2009-06-27

I'm bad

Ich mochte ihn nicht. Also nicht persönlich, das ging ja mangels persönlicher Gelegenheit auch nicht. Aber als Künstler konnte ich mit ihm nichts anfangen. Ich fand seine Musik nie besonders geniereich. Da das aber alle anderen fanden, wurde ich ständig mit seinen Songs regelrecht penetriert. Ich konnte seine Stimme nicht leiden. Da machte das Überangebot seiner Musik im Radio, in den Clubs, in den Supermärkten unser Verhältnis nicht entspannter. Ich fand auch seine Tanzmoves nie sensationell. Ja, das stimmt: er hatte irgendwann mal einen neuen Style entwickelt (wobei ich eher vermute, das geschah wie üblich mit einem Choreographen zusammen), den hat er aber auch bis zur Übelsichtigkeit gebracht, hier und da in den Videos nur etwas anders ausgeleuchtet. Was er meiner Meinung nach wirklich sehr gut konnte, das waren seine Piouretten, er konnte auf der Bühne gut posen und sein „I love you!“ war auch irgendwie ein Renner und nicht zu vergessen, seine stilistische Konsequenz weiße Socken tragen. Kurz: künstlerisch hatte ich mit Michael Jackson genau gar nichts am Hut. Was nicht heißt, dass ich ihm die von anderen bescheinigten Talente oder sein Genie absprechen will oder werde. Er hat mich eben nie erreicht (hat übrigens Paul McCartney auch nie – ich bin demnach eh ein verlorener Fall) und ich hätte ihn sehr gerne einfach nur ignoriert. Das ging aber fremdbestimmt nie und so ging er darüber hinaus mir auch mit seinen Attitüden extrem auf den Geist. Nicht persönlich, er hätte sich da sicherlich für mich und sich auch etwas anderes gewünscht – das war alles medial gegeben, dafür konnte der Mann nichts. Er wollte nur sein Leben leben, wie er es für richtig und lebenswert hielt und hätte das ganz offensichtlich am liebsten ohne Öffentlichkeit getan.

All das wiederum machte mein Verhältnis zu ihm nicht einfach, denn ich bin natürlich Zeit meines Lebens nicht an diesem Mann vorbei gekommen. Was, das sage ich sehr ehrlich, teilweise unglaublich nervig und anstrengend war. Überlegt Euch bitte einen Künstler, den Ihr partout nicht abkönnt, dessen Stimme ihr nicht ertragt – und nun stellt Euch diesen Künstler mit der weltweiten impertinenten Medienpräsenz eines Michael Jackson vor – über gefühlte 30 Jahrzehnte. Menschen, die mit Michael Jackson nichts anfangen konnten, hatten es genau diese drei Jahrzehnte nicht besonders leicht auf diesem Gebiet, denn man kam an ihm nie vorbei. Man konnte ihn nicht ignorieren, man hatte auch nie eine echte Chance weghören zu können.

Von Menschen wie mir daher seit gestern allzu große Betroffenheit zu verlangen, das ist etwas kurzsichtig etwas viel verlangt. Ich muss auch nach 30 Jahren Michael Jackson-Gequäle nicht plötzlich auf das Umschwenken, was Menschen allzu gerne Pietät nennen möchten. Ich muss nicht über einen Mann, den ich nie persönlich kennen gelernt habe, dessen Schaffen ich nie schätzen konnte, nun nur weil er plötzlich verstorben ist, besonders rücksichtsvoll sprechen oder mir jeden Witz über ihn verkneifen, den nur zwölf Stunden vorher jeder andere über ihn gerissen hätte. Das wäre aus Sicht von Anderen, möglicherweise Fans, vielleicht pietätvoll, für mich wäre das heuchlerisch. Mir fällt kein Grund ein, warum ich Michael Jackson zuliebe plötzlich zur Heuchlerin werden sollte.

Nie geglaubt indes habe ich, dass Michael Jackson zu Recht verdächtigt wurde, sich an Kindern vergangen zu haben. In diesem Punkt habe ich in Diskussionen immer meine Hand über ihn gehalten und dafür stellenweise ganz gut verbale Dresche bekommen. Aber für mich war der Mann asexuell, und ich bezweifle ernsthaft, dass er jemals im Gemüt über das Stadium seiner Kindheit hinaus gekommen ist. Gestern gucke ich mir tapfer und ihm somit auf meine Weise Tribut zollend ein Konzert an, dass die ARD ausgestrahlt hatte. In den Szenen, in denen Jackson versuchte so etwas wie Sex in seine Bühnenshow zu integrieren, mit zu häufigen penetranten Beckenbewegungen und Tastversuchen ins Gemächt, schien er mir weiter weg vom praktischen Sexleben eines Erwachsenen denn je. Genau so asexuell fand ich die Show im Ganzen, er war gut in Militärschritten und -szenen gemeinsam mit seinen Tänzern, vielleicht war das choreographisch seine Vorstellung männliche Dominanz zu demonstrieren, auch das wirkte auf mich eher hilflos. Ja, man kann keinen Sex leben und trotzdem heiraten und auch Kinder bekommen. Das geht. Ich bin mir immer sicher gewesen, für Jackson waren Kinder heilig und absolut unantastbar.

Ich habe an Michael Jackson besonders nicht geschätzt, wie er seine Fans belogen hatte. Zu erzählen, er hätte eine Krankheit, eine Pigementstörung, die seine Haut immer weißer werden ließ, war eine offensichtliche Unwahrheit. Genau so offensichtlich wie es Jacksons in die Realität umgesetzer Wunsch war, sich von dem äußeren Erscheinungsbild eines Schwarzen zu entfernen. Denn wegen einer Pigmentstörung werden nicht plötzlich auch Nasen schmaler, erscheint ein Kinn und die gesamte Gesichtsphysiognomie völlig anders geformt. Auch kommen krankhafte Pigmentstörungen nicht in einer derartigen perfekten Regelmäßigkeit her. Solche offensichtlichen Eingriffe zu verneinen, das ist Lüge. Natürlich war Jackson indes krank, das will ich ihm nicht absprechen. Gestern erklärte ein Prominenter, der Jackson persönlich als Freund kannte, dieser hätte ihm einmal erklärt, er wolle sich mit seiner Verwandlung äußerlich so weit wie möglich von seinem Vater entfernen. Das ergibt einen Sinn und es ist zu respektieren, will man nur einen Bruchteil dessen glauben, was über Michael Jacksons Jugend erzählt wird. Ich hätte mir nur gewünscht, er hätte sich diesbezüglich seinen Fans gegenüber eine Variante näher der Wahrheit in der Kommunikation gesucht. Denn es war zu offensichtlich, wenn ein schwarzer Mann primär Kontakt zu Weißen sucht, weiße Frauen ehelicht, mit weißen Frauen Kinder zeugt. Michael Jackson hat seinem Körper viel zugemutet, um so auszusehen, wie er zum Schluss aussah. Das geht nicht ohne Nebenwirkungen. Er hat sein Risiko selbst gewählt und gelebt.

Noch verstehe ich nicht, wie eine Versicherung einen Künstler wie Jackson für eine Konzerttournee in Millionenhöhe versichert und diesen Künstler natürlich vorher gesundheitlich sehr genau überprüft und dabei angeblich nicht bemerkt haben soll, dass er tabletten- und ja wohl auch morphinsüchtig ist. Der Mann war offensichtlich die letzten Jahre gesundheitlich alles andere als in Form. Ich verstehe auch nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommen konnte, Michael Jackson wieder auf die Bühne bringen zu wollen, bei allem Respekt vor seinen Schulden, vor allem in dieser unfassbaren Kürze der Zeit. Ich habe ihn damals bei der Verkündung der Termine gesehen – dieser minimale Auftritt eines eben ganz und gar nicht gesund wirken Mannes und habe bei mir gedacht: „Junge, aus der Nummer kommst Du nur noch raus, wenn Du vorher tot umfällst.“

Das hat er nun getan und damit ist er auch aus der ganz großen Nummer raus. Ich vertraue zwangsläufig auf die Wiedergeburt und nächste höhere Karmastufe. Ich mache mir da keine Sorgen wegen Michael Jackson, denn er hat es vermocht unglaublich vielen Menschen auf diesem Planeten sehr viel zu geben. Will man den Stimmen derer Glauben schenken, die ihn persönlich kannten, dann nicht nur als Künstler, auch als Mensch. Alle beschreiben ihn als besonders freundlich und warmherzig. Vergessen sollte man nicht, dass der Mann immer und außerordentlich viel für karitative Zwecke getan hat: für Kinder. Das alles erkenne ich ihm hoch an, auch wenn ich nicht zu denen zähle, die seine Musik genießen konnten. Er muss daneben sehr oft sehr viel und sehr tief gelitten haben. Physisch und psychisch. Ich hoffe, er konnte in den letzten Lebensjahren – trotz juristischer und öffentlicher Umstände - glücklich sein, für, wegen und mit seinen Kindern. Ich wünsche ihm, beim nächsten Mal wird es viel besser!

Man weiß immer,

dass man überall aber wohl doch nicht im „Hier und Jetzt“ lebt, wenn man der Fahrkartenkundin vor einem selbst die 10 Cent hinterher trägt und sie ihr mit einem „Sie haben Ihre zehn Pfennig im Automaten vergessen!“ überreicht.

Barbie's Rechner



Ob Microsoft schon ‘nen Explorer in Pink in der Hinterhand hat?

(Ich überlege gerade, ob der Name „Barbie“ mittlerweile so eingedeutscht ist, dass man ihm hier gar kein Apostroph mehr gönnen darf?)

Ah ja,

es gibt einen online IBAN-Rechner, wieder etwas gelernt.

2009-06-26

Oh je, …

jetzt sich besser die nächsten drei Wochen von jeglichen Medien fern halten.

Vererben sich in Amerika Schulden eigentlich? Wie auch immer, hoffentlich ist in diesem kranken Umfeld wenigstens eine Person mit ausreichendem Machteinfluss, die dafür sorgt, dass die drei Kinder jetzt geschützt und nicht medial oder künstlerisch verkauft werden. Der liebe Opa ist das garantiert nicht.

Farah Fawcett war mir künstlerisch immer näher, ihr zolle ich allen Respekt für ihren letzten langen Kampf.

2009-06-25

Hobby, neu

Nacktschneckenradslalomfahren

Cabrio für 2.10



(Nix da, das ist das gesunde Rauschverhalten einer ixus 90)

2009-06-23

Oh je …

pixum.de erklärt mir gerade Fotos auf 30 cm ausbelichtet, seien bereits „Megaposter“.

Wozu haben diese Leute eigentlich alles Kameras jenseits der 6 Megapixel?

Fotos von Netzsperrendemo in Berlin am 20.06.2009

Wie immer gilt, bei Klick auf das Foto wird's größer. Sollte sich jemand auf den Fotos entdecken und nicht erkannt werden wollen, kurze Mail an mich bitte.
































(Die Fotos, man verzeihe mir die Anmerkung in diesem politischen Zusammenhang – aber ich will testen – sind mit der Pentax K7 gemacht und zwar in den Einstellungen, wie noch nicht Spiegelreflexkamera erfahrene Fotografen direkt nach dem Kauf mit ihr fotografieren würden: auf P, Antishake an. Ich habe gelegentlich die Belichtungskorrektur verwendet. Objektive: das DA* 2.8 16-50 und das Tamron 3.5-4.6 28-300 DI, das an der K7 – zumindest bei gutem Wetter – doch einen erstaunlichen Geschwindigkeitsschub erfährt.)

2009-06-22

Glaube ich nicht …

Apple-Chef hatte Leber-Transplantation

Kann nicht sein. Es gibt gar keine Leber mit schwarzem Rollkragenpulli!

Die SPD …

in Hessen pressemitteilt am 20.06.2009 „Mehr Sozialdemokratie wagen“ – Für Freiheit im Internet:

Freiheit im Internet – Neustart im Kampf gegen Kinderpornografie
Für ein „offenes Web“ und gegen Internetzensur sprachen sich die Delegierten aus. Intensiv diskutiert wurden die verschiedenen Wege zum Ziel, Kindesmissbrauch und Kinderpornografie zu bekämpfen. Beschlossen wurde ein Antrag, der eine Rücknahme des gerade beschlossenen Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornografie fordert. „Netzsperren sind ineffektiv und höchstwahrscheinlich grundgesetzwidrig“, heißt es im Antrag. Die "digitale Generation" sehe in ihnen "einen Verrat an allen Werten, die die SPD ausmachen: Demokratie, Fortschritt, Teilhabe". Der SPD Bezirk Hessen-Süd beschloss, eine Arbeitsgruppe mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, Thorsten Schäfer-Gümbel und Nancy Faeser einzurichten.


WTF?

Kann bitte mal einer diese Partei aus dem von mir erlebten Regierungsalltag entfernen? Ganz schnell. Und bitte nicht auf die blöde Idee kommen, die Lücke durch die FDP zu schließen?! Einfach mal einen weißen Fleck da lassen – so zum Genießen der wortlosen Leere.

Mit deren hoher Intelligenz müsste ich eh erst wieder lernen umzugehen nach den vergangenen SPD-Jahren.

Liebes Tagebuch,

heute ist der 22.06.2009 und ich habe heute zum allerersten Mal in meinem Leben – und bedenke bitte, ich bin so alt, dass ich mit der Entstehung der Punkbewegung groß geworden bin – ein Punkpärchen gesehen, das sich offen und männlich bestimmt zu seiner Liebe bekannte. Sie haben sich in der S-Bahn tief in die Augen gesehen und hin- und wieder geküsst, dazu haben sie laut Musik gehört und an Bierflaschen genuckelt. Der eine Punk erklärte dem anderen Punk, dass er sich so gerne eine Katzen wünschen würde zum Geburtstag, weil er doch so gerne eine schwarzweiße am liebsten aber eine ganz schwarze hätte. Dann guckten sie sich wieder tief in die Augen und der eine Punk musste dem anderen Punk versprechen, dass der andere Punk die Katze zum Geburtstag haben dürfe.

Das war irgendwie schön. Weniger wegen der Katze als wegen dieser offen gelebten Liebe. Und irgendwie war das ein schöner Abschluss von einem Tag, der auch so schon sehr schön war, obwohl das Anfangs so aussah, als würde das ein ganz zäher und anstrengender Arbeitstag werden – aber es war ein sehr guter, konspirativer Arbeitstag mit einem netten Abschluss und gemeinsamen Abendessen in einer Runde von netten Leuten mit denen man sehr gerne zusammenarbeitet und sich auf eine berufliche Zukunft mit ihnen freuen kann.

Ja, so war mein Tag, liebes Tagebuch. Gute Nacht!

Nicht ganz, morgen muss ich endlich meine Visitenkarten in Auftrag geben, damit ich solchen Leute meine Karte in die Hand drücken kann, weil ich sie fotografieren will. Berlin ist voll mit solchen schönen Menschen!

JA! Mal wieder war das Bundesverfassungsgericht nicht …

einer Meinung mit der Willkür der Regierenden. Dieses Mal traf es die Weigerung der Amtsgerichte, ALG II-Empfängern die staatliche Beratungshilfe zu versagen.

Aus dem Newsletter des Erwerblosenforums.org:

Die staatliche Beratungshilfe darf von den Amtsgerichten bei Hartz IV nicht verweigert werden. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe hervor. Danach ist die Verweigerung eines Beratungsscheins für Anwälte – auch bei Widersprüchen – verfassungswidrig.

Der Politik von Bund und Ländern ist ein deutlicher Riegel vorgeschoben worden, indem durch Verweigerung der Beratungshilfe einerseits und die flächendeckende Nichtgewährung von finanziellen Mitteln der unabhängigen Beratungsstellen andererseits, die Einlegung von Rechtsmitteln defacto verhindert werden sollte. Noch im vergangenen Jahr hatte der arbeits- und sozialpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion NRW, Norbert Post gesagt, dass es nicht die Aufgabe eines Bundeslandes sein kann, Arbeitslosenzentren zu fördern, die Bescheiden der staatlichen Argen widersprechen.. Jetzt müssen die Länder eben die wesentlich teureren Beratungen bei Rechtsanwälten tragen.


Der gesamte Beschluss des Bundesverfassungsgerichts 1 BvR 1517/08 wurde im Forum gepostet.

Fröhliche Tipps am Montag Morgen zum schneller wach werden

Gestern war ein langer heftiger Abend? Der Morgen graut zu früh und Du merkst, diesen Tag willst Du nur schwer wach werden – wenn überhaupt? Die Augen aber bleiben zu, die Augenränder schillern tief, des Kaffees Wirkung ist illusorisch, der Rest von Dir ist ferngesteuert? Der Job indes lässt heute aber keine billigen Cocktail-Ausreden zu und Du hast Dich wie auch immer wach zu bekommen? Und zwar jetzt? Gleich?!

Dann lies jetzt creezynes Ultra-Super-Wach-in-0,2-Sekunden-Tipp!

Und der geht so: Du putzt Dir die Zähne – egal ob elektrisch mit Oral-B-Grinsesmiley oder analog mit Dr. Best & Co. Wichtig ist eine Flasche Odol im Bad zu haben. Odol muss sein, denn das ist so schön konzentriert. Jetzt versuchst Du während Du mit der einen Hand Dir die Zähne putzt, mit der anderen die Odol-Flasche aufzuschreiben, ein paar Tropfen ins Trinkwasser zu geben und die Flasche danach zuzuschrauben. Wichtig: unbedingt versehentlich ein paar Odol-Tropfen an den Finger bekommen. Falls das nicht von alleine klappt, Du verschlafener Riesendepp, dann mit dem Finger vor dem Zuschrauben nochmals kurz über die Öffnung wischen.

Mund ausspülen. Noch mal wichtig: NICHT die Hände waschen! Jetzt irgend etwas machen, vielleicht verzweifelt die Falten im Spiegel zählen und Dir bestätigen, wie unglaublich fertig Du doch heute aussiehst. Nun nur einmal kurz unbedacht bis völlig versehentlich mit dem Odol-Finger ans Auge fassen und ein bisschen darin reiben.

Nur 0.2 Sekunden später wirst Du wie von selbst sofort die Augen weit aufreissen, hellwach sein und eine ungeahnte unendliche Frische im Augenbereich verspüren. (Von angenehm hat ja nie einer was gesagt. Wach werden ist eh nie sooo toll.) Ausprobieren: wirkt effektiv, super und blitzschnell. Wirklich!

Ich weiß das.

2009-06-21

Habe mich gestern …

kurzfristig sehr und heftig verliebt!



done by pentax k7

Bei der neuen Apple Safari 4-Version

die ja allerhand Schnickschnack mit sich bringt, den ich vorher auch nie vermisst habe und mir meinen smarten Reload-Button nach rechts in die URL-Ladeleiste gelegt hat, wo ich ihn noch nie haben wollte, weil ich alle für mich wichtigen Funktionsbuttons immer nach links sortiere, was ich nunmehr aber nicht einmal selbst bestimmen darf – wofür ich Apple jetzt mal aus tiefstem Herzen verabscheue – werden gelegentlich beim Laden altbekannter URLs Inhalte aus dem Cache geladen, von denen ich mich ernsthaft frage, woher Safari diese Stand der Seite und aus welchem Jahrhundert das eine oder andere Blogpost wohl gewesen sein mag?

Apple, setzen! Sechs. Nachbessern!

(Und behaupte hier noch mal einer, ich würde mich immer nur Apple-Pro äußern.)

Ach und überhaupt …

wird dieses Blog künftig mehr Berlin-Inhalte bekommen, denn die meisten Eindrücke oder Informationen über meine Lieblingsheimatstadt habe ich seit Anfang 2007 im Hauptstadblog gelassen. Nun ändert sich die Blogwelt ständig, somit auch ihre Leser und in der Folge deren Kommentare und im HSB ist mittlerweile ein Schlag Mensch eingezogen, der sich nicht zu blöd ist ständig und wiederholt seine braunen Gedanken zu positionieren, fürsorglich sein Ego pflegt in dem er Dinge, die dort stehen grundsätzlich falsch verstehen möchte und in der Folge andere Kommentatoren diffamiert, einen faszinierend asozialen Habitus für sich formuliert und eine fast fromme Form von Homophobie pflegt. Nun ist mir natürlich bekannt, dass es immer Menschen geben wird, denen nicht das Glück einer toleranten offenen Erziehung mit auf den Lebensweg gegeben wurde oder aber eine solche Entwicklung im Leben gegönnt wurde – aber ich möchte nicht mehr täglich von ihnen lesen müssen.

Vor allem aber möchte ich nicht mehr für sie schreiben müssen. Als ich neulich in einer Diskussion von einer Frau deren ernsthafte Meinung zur Kenntnis nehmen musste, eine andere Frau (deren Fall sie nur aus der Zeitung kennt) sei für deren Vergewaltigung selber verantwortlich gewesen, war 's das i-Tüpfelchen in einem Prozess, der seit einigen Wochen in mir nagte. Kurz, die Stimmung, die dort herrscht in den Kommentaren, das ist eine Stimmung in der ich – so ich sie beruflich erleben musste – immer gerne konsequent meine Koffer gepackt habe und mir die bessere Welt gesucht habe. Das tue ich jetzt auch.

Das ist – und das hat ein bisschen gedauert, bis ich das verstanden habe – ja auch das Glück des Bloggers im Vergleich zum Journalisten, der mit seinen Texten seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Natürlich kann ein Blogger nicht bestimmen, wer ihn lesen darf (das geht natürlich technisch auch, macht aber für mich nicht den Sinn des Bloggens aus) – aber man kann doch noch selber bestimmen für wen man schreiben möchte.

Ich bin mir übrigens sicher, das HSB wird von vielen Menschen gelesen, die nicht so denken – nur die kommentieren dort kaum oder gar nicht. Das konzentriert und potenziert gefühlt aber den Eindruck von denen, hoffentlich in der Minderzahl lebenden, intoleranten Bürgern dieser Stadt. Und so möchte ich nicht über mein Berlin denken müssen – denn ich erlebe es täglich ganz anders: natürlich schmutzig, prollig, konservativ und im Unterton ständig grollend, aber eben auch ganz offen, tolerant, herzlich und klug und lernfähig. Diesen Eindruck muss ich mir nicht täglich von ein paar desillusionierten Menschen kaputt machen lassen.

Aber es war eine schöne Zeit dort, vor allem im Kreis der Autoren von denen mir einige wichtige wertvolle Freunde geworden sind, die wirklich sehr spezielle großartige Menschen sind, ich habe viel gelernt dort!

2009-06-20

Rednoseday in Tempelhof



In Berlin wusste man heute nicht, auf welcher politischen Party man eigentlich zuerst rocken sollte: gemeinsam mit dem Iran demonstrieren? Gegen dumme null webaffine Politiker? Oder Tempelhof besetzen? Tempelhof besetzen ist natürlich genau mein Ding! T-Hof ist mein Kiez, hier darf ich sein und wenn hier ein Happening passieren soll, dann bitte mit mir. Obwohl ich im Vorfeld die Leute von dem Orga-Team nicht verstanden habe, denn wenn es tatsächlich ein Konzept vom Senat für die Grünfläche gibt – was ist genau das Problem dieser Leute? Dass der Zaun sie erst mal vor einer mittelschweren Kerosinvergiftung schützt, wenn sie darauf picknicken? Gut, das wäre natürlich doof. Aber ich frage mich auch – wer kommuniziert da eigentlich mit wem nicht?

Egal, ich las heute früh in der Zeitung: 1.800 Beamte müssen heute den Flughafen schützen. Da dachte ich so bei mir: sauber! Wie viele Leute werden da heute diesen komischen stillgelegten Flughafen besetzen wollen? 500? 800? Und wenn, was sollen die paar People auf diesem riesigen Feld ausrichten? Meine Güte, wenn die heute mal an einer Stelle den Zaun auf zwanzig Meter geöffnet hätten, dann hätten sich die paar Leute auf dem Feld verlaufen – vermutlich nicht mal das, denn die ganze Strecke bis rüber zum S-Bahnhof Tempelhof hätten die eh nicht ausgehalten, danach hätten sie für zwei Tage ihr persönliches kleines Berliner Woodstock für Prenzelwixer abgehalten und Montag morgen wären sie glückselig zurück in die Schule zu ihrer Abi-Klausur gegangen. Der Senat hätte an der Stelle einen tollen festen Drahtzaun hinstellen können, wie schon am Ende des Rollfeldes zum Gebäude hin – alle hätten richtig viel Knete gespart und jut wäre es gewesen.

Also für mich hatte diese Kinderkacke heute zur Folge: ich kann morgens meine Route auf dem Rad in die City nicht fahren und zurück natürlich auch nicht. Ich durfte nicht mal als mit Perso ausgewiesene Anwohnerin durch die Sperre (weil ich ja auch wie ein Zaunhopper aussehe), weil ich nicht „direkte“ Anwohnerin sei. Auf meine Frage in Richtung der (verdammt hübschen) Polizisten, ob sie jetzt eine gehbehinderte nicht direkte Anwohnerin auch die sechste Umleitung gehen lassen würde, guckte sie mich nur irritiert an, Mademoiselle Polizei. Klar. Egal, ist ja auch nur Befehlsempfängerin.

Nun denn, irgendwo in den Nebenstraße wurden schon vormittags „Büdchen“ aufgebaut mit lecker Kuchen, Säftchen gegen Spende und Kiezküche. Unschuldige Kinder wurden frühzeitig – wegen der erschwerten Bedingungen auf Pflasterstein – mit Kreide malend trainiert, wie man später Graffitis entwirft und zur Transparentmalerei gezwungen.



Schuldige Erwachsene ließen sich die Gesichter bemalen, Deppen haben die Kindersprungburg gekillt und überhaupt war das eine ganz komische Klientel, die da aktiv war, ein bisschen zu jung, um an ernsthafter Nutzung von grünen Flächen interessiert zu sein, ein bisschen zu bunt in der Kleiderwahl, ein bisschen zu unbekümmert, ein bisschen zu blass und partiell auch einfach zu blöd und zu unengagiert und zu unmutig, um Zäune zu entern.



Und man verzeihe mir den Kiez-Rassismus, aber bitte, könntet Ihr (meistens) zugereisten Prenzelwichser bitte einfach mal da bleiben, wo der Pfeffer wächst? Ihr macht Euch hier in letzter Zeit in so einer ordinären, dreisten, unangemessenen Art in Neukölln schon breit. Nehmt Abstand von Tempelhof, Ihr habt vor heute noch nie einen Fuß in diesen Bezirk gesetzt – also was soll dieser nervöse sinnlose Kinderkram? Guckt mal: Tanja und Johnny Häusler von Spreeblick, die haben brav zehn Jahre vorab in Kreuzberg campiert, bevor sie hier einreisen durften. Das ist okay. Aber Ihr habt hier erst mal a) nix zu melden und b) nix zu suchen. Geht woanders spielen!

Lustige Szene: ein Mädel durchbricht die Absperrung, rennt aber gleich wieder zurück als sie den ersten Polizisten auf sich zu kommen sieht, die rennen indes zu fünft (!) wie abgestochen zu der Wahnsinnigen, machen da ‘ne Lücke, wo sechzig Sekunden vorher schon ein kleiner Pulk (sechs Leute, der Rest nur Gaffer)


versucht hatte mit vorgetäuschtem Wagemut an den Polizisten vorbei zu gehen. Ruft einer der Demonstranten den kostümierten Jungs hinten zu: „Ihr wisst aber schon, dass es vorne jetzt dünn geworden ist oder?“ Und das war genau der Punkt: mit etwas Cleverness, Konzeption und Enthusiasmus, hätten sie die Polizistenmauer lässig durchbrechen können – aber sie haben da agiert wie Zehnjährige auf dem Schulausflug. Aber Hauptsache rote Nasen tragen beim „politisch sein“ und in der Gemeinschaft auf der Straße trommeln!



Übrigens: von wegen Tempelhof wird nicht für's Volk geöffnet: Pyromusikale



(Nachtrag: zwei Millionen hat der Schwachsinn gekostet, ich fasse es nicht.)

Demo gegen Internet-Sperren in Berlin

Auf die Demo bin ich heute mit der Pentax K7 gegangen (na, da wischt sich jetzt aber im Pentax-Marketing einer den Schweiß von der Stirn …). Ich hatte sie die vergangenen zwei Wochen oft – vor allem bei Jobs – in der Hand, nur die Fotos kann ich hier nicht zeigen. Um hier endlich mal auch Material zeigen zu können, habe ich sie dann heute mit zur Demo genommen. Kleine nette Anekdote: bei der Rede eines unsäglichen FDP-Banausen. Wann lernen die endlich, dass Politik-Propaganda-Gebrülle vielleicht im Bundestag der Ton der Zeit sein mag, aber nicht mehr auf der Straße beim intelligenten Volk? Mit uns kann man wirklich normal reden, man muss uns nicht anschreien!) Guckt mir ein netter Demonstrant auf die Kamera, guckt noch mal und meint: „Boah! Gibt es die echt schon?“ Meinte ich wahrheitsgemäß: „Nee, ich darf die testen.“ Er: „Dann bist Du einer von den Alphatestern? Darf ich mal?“ Gut, also durfte er spielen, während sich der Demo-Zug in Gang setzte und hatte seinen Spaß, war wohl auch recht beeindruckt vom Handling als auch Halten. Wir quatschten ein bisschen über unsere Kameras. Schlussendlich verabschiedete er sich mit den Worten: „So etwas Gutes habe ich für heute gar nicht erwartet!“ Na, wieder jemanden glücklich gemacht, Pentax!

Die Fotos kommen später, irgendwann fiel mir wieder ein, dass die Kleene ja ooch filmen kann. Also bin ich beim Lieblingsdemosong aller 60iger-Baujahre nach vorne zum Zug gerannt und habe mich dann mal recht amateurhaft ohne Stativ als Kamerafrau verdient gemacht. Der Film ist jetzt natürlich von gut 600 MB auf 25 MB runterskaliert, Standardeinstellungen mit dem Tamron 28-300 DI gemacht – und ich finde den Film im Original vor allem aber die Tonaufnahme unglaublich gut. Vermutlich würde ich mit ein bisschen mehr Muße und Übung seltener fotografieren (wobei ich es wirklich lustiger fände, man könnte durch den Sucher filmen – aber das ist wirklich ganz alleine mein kleiner Sucherspleen.)



Ich mag die, echt. Wenn nicht dieser saudumme Bug mit dem Zwischenklick, um den Spot im Sucher zu versetzen wäre. Zur Demo nachher bzw. morgen mehr Text und Material; es war eine gute Demo. Wirklich!

Nishia twittert



MEINE Katze!