2010-01-18

'Nen Ding drehen

Letzten Freitag habe ich Ernst gemacht: mein allererster hochoffizieller Kochkurs!

Dem Trend der Kochkursbesuchmanie habe ich mich bisher entsagen können. Ich habe ja noch einige viele Kochbücher im Schrank, die unbedingt gelesen werden möchten. Dennoch habe ich neulich beim Besuch der Homepage der Berliner Volkshochschule mein Interesse an einem Sushi-Kurs nicht leugnen können und die mir bekannte Blogkochmafia der Stadt rundgefragt, ob jemand mitkommen möchte. Peggy von multikulinaria.es kommt mit und Valentinas Kochbuch empfahl mir die Dozentin wärmstens, hatte nämlich einige Seminare bei ihr schon mitgemacht. Dabei erzählte sie von dem „Chinese Dumpling“-Kochseminar bei Goldhahn & Sampson, das eine Woche später schon stattfinden sollte – und das vergangenen Freitag so auch prompt mit mir tat. Und mit Katharina von Valentinas Kochbuch, die ich zu diesem schönen Anlass kennenlernen und mit ihr in der Gruppe die Chinese Dumplings in der Fleischvariante herstellen durfte.

Der Kochkurs fand in den Geschäftsräumen von Goldhahn & Sampson statt, in den hinteren Räumen, wo eine riesige Auswahl nationaler und internationaler Kochbücher an die kochenden Enthusiasten gebracht werden will, als auch eine schöne große Küche auf unsere Zuarbeit wartete. Pünktlich um 19:00 Uhr empfing uns – mittlerweile Schürzenträger – die Dozentin, Fang, mit süßen Dumplings gekocht in einer heißen Wassersuppe mit Ingwer und Honig. Die Dumplings sollen mit drei unterschiedlichen Füllungen zubereitet worden sein – ich hatte leider nur drei Mal süße Sesampaste in meiner Schale, die aber sehr lecker waren.



Am Anfang dachte ich noch: „Ich hasse Schürzen!“

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in der sich nicht wenige der Teilnehmer als Honkong-Reisende outeten, die nun ihr touristisches Gourmeterlebnis selber nachkochen wollten, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Fang wies ausdrücklich darauf hin, dass die urtypischen Chinese Dumplings bei weitem nicht nur aus den Teigtaschen bestehen würden, die wir auf dem Programm hatten, sondern eine viel größere Variation aufweisen, die aus den Wagen in ihrer Heimat serviert würden. Davon bereitete sie im späteren Verlauf für uns noch zwei Varianten zu, ließ dabei dankenswerterweise die Nummer mit den gekochten Hühnerfüßen aber aus.

Mit den jeweiligen Zutaten für die Dumplings in einer vegetarischen, fischigen und fleischigen Variante, jede Gruppe bekam eine davon auf's Auge gedrückt, eingedeckt, hatten wir nach Rezept als erstes einen sehr einfachen Teig aus Mehl und Wasser herzustellen. In seiner Ruhephase durften wir die Zutaten für die Füllung sehr klein (richtig klein, anstrengend zeitaufwändig klein) schnippeln und würzen. Somit habe ich seit Freitag mein Chinakohl-kleinschneide-Diplom.



Wenn sich 1 Stunde Chinakohl schnippeln sehr lässig versendet …

Mit fortgeschrittener Zeit und Fertigstellung der Füllungen zeigte uns Fang, wie man den Teig für die Dumplings sehr dünn in runde Plätzchen ausrollt. Dazu wird eine rundes Holzstück lässig (wenn man es dann kann) halb über das kleine Stück Teig gerollt, das mit der linken Hand auch sehr lässig stückweise weiter gedreht wird, bis man ein perfektes rundes Teigplätzchen von ca. 7 cm Durchmesser möglichst dünn hergestellt hat.



Das kann man auch als grobmotorischer Europäer, ohne die Dumplingherstellung großmütterlicherseits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, nach ein paar Jahren Übung bestimmt aus dem EffEff. Tricky ist im Hier und Jetzt dabei jedoch die richtige Menge Mehl zum Ausrollen zu verwenden, denn übermehlt sollen die Teigplätzchen nicht werden aber natürlich auch nicht unmotiviert auf dem Tisch festkleben.



Als nächstes zeigte Fang uns, wie die Dumplings nach Einbringen der Füllung geschlossen werden. Ganz easy: kleiner Klecks in die Mitte auf Teig aufbringen, der betont lässig in der linken Hand in einer von Daumen und Zeigefinger geformte Kuhle liegt und dann mit der rechten Hand in Falten gelegt die Teigseiten zusammen falten, dabei betont lässig aussehen und einen wundervollen formschönen Dumpling auf dem Tisch ablegen.



Das sieht an sich einfach aus … während Katharina einen schöneren Dumpling nach dem anderen formte, blieb ich (auch schön) grobmotorisch beim Freestyle-Dumplingen hängen. Übrigens sind Fingernägel bei dieser Bastelarbeit kein bisschen hilfreich. Und ja, natürlich gibt es die Teigplätzchen vorgefertigt und gerollt im Asiashop käuflich zu erwerben, wem das Füllungs- und Faltspiel alleine reicht. Ich muss noch viel, viel üben.



Mein erster Dumpling (mein letzter Dumpling sah noch schlimmer aus!)



Mein erster im Vergleich zu einem professionellen Dumpling …



… während der von Valentina (rechts im Bild) schon sehr professionell aussieht.

Die Dumplings selbst wurden dann auf drei verschiedene Arten zubereitet. Einmal in Öl kurz angebraten bis sie braun sind auf beiden Seiten und dann mit sehr wenig Wasser in der Pfanne und unter verschlossenem Deckel noch etwas gedämpft. Ich kannte die Art der Zubereitung von der japanischen Variante, den Gyozas, nur von einer Seite angebraten. Ich mag die auch mehr, da sich gebratene und gedämpfte Seite ganz gut gegeneinander aufspielen, um sich im Mund als Team hervorragend zu ergänzen. Geschmacklich ist die Erfahrung ist abwechslungsreicher. Ein weiterer Teil unserer Dumplings wurde traditionell in Bambuskörben über gekochtem Wasser gedämpft und als wir schon alle sehr satt waren, wurden die letzten Dumplings à la Maultasche in Wasser gekocht. Tatsächlich schmeckte jede Variante in jeder Zubereitung sehr eigen und konnte jeweils für sich einen Vorteil herausspielen. Das mag mit daran gelegen haben, dass wir aber auch alle nach den ersten Testversuchen noch an den Füllungen geschmacklich arbeiteten. Gegessen haben wir während der Zubereitung, dazu gereicht wurden drei unterschiedliche Dips: eine Art Sojapaste mit etwas Wasser und Öl angerührt, die erdnussig und mild schmeckte, getrocknete Thai-Chilis in Öl (Fang: „Nicht die ganzen Chilis essen!“) und frischer feingewürfelter Knoblauch in Soja-Sauce serviert.



Hauptsache essen!

Unglaublich angenehm war, dass unser reizender Kochassistent immer schön hinter uns her räumte und abwusch, als auch uns jeden Getränkewunsch von Wasser, Wein, Bier und wohl auch Kaffee, hätte ihn einer gewollt, aktiv von den Augen ablas. Macht schon Spaß in einer Küche zu arbeiten, von der man weiß sie einmal nicht selbst reinigen zu müssen (und das macht sehr viel Arbeit bei zwölf kochenden Personen!). Im späteren Verlauf des Abends nahmen wir dann doch – wenn auch schon sehr satt zu diesem Zeitpunkt – nebenan am schönen rustikalen großen Tisch Platz und aßen zu den restlichen selbst hergestellten und jetzt gekochten Dumplings, chinesisches Tomatenei (langweilig, wässrig und schmeckt nicht anders als hier ein Tomatenomelette) oder Eiertomaten und im Wok gedämpfte Scampis. Das war dann der Teil des Abends, an dem unsere Rücken gemeinhin schon gefühlt etwas länger waren. Und so klang dann der Abend auch gemächlich entspannt aus mit mehr als gefüllten Bäuchen. Sich einmal so richtig satt essen an den unglaublich aromareichen Dumplings, das ist schon eine besondere Erfahrung. Man erzählte sich beim Wein Geschichten über Reisen, die eigene Kochhistorie, Köche, das Schulungsangebot in Berlin und die persönlichen Erfahrungen damit.

Minimale Kritik wäre von mir, dass ich, da man ja in einer bestimmten Zeit zubereiten und fertig werden muss, oft nicht rechtzeitig mitbekommen habe, wenn die Dozentin relevante Dinge erzählte – beispielsweise zu den Dämpfungen. Während andere Teams, die deutlich weniger zu schnippeln hatten oder die Zutaten recht groß beließen, schon fertig waren und somit einen Arbeitsschritt weiter gehen wollten. Auch hätte ich mich lieber viel mehr in den schwierigen Zubereitungen wie Teig ausrollen und dem Dumplings formen geübt, als ewig lange profanen Chinakohl sehr sehr klein schnippeln zu müssen – den man gut in einem Mixer vorher schon klein bekommen hätte. Kurz, bei einigen Zutaten wäre Vorarbeit oder die Hilfenahme von technischen Hilfsgeräten auch nicht übel gewesen. Nee ich bin nicht faul, aber wir Europäer sind eben nicht darin geübt, Zutaten mikro-mü-klein zu schnippeln. Scampis entdarmen habe ich gerne gemacht – aber: bei allen Arbeitsvorgängen wurde (nicht nur von mir und dem Chinakohl) die fehlende Schärfe der Messer bemängelt. Also bitte liebe Goldhahns & Sampsons: scharfe Messer sind das A und O in einem Kochkurs, der Spaß machen soll.

Alles in allem war das eine runde Sache, die von der lockeren Atmosphäre der sehr reizenden Lehrerin und auch von den Teilnehmern des Kochkurses getragen wurde. Letztere durften übrigens den ganzen Abend über noch im Shop einkaufen – mit 10% Rabatt. Nette Anekdote am Rande, eine Teilnehmerin, extra mit ihrer Tochter zum Kurs aus Chemnitz angereist, traf im Seminar erstmals ihren ehemaligen Schulfreund aus der Chemnitzer Oberschule wieder. Nicht wenige Teilnehmer haben ihren Kurs übrigens geschenkt bekommen und dazu bieten sich die sehr vielfältigen Kurse von Goldhahn & Sampson auch wirklich an (verbunden mit einem Berlin-Wochenende).

Übrigens haben Goldhahn & Sampson das Fleur de Sal d'es Trenc in allen Variationen vorrätig – leider ist deren Online-Shop so etwas von nur eine virtuelle FataMorgana. Als nächstes würde ich wahnsinnig gerne in die Persische Küche einsteigen. Und schlussendlich kann ich die Kurse empfehlen: ich habe gelernt (am spannendsten sind dabei sicher die Küchengeschichten der Dozenten von zu Hause und deren Familien) und hatte sehr viel Spaß und brenne darauf, sehr bald meine Dumpling-Falt-Schwäche mit üben, üben, üben zu eliminieren!

Die Süddeutsche Zeitung …

war blogtechnisch shoppen.

Update: Stellungnahme vom Marketing-Chef der süddeutsche.de, Peter Bilz-Wohlgemuth in den Kommentaren, man stoppt den Testballon.

2010-01-17

Lawinengefahr in Berlin

2010-01-16

Schön

ist einfach nur, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt beinahe 15.000 Euro zusammen gespendet haben!

Gestern wurde noch seitens Spreeblick auf 5.000 Euro in den nächsten Tagen gehofft. Die 5.000 waren unglaublich schnell in wenigen Stunden realisiert. Als ich gestern nacht nach Hause kam, stand das Barometer bereits bei € 12.000. Es sind 5,–, 10,– 20,– Euro, die die meisten (sehr viele auch mehr) geben können, es getan haben. Ich kann mir wahnsinnig gut vorstellen, dass sehr vielen Spendern der 5,– Euro in diesem Land zu dieser Zeit, selbst diese kleine Summe im eigenen Leben schmerzlich fehlt.

Um so mehr ist diese Summe beeindruckend.

Wer noch mithelfen möchte, ein Klick rechts in der Sidebar auf den Spenden-Button.

2010-01-15

Haiti-Spende

via Spreeblick organisiert:



Hier entlang! (Ach ja, verlinken hilft ooch! Bitte: die Codes gibt es hier bei Spreeblick.)

myClippings

Michael hat wieder einmal mehr eine sehr nette kleine Schweinerei für Apples OS gebacken: myClippings. Die Zwischenablage, die sich ihre Inhalte länger merkt. Gibt es natürlich schon in anderen Varianten wie Stickies, weiß ich, hält aber im Gegensatz zu den Notizzetteln ein Archiv vor und kann darüber hinaus noch einiges mehr.



myClippings gibt es die nächsten 72 Stunden noch zum Einführungspreis von lässigen $ 5,– bzw. € 3,33. Die kleinen Schweinereien von Michael zu kaufen lohnt sich immer, weil er die weltbeste Registraturdanksagung integriert hat. Hier kaufen!

2010-01-14

Spaß





Genervt …

bin ich gerade aus mehreren Gründen, einer davon ist die aktuelle Berichterstattung zur Zeugenaussage von Prinzessin Caroline von Hannover im Rechtsstreit deutscher Geschäftsmann vs. Gatten der Prinzessin, der von ersterem angeklagt worden war, ihn vor gut zehn Jahren im Urlaub krankenhausreif geprügelt zu haben.

Prinzessin sagte irgendwann zu, als Zeugin der Verteidigung in der Revision auszusagen. Delikat dabei, dass man mittlerweile spekuliert, des Prinzen und der Prinzessin Ehe könnte womöglich nicht erst vom Tod geschieden werden. Prinz zeigte neulich beim Nassbaden, dass er gerne knutscht – nicht seine Angetraute. So weit so gut und im Grunde recht trivial.

Prinzessin kommt also gestern nach Deutschland zum anberaumten Gerichtstermin und sagt aus. Zugunsten ihres Mannes kann man insoweit sagen, denn sie gibt vor Gericht zu Protokoll, dass ihr Mann den Kläger tatsächlich geschlagen habe, wenn auch nicht annähernd in dem Ausmaß und möglichen Konsequenzen, wie vom Kläger behauptet. In der öffentlichen Reaktion darauf werde ich seit gestern in jedem Online-Medium, in jeder Nachrichtensendung mit ihrer „Heldentat“ konfrontiert. Wie großmütig es doch sei, von der öffentlich gedemütigten Ehefrau nach der Presse der letzten Woche zugunsten ihres Gatten auszusagen.

Offensichtlich wissen deutsche Medien nicht mehr einzuschätzen, dass man vor einem Gericht einer gewissen Wahrheitspflicht nachzukommen hat. Anderenfalls kann das nämlich sehr unangenehme Konsequenzen haben, teuer und freiheitseinschränkend.

Den Gipfel der geschriebenen Geschmackslosigkeit offeriert mir heute mal wieder Spiegel online, der da schreibt:

[…] Und tatsächlich: Statt sich zu rächen, springt sie ihm bei - und beweist damit wahre Größe. Welch eine Haltung! Neunundneunzig von hundert Ehefrauen hätten sich verweigert. Hätten es ihm heimgezahlt. […]

Ich weiß nicht, woher der Spiegel diese Zahlen hat – ich vermute, dass diese Nummer ein wenig sehr aus der journalistisch schlagzeilenträchtigen Luft gegriffen ist – mit einem Nachrichtenwert hat diese Aussage jedoch nichts zu tun. Ich persönlich vermute, dass Frauen vor Gericht sich sehr wahrscheinlich mögliche Hassaktionen gegen den Ehemann in ihrer Aussage mehr als deutlich überlegen würden. Ich sage nicht, dass es keine Frau gibt, die blöd genug wäre, aus Gründen der Rache das vorzuhaben. Die, die es tatsächlich tun, sind dann schon deutlich weniger. Aber 99 von 100? Der Spiegel - man möchte es kaum mehr glauben soll ein Nachrichtenmagazin sein – kann der vielleicht auch nachdenken, bevor dort derartiger Schwachsinn veröffentlicht wird?

Da die Prinzessin bekanntermaßen nie über ihr privates Leben kommuniziert und jeden verklagt, der das versucht eigenmächtig zu erledigen und auch der monegassische Hof sich bisher zu einer Trennung nicht geäußert hat, weiß niemand ob und wer wen überhaupt in verlassen hat in dieser Zweierbeziehung. Insofern ist auch die Behauptung, es sei die Prinzessin, die vom Gatten öffentlich gedemütigt worden sei, allenfalls von zweifelhafter Relevanz. Madame hat in jüngster Vergangenheit offizielle Pflichten ausschließlich ohne ihren Gatten wahrgenommen. Wer will denn bei all der Verschwiegenheit wissen, ob sie es nicht ist, die ihm den Laufpass gegeben hat? Und ihn mit dem Ausschluss aus dem öffentlichen Prozedere lange vor seinem Urlaub somit längst selbst öffentlich gedemütigt hatte?

So oder so glaube ich persönlich auch nicht an den großen Heldenmut einer Ehefrau. Oder wie die Presse es zu formulieren liebt „einer verlassenen Ehefrau“ bei dieser ihrer gestrigen Aussage. Die Prinzessin war offensichtlich Zeugin und anwesend, als ihr Mann an jenem Abend ausflippte und einen anderen Menschen offensichtlich körperlich zu schädigen versuchte. Im ersten Prozess noch hatte man versucht, sie aus der Sache rauszuhalten und erst als das Gerichtsurteil nicht dem G'schmäckle der Adligen entsprechen konnte, der Prinz nämlich der sehr schweren Körperverletzung für schuldig beschieden wurde und man in Revision gehen musste, war sie mehr bereit zu geben.

Warum? Eine Prinzessin nämlich, die offensichtlich anwesend ist, wenn ein anderer Mensch von ihrem Gatten krankenhausreif geprügelt wird, hätte offensichtlich ein viel größeres Imageproblem als ihr angenehm sein dürfte. Will schreiben, in erster Linie hat Madame gestern schön ihr eigenes Image gepflegt und rein gewaschen. Bei zwei kurzen Backpfeifen darf man als Prinzession schon mal anwesend sein, bei etwaiger Schlagringpflege hört's dann doch eher auf. Also lassen wir doch bitte die großmütige adlige Kuh mal schön im monegassischen Dorf, nicht?

Das, werter Spiegel, mag dann wahrer Adel sein, aber wohl mehr dem Selbstschutz dienend. Darüber hinaus bezweile ich, dass sich Madame gestern besonders den hämischen oder mitleidigen Blicken ausgesetzt hatte. Das wäre sie ja gewohnt und nichts Neues. Es reicht, wenn man der Öffentlichkeit einfach nur Neugierde unterstellt. Schließlich geht es in diesem Prozess um schwere Körperverletzung, dessen der Prinz – eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens – angeklagt war. Öffentliches Interesse darf da sein.

Und jetzt gehen wir wieder alle schön entspannt pinkeln. Wie Prinzen das ja auch gerne mal öffentlich tun.

2010-01-13

Da weiß ich heute schon, wie …

meine Freundin bel im Dreieck springen wird.

Bundeskanzlerin spricht sich für Zeitarbeit aus – In der Debatte um Leiharbeiter bei der Drogeriekette Schlecker spricht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Abschaffung der Zeitarbeit aus. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) will die Branche überprüfen. Leiharbeitern ergeht es laut der OECD in Deutschland besonders schlecht.

Mesdammes, da gibt es nichts zu prüfen. Einfach mal den Aussagen Glauben schenken der Menschen, die diese Ausbeutung seit Jahren mitmachen.

2010-01-11

Küchenkatastrophen



Meine persönliche kleine bis mittelschwere, auf alle Fälle superfiese Küchenkatastrophe hatte ich im letzten Jahr. Ihr erinnert Euch sicherlich. Die Gänse-Rotweinbeize macht sich immer noch hübsch auf meinem Holzfußboden.

Bei meiner Mutter, so erinnere ich, stand eines Tages die Feuerwehr vor der Tür, weil die Rouladen auf dem Herd sich still und heimlich zu Briketts verwandelt hatten. Wir wohnten erdgeschossig, das Küchenfenster stand offen, die Küchentür war wegen der Katzen in solchen Momenten immer geschlossen und so bekam man dank zehn Meter langem Flur im Wohnzimmer nur selten mit, was vorne eventuell vergnügt vor sich hin kohlte. (Hatte ich in diesem Blog schon erwähnt, dass meine Mutter einer dieser typischen weiblichen Telefonjunkies war? Daneben hatte meine Mutter generell ein aufdringliches, um Aufmerksamkeit heischendes Rouladenkarma. Wenn die Dinger aber mal nicht verbrannten oder vor sich hinflogen, dann waren sie meist unbezahlbar lecker.) Aufgrund der Rauchschwaden, die aus dem Fenster zogen, hatte ein Nachbar die Feuerwehr gerufen. Dieser Nachbar hatte es übrigens nicht als relevant empfunden, an unserer Tür zu klingeln und Bescheid zu geben, dass es seiner Meinung nach in unserer Wohnung brennen würde …

Inspiriert von meinem Fiasko hatte die reizende Frau Kelef schon in den Kommentaren eine ihrer hübschen (offensichtlich zahlreich vorhandenen) Küchenkatastrophen zum Besten geben und auf meine Bitte hin in ihrem Blog tatsächlich „Fasan, gebraten“ köstlich nachgereicht.

Wie steht es denn um Eure persönliche größte Küchenkatastrophe? Wäre die Geschichte nicht feines Blog-Füllmaterial für diesen einen lazy-daisy verschneiten Januar?

„Seriöse Information hat Zukunft“

Interessantes Interview mit Tyler Brûlé, dem Herausgeber von „Monocle“ – ich mag das Magazin sehr – zur Qualität und wie sie sich auf eine mediale Zukunft auswirken wird.

2010-01-10

Hochfliegender Fellträger

Stechwurst

Der Fleischereiverkäuferin will ich aber auch nicht im Dunkeln begegnen …

2010-01-08

Schnee



Wir haben hier dieses Jahr (und letztes Jahr ebenfalls) also auch mal Schnee und zwar in ordentlicher Menge und Qualität. Berlin hat ja leider nicht so oft Schnee. Berlin hat lieber fiesen Ostwind. Und wenn dann der Schnee mal kommt, dann liegt er dünn vor sich hin und spätestens Mittags um zwölf Uhr haben ihn die Verkehrsräderigen schon zu einer schwarzen Pampe verunstaltet, die Ähnlichkeit mit dem Sand von Lanzarote hat – nur ohne Meeresrauschen. Vielmehr mit Platsch, Pitsch, Batsch. Das mit dem Sound kann er also auch nicht so schön. Dann gefriert der Matsch und wenn dann tagelang die Sonne nicht scheint, dann haben wir die Stadt im schönsten Grauton, wie ihn sich nicht einmal die damaligen Obigen der DDR hätten ausmalen können.

Letztes und dieses Jahr haben wir also Schnee in Berlin. Ganz weiß, Schlittenwetter. Sogar vor Weihnachten lag schon einmal Schnee! Zu Weihnachten … naja. Das wäre auch zu sehr aus der Rolle gefallen. Silvester haben wir bei mir vor der Tür etwas gefeiert und hinterher ordentlich unseren Krawallmüll eingesammelt und im Hausmüll entsorgt, obwohl in allen Frauenzeitschriften ohne echte Modells (was ist eine Person eigentlich, die sich für Geld zum Zwecke der Zurschaustellung mit Kleidung oder MakeUp fotografieren lässt?) mit Bombenbauanleitung steht, man sollte Blindgänger nicht anfassen und die Mienensuche den Jungs von der Müllabfuhr überlassen. Ich habe noch nie meinen Knallermüll im Hausmüll entsorgt. Das hat aber wirklich Spaß gemacht. Auch und besonders, weil es so bescheuert ist. Und weil es noch ein netter kleiner Spaziergang (die Müllübergabe bei mir muss man sich ordentlich erlaufen) mit Freunden war. Ins neue Jahr stießen wir auf der Straße mit einem Crémant an in plastikkristallisierten Gläsern, die Herr Exit extra für einen Euro teuer im Elsaß kaufte und nach Berlin importierte. Das war auch schön. Ein frankophiler Abschluss für ein französisches Jahr. Jedenfalls liegt drüben auf der Straße nun kaum Knallermüll, den ich aus dem Fenster zählen könnte, falls mir einmal langweilig ist. Ist es mir allerdings nicht.





Nun ist dieses Jahr alles anders und deswegen ist auch Lino ab und zu dabei zu beobachten, wie er vorsichtig seine grazilen vorgeheizten spanischen Pfoten in den Schnee setzt und dabei unterdrückt um Fassung ringt.



Nishia findet den Schnee lustig wie immer und erklärt dem Kater freundlich, wie das so funktioniert mit dem kalten Nass.



Talytha mag den Schnee auch. Allerdings bemängelt sie, dass auf ihrem Aussichtsplatz soviel Schnee liegt, dass sie dort keinen Platz findet und überhaupt singen ihr im Moment die Vögel zu wenig.



Tally agiert im Moment recht verhalten und in sich gekehrt, so dass ich manchmal fürchte, sie brütet etwas aus.



Sie ist aber winterlich knuffig und hat guten Appetit. Daher sagt mir mein Gefühl, dem Kätzchen scheint im Moment einfach zu wenig die Sonne und sie vermisst den Gesang der Vögel wie keine andere Katze. Oft sehe ich sie lauschen und die Welt dabei nicht mehr verstehen, weil sie ihr die geliebten Töne versagt. Ich werde einen Vogelkalender kaufen und ihn auf Fußleistenhöhe aufhängen. Und ich werde Amselgesänge auf dem Rechner laden und eine Tageslichtlampe besorgen. Die sollen ja Wunder wirken bei winterlichen Depressionen!

2010-01-07

Jahresendfeierflügelschwein



Mir war ja für die diesjährige Jahresendfeierlichkeit nix zu teuer und so erwarb ich neben Marzipanschwein auch Kerzenschwein, ganz entzückende Zwei mit glitzernden Flügeln. Allerdings hat man mir verboten, sie anzuzünden. Die glorreichen Sechs entschieden dem Schwein 2010 wieder begegnen zu wollen, dabei ist das doch schon als Jahr der Ziege früh bestimmt.

Ach ja, Schwein. Und Grippe. So viel TamTam um Rüssels Nase. Da hat man viel Geld rausgeworfen, weil das Impfstoff herstellende Unternehmen befand zwei Impfungen müssen sein und dem Robert-Koch-Institut erst nach Vertragsunterzeichnung später auffiel, eine Impfung reicht wohl doch. Jetzt verkaufen wir das Zeug an die Rumänen oder auch nicht, verhandelt wird und inmitten all dieser vielen kompetenten Entscheidungen stoppt man Mittendrinnen, ziemlich pünktlich ungefähr zu dem Zeitpunkt als man sich eingestehen musste, da hatte man hysterisch epdimemischen Blödsinn verzapft – und zwar Big grande Kaka! –, die Zählungen von Erkrankungen und den angeblich an den Folgen der an einer schweinischen Grippe Erkrankten und Verstorbenen oder eben auch nicht, damit man schlussendlich wenigstens wieder einmal gar nichts hat – außer Spesen. Und das ist ungemein praktisch, denn dann muss man wenigstens aus dem ganzen Schweinekram nix lernen für die holde Zukunft.

Vielleicht lässt sich der Schweineimpfstoff noch schnell auf Ziegenimpfstoff umlabeln. Dann kann unsere Bundesregierung den gleichen Stoff doppelt einkaufen. Würde es wen wundern? Ich meine, ernsthaft wundern?

Ach ja, als mein bester Einkauf hat sich der Lurch Karamellisierer entpuppt. Dann klappt's mit dem Bleigießen nämlich noch im gleichen Jahr. (Wir fingen 2010 damit erst an, waren aber bei den ersten Kerzenversuchen nicht sicher, ob wir's bis 2011 schaffen würden!)



pix by Frau Indica

2010-01-06

Wollen ‘se ma lachen?

Hier!

Kann mal einer Merkel ‘nen Apfel auf die Stirn tätowieren?

Michael Bolton hat was im Auge

2010-01-03

4

Vier Jahre ist dieses Blog nun alt. Vier Jahre, in denen ich mich hier ausleben, austoben, ausschreiben, auslachen und ausweinen durfte. Teilen durfte. Fragen durfte. Antworten erhielt. Kritik erhielt. Lob erhielt. Zuspruch erhielt.



Eine reiche Zeit.

Einige meiner Leser habe ich in den Jahren auch im realen Leben treffen dürfen. Erstaunlich viele davon sind mir immens wichtige Freunde geworden. Von den mir sehr wertvollen Menschen abgesehen, die ich noch nicht im realen Leben getroffen habe und die sich trotzdem in mein Herz geschmuggelt haben. Die positiven Erfahrungen überwiegen und das ist die Hauptsache. In der Nebensache führten die negativen Erfahrungen dazu, dass ich nicht mehr ganz offen und alles im Blog teilen möchte. Leider. Auch die Abnahme der Kommentare seit twitter (so sehr ich es mag), haben natürlich Einfluss auf meine Schreibweise, denn man schreibt ohne Gegenreaktion immer mehr in ein schwarzes Loch, und in der Folge schreibt man verhaltener. Das Manko sehe ich selbst, sehe aber auch keine Lösung zur Zeit.

Trotzdem – dieses Blog hat mir in den vier Jahren in der Hauptmenge und Hauptsache nur Gutes bescherrt: Euch - in all Eurer besonderen farbreichen Pracht! Dafür mein herzliches Dankeschön!

2010-01-02

Haben Sie schon alles, was Sie brauchen?

Wirklich? Weil anderenfalls, da hätte ich …

Denn die illustre Runde traf sich gestern, um das neue Jahr musikalisch einzuläuten. Die Komische Oper Berlin gab Filmmusiken und servierte einen bonfortinösen Violinenvirtuosen, Philippe Quint, der sehr fein aufspielte.

Vorher war ich allerdings gute 20 Minuten zu früh am Treffpunkt und musste daher allerlei näckische Spiele mit der kleinen Knipse und ihrer putzigen Langzeitbelichtung spielen,



was man,



eben so tut,



wenn's einem langweilig ist.

Da die Komische Oper zentral im Kommerzparadies der Stadt gelegen ist, der Friedrichstraße, schlich ich anschließend der Fotospielereien um die Häuser und guckte mir die Auslagen der anwesenden Geschäfte an. Es gilt noch mitzunehmen was mitzunehmen ist an visuellem Amüsement, wissen wir, ob es Ende des Jahres noch Gucci & Co. geben wird? In der Behrensstraße gibt es ein Geschäft, das verkauft Dinge wie Kleidung für die bereits gesetztere Person, Marke Politikergattin oder Zehlendorfer Witwe. In diesem Geschäft erhält man aber auch allerhand aus Leder und Schnickschnack, ohne den der gepflegte ALG-II-Empfänger recht passabel durchs Leben kommt. Was – die kommenden Fotos werden es Euch beweisen – unter Umständen ein größeres Glück sein mag, als sich der geneigte Stuttgarter-Stern-Autofahrer jemals vorstellen mag. Denn der muss sich herumquälen mit: Lederaufbewahrungsschälchen



jeweils farblich abgestimmt auf die täglich verwendeten Lederaccesssoires. Das heißt nur ein schwarzes Portemonnaie gilt hier nicht! Je nach Tageslaune und Feng Shui-Dominanz sollten Schlüsselbehältnis und die persönliche Kreditkartenaufbewahrungsanstalt farblich abgestimmt werden, und dass mir nicht die roten Lederteilchen vom Weibchen im schwarzen Lederaufbewahrungsschälchen vom Gättchen abgelegt werden! Der Kram kostet schließlich auch nur € 29,– pro Farbe.



Und wehe, Ihr habt nicht die farblich passende Lederutensilaufbewahrungschälchenablagekommode dafür!

Mein persönliches kleines Highlight gestern, von den vielen anderen persönlich kleinen Highlights ganz abgesehen: das Kaugummi-Etui. Aus Leder. € 20,–. Noch ein Mal, weil es so schön ist: ein 20 Euro teures ledernes Kaugummiaufbewahrungsutensil.



Da wünscht man sich doch nie in die fürchterliche Gelegenheit zu kommen, jemals das Haus abbezahlt zu haben. Ernsthaft.

Kochen zeitgemäß

Für skurile Kochgeschichten bin ich immer zu haben und daher großer Fan von Jolene Sugarbaker, was bekannt sein dürfte. Clara, US-Amerikanerin ist 94 Jahre alt und hat somit in ihrem Leben Bekanntschaft machen dürfen mit dem, was man dann „Die große Depression“ taufte.

Clara kocht auf YouTube und erzählt dabei von früher – das Ganze in einer schönen typischen US-Küche und mit einem entspannten Tempo – im Vergleich zu den sonstigen Kochhektikern im TV empfunden. Das außergewöhnliche Vergnügen heißt dann „Great Depression Cooking“. Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt, nicht?

via Extramittel

Sehr schön …

genauso einen Menschen habe ich dieses Jahr für mich entsorgen müssen: den Heuchler. Hat all das, was er anderen vorgeworfen hat – natürlich nie den Mut hatte es ihnen offen in einem souveränen Gespräch ins Gesicht zu sagen – selber gemacht und stellenweise deutlich in der Handlungsweise überzogen. Nun, jetzt gibt es den Heuchler mit wissenschaftlicher Evidenz.

2010-01-01

Ein gesundes neues Jahr 2010

mit hoffentlich vielen schönen Sunden, ohne Katastrophen dafür mit Sonnenschein, Freude und wundervolle Wünsche und Pläne, die für Euch in Erfüllung gehen sollen, das wünsche ich Euch!

2009-12-31

Sie wollen doch nur ein bisschen Liebe …

„In einer veröffentlichten Top-10-Liste der MA-Flirt-Passwörter tauchen Einträge wie "landser", "landser88" und "siegheil" ganz oben auf - angeführt von "123456". “

Rechte Flirtbörse vom 26. Chaos Communication Congress gehackt. Die Kommentare auf der indymedia-Seite. Ja, haben wir denn schon Weihnachten?

2009-12-30

Online-Petition zur Abschaffung von ePetionen.de

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass
1.) die Website epetionen.bundestag.de vorerst deaktiviert wird, damit verbunden
2.) der Online- Petitions- Service des Bundestages vorerst ausgesetzt wird und
3.) die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel zur Evaluierung wirksamerer direkter demokratischer Partizipationsmöglichkeiten der BürgerInnen der Bundesrepublik in Zeiten der "Digitalen Revolution" in einem offenem Forum mit allen im dt. Bundestag vertretenen Parteien eingesetzt wird.

Begründung:

Online- Petitionen an den Deutschen Bundestag sind sinnvoll, aber in ihrer jetzigen Form wertlos, da
1.) sie nicht mit der ihnen gebührenden Ernsthaftigkeit von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages behandelt werden und demnach der politische Willensbildungsprozess der Petenten meist nicht honoriert wird
2.) sie nicht in einer Sitzung des Deutschen Bundestages behandelt werden, sondern von einem Petitionsausschuss, auf dem selten bis nie öffentliche Aufmerksamkeit liegt, wodurch die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien in der Lage sind, ihnen unangenehme Themen leicht zu übergehen
3.) die Einflussnahme der BürgerInnen der Bundesrepublik Deutschland durch Petitionen auf legislative Entscheidungen des Deutschen Bundestags gegen Null tendiert. Dies wäre z.B. durch verpflichtende Anhörungen im Sitzungen des Bundestag, bzw. spezifischer Fachausschüsse u./o. durch ein Vetorecht für legislative Beschlüsse des Deutschen Bundestags ab einer zu evaluierenden Anzahl an Stimmen zu ändern
4.) der Deutsche Bundestag nicht die ausreichenden Mittel zur Verfügung stellt, um eine reibungslose Funktionstüchtigkeit des Petitionsservers bei ständig steigenden Petentenzahlen auf Dauer zu gewährleisten
5.) die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien eklatante Defizite im Umgang mit den "Neuen Medien" aufweisen, was direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Online- Petitionsangebots des Deutschen Bundestags hat
6.) aus der Erfahrung der vergangenen Jahre bekannt ist, dass es momentan mehr Sinn hat beim Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen ein Gesetzesvorhaben einzuleiten, als sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu wenden
7.) der Deutsche Bundestag u.U. still und heimlich den Online- Petionsdienst abschalten lässt OHNE über sinnvoller organisierte direkte Partizipationsmöglichkeiten für die BürgerInnen zu diskutieren
8.) die Möglichkeit zur Partizipation über mobile Endgeräte wie Handys und Smartphones nicht möglich ist. Vgl: 82,8 Millionen Handys in Deutschland nach BITKOM, August 2006 (also wahrscheinlich 80%-90% der Bevölkerung) zu 60% Internetanschlüssen in deutschen Haushalten nach Wikipedia - eine signifikante Steigerung der Petentenzahlen in Deutschland wäre dadurch möglich
9.) sie keine wirklich positive Entwicklung, weg von der momentanen Politikverdrossenheit in Teilen der Bevölkerung, erreichen kann
10.) der Deutsche Bundestag diese Petition, selbst wenn sie 50.000 Petenten erreicht um im Petitionsauschuss angehört wird, nicht ernsthaft behandeln wird.

Wer diese kluge Petition zeichnen möchte …

2009-12-27

„Ein nueddl ward geboren!“

Das erste und ziemlich einmalige Twitter-Krippenspiel von Katzen und Häschen vorgetragen hier nun als ganzes Script.

2009-12-26

Ich mochte ganz besonders …

heute diesen kurzen kleinen speziellen Moment als ich im Zimmer in der Servierflut zwischen Rot- und Grühnkohl, später Klöße und Gans, die Sauciere, gefüllt mit leckerer Soße, kurz vor dem Abstellen auf den Tisch dezent aus der Hand entgleiten ließ, damit sie sich in voller Schönheit und ganzem Inhalt auf dem Zimmerboden verteilen durfte.

Momente, für die man das Leben sehr sehr lieb hat.

Die gute Nachricht, es gab noch einen minimalen Restsauce in der Küche. Die schlechte Nachricht: Omas Sauciere. Versteht sich.

Aber als Unterhaltungspluspunkt unschlagbar, kann ich empfehlen!

2009-12-25

Fröhliche Weihnachten

wünsche ich Euch, bisher schon gehabt zu haben und noch zu haben. Es ist ein schönes Weihnachsfest, gestern im Kreis von Freunden bei Freunden, heute im Kreis der Freunde bei mir. Die Gans begrüßte gerade den Ofen, nachdem ihre Leber dem Kater Frieden gestiftet hatte. Der Bruder rief gerade an, um sich für die Geschenke zu bedanken und die kleine Nichte, lernt seit Eintritt in die Schule immer mehr sprechen, rief mir fröhlich „Weihnachtsmann“ und „Geschenke“ und zum Schluss ein lässiges „Ciao!“ verständlich und kichernd glücklich ins Ohr. Mein Bruder ist übrigens „Donald“ für sie, das passt irgendwie, auch wenn ich das besser nicht laut sage.

Wundervolle Geschenke und Weihnachtsgrüße habe ich bekommen und freue mich sehr! Das Stichwort ist schon gefallen: glücklich. Es sind glückliche Weihnachten, ich hoffe sehr für Euch und Eure Lieben auch!

2009-12-23

Polizeihund …



Quelle

In der Küche …

habe ich eben den Grünkohl mit Schmalz aufgesetzt und als ich die Zwiebeln und den Speck schnitt, war ich für einen kurzen Moment nicht alleine sondern mit meiner Mum und den beiden Omas in der Küche und sie nickten mir fröhlich zu, als ich die Muskatnuss in den Topf rieb.

Ein kurzer warmer wunderschöner Moment. Sie sind da, auch wenn sie nicht da sind. Wundervoll! Und das ist wohl der Grund, warum Weihnachten ist.

2009-12-21

Dienstleisterkoller

Gehe ich neulich (letzten Dienstag) mal wieder nach langer Zeit zu einer Reinigung. Also chemische Reinigung. Eine Tischdecke und diverse Servietten warteten mit Rot- und Bratenflecken auf, wie von ihnen nicht anders zu erwarten nach einem ordentlichen Menü. Dachte ich bei bei mir, nimmste noch das Kostümchen mit, hat die Reinigung was zu tun und verdient an Dir. Das Kostüm ist in schwarz, Jacke und Rock wurden vorher von mir mit der Rolle katzenhaarbefreit. Weitestgehend. Ich finde Katzenhaar auf Kostüm ja auch nicht sooo toll.

Da ein allgemeines Reinigungssterben im Umfeld meiner Dockingstation herrscht, besuche ich die – schon vor Jahren unglaublich teure – Reinigung in Tempelhof. Fachbetrieb. Ich komme hinein in den Laden und rufe fröhlich „Einen schönen guten Tag, ich hätte was zu waschen für Sie!“ War schon zu viel des Guten, Frau ca. zehn Jahre älter als ich oder auch nicht, dann gleich alt aber von mindestens 20 Jahren Zigarettenkonsum auf älter getrimmt und mit brettharter Schwarztönung auf dem Haupthaar, mag mich offensichtlich nicht. Oder mag Kunden grundsätzlich nicht. Oder hasst ihren Job. Oder hatte einen Bad-Hairtönungs-Day, wat weiß ich!

Nun denn, ich will ja nicht ihre beste Freundin werden und packe daher unbekümmert die Wäsche aus und auf zwei Haufen, Kostümjacke und Rock hier, weiße Tischwäsche daneben. Mit übertrieben spitzen Händen packt sie die Jacke an, entdeckt mit einer Missbilligung offensichtlich zwei Katzenhaare und tut völlig entnervt. Ähnliches mit dem Rock. Dann knüllt sie alles zurück auf den Tresen und meint „Kostet 10,95 Euro und ist nächsten Mittwoch fertig. Wahrscheinlich.“ Ich gucke auf die Tischwäsche, wundere mich über die Preisnennung, weil ich nicht das Gefühl hatte, sie hätte den kompletten Auftrag überhaupt schon in Augenschein genommen. „Und was ist damit?“ „Geht extra.“ Aha, denke ich bei mir. Getrennte Kassen für die Wäsche. Logische Sache, verstehe ich nur nicht. Wahrscheinlich hat Mangelware einen anderen Mehrwertsteuersatz. Noch mal: wat weiß denn ich!

„Nun“, erkläre ich voller Kochstolz „da sind Braten- und Rotweinflecke drauf.“ Ich erzähle das weniger, um mich zu entschuldigen als ich naiv denke, die Information könnte bei der Auswahl der jeweiligen Fleckentfernungsmittel von Vorteil sein. Nun mehr verzieht sie das Gesicht völlig angeekelt, klar: Bratenflecke auf einem Tischtuch sind ja auch wirklich das Allerletzte, was eine Reinigung braucht. Wie kommen eigentlich Kunden dazu mit dreckiger Wäsche in einer Reinigung aufzulaufen? Wissen die denn überhaupt nicht mehr, was sich gehört?

„Na, das wird aber nichts mehr vor Weihnachten!“ „Wie das wird nichts mehr vor Weihnachten – es sind zehn Tage bis dahin?“ „Na, mit DEN Flecken muss das eingeweicht werden, das geht nicht so schnell. Ich weiß nicht einmal, ob das dieses Jahr noch was wird.“ „Okay“, sage ich „dann lassen wir das. Genau das sind die Sachen, die ich zu Weihnachten gerne gehabt hätte.“ (Business-Dress trage ich nämlich am 24. nicht.) „Wie? Das Kostüm auch?“ „Ja“, sage ich „das Kostüm auch.“ Das war dann der Moment von dem an sie mich richtig doll gar nicht mochte. Ihre Miene versteinerte noch ein wenig mehr – sofern das überhaupt noch möglich war – und sie murmelte „dann muss ich da ja jetzt alles wieder ausbuchen.“ „Das tut mir leid“, meine ich noch höflich bemüht „aber 14 Euro und dann sehen Sie sich nicht in der Lage innerhalb von neun Werktagen Ihren Job zu tun, ist mir ein bisschen zu teuer für zu lang.“ Und gehe.

Ich habe dann heute auf die Flecken anständigen Fleckentferner gegeben, ihn einziehen lassen und die Wäsche bei Kochwäsche mit Waschmittel von der Maschine ihren Job tun lassen. Flecken sind wunderbar raus, ich habe dann das Zeug auch gleich feucht aufgebügelt. Passt. Hat mich Waschmittel, Strom und ca. zehn Minuten Bügelzeit gekostet.

Geht alles. Bis zu Weihnachten. Und für das Kostüm versuche ich das Reinigungsangebot vom freundlichen Migranten in der Änderungsschneiderei zwei Ecken weiter in Neukölln. Kostet dort vermutlich die Hälfte.

Was machen eigentlich …

die Menschen in diesen kalten Tagen, die nicht diese schnurrenden Wärmekissen auf ihrem Schoß haben?

2009-12-19

Harald Martenstein: „Kai Diekmann ist bei der taz.“

Und was wir sonst noch aus der „die anonymen Blogger“-Selbsthilfegruppe wissen wollten. Die gute Nachricht vorneweg: Kai hat nur mit dem Bloggen angefangen, um nun wieder aufzuhören.


pix by spon

2009-12-18

Für den Fall,

dass Ihr noch etwas Energie und gute Wünsche übrig habt, bitte hier hin schicken. Weil gerade dringend von Nöten! Und manchmal helfen nette Worte ja schon ein ordentliches Stück weiter durch den dunklen Tunnel.

Klar!

Wir haben von diesem Teil ja noch sechs Ersatzerden in der Schublade.

Den müsste allen durch die Bank weg die Erlaubnis zum Regieren aberkannt werden. Profitgeile Nixmerker.

Muss dringend noch einmal

über eine eventuelle Karriere als Schneeschippdienstleisterin nachdenken. Die machen wirklich lustige Sachen mit ihren TöffTöffs nachts auf den Straßen (wie Sau rückwärts auf'm Bürgersteig fahren etc.) – weiß einer, ob bei den Dingern die lustige Nummer mit angezogener Handbremse und Lenkrad rumreissen (klassische 1-Punkt-Wendung) funktioniert?

Da wäre wenigstens ein Anspruch dabei im Sattel zu bleiben.

2009-12-15

Salz ins Meer tragen



Wir kennen Salz, begegnen ihm täglich. Konsumieren es bewusst, weil wir es selbst in unser Essen geben, um dessen Geschmack aufzuwerten oder um es überhaupt erst zu produzieren. Rohschinken ohne Salz? Undenkbar, weil er weit vor seiner Reife ohne Salz bereits verschimmelt wäre. Die Rinde vieler Käsesorten wird während der Reifung immer wieder mit Salzlake eingerieben, um sie haltbarer zu machen. Das Salz wandert auch in den Käse und gibt ihm sein Aroma. Oliven ohne Salz? Wären zwar farbenreich, dennoch recht farblos im Geschmack.

Und auch frisch zubereiteter Fisch, selbst wenn er ganz frisch aus dem Meer stammt, bekommt mit Salz erst den letzten Schliff.





Unbewusst wird uns das Salz zugeführt, weil die Food-Industrie es in nicht unerheblicher Menge in Zutaten gibt. Dieses Salz ist unsichtbar, raffiniert, im Übermaß gefährlich. Ein Industriestoff, der wenig taugt. Und dann gibt es die natürlichen Salze, Salz vom Stein geerntet oder das Salz aus dem Meer, das sehr konzentriert ist und oft in Handarbeit geschöpft wird, das Fleur de Sel (frz.) oder Flor de Sal (span.) Dem Fleur de Sel fehlen die Bitterstoffe seines industriell produzierten Pendants. Es ist im Vergleich zum Steinsalz oft reich an Calcium und Magnesium und hat daher einen eigenen Geschmack, den Gourmets sehr schätzen. Man nimmt nur wenig und gibt es erst nach dem Kochgang auf die bereits angerichtete Speise, damit die kleinen feinen Kristalle das Essen schmücken wie kleine Diamanten. Eine Scheibe von gutem frischen Brot mit feiner Butter bestrichen und eine Prise Fleur de Sal darüber gestreut – ein kleines gustatorisches Glück dieser Welt, das beileibe wohl kein Marketing benötigt um zu überzeugen!



Eines der reinsten Salze in Europa wird übrigens auf Mallorca geerntet. Hier nennt man es Flor de Sal und das „Flor de Sal d'es Trenc“ gilt als eines der reinsten Produkte und stammt aus „Ses Salines“, einer kleinen im Süden der Insel gelegenen mallorquinischen Gemeinde.



Und eine der Produzentinnen des Flor de Sal d'es Trenc ist Katja Wöhr von Gustomondial. Katja habe ich im Februar während meines Aufenthaltes auf Mallorca zu einem Interview getroffen – und bin einem beeindruckendem Beispiel von Authentizität begegnet – in ihrer Person, in den Produkten, die sie entwickelt und produziert und in der Art und Weise, wie sie ihr Salz vertreibt. Direkt und mit Bedacht. Bevor ich sie traf, habe ich mit Freunden an einem wunderschönen Ausflugstag Tag „Les Salines“ besucht. Im Frühling ein wundervoller stiller Ort mit einer beeindruckenden Landschaft, saftig grün noch so kurz nach den Wintermonaten.



Katja lebt in Sóller, recht weit entfernt von ihrer eigentlichen Schaffenswelt dem Meer, in den Bergen, die Mallorca auch zu bieten hat. Wir haben uns beide kurzfristig in Sóller verabredet und ich habe mir die einstündige traumhafte Anreise mit dem „Roten Blitz“ von Palma aus gegönnt, durch das Land das im Februar natürlich voller prächtig behangener Orangen- und Zitronenbäume geschmückt ist. Vorher begegnete ich noch einem unverhofften Stück Bäcker-Marketing. Der Zug ging früh und ich hatte meine Unterkunft ohne Frühstück verlassen und kaufte mir unterwegs eine Tarte mit Apfel und wunderte mich natürlich sehr, warum die Verkäuferin das Gebäck mit kleinen Holzstückchen „garnierte“. Später fiel mir auf, dass im Gegensatz zu derartigem Gebäck in Deutschland verpackt, wenn üblicherweise das Papier gerne auf die Früchte gedrückt eine schwer zu sortierende Einheit ergibt, die Früchte und Marmelade dank der Sticks unberührt waren von der Verpackung. Ich konnte ein unbeschädigtes Törtchen mein Frühstück nennen: Zahnstocher. Eine einfache Freude.





In Sóller holte mich Katja pünktlich vom Bahnhof ab und da mir nach Kaffee war, ihr der Kaffee in dem Bahnhofscafé nicht gut genug schien, lud sie mich in ihr traumhaftes gerade frisch restauriert und renoviertes Häuschen ein, das mit eines der schönsten Häuser ist, welches ich auf Mallorca gesehen habe. Klein, hell, farbenfroh, wundervoll eingerichtet, umgebaut nach ihren Ideen. Bevor wir uns zum Kaffee und Gespräch setzten, durfte ich mir meine erste Orange direkt vom Baum selber pflücken und genießen und mich an der großzügigen, praktisch-schönen und trotzdem unspektakulär eingerichteten Küche erfreuen.



Dann sprachen wir über Salz, stundenlang. Wie Katja, gebürtige Schweizerin, nach jahrelanger Arbeit im Tourismusgewerbe rund um die Welt gereist, ausgebrannt einfach für einen langen Zeitraum an einem Ort bleiben wollte und einen schlecht bezahlten Wasserträgerjob auf einem französischen Golfplatz angenommen hatte, um sich wieder körperlich zu spüren und den Kopf frei zu bekommen. Dabei hatte sie die Idee Salz schöpfen zu wollen und da die Salinen der französischen und spanischen Festlandküste ihr nach diversen Umweltkatastrophen und am Meer angesiedelter Industrie nicht rein genug waren, entschied sie sich für das alternative Schöpfgebiet von Mallorca. Einen ungewöhnlichen Weg ist Katja gegangen, denn sie mochte die Insel am Anfang so gut wie gar nicht – die Liebe zum balearischen Eiland kam erst mit der Arbeit. Das Wissen um das Salz und seine Produktion folgten erst nach der Idee – in einer denkbar kurzen Zeit, die zwischen Idee, Umzug und Umsetzung bis hin zur Produktion lag.



Wer Katja Wöhr trifft, trifft auf eine Urgewalt von Energie. Positiver Energie. Es ist kein bisschen schwer sich vorzustellen, wie sie in sehr kurzer Zeit ihre Geschäftsidee in die Tat umgesetzt hatte, das wenig verfügbare Kapital in die Produktion der fast schon als Schmuckdose zu bezeichnenden Behältnisse. Sie gewann mit ihrer Idee den spanischen Innovationspreis für Neugründer und entwickelte mit einem befreundeten Koch Rezepte für ihr Salz und entwarf eigene Kompositionen, in dem sie dem Flor de Sal d’es Trenc natural später reine Hibiskusblüten, Rosenblüten, Oliven oder Kräuter unterjubelte. Später folgt die traumhafte Mischung Sri Lanka und einmal im Jahr werden besondere Salz-Editionen geschaffen, limitiert nur in kleiner Stückzahl produziert – beispielsweise mit Orange und Chili oder Limone mit Lavendel. Natürlich alle Zutaten aus biologisch einwandfreiem Anbau, fair gehandelt.



Sie freute sich sich ungemein in diesem Jahr zum ersten Mal wieder selbst die Salzkristalle ernten zu können. Nach der Geburt ihrer Tochter wollte ihr Mann sie nicht mehr in die Salinen gehen lassen. Dabei lebt sie so offensichtlich von und für den Prozess der Ernte „ihres Salzes“ und scheint ihre Energie aus diesem Erleben einer kurzen aber sehr arbeitsreichen Zeit im Jahr zu ziehen. Sie hat Ideen und die werden sie auch irgendwann von der Insel und dem Salz wegbringen. Diese Frau ist vermutlich auf dem Zenit ihres beruflichen Erfolges und so ungewöhnlich entspannt dabei, weil sie weiter gehen will.

Irgendwann mussten wir los, ihre kleine Tochter von der Schule abholen – es war Faschingsumzugszeit. Wir liefen durch Sóller und trennten uns, leider. Ich blieb zurück mit einem Sack voller wundervollem Salz, dass aufwändig in mehreren Vorgängen getrocknet wurde und mit einem Rechen in der Abendsonne vorsichtig vom Sel gris getrennt geerntet wird.



Das Fleur de Sal d’es Trenc selbst entsteht nur in der heißen Sommerperiode im Juni und Juli, im August ist es Katja schon zu unrein, an windstillen Tagen. Dann trocknen die Salzblumen auf dem Wasser, bilden eine hauchdünne Schicht, die vorsichtig am Abend in der untergehenden Sonne abgehoben wird. Später ins Lager transportiert, getrocknet und vorsichtig mit den Gewürzen versetzt verpackt wird. Eine ganze Jahresproduktion in knapp zwei Monaten. Wenn Katja von der Schwere aber auch der Schönheit dieser Arbeit in besonderer Atmosphäre spricht, möchte man direkt zur Erntezeit einen Flug buchen und mithelfen.

Sie hat Arbeitsplätze geschaffen mit ihrer Idee auf dieser Insel als Fremde.

Sie ist dabei unglaublich bodenständig, und hat Ideen. Viele, Stillstand kann diese Frau nicht. Sie gibt ein Teil des Geldes, das sie verdient, wohlüberlegt in Projekte der Dritten Welt, Frauen dort dabei unterstützen, sich eine eigene Existenz dort aufzubauen. Es drängt sie aber nach ihrer Salzperiode in diese Richtung dort mehr zu tun. Sie lebt nach der schmerzlichen privaten und beruflichen Trennung von ihrem Ehemann mit ihrer kleinen Tochter in dem neuen Haus, plant zum damaligen Zeitpunkt ein Kochbuch mit Tim Mälzer, das diesen Sommer erscheinen sollte. Und sie verspricht dem jungen Nachbarshund im vorbeigehen fest in die Pfote, ihn am Wochenende mit auf die Wanderung in die Berge zu nehmen.



Katjas Flor de Sal d’es Trenc ist mittlerweile ein internationaler Erfolg. Sie passt genau auf, wo ihr Salz verkauft wird. Supermarktketten erhalten ihr Salz nicht. „Die killen das Geschäft der kleinen Delikatessenläden. Das aber sind die Läden, die mich am Anfang in meiner schwersten Zeit unterstützt haben und an mich geglaubt haben und mein Salz als erste verkauft haben.“ So einfach kann das sein. Bewusstsein für die Umwelt und die Anderen und damit auch der Verzicht auf das ganz große Geld um jeden Preis – auch das ist authentisches Marketing. Selten ist das geworden in unserer heutigen Zeit. Katja Wöhr ist erfolgreich damit geworden. Sehr erfolgreich.

Ich selbst liebe alle ihre Salzsorten, sie sind ein Genuß und sie verfeinern jedes noch so einfache Essen zu einem Gericht wie aus dem Märchen.



Es lässt sich übrigens zu Weihnachten verschenken, denn es ist zudem wirklich ansprechend verpackt – aber vergesst nicht: im Supermarkt bekommt Ihr es nicht. Nur in den kleinen besonderen Läden, diesen authentischen Läden. Dort gibt es auch den klug gekelterten Wein, der am Meer besonders gut schmeckt mit dem Salz auf den Lippen.



Das Salz ist also zurück. Mit uns am Meer.

Mein Blogwichtelbeitrag: Weihnachten für Weihnachtsmuffel

Wenn man sich umhört, sei es unter Freunden und Bekannten oder im Internet - so fragt man sich stellenweise, wer Weihnachten überhaupt mag. Man stöhnt über die Einkäufe, darüber, dass einem keine Geschenkideen einfallen, über den nadelnden Baum, die anstrengende Verwandtschaft, den Feiertags-Marathon, Kirchenzwang, Blockflötengetute, das Essen und so weiter und so fort. Das muss nicht sein, denn es geht auch anders, selbst wenn es denen, die ein Leben lang in einer Feiertagsroutine gefangen sind, die sie zu hassen gelernt haben. Hier ein paar praktische Tipps zum Thema "Weihnachten muss kein Schicksal sein".

– Geschenke: Viele verzichten überhaupt darauf, da sie sich dem Konsumterror nicht ergeben wollen. Andere kaufen gängige Artikel wie Parfum, Socken, Krawatten oder den "aktuellen Bestseller", der nach dem Fest zum Staubfänger mutiert. Das kommt für mich nicht infrage, denn ich liebe das Schenken an sich, sowohl als Schenkende als auch als Beschenkte. Eine gute Möglichkeit ist, etwas zu kaufen, was der Beschenkte wirklich haben möchte, und das ist meist nicht sonderlich praktisch. Oder, für die Ich-brauche-nichts-ich-habe-alles-Fraktion etwas wirklich Originelles, Witziges. Das muss nicht teuer sein. Wichtig ist, dass es die gestresste Runde unterhält, zum Beispiel eines dieser über den Tisch hüpfenden und dabei mit den Zähnen klappernden Gebisse für die Oma, als Zugabe für ein paar leckere Sachen (Essbares hat immer den Vorteil, dass es auf natürliche Weise verschwindet und nicht diskret im folgenden Sommer entsorgt werden muss).
Ganz wichtig: Nie am Wochenende einkaufen, es sei denn, man ist Masochist (dann will ich nichts gesagt haben). Lieber online bestellen, da gibt es auch alles.

– nadelnde Bäume: In Wohnungen nadeln die Dinger schon, wenn man sie zur Tür hereinbringt, was an der Wärme liegt. Natürlich kann man den Baum in einem ungeheizten Zimmer unterbringen, doch dort will sich kaum jemand aufhalten. Falls es ein Trost ist: Weihnachtsbäume sind eine neue Tradition (aus dem betulichen 19. Jahrhundert, dass uns mit vielen Errungenschaften bis heute dafür bestraft, dass es es gab). Außerdem sind so offensichtlich sterbende Bäume in der Zeit immer kleiner werdender Wälder und Grünflächen ein deprimierender Anblick. Wie wäre es mit einem Kerzenmeer nebst Räucherkerzen für den angemessenden Duft, großen Sternen etc.?

– Die anstrengende Verwandtschaft. Die drangsalieren einen meist mit ihren Vorstellungen von Weihnachten, die selbst die furchtbarsten unter ihnen selbst nicht schön finden können. Ich hänge der Theorie an, dass die, die früher unter so was leiden mussten, heute versuchen, uns leiden zu lassen. Da hilft nur: Nicht hingehen, sondern selbst einladen. Dann sagt Ihr, wo es langgeht in und mit der Heiligen Nacht. Hähä.

– Kirchenzwang: Hier ist die Empfehlung kurz: Nicht hingehen, wenn's Euch nicht gefällt (falls Ihr gern zur Kirche geht, diesen Punkt überspringen). Oder, falls es gar nicht anders geht: Ein kleinformatiges Buch, das man im Gesangbuch verstecken kann, mitnehmen und sich von der Pelzmantel-und-Perlenketten-Leistungsschau, die mit Gottesdiensten so viel zu tun hat wie Weihnachten in Deutschland mit der Geburt Christi, ablenken. Ein MP3-Player mit diskreten Kopfhörern kann auch gute Dienste leisten, vorausgesetzt, man dreht nicht zu laut auf. Ich empfehle für diesen Zweck ein Hörbuch. Wem das zu innovativ ist, der halte sich an den anfänglichen Vorschlag: Einfach nicht hingehen.

– Blockflötengetute, Weihnachts-CDs und plärrende Fernseher: Die Kinder sollte man erlösen (wäre auch mal ein Thema für den Jugendschutz) und den Fernseher sollte man ausmachen, der läuft ohnehin das ganze Jahr über. Weihnachts-CDs sollte man nur hören, wenn man WIRKLICH Lust darauf hat. Ansonsten kann man Musik auswählen, die einem wirklich gefällt (vor zwei Jahren lief bei uns die CD "Volk" von Laibach zu Heiligabend, und auch der Mutter hat's gefallen). Für Authentizitätsfanatiker empfiehlt sich arabische Musik aus dem vorderorientalischen Raum. Da kann man die schockierte Verwandtschaft mit dem Satz "Das hätte auch Jesus gehört" zum Schweigen bringen.

– Ach ja, das Essen. Wer keine Lust hat, bis Silvester noch von der Gans zu essen, Geflügel nicht leiden kann oder wer Würstchen mit Kartoffelsalat spießig findet, greife auf Alternativen zurück. Die syrisch-palästinische Küche ist köstlich, die Gerichte sind leicht und schnell zuzubereiten und den meuternden Gästen sagt man einfach, dass auch Jesus und seine Familie so gegessen haben. Oder macht was Afrikanisches. Das isst man mit den Händen, was auch die steifste Veranstaltung nachhaltig in Schwung bringt. Ein Fingerfood-Buffet ist die etwas formellere Variante. Ansonsten: Die Welt ist voll mit kulinarischen Traditionen, die es wert sind, entdeckt zu werden. Wenn's Geflügel sein soll, geht auch Entenbrust im Pekingenten-Stil (die hätte Jesus bestimmt gegessen, hätte er sie gekannt, und sie ist mengenmäßig überschaubar). Ich habe mal einen großen Erfolg mit Lammfleisch in Tscherkessensauce gehabt. Es war enorm lustig und vor allem lecker, und die Irritation meiner damals 82-jährigen Großtante, als ich sagte, dass wir nun alle das Fleisch und die Sauce in die Brottasche füllen, hielt auch nur ganz kurz an.

– Der Feiertagsmarthon: Wenn Ihr meint, dass ein Weihnachtstag reicht, dann ist das so. Für die beiden anderen Tage empfehlen sich DVD-Themenabende, Wellness-Kuren, Terrassen-Grillparties, sportliche Betätigung etc.

Wer die traditionelle deutsche Weihnacht nicht mag, der ändere sie, frei nach dem Motto: Besinnlichkeit auf Knopfdruck muss kein Schicksal sein. Macht einfach 'ne Party draus, ladet Eure Verwandtschaft zu Euch an und wartet, was passiert.

Dieser Beitrag wurde mir im Rahmen der diesjährigen Blogwichtelei 2009, von Frau Bhuti organisiert und dank Madame Toulouse ordnungsgemäß geprüft, überreicht. Und ich finde das ist eine ganz wundervolle Wichtelei, die sich da jemand für mich ausgedacht hat, denn es geht hier nicht nur um Essen, nein: bitte nehmt diese grandiose sehr feine Ironie zwischen den Zeilen zur Kenntnis! Ich glaube, da hat jemand wirklich großartige Erfahrung mit diesem Fest. Und scheint mich oder mein Blog gut zu kennen. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Hauch einer Ahnung von wem dieses bonfortinöse Blogwichtel stammen mag, aber eins steht fest: ich finde es wirklich und ungelogen grandios und bedanke mich sehr herzlich für die mehr als charmant-kluge Blogwichtelei, die mir ja so etwas von auf den Leib geschrieben wurde! Und falls ich den/die Blogwichtel/in nie in Erfahrung bringen sollte, wünsche ich ihr/im fröhliche Weihnachten und viele Gebisse am Tisch, einfach damit das Fest viel Spaß macht! Merci!

2009-12-13

Ach nur so …

falls Ihr der Meinung seid, Frau Indica hat's am besten (wenn auch spät) hinbekommen, die Zutaten der diesjährigen BlogKochShow 2009: Vanillestange, Grapefruit, Gelatine, Mohrrüben, Rohrzucker sowie Walnüsse zu verwursteln, dann stimmt für sie ab.

Falls Ihr feststellt (wie ich), dass mindestens die klare Mohrrübenessenz von Frau Bhuti das Ganze einschließlich der Walnuss-Bohnen gerockt hat, dann stimmt bitte unbedingt hier für sie ab!

Sollte Eure Bewunderung für Frau Jekylla und ihr Menü und ihre unvorstellbare Leistung unglaublich groß sein, dann gebt Ihr bitte Eure wichtige Stimme. (Frau Jekylla hat mittlerweile eh gewonnen, sie kocht neuerdings UND sie kauft sich Küchenutensilien. Isses nicht unfassbar?!)

Solltet Ihr wie ich befinden, dass Herr Spontiv auch in die Bewertung aufgenommen werden sollte und nicht außer Konkurrenz mitgekocht haben nur weil er der sehr spendable Ideengeber war, dann tretet ihm bitte per Mail in den Hintern und fordert seine Nachbenennung!

Wenn Ihr befindet, dass Koch-Newcomer Julius seine Sache mehr als wundervoll gemacht hat, dann stimmt bitte für ihn ab!

Und wenn Ihr das Menü und die Kochkunst von northerndelight bis ins unendliche bewundert, dann stimmt bitte unbedingt für ihn ab!

Und falls Ihr von der Möhrentarte des Herrn Exit mindestens so begeistert wart, wie ich beim rüberschielen in sein Menü – dann stimmt bitte für ihn ab!

Und nur für den ungewöhnlichen Fall, dass Ihr der Meinung wart, ich hätte ganz passabel im Rahmen der diesjährigen BlogKochShow 2009 gekocht, dann könnt/dürft/sollt/müsst Ihr für mich und mein Menü abstimmen. Denn in diesem Jahr gibt es Preise zu gewinnen! Und eine Rührschüssel kann man nie zuviel im Haus haben, dass ist ja man klar nech?

Und falls Ihr sie noch nicht gelesen habt, hier ist die famos schön geschriebene Menü-Kritik von dem reizendsten Mitesser dieser Welt, den ich mir als Gast überhaupt wünschen konnte, Herrn Foxxi. (Verspasst bloß nicht den schönen Film „creezy und ihr erstes Mal!“

Und jetzt zur Abstimmung – entweder hier:





Oder drüben direkt beim Spontiv, dem ich noch einmal für das wundervolle Erlebnis und den Spaß danke, den die diesjährige BlogKochShow mir wieder gemacht hat. Und übrigens: ich habe abgestimmt – nicht für mich! Und das war schwer, weil alle bonfortinös gekocht haben, wirklich!

2009-12-12

Ja, haben wir denn schon den ersten April?

Hä? Bunte Post ist teurer.

2009-12-11

Potzblitz

Recht hat sie am zweiten Tag ihrer 10 Tage, 10 Listen: unbequeme Themen, die Katharina von esskultur.at. Sagenhafte Punkte rund um die Ernährung, die sich nicht einmal an zehn Abenden im erlauchten Freundeskreis mit Rotwein salopp diskutieren ließen.

Dekorationskatze



(Tolle neue Regale!)

2009-12-10

Fledermaus Fürst Frederick Fon Flatter

Kurz: Fred, macht täglich in Comics. Macht aber gerade auch ganz entzückend den „Der Fetzige Fred-Adventskalender“:


comic by fred

Außerdem hat Frederick sehr nette Geschenke: Hintergrundbilder oder ein Fred-Memory. Einfach so.