung Oranienstraße. Vermutlich aber war das völlig falsch. Vermutlich meinte sie die Adalbertstraße. Oder den Kottbusser Damm. Die Hermannstraße? Die Sonnenallee? Oder vielleicht die Karl-Marx-Straße?

Türkische Straßen mit vielen Geschäften haben wir in Berlin schließlich wie Sand am Meer. Ich kann ihr aber nicht einmal vorwerfen, dass keinen Straßenname nennen zu können, immer eine etwas vage Auskunft beinhalten wird. Bin ja selber professioneller Dau, wenn es darum geht mir Straßennamen zu merken.

2012-09-10

Hamburger

Ich habe selten so viele Burger gegessen, wie in den letzten Monaten. Es gibt einfach unglaublich viele Burgereien derzeit in der Stadt. Zu meinem Leidwesen sind alle Burgerläden in meinem direkten Wohnumfeld fest in muslimischer Hand. Das heißt, es werden großartige Burger serviert aber entweder gibt es keinen mit Bacon im Angebot oder der Schinken kommt dann vom Rind. Was mich neulich geschmacklich wirklich abschreckte, es in diesem Laden oder einem anderen in der näheren Umgebung nochmals zu versuchen.

Doch ja, so ein richtig guter Burger ist schon eine sehr feine Sache. Da kommt (passend zur jüngst zugelaufenen Burgerpresse vom Kaffeeladen) das Rezept für den Jamie Oliver-Burger (mit Parmesan inside!) und von Anikó ausprobiert gerade im richtigen Augenblick!

Blick aus dem Küchenfenster

Die Tradition des Foodbloggens möchte es, dass man gelegentlich den Blick aus dem Küchenfenster festhält für die Außenwelt. Nun bin ich bekanntlich umgezogen und muss an dieser Stelle endlich nachreichen. Zumal ich gestern die Kräutertöpfe nach draußen habe umziehen lassen, es wurde zu unübersichtlich grün auf dem Fensterbrett und überhaupt haben die Katzen ja gar keinen Platz für das überlebenswichtige Krähen- und Mofagucken:

Wenn die Bäume nicht ausgeschlagen haben, dann könnte man aus diesem Winkel übrigens die Spitze vom Fernsehturm sehen. Muss ich wohl noch mal im Winter nachreichen. Wäre albern für ein Foto gleich den ganzen Baum zu fällen.

2012-09-09

Manchmal macht Internet einfach Hals.

Bei mir. Seit gestern. Thema: Bettina Wulff. Frau Wulff wurde, als es ihrem Mann aufgrund seiner Verfehlungen an den Kragen ging, in einer widerlichen Art und Weise – wie man heute weiß – von Parteifreunden ihres Mannes denunziert, nämlich dergestalt, wie man Frauen seit Jahrhunderten am besten in der Außenwelt schädigen kann: man stempelt sie als öffentliche Dame a. D. ab.

Das Verhalten wirft drei massive Tendenzen auf, die kaum noch zu ertragen sind. Die öffentliche Demütigung und Schädigung einer Frau, weil man ihrem Mann schaden wollte. Diese Frau – so wenig ich CDU- noch Wulff-Fan bin, ganz im Gegenteil – das muss ich ihr zugestehen, hat letztendlich ihre Sache als sogenannte First Lady ziemlich gut gemacht. Sie ist vergleichsweise jung in eine Aufgabe gekommen, in die sie nie gewählt wurde. Was viele der Klugscheisser akut vergessen, die die Verfehlungen von Wulff auch ihr in die Schuhe schieben wollen: Frau Wulff war politisch nicht aktiv, noch Ministerpräsidentin, noch Bundespräsidentin, sie ist lediglich die Ehefrau des höchsten Staatsoberhauptes a. D. unseres Landes und ist somit in eine Funktion gehoben worden, die die Berufswahl ihres Mann ihr zwangsläufig auferlegt hat. Diese Aufgabe hat sie angenommen gut und würdevoll erledigt. Und nein, wer glaubt, das sei ein toller Job und die Erfüllung eines weiblichen Berufslebens in netten Kostümchen Staatsbesuchern die Hand zu reichen und immer nett gestimmt zu sein, soll weiter an Märchen glauben. So kann man das natürlich emanzipatorisch hinterfragen, es ist aber immer Privatsache von ihr. Sie in die ganze Kampagne einzubeziehen, unfair, denn letztendlich ist es auch mit Job einer Ehefrau des Bundespräsidenten gegeben ausdrücklich die Klappe zu halten, sie konnte sich nicht einmal wehren in dieser damaligen besonderen Krisensituation. Wir sollten generell das Wort „Freund” aus dem Begriff „Parteifreund” entfernen.

Die andere Tendenz ist der Beweis aus diesem Vorgehen, wie sehr weit weg doch die Mitglieder der CDU (natürlich auch CSU) vom heutigen Leben und Gesetzesumfeld denken und handeln. Prostitution gilt seit Jahren in diesem Land als legal. Wenn Frauen, die dieser Tätigkeit nachgehen oder nachgegangen sind, von Politikern immer noch dergestalt vorgeführt werden, als würden sie sich einer Verfehlung strafbar machen, dann stimmt etwas ganz massiv nicht in den Hirnen dieser „Staatsträger”. Ich hoffe sehr, dass auch die zweibeinigen Dinosaurier in dieser Welt endlich aussterben mögen. Vielleicht sollten aber auch nur mal alle öffentlichen Damen die zu ihnen und bei ihnen kommenden Politiker öffentlich machen. Dann hätte wenigstens diese Art der Verlogenheit ein praktisches Ende.

Eine dritte Tendenz, vermutlich die traurigste in der ganzen Sache: Journalisten, auch solcher von bis dato als halbwegs gründlichen Journalismus bietenden Medien, haben diese Vorwürfe nachgeplappert ohne auch nur halbwegs ordnungsgemäß zu recherchieren und zu hinterfragen. Die schreibende Meute ist blind vor Bluteifer in der Masse mit gerannt und hat die Beute in aller Öffentlichkeit zerfleischen wollen. Bewusst, gewollt. Alle journalistischen Regeln über Bord werfend. Frau Wulff zwei Kinder. Zwei schützenswerte ahnungslose Kinder, diese hat die deutsche Journaille gerne gleich auch geopfert. Übrigens: die gleiche Journaille, die heute weiß, welche Parteifreunde sich für die Gerüchte verantwortlich zeigen, nennen deren Namen natürlich nicht. Selbst die FDP-Politikerin, die dergleichen Vorwürfe in ihrem Blog kommunizierte, muss sich einer öffentlichen Gegenüberstellung nicht sorgen!

Frau Wulf geht nun gegen diese Behauptungen juristisch vor. Daher glaubt das halbe Internet sie weiterhin brüskieren zu dürfen. Das macht mich unglaublich wütend. Juristisch interessant ist dabei ihr Vorgehen gegen Google. Gestern stehe ich im Supermarkt an der Kasse und ein junges Paar, ca. Anfang 20, thematisiert hinter mir die eingereichte Klage von Frau Wulff. Sie erklärt ihm den Sachverhalt bezüglich Google mit der nun immer automatischen Verknüpfung ihres Namens mit den bekannten Begriffen des horizontalen Gewerbes. Er zuckt nur die Schulter und meint (wir kennen das: Google hat 125.998 Treffer, als wird es schon stimmen!) „Na, das wird dann wohl doch auch seine Richtigkeit haben!”

Hat es eben nicht. Mittlerweile hat man nämlich dann doch in den geneigten Fachkreisen recherchiert und musste feststellen, die damals geäußerten Aussagen hinsichtlich Frau Wulffs' angeblicher beruflicher Vergangenheit berühren in keiner Weise die Realität.

Natürlich kann Frau Wulff bei alldem kaum noch gewinnen. Das beweist das kleine eben von mir geschilderte Supermarkthistörchen. Frau Wulff reicht die Klage pünktlich zum Erscheinen ihres literarischen Werkes ein und man beschuldigt sie, dies nur zu Werbezwecken zu tun. Was übrigens völlig legitim wäre, auch Frau Wulff hat als ehemalige First Lady sehr wohl das Recht die üblichen Gesetze hiesiger Marktwirtschaft anzuwenden. Vielleicht aber nutzt sie auch nur die mediale Aufmerksamkeit, der sich gerade sehr blind ihre ehemaligen Feinde, heute wieder Pseudofreunde, bedienen, um darauf hinzuweisen, in welcher Art und Weise ihr Unrecht geschehen ist. Klar, wer letzte Woche noch schön von ihrem Buch schwärmte, muss diese Woche auch über die Klage zwangsläufig schreiben. Sie ist Journalistin, sie kennt diese Regeln. Sie hat auch alles Recht der Welt sich nun dieser Regeln zu bedienen. Im übrigen bin ich mir sicher, dass eine Klage gegen Google vorzubereiten, ein juristischer Akt ist, der sehr gut und genau vorbereitet sein will und somit ausreichend Zeit beansprucht. Auch dazu hat sie mit ihren Anwälten das Recht. Es ist ein kluges Vorgehen dies besonnen anzugehen.

Derzeit stehen die Chancen gut, dass ihre Klage gegen Google vor Gericht nicht erfolgreich beschieden werden dürfte. Präzedenzfälle der Vergangenheit lassen dies vermuten. Sollte sie trotzdem gewinnen, wird sie dennoch nicht gewinnen können. Denn man wird Justitia in ihrem besonderen Fall die juristische Unabhängigkeit absprechen.

Der Punkt hierbei ist aber: wann immer die Kinder von Frau Wulff ihren Namen googlen werden, wird er ihnen gegenüber unsachgemäß mit einer Berufung präsentiert, der sie nicht gefolgt ist. Dabei ist egal, welcher Berufung. Es ist nun erwiesen die Unwahrheit. Frau Wulff muss sich ein Leben lang erklären. Alleine deswegen wünsche ich Frau Wulff hier einen Rechtsspruch zu ihren Gunsten.

Man hat ihr massiv geschadet. Mit den ältesten unfairen Mitteln der Welt, die leider auch heutzutage in unserer Gesellschaft nur allzu gut noch funktionieren. Wer das lustig findet und zudem Schwanzträger ist (meinem nichtrepräsentativen Gefühl nach reißen gerade hauptsächlich Männer in den sozialen Werken diese Witze, muss historisch bedingt sein), sollte sich mal überlegen, wie er sich fühlen würde, wenn das mit seiner Mutter, Schwester, Frau, Freundin geschähe. Nein, das ist nicht lustig!

Bester Artikel dazu im Web von Michaelis Pantlouris. Lesempfehlung.

Interessant ist dieser Artikel, denn Google kann offensichtlich auf Lobbyzuruf die Schlagwortvariablen ändern.

2012-09-08

Ist ja irre!

Diese Foodbloggerin Alexandra Neafotografiert „The Art of Afternoon Tea” nicht ihr Food. Sie zeichnet es! Und wie sie es zeichnet!

2012-09-07

Mensch, mensch, mensch …

was wir so alles mit uns Bloggern erleben …

My poor heart is achin‘

Ich weiß nicht wann, irgendwann muss ich Glumm/500 Beine aus den Augen verloren haben. Mittendrinnen in diesem ganzen eigenen Gedöns. Und dann bekommt der Kerl einfach einen Herzinfarkt.

Das eigene Facebookprofil in eine Seite wandeln …

Wann man das nur tun sollte, was man dabei wirklich beachten muss, dazu hat Kerstin Hoffmann, die deutsche PR-Bloggerqueen einen sehr guten Artikel geschrieben. Sehr hilfreich!

2012-09-05

Herr! Wirf Hirn …

Vorgestern beim schlimmen Discounter entdeckt: Bruschetta. In der Tiefkühltruhe. Für den nicht italienischen Küchenkonsument: Bruschetta wird gerne in italienischen Restaurants als Hors d'oeuvre gereicht. Also wurde früher als Hors d'oeuvre, seit die Restaurants wissen, der Kunde mag das Zeug, wird es in der Speisekarte aufgelistet, darf bezahlt werden und hat seither meist deutlich in der gereichten Qualität nachgelassen.

Bruschetta besteht aus einer kleinen Scheibe Weißbrot, beim Italiener würde man es Giabatta nennen. Ab und an wird es noch geröstet, so dass es warm auf den Tisch kommt – das ist dann ein Qualitätsmerkmal sondergleichen. Oben auf die Scheibe Brot kommt dann ca. ein Esslöffel kleingeschnittene Tomate hier und da verfeinert mit wahlweise kleingeschnittenen Zwiebeln und/oder Knoblauch und/oder frischen Basilikum und/oder Petersilie, immer mit einem Schuss Olivenöl.

Die Zubereitung von Bruschetta besteht also darin, dass man eine Scheibe Brot abschneidet ggfs. diese in einer Pfanne mit etwas Öl anröstet. Dann schneidet man eine Tomate und/oder Zwiebel und/oder Knoblauchzehe und/oder Basilikum/Petersilie klein und verrührt mit etwas Olivenöl und richtet auf dem Brot an.

Die Zubereitung von Bruschetta ist ein Witz. Das können auch die allergrößten Kochlegastheniker vor dem Herren.

WARUM also muss mir diese bescheuerte Foodindustrie diesen Witz von einem Essen in Plastikfolie eingeschweißt und Pappe verpackt aus dem Tiefkühler anbieten? WARUM? Ja, manchmal wünschte ich mir, es gäbe Dinge in dieser freien Marktwirktschaft, die würden verboten!

2012-09-04

made my day

Frau Nullzeitgenerator mit „mützeglatze” und verschiedene Perspektiven auf Schwanzologien.

2012-09-03

Herr M. ist nicht mehr.

Ich kannte Herrn M. gar nicht. Frau Lotta Lotter kannte ihn eigentlich auch nicht. Aber sie hat sich gekümmert. Einmal hat sie ihn getroffen, da war er schon am hinübergehen. Am Freitag, da hat sie ihm vorgelesen. Als sie Samstag nach ihm sehen wollte, hatte er es gerade geschafft. Herr M. war weit in seinen Achtzigern, Magenkrebsbesitzer, Vater von sieben Kindern und keines war da, bevor und als er starb.

Obwohl nun Herr M. Samstag gegangen ist, war er gestern, am Sonntag, mit Frau Lotta Lotter und ihrem Volvo, den wir beide sehr lieben, und mir auf Tour. Uli war auch dabei. Uli ist auch schon weg. Lange schon. Ich ehre die ehrenamtliche Arbeit von ihr, der Lotto Lotter, die Gespräche darüber, denn sie lehren mich viel über den Tod, die wichtigen Fragen beim Sterben, die wir heute für uns alle nicht auf dem Plan haben. Es fehlt uns doch allen an Erfahrung darin. Wenn es soweit ist, wird es zu spät sein die Dinge zu klären, die dann relevanten Fragen vorab beantwortet zu haben, das steht fest.

Da Frau Lotta Lotter Herrn M. erstmals traf, als er bereits nicht mehr kommunizieren konnte, wusste sie nicht, ob er Nähe mag oder was er überhaupt gerne mochte. Das ist schwierig beim Sterben mit der körperlichen Nähe, denn die menschliche Ehre lässt es nicht zu, den Sterbenden einfach anzutatschen – vielleicht sehnt er sich danach, vielleicht bereitet es ihm Qualen? Frau Lotta Lotter sagt immer, man muss so etwas aufschreiben. Wenn man zum Beispiel gerne zwischen den Zehen gekrault wird oder hinter dem Ohrläppchen, lieber auf dem Rücken liegen will, soll man das verflucht noch mal vorher aufschreiben. Wie sollen denn die Menschen im Hospiz wissen, was mann so gerne mag? Und was überhaupt nicht? Und nur wenn sie es wissen, können sie einem das Sterben so schön wie möglich machen, was doch in ihrem erklärten Sinn liegt: ein schönes Sterben unter gegebenen Umständen. Selber wird man sich kaum kümmern können in diesem Moment.

Frau Lotta Lotter hat Herrn M. also vorgelesen. Sie sagt, er schien entspannt. Jedenfalls war da nichts in seinem Gesicht an seinem Körper, das hätte erkennen lassen, er wolle das nicht. Ich fragte, „Was?” und sie sagte „Konsalik.” „Konsalik?!”, fragte ich zurück? „Ja”, sagte sie. Auch etwas unglücklich darüber die Schultern zuckend. Denn man weiß es nicht, vielleicht hat Herr M. Konsalik sehr gerne gemocht. Vielleicht auch nicht. Ich sage Frau Lotta Lotter, ich möchte bitte nicht Konsalik vorgelesen bekommen. Vorgelesen bekommen, finde ich an sich sehr schön und kann mir das auch für mich gut vorstellen. Ich sage, mir soll man lieber von Kishon vorlesen oder Max Goldt, Roald Dahl. Ich bekäme sicherlich gerne Bücher mit einem besonderen Humor vorgelesen. Ich habe nun sehr große Angst, man könnte mir, weil keiner weiß was ich gerne vorgelesen bekommen möchte, aus einem Hera Lind-Buch vorlesen wenn es soweit ist. Dann doch lieber die Bäckerblume.

Fatal wenn jemand glaubt, das wäre einem zu diesem Zeitpunkt längst egal. Ich bezweifle das stark. Ich weiß, wie ich leiden kann, wenn man mich mit der falschen Musik im Supermarkt beschallt. Und an der Kasse stehen ist ja nun längst nicht so ein intimer intensiver Moment wie mein Sterben. Also stelle man sich vor, man liegt da, stirbt – vielleicht über viele Tage – und wird von einem Lebenden vor dessen Lieblingsradiosender geparkt, aus dem Volksmusik erklingt. Musik fände ich nämlich auch schön, in Maßen. So wippend und zappelnd hinübergleiten, vielleicht bei richtig coolem Funk die Biege machen, stelle ich mir sehr charmant vor.

Nein, ich habe auch keine Ahnung. Ich kann mir nur vorstellen und es wird niemand meiner Vorstellung gerecht werden können, wenn ich nicht aufschreibe für meinen möglichen Hospizmoment, wie und was ich gerne mag.

Aufschreiben! Herr M., da danke ich Ihnen jetzt! Denn ich habe von Ihnen etwas gelernt. Nämlich, dass man sich rechtzeitig vorher mit viel Liebe betrachtet und sich überlegt, was man sich für sich wünschen würde, um einen möglichst schönen Übergang zu haben. Wer sich selbst ein bisschen mag, sollte sich diesen Moment im Vorfeld gut gestalten. Denn vielleicht können ja diese Wünsche eines Tages erfüllt werden. Ich glaube, es stirbt sich schöner mit letzten erfüllten Wünschen als mit reinen Vermutungen. Das beste Wohlwollen gepaart mit Unwissen, könnte wohl recht quälend sein. Also Herr M., machen Sie es gut!

Tipp von Frau Lotta Lotter: das Vorsorgebuch. Kaufen, ausfüllen, hinterlegen. Es ist heute ganz einfach, die unangenehmen Dinge zu regeln.

2012-08-30

So …

… alles was ich im Haushalt zur Zeit anfasse, geht kaputt: Waschmaschine, Vileda-Wischdings u.s.w. u.s.f.

Wo zum Henker sind die gutgebauten Putzhelfer im Slip, wenn man sie mal dringend braucht?

Verkaufe InDesign CS 5 Lizenz deutsch für Apple

Fakt 1: Die Lizenz habe ich Anfang letzten Jahres auf einem Treffen der InDesign-User-Group gewonnen und habe sie nie aktiviert. Es ist tatsächlich ein Key, mit dem man die bei Adobe herunter geladene Software frei schaltet (also keine physikalischen CDs/Paket etc.). Ich versende nach Zahlungseingang die Mail-Korrespondenz mit dem Key. Und kann an Eidesstatt erklären, dass dieser nie von mir oder anderen aktiviert worden ist.

Ich habe die Lizenz nie gebraucht, weil bei mir auf dem Rechner die Suite schon installiert war und hätte, wenn, lieber die damals aktuellere Photoshop-Version haben wollen. Aber so ein Tausch war wohl nicht möglich. Nun ja, gewisse traumatische Ereignisse im vergangenen Jahr haben die ganze Sache bei mir in den Hintergrund treten lassen, sonst hätte ich sie schon angeboten. Auf alle Fälle ist die Lizenz zum gängigen Markpreis auf die derzeit aktuelle InDesign CS 6 upgradefähig. Das habe ich von der Mitarbeitern von Adobe schriftlich.

Fakt 2: Die Waschmaschine ist nun endgültig kaputt. Ich brauche also derzeit dringend etwas Geld, um dieser Waschmisere zu entkommen.

Ich glaube € 500,– sind ein realistischer Preis. Wer mag, schickt mir einfach eine Mail an creezy at gmx.de. Bin für spontane Verlinkungen auch sehr dankbar.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Winkekatze & Putzekatze

Winkekatze nicht winkend, Putzekatze nicht schäumend …



2012-08-29

Mitläufer – wir gehen mit!

Ich möchte Euch ein sehr schönes Projekt vorstellen: Die Mitläufer – wir gehen mit und Euch einladen aktiv dabei mitzumachen.

Aufgeschreckt von einem Artikel in der FAZ, wie mit nach Arbeit suchenden Menschen bei der Arbeitsagentur bzw. den Jobcentern umgegangen wird, welche Regeln von Amtsseite verletzt werden, haben die Organisatoren mit Mitläufer eine Plattform im Netz entwickelt, auf der sich Menschen, die sich Begleitung für Amtsgänge, vorrangig bei den Arbeitsagenturen wünschen und Menschen, die als Zeugen, Trostspender, Motivatoren einfach mitgehen wollen, zusammenfinden können.

Warum so eine Begleitung, die von jedem von uns mit etwas Zeitaufwand aber ohne notwendiges Fachwissen aktiv durchgeführt werden kann, notwendig ist, kann in dem Artikel nachgelesen werden:

Die Jobcenter teilen ihre Kunden in mehrere Kohorten ein: arbeitsmarktnah, arbeitsmarktfern, nicht vermittelbar. Doch es gibt auch eine inoffizielle Kategorie: Kunden, die ihre Rechte kennen. Sie kommen oft zu zweit aufs Amt, begleiten sich gegenseitig. Insider berichten, das seien etwa zwei Prozent der Kunden. „Wären es fünf bis zehn Prozent“, so ein Insider, „könnten wir einpacken“.

Möglicherweise kann so ein Mitlauf dem einen oder anderen Zweifler an den realen Wünschen von Lanzgeitarbeitslosen Arbeit zu finden auch ein wenig die Augen öffnen für die tatsächliche Arbeitssituation in diesem Land. Und dem System der Hartzkonzeptionen. Dahingehend wie wenig tatsächlich unterstützend seitens der Agentur bei der Suche mitgewirkt wird, wie kontraproduktiv lieber an vielen Orten sanktioniert wird aus der Hilflosigkeit (oder aufgrund von Anweisungen von oben) heraus.

Mitmachen! Kostet nicht mehr als einen Tag Urlaub oder Freizeit! Oder verlinken, aufmerksam machen ist auch hilfreich.

Leon – Backen Herzhaft & Süß



Die charmante Katharina Hönk von Valentinas Kochbuch fragte mich neulich (endlich!), ob ich Lust hätte ein neu erschienenes Kochbuch zu rezensieren. Hatte ich! Für mich war es insofern eine besondere Herausforderung, weil ich a) mich als Waage nie entscheiden kann (koche bitte drei Rezepte nach!) und b) ich mich ja selten an Kochrezepte halten kann, was ich hier allerdings musste. Was für eine Gaudi!

Meine Rezension gemeinsam mit denen der beiden anderen Mitbäckerinnen lest Ihr drüben bei Valentinas Kochbuch! Ich bin die in rot.

Bleibt hier noch Fotos nachzureichen für das wirklich unglaublich leckere Eis: „>Brunos pochierte Erdbeeren mit Grüner-Pfeffer-Eiscreme”. Mit diesem Eis kann man auch Gäste begeistern, die nicht so auf Süßes stehen, bin ich mir sicher!



Von den Makronen gibt es kein Foto. Die und ich waren einfach kein Pärchen.

Ganz wundervoll fand ich die Französische Zwiebeltarte, weil sehr einfach und dünnteigig. (Dicke Pizzaböden hasse ich wie Mückenstiche zwischen den Zehen.) Alleine die Zwiebeln zu dünsten, war ein aromatisches Freudenfest! Wird übrigens mit Dinkelmehl gemacht, wer also mit Weizen ein Problem hat … nur zu!

Zutaten

Teig
125 g Dinkelmehl
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
100 g kalte Butter in Stücken
4 EL Eiswasser

Belag

5 EL Olivenöl
2 Zwiebeln (in dünne Ringe geschnitten)
1 TL Essig
1 kleines Bund Thymian
50 g schwarze Oliven
6 Anchovis
Salz und Pfeffer
1 Ei


Zubereitung

Die Zutaten für den Teig werden vermischt und die Butter wird in Stücken so groß wie Knoblauchzehen ungefähr mit dem Messer eingearbeitet. Da der Teig nur kurz verknetet wird, bleiben die Stücke so erhalten und der Teig wird so ähnlich einem Blätterteig – nur in ganz simpel erstellt. Dann das kalte Wasser hinzugeben, verkneten, ab in Folie und in den Kühlschrank für mindestens 30 Minuten. Später wird er relativ dünn auf Mehl ausgerollt, maximal 3 mm dick und auf das Backblech auf Backpapier gelegt.



Die Zwiebelringe werden in Öl leicht angebraten, dann wird mit Essig ggf. zwei Esslöffel Wasser abgelöscht. Die Zwiebel kommen von der Pfanne und werden mit dem Thymian gewürzt. Der ausgerollte Teig wird mit den Zwiebeln, dann mit Anchovis und den (im Originalrezept entsteinten und in Hälfte geschnittenen, habe ich mir geschenkt) Oliven belegt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Den Rand mit dem Ei bestreichen.

Ab in den Ofen für ca. 25-30 Minuten bei 160 Grad/Gas Stufe 3.



Anmerkung, die hier angegebene Menge ist wirklich minimal (ergibt vier kleinere Fladen oder einen größeren) und ist sehr schnell gegessen – also bei mehreren hungrigen Essers lieber gleich die Teigmenge verdreifachen und die anderen Stücke nach Gusto mit anderen leckeren Dingen belegen wie z. B. getrocknete Tomaten und Mozzarella oder Salami und Pepperoni etc.

2012-08-28

Aussicht auf Kochbuchfreude!

Wer „So schmecken Wildpflanzen” gelesen und die wundervollen Rezepte daraus nachgekocht hat (ich glaube, meine gesamte Twitterfoodbloggertimeline hat bereits mehrfach den Holundersirup aus dem Buch zubereitet), der weiß, das Buch steht für ein wildes Bewusstsein an natürlicher Qualität.

Nun haben es der Meisterkoch Meinrad Neukirchner und Foodjournalistin Katharina Seiser, Katha von esskultur wieder getan und sich diese Mal das vegetarische Österreich auf die Koch- und Autorenstange geschrieben. „Österreich vegetarisch” erscheint am 17. September 2012. Es muss ein wundervolles Buch sein, denn alleine wenn ich an die vielen großartigen Mehlspeisen denke, für die die Küche Österreichs ja steht – und die ich persönlich über alles liebe!

Ich schätze an Katha so sehr, wie verdient sie sich für die österreichische Küche und natürlich Produkte macht, sich gleichfalls so stark für die Foodblogszene aus Österreich einsetzt – die tolle Blogs bietet!

Das neue Buch (als auch der Vorgänger) können bei Katha im Blog vorbestellt werden, wer bis zum 17.09.2012 bestellt, erhält die Lieferung ohne Versandkosten zugestellt und auf Wunsch auch mit Widmung der Autorin!

2012-08-27

Wandern

Yewa läuft seit Samstag zu Fuß von München nach Verona und erfüllt sich damit einen lange gehegten und geplanten Traum. Die Fernwanderin bloggt von der Reise in ihrem Blog: Auf Schusters Rappen.

Pasta mit Siedefleisch



Ich äußerte mich neulich schon angetan von diesem Kochbuchgeschenk „Trattoria-Tour Eine kulinarische Reise durch Italiens Lieblingslokale” von Bertolli. Man hat also quer durch Italien in den einfachen Restaurants der verschiedenen Regionen gespeist, offensichtlich gut und das eine und andere Rezept in dieses Buch geschrieben.

Es ist ein einfaches Kochbuch, dem man als Koch nachsehen muss, dass hier und dort dann bei den genannten Kochzutaten die Sugo oder das Pesto mit dem Firmenname verknüpft ist, aber dieser höflichen Empfehlung kann man elegant durch selber kochen entkommen, alternativ ihr auch einfach nachgehen. Bei Nennung von Knorr zum Thema Gemüsebrühe schüttelt es mich persönlich ein wenig, aber nu', das Buch ist ein Produkt der Marktingeinheit und soll es denn eben sein.

Zwei Rezepte habe ich bisher flugs nachgekocht. Das unglaublich gute Tomatenhuhn, dem leider kurz vor Einschub in den Ofen meine königsblaue Lieblingskeramikauflaufform zum Opfer fiel (ich will nicht darüber reden!), was die ganze Chose visuell unattraktiv werden ließ und das Rezept mit dem Siedefleisch, das sehr einfach und daher unglaublich lecker war.

Zutaten

Siedefleisch
500 g Suppenfleisch vom Rind
1 Suppengrün
1 Zwiebel
Salz und Peffer

Sugo
1 Kilo reife Cherrystrauchtomaten
2 Esslöffel Olivenöl
4 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Esslöffel Zucker
1 kleine Dose Tomatenmark, dreifach konzentriert
Salz, Pfeffer
frische Kräuter: Thymian, Rosmarin, Oregano
Basilikum

Zubereitung

Das Rezept habe ich, wie immer, höflich zur Kenntnis genommen und mein ureigenes Ding daraus gedreht. Es ist schon erstaunlich, wie selten ich es hinbekomme ein Rezept 1:1 nachzukochen. Im Grunde genommen, ist es Suppenfleisch in Sugo zubereitet. Im Originalrezept wird es mit mit mehr Zwiebel zubereitet, auch kommt Salbei hinzu und wird lediglich mit Brot angereicht, ich sortierte Pasta dazu.

Zunächst wurde ein schönes Stück Suppenfleisch (ca. 500 g) mit einem Suppengrün, Zwiebel, Salz und Pfeffer aufgesetzt und durfte ca. 2 Stunden vor sich hin köcheln. Wenn es fertig ist, wird das Fleisch aus der Brühe genommen und in sehr kleine Stücke geschnitten. So klein, dass Fleisch mit Nudeln nachher von einer Gabel aufgenommen werden können.

Dann habe ich die einfach(ste) (pfui!) Sugo der Welt zubereitet, für mich die beste, die sich im Grunde selber macht. Die sehr klein geschnittenen Zwiebeln kommen ins Olivenöl und werden glasig gedünstet. Dann kommen die Cherrystrauchtomaten in den Topf und zwar ganz! Also so:



Ich pfeife auf Stengel entfernen, Kerne entfernen oder Gehäuse schälen. Das dem grünen Stengel der Tomate angedichtete giftig wirkende Solanin befindet sich dort nicht, sondern allenfalls in noch grünen Bereichen der Schale einer unreifen Tomate. (Und man müsste schon mehrere Kilo solcher Tomaten essen, bevor sich das Gift beim Menschen bemerkbar macht.) Je nach Tomatenart verkocht der grüne Ansatz mit Schale meist und selbst, wenn die Sorte eine härtere Schale besitzt: ich mag das Ganze der Frucht in meinem Sugo. Ich finde die Sugo mit etwas Haut und Kernen genau richtig und es täte mir in der Seele weh, so viel von der Tomate dem Abfall zu überlassen. Aber das ist jedem selbst vorbehalten, natürlich ließe sich meine Sugovariante zum Schluss mit dem Pürierstab klein mixen.



Wenn die Tomaten nach kurzer Zeit anfangen aufzuplatzen, streue ich etwa 1 Esslöffel Zucker darüber, nun kommt der klein geschnitten Knoblauch hinzu. Wer es mehr arabiata mag, gibt nun auch Chili nach Gusto dazu, ebenso Salz und Pfeffer und die frischen klein geschnittenen Kräuter. Das Ganze darf jetzt bei geschlossenem Topf und zurück genommener Hitze vor sich hin schmoren. Sind nach einer Weile die Tomaten so gut wie zerfallen, rühre ich das Tomatenmark unter. Tomatenmark nutze ich in diesem Fall einerseits zur Bindung, andererseits zur Farbgebung. Die Sugo wird so einfach deutlich hübscher, weil sehr appetitlich rot. Sie darf nun weiter auf ganz kleiner Hitze reduzieren und köchelt so zwei Stunden lang. Mindestens.



Ganz zum Schluss kommt das frische klein geschnittene Basilikum dazu. Da ich grundsätzlich einen großen Topf ansetze, wird die eine Hälfte der Sugo eingekocht (in mit heißem Wasser ausgespülte Gläser füllen, Deckel drauf, umdrehen: hält sich monatelang im Kühlschrank) oder eingefroren. So habe ich immer eine Portion auf Lager bei Bedarf und auch in weniger tomatenprächtigen Zeiten.

Hier kommt in die Portion jedoch das Siedefleisch und alles darf nochmals ca. 20 Minuten kochen. Serviert wird Sugo und Siedefleisch auf Pasta, auf Wunsch mit Parmesan.

Macht ziemlich glücklich. Schmeckt einen Tag später übrigens noch besser!

2012-08-26

Meine Güte!

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Code von Statcounter in meinem Blog eingebunden habe. Schätzungsweise ein Jahr nach Start von Holy Fruit Salad.

Heute gehe ich mal wieder Links gucken, denn wenn ich ehrlich bin, nutze ich in letzter Zeit Statcounter hauptsächlich, um Blogs kennenzulernen, die auf mich verlinken. Ich habe im Schnitt 500-600 Leser werktags, ca. 400 am Wochenende (ohne Feeds). Jut ist's, also ist für ein deutsches 08/15 Blog, glaube ich, ganz okay.

Nun lese ich heute eine Zahl, die mich tatsächlich nun doch ein bisschen umhaut, denn die Millionen-Marke ist geknackt Das beeindruckt mich nun schon ein bisschen …



Irgendwie schön, das alles. Also dieses Bloggerleben mit Euch!

In diesem Sinne: Dankeschön! Für die Treue und das Wiederkommen, das Kommentieren, das mit mir leben, lesen, erleben, ertragen! Bleibt bitte gesund!

Rettet die Prinzessinnengärten!

Und wieder einmal soll in Berlin eine viel genutzte Freiraumfläche dem schnöden Kommerz geopfert werden. Mit dem Verkauf des Geländes der Prinzessinnengärten würden wieder ein Stück Berliner Subkultur sterben.

Gerade die Prinzessinnengärten tragen in diesem Umfeld als Naherholungsfläche bei und sind ein gelungener Ausgleich hinsichtlich der jüngsten Entwicklung in diesem Bereich der Stadt. Hier treffen Kommerz, Kunst und grüner Freiraum in einem ausgewogenen Maß aufeinander und machen den Bereich um den Moritzplatz besonders lebenswert. Dieses Umfeld gilt es zu schützen!

Die Petition an den Berliner Senat den Verkauf zu verhindern, kann hier gezeichnet werden!

2012-08-24

Hilfe ist nötig!

Ich besuche hier in Berlin oft die InDesign User Group. Eine meiner Mitstreiterin, Michaela, ist, wie ich gerade gelesen habe, im Mai mit einer Krebsdiagnose konfrontiert worden. Sie ist Freiberuflerin und musste daraufhin ihre Selbstständigkeit quittieren. das bedeutet letztendlich besondere finanzielle Not, da fehlt sogar das Geld für die Zuzahlungen der medizinischen Versorgung.

Die in diesem Link angebotenen Geräte bzw. die Software sind vermutlich schon verkauft. Aber jede noch so kleine Spende würde Michaela helfen durch die Therapiezeit zu kommen. Denn jetzt steht die Reha an.

Hier der Link zu betterplace.org.

Vielen Dank für das Mitmachen!

Edit, Dezember 2012: Michaela ist im November 2012 eingeschlafen.

Neues vom Allerweltstypen

Ich stehe gestern Abend am Kotti in der kleinen Fischhandlung. Souterrain. Ein Serviceladen in dem einen der Händler fragt, ob er die 300 g Sardellen noch ausnehmen soll!

Vor mir ist ein Kunde dran, der ordentlich einkauft, so dass ich versucht bin, mich bei ihm zum Abendessen einzuladen. Ich gucke mir das Angebot an und stelle fest, dass es wieder Muscheln gibt. In der Kühltheke liegt – außer Miesmuscheln – ein Sack Vonogelnmuscheln.

Kommt ein Typ rein, Helm unter dem Arm, grätscht den beiden ins Verkaufsgespräch und drängelt letztendlich sich somit vor meine Wenigkeit und raunzt den Verkäufer an, ob er denn Vongolenmuscheln hätte. Der meint ja und zeigt auf die Theke. Der Typ pflanzt sich zwischen den anderen Gast und mich, guckt auf den Sack und meint dann: „Die sind ja ziemlich klein, oder?” (sic!) Dann stellt er fest, er würde jetzt erst mal zu Bank gehen und der Verkäufer solle ihm den Sack reservieren. Und geht.

Ich gucke ihm hinterher, in mir schüttelt sich der Kopf. Ich gebe zu, kurzweilig bin ich versucht mein Abendessen auf Muscheln umzustellen.

Nun, ist so ein Verhalten in letzter Zeit in meinem Erleben leider keine Seltenheit mehr. Typen (ja, muss ich jetzt hier sagen: es sind hauptsächlich Typen) stellen sich im Vertriebsumfeld, das eine Wartesituation notwendig macht, mit einer primatösen Selbstverständlichkeit in die nächste noch so kleine Lücke, manchmal nicht einmal mehr das, und meinen damit, sie seien auf der Stelle dran zu kommen. Sie gucken nicht nach rechts, noch nach links mit einem völligen Unverständnis, dass sich dort andere befindliche Personen zufällig nicht just for fun dort aufhalten.

Jungs, die Art von Egonummer geht mir auf den Sack! Und wenn Ihr das nächste Mal von mir eine zynische Ansage bekommt (bis jetzt war ich immer höflich), nein, ich bin nicht zickig; ich hab's bloß satt.

2012-08-23

Kunstformen, die mir politisch nicht auf die Sprünge helfen …

Die Aufregung um die russische Mädchenkombo dieser Tage, war hierzulande enorm. Gelegentlich war ich geneigt – möge man mir bitte den Zynismus und die Abgeklärtheit meines hohen Alters nachsehen – die hätten die Gören in Russland installiert, damit hierzulande (und wahrscheinlich auch in anderen medialen Sommerlöchern weiterer europäischer Nationen) Merkel wieder irgendwelche Gesetzesvorlagen an uns (also mehr an unserer hiesigen beduselten Presse) elegant vorbei winken kann.

Ich muss mich wohl selbst als religiös schimpfen. Ich nenne Buddhismus zwar lieber Philosophie. Dennoch gibt es in meiner Philosophie ein paar glücklich machende Rituale, die das Gefühl einer religiösen Abhandlung aufkommen lassen; auch wenn ich das lieber Meditation (und es gerne mit Joggen gehen vergleiche) nenne. Was aber auch immer: ich schätze es persönlich sehr, dass in dieser Welt meiner Religion und auch in unserer Gemeinschaft, mich per se erst einmal niemand mit politischen Ideen, Kritiken etc. nervt. Es geht nicht ums Ausblenden. Wer mich kennt, weiß, ich bin eine politisch und dabei oft kritische Person. Aber Politik bitte dort, Religion bitte da. Beides mischen funktioniert nicht gut, das wissen, glaube ich, aus jahrhundertlangen Erfahrungen, die bis ins Heute reichen, alle ziemlich gut. Ich möchte nicht die bekannten Fehler anderer persönlich nochmals nachbilden. Zumal ich persönlich meine Religion/Philosophie sehr bewusst als einen Zufluchtsort fern von politischen Welten verstehe.

Ich kann Kritik an Putin verstehen. Wenn mir ein Politiker sehr suspekt ist, dann ist es er. Ich kann auch Kritik an der Kirche verstehen. Auch kann ich Kritik an der russisch-orthodoxsen Kirche nachvollziehen. Ansonsten verstehe ich verhältnismäßig wenig vom derzeitigen politischen System in Russland, mangels meiner Sprachkenntnisse. Ich bin auf die Deutung anderer angewiesen, die sich oft mit subjektiven Eindrücken mischen. Letztendlich kann ich nur ahnen, und das ist sicher nichts Gutes.

Aus meinem persönlichen Empfinden kann ich aber auch verstehen, dass es gläubige Menschen nicht lustig finden in einem Gotteshaus, ihrem persönlichen Zufluchtsort, von der politischen Meinung anderer penetriert zu werden. (Und penetriert habe ich an dieser Stelle sehr bewusst gewählt, das erklärt sich dann aus der Lektüre des unten verlinkten Artikels.) Protest, der in seiner Ausführung andere – unbeteiligte – Menschen verletzt, ob nun mental, physisch oder psychisch, ist immer kontraproduktiv. Aus etwas Ungutem wird selten etwas Gutes geschaffen.

So habe ich die Aktion dieser russischen Frauen nicht verstanden. Ich fand sie respektlos. Bei aktiv zelebrierter Respektlosigkeit mag ich nicht mehr gerne einen möglicherweise guten, noch einen wertvollen Sinn hinterfragen, bei allem Verständnis und verstandener Relevanz hinsichtlich der notwendigen politischen Auseinandersetzung in dieser noch russischen jungen Demokratie, die meinem Verständnis nach, sehr laut hinterfragt gilt hinsichtlich ihrer derzeitigen Regierung.

Seit jeher werden Menschen, die sich in einem öffentlichen Umfeld nicht angemessen verhalten, vom Gesetz des jeweiligen Landes bestraft. So darf ich hierzulande nicht am helllichten Tag in irgendeinem Park, auf irgendeiner Parkbank mich meinen sexuellen Gelüsten hingeben, ohne dafür abgestraft zu werden. Dafür gäbe es übrigens auch in Deutschland keine Ordnungsstrafen, üblicherweise werden dann Haftstrafen ausgsprochen. Auch Rowdytum im deutschen Straßenverkehr wird abgestraft. Mitglieder der russischen Mädchenkombo ficken in öffentlichen Museen, masturbieren mit Hühnern in Supermärkten. Gerne tun sie die Dinge vor Augen von Kindern, teilweise den eigenen Kindern die somit bei Aktionen instrumentalisiert werden. Dafür habe ich ungefähr null bis gar kein Verständnis. Dafür wurden sie bis dato mehrfach lediglich verwarnt, nie abgestraft. Das nenne ich vom russischen System vergleichsweise moderat reagiert.

Wie schön, dass pünktlich zur Verurteilung dann auch der russischen Mädchenkombo neue Platte auf den Markt kam. Sorry, Punk geht m. E. nach anders. Punk ist Handeln aus Kritik an dem System ohne ein daran offensichtlich gebundenes finanzielles Interesse. Ich erinnere mich gut, ich war schon dabei, als das Wort geboren wurde. Punk ist für mich nicht das Instrument einer schnöden PR-Kampagne für eine gehypte Mädchenkombo, die in Russland offensichtlich niemanden hinter den Ofen hervor lockt, weil ihre Aktionen ein ganzes Land nur noch abnervt bis peinlich berührt. Übrigens verstehe ich dabei gerade Russland nicht als ein sexuell unaufgeklärtes prüdes Land. Nun hat man dabei einem wegbrechenden Absatzmarkt im eigenen Land dann jetzt den gesamteuropäischen Markt hinzugewonnen. Sehr sicher bin ich, Putin wird den juristischen Rest in seinem Imagesinne schon zeitnah richten. Und ständig muss ich an t.A.T.u. denken.

Höfliche Leseempfehlung: „Wer sich schon mal die Frage gestellt hat, warum der Support seitens der russischen Bevölkerung gegenüber Pussy Riot vergleichsweise eher verhalten ist, der kommt ganz schnell zu dem Schluss, dass das gesamte russische Volk gewisslich dermassen gebrainwashed von Putins Angst-und Schreckensregierung ist […] Vielleicht haben die Russen aber auch einen entscheidenden Vorteil uns gegenüber: Die können russisch!”

2012-08-21

Zigarettenkonsumentengedöns

Nun wird also gerade diskutiert, ob man Zigarettenpackungen, nachdem Krankheits- und Todeswarnungen offensichtlich der totale Abschrecker* waren *zynismustag_off, nicht mit ätzenden Fotos beklebt, diesen sogenannten Schockbildern.

Hat schon mal irgendein Freddy Krüger-Film verhindert, dass Menschen in der Folge keine spitzen scharfen Gegenstände mehr verwenden?

Ich möchte an dieser Stelle als Nichtraucherin – die grundsätzlich der Meinung ist, ihr soziales Umfeld kann selbst bestimmmen womit es sich krank macht oder umbringt, denn immerhin können wir, also Nichtraucher und Raucher gemeinsam, es allermeist dennoch nicht selbst bestimmen, was die eigentlich größere Tragik ist – eine Sache zur allgemeinen Kenntnis geben: es kotzt mich regelmäßig sehr an, dass ich an der Supermarktkasse als Unbeteiligte mir ständig einen von Tod und Krankheit erzählen lassen muss. Beim Einkaufen. Von zum Beispiel sehr gesunden Genuss- oder auch nur Ernährungsware. Ob die Packungen nun vor oder hinter mir auf dem Kassenband liegen oder in diesen völlig bescheuert verbarrikadierten Ausgabegeräten zu lesen sind. Ich will einkaufen gehen können, ohne ständig mit Tod und Krankheit konfrontiert zu sein.

Dann sperrt die Dinger doch richtig weg, so dass Raucher sich in langen Schlangen an Ausgabestellen ihre Rationen einkaufen müssen. Ich glaube, Bequemlichkeit ist der viel bessere Verhinderer* als dieser Pseudowarndummsinn. (*Mein persönlicher Eindruck nach dieser in geschlossenen Räumen Rauchverbotnummer.)

Katzenbesitzer sind ja schon …

… gelegentlich ein klitzekleines bisschen sehr überhebliches Pack.

2012-08-20

Zu Gast im Martinello und bei Bertollis Trattoria Tour

Peggy von Multikulinarisches sprach mich neulich an, ob ich im Rahmen der Bertolli Trattoria Tour durch Deutschland im Hauptstädtchen Gast bei einem Abendessen in einer Trattoria sein wollte. Wollte ich. Bertolli fährt Trattorien an, die vorab von Gästen im Internet empfohlen wurden, lädt neue Gäste ein und von den Rezepten, die die Köche herausrücken, gibt es dann später ein Kochbuch.

So geschehen schon in Italien, (das Buch liegt mir hier übrigens vor und wurde von mir in dieser Woche schon zwei Mal als Kochvorlage verwendet, denn die Rezepte sind wirklich lecker) nun auch in Deutschland Warum auch nicht? Gute italienische Küche gibt es mittlerweile wirklich überall!

Vergangenen Samstag trafen wir uns dann in kleiner Runde bei Martinello in Kreuzberg, in der Reichenbergerstraße 115 in 10999 Berlin. Peggy, ihr Mittagskocher, Jan-Peter vom nomy und Marco (Bertolli). Zwei weitere Gäste mussten leider abgesagen, die Gewinnspielteilnehmerin kam nicht und sagte auch nicht ab (tut man wohl heutzutage nicht mehr, wenn andere Menschen mit dem Essen auf einen warten). So hatten wir einen unterhaltsamen etwas längeren Aperitif mit einem wundervollen trockenen Prosseco Rosé Brut (Sergio De Casale, von dem alle Weine, die in der Trattoria erhältlich sind, stammen),



von dem ich mich den Rest des Abends nicht mehr loseisen wollte. In lauen Sommernächten darf man das aber auch, finde ich! Wir saßen draußen an einem perfekt italienisch gedeckten Tisch und genossen den Abend in angenehmer und in leckerer Gesellschaft.



Martina und Angelo, kurz Martinello,

betreiben eine winzig kleine Trattoria nicht weit vom Kotti im besten Kreuzberger Kiez. Die gute Nachricht für mich: zu Fuß erreichbar. In der Trattoria haben minimal ein Tisch, maximal, zieht im Winter die Eistruhe aus, zwei Tische Platz. Im Sommer sitzt man sowieso draußen und genießt die Antipasti und frischen Pastagerichte, Risotto und Gerichte von der Speisekarte. Für den Fisch- oder Fleischfan ist immer etwas dabei. Angelo kocht in einer bemerkenswert kleinen Küche (nie wieder nenne ich meine Küche klein)



über den Gang im Treppenhaus, während sich Martina mit einer Servierkraft den Tresen teilt und die traumhafte Essigbar bedient. Zu dieser später mehr.
Die Vorspeise italienisch klassisch: Antipasti. Vitello Tonnato satt.



Dazu eine selbst gemachte Paté und sehr frischen knackigen Staudensellerie, den ich selten so lecker gegessen habe! Für mich ein völlig neues Sellerie-Gefühl, und ich esse ihn eigentlich auch in der holzigeren Variante (kannte ihn bisher kaum anders), dieser hier war etwas Besonderes, weil sehr zart. Besonders hervorzuheben bei den Antipasti ist das wirklich gute Brot, sehr knusprig, innen schön luftig und saftig. Wird laut Martina von einem Inder geliefert und hebt sich wirklich von dem immer schlechter werdenden Weißbrot in der Berliner Gastronomie (auch in der gehobeneren) ab. Man serviert hier nur noch trockenes geschmackloses türkisches Fladenbrot und das nervt sehr, wenn es sich nicht um türkische Küche handelt. Sehr sehr lecker, wirklich perfekt: das Bruschetta. Reife Tomaten, perfekt mit Öl abgestimmt. Einfach gut.



Die besten Oliven meines Lebens habe ich Samstag gegessen, ganz große, fleischige grüne „Königsoliven”, die ich so schnell nicht vergessen werde. Und ja, ich bin ein bisschen froh, dass ich weiß, wo ich sie kaufen kann. Besonders gut: das typische italienische Grillgemüse, weil hier nicht nur in Olivenöl geschwenkt, sondern gut abgeschmeckt mit einem Hauch weißen Balsamico, also einer für den Sommer perfekt passenden säuerlichen Note. Dieses Gemüse hat der Vorspeise die Krone aufgesetzt, meiner Meinung nach. Alleine das Kalbfleisch vom Vitello Tonnato war mir eine Spur zu robust (oder einen Hauch zu dick geschnitten), aber wirklich kein ernstzunehmender Kritikpunkt. Selbstverständlich hätten wir bei den Antpasti zu einem anderen Wein wechseln können, wie gesagt, ich entschied mich dafür die Prosseco-Vorräte leer zu trinken.

Die Weine, die bei Martinellos seviert werden, stammen alle von dem schon genannten befreundeten Winzer und können natürlich dort auch so eingekauft werden, im Schnitt kostet die Flasche dort € 12,50. Wir testeten nachher zum Essen den offenen Rosé als auch den offenen Weißwein (der sehr gut, fastmein wenig harzig schmeckte, außergewöhnlich für einen italienischen Wein), die Jungs testeten sich durch die italienische Bierlandschaft. Marco und ich schwörten dem Prosseco weiterhin ewige Liebe!

Als Hauptspeise entschied ich mich für die Ravioli mit Bärlauchpastenfüllung in Salbeibutter, die ich am Nebentisch gesehen hatte – und die machen mich immer schwach! Weil die Pasta von dem halben Tisch von uns geordert wurden und somit zur Neige gingen, bekamen wir einen Mix aus Tortelloni mit Ricottafüllung und den Ravioli.



Die Tortellini waren sehr lecker, fielen aber im Vergleich zu den kräftigeren Ravioli geschmacklich ab. Ich hätte mir etwas mehr von der Salbeibutter gewünscht. Marco entschied sich für „echte” Spaghetti Carbona, also ohne Sahnesauce, und dann kam noch die Nudelauswahl mit Filetspitzen, auf besonderem Wunsch mit Tomatensauce, an unseren Tisch. Sehr kräftig, gut und zu empfehlen! Wer die Schärfe rabiater mag, bestellt das hausgemachte Chiliöl an den Tisch. Kleiner Minuspunkt: bei zu klein gemahlenem Parmesan denke ich immer an Sägespäne, und lasse diesen lieber gleich weg.(Prosecco!)

Das Dessert. Ohne Worte. Ganz simpel Tiramisu und Pana Cotta.

Ich liebe Desserts in allen Varianten. Es gibt, glaube ich, außer Desserts mit Bananen, nichts was ich stehen lassen würde. Tiramisu indes finde ich seit jeher nicht spannend. Das mag daran liegen, dass es mir anfangs immer nur privat serviert wurde. Auf Feten. Denn Tirmaisu können offensichtlich auch Küchen-DAUs. Ich habe es also nie vor Ort gegegessen und wenn ich es in einem Restaurant serviert bekam, hat es mich auch nie überzeugt. Lief bei mir unter Pampe. Hier lief es unter einem Dessert mit mehreren Schichten, klar geschmacklich trennbar, nicht zu süß mit einem klaren Espresso-Geschmack. Dieses Tiramisu war für mich neu und somit sehr lecker und ich glaube, ich habe davon von allen am meisten gegessen. Der Rest des Tisches (ich natürlich auch) war von der Pana Cotta gefangen, die auch außergewöhnlich gut war. Sie hatte einen Hauch Kondenssahnegeschmack, (wenn auch keine drinnen war) der mir außergewöhnlich gut gefiel. Kurz: sie schmeckte nach echter guter Sahne. Wir orderten noch einmal drei Portionen nach. Das sollte alles sagen. (Prosecco)



Abschließend gab es für mich noch einen Cappuccino und einen wundervollen weichen Grappa, den sogar ich getrunken habe. Also ausgetrunken habe. Trinke ich üblicherweise nicht. Hier schon!

Zwischendurch habe ich in der Essigbar eingekauft, die für mich im Dreh hier oder überhaupt in Berlin ein Novum ist und die ich ziemlich wundervoll finde und an der ich wohl noch den einen oder anderen Euro verlieren dürfte in Zukunft.

Herrliche Frucht- und natürlich die üblichen Balsamico-Essige, diese auch aromatisiert. 5%ig oder 3%ig. Letztere auch sehr gut als Aperitif zu servieren. Sehr lecker der Cranberry-Chili-Essig, der mit zu mir nach Hause wollte (obwohl ich Cranberries als neumodischen bitteren Schnurz ablehne), ebenso wie der Walnuss-Honig-Essig und eine Probe vom Himbeer-Essig. Sehr sehr gut! Ach, lieber dort vorbeifahren und mir von der Essigbar eine Abfüllung mitbringen anstelle von Blumen, liebe Freunde. Diese Essigauswahl ist wirklich reizvoll. Die kleinste Abfüllung ab 20 ml. Damit kann man wunderbar die persönliche Lieblingssorte erkunden.

Es war ein wirklich sehr leckerer typischer italienischer Abend. Ich möchte wirklich gerne wiederkommen, alleine um hier ein echtes Risotto (€ 4,50) zur probieren. Die Nudelgerichte (können auch glutenfrei bestellt werden) liegen bei 8-9,— Euro. Und jetzt gehe ich das Gemüse-Antipasti nach köcheln. Danke Peggy und Marco! Danke Bertolli. Und vor allem Martina und Angelo für den schönen Abend!

(Anmerkung: das Abendessen wurde uns von Bertolli gesponsert. Es ist nicht erwartet worden, dass ich darüber blogge. Es ist nicht ausgesprochen worden, wenn ich blogge, wie ich blogge.)

2012-08-19

Hitze?

In dieser Wohnung, die wohl vor anderthalb Jahren gedämmt bzw. energetisch Hitze-Wärme gekoppelt wurde (muss ich mich noch mal näher mit beschäftigen), ist es übrigens bei hohen Temperaturen völlig erträglich. Die Wohnung scheint sich von hohen Außentemperaturen völlig unbeeindruckt. Weder habe ich bisher die Bettdecke wechseln müssen, noch schlafe ich nur unter Laken. Ich kann backen (heute) ohne Schweißflecken, kochen ohne Hitzewallungen. Nishia trägt übrigens noch die Hälfte ihres Winterpelzes, auch Tally, die immer im August erst Fellwechsel hat, denkt dieses Jahr nicht daran.

Wahrscheinlich halten mich dies Katakomben deutlich länger frisch. Ich werde ab sofort zehn Jahre später altern, die Menopause dürfte mir hier nicht besonders auffallen und wenn ich mal umkippe, verwese ich vermutlich im Schneckentempo.

Naja, gibt Schlimmeres.

2012-08-18

tri-tra-trullala

… heißt das Blog einer faszinierenden Menschin hier aus Berlin, die intensiv lebt. Und ehrenamtlich im Hospiz arbeitet. Armen-Hospiz. In Berlin. Das ist dann noch einmal eine ganz andere Hausnummer!

2012-08-17

Das Wandern ist …

Frau … äh … Mutti beschreibt sehr schön und lang und intensiv, wie sie und der Herr … äh … Papi bei ihren Kindern über die Jahre die Lust auf das Wandern geweckt haben. Aber wandern … erlebt eh gerade eine ziemlich große Renaissance, oder? So viel wie in meinem Umfeld gewandert wird derzeit …

Gestern …

… sitze ich auf der Bank auf dem Bahnhof Moritzplatz und warte auf die U-Bahn. Plötzlich fliegt etwas Flüssiges in Richtung meiner Beine. Ich gucke nach links, sehe weißen Schaum auf dem Boden. Da sitzt ein Typ. Ich vermute noch, dass um die Ecke vielleicht jemand eine Flasche geöffnet hatte, deren Spritzer unbeabsichtigt in die Richtung gingen. Der Typ guckt mich offensiv an und spricht in meine Richtung: „Votze”.

Ich mache ihm eine deutlich Ansage. Und wende mich im Blick zurück auf die Anzeigetafel, wann der Zug kommt. Ich werde erneut angespuckt und höre jetzt zwei Mal hintereinander das Wort „Votze”. Der Zug kommt und ich empfehle dem Typen lautstark eine Therapie.

Einmal Opfer.

So, jetzt kann man sehr deutlich zur Situation sagen, der Typ hatte zumindest einen Migrationshintergrund und schien mir aus – offensichtlich – muslimisch religiösen Gründen ein Problem damit zu haben, dass ich einen Rock trug, der bis knapp über die Knie reicht und meine Beine nackt waren. Nein, er kommunizierte das natürlich nicht. Aber die Zeichen sprachen eine klare Sprache für sich und ich erlaube mir daher diese Wertung. Ich lebe lange genug sehr gerne in dieser Migrationskultur, um diese Situationen deuten zu können, denn: sie geschehen nicht selten. Nur: ich darf das genau das nicht im Zusammenhang kommunizieren, denn das ist dann Rassismus. Und der wird mir dann ausgelegt, der Typ, mindestens selbst ein Gender-Rassist, ist dabei fein raus.

Bin ich also zweites Mal Opfer.

Ich möchte wirklich Respekt haben vor anderer Leute Religionen. Aber wenn ich als Frau unter dem Status einer Religion (egal welcher) zu leiden habe, habe ich ein massives Problem. Und wenn ich einen Sachverhalt letztendlich nicht dem Umstand entsprechend wahrheitsgemäß beschreiben darf, weil ich dann einen Täter in seiner Herkunft diskreditiere obwohl seine Tat offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Religion, die wiederum im Zusammenhang mit seiner Herkunft, steht, habe ich ein zweites Problem. Dummerweise kenne ich keine Lösung.

Aber wenn ich ehrlich bin: ich möchte, dass ich in diesem Land auf Männer mit dem Zeigefinger offensiv zeigen darf, die nicht respektieren wollen, dass sie in einem Land leben, in dem Frauen eine freiheitliche Kultur leben dürfen und diese, in dem Fall mich, mangels Respekt – egal wie – angreifen. Ich finde das nämlich überhaupt nicht lustig.

Und jetzt dürfen alle neunmalklugen Anti-Rassisten, zu denen ich mich meist auch zähle, auf mich verbal in den Kommentaren einprügeln. Fühlt Euch frei und wohl dabei zu behaupten, diese Welt würde keine Grautöne kennen.

2012-08-16

Na gut …

… will ich leo.org mal verzeihen, dass sie für „Jannowitzbrücke” keine Übersetzung parat haben. Sind ja auch kein Stadtplandienst.

(Aus der Reihe: meine Nerven.)

Berlin hat jetzt ein Futur III

So schön!

Gestern in der U-Bahn …

die Werbung eines Kontaktlinsendealers gelesen und laut gelacht:

„Wir wünschen Ihnen talentierte Straßenmusikanten!”

(Der tägliche U- und S-Bahn-Konsument versteht den.)

So visualisiert …

ist das schon sehr gruselig, oder?

Mehr Infos beim BUND.

2012-08-14

Geht so gar nicht!

Jedem von uns ist wohl klar, wie sehr wir alle auf Gedeih und Verderb den üblichen Bankinstituten ausgeliefert sind. Wir erinnern uns: die derzeitige Finanzkrise ist eine von Banken hausgemachte. Es gibt Institute, die zudem in einer widerlich offenen Art kommunizieren, wenn ihnen die Kunden nicht perfekt oder normal genug erscheinen.

Der Angestellten der Hamburger Sparkasse, gerne kurz Haspa genannt, würde ich zu gerne etwas über meinen persönlichen Ekel mitteilen wollen, wenn ich von solchem Verhalten lese. Was einfach bleibt ist die Aufforderung, wenn man mitbekommt, wie Menschen mit Handicaps im eigenen Umfeld boykottiert werden, aufzustehen, die Meinung zu sagen (und zwar immer auch dem nächsten Vorgesetzten mit) und im Zweifelsfalle zu gehen.

Das ist die Geschäftsadresse der Bank:

Hamburger Sparkasse AG Ecke Adolphsplatz / Gr. Burstah 20457 Hamburg

So heißt der Vorsitzende des Aufsichtsrates: Dr. Karl-Joachim Dreyer, die vertretungsberechtigten Vorstände sind: Dr. Harald Vogelsang; Reinhard Klein; Dr. Wolfgang Botschatzke; Frank Brockmann.

Da geht doch was, oder?

Es gibt also tatsächlich …

… Frauen, die beim Anblick einer riesengroßen „in mir findest Du nie etwas”-Handtasche auf dem Sonderangebotetisch in eine Art unreflektiertes nicht mehr selbstbestimmtes Kreischen fallen. Außerdem gibt es Frauen, die Messer kaufen, deren Klinge und Griff farblich Ton in Ton daher kommen. In Pink. Aus Porzellan.

Ich bin keine von ihnen. (Aus der Reihe: mein wunderliches Leben außerhalb des Baumarktes.)

Ich höre …

schon am Tonfall des aufgeregten Mauzens der kleinen bunten Katze, ob sie mir gerade ein grünes, gelbes oder blassrosa Band apportiert. (Okay, sie apportiert nur ihr grünes Band derzeit. Die mdchenfarbigen Bänder darf Nishia bespielen.)

2012-08-11

Balkonien

Gestern meilenweit gefahren, um im schwedischen Albtraumkaufhaus einen Balkontisch namens Tärnö zu erwerben. Ich muss dazu sagen, dass ich seit einiger Zeit nach einem für den Balkon als auch Budget geeigneten Balkontisch Ausschau halte, sehr intensiv und sehr erfolgslos. Ich war dabei zum Teil schon sehr erschrocken über das Preis-/Leistungsverhältnis von neuem Schrottmöbiliar.

Gerne hätte ich lieber Bollö einziehen lassen, aber der ist bereits im Sommeruhestand und wird nicht mehr geliefert. Tärnö ist gerade noch mal so in Spandau als einzigem schwedischen Albtraumkaufhaus in Berlin verfügbar gewesen, was er letzte Woche auch schon nicht mehr war. Und er ist mit knapp 15 Euronen dann doch unschlagbar günstig. Viel viel lieber hätte ich die kleinere faltbare Variante von Äpplarö, weil man mit dem auch locker mehr Gäste und einen Tischgrill bedienen kann. Der ist budgetmäßig mit 99,– auf deutlich später vertagt.

Aber Tärnö macht sich gut als Frühstückstisch. Er trägt mit Stil und Gelassenheit Obst, Brötchen, Teller, Kaffee und Lektüre und sieht dabei unscheinbar präsent gut aus.

Die Brötchen auf dem Foto sind übrigens unglaublich gut. Ich habe heute bei mir im weiteren Umfeld eine Bäckerei(kette) namens Lila entdeckt, die allen Ernstes noch Brötchen produzieren, die sehr schwer sind und innen noch komplett gefüllt sind und man richtig gerne den schweren Brötchenteig rausfummelt. Wie früher, unglaublich! Und dann noch knackig braun gebacken. 30 Cent. Die fünf Minuten Fußweg lohnen sich! (Verdammt, ich mag meinen Kiez SO SEHR!)

Ansonsten habe ich Schmetterlinksraupen meinen einen Rosenkohl fressen lassen. Als ich eben eine dabei erwischt habe, wie sie den Balkon überquerte, um sich an den nächsten Rosenkohl (sie knospen sogar!) ranzumachen, musste ich ihr leider einen Schubs vom Balkon geben. Überleben Raupen das? Vom ersten Stock auf Rasen? Ich will ihr ja nix Böses. Und ich habe ihr den einen Rosenkohl warmen Herzens gelassen, denn ich will ja auch im nächsten Jahr wieder Schmetterlinge sehen und natürlich habe ich in Bio aufgepasst und weiß, wie das geht. Aber meine Rosenkohlanlage hat auch ihre Grenzen!

B.P.S. Mit der Nennung von Äpplarö wollte ich natürlich auch ein klitzekleines Bisschen angeben, denn der würde auf meinen neuen Balkon tatsächlich passen und man hätte immer noch Platz zum sitzen. /angabetag_off

Weil heute Samstag ist …

… und Ihr dementsprechend Zeit zum Lesen habt, möchte ich zum wiederholten Male das Stilhaeschen ans Herz legen. Niemand schreibt eleganter, gelassener, pragmatischer und spannender über ein Mutterdasein als sie.

Und Stilhaeschen kommt von Stil, nicht von Stillen. Die Dame kann noch viele andere Themen …