2010-12-31

Filly

Im Zeitungsladen endlich über „Filly“ gestolpert. Auf meine Frage an die Nachbarstochter neulich, was ihr denn der Weihnachtsmann das Muttertier gebracht hätte, wurde mir an den Kopf geschleudert x, y und z von „Filly“. Auf meine Frage, was denn „Filly“ sei, konnte sie mir nicht antworten, weil sie mich im Grunde für eine erstaunlich coole Person hält für mein Alter (was andersherum übrigens auch gilt) und die Idee, ich könnte „Filly“ tatsächlich nicht kennen, hatte sie schnell als nicht real existent eingestuft und mir dafür lieber erzählt, was es alles von „Filly“ gibt. Es gibt im Grunde nichts, was es von „Filly“ nicht gibt. Ergo gibt es von „Filly“ natürlich alles, was es von Barbie, der Diddle Maus, Hello Kitty nicht auch schon gegeben hätte und irgendwie beschlich mich eine Ahnung, „Filly“ könnte in der Grundtendenz sehr viel mit Rosa zu tun haben.

Stehe ich also heute im Zeitungsladen und es bricht aus mir laut hervor, dass der nette Verkäufer vor Angst erst mal in die Ecke sprang: „Ach! Ach DAS ist «Filly»!“ Vor mir lagen „Filly“-Sammelbilder. „Fillys” sind Feen, haben Pferde und sind … rosa. Eine Tüte „Filly“ Sammelbilder kosten 60 Cent.

Nun denn, habe 2 Tüten eben in einen Briefkasten eingeworfen. Wenn sie schon nicht mehr mit sechs an den Weihnachtsmann glaubt, dann muss sie jetzt leider an den Postmann glauben. Mein heutiger Beitrag für „Filly“ statt Böller.

(Aus der Reihe: Ich habe jetzt 13 mal „Filly“ geschrieben in einem Blogpost ohne auch nur einen Cent dafür zu kassieren.)

Finde …

es gehört verboten, dass Künstler, egal ob Frischlinge oder altgediente, alleine auf ihren Hotelzimmern sterben müssen. Sterben ist an sich schon tragisch – aber wenn schon nicht zu Hause, dann wenigstens auf der Bühne. Und nicht im Zimmer.

Farewell Bobby Farrell! Leider bist Du immer unterschätzt worden, Dein Style als Tänzer war extraordinär!

2010-12-29

Twitterbekannte in Berlin

muss nach Trennung im neuen Jahr sich eine neue wohnliche Existenz aufbauen. Da das Geld bei sehr knapp ist, frage ich hier vorsichtig, ob jemand vielleicht sehr günstig bis komplett günstig einen funktionierenden Kühlschrank als auch Waschmaschine abzugeben hätte …

Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Von Marius Sixtus ein zorniges Anschreiben an die deutschen Verleger – und zu gut, um den Text nur zu verlinken. Steht unter CCO-Lizenz, den dürft Ihr also in Euren Blogs auch in Gänze bringen!

Wer spenden kann, dass dieser Brief per Anzeige geschaltet in die Printmedien kommt, kann hier mit einer Spende mithelfen!


Liebe Verleger,

das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen! Niemand hat gesagt: “Mein Internet ist so leer, kann da nicht mal jemand Zeitungstexte oder so was reinkippen?“ Ihr seid freiwillig gekommen, und ihr habt eure Verlagstexte freiwillig ins Web gestellt. Zu Hauf. Und kostenlos. Ihr nehmt keinen Eintritt für die Besichtigung eurer Hyperlink-freien Wörterwüsten, weil ihr genau wisst, dass niemand dafür Geld ausgeben würde. Ihr habt seriöse und un- seriöse SEO-Fritzen mit Geld beworfen, damit Google eure Seiten besonders lieb hat. Ihr seid ohne Einladung auf diese Party gekommen. Das ist okay, ihr könnt gerne ein wenig mitfeiern. Prost! Aber wisst ihr, was gar nicht geht? Dass ihr jetzt von den anderen Gästen hier Geld kassieren wollt. Sogar per Gesetz. Verleger: geht’s noch?

Bitte unterbrecht mich, falls ich etwas falsch verstanden habe mit diesem “Leistungsschutzrecht“, was gut sein kann, denn logisch ist das alles bestimmt nicht. Ihr wollt eine Art Steuer kassieren für all die Arbeit, die es bereitet, Texte online zu publizieren. Das ist die Leistung, die geschützt und bezahlt werden soll. Nicht etwa die Texte selbst sind es, für die ihr honoriert werden wollt, sondern das Zusammentragen und online stellen. Richtig? Wo und wie dieses Geld eingesammelt werden soll, ist zwar noch nicht ganz klar, aber immerhin habt ihr da schon ein paar Ideen. Vielleicht aber könnte man dazu auch Wahnvorstellung sagen. Einer dieser Einfälle, der ein wenig nach Megalomanie, Irrwitz und gekränktem Narzissmus schmeckt, lautet: News-Aggregatoren sollen zahlen. Also Angebote wie Google News. Dafür, dass sie diese Textschnipselchen anzeigen, die als Hyperlinks dienen, die zu euren Verlagsangeboten führen. Google spült euch die Hälfte eurer Besucher auf die Seiten und jetzt sollen sie dafür bezahlen? Das ist in etwa so, als würde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen Gäste bringen.

Dann ist da noch die Idee, gewerbliche Computernutzer zur Kasse zu bitten. Pauschal und auf Verdacht. Denn sie könnten ja irgendwie davon profitieren, dass ihr umgeklöppelte Agenturmeldungen, Oktoberfest-Bilderklickstrecken und überlaufende Inhalte eures Print-Redaktionssystems ins Web pumpt. Eine Verleger-GEZ wollt Ihr euch zusammenlobbyieren. Einerseits. Auf der anderen Seite droht ihr mit rituellem Selbstmord, wenn die gebührenfinanzierte Tagesschau eine iPhone-App bereitstellt. Wie geht das zusammen? Die Öffentlich-Rechtlichen sind aufgrund ihrer Gebührenfinanzierung eure erklärten Todfeinde, andererseits wollt ihr euch in gebührenfinanzierte Verleger verwandeln? Ja habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Die Gewerkschaften habt ihr schon auf eurer Seite. Das ist kein Wunder. Gewerkschaften sind in etwa so fortschrittsfreudig wie die Taliban. Hätte es sie damals schon gegeben, wären sie sicherlich auch gegen die Einführung des Buchdrucks gewesen, da er schließlich zu Arbeits- platzabbau in den klösterlichen Schreibstuben führt. Und die schwarz-gelbe Regierung hat ein wie auch immer geartetes Leistungsschutzrecht sogar schon in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Das ist ebenfalls kein Wunder, schließlich hat sich die politische Elite mit der alten Medien-Oligarchie prima arrangiert. Man kennt sich und weiß sich zu nehmen.

Der CTRL-Verlust-Blogger Michael Seemann hat den hübschen Begriff “Leistungsschutzgeld“ erfunden. Eigentlich wollt ihr auch ein “Leitungsschutzgeld“: Wer beruflich eine Internet-Leitung hat, soll zahlen, zu eurem Artenschutz. Wisst ihr was, Verleger? Haut doch einfach ab aus dem Web, wenn es euch hier nicht gefällt. Nehmt eure Texte mit und druckt sie auf Papier oder schickt sie meinetwegen per Fax weg. Denn: Euch hat niemand gerufen.

Source: networkedblogs

2010-12-28

Ihr erinnert Euch …

an den Goldfischschwamm? Heute nach immerhin drei Jahren ist er dem Dekanter entfleucht! Unzählige Zangen in unterschiedlichsten Ausführungen (braucht jemand zufällig Küchenzangen?) und Messerattacken, Zuckerstückzangenvorgänge hat es gedauert, bis ich heute auf die Idee gekommen bin, das stabilere Paketband vom zooplus-Paket als Schlaufe einzuführen und den Goldfischschwamm auszurichten und mit einem beherzten Zug aus seinem Goldfischschwammglas zu ziehen. Er sprang dann auch direkt in den Mülleimer, wo er sich einem Bad von ausgedrückten Orangenschalenhälften hingab.

Bin ob meiner Genialität selbst sehr beeindruckt. Überlege ab morgen zu meiner Belohnung und zum Gedenken an den Goldfischschwamm den Konsum von Rotwein gänzlich einzustellen.

Chef der Arbeitsagentur Heinrich Alt

stellt in der Arbeitsleistung Langzeitarbeitslose auf die gleiche Stufe wie Menschen mit schweren Handicaps.

Das heißt, Menschen, die in der Bundesrepublik – weil zu alt, zu verbraucht, zu teuer – keinen Platz mehr finden im Kapitalismus der Unternehmen, sind in Behindertenwerkstätten abzuschieben? Ich frage mich gerade, wo er die Menschen mit sehr schweren Handicaps einsortiert, die trotzdem einer regulären Beschäftigung nachgehen?

2010-12-22

Liebe Information und Informationinnen

2010-12-21

Gestern in Mitte …

die kleine Tochter, Vorschulalter, stapft an der Hand ihrer Mama durch die Schneeberge und resümiert: „Aber die Jungs sind ALLE doof!“

(Aus der Reihe: nicht mehr lange, Kind, nicht mehr lange.)

2010-12-20

Made my day!

Wie Pentax mir erklärt, dass ich einzigartig bin! (Facebook-Account notwendig – und spendet Eurem Account vorher ein wirklich cooles Avatar von Euch.)

Winterschlaf

2010-12-17

Was wäre der Winter ohne …

den inoffiziellen S-Bahn-Account bei Twitter

2010-12-16

Guckt mal, …

was mir der megaobersupertolle Michael zu Weihnachten gebastelt hat:



Eine Citroën Déesse als Screenhintergrund! Auch haben wollen? Hier entlang, bitte!

2010-12-15

Zwei Dinge im Umgang mit Tieren …

gibt es, auf die ich so richtig Hass schiebe bei Menschen:

a) Wenn man plötzlich feststellt, dass Baby und Haustier zu anstrengend sind (wobei das Baby natürlich immer erst nach dem Haustier einzieht und das Haustier vorher super Baby-Ersatz war und nun mit der Zurückweisung auf Platz 2 gar nicht klar kommen kann) und …
b) wenn sie ihre Haustiere abladen, weil sie alt werden, sie den Abschied fürchten und möglicherweise das Tier teuer wird.

So wie hier in Berlin geschehen. Und dann auch noch zu feige sein, das Tier ins Tierheim zu bringen. Zum Kotzen!

Mein Blogwichtel 2010

Spurensuche

Was treibt mich, was treibt uns dazu, unseren Gedanken Ausdruck zu verleihen? Die menschliche Ausdrucksfreude, diese Expressivität, hat im Laufe der Geschichte viele verschiedene Formen gefunden. Formen in Folgen von Symbolen, die schließlich einen Übergang zur Kulturtechnik fanden, also als eine weithin eingeübte Gepflogenheit Teil einer Gemeinschaft wurden.

Jedes Blog als eine Ansammlung von Spuren: Abdrücke der Gedanken geronnen in Sprache und übersetzt in das für sie übliche System von Zeichen, die anders als ein Tagebuch, ein Leserkommentar oder eine einfache Notiz, mitunter einen ganz spezifischen hypertextuellen Charakter aufweist, mit anderen Gedanken, Meinungen, Definitionen oder Beschreibungen verknüpft ist. Öffentliche Gedanken, die zuweilen von anderen und sofern sich es bei dem anderen nicht um einen sogenannten Troll handelt, zur Freude der jeweiligen Bloggerin, des jeweiligen Bloggers kommentiert werden.

Im Laufe der Zeit wächst das Archiv von Spuren, die je nach Perspektive für den einen eher einer Rumpelkammer oder liebteure Schatzkammer darstellen und zeichnet dabei nicht selten eine prozessuale Veränderung auf.

holy fruit salad! ist ein solche Schatzkammer, die anders als so manche visuelle Reblog-Rumpelkammer, mehr den Charakter geronnener Gedanken pflegt. Ein digital-virtueller Fährtensucher mag seine helle Freude in der "archälogischen" Auseinandersetzung mit diesem reichen Fundus finden.


© Ramessos, Wikipedia Commons, CC-Lizenz

Da ist zunächst die Erzählung einer Beobachtung, in der gleichermaßen das Versagen und der Gewinn der Mitmenschlichkeit deutlich wird. Oder Persönliches: zu Herzen gehende Berichte über die eigene Verliebtheit, als auch die nicht zu vermeidenden alltäglichen Aufreger über institunelle Inkompetenz. Die lehrreiche Einführung in die kalorinhaltige Genealogie und in die Gender Theorie sollen an dieser Stelle ebensowenig unerwähnt bleiben wie expressive Leibesübung und gewisse ironische Spitzen.

Wenngleich dies hier kein Marketing-Artikel sein soll und darf, findet ein Archäologe, eine Archäologin im Archiv des Blogs in der Tat eine furchtig-erfrischende Mischung wieder, ein Cocktail den man beileibe gerne genießt, weil er dann doch nicht zu süß ist.

Wenn wir uns ausdrücken und diesen Ausdruck mittels einer Kulturtechnik aufzeichnen, dann schaffen wir etwas für eine noch unbekannte Zukunft.

"Huch!", mag nun die oder der eine oder andere BloggerIn denken, "dessen bin ich mir gar nicht bewusst". Vermutlich sind wir uns dessen nicht immer bewusst, aber es ist durchaus vorstellbar, dass das Bewahren, die eigentlich eine Transformation für und in das Künftige ist, einen Teil unserer Motivation als Blogger auszeichnet. Wenn also die Geschichte vor uns eine offene ist und wir uns für das uns Unbekannte kleine Notizen machen, die wir mit andern teilen, dann ist vielleicht auch ein bischen so, als wenn wir eine kleine Prise, eine kleine Dosis, der Illusion Ewigkeit inhalieren.

So manch einer glaubt, das Internet könne nicht vergessen. Aber sind nicht alle unsere Spuren, Spuren im Sand, die der Wind verweht? Und die Zeit, die Zeit hat einen langen Atem.

Heute ist der Blogwichteltag 2010!

Heute ist der Tag, an dem alle bewichtelten Blogs ihre Wichtel veröffentlichen, sich freuen dürfen und raten sollen von wem ihr Wichtel möglicherweise kam. Hier sind nochmals alle Teilnehmerblogs aufgelistet, ich hoffe, ich habe keines vergessen:


e13.de
Graz-Splitter
Fischblog
Ingeborch
Text & Blog
web-haeppchen
wilderkaiserblog
Bhutis Gemichtwarenhandlung
Einschlafen Podcast
Knitting Anarchist
Mona Lisa's Eyes
Ring2
Der Struwwelpod
Bienvenue chez Demoiselle Différentielle
Hyde and Seek, Jekylla
Nadaville
Uteles Blog
curi0us
thepatchworkfamily
Sternenstaub
Blind-PR
Getriebeteile und Dichtungen
anglogermantranslations
Träume Collagen Verwerfungen
STP1910
Mythopeia
Angedacht
Zehnbar-Blog
Hoppraus.de
Wunder_lich
violinista goes einundvierzig
Koch-Basics
Aquii goes Pott
dr-emmas-chemielabor.de

Viel Spaß beim Angucken, Lesen, Hören und hoffentlich Schmunzeln!

2010-12-14

Meine Meinung zum Afghanistanbesuch von Stephanie von und zu Guttenberg

Bei aller Kritik, die ich an der Person von Stephanie von und zu Guttenberg hinsichtlich ihres merkwürdigen medialen Aktionismus für die Organisation „Innocence in Danger“ vorzubringen habe, kann ich die vorherrschende Kritik anlässlich ihres gemeinsamen Besuches mit ihrem Mann, dem Außenminister, in Afghanistan nicht so ganz teilen.

Selbstverständlich ist dieser Besuch Teil der Image-Strategie der von und zu Guttenbergs, die existent ist und zwar so dermaßen offensichtlich existent, wie bei keinem anderen deutschen Politiker jemals zuvor. Das ist die neue Generation von Politikern. Hier kommt das Selbstverständnis von Menschen zusammen, die mit einer Portion Glück ins Leben geworfen wurden, wie sie anderen oft nicht zuteil wird. Dafür können die von und zu Guttenbergs nichts. Sie haben die Ausbildungen genossen, die ihnen finanziell ermöglicht werden konnte. Sie sind clever genug – und sicherlich auch engagiert genug – daraus für sich und ihr Lebensmodell das Beste zu machen. Das ist legitim. Es ist etwas, was wir jedem anderen Menschen in anderen Berufen ebenso zugestehen.

Letztendlich ist alles, was von und zu Guttenberg macht für ein Exemplar einer im Vergleich jungen Politikergeneration, völlig am aktuellen Zahn der Zeit orientiert. Von Guttenberg ist im Vergleich zu seinen Kollegen nicht herausragend talentiert, noch besonders schlau. Er hat einfach nur kapiert, dass in der Weltpolitik heute etwas mehr dazu gehört als einen grauen Anzug zu tragen und verkniffen betroffen zu gucken. Kann man ihm verdenken, dass er sein vorhandenes Kapital einsetzt, um seine Strategie zu seinen politischen Gunsten voranzutreiben? Eher nein.

Er lebt das amerikanische Modell. Und weil wir alles oberflächlich kritisieren, was die Amerikaner machen, um es hintenrum doch immer wieder dumm schnell zu adoptieren, hat er damit großen Erfolg und ja, er wird diesen auch weiterhin haben. Ist dieser Erfolg hart erarbeitet oder nur teuer bezahlt? Vermutlich beides. Wäre von und zu Guttenberg der Sohn einer allein erziehenden Mutter gewesen, hätte er sich neben seinem Studium seine Lebensexistenz hart erarbeiten müssen, hätte er kein Geld, um sich exzellente Webpräsentationen u.v.m. vom eigenen Geld zu finanzieren, hätte er nicht schon sehr früh überall perfekt im Anzug geschniegelt auftreten können – sich also „einzukaufen“ können, wofür andere hart und lange arbeiten müssen – wäre er heute längst noch nicht dort, wo er gerade steht. Aber er wäre irgendwann dort hin gekommen, keine Frage. Heute gilt eben: Bildung ist auch nett – nur Image ist alles! Und darin ist Theodor von und zu Guttenberg Meister.

Perfekt nahezu sein Glück in seiner Ehefrau eine Gleichgesinnte gefunden zu haben. Auch das ist per se nicht verkehrt. Im Gegenteil, das ist jedem Mann (dto. umgekehrt) zu wünschen. Kann einem unangenehm aufstoßen, dass die Frau sich selber engagiert? Nicht nur in Ehrenämtern, vielleicht sogar selbst politisch? Nein. Wir leben im Jahr 2010. Es ist heute absolut Usus, dass Frauen nicht zu Hause bleiben und sich um Haushalt und Kinder zu kümmern haben. Dass sie sich politisch engagieren, dass sie ihre eigene politische Ideologie vertreten und selber entscheiden, was sie tun und was sie nicht tun. Somit sind es auch ihre eigenen Entscheidungen, inwieweit sie ihre Lebenspartner beruflich unterstützen. Man kann Stephanie von und zu Guttenberg nicht vorwerfen, dass sie das tut. Man könnte natürlich – und das wird ausführlich getan und kritisiert – zu Recht darüber reden, wie sie das gelegentlich tut.

Eine kluge moderne Frau 2010 hat viele Interessen, auch an dem Beruf ihres Mannes (dto. umgekehrt), das sind die Vorzüge, die uns die gesellschaftliche Evolution gebracht haben. Wir denken frei, wir gestalten unser gemeinsames Leben und natürlich haben wir gelegentlich auch intensives Interesse am Alltag unseres Lebenspartners. Insbesondere dann, wenn dieser Alltag keiner ist, den man so eben um 17:00 Uhr mit der Stempelkarte intellektuell und emotional am Ausgang abgibt. Nach Afghanistan fliegt auch ein Verteidigungsminister nicht mal eben, ohne nicht emotional tief betroffen zu sein von dem, was er dort sieht, hört, riecht und erlebt. Dass er sich gelegentlich bei diesem Job Unterstützung seiner Lebenspartnerin wünscht, ist legitim. Dass ihm diese Unterstützung seine Lebenspartnerin gewährt, auch vor Ort – natürlich, weil sie sich das finanziell leisten können – ist ebenso legitim. Für die Ehe zu der sie sich gemeinschaftlich entschlossen haben, wird das tatsächlich ein Zugewinn sein. Der ist immens groß, wenn der Lebenspartner mitfühlen kann, weil er miterlebt hat. Darin unterscheiden sich die von und zu Guttenbergs von keinem anderen Ehepaar. Und ja, ich an ihrer Stelle wäre dorthin auch gegangen. Alleine aus dem puren Egoismus heraus für meine eigene Entwicklung, einmal Kriegsschauplatz erlebt zu haben.

Im Grunde erwarten wir sehr wohl von den Lebenspartnern unserer Politiker, dass sie bei offiziellen Anlässen an deren Seite stehen. Wir gucken immer interessiert, ob der Ehemann der Kanzlerin sich nicht doch mal die Ehre gibt. Und gönnen – auch vor der offiziell geschlossenen Lebensgemeinschaft – uns wohlwollend einen schwulen liierten Außenminister. Gleichwohl respektieren wir aber, wenn sich die Lebenspartner der Staatsdiener dem entsagen. Das ist Demokratie! Gelebte moderne Demokratie! Die von und zu Guttenbergs haben für sich entschieden, ihren Weg gemeinsam zu gehen. Ich glaube persönlich, anders hätte eine Ehe mit einem Politiker auch keine Chance in der heutigen Zeit. Ich werden den privaten von zu Guttenbergs nicht vorhalten, dass sie diesen Weg für sich wählen und gehen. Sofern sie das finanziell sauber gestalten – und das tun die, ein von und zu Guttenberg ist zu clever, um über solche Lappalien zu stürzen – ist es deren legitime Auffassung von einem gemeinsamen Lebensmodell Arbeitsalltag und gemeinsames Leben zu teilen. Ich werde auch einem Verteidigungsminister nicht vorwerfen, dass er seinen Job dazu benutzt, um sich medial zu profilieren, um sich für spätere Aufgaben zu empfehlen. Ist da Imagepflege dabei? Klar. Die von zu Guttenbergs können nicht anders. Das ist ein Habitus, der Blaublütern schon im Mutterleib durch die Nabelschnur in die Venen geschossen wurde.

Persönlich ist mir die glatte Fassade der von und zu Guttenbergs zuwider. Alleine die Vorstellung, diese beiden Menschen werden mein politisches Erleben noch lange begleiten, sorgt mich immens. Aber sie sind eben auch schlichte Kinder ihrer Zeit und Umwelt und das was sie tun, um ihren Weg zu gehen, tun sie erstaunlich gut. Man kann ihnen wahrlich nicht vorwerfen oder absprechen, dass sie Lebensziele haben und alles gemeinsam tun, um diese Ziele zu erreichen.

Vielleicht aber schießt sich von und zu Guttenberg genau damit dennoch irgendwann selbst ins Aus. Man wirft ihm vor, wenig inhaltlich Konkretes zu bieten, teuer bezahlte clevere Imagearbeit kann natürlich von inhaltlicher Leere eine Weile ablenken. Möglicherweise muss er doch irgendwann erwachsen werden, aber wo wenig ist, kann sich nicht viel entwickeln. Ein Glück für die von und zu Guttenbergs, dass sie genügend monetäre Mittel haben, um den Wählern in diesem Land noch eine Weile eine Illusion vorzugaukeln. Da ist die Stephanie dem Theodor teures Kapital. Man kann ihm wünschen, dass er das Zeug dazu hat, in die mediale übergroße Blase zu wachsen, die er und seine Frau sich da geschaffen haben. Oder auch nicht.

Das Problem ist in der ganzen Sache: die von und zu Guttenbergs sind nur die Vorhut. Wir werden zunehmend nicht mehr mit Menschen in der Politik zu tun haben, die ihr Handwerk Politik hart erlernt haben. Um später resigniert in die Welt des Lobbyismus abzuwandern, wie es uns die scheidende Politikergeneration zur Zeit vormacht. Wir werden zunehmend von Menschen regiert werden, die zuerst Geld verdient haben, sich Freunde gemacht habe und nicht mehr mit Lobbyisten verhandeln, weil sie selber der Lobbyismus sind. Viel Spaß dabei, Deutschland!

Danke!

Wir glauben generell gerne im Winter könnten die Straßen grundsätzlich mehr geräumt werden und gucken regelmäßig fassungslos darauf, wie der Winter unseren Alltag durcheinander wirbelt. Dann wird auf Winterdienste geschimpft, ungeachtet dessen, dass die auch nur mit beschränkten Mitteln gegen einen großen Gegner angehen. Was sie tun. Sehr engagiert. Nur sie können nicht überall gleichzeitig sein.

Wenn ich mir dieser Tage Fernsehberichte ansehe und darin die Mannschaften der Straßendienste, Polizei, Feuerwehr, technisches Hilfsdienst und auch sonstige Hilfsorganisationen nachts bei eisiger Kälte ausrücken und ihre Arbeit tun sehe, bei Straßenverhältnissen, bei denen sich jeder normale Mensch weigern würde, freiwillig vor die Tür zu gehen – dann empfinde ich viel Respekt vor diesen Leuten. Die harten arbeiten, um uns zu ermöglichen unseren Alltags halbwegs unbeschadet oder unbeeinflusst leben zu können. Unter Arbeitsbedingungen, die alles andere als gut oder gar ungefährlich sind. Und zum Dank oft nur hören, sie würden nie genug tun.

Also mal etwas anderes: Danke für Euren Job und Euren Einsatz!

2010-12-13

My Heart Belongs To Cecilia Winter

Band aus der Schweiz, hörbar. Finde ich.

Da sitzt man so im Bus, Doppeldecker …

… bei schönstem Winterwetter im Sonnenschein und die Dame, die direkt hinter einem sitzt, wird angerufen. Von „Schatzi.“ Mit Schatzi quatscht sie so über kaputte Autos, Spätdienste, pih, pah und poh und irgendwann fällt von ihr der Satz: „Don Alphonso, der hat doch einen seelischen Schaden*.“

Ist man eigentlich vor diesem Bloggerpack nie sicher?

Musste mich dann aber doch grinsend umdrehen. Kostet ja nix.

*Ihre Meinung, nicht meine.

2010-12-09

Ich stelle mir so vor …

ich verunglücke öffentlich im Fernsehen. Das ist so eine Sache für sich. Und dann stelle ich mir vor, die gesamte deutsche Medienlandschaft schreibt mich für immer und ewig gelähmt, bevor ich auch nur überhaupt nach den OPs mal die Augen aufgemacht hätte. Und obwohl die Ärzte deutlich gesagt haben, die Prognosen sind nicht doll aber man muss sehen, was die nächsten Monate bringen.

Und dann mache ich die Augen auf und erkenne, alle haben vor mir meine Diagnose gelesen und keiner glaubt an meine etwaige Genesung.

Das müsste extrem motivierend auf mich wirken, stelle ich mir so vor.

Arbeitsverhinderungsdevice



Nishia in voller Winterfellpracht.

2010-12-08

Was dieses HTML5 so alles kann?

Das hier. (Schön die Buttons nutzen!)

2010-12-06

Der eigentliche Skandal von „Wetten dass …?“

Der liegt in meinen Augen – und die werden seit Samstag unglücklicherweise auf eine extrem harte Probe gestellt – in den Variationen der Schreibweise des Sendungsnamens. Die scheinen nämlich unglaublich facettenreich, wenn man aus dem Hinterkopf abruft, dass die deutsche Rechtschreibung knallhart geregelt ist.

Das Problem beginnt damit, dass der Satzteil „Wetten, dass …? korrekt betrachtet – neben einem Komma – ein Auslassungszeichen beinhaltet, die sogenannte Ellipse. Visuell besteht die Ellipse aus drei einzelnen Punkten. Was sie jedoch nicht ist. Wir PC-User kennen sie als Sonderzeichen, das aus drei Punkten besteht, die kleiner dargestellt werden als der ursprüngliche Punkt und in der Laufweite des jeweiligen Fonts elegant angepasst ist. Die drei einzelnen Punkte laufen deutlich weiter laufen, sind wären nicht umbruchsicher.

… (Ellipse per alt + Punkt (Mac), alt + 0133 (Windows))
... (Ellipse per einzelne Punkte)

Kurze Regel: eine Ellipse wird, signalisiert sie die Auslassung eines Wortteils, direkt an das Wort gesetzt. Signalisiert sie indes die Auslassung eines Satzteiles, wird sie von einem (geschützten) Leerzeichen losgelöst vom vorangegangenen und auch folgenden Wort abgesetzt. Also:

„Im Morgen…“ für „Im Morgengrauen“
„Im Morgengrauen erscheint die Welt … trostlos.“ für „Im Morgengrauen erscheint die Welt besonders trostlos.“

Einfach zu merken: man würde doch auch das ausgelassene Wort mit Leerzeichen setzen oder? Soweit so gut. Wie man das Auslassungszeichen korrekt setzt und dass wir zwei Varianten kennen, das haben wir übrigens alle in der Schule gelernt. Das hat nämlich nix mit Typosatz am PC zu tun. Wir haben nur nicht in der Schule die Sonderzeichen für den PC-Gebrauch gelernt und welcher Tastaturkombination es bedarf, sie zu setzen und vielleicht auch nicht gelernt, dass das geschützte Leerzeichen einen hässlichen Umbruch im Fließtext verhindert. Aber das ist einfach nachzuholen:

Ellipse … am Mac: alt + . (Punkt) ; am PC: alt + 0133
geschütztes Leerzeichen am Mac: alt + Space; am PC: alt + 0160

Soweit so gut und ich habe das auch schon einmal viel ausführlicher thematisiert. Da die Ellipse immer aus drei Punkten besteht, existiert eine klare Erscheinungsform ihrerseits in Kombination mit anderen Satzzeichen. Die Ellipse besteht immer nur aus drei Punkten! Also nie aus vieren (!) – daher wird bei ihrer Verwendung am Satzende der Punkt geschenkt. Indes gehören alle anderen Satzzeichen, wie z. B. „?“ oder „!” direkt an sie angeschlossen. Bleiben wir bei unserem obigen Beispiel:

„Im Morgengrauen erscheint die Welt besonders …“ oder
„Im Morgengrauen erscheint die Welt besonders …!“

Andere Variationen gibt es nicht! Wir haben also am Satzende immer entweder einen einzelnen Punkt, drei Punkte oder drei Punkte und ein Satzzeichen stehen, niemals vier oder nur zwei Punkte und ein Satzzeichen. Das ist ganz einfach zu merken!

Folgen wir den oben genannten Regeln, gibt es also für den Namen Deutschlands beliebtester Abendshow als eigentlicher Satzteil mit Auslassungszeichen nur eine mögliche Schreibweise, nämlich: „Wetten, dass …?

Nun hatte seinerzeit der Designer der Logos vom ZDF, der ebensolches für die Sendung „Wetten, dass …?“ entworfen hatte, entweder keine Ahnung von deutscher Satzlehre und Typografie und hat unbewusst Satzfehler in das Logo eingebaut, das Komma entfernt und aus der Ellipse ein Zweipunkt-Fragezeichen-Zwitterwesen gebaut. Oder er wollte etwas ganz Einmaliges gestalten und hat das sehr bewusst getan. Es sieht nämlich so aus:


source „Wetten, dass …?“-Logo © ZDF

Wir haben kein Komma. Und wir haben zwei einzelne Punkte und ein Fragezeichen, also ein Satzzeichen-Gefüge, das unsere Schreibweise überhaupt nicht kennt. Jedoch haben wir hier wenigstens den Abstandhalter zum Ellipse-Zwitterwesen, den übrigens nachgebaute Logos vom ZDF im Fernsehen verwendet nicht immer kennen!

Daher glaube ich persönlich, dass der Designer das inhaltlich seiner Gestaltung sehr bewusst gemacht hat. Das Spiel ist klar zu erkennen. Natürlich entbindet diese Gestaltung das ZDF mitnichten von der korrekten Schreibweise im Fließtext.

Persönlich bin ich übrigens nicht der Meinung, dass ein normalsterblicher Blogger, der irgendwie auch Publizist ist, Satzlehre – so spannend sie übrigens ist – perfekt beherrschen muss. Aber von einem Screen-Designer, Multimedia-Gestalter, Grafiker, Web-Designer und – vor allem – von einem Journalisten verlange ich, dass sie deutsche Satzlehre beherrschen. Es gehört zu ihrem Job, das richtig zu machen! Sie publizieren schließlich für Geld!

Nun, dann gucken wir mal, was die hiesige Presse heuer aus der ZDF-„Wetten, dass …?“-Logomisere macht. Sie hat genau zwei Möglichkeiten, sie setzt den Sendungsnamen korrekt „Wetten, dass …?” oder sie übernimmt die Schreibweise vom Logo des ZDF „Wetten dass ..?”, die dann in Anführungszeichen gesetzt gehört! Je nachdem für welche Schreibweise sie sich entscheidet, ob nun hinsichtlich der Rechtschreibung für die korrekte oder dem vom ZDF produzierten Eigennamen, sollte sie sich überlegen, bei der einmal getroffenen Entscheidung in der Schreibweise Treue zu zeigen.

In etwa so:

Die taz setzt elegant unentschieden falsch, mal setzt sie die Ellipse und mal nicht. Versucht sich aber konsequent am falschen Gebrauch der Satzzeichen. Für die unterschiedliche Schreibweise muss man nicht zwei unterschiedliche Journalisten verantwortlich machen, beide Schreibweisen kommen in ein und demselben Artikel vor: im Header und im Text. (Alle Bilder auf Klick groß.)


source: © taz.de

Der Tagesspiegel schreibt den Namen im Fließtext konsequent vom ZDF-Logo losgelöst, zumindest was das Kommata anbelangt, richtig. Er nimmt auch das korrekte Satzzeichen für die Ellipse: Nur: dass hier vom „dass“ gar nichts ausgelassen wird, haben sie nicht begriffen und das Leerzeichen gestrichen. Macht aber nix, denn der CMS-Programmierer hat ja auch den „mehr…“-Klickbutton immer schon falsch gesetzt. (Doch doch, es gibt Entitäten für die jeweiligen Leerzeichen, man kann also Satz auch korrekt in HTML bringen.)

source: © tagesspiegel.de

Gleiches gilt übrigens für den „mehr…-Button beim Spiegel. Ansonsten macht er alles richtig, bis auf die Ellipse, die wieder an das „dass“ rutschen musste und naja, ganz unten ist er dann doch wieder ganz nah an der ZDF-Schreibweise. Also redaktionell auch als unentschieden zu begreifen …

source © spiegel.de

… konsequent unentschieden übrigens. Ein Schreenshot, drei Schreibweisen: Ohne Leerzeichen zur Ellipse, drei Punkte; mit Leerzeichen zur Ellipse, drei Punkte; erneut ohne Leerzeichen zur Ellipse, drei Punkte; und zum Schluss ohne Leerzeichen und Ellipse, zwei Punkte.

source © spiegel.de

Die Süddeutsche Zeitung übernimmt auch im Fließtext die Schreibweise vom ZDF-Logo mit der „Zweipunkt-Ellipse“, behält sich aber vor das Komma einzufügen – und mal … äh … nicht einzufügen. Konsequent verzichtet sie jedes Mal darauf, das Leerzeichen vor die Ellipse zu setzen, setzt es dafür – Achtung! Neue Variation im Spiel! – zwischen Ellipse und Fragezeichen, wo es partout nicht hingehört. (Das liegt übrigens daran, dass sie eben nicht das Sonderzeichen Ellipse verwendet, sondern einzelne Punkte – die laufen halt gerne mit Schuss und in Addition mit dem Schuss vom Fragezeichen, ergibt es optisch ein Leerzeichen.)

source © sueddeutschte.de

Die FAZ kennt – wen wundert es noch? – auch zahlreiche Variationen, sie schreibt den Eigennamen in der Überschrift korrekt mit Leerzeichen, übernimmt die zwei Punkte, macht es direkt darunter wieder anders. Vergisst wieder das Leerzeichen vor der Ellipse, der sie dafür korrekte drei Punkte spendet, weswegen in der nächsten Nennung leider das Fragezeichen sterben musste.

source © faz.net

„Die Zeit“: Fast 100 Punkte … sie übernimmt relativ konsequent die Zweipunkt-Logo-Variante von ZDF, verbaselt es dann aber doch, weil sie dieser mit dem Komma dazwischen pfuscht, dafür das Leerzeichen vor der Ellipse kürzt.

source © zeit.de

Aber wie soll der Qualitätsjournalismus das auch auf die Reihe bekommen, wenn nicht einmal das ZDF selber weiß, wie man „Wetten, dass …?“ korrekt schreibt und selbst unzählige Schreibweisen an Ort und Stelle kennt?

source © zdf.de

source © zdf.de

Kurz notiert, wir haben hinsichtlich deutscher Satz- und Typoregeln eine korrekte Schreibeweise und ein kreatives Logo. Deutscher Qualitätsjournalismus macht daraus, wenn ich korrekt gezählt habe, sechs Schreibvarianten.

Leider aber machen die allermeisten Screen-Desginer, die im TV für die Untertitelung von Sendungen verantwortlich sind, heute nur derartige Fehler. Und zwar ohne dass – von der Typowahl abgesehen – eine Gestaltung überhaupt vorgenommen würde. Da werden Bindestriche genommen, wo Gedankenstriche gesetzt gehören, Leerzeichen werden wild gesetzt, wo sie nicht hingehören und weggelassen, wo sie unersetzlich sind. Einheitlicher korrekter Gebrauch der Ellipse? Besser nicht darüber nachdenken. Sie können es einfach nicht! Kein Wunder übrigens, früher gab es dafür ein Lektorat.

Werber sind übrigens keinen Deut besser. Was man in den Werbeanzeigen von sehr großen Unternehmen, wie beispielsweise Procter & Gamble, die nun wirklich viel viel Geld in ihre Kampagne stecken, an Satz- und somit Rechtschreibfehlern zur Kenntnis nehmen muss, lässt an der Qualität deutscher Werbearbeit ernsthaft zweifeln. Sorry!

(Alle Rechte der innerhalb der Screenshotswuchen und ers gezeichneten Logos, Eigennamen und Fotografien liegen alleine bei ihren Urhebern.)

2010-12-05

List of WikiLeaks Mirrors

aktualisiert hier zu finden.

S-Bahn-Geschichten

Es ist der Samstag vor dem 2. Advent 2010 in Berlin, also Dezember, also Winter und es hat wider Erwarten im Dezember im Winter in Berlin geschneit. Das heißt: die S-Bahn fährt eher zufällig. Es ist die Zeit vor dem Fest, die Nächstenliebe wird groß geschrieben, das merkt man auch auf der oberen Plattform vom S-Bahnhof Südkreuz, hier stranden die Großeinkäufer des Ablegers einer schwedischen Möbelmarktkette mit den ersten eingekauften Geschenken.

Vorne am Bahnhof der Ringbahn stehen zwei uniformierte Grazien der Deutschen Bahn und ich denke bei deren Anblick und unter dem Einfluss der wenig attraktiven Dienstleistungsofferte des Unternehmens nach dem akuten unvorhersehbaren Wintereinbruch „Oh, muss die S-Bahn also wieder ihre Fahrer beschützen!“. Der Bahnhof ist gut gefüllt, wir warten gemeinschaftlich auf den Zug, der nach Königs Wusterhausen fahren wird und leidlich in der Zeit ist. Blaue Zettel motivieren an den Türen des Waggons, in den ich steigen werde, mit Hinweisen auf eine defekte Heizung.

Der Zug steht verdächtig lange auf dem Bahnhof. Nach einiger Zeit schreiten die beiden DB-Grazien durch die Gänge und gucken mit intensiver Neugierde in jede Sitzgruppe, in etwa so wie Stewardessen durch die Gänge schreiten und prüfen, ob alle Passagiere angeschnallt sind. Das mutet sehr merkwürdig und ungewöhnlich an. Sie kontrollieren nicht die Fahrscheine. In dem Sitzabteil rechts neben mir sitzt ein Fahrgast am Fenster und schläft tief. Er tut niemandem etwas, nimmt nicht übermäßig viel Platz in Anspruch: er schläft einfach nur. Ob aufgrund einer 24 Stunden-Schicht oder infolge des Konsums von legalen oder illegalen Substanzen lässt sich nicht ausmachen. Der Mann ist gänzlich unauffällig, er stört nicht, er ist einfach nur müde, schläft und fährt dabei S-Bahn.

Die beiden von der DB beauftragten Securitiy-Damen sehen das aber anders, bleiben auf unserer Höhe stehen, sprechen nur diesen Mann an und wecken ihn. Dieser befindet sich offensichtlich im Tiefschlaf und will sich kaum wecken lassen. Die Frauen lassen nicht locker und verlangen seinen Ausweis. Den sucht er und da er noch nicht ganz wach ist, dauert das etwas. Was die Damen bereits vorschnell veranlasst, ihn aufzufordern mit auf den Bahnsteig zu kommen. Er lehnt diesen Vorschlag verärgert ab und sucht weiter. Aus dem Abteil hinter ihm steht eine Frau auf und spricht die beiden DB-Mitarbeiterinnen an und fragt implizierend, der Mann könne doch letztendlich auf ihrer Monatskarte mitfahren. (Monatskartenbesitzer können in Berlin am Wochenende einen Fahrgast mitnehmen.) Die beiden DB-Mitarbeiterinnen stimmen sich misslaunig mit einem „dann können wir da nichts machen“, ab und verständigen sich auf ihren Rückzug. Zwischenzeitlich hatte der Fahrgast ihnen übrigens Studienausweis und Fahrschein hingehalten.

Er hat niemanden gestört. Man kann ihm auch nicht unterstellen, sich in einem warmen S-Bahnwaggon aufwärmen zu wollen – dafür war dieser letztendlich zu wenig beheizt. Er hatte nur geschlafen, während er die Dienstleistung in Anspruch genommen hatte.

Ach und: er ist ein Farbiger.

Einen fröhlichen zweiten Advent!

Connecting the Music through Music – Playing for Change. Straßenmusiker singen Stand by me von B. E. King an den unterschiedlichen Plätzen in Santa Monica bis New Orleas, Europa, Afrika bis nach Südamerika. Digital mit Laptop aufgezeichnet und abgemischt. Großartiges Projekt! Hier mehr Songs und Infos: Playing for Change!



via Stichpunkt.de

2010-12-04

Das Vernonchen …

Pothchen, Ex-Feldbusch, wirft demnächst wieder. Hat sie uns dieser Tage alle wissen lassen, auch die, die es nicht wissen wollten und zwar noch bevor es die blonden Yellow-Press-Geierinnen von den Dächern pfeifen konnten. Der Sack Reis also wieder umgefallen, mitten im Kik-Land und Madame begibt sich zum Interview in dem sie wieder erklärt, wie sehr hart doch die letzten Jahre für sie alle waren. Wir erinnern uns, gegen ihren Ehemann wurde wegen verschleppter Insolvenz und Bestechung, gegen sie später wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Immer war keiner von beiden schuld, versprach sie und erklärte der Umwelt, ihre Unschuld würde sich auch so beweisen. Letzendlich ist der unschuldige Ehemann nun vorbestraft und sie ist einer weiteren strafrechtlichen Verhandlung und möglicher Verurteilung wegen Steuerhinterziehung nur durch Zahlung einer sechsstelligen Summe entgangen. Die komplette Unschuld also.

Interessanterweise – wir erinnern uns, Frau Verona, damals noch Feldbusch, versuchte vor einigen Jahren der Alice S. in einem öffentlichen Programm zu erklären, was ihre Meinung nach eine emanzipierte Frau ist – beendet sie zur Zeit jedes Interview mit dem Hinweis, dass ihr Männe sich ja nun pünktlich zu ihrer neuen Schwangerschaft beruflich berappelt habe und neue Pläne habe und wieder total aktiv und guter Dinge sei. Ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, lassen wir dahingestellt und wünschen ihm das Beste. Warum es aber einer berufliche erfolgreichen Frau über 40 so wichtig ist, dass der Ehegatte in Zeiten ihrer Trächtigkeit beruflich bitteschön, den alleinigen Macker zu geben hat und dies so ausdrücklich betont werden muss, könnte dieser Stelle hinterfragt werden. Ich verstehe es nämlich nicht. Ist sie halt doch nur ein Weibchen im Hormonstrudel und schießt sie ihren ach so emanzipierten Habitus piepsend in die Wüste?

Und so schließt sich bei mir der Kreis zum ersten Buch des von mir hoch geschätzten Malte Welding, das da heißt: „Frauen und Männer passen nicht zusammen - auch nicht in der Mitte. Warum die Liebe trotzdem glücklich macht". Erscheint am 6. Dezember im Piper Verlag, kostet 8,95. Und Malte liest daraus am 15.12.2010 im Großen Saal des Berliner Verlags. Noch untentschieden ob des Einkaufes? Vermutlich nicht mehr, wenn Ihr diesen Artikel „Schatz, warum trägst Du denn so schwer?“ gelesen habt.

Da Paypal sich nicht als Finanzvermittler zwischen …

den Welten mehr verstehen möchte, hier sind die Bankverbindungen zur Wau-Holland-Stiftung. Die nimmt stellvertretend für WikiLeaks Spenden entgegen, da WikiLeaks selber nunmehr überall die Konten gesperrt werden. Spenden werden indes dringend benötigt.

Wau Holland Stiftung, Postfach 640236, 10048 Berlin, Germany
Commerzbank Kassel, BLZ: 52040021, KTO: 277281204
(international: IBAN: DE46520400210277281204, BIC: COBADEFF520)



WikiLeaks hat jetzt Schweizer-Adresse

Wikileads und der Journalismus

dazu hat Jochen Magnus auf dem Studienblog der Rhein-Zeitung kluge Worte gefunden.

2010-12-03

Die journalistische Mär vom Jahrtausendwinter

Im Wissenslog sehr schön als Ente enttarnt.

Der große Loriot-Podcasth-Weihnachths-Wettbewerb

bitte guckt unbedingt hier bei Hyde and Seek rein, Jekyllinda hatte die beste Weihnachthsblogpodcasthidee ever!

Wie Frau von der Leyen …

sich den neuen ALG II-Satz schön gerechnet hat, ist im taz-Interview mit Katja Kipping, Vize-Chefin der Linken zu lesen.

Am Freitag wird der Bundestag die Neuregelung der Hartz-IV-Sätze beschließen. Warum stimmen Sie dagegen?

Der Gesetzentwurf mit der Erhöhung um 5 Euro auf 364 Euro entspricht nicht den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts. Der Regelsatz wurde mit Tricks und Abschlägen künstlich klein gehalten.

Geben Sie ein Beispiel.

Es wurden etwa vier Haushalte einbezogen, die in drei Monaten null Cent für Nahrungsmittel ausgegeben haben. Außerdem wurden nur die unteren 15 Prozent der Einkommenshierarchie einbezogen, vorher waren es die unteren 20. Und dann gibt es noch viele willkürliche Abschläge, wie für Haftpflichtversicherung, Haustiere oder Alkohol.


Quelle taz, „Kein Weihnachtsbaum vorgesehen

Nun denn, Langzeitarbeitslose brauchen also keine Haftpflichtversicherung mehr. Da denke ich an das diesjährige Schicksal von Melody und mir wird irgendwie übel. Hoffentlich raucht des Arbeitslosen Nachbarn nicht mal zufällig im Suff und schläft dabei ein.

2010-12-02

Aus gegebenen Anlass …

weil die Berliner S-Bahn wieder ganz erschrocken ist, weil zufällig auch dieses Jahr im Dezember wieder Winter stattfindet im Hauptstädtchen …

Der Blogwichtel 2010-Ausschuss

tagt …





Ich komme kaum mit dem Mailen hinterher!

14:28 So, jetzt sind alle Mails verschickt – Ihr solltet also alle Post von mir haben. Falls nicht, durchsucht Euren Spamordner nach dem heiligen Stichwort „Blogwichteln 2010“ und falls dann immer noch nicht, meldet Euch bitte nochmals bei mir. Ansonsten hoffe ich, Ihr seid mit Euren Blogs happy – ich bin es dieses Mal tatsächlich sehr (schimpfen hilft eben doch!).

Ich freue mich dann per 12.12.2010 auf Eure Blogwichtel per Mail. (Ich nehme die Mails übrigens sehr gerne unter der Mail-Adresse entgegen von der ich Euch soeben gemailt habe!) Vergesst bitte nicht, mir nochmals in die Mail den Link zu dem von Euch zu bewichtelnden Blog zu setzen.

Und nun dürft Ihr herzlich gerne hier in den Kommentaren Euer Blogleid beklagen, ich kann das ab!

blog p.s.

Fall einer fragt, was der Kater beim Blogwichteln so zu tun hatte: was anderes! Fußballvorbereitung für die heutige Europaliga. Voll mit rosa Niedlichkeitsbonus und so …

AKG Scholarship of Sound 2010

Erinnert Ihr Euch noch an meinen Ausflug anlässlich der (ersten) AKG Scholarship of Sound 2010, die dieses Jahr erstmals in Berlin stattfand. Jetzt gibt es das Video zum Event:

AKG Scholarship of Sound 2010 from Scholarship Of Sound on Vimeo.

Wenn Ihr mal creezyne alive 'n kicking als sitzendes Standbild sehen wollt, so bei Minute 02:06 in da background. Wer immer bei der nächsten Scholarship of Sound 2011 mitmachen möchte, notiert Euch den Februar. Da startet das Ameldeprocedere für die nächste Runde!

Funktioniert ganz gut …

möchte ich nach zwei Tagen behaupten.



War neulich beim Lieblingsschaumstoffdealer in der Hauptstadt, die Weissbach GmbH. Da hatte das Muttertier schon in den 70igern für ihr erstes Bett Schaumstoff als Matratzenersatz erworben, noch zu Zeiten also als der Volksmund nur Federkern kannte. Jedenfalls habe ich neulich aufgerüstet. Einmal 200x11x10 cm Schaumstoffblock für zwischen die Fenster und einmal 200x3x3 cm für die den großzügigen Zuluftdurchreicheort unter dem Fenster. Das Gleiche noch mal in kürzer für das Fenster im Schlafzimmer. Für die Balkontür hat mir der Meister geraten besser Styrodur® zu nehmen, weil eine größere Fläche und das sei besser im Feuchtigkeit absorbieren.

Hat mich 10,– Euro gekostet, ein paar Reste aus dem Zuschnitt gab es gratis. Dürfte sich in der Heizkostenabrechnung um‘s 20fache amortisieren, schätze ich. Und es war einfach nur nett dort vor Ort. Fachhandel eben!

2010-12-01

Zahlen

Menschen in Deutschland, die sich im vergangenen Jahr mit dem HIV infiziert haben: 3.000
Menschen in Deutschland, bei denen im vergangenen Jahr AIDS ausgebrochen ist: 760
Menschen in Deutschland, die im vergangenen Jahr an den Folgen ihrer Infektion verstorben sind: 550

Menschen in Deutschland, die sich im vergangenen Jahr während eines Krankenhausaufenthaltes mit MRSA infiziert haben: 50.000-1.000.000
Menschen in Deutschland, die aufgrund ihrer Infektion mit MRSA im vergangenen Jahr verstorben sind: 1.500-50.000
Menschen in Deutschland, die aufgrund ihrer Infektion mit MRSA Gliedmaßen verloren haben, steife Gliedmaßen haben oder sonstige Folgekrankheiten ihr Leben lang erdulden müssen und damit behindert oder frühberentet leben müssen: nicht bekannt.

Die Zahlen zur HIV-Infektion sind rigide. HIV ist eine meldepflichtige Erkrankung.
Die Zahlen zur Methicillin-resistente Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA) – auch geläufig unter nosokominale Infektion – sind geschätzt. Hier habe ich bewusst die niedrigen Ziffern, die so von den Verantwortlichen (Deutsche Krankenhausgesellschaft) herausgegeben werden und die höchstgenannten Ziffern, die von den Kritikern genannt werden (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) angegeben. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, vielleicht aber auch darüber. Es gibt eine Dunkelziffer.

Nach wie vor gilt für diese Infektionen keine ernsthaft umfassende Meldepflicht in Deutschland. Ein Krankenhaus muss erst bei akuter Infektion melden, also wenn bereits die Folgeerkrankungen vorliegt und daher auf Verdacht hin im Labor die Ursache festgestellt wurde. Menschen erkranken oder sterben jedoch nicht unbedingt an der Diagnose MRSA. Sie versterben oft „nur“ zugunsten einer Statistik z. B. an Lungenentzündung, Harnwegsinfektion, Sepsis oder Gangrän (Wundbrand). Diese Meldepflicht ist erst am 1. Juli 2009 in Kraft getreten. Wir können uns getrost eingestehen, dass wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern das Problem von MRSA über mehrere Jahre bewusst negiert und nach hinten verschoben haben. Wohlbemerkt: hier geht es nur um die Meldung, längst aber noch nicht um gesetzlich vorgeschriebene Verhinderung oder Bekämpfung der weiteren Ausbreitung auf weiter Fläche.

Hinsichtlich der MRSA-Infektion sollte man wissen, dass viele Menschen bereits mit dem Bakterium (der sich gerne im Hals-Nasen-Bereich ansiedelt und somit gerne auf der Haut, z. B. auf den Händen spazieren geht) infiziert sind ohne sich jemals mit ihm und seinen etwaigen Folgen auseinander setzen zu müssen. Für einen gesunden Menschen ist das Bakterium harmlos. Aber das ist der Grund, warum Ihr medizinischem Personal besser nicht die Hände reichen sollt und bitteschön vor allem bei Besuchen in Krankenhäusern die Desinfektionsgeräte und deren Inhalte ausgiebig benutzten solltet, bevor Ihr Patienten berührt. Denn in einem Krankenhaus, wo verhältnismäßig viele Menschen aufgrund anderer Erkrankungen mit einem geschwächten Immunsystem eher anfällig sind oder aufgrund von Eingriffen offene Wunden haben, ist die Möglichkeit der Infektion und einem Ausbruch deutlich höher. Das Problem liegt in der Multiresistenz dieses Stammes, Antibiotika stört ihn nicht, d.h. eine Behandlung nach Ausbruch ist kaum mehr möglich.

In den Niederlanden, wo das Aufkommen bei gerade mal 2 % (in Deutschland spricht man je nach Bundesland von 15-50 %) liegt, wurde in den Krankenhäusern sehr frühzeitig auf das vermehrte Auftreten von MRSA reagiert. Neuaufgenommene Patienten werden auf MRSA getestet und bei einer vorliegenden Infektion in Quarantäne gesteckt, denn die Behandlung gegen das Bakterium selbst vorab ist denkbar einfach mit Nasensalbe und hohem Hygienestandard zu erreichen. Der Test kostet nicht die Welt, schon gar nicht im Vergleich zu den Folgekosten bei Infektion und Ausbruch, vom persönlichen Leid der Patienten ganz abgesehen. Patienten aus Deutschland kommen übrigens in den Niederlanden immer sofort in Quarantäne – wir gelten bei unseren Nachbarn hinsichtlich der Bekämpfung von MRSA als Dritte-Welt-Land. (Soviel zu dem ständigen BlaBla wir hätten immer noch eines der besten Gesundheitssysteme der Welt …). Es gibt, soweit ich auf dem aktuellen Stand bin, lediglich ein oder zwei Krankenhäuser in Deutschland, die dem niederländischen Modell folgen.

Krankenhausmanager, die mit ihren Sparmaßnahmen zu gravierenden Hygienemängeln in deutschen Krankenhäusern geführt haben und es damit zur aktuellen Situation so erst haben kommen lassen, werden allenfalls (und erst seit Einführung der Meldepflicht vergangenes Jahr) mit einem Bußgeld belangt, wenn sie die Keimproblematik in ihrem Krankenhaus aus „Imagegründen“ verschweigen. Von 16 Bundesländern besitzen gerade mal vier eine Krankenhaushygieneverordnung, zehn Prozent der Krankenhäuser in Deutschland besetzen überhaupt eine Stelle namens „Hygienefacharzt“. MRSA in deutschen Krankenhäusern ist ein hausgemachtes Problem. Ohne Einsparungen im Hygienebereich hätte es nie soweit kommen müssen, die Folgekosten sind nun immens – aber die tragen ja zunächst erst einmal nicht die Krankenhäuser. Und daher reagieren immer noch viel zu wenig Krankenhäuser auf die erschreckenden Zahlen.

Kurz, in Deutschland müsste sich heute kein einziger Mensch mehr mit HIV infizieren, bei rechtzeitiger Erkennung, Offenheit und schnellem Einstieg in die Behandlung. Der leichte Anstieg der Infektionen zu den Vorjahren ist überhaupt nicht nachvollziehbar. MRSA indes ist die Seuche, die einem begegnet und krank macht, wenn man in den Ort gehen muss, von dem man glaubt, dort würde man wieder gesund gemacht.

MRSA ist auf dem hiesigen Breitengrad die eigentliche Seuche! Was nicht heißt, dass Ihr nicht heute und das ganze Jahr über für Organisationen, die gute Arbeit gegen die Bekämpfung von AIDS leisten, weltweit, spenden solltet. Behaltet aber MRSA im Hinterkopf, diese Kranken haben keine Lobby!

Die wundersame Welt der Blog-Warmduscher

hier. Ich glaube wirklich bei denen hakt's. Ich mache doch nicht mein Blog dicht, nur weil irgendwelche idiotische Regelungen mir hinten rum das Kundtun meiner freien Meinung nicht mehr in der gesamt öffentlichen Meinung gestatten wollen. Eventuell. Vielleicht. Nichts genaues weiß man ja nicht.

Das hier ist Deutschland. Und noch leben wir in einem freien Land mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Und wenn Euch mal jemand abmahnt, was ist daran so schlimm? Eine Abmahnung ist immer noch etwas, gegen die man auch vorgehen kann. Es ist überhaupt nicht gesagt, dass jede Abmahnung, die in dieser Welt erteilt wird, zu Recht erteilt wird.

Wirklich, es gibt Länder, da werden Menschen gefangen genommen, misshandelt und gefoltert, bestenfalls ihres Landes verwiesen werden. NUR weil sie bloggen!

Und hier machen die Leute ihre Blogs dicht, weil sie sich nicht sicher sind, ob sie ggfs. gegen das Jugendmedienschutzgesetz verstoßen könnten und vielleicht eine Abmahnung kassieren könnten? Habt Erbarmen! Blogger wie Euch braucht kein Mensch!

Schämt Euch, Ihr Feiglinge!