2011-09-29

Rad fahren…

… verlernt man bekanntlich nicht. Häkeln wohl auch nicht. Ich habe gestern das erste Mal, seit ich zwölf Jahre alt war, probiert zu häkeln. An einem Ort ohne Internetzugang. Also legte ich die erste Masche – ich war/bin mehr so die strickende creezy – für einen Strickvorgang an. Der zweite Versuch dann war der richtige. Aber fragt mich heute nicht, wie er ging.

Häkeln also … mal gucken, was das mit dem müden Gemüt anrichtet.

(Aus der Reihe: sich kleinste Erfolgserlebnisse basteln)

Akkubohrschrauberbesitzerinnenerotik

2011-09-28

Zu Pseudonymen

Ein gutes Argument für Pseudonyme im Web liefert Wachmomente – Welt – Hawk, Hawk – Welt:

„Das Internet ermöglicht mir so einen offenen Umgang mit meinem Autismus, der anders nicht möglich wäre. Ein Umgang, der durch eine Klarnamenpflicht unmöglich wäre. Zumindest nicht, ohne dass das Leben mit meinen Mitmenschen tief beeinträchtigt wäre.”

Verstehe ich den richtig?

Wer derzeit Schulden hat, braucht's einfach nur auszusitzen?



Schöne rosa Krawatte hat der Narr.

Danke!

An die Ls, die Cs, die Bs – Ihr wisst schon!

2011-09-27

Suche übrigens

eine alte Pentax-Optik und zwar A oder auch M 28 mm 2.8 f. Mir scheinen die aktuellen ebay-Angebote (vor allem für die M-Optik) derzeit ein bisschen arg überzogen. Falls also jemand zufällig an einer günstigen Offerte vorbei kommt oder so ein Schätzchen arbeitslos zu Hause rumliegen hat, ich hätte viel zu tun für so ein altes Baby, würde es hegen und pflegen! Kurz: an mich denken, wenn …

Möchten Sie spenden?

Die Politik arbeitet daran, Krankenkassen mit politischem Druck zu erlauben bei deren Mitgliedern schriftlich nachzufragen, wie sie zum Thema Organspende persönlich stehen. Gesundheitsminister Bahr nennt das die Pflicht der Krankenkassen ihre Versicherten über das Thema zu informieren. Die Krankenkassen erklären halbherzig Bereitschaft, finden aber auch, dass sie nicht der richtige Ort für eine ethische Beratung sind. Wie wahr! Ob sich bei dem Thema als gesetzlich verordneter Fürsprecher hervor tun sollte, der die Kosten der Transplantationsmedizin scheut wie den Teufel?

Die große Idee ist im Ganzen natürlich letztendlich die, der Patient sagt, „Organspende? Au ja!” und wenn alles so schön läuft, wie die Politiker sich das im Ländle in ihren erotischen Träumen ausmalen, dann bekommt Ihr irgendwann einen Haken in Eure elektronische Gesundheitskarte. (Das ist die Karte auf der künftig von Dritten Eure gesundheitlichen Daten vermerkt und abgerufen werden können, ohne dass es Euch relativ leicht ermöglicht wird, selbst Einblick noch Einfluss zu nehmen. Das ist quasi die Gesundheitsschufa Eurer Zukunft.) Noch spricht man natürlich nur von Aushändigung eines Organspendeausweises bei positiver Rückantwort. Ich frage mich, was eigentlich an meinem, von mir immer mitgeführten Spendeausweis so falsch sein soll? Ich schätze mittlerweile seine nur analoge Existenz, somit die rein analoge Erfassung meines Wunsches mehr denn je. Den kann ich jederzeit wegwerfen, wenn ich meine Entscheidung rückgängig machen will. Ohne vorher mit Krankenkassen diskutieren zu müssen, ohne Sorge haben zu müssen, dass ggf. menschliche Fehler im Eintrag meinen eigentlichen Wunsch zunichte machen oder mir aus allzu öffentlich gemachten Entscheidungen später einmal ein Strick in einer gesundheitlichen Behandlung gezogen wird. Es ist wie es ist: die übliche Crux, wann immer Dritte in einen sehr persönlichen Entscheidungsprozess einbezogen werden sollen, hört persönliche Freiheit ganz schnell auf!

Ich habe damit aber auch ein anderes Problem. Wir wissen, dass in der Vergangenheit Krankenkassen schon mal die Daten ihrer Patienten verkauft haben. Zuletzt ging die DAK mit den Daten ihrer chronisch erkrankten Patienten in die Wirtschaft. Was macht so ein Betrieb eigentlich dann mit ihrer Spenderdatenbank in einem Markt, der jetzt schon weltweit illegal unterwandert ist? Die elektronische Gesundheitskarte ist nämlich nicht sicher!

Ich werde niemanden zu einer Entscheidung raten, ob er Spender sein möchte oder nicht. Aber ich kann nur jedem empfehlen auf die Post seiner Krankenkasse, so dann demnächst die gesetzlichen Richtlinien geschaffen wurden, höflich zu antworten: „Das geht Sie, mit Verlaub, nichts an!”

2011-09-26

Gestern …

auf dem Berlin Marathon jemanden fotografiert. Erstmals also morgens am Start dort vor Ort gewesen und diese besondere Atmosphäre gespürt, die dort herrscht. Die Fröhlichkeit, die die Läufer vor dem Start mit ihren Teams und Begleitungen schon in der S-Bahn versprühen, die Vorfreude. Das Sprachgewirr. Gefühlt scheinen in Deutschland die Schwaben das ausgeprägteste Läufergen zu haben und von ganz Europa die Dänen, dann die Italiener. In Dänemark war gestern kein Mensch mehr!


























Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele sehr gut aussehende Männer aller Altersklassen und Couleur gesehen. Durchtrainiert waren sie eh alle, klar. Schöne athletische Körper, nichts fatal hochgepumptes. Aber dass die auch noch alle wirklich so dermaßen gut aussehen … im nächsten Leben also einen Marathonläufer.

Menschen, die mit offensichtlichen Behinderungen grandiose Zeiten laufen. Da war ein Mann, der entweder eine Spastik hatte oder vielleicht einmal einen Schlaganfall, er lief sehr schief. Der Mann war nach deutlich weniger als drei Stunden im Ziel! (Der neue Weltrekord fiel gestern bei 02:03:38.) Menschen mit Prothesen liefen Gesunden in der Zeit davon. Ich habe wenig Ahnung vom Behindertensport, das gebe ich zu. Aber ich stehe oft beschämt vor solchen Bildern und denke bei mir, und was mache ich? Wie lächerlich ist mein bisschen Sport dagegen – obwohl ich viel weniger Energie zum Erreichen mancher Ziele aufbringen müsste? Viel weniger gegen die eigene physikalischen Regeln kämpfen müsste? Ich habe gestern erstmals die Diskussion verstanden, warum Behindertensport aus Sicht der Protagonisten mehr und mehr in den Sport der Nichtbehinderten integriert gehört. Weil sie mithalten können.

Manche dieser sehr gut aussehenden Männer laufen erschreckenderweise nach 42 Kilometern durch das Ziel und sehen frisch geduscht aus, als würden sie gerade erst an den Start gehen. Japanerinen scheinen gerne Kostüme zu tragen beim Laufen. Wie das Pünktchen vom Anton, eine trug ein Dirndl. Direkt hinter dem Brandenburger Tor gab es gestern allerdings auch eine sehr schwere lange Reanimation. Selten – es passierte ja vor meinen Augen – habe ich Menschen so perfekt und routiniert retten gesehen.

























Das Glück dieser Menschen, wenn sie durch das Brandenburger Tor laufen – die letzten 500 m vor dem Ziel! Wir haben ja gar keine Ahnung, was für die Menschen Europas dieses Tor bedeutet.


























Dieser Marathon ist eine einzige Emotion. Selbst für den unbeteiligten Zuschauer. Großartig. Ich hab's verstanden! Und bedanke mich bei den Gästen der Stadt, die mir wieder einmal gezeigt haben, wie wundervoll Ihr alle Berlin findet und mit welcher Freude Ihr diesen sportlichen Termin gerade in dieser Stadt angeht – wir hier im Ort vergessen das ja gelegentlich. Läufer, die sagen, in Berlin ist es viel schöner als in New York! Danke!

2011-09-24

Ich, ich, ich …

Der Bruder ruft an, nach Monaten. Das letzte Gespräch nach dem Tod der Tante als er großspurig ein Ticket für die Beerdigung kaufte, völlig überteuert und die Fluggesellschaft ihn infolge von Vulkanaschewolken nicht transportieren sollte. „Kauf ihr einen ordentlichen Blumenstrauß” von mir, ich bezahle Dir das.” Und dann: „Ruf an und erzähle, wie es war.”

Der gleiche Bruder ist bekanntermaßen mehrfach für Jahre aus unserem Leben abgetaucht, weil seine Kindheit so scheiße war, wie er heute noch als 49jähriger gerne häufig, eigentlich ständig betont. „Unser Vater …” und ich kann es nicht mehr hören. Ich erlebte die gleiche Kindheit. Ich sehe sie ein bisschen anders, diese unsere Kindheit. Vor allem will ich die Dinge, die in meinem Leben schief gelaufen sind oder laufen, nicht ständig an meiner Kindheit festmachen. Es erscheint mir bequem. Mit seinem Abtauchen hat mein Bruder viele Menschen alleine und ohne Antworten gelassen, die es nie verdient hatten, weil sie ihm, uns immer wohlgesonnen waren. Meine Tante gehörte dazu. Sie interessierte ihn nicht. Nicht in den ersten fünf Jahre seines Abtauchens, nicht als er dann plötzlich wieder auftauchte, um nach einem Streit mit meiner Mutter wieder zehn Jahre abzutauchen. Sie interessierte ihn eigentlich auch nicht, als er vor ca. vier Jahren wieder in meinem Leben auftauchte. Kein Anruf. Kein Nachfragen. Zufällig trafen sie sich erstmals im letzten Jahr anlässlich meines Geburtstages. Großes Happening seitens meines Bruders, großes Tara. Ich erinnerte ihn dann zehn Tage später an ihren Geburtstag, das war da schon wieder nötig, trotz der so großen Liebe. Ob er sie zu Weihnachten oder Sylvester angerufen hatte, weiß ich nicht. Ich bezweifle es ehrlich gesagt. Großes Tara dann auch als ich ihn anrief, um von ihrem Tod zu erzählen. Big Investment in den Flug, großes Theater, dass die „Arschlöcher” ihn dann nicht fliegen ließen. Es gibt bekanntermaßen keine anderen Möglichkeiten, um von München nach Berlin zu kommen. Vor allem nicht, wenn man mal eben 300 Euro für ein Flugticket hinzulegen bereit ist, um sich zu präsentieren für einen halbstündigen Abschied, nach fast zwanzig Jahren Nichts.

Als ich mich nach der Beerdigung nicht meldete, um zu berichten, wie frustrierend ich das alles fand, interessierte es ihn nicht. „Sein” Blumenstrauß? Bezahlt?

So ruft er letzte Woche an. Mein Geburtstag steht wieder bevor und natürlich will man hören, ob man nicht wieder die Chance hat den großspurigen Bruder zu geben. Den mit dem Schicksal, den mit den Schicksalen. Mein Bruder hat von meiner Mutter das Gen mit der Rampensau geerbt. Ich überhaupt nicht. Er tritt dann auf, positioniert und präsentiert sich in seinen liebsten Farben und geht dann wieder. Mein Bruder lebt innig mit dem Münchausen-Syndrom, immer schon. Immer schon erlebte mein Bruder die wundervollsten tollen Geschichten. Immer dann, wenn niemand dabei war. Als er das erste Mal abtauchte – die Vermutung liegt nahe, er war inhaftiert – war er jahrelang auf Schiffen auf Montage, in China, in Afrika. In Afrika war er mit einer Stammesprinzessin liiert. Oh und eine Tumor-OP wollte er gehabt haben. Gehirntumor. Große Reichtümer lagen auch auf seinem Konto, an das er nur gerade nicht heran kam, weswegen er plötzlich wieder auftauchte, um bei unserer Mutter zu leben und sich aushalten zu lassen. Es gab keine Fotos von seinen Reisen.

Als er dann zehn Jahre und einen Muttertod später wieder auftauchte, war es plötzlich ein Hodenkrebsrezidiv. Mein Bruder ist der einzige Mensch, den ich kenne, der ein Jahr nach der Chemo die gleichen schulterlangen Haare wieder in voller Pracht trägt. Dann kommt er zu Besuch, erzählt von seinen vielen schweren Medikamenten, nur hat er sie natürlich zufällig nicht dabei. Zwischendurch eine Gerichtsverhandlung, mal wieder, denn ihm wird Körperverletzung zur Last gelegt. Die Ex, die ihn natürlich während seiner schwersten Stunde alleine gelassen hat und sogar betrogen hat. Er, der er doch das schwerbehinderte Kind hat, dessen Mutter ihn kaum an dieses lassen möchte, obwohl er ihr nie etwas getan hat und er würde nie … Ich kenne meinen Bruder aggressiv und im Alkoholrausch auch übergriffig gegen seine Freundinnen. Ich war selber schon Opfer, als ich eine seiner Grazien einmal beschützen wollte. Er würde aber nie … Es sind immer die Frauen, die sich von ihm abwenden. Meist mit einem abschließenden Gerichtsverfahren. Unser Vater …

Wie gerne hätte ich dieses Talent geerbt, mir von morgens bis Abends meine eigene Verantwortlichkeit aus der Tasche zu lügen! Aber es bleibt mein großes Problem, ich würde ihm so gerne glauben wollen, alles, und ich kann es nie, weil immer, wenn ich es möchte, tauchen die Signale auf, die zeigen: doch wieder nur eine weitere Lüge.

Im letzten Jahr tauchte er zu meinem Geburtstag in Berlin auf. Natürlich nicht wegen mir, sondern weil er angeblich für einen Kunden eine riesige Baustelle ansehen sollte und Arbeiten in einem Angebot offerieren sollte. Zufällig hatte ich dann auch Geburtstag. Davon nie wieder etwas gehört, aber er war da, er dominierte, er zelebrierte, er war laut, er war er, er, er und ich, die sich einerseits sehr freute, fragte mich hinterher grenzenlos müde, wo war eigentlich ich an meinem Ehrentag? Wo war ich an diesem meinem Geburtstag als mein Bruder meine Freude laut und übermächtig bei Laune hielt und seinen Super-Bruder-Status präsentierte? Übrigens kein Wort von seiner Krebserkrankung, der zweiten.

So rief er, das Jahr ist rum, diese Woche an und als er fragte, wie es mir ginge, antwortete ich lapidar „schlecht”. Ich werde meinen Geburtstag dieses Jahr nicht feiern, mir ist nicht danach und das Letzte, was ich gebrauchen kann ist ein hier auftauchender Bruder, der mir meine letzten Energien raubt und meinen Ehrentag zu seinem macht. Dann folgten die üblichen Fragen, auf meine Antworten hörte ich nur „Du musst …” und: „Er würde das nie, er könnte sich das gar nicht leisten, er würde immer …, dabei hätte er viel mehr Recht darauf, dass es ihm schlecht erginge als ich, weil doch unser Vater … aber er schafft es trotzdem und er …” und „Du musst …” Ich wurde einsilbigerm denn „Du musst …!” ist völlig inkompatibel mit „Ich kann nicht …!” bis ich irgendwann mal sagte, ich hätte für dieses Telefonat jetzt keine Kraft und würde es beenden wollen. Da wurde schnippig (lustigerweise genau die gleiche schnippische Art, die ich so gut von unserer Mutter her kenne) aufgelegt. Ich erklärte ihm danach per SMS meine gesundheitliche Situation und bekam als Antwort, ich solle ihn gefälligst nicht anmaulen, wenn er sich mal meldet, nachdem ich mich ja schon monatelang nicht gemeldet hatte. Er weiß übrigens immer noch nicht, wie die Beerdigung seiner „geliebten” Tante war. Und wie sein Blumenstrauß aussah oder was dieser gekostet hatte. Er, er, er …

Er kann das so gut, sich in den Vordergrund stellen und alle anderen schuld sein lassen. Vor allem natürlich: unser Vater … Zunehmend wird mir bewusst, was ich nicht vermisst habe, in den Jahren seiner selbstgewählten Abwesenheit. Und zunehmend bin ich mir sicher, dass ich meine Galaxien nicht mehr an seinen ausrichten möchte, weil ich ständig in Sorge um seine Gesundheit, seine Freiheit, seine Vergehen, seiner Sorgen bin. In Sorge wegen seiner Geschichten, an die er sich Jahre später nicht mehr erinnern will, weil das Langzeitgedächtnis ihm Streiche spielt und er einen dann als Lügner oder Deppen darstellt.

Manche Menschen saugen mehr als sie zu geben bereit sind. Was bin ich dieser Menschen überdrüssig! Auch wenn sie der eigene Bruder sind.

2011-09-22

Gonzo



Anfang dieser Woche ausprobieren wollen, ob einen Bordstein zwischen Zeh und Zehnagel passt. Festgestellt: passt eher nicht so. Meiner aktuellen Erfahrung nach gibt der Zeh vorher auf. Unterhaltungswert ist übrigens enorm. Schmerzkurve beim Empfinden funky. Amüsierfaktor allerdings ist mehr so gar nicht messbar. Habitus heute beim ersten Mal mehr als 100 m am Stück gehen signalisiert zumindest einen angebrochenen Zeh. Von dem auf halb Acht hängenden Nagel an offener Nagelbettwunde abgesehen. Offene Schuhe und ich sind gerade ziemlich dicke miteinander, das gute Wetter hoffentlich auch noch eine Weile … Kleiner Tipp in die Runde: nicht nachmachen!

(Aus der Reihe: man kann seinem eigenen Körper schon erstaunlich eklige Dinge antun.)

2011-09-21

Sprachlos …

Meine Reise zum Ende der Welt

Es gab einfach zu viele Verluste, zu viele Rückschläge, zu viele Tiefschläge, manchmal einfach nur Pech, zu viele Rat-Schläge. Keine Perspektive. Nach jedem missglückten Anlauf weniger Kraft, weniger Energie, weniger Kampflust. Die Haut immer dünner, der Mut immer weniger.

2011-09-20

Lino und die großen Autos

Seine besondere Leidenschaft, die sich Kater Lino trotz seiner besonderen Vorliebe für rosa nach seiner Kastration erhalten hat, große starke Autos, beschrieb ich unlängst schon in diesem Blogpost.

Auf der Brache unserem Wohn- und Arbeitszimmer gegenüber wird seit vier Wochen der Toskanahölle ein frisches Massivhaus an die Seite installiert. Es kommen also bei uns derzeit immer mal wieder vorbei: Dixi-Klolieferanten, Betonmischer, Baumateriallieferanten, Bauarbeiter mit und ohne oben ohne, Bonsaibagger – alles was des Katerjungen herzlich begehrt. Momentan ruhen die Maurerarbeiten und seit Ende letzter Woche wird das Feld nebenan vom Bauschutt freigeräumt, damit vermutlich die Dachstuhlanlieferung ausreichend Platz haben wird. Bauschuttabholung erfolgt mittels eines großen, eines sehr großen Pickups mit Bagger. Das sieht dann bei uns so aus:

Lino, Tag 1:



Lino Tag 2:



Lino, Tag 3:



Lino, Schnappschuss:



Nein, die Fenster sind weniger dreckig als sie auf den Fotos aussehen. Das ist nur der Katersabber der Leidenschaft!

Piraten und Frauen

Zwei lesenswerte Blogposts zum Thema Frauenanteil bei den (aktiven) Piraten. Einmal bei Direkte Aktion. Einmal (mal wieder) bei Antje Schrupp. Freue mich sehr über die Wahl von Linda Link (Webspseudonym) für die Piraten in die Bezirksversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf.

Varianten

„Sie hat das gewissen Etwas – dieses Strahlen, mit dem manche Frauen einen Raum zum Leuchten bringen, sobald sie diesen betreten.” (Altdeutsch)

„Sie hat das gewisse Etwas - diesen Glow, mit dem manche Frauen einen Raum zum Leuchten bringen, sobald sie einen Stiletto über die Schwelle setzen.” (Gala-Deutsch)

2011-09-19

FDP-Intelligenzen

In Berlin hat sich die FDP gestern quasi verpulverisiert. Falls das jemanden wundert, mich nicht. Vor allem nicht bei so offiziell zur Schau gestellter sozialer Inkompetenz.

Doreen ist politisch in Berlin aktiv. Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, eines davon ist mit Autismus diagnostiziert, wie man glasklar in ihrem Profil lesen kann:


















Doreen hatte gestern ein simples familiäres Problem. Kinder sind in Wahlkabinen nicht zugelassen (Ausnahme: Kleinkinder), anderenfalls wird nämlich das Wahlgeheimnis verletzt. Doreens Teenager, der sonst auf das Kind mit Autismus aufgepasst hätte, damit die Mutter wählen gehen kann, ist gestern erkrankt. Also bat Doreen um Hilfe, damit sie die Kinder nicht allzu lange alleine zu Hause lassen musste.












Was sich dank Twitter auch prompt erledigt hatte und somit ein gutes, stilles, unkompliziertes Ende gefunden hätte:










… wäre nicht Sebastian Bodner, seines Zeichens FDP-Aktiver:














der umsichtig, klug und sozial – /*ironietag off – nachtreten musste:



Sebastian Bodner sah sich übrigens bis gestern nacht trotz Aufklärung der Umstände und trotz Bitte an ihn nicht in der Lage, sich bei Doreen Kroeber zu entschuldigen. Mir gegenüber erklärte er lediglich, es sei wohl wenig sinnvoll gewesen, sich aus dem Saarland heraus um eine Mitfahrgelegenheit zu kümmern. Das ist schon blöd, wenn man sich der Medien in denen man sich bewegt, nicht bedienen kann, denn gerade auf Twitter kann man das interessanterweise sehr wohl tun: mit einem Retweet. Was er ja komischerweise mit seinem verbalen Fußtritt auch konnte …

Vielleicht ist die Wählerwelt da draußen diese Armseligkeit der Politiker und Mitglieder der FDP einfach nur müde, weil diese allzu zu offensichtlich ist?

2011-09-16

Balkonernte

Meine ersten vier Pimiento de Pádron sind reif …

2011-09-15

Kuhkatzenelite im natürlichen Umfeld


(Aus der Reihe: Relevanzenavantgarde.)

2011-09-14

Der Nachtschwester …

… ihr Blog „Die Nachtschwester” habe ich heute mal wieder auf Twitter und Facebook empfohlen. Zum Glück bloggt sie wieder etwas öfter. Lest sie bloß!

Scheißfratzen

Sich hinterfragen …

sollte man wohl schon von Zeit zu Zeit. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann die ständige Präsenz im Web noch normal ist. Ich merke zunehmend, dass ich im Freundesgespräch eine Frage stelle und darüber gerne eine Diskussion führen wollte (absolutes Wissen ist nicht immer gleich spannend wie persönliche Ansicht eines Dritten zu einem Thema) und derjenige nur sofort in sein iPhone guckt, sich von mir entfernt, um dann Wikipedia und Co. zu rezitieren.

Ich besitze seit neuestem ein Smartphone, dessen Webzugang ich aber nicht nutze. Ich bin soviel online unterwegs, wenn ich zu Hause bin und arbeite. Ich möchte das sehr bewusst nicht sein können, wenn ich draußen bin. Da will ich sehen, erleben, fotografieren. Ich möchte mich nicht ständig einer Verfügbarkeit, meiner und der von anderen hingeben.

2011-09-13

Petition gegen Vorratsdatenspeicherung

Der Kram ist dank der Inkompetenz unserer Politiker immer noch nicht vom Tisch. Deshalb bitte HEUTE noch mit zeichnen! Hier entlang!

2011-09-09

The „Das Auto” New Beetle 2012

… ist ab sofort bestellbar, wenn auch erst nächstes Jahr lieferbar. Hier der neue Werbespot zum Kugelporsche, der, wie ich finde, niemals zuvor seinem Nicknamen mehr Ehre gemacht hätte als in dieser Version, die einem Porsche ähnlicher geraten ist als einem Käfer:



Man beachte bitte, dass es ihn in einer Lackierung namens „Deap Black Pearl-Effekt gibt! (Aye!) Und mit lustigen 18-Zöllnern … und in einer Sport-Variante mit 200 PS, die lächerliche 10,3 Liter/100 Kilometer in der Stadt verbraucht (Werksangabe). Man merkt übrigens, dass der Beetle für Frauen produziert wird. Es gibt nur ein einziges Soundsystem … zur … äh Nichtauswahl. Ach und, schlechte Nachrichten: das Plastikblümchen ist tot!

Aber egal, ich mag irgendwie seinen Knackarsch!

2011-09-08

Kochtipp 01/2011 Sauerkaut à la creezy

Dass ich gerade im September mein erstes Kochrezept in diesem Blog verfasse für dieses Jahr, spricht für so einiges. Schweigen wir dezent und legen wir unauffällig den Schwamm darüber.

Im Zuge meiner – wenigstens etwas – in diesem Jahr entdeckten Nudel-Fabrikationsleidenschaft, füllte ich vor einiger Zeit Ravioli mit angebratenen Ahle-Blutwurstscheiben und servierte dazu Sauerkraut, das ich an diesem Tag „frei nach Schnauze” interpretierte. Und ich war ehrlich begeistert von dem Ergebnis, denn ich hatte das beste Sauerkraut meines Lebens gegessen. Fruchtig-freundlich im Geschmack, ganz samtig in der Konsistenz!



In meiner Küche kreiert. Wo gibt es denn so etwas?

Das gleiche Sauerkraut habe ich heute wieder zubereitet, schon alleine aus dem Grund, weil hier heute offensichtlich wetterbedingt der Herbst in der Türe steht (und es anderen Ortes Blutwurst im Angebot gab). Also Zeit dieses Rezept mit Euch zu teilen! In der heutigen Variante möchte ich betonen, habe ich das Sauerkraut ohne (ich wiederhole für eine reizende Katzen besitzende sehr nette Österreicherin: OHNE!) Lorbeerblätter zubereitet. IHR nehmt natürlich Lorbeerblätter, wenn Ihr das Rezept nach kocht. Sie müssen ja nicht unbedingt aus Österreich kommen!

Zutaten

frisches Sauerkraut
6 Saftorangen (nicht zu klein)
2 mittelgroße Zwiebeln
200 ml Schlagsahne oder Crème Fraîche (1 Becher)


100 g Zucker
60 g Butter


2 Lorbeerblätter
3 Pimentkörner
1 Teelöffel Kümmel (im Mörser leicht zerstoßen)
Salz, Pfeffer


Zubereitung

Die Zwiebel in sehr schmale Viertelstreifen schneiden. Die Orangen auspressen und das Fruchtfleisch aufheben, ggfs., falls man Pech hatte beim Einkauf, die Kerne aus dem Fleisch suchen.

Den Zucker in einem Kochtopf karamelisieren, sobald er hell gebräunt ist, die Butter dazu geben. Dann das Sauerkraut in den Topf geben und ordentlich vermengen. Die Zwiebeln und Gewürze hinzugeben (mit Salz erst ganz zum Schluss abschmecken) und die Hälfte von dem Orangensaft angießen. Das Kraut bei kleiner Hitze gut schmoren lassen und nach ca. 30 Minuten den restlichen Saft und das Fruchtfleisch der Orangen hinzu geben. */insider_on Liebevoll die Lorbeerblätter betrachten, die sich im Sauerkraut tümmeln. Überlegen eine Ansichtskarte nach Österreich zu schicken. Nur so, um die Katzen zu grüßen. */insider_off Das Kraut weiter schmoren lassen bis die Flüssigkeit gut eingekocht ist und abschließend die Sahne angießen … und servieren!

Kuhkaterliebe



Er liebt Kuh einfach wie doll und verrückt.

2011-09-07

Habe ich gelacht eben!

„Immer Deutsche drohen in die Altersarmut zu rutschen. Die Bundesregierung sucht nach Konzepten, um das zu verhindern.”

Als die Bundesregierung das letze Mal nach neuen Konzepten gesucht hat (damals auf Anraten des Bundesverfassungsgerichtes hin), hatte sie in der Folge beschlossen ALG II-Empfängern die Leistung Rentenversicherung zu streichen und den Empfängern empfohlen für die Leistung der Pflichtversicherungszeit selber aufzukommen vom Regelsatz.

Soviel Idiotie hat schon wieder Charme.

Musikalische Impotenzen

2011-09-06

Menschliches

2011-09-05

So langsam ist ja wieder Wildzeit …

2011-09-04

Wenn Babies sterben …

In einer Klinik in Siegen sind innerhalb von zwei Tagen drei Frühgeborene gestorben, eine Häufung die – wenn es auch oft bei Frühgeborenen lange Zeit um Leben und Tod geht – unüblich ist. Nun wird hinsichtlich der Ursache ermittelt.

Es bleibt nur das Beste zu hoffen.

Interessant der abschließende Absatz im Artikel von spiegel.de, der darüber informiert, was aus den Ermittlungen hinsichtlich der Todesfälle von Neugeborenen in einer Klinik in Mainz im vergangenen Jahr geworden ist. Schnell hatte man damals herausgefunden, dass die Babies infolge von verunreinigten Nährlösungen zu Tode gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft indes hat die Ermittlungen eingestellt: „Es konnte kein strafrechtlich relevantes Verhalten fest gestellt werden.” Es wird sinnvoll sein, wenn so nicht mehr gegen die Klinik bzw. Mitarbeiter der Klinik ermittelt wird. Warum jedoch nicht gegen den Produzenten der Nährlösung ermittelt wird, steht im Artikel nicht.

Oder doch. Die Antwort liegt im Deutschen Verbraucherschutz, den es juristisch nicht gibt.

2011-09-02

Was man auf Twitter alles so lernt …

Mein persönliches Befremden im Prenzlauer Berg

Ich habe es nicht so mit dem Prenzlauer Berg als einen der Berliner Bezirke, in denen ich mich öfter als notwendig aufhalten müsste. Ich bin dort immens verunsichert, denn im Prinzip kostet alles mindestens einen Euro mehr als woanders und mindestens zwei Euro mehr als in Neukölln in den Filialen gleicher Ladenketten – aber das wird sich ja bald ändern. Die Menschen dort sprechen nicht so oft noch Deutsch. Und wenn sie aber doch noch Deutsch sprechen, hört man nie einen Berliner Akzent mehr, sondern wohlgenormtes Hochdeutsch (denkt Euch hier den blöden Schwaben-Spruch), wenn Mami dem dreijährigen Leon-Rinaldo und der zweijährigen Emma-Marie erklärt, was man alles nicht tut aus biologischen Gründen. Läuft man durch Prenzlauer Berg in den kleineren Straßen im Sommer an einer dieser vielen kleinen Bio-Eistheken „Mami, ich will Bio-Eis, ich will ein Bio-Eis!” (Bio-Eisbuden müssen dort die Lizenz zum Geld scheißen sein!) vorbei, muss ich die Straße wechseln, weil diese völlig in Beschlag genommen wird von Muttis, Papis und deren Gören, die die Laufwege blockieren und mich die gleiche Panik befällt, die mich in den 80igern befallen hatte, wenn mir morgens auf dem Weg zur Arbeit ein Pulk Tauben die Straße versperrte. Meine Tauben-Phobie wurde durch eine Prenzelwichser-Phobie substituiert.

Es gibt also nicht sooo viele Gründe mich in diese Region meiner persönlichen Abneigung zu begeben. Außer wenn ich einmal Katzen sitte, was ich dieses Jahr öfter tat, weswegen ich auch letztendlich öfter im Prenzlauer Berg unterwegs war als mir gut tat und es ein Glück war, dass die zu befütternden Viecher niedlich genug sind, um meine persönlichen Qualen zu kompensieren. Dann gibt es diesen einen Second-Hand-Laden gegenüber der Katzensitterstelle, der es als einziger Second-Hand-Laden in der Stadt schafft, die Klamotten nicht stinkend anzubieten, weswegen sogar ich mich ausnahmsweise in der Lage sah in diesem Jahr dort mehrfach Sommerröcke für sehr wenig Geld zu erwerben – weil es ja in diesem Jahr im normalen Handel nur Shorts gab oder sehr kurze Röcke nur mit Leggins zu tragen, die ich auch seit den 80igern nicht mehr anziehe. Und es gibt einen Laden, der französische Lebensmittelprodukte anbietet, den ich auch gerne hier und da als Kundin beglücke. Andererseits, dessen Produkte finde ich auch auf einem Wochenmarkt in Charlottenburg … also … kein echter Grund, meine Abneigung geographisch allzu oft zu unterlaufen.

Dass ich mit dem Prenzlauer Berg wirklich nichts aber auch wirklich gar nichts mehr zu tun haben will, das ist mir letzte Woche aufgefallen, als ich dort an einer Döner-Imbissbude vorbei lief, die draußen Tische offerierte an denen Menschen saßen, die ihr Döner im Brot (!) auf dem Teller (!) mit Messer und Gabel (!) aßen.

Der Prenzelwichser kommt eben von einem anderen Stern und lebt in einer Galaxie, die nicht meine ist.

(Aus der Reihe: ein Gentrifizierungsblogpost in Ehren soll creezy niemand verwehren.)