2009-09-30

Krankenhäuser …

sind üblicherweise Orte in denen Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen behandelt werden und im günstigsten Fall geheilt, zumindest wieder halbwegs hergestellt, entlassen werden. Dann gibt es die Notaufnahmen. Das sind Orte in denen Menschen behandelt werden sollen, die akut erkrankt sind. Ein hoher Prozentteil der Menschen, die unvermittelt – mit einem Krankenwagen – in die Notaufnahme eingeliefert werden, sind tatsächlich lebensgefährlich erkrankt. Schlaganfall, Herzinfarkt, schwer verunfallt, was es noch alles gibt. Es geht also um Leben und Tod, die Teams sind hoch spezialisiert, in Kliniken in Großstädten müssen sie je nach Auftragslage Menschenleben im Akkord retten können. Notfallmedizin ist eine sehr teure Form der Medizin.

Gestern war Themenabend bei vox. Die stern TV-Reportage berichtete über das Oktoberfest und die bekannte Tatsache, dass dieses Fest seinen Sinn primär in dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu haben scheint. Spiegel TV extra berichtete im Anschluss über das Trinkverhalten von Jugendlichen in Deutschland und den Konsequenzen für sie und uns, die Allgemeinheit.

Eine dieser Konsequenzen bedeutet – und man berichtet hier von steigenden Zahlen in einem erheblichen Ausmaß – Einweisungen dieser Jugendliche mit Notfallwagen in die Notaufnahmen der Kliniken. Sind diese nämlich beim Komasaufen noch nicht ins Koma gefallen, melden die Organe nicht mit allen Notsignalen, die sie senden können, dass sie die aktuelle Vergiftung nicht mehr geregelt bekommen, dann sind die Jugendlichen zumindest vorher gerne eine Gefahr für sich und von anderen in diesem Zustand. Ab einer bestimmten Menge des Alkoholkonsums muss man bei ihnen von einem das junge Leben gefährdenden Zustand ausgehen und so kutschiert man man die Suffköppe exklusiv bei Bedarf mit Blaulicht in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Anstatt sie in die nächste Polizeiwache zu verfrachten, wie man es mit den Kandidaten älteren Jahrganges zu tun pflegt, die dort hinter einer Stahltür ausnüchtern dürfen.

Man legt den Jugendlichen, natürlich auch den Anderen, die sich durch Zugabe nichtkörpereigener Substanzen in lebensgefährliche Zustände manövriert haben, gerne über die erste Nacht, in der sie ausnüchtern, eine Windel an. So erspart man den Patienten, dass sie in ihrem eigenen Ausscheidungen im Bett liegen müssen, da sie im fortgeschrittenen besoffenen Zustand weder Kontrolle darüber, noch über ihre Beine haben, die sie sonst zum öffentlichen Ort geleiten würden. So möchte man das Pflegepersonal der Klinik schonen, als auch die anderen Patienten im Zimmer, die neben den krakelenden Besoffenen schlafen möchte, um tatsächlich schwer krank eine Chance auf Gesundung zu erhalten. Die Krankenschwester in dem Beitrag, die vorher mit einem Riesenteam versucht hatte einen völlig betrunkenen, ausrastenden und schreienden jungen Patienten zu fixieren und nur noch sarkastisch anmerkt, sie hätte mit der Pflege den falschen Beruf gewählt, hätte besser Polizistin werden sollen, erzählt auch, das sei den Patienten schon am nächsten Tag etwas peinlich in einer Windel aufzuwachen.

Ein Krankentransport. Wenn unter Blaulicht, passiert dieser mit dem Risiko, dass zwei bis drei Angestellte verunfallen hätten können, ein Team der Notfallaufnahme, eine Komplettreinigung dieser Aufnahme, ein Bett, Unterbringung, Medizin, Betreuung – das sind eine Menge Kosten für ein „es ist ihnen auch schon mal peinlich in einer Windel aufzuwachen.“

In unserem Gesundheitssystem, das als eines der besten dieser Welt gilt und somit ein teures ist, wird gespart. An allen Ecken. Auch wir Patienten müssen das tun. So gibt es Patienten, die aufgrund ihrer schweren, meist chronischen und mitnichten selbstverursachten Krankheit auf Inkontinenzprodukte angewiesen sind. So mancher Patient muss in Deutschland bei seiner Krankenkasse hart dafür kämpfen, um die ausreichende Menge an Windeln für seinen täglichen Bedarf zu erhalten. Im Fall unserer Suffkowskis wird sie ihnen im Rahmen der Behandlung ins Bett gelegt. Genau wie die teure medizinischen Behandlung im Krankenhaus, die zahlt ja die Krankenkasse. Wir zahlen.

Mittlerweile bin ich bei solchen Härtefällen auch für die ultimative finanzielle Härte. Behandelt diese Jugendlichen bitte als Privatpatienten, lasst sie ihren Auftritt und dessen Konsequenzen selbst bezahlen. Einfach damit sie lernen, was ihnen der suffbedingte Totalausfall künftig wert ist.

Zur Strafe dafür, dass sie mit ihrer Fun-Scheiße medizinisches Fachpersonal, Raum und Material in dem Moment ihrer Behandlung für andere schwer kranke Menschen blockieren, die ihren lebensbedrohlichen Zustand nicht selbst vorsätzlich verursacht haben.

Dyskalkulie auf Schwedisch



Wenn Du drei Billysss kaufssst, bekommst Du den dritten Billy umsonsssst. Dasss ist wie sssechs Eier kaufen aber nur fünf heile nach Haussse bekommen.

2009-09-29

Simon's Cat

2009-09-28

Das sind Dramen …

die passieren schon mal.

Das passiert schon mal, dass sich in 18 Monaten 24 Mitarbeiter eines Unternehmens selbst richten? Da sollte der gute Chef der France Télécom aber mal gut aufpassen, dass ihn nicht noch einer der nächsten Selbstmörder einfach mal mitnimmt, bei so einer unsensiblen Klappe.

rette deine freiheit.de



Kann man sich getrost angucken. (via don dahlmann)

Ich bin schuld!

Fürchte ich. Ich habe bei der diesjährigen Grünen Woche in Berlin einen FDP-Kugelschreiber vom Infostand mitgenommen. Ich tat das übrigens ohne mich informieren zu lassen. Auch gab ich den Stift bei nächster Gelegenheit offensiv als Geschenk weiter (so offensiv, dass ich erst beim vierten Versuch einen Abnehmer finden konnte.) Nun treibt mich die Angst um, dass meine Stiftmitnahme diese Leute so übermäßig motiviert haben könnte, dass sie letztendendes so viele natursatte Wähler einsacken konnten. Und ich habe bis jetzt nicht begriffen, womit die Wahlkampf gemacht haben.

Nun, jetzt haben wir die Abwechslung. Habt Ihr gestern einen Blick auf das johlende Fußvolk bei den Live-Mitschnitten aus dem Konrad-Adenauer-Haus werfen können? Mann, o mann, oh mann.

Ich habe Wahlkater, ganz schlimm.

2009-09-26

Wahlkampf

Dieser Wahlkampf war mit Abstand der Unterirdischste in seiner Qualität, den ich bisher erlebt habe. Seitens der Parteien, seitens der Medien. Nur heiße Luft seitens der Politik und viel zu wenig offensive Kritik aus den Reihen der Medien gegen das, was ihnen da zur Berichterstattung serviert wurde von diesen „Staatsmännern und -frauen“.

Eine Reihe anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl ins Leben gerufen, die ich ungemein interessant gefunden habe, ist „Unerhört“ von der taz. In den 17 Gesprächsprotokollen, meist Filme auf youtube gehostet, sprechen unterschiedliche Menschen, Bürger, Wähler in die Kamera, wo sie die besonderen Kritikpunkte an der Politik in ihrem Alltag sehen, wie sie sich Verbesserung vorstellen können.

Einfache Meinungen von Menschen, die engagiert leben. Leider ist diese Reihe mit der heutigen Folge zu ihrem Ende gekommen. „Unerhört“ ist das Einzige, was mir wirklich fehlen wird nach diesem Wahlkampf.

2009-09-25

Heute gibt's Obst!

Im Urlaub kroch ich am ersten Tag hinter die Mauer, die unser altes Bauernhaus vom Neubau des Bauern trennte und fotografierte dort Blumen und Katzen, prompt stand ich vor dem ersten Pfirsichbaum in meinem Leben.



Aprikosen-, Orangen- und Zitronenbäume kenne ich, Pfirsich ist mir bis dato – zumindest mit Fruchtstand – nie zuvor begegnet. Also fotografierte ich und stahl dem Koch ein Ei bzw. mopste dem Baum einen Pfirsich und schenkte ihn der nebenan auf der Urlaubsliege schlummernden Urlaubsbegleitung, die meinte, der sei sehr lecker. Dann fotografierte ich weiter.

Offensichtlich hatte ich damit die Ursachen für die auf uns zu kommende Pfirsich-Diät gesetzt, denn prompt stand am Abend der Bauer vor uns vor dem Haus und brachte eine Kiste Pfirsiche und Nektarinen:



Frisch von den Bäumen gepflückt und uns geschenkt. Er war ein sehr reizender Mensch, generell, im Besonderen und überhaupt. Diese erste Woche also ernährten wir uns von Pfirsichen, morgens zum Frühstück, mittags zum Nachtisch, Nachmittags zum Kaffee, Abends püriert im Salatdressing. Wir mussten morgens immer einige aussortieren, denen ging es nicht mehr so gut. Trotzdem hatten wir Pfirsiche. Ausreichend, genug, wenn nicht sogar im Übermaß.



Also wir am Ende der ersten Woche glaubten, der Pfirsich-Massen halbwegs Herr geworden zu sein, nicht, dass sie schon alle wirklich komplett vernichten worden wären, stand der Bauer bei seiner abendlichen Small-Talk-Patrouille vor uns mit …



Pfirsichen.

In den Nachrichten wiederum gab es im Regionalteil in der ersten Woche eine nette Geschichte aus der EU-Reihe: „Lege Dich mit allen aber nicht mit französischen Bauern an!“ Ein Supermarkt-Besitzer in der Gegend (wir waren sicherlich näher zu spanischen Grenze als zu belgischen untergebracht) hatte sich erdreistet, anstelle der Produkte seiner Landsmänner, spanische Pfirsiche anzubieten. Und so fuhr eines Tages ein 20-Tonner auf den Parkplatz und beglückte diesen mit einer Ladung voll französischer Pfirsiche, die versehentlich unter medialer Beobachtung vom Hänger kullerten. Der verkaufte dann erst einmal überhaupt keine Pfirsiche mehr, dieser Supermarktbesitzer, vor allem keine spanischen.

Ich kann die gut leiden, die Franzosen. Vor allem die Bauern.

2009-09-24

Schweingerippelobbyismus

Letzten Montag bei plusminus ein neutraler Beitrag zum Thema Schweingrippe, ein paar realistische Zahlen und wer der Grippe(impfstoff) echter Freund ist.

Empfehlung!

2009-09-23

Lust habe ich keine …

schon lange nicht mehr. Wieder einmal werde ich Parteien wählen, nur um andere zu verhindern. Es wird nicht funktionieren. Vermutlich. Längst habe ich keine echte Leidenschaft mehr für das Thema. Zu durchgekaut, zu oft erlebt. Dinge, Phänomene, Vorhsehbarkeiten wurden zu oft negiert zum Schaden dieses Volkes. Regierungsdilletantismus, nur noch Wegwerfideologien, schlimmsten Falles wird Second Hand zur Schau getragen in einer Zeit in der nur Liebe zur Subkultur und Mut zur Relevanz noch retten kann.

Neulich hat ein Freund meine Person und unsere Freundschaft verkauft. Vorgeführt und weggeworfen, damit er als großer starker Held da steht. Dabei war er nicht einmal souverän. Ein reizender Mensch, großherzig und mit gutem Ansinnen an sich, dachte ich bis jetzt bei mir, ungläubig, denn wann trifft man solche Menschen noch? Bis mir nun klar wurde, auch ihm geht es gar nicht mehr um die Sache, nur um seine Macht. Endlich! glaubt er sie zu haben. So erklärte man und glaubt damit, das sei somit legititim entschuldigt, mir, die offensichtlich zu naiv ist, „da ginge es eben um Politik.“ Ja , wenn es um Politik geht, das erklärt natürlich alles, denn wenn es um Politik geht, dann muss man schon mal hinnehmen, dass Freunde zu fiesen Fratzen mutieren, die die Seelen der anderen verkaufen, ihrem Team und damit von einem selbst, damit dann endlich die „Großen“ mit einem spielen.

Ich indes bin gar nicht so naiv. Ich weiß nämlich, dass noch nie etwas Großes, Wunderbares, Positives, Schönes aus etwas Schlechtem geboren wurde. Wer das glaubt und anfängt, Schlechtes zu sähen, der hat schon verloren.

Und ich weiß, was ich nie wollte. Mein Rückgrat verbiegen.

Gestern war Küchentag …

zunächst einmal brachte ich meine guten altgedienten japanischen Messer zum Schleifer, weil ich mit ihm das Metallfraßphänomen im Übergang Klinge/Griff klären wollte. Wir diskutierten das lange und ich war wieder einmal sehr beeindruckt von der Fachkompetenz eines Einzelnen und dessen Liebe zum Thema. Wenn Menschen sich einem Thema verschreiben und ihr Wissen einfach nur gerne teilen ohne zwanghaft überzeugen zu wollen – so etwas erfreut mich immer sehr. Nun, wir sind so verblieben, dass er die Messer einschickt und wir hoffen mit gedrückten Daumen (ich) auf die Kulanz des Herstellers. Das wäre einerseits natürlich sehr schön, andererseits … die Messer schenkte mir meine Mum. Und … naja, ich hänge sehr an ihnen. Ich nehme sie üblicherweise mit in den Urlaub, sofern ich weiß, ich kann dort kochen. Mir bedeutet so etwas viel. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich mit neuen Messern ordnungsgemäß selbst belügen kann.

Holzapfel bietet Kurse an in denen man sich selbst sein Messer schmieden kann. Hatte ich erwähnt, dass mein Opa Schmied war? Ich auf so etwas genetisch bedingt sehr abfahre? Es juckt in den Oberarmen. Allerdings kostet so ein Kurs auch richtig Geld.

Alsdann schlich ich ohne Messer weiter die Bergmannstraße hoch und fand im Antiquariat auf der Tischauslage das:



Ein Dr. Oekter Warenkundelexikon von 1969! Mensch, ich habe doch schon von meiner Mum das Dr. Oetker Kochbuch von 1963 vererbt bekommen, dass mich immer wieder sehr beglückt und für die Heiterkeit der 50iger in meiner Küche sorgt. Pat und Patachon zusammen geführt:



Und nun das Warenkundelexikon in dem mir beim Blättern schon Fischarten mit einer Selbstverständlichkeit begegnet sind, die der Fischer von heute vermutlich überhaupt nicht mehr kennt. Überhaupt ist sehr beeindruckend, was 1969 dort schon für exotische Früchte aufgeführt sind, die doch erst in den letzten zehn Jahren bei uns auf den Tisch fanden. Meine bisherigen Lieblinge:

Fuchshai … ist eine Bezeichnung für Kalbfisch (Schwimmende Babykuh mit Fuchsschwanz?)

Lolly … ist ein –> Stilbonbon (Stilbonbon entfällt auf den späteren Seiten.)

Just als ich mich mit dem Buch in der Hand in Richtung Ladeninneres begeben wollte, verabschiedete der Besitzer draußen eine Bekannte sinngemäß mit den Worten „heute läuft hier nichts.“ Da widersprach ich und meinte, während ich das Buch hoch hielt, das würde ich nun aber ändern wollen. Er aber konnte meinen 5-Euro-Umsatz nicht ganz für voll nehmen und erklärte mir, er würde das alles nur zum Spaß machen. Was sein Sohn überhaupt nicht verstünde, denn der sei der Meinung, wenn man nicht anständig verdient bräuchte man doch gar nicht erst aufstehen. Daraufhin erklärte ich dem Mann, wie glücklich mich jetzt dieser Buchfund machen würde und ich erklärte ihm, dass ich aus der Reihe schon ein Kochbuch, dieses Erbstück hätte, und mich über das gefundene Pendant sehr freuen würde. Wir waren uns schnell einig, dass – wenn der Job schon wenig Geld brächte – dann es doch schön wäre, wenn man damit wenigstens anderen Freude bereiten würde und dass sich manchmal alleine dafür das Aufstehen lohne.

So ist das in diesem Kreuzberg, manchmal bewegt man sich hier keine 50 Meter vorwärts und hat innerhalb von einer halben Stunde einen Bildungsurlaub bezüglich Messerkunde und eine Philosophierunde der Extraklasse hinter sich gebracht.

Dann ging ich ins Kino: Julie & Julia. 17 Uhr-Vorstellung, Kinotag. Ein Riesenkino, fünf Frauen. Feine Unterhaltung und alleine wie Meryl Streep wieder in einer Rolle komplett aufgeht und dieser Fundus an Kochrequisiten und diese entzückende Ehe, die sie in dem Film lebt … Allerdings: die Tischmanieren des jungen Ehemannes von Julie fand ich überzogen bis gelegentlich ekelerregend. Und … nun ich habe schon Kochfilme gesehen in denen ich Gerichte riechen, ja schmecken konnte (ich erinnere mich u.a. an Chocolat) und diesbezüglich sprang der Funken hier nicht über. Und ja, ich zucke zusammen und finde es recht ärgerlich, wenn es in einem Film die ganze Zeit heißt, „der“ Blog. Wenn es schon laut Duden Möglichkeiten gibt, einem Substantiv zwei Artikel zu verleihen – warum muss man ausgerechnet in einem Film den Artikel nehmen, den nur die Leute verwenden, denen ein Blog in den letzten zwei Jahren erstmals begegnet ist oder aber Blogs hassen? Und wenn es dann heißen sollte, „das Post“ oder der Blogeintrag, dann auch sachlich falsch von dem ganzen Blog zu sprechen, das ist ärgerlich. Ja, solche Fehler sind ärgerlich, wenn ein Blog in einem Film eine tragende Rolle spielt, also wenn 'se mich fragen!

Zum Film: Magnum Mandel.

2009-09-22

Heute …

war ich bei einem Messerschleifprofi, der mich nach langem intensiven Gespräch über Messer, Metallfraß etc. für meine Schleifkünste lobte und mir bestätigte auf dieser Ebene hätte ich nichts falsch gemacht mit meinen Messern! Und das nach gut 20 Jahren Besitz, ich war also noch sehr jung als ich sie geschenkt bekam und hatte von nix eine Ahnung.

Ich würde nun sehr gerne vor Stolz platzen.

Aber wer erbt dann die Katzen und wer schreibt das Blog weiter?

2009-09-21

Der hier …

ist Prokastinierer und seit kurzem Neuberliner, macht gerade die Urlaubsvertretung von Niggemeiers Blog, hat solcher Art Dreck im Ärmel und schreibt nicht nur bonfortinös über Oma und Opa, von denen man auch nicht weiß, ob sie ihrem Enkel nur Gutes wollen. Herm's Farm. Mit Apostroph. Im Browser dann ohne.

Pentax K7 und Kundenliebe

Als ich die Pentax K7 im Frühsommer diesen Jahres testen durfte, konnte ich nur einen einzigen echten Kritikpunkt an dieser sonst, meiner Meinung nach, absolut gelungenen durchdachten Kamera feststellen. Man hatte uns über den Vierwegregler die Möglichkeit genommen, direkt den Spot zum Scharfstellen im Sucher verstellen zu können. Das wurde in den zahlreichen Foren diskutiert, zunehmend auch leidenschaftlich heiß, weil in deutschen Foren es ja nur ein schwarz oder weiß zu diskutieren gibt. Und wer auf diese Funktion Wert legte, galt halt ein bisschen blöd, denn schließlich gäbe es althergebrachte Methoden, die zum gleichen Ergebnis brächten. Das stimmt, es gibt sie, ich beherrsche sie auch. Dennoch konnte ich nicht verstehen, warum man eine in der Praxis sehr willkommene Weiterentwicklung einer solchen Methodik zugunsten der Möglichkeit bunte Filter direkt auswählen in einer dem professionelleren Fotografenbereich zugeordneten Kamera nach hinten stellt. Ich hätte nix gesagt, hätte es sich bei der K7 um eine abgespeckte Einsteigerkamera gehandelt. Es wurde also diskutiert, ob ein „ok“ mehr uns im direkten Fotografierprozess zumutbar sei oder nicht. Ich fand nicht. Und mich hatte das auch richtig geärgert. Ich wollte fotografieren, nicht spielen. Vorgestellt wurde die K7 am 20. Mai 2009, ausgeliefert wurde sie ab Ende Juni. Das erste Firmware-Update, das genau diese Funktion denen, die direkt über den Vierwegregler den Fokuspunkt ändern wollen ermöglicht, kam Ende Juli. Das finde ich schnell reagiert und dafür ein „thumps up, Pentax!“ Insofern meine Empfehlung für die Pentax K7 endgültig und ohne Widerrede: kaufen!

„Ich soll hier den Doofmann spielen.“

Endlich sagt uns ein Politiker (Peer Steinbrück) genau das zur finanziellen Situation Deutschlands, was wir Bürger längst alleine wissen, sich nur kein Politiker vor der Wahl zu sagen wagt.

Noch ein …

Monsterkissenfan.



Schwarzweißer Kater verweigert sich weiterhin. Aber das gäbe auch definitiv Platzprobleme …

2009-09-20

Cooking Video Contest

Im Schatten der allgemeinen Kochwahns, der nun Hollywood erreicht hat, haben die Macher von The Criterion Collection zu einem … äh … bemerkenswerten Koch-Video-Contest aufgerufen: Der Jeanne Dielman – Criterion Collection Cooking Video Contest.

Jeanne Dielman, 23, Quai du Commerce, 1080 Bruxelles“ ein Film der Regisseurin Chantal Akerman, setzte sich auf bemerkenswerte Weise zwischen den Zeilen mit Feminismus auseinander. Man beachte dabei: der Film wurde 1975 gedreht. 1975 war ich zehn Jahre alt, meine Mutter seit knapp vier Jahren von meinem Vater geschieden und ich könnte Geschichten noch und nöcher erzählen von damaligen (verheirateten) Arbeitgebern meiner Mutter, die es nur als allzu selbstverständlich befanden, dass eine geschiedene alleinerziehende Frau von zwei Kindern gefälligst die Beine breit zu machen habe, würde sie ihren Job behalten wollen. Meine Mum wechselte damals ihre Arbeitsstellen oft.

Jeanne Dielman ist eine belgische Hausfrau in ihrer Tagesroutine. Licht anschalten, Kartoffeln aufsetzen, den Abwasch erledigen, Licht ausschalten. Wenn's klingelt, empfängt sie ihren einen täglichen Freier und vergisst beim Raumwechsel nie das Licht, hat sie auch diese tägliche Hausfrauenpflicht erledigt, wird gebadet, dann kehrt sie zurück zum ihrem Küchenjob. Beim Kochen wird die Hauptdarstellerin immer nur aus der einen Perspektive beobachtet, sie bereitet routiniert ihre bürgerliche Küche und spricht dabei kein Wort. Dialoge sind in dem Film eine Rarität, dabei hatte Akerman diesem Film drei Stunden und 15 Minuten Zeit gegeben. Sehr gut verdeutlicht in dieser Szene. (Jemand hat auf youtube den Film in 19 Teilen hochgeladen.)

In einer Film-Szene bearbeitet Jeanne Dielman einen Teller Hackfleisch zu Tode.



Dementsprechend sind die Köche in ihren bürgerlichen Küchen in aller Welt nun aufgerufen, ihren eigenen Jeanne-Dielman-Film zu drehen in dem sie entweder Hackfleisch, Schnitzel oder Kartoffeln zubereiten und bei youtube hochzuladen. Einsendeschluss ist der 28. September 2009. Neun Filme gibt es bis jetzt, die allesamt still und schräg sind.

Ich mag dieses Projekt.

Frau Merkel …



hätte gerne noch mehr Kameras auf Bahnhöfen installiert. Weil die tödliche Übergriffe auf Fahrgäste so gut verhindern können, wie wir letzte Woche einmal mehr gelernt haben. Da Frau Merkel aber nie mit Bus und Bahn fährt, kann sie natürlich nicht begriffen haben, dass auf Bahnhöfen, die noch mit echtem Abfertigungspersonal bemannt oder befraut waren in der Vergangenheit seltener Menschen durch Todschlägereien umkamen. Kameras schlagen nicht zurück, Kameras holen keine Hilfe. Kameras können nicht einmal den Krankenwagen rufen. Und weil sie das eh nicht können, muss man Notfall-Rufanlagen auf Bahnhöfen nicht mehr funktionsbereit vorhalten, das scheint logisch.

In einem Land zu einer Zeit in der aber ein Teil der Menschen sich für keinen Blödsinn zu schade ist, um endlich auch einmal ins Fernsehen zu kommen und so zu fünf Minuten Ruhm und Ehre zu gelangen, ist ein ordentlicher menschenschädigender Auftritt auf einem Bahnhof die allerbeste Garantie, um nicht etwa bei RTL zu versauern, sondern gleich bei ARD & ZDF in die Hauptmeldungen zu kommen. Wenn schon, dann alleroberste Nachrichtenliga. Das ist die neue Rechtordnung: früher wurde keiner auf Bahnhöfen tot geprügelt und weil genug Leute da waren, die eingegriffen haben oder Hilfe holen konnten, wurden etwaige Angreifer direkt fest genommen. Heute wird eben tot geprügelt und man hält es für den besonderen Verdienst an der Sache, wenn man die Täter später aufgrund der Kamerabilder identifizieren kann und irgendwann festnehmen kann. Nachdem der Film als Paradebeispiel für Nachahmer in allen Nachrichtensendungen der Billigsender mehrmals täglich ausgestrahlt wurde.

Verkauft wird uns das übrigens als Sicherheit.

Ach ja, Videokameras auf Bahnhöfen halten auch Selbstmörder ganz oft vom Suizid-Versuch ab. Die anderen stürzen sich halt auf freier Strecke von der Brücke. Haben üblicherweise ja auch nichts mehr von ihrem Konterfei in der Presse.

2009-09-19

Was übrigens echter Terror ist …

Gestern nacht dämmerte ich, während das viereckige non-flach-nix-LCD Bilder-und-Töne-spuckende Gerät noch lief, hinüber als ich, schon schön mit geschlossenen Augen ins Kissen gekuschelt, die Stimme von uns Merkel hörte: da lief dieser CDU-Wir haben die Kraft!-Werbespot (den ich nicht verlinken werde) und Merkel säuselt mit zartem Stimmchen ihren Psalm.

Scheint so als gucke ich nicht so viel Fernsehen, denn tatsächlich war es jetzt das erste Mal, dass ich den Spot überhaupt gesehen gehört habe, Betonung liegt wirklich auf hören, denn darin liegt seine besondere Kraft. Für den, der nur hört was sie sagt, ist der Clip das perfekte Brechmittel.

„Ich wollte Deutschland (Pause) dienen!“

Da wird einem schlecht. Soeben habe ich mir das Teil auf youtube auch angeguckt. Tatsächlich ist der Spot künstlerisch und technisch sehr gut gemacht (insbesondere im Vergleich zu dem visuellen Müll anderer Parteien). Bei Merkels-Tenor „die Schwachen schützen“ werden natürlich (vermutlich im Internet missbrauchte) Baby-Füße eingeblendet. Und wenn sie dann von der Bildungspolitik ihrer Partei lamentiert, und wie wichtig der Partei Deutschlands Kinder sind …

In Deutschland ist jedes fünfte Kind arm, jedes sechste von Armut betroffen. 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Von den 3 Millionen Sozialhilfeempfängern in Deutschland sind 37% Kinder. Die Sozial- vor allem aber auch die nicht existierende Frauenpolitik der Koalition hat in den letzten vier Jahren nur dafür gesorgt, dass diese Zahlen angestiegen sind.

Besonders fatal dabei und das sollte nie, niemals vergessen werden: die Zahlen der Geburten in Deutschland sinken, d.h. die Bevölkerungsgruppe „Kinder“ wächst überhaupt nicht mehr – und dennoch steigt in ihr die Armut weiterhin an!

Jedes siebente Kind in Deutschland lebt in einer Familie, der weniger als 50% des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung steht. Das sind übrigens nicht nur Menschen, die arbeitslos sind. Das sind Kinder, die sich nie erlauben dürfen, auch nur einmal ihren Turnbeutel zu verlieren. Das sind Kinder, deren Eltern in diesem Land das Geld für einen Schulranzen einklagen müssen, weil deren zwei Minijobs diese Ausgabe nicht ermöglichen.

Und die Partei von Frau Merkel führt ihren Wahlkampf unsere Kinder betreffend damit, dass sie Internet-Seiten nur sperrt, die in Verbindung mit Kinderpornografie gebracht werden.

Und alle so:

Yeaahh

Und alle so: Yeaahh-Historie: Yeaahh – Der Anfang Und alle so: WTF? Danach Und alle so: Yeaahh – Der Song! Jetzt auch noch: Und alle so: Yeaahh! – Der Flashmob!

Ich hab‘ das Internet lieb.

Ach ja, Presse macht daraus wieder (Flashmob-)Terror, yo, is klar ne? Und zitiert das „Yeaahh“ im Text auch noch ständig falsch.

2009-09-16

Happy Birthday, kleine Mum!



67 wäre sie heute geworden. Nun schon der dritte Geburtstag ohne sie und ich vermisse sie immer noch sehr! An solchen Tagen wirkt der Verlust noch einmal mehr besonders, weil man merkt, dass man diesen Tag nie wieder gemeinsam begehen wird. Andererseits habe ich die Erinnerung, das ist mehr als viele andere haben: wirklich schöne Erinnerungen. üppppppppppppppppppppö (Das lasse ich mal stehen, das kam von Nishia, hätte ihr sehr gefallen. Sie war eben so.)

Wortfolter

Patientencoach

2009-09-14

17 Internet-Gebote

Das Ganze ist nicht so schlecht, wie es gerade wieder ganz weblike zerredet wird. Es gibt eine Handvoll im Internet aktive Leute, die sich über den Umgang einiger Professioneller mit dem Medium, dem Journalismus, deren täglich Brot und vor allem mit der Wahrheit ärgern. Natürlich können die auf ewig weiter nölen. Irgendwann muss man aber auch selbst Farbe bekennen. Sich ein paar Regularien/Thesen zu überlegen, die jeder – wer es mag – mit auf seinen Weg nehmen, vor allem aber auch gerne mit verbessern kann, ist immerhin ein Anfang. Da kann ich keine echte Katastrophe und auch überhaupt keinen Hochmut erkennen. Ich kann nicht diese Arroganz sehen, die gerne den Initiatoren unterstellt wurde, hier und dort. Es sind nur Leute, denen das Thema „Information einer Öffentlichkeit im Internet“ am Herzen liegt und natürlich sind es mal wieder ausgerechnet die, die in der deutschen Web-Community eben nicht anonym schwimmen. Das ist nur logisch, deren Schnittstelle ist eben größer; ein Teil von denen verdient mit dem Verfassen und Veröffentlichen von Informationen, Texten im Internet ihr Geld und sie sind dem Thema inhaltlich deswegen sehr eng verbunden. Die einzelnen Regeln im Manifest sind allenfalls Mittelmaß? Möglich, sind ja auch nicht vom allwissenden lieben Gott verfasst. Wobei, der hat ja auch ordentlich geschlampt, wie wir wissen. Ix setzt sich wenigstens noch thematisch mit den einzelnen Punkten auseinander. Am Ort der öffentlichen Diskussion, im Wiki, vermisse ich leider noch seine Einlassungen aktiv eingebracht.

Wie bei uns üblich, haben sich die wenigsten Kritiker aber überhaupt konstruktiv mit den Thesen auseinander gesetzt. Die meisten zielen darauf, dass dieses Manifest wieder nur von den „üblichen Verdächtigen“ käme und überhaupt nicht „sexy genug“ getextet sei. Platzen im Hirn beim Lesen im Background keine animierten Extasy-3D-Bömbchen. Ist aber auch doof. In der inhaltlichen Entwicklung haben sich bisher nur wenige Kommentatoren mit konkreten Inhalten hervor getan. Obwohl es die Einladung zur offenen Mitarbeit gibt. Und ehrlich: so etwas verstehe ich immer nicht.

Wenn sich in Deutschland Journalismus dahingehend entwickelt, dass Journalisten, die die Wahrheit berichten wollen, keine Jobs mehr bekommen, weil mit der Wahrheit angeblich die Auflage nicht gesichert werden kann und die dahinter stehende kommerzielle Abhängigkeit von Anzeigenkunden aber gerne dem – angeblich – bösen, blöden Internet in die Schuhe geschoben wird von den Verantwortlichen, weil nur das doch die Quelle von schlechtem Journalismus sei, dann ist die Idee aus dem Internet heraus einen neuen besseren Qualitätsstandard etablieren zu wollen, eine gute Idee. Vor allem aber ist es wenigstens ein erster Schritt weg vom Genöle weg und hin in die aktive richtige Richtung.

Dass viele wiederum gar nicht kapieren werden, was mit diesem Manifest versucht wurde und es sie gar nicht tangieren kann, ist aber auch okay. Es ist nicht relevant, wer sich da Gedanken gemacht hat. Möglicherweise interessiert dieses Manifest da draußen (offline) niemanden, denn ja, natürlich handelt es sich hier um die Gedanken eines kleinen virtuellen Inselstaates im World Wide Web.

Ich möchte in dem Zusammenhang auf ein ähnliches Regelwerk aufmerksam machen, denn das Problem im Ursprung ist ein viel größeres und in anderen Bereichen der Berichterstattung international früher erkannt worden. Es gibt nämlich seit (für Web-Verhältnisse) langer Zeit eine ähnliche Sammlung von „Regeln“ die digitale Bearbeitung von Fotos in der Reportage-Fotografie betreffend, die DigitalCustom Model Ethics Guidelines.

Da haben 2003 ein paar Fotografen schriftlich Richtlinien formuliert aus einem bis dahin bestehenden Ehrenkodex, dem sich insbesondere Fotografen der Reportage- oder Dokumentationsfotografie verpflichtet fühlten. Mit zunehmender Vereinfachung der Retusche- und Montage-Technologien dank finanzierbarer digitaler Bildbearbeitung, die es schneller, einfacher und somit viel günstiger als früher ermöglichten, Fotos zu manipulieren, schien die Notwendigkeit gegeben, einmal schriftlich diese Selbstverständlichkeiten festzuhalten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die rasanten technischen Entwicklungen ermöglichen nämlich einer größeren Menge von Menschen, Autodidakten, in das Geschäft der Fotografie einzutreten. Die haben oft mangels Ausbildung nie von fotografischen Grundsätzen (in der Fotografie macht ja angeblich die Technik das Foto, nicht das Talent, das Hirn oder die Philosophie des Fotografen) gehört. Auch denen galt und gilt es klar zu machen, dass es in bestimmten fotografischen Bereichen Do's und Dont's gibt.

Das Thema Manipulation an der Fotografie ist in diesem gesonderten Bereich von gleicher Relevanz wie der Wahrheitsgehalt und somit die journalistische Qualität vom Text. Hier ist eine Entwicklung von der Realität weg und somit Abnahme von Qualität in der Berichterstattung genauso kritisch zu sehen. Wir finden ja alle die Reihe „Super Symbolfotos“ bei Niggemeier immer so unterhaltsam, letztendlich ist genau das aber schon Verrat an der fotografischen Dokumentation und aus Sicht von Fotografen überhaupt nicht akzeptabel. Wird im großen Maß praktiziert, und hierbei wird noch nicht mal am Foto selbst schon rumretouschiert – es werden einfach nur Texte mit falschen Bildinhalten in Zusammenhang gebracht und somit Berichterstattung verfälscht. Ob das wissentlich oder aufgrund semi-professioneller Technik passiert, ist dabei egal, hier wird geschludert! Wenn wir aufhören uns über solche Versäumnisse aufzuregen, werden wir irgendwann nicht einmal mehr merken, wann wir belogen und betrogen werden.

2003 haben sich genauso viele Fotografen über diese DigitalCustom Model Ethics Guidelines aufgeregt, wie heute es deutschen Blogger hinsichtlich dieses Internet-Manifests tun. Die Fotografen aber, denen in der Reportage/Dokumentationsfotografie die Wahrheit am Herzen lag und weiterhin liegt, haben damals genickt und gesagt: so soll, so muss es sein!“

In Deutschland sieht es mittlerweile im fotografischen Bereich so aus, dass Fotografen ihre Rechte an der Fotografie übertragen sollen, wenn sie das Bild/die Bildstrecke an Redaktionen verkaufen wollen. Das tun sie entweder oder sie dürfen sich einen neuen Job-/Auftraggeber suchen. Was es heißt, wenn der Fotograf kein Recht an seinem Bild hat und die Bildredaktionen sich dann den Regeln des Manipulationsverbotes nicht mehr unbedingt verpflichtet sehen, kann man sich selber ausmalen.

Deshalb sind solche Guidelines/Manifeste/Richtlinien wichtig, Sie wurden von den meisten Praktikern, die ich in der Vergangenheit auf die DCMEGs aufmerksam gemacht habe, dankbar aufgenommen. Und dabei ist die textliche Qualität dieser Richtlinien oder woher die letztendlich kamen, völlig egal. Es geht darum, dass man als Fotograf in einem bestimmten Genre interessiert ist Qualität zu liefern und so ein Manifest kann dabei hilfreich sein. Es ist nämlich ziemlich leicht sich selbst zu verlieren in seinem Job da draußen, wo einem ständig Berufskollegen mit weniger Gewissen zeigen, wie man ohne an der Wahrheit festzuhalten viel mehr (oder überhaupt noch) Geld verdienen kann. So ein Manifest ist etwas Handfestes, wer will kann es berücksichtigen, man muss es nicht. Man kann mit dessen Hilfe für sich Entscheidungen treffen, welche Art von Fotografie man bedienen will. Man weiß sehr genau, hält man sich an die Regeln nicht, begeht man einen Verstoß gegen die Regeln, anhand derer die besondere Qualität eines Jobs festzumachen ist– das muss dann ein jeder mit seinem Gewissen selbst ausmachen.

Daher finde ich dieses Internet-Manifest einen guten Schritt, es ist ein Anfang. Es mag textlich, inhaltlich noch nicht rund sein. Ja, der Name ist vielleicht doof gewählt (wenigstens ist er nicht verdenglicht.) Was daraus entstehen kann, entscheiden alleine die, die aktiv daran mitwirken, es tragen und weiterentwickeln. Da ist es erst einmal egal, wer alles davon nicht Kenntnis nehmen will oder wird und ob es für diese Dinge, die im Internet passieren, überhaupt eine Öffentlichkeit gibt oder geben wird.

Nur: ausschließlich meckern und drauf einschlagen gilt nicht! Dafür ist das Thema nämlich ein zu wichtiges – viele Themen betreffen oft am Anfang nur kleine Zielgruppen, bevor eine riesige Zielmenge für immer unter denen sich daraus zu entwicklenden Konsequenzen zu leiden hat.

2009-09-13

Und …



während ich immer noch überlege, ob der Wirsingeintopf für den ich heute passend ein Herbstwetter orderte, nun eine Einbrenne bekommen soll oder nicht, lese ich mich durch das Kochutensilangebot im Web und stelle mit Entsetzen fest, dass Le Creuset offensichtlich die Farbe türkis karbikblau auslaufen lassen will, denn überall ist gerade diese Farbe herabgesetzt, dabei habe ich mich noch gar nicht eingedecken können, sind das doch schließlich Investitionen für's Leben. Und das nachdem ich mich endlich entschieden habe, türkis karbikblau doch viel schöner zu finden als das Rot, Kirschrot, Schwarz oder Kobaltblau … natürlich kann ich auch darauf warten, dass sie die Dinger endlich in Schotten-Karo-Design anbieten.

Dann lese ich mich stur weiter durch die Kochblogs – Einbrenne oder nicht Einbrenne? – und muss mal wieder bei NutriCulinary laut lachen: „ … und stellt sich (Tim Mälzer) die Frage, warum Johann Lafers 280 Millionen Jahre altes Kalahari Salz, nach der Abfüllung durch Johann Lafer nur noch drei Monate haltbar ist.“ Ich kann den ja gut leiden, wenn er so schreibt, den Paulsen, und sein Buch, Monsieur P., der Hummer und ich, habe ich verflixt noch mal auch noch nicht, geschweige denn gelesen.

Einbrenne.

Wisst Ihr …

was passiert, wenn eine Französin in Amerika lebt und Urlaub in der Heimat macht, dabei auch noch perfekt kocht und Lebensmittel und das Leben liebt?

Ein liebenswerter Blogeintrag mit einer Menge großartiger Fotos, ich bewundere Béa für ihr Talent – zu kochen und mit Fotos zu zeichnen.

Frage …

zur Hausratversicherung. Eine Hausratversicherung wird doch üblicherweise nach dem Wert der zu versichernden Wohnung taxiert, oder? Also ich sage, der Krempel bei mir hat ca. 60.000 Euro Wert oder auch nur 20.000 Euro, weil mir materieller Besitz nicht wichtig ist und mehr nicht in eine Wohnung mit einem Zimmer passt, Versicherung sagt daraufhin, dann zahle Du so und soviel. Deal.

Bei der Sparkasse wird die Hausratversicherung zusätzlich vom Alter diktiert. Was ich persönlich als ein Argument gegen diesen Anbieter sehe.

Als nächstes werden dann wieder Frauen überversichert, weil sie mehr Kram in der Küche horten.

2009-09-12

Rollator-Klau

als ich diesen Artikel in der taz heute gelesen habe, zum Thema organisierter Rollator und andere medizinische Hilfsgeräteklau, habe ich zuerst gedacht, das ist ein Aprilscherz.

Ist es nicht.

Da ich noch aus der Erfahrung von meiner Mum weiß, was es für Leute, die auf solche Hilfsgeräte angewiesen sind, wenn der Rollator nur einmal defekt ist, möchte ich ein wenig diese Menschen, die kranken Leuten solches Leid und finanzielle Kosten zufügen, ein klein wenig hässlich verfluchen. Einfach mal Bein ab …

Mal wieder, weil immer dringender notwendig wird …

und weil es die letzte Großdemonstration vor den Wahlen sein dürfte:



Beginn heute, 12.09.2009 15:00 Uhr vor dem Potsdamer Platz.

2009-09-11

Die guten Dinge im Leben …

Kreuzberger Balkone. Wenn sie geschmückt sind …

Der Ollerum …

bloggt und twittert.

2009-09-10

Film-Food

60 entbeinte Hühnchen für eine Szene in Julie & Julia: Times-Artikel zu Food-Fotografie in Hollywood-Produktionen.

Stimmt.

„Die wirklich starken Menschen sind freundlich. Grausam sind nur die Schwachen.“

Sebastian Horsley

2009-09-09

Es gab mal eine Rechtschreibreform,

dann gab es eine Rechtschreibreform dieser Rechtschreibreform. Hier nun die Rechtschreibreform der Rechtschreibreform von der Rechtschreibreform vom … Media Markt:

2009-09-08

Am allermeisten ärgert mich …

an unseren Politikern, dass sie uns und dieses Land ständig daran hindern, fortschrittlich zu sein und innovativ zu handeln, modern zu leben und dass sie unsere hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteile wie ehemals führendes Land in Umwelttechnologien oder ein vormals großartiges Bildungswesen einfach so vor die Wand fahren. Selbst wenn alle anderen Länder vormachen, wie es besser geht: Deutschland blockt dumm und bräsig ab.

Dabei sind sich unsere Politiker nicht mehr zu schade, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Auf ziemlich breiter Linie.

Hähä …

das wird ein für den Verlag teures, erfahrungsreiches, Endeffekt vorhersehbares Experiment.

Das Geld können die eigentlich auch gleich an einen karikativen Zweck durchreichen. Da wäre das sinnvoll angebracht.

2009-09-07

Wozu Wildschweine sonst noch gut sind …

Frau Pepa, sehen Sie an diesem schönen südfranzösischen Bekleidungsaufhängeutensil:



Rustikal, in der Tat. Aber so … praktisch!

Oh je, …

und kommt mir bitte nicht auf die Idee, so sei nur der österreichische Gesundheitsstandard, diese kleinen Erfahrungen von Kelef können auch sehr viele Deutsche schreiben hierzulande.

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2009-09-06

Mitbringel … oder wenn man eine an der Waffel hat!

Ein Grund, warum ich gar keinen Geschirrspüler haben möchte, ist meine sehr tiefe, fast leidenschaftlich zu nennende Zuneigung zu Geschirrspülmittel. Ich denke, mein besonderes Verhältnis zum schäumenden Chemiewerkzeug lässt sich logisch damit erklären, dass ich der Generation „Pril-Blume“ entsprungen bin. Ich habe mir damals nicht nur bei der Erstausstrahlung von Raumschiff Enterprise Sonntag nachmittags die Milchzähne gezogen (der Deal zwischen meiner Mum war immer, dass ich eine Mark bekomme, wenn ich dem ekelhaft wackelnden Zahn vor Ende von Enterprise den Garaus mache, weswegen ich wiederum einige Lücken in der Ausstrahlung hatte, was mir das immer wieder gucken dürfen der 100.345ensten Ausstrahlung erlaubt). Nein, ich habe auch Pril-Blumen auf unsere Küchenkacheln kleben dürfen: im Original, versteht sich! Die übrigens bis zum St. Nimmerleinstag dort klebten, denn sie waren erst durch Entfernung der Kacheln restlos abzubauen. Getreu dem Motto: Gut geklebt, für immer geprägt. Was ich also erklären wollte, mein Verhältnis zum Geschirrspülmittel entspringt einer sehr frühen kindlichen Prägung und deswegen prallen Sprüche wie „aber ein Geschirrspüler ist doch viel umweltschonender“ eiskalt an mir ab. Das Argument zählt sowieso nicht, ich spüle nämlich nicht unter dem laufenden Wasserhahn. Was die allermeisten Hausfrauen, die ich im Besitz des elektronischen Automatismus kenne, mit ihrem Geschirr nämlich doch immer noch tun, bevor sie es in den Spüler stellen! Ha, was haben da doch die Wasserwerke gelacht! Kurz und gut, ich habe einen Crush auf Geschirrspülmittel und das Angebot und dessen visionäre Entwicklung betreffend, sind die Franzosen einfach ungekrönte Meister. Es hat noch keinen Frankreichurlaub gegeben in dem ich mir nicht Geschirrspülmittel mitgebracht hätte. (Ich möchte mich an dieser Stelle für das Verständnis meiner Mitreisenden über die Jahrzehnte herzlich bedanken!) Das ist so … uncool, dass ich nie darüber schreiben würde, noch es zugeben würde. Aber ich tue es, ja, ich exportiere Geschirrspülmittel in kleinen Mengen! Mit Begeisterung! Und ich liebe die französischen Duftdesigner! Wusstet Ihr, dass bevor hierzulande Palmolive mit Limetten-Geruch auf den Markt kam, die Franzosen das schon zehn Jahre länger im Angebot hatten? Abwaschwasser mit Limetten-Geruch, das ist so bonfortinös! Habe ich mich gefreut und führe es fortan im Dauerbestand. Kommt es bei Geschirrspülmittel (bei Weichspüler bin ich wiederum grundsätzlich und absolut contra gegen alles, um es mal ausdrucksstark doppelzumoppeln) zu völlig sinnlosen Marketingofferten, bin ich völlig offen und generell hirnlos in der Akzeptanz. Ich meine, Lavendel-Duft? Fliederfarben? Das ist so bescheuert … aber ich will nun mal partout keine Mottenlöcher im Geschirr! Die einzige Ausnahme: Apfelgeruch. Eine ebenfalls frühkindliche Shampoo-Prägung, das finde ich ultraeklig. Da hilft es nun auch nicht weiter, dass man im Marketing vom „Granny Smith“ weg wieder hin zu den altgedienten Apfelsorten wie „Roter Boskop“ oder „Ananas Renette“ für die Flasche textet – stinkt alles unerträglich nach künstlichem Apfel. Und bei Apfel bin ich nicht zu belügen. Der verehrte Leser möge beachten, dass ich passend zum Thema die Fotos ohne technische Notwendigkeit in 1600-ISO anfertigte, es wirkt so schön nostalgisch, das Korn. Die Tradition will es also, dass ich in Frankreich lande, mich mein Weg zum nächsten Supermarkt und dort nach Besuch der Kühl- und Käsetheke direkt weiter zu den Reinigungsmitteln führt: das neue Geschirrspülmittelangebot bestaunen und beschnuppern, dann einkaufen. Mein Pflichtprogramm, denn der nächste Abwasch kommt bestimmt. Abwaschen per Hand mit einem neuen Geschirrspülmittel … das ist so eine spirituelle Erfahrung (hust, jetzt übertreibt ‘se aber)! In diesem Jahr konnte ich einen neuen Trend in Frankreich ausmachen: zurück zum Purismus als auch zur futuristischen Moderne. Der Trend geht visuell wieder zum Schmierseifenlook getarnt als Olivenpflege der südfranzösischen 70iger Jahre oder zur Klarheit der spanischen Molekularküche: unschuldige Mandeln (allergiefrei, hihi, erzähle das mal einem Nuss-Allergiker) ganz transparent, das David Hamilton-Spülmittel unter den Spülmitteln, weil so weich gezeichnet im Geruch. Irgendwie freue ich mich schon auf die neue Edition der kommenden Saison, dann wird wohl endlich mit der klaren Frische der Buttersäure geworben. Hach und dann die giftgrünen oder perversblauen Spülmittel der neuen Generation: mit eingeschlossenen total gut sichtbaren Sauerstoff-Aktivperlen! Da habe ich mich aber nicht mehr getraut zuzuschlagen, denn meine mitreisende Begleitung dieses Jahr hielt mich eh schon für völlig durchgeknallt. Aber falls demnächst jemand in Frankreich weilen sollte, das futuristische Geschirrspülmittel der Moderne fehlt mir ja jetzt doch in meiner Sammlung. So tolle Blasen … machen das Geschirr bestimmt total aktiv und beschleunigen den Spülprozess bestimmt um 0.02 Millisekunden!

kuh-content

hier

2009-09-04

People of Wal-Mart

Don Dahlmann twitterte gerade diesen wundervollen Link der schönen Fotos rund um Wal-Mart-Kunden.

Falls Getränk während des Anguckens verfügbar, bitte Screen und Tastatur vor Feuchtigkeit schützen.

Gestern …

habe ich tolle Dinge gesehen: zum Beispiel das Autoauspuffrohr in unserem Hausmüll abgegeben. Schön säuberlich in die gelbe Tonne sortiert. Na gut, die Altpapiertonnen waren auch gerade nicht am Platz.

Bei Aldi gab es dann endlich wieder Glühwein satt. Wir schreiben den 4. September 2009 und ich muss erschreckt ins Logfile schreiben, dass mir bis heute noch keine Lebkuchenherzen feil geboten wurden.

Aber dieses Jahr habe ich auch vorgesorgt, ich horte noch zwei Packungen Dominosteine vom letzten Jahr!

2009-09-03

Mehr Biss

Es gibt Krankheiten und gar nicht so wenige, in deren Folge oder als Nebenwirkung der Medikamentation der Patient mit dem Verlust seines Zahnapparates rechnen muss. Das ist zum Beispiel bei Diabetes Mellitus der Fall. Parodontitis ist ein Symptom dieser Erkrankung und ein schlecht eingestellter Diabetes kann zu Knochenschwund führen, davon ist auch der Kiefer irgendwann betroffen. Bei den HNO-Carzinomen, Krebserkankungen im Hals-, Mund- und Nasenbereich, kommt es aufgrund der Bestrahlungstherapien bei Patienten häufig zur Notwendigkeit sich alsbald mit den „Dritten“ auseinanderzusetzen. So werden zum Beispiel Kehlkopfkrebs (Larynxcarzinom) oft „prophylaktisch“ die Zähne vor der Bestrahlung gezogen. Ein Grund dafür ist, wenn es nach der Bestrahlung zur Notwendigkeit kommt einen oder mehrere Zähne zu extrahieren, eine Wundheilung in diesem Bereich für einen langen Zeitraum nur sehr langsam oder gar nicht stattfindet. Übrigens kann plötzlicher Zahnverlust im Alter infolge von Paradontose auch ein Indikator für eine bevorstehende kardiovaskuläre Erkrankung (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) sein. Das Zwischenspiel Zahn zum Rest des Körpers eines Menschen, ist ein intensives.

Nun mag man glauben, dass Patienten, wenn sie mit einer solchen Krankheit, ihrer nicht angenehmen Behandlung, ihren Nebenwirkungen leben müssen, kommt es in deren Folge zum Zahnverlust und der Notwendigkeit eines Ersatzgebisses, sie hier von ihren Krankenkassen 100%ig unterstützt werden und nicht die üblichen Zuzahlungen verlangt werden. Denn die Behandlung hat ihren Ursprung nicht darin, dass sie ihre Zähne nicht gut gepflegt hätten – sie können nichts für die Notwendigkeit dieser Therapie. Unter anderen Umständen hätten sie ohne die Therapie ihre Zähne ein Leben lang behalten.

Schön naiv geglaubt! Habe ich übrigens bis Anfang dieser Woche auch getan. Dann habe ich Menschen getroffen, die nach ihrer Kehlkopferkrankung, die Übernahme der Kosten für den Zahnersatz erst langwierig und schwierig einklagen mussten. Meist bekommen sie (noch) übrigens Recht – vorausgesetzt, sie haben das Glück das Urteil noch zu erleben. Für selbstverständlich jedoch halten viele Krankenkassen in Deutschland die Übernahme dieser Kosten nicht! Sie müssen das tun, nur ist für den Patienten der Umstand oft schwer beweisbar (falls er von solchen gesetzlichen Regelungen überhaupt Ahnung ha).

Und noch ein kleiner Insider aus der wundervollen Welt unserer zahnärztlichen Krankenversorgung: Patienten, deren Erkrankung oder die Behandlung dieser Erkrankung mit einem zusätzlichen Symptom namens Parodontitis oder einer Parodontose daher kommt, erhalten üblicherweise eine Parodontosebehandlung. Auch hier möchten sich die Krankenkassen gerne der Kostenübernahme verweigern, weil die Diagnosen ihrer Meinung nach nur bei ungenügender Pflege der Zähne gestellt würden. Das stimmt nicht, es gibt sehr viele Gründe für eine Parodontitis, für die ein Patient überhaupt nicht verantwortlich ist. (Wünscht er allerdings den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, wird ihn die Kasse dabei nicht unterstützen.) Die Kasse übernimmt die Kosten für die Behandlung nur bei einer bestimmten Taschentiefe ab, so ab 3,5 mm hält sie es für nötig dem Patienten finanziell unter die Arme zu greifen, denn dann geht es dringend um den Zahnerhalt. Das wiederum heißt, dass Patienten, die aus den offensichtlichen Gründen sich mit diesen Erkrankungen chronisch auseinandersetzen müssen und regelmäßig zur Zahnreinigung als auch Parodontitisbehandlung gehen, müssen sobald diese Behandlungen Wirkung zeigen und sich die Zahntaschentiefe als positives Ergebnis wieder verringert, für die Behandlung selber gerade stehen.

So oder so steht vor einer Parodontisbehandlung immer die sogenannte professionelle Zahnreinigung (PZR). Diese ist eine IGeL-Leistung, eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse übernommen. Tricky: empfohlen wird die PZR zwei Mal im Jahr, will man die Kosten für die Parodontitisbehandlung übernommen bekommen, muss man sie mindestens drei Mal vornehmen lassen. Schließt sich der Kreis bei den schwerkranken Krebspatienten, die sich einerseits mit ihrer Kasse um den Zahnersatz streiten müssen, andererseits, wollen sie ihre Zähne erhalten, drei IGeL-Leistungen im Jahr in Anspruch nehmen müssen. Für die sie selbst zu zahlen haben, damit sie an einer weiteren Zahnbehandlung teilnehmen können – für die ihre Haupterkrankung die eigentliche Ursache ist! Thrombosen, Blutgerinsel, gehen oft mit einer Krebserkrankung einher. Patienten erhalten daher in der Therapie Blutgerinnungsmittel. Onkologen und Kardiologen werden somit von einer Behandlung, die nicht zwingend lebenserhaltend notwendig ist aber möglicherweise mit Blutungen einhergeht (das tut die PZR im Allgemeinen) abraten müssen. Keine PZR, keine Parodontosebehandlung auf Kosten der Krankenkasse. Das nennt man von hinten dem Patienten ins Portemonnaie geschossen.

Kann sich jeder Patient die in Folge seiner Krankheit entstehenden zusätzlichen Kosten leisten? Üblicherweise muss er eingeschränkt von Krankengeld oder Rente leben und schon die primäre Erkrankung bringt ein gesundes Maß an Nebenkosten mit sich für manche Behandlung, an der man sich wenigstens teilweise zu beteiligen hat.

Was bleibt als Rat für den Patienten: zunächst einmal sollte er sich im Vorfeld informieren, wenn der Arzt eine Diagnose erhält, mit welchen Nebenwirkungen man ggf. bei dieser Krankheit aber eben auch unter ihrer Behandlung rechnen muss. Im Anschluss sollte direkt zum Zahnarzt gehen und sich seinen Zahnstatus auf den Tag festlegen lassen. Nötigenfalls mit einer Röntgenaufnahme. Sich den Befund schriftlich geben lassen, damit im schlimmsten Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung problemlos dargelegt werden kann, was an Verschlechterung nach Erkenntnis der Diagnose eingetroffen ist und somit auf im Streitfall diese sehr wahrscheinlich zurückgeführt werden kann. Selbsthilfeverbände können sehr gut beraten!

Und am Allerbesten: gesund bleiben!

Ich schätze mal …

so knappe sechs Monate noch, dann werden die ersten Meldungen von Angestellten in die Öffentlichkeit getragen werden, die seit Monaten finanziert Kurzarbeit machen und trotzdem längst wieder 40 Stunden arbeiten, weil dennoch Kündigungen ausgesprochen wurden und die, die übrig bleiben vor Angst, dass es sie selbst trifft, deren Arbeit übernehmen ohne zu murren.

Der Unternehmer indes haut sich ins Fäustchen, weil's bei ihm womöglich schon wieder rund läuft und die Bilanz 2010 die Bilanz seines Unternehmens werden dürfte.

2009-09-02

Four Solaire

An einem schönen Tag im Urlaub haben wir uns aufgemacht in die Cerdagne, in ein Gebiet der Ostpyrenäen, zu reisen. Eigentlich Skigebiet, im Sommer natürlich sehr grün angelegt und eine Region Frankreichs, wo die von mir sehr geschätzten typischen Steinhäuser Südfrankreichs verschwinden und zu alpinen Skihütten mutieren. Auch wenn die Anfahrt wirklich wunderschön war, uns durch sehr hübsche Ort, auch interessante verlassene Orte führte, gefiel es mir dort eher nicht. Das ist nichts gegen die Landschaft, ein rein persönliches Empfinden – ich bin nicht so sehr die Skimaus und das drumherum war mir … nicht mehr südfranzösisch genug. Also so, wie ich das mag.



Aber in einem Ort, in Odeillo, steht ein Solarkraftwerk, das Größte seiner Art in Europa. Das Four solaire. Die 1969 (!) in Betrieb genommene Anlage dient primär Forschungszwecken auf dem Gebiet der Solarenergiegewinnung. Eine imposante Installation! Da steht ein riesiger Hohlspiegel in der Landschaft in dem sich das gegenüber liegende Felsmassiv, die Sodane spiegelt.



Und vor ihm sind 63 bewegliche Planspiegel (Heliostaten) installiert, die die Sonnenstrahlen auf den 2000 qm großen Hohlspiegel werfen, dessen Spiegelfläche aus 9130 kleineren konkaven Spiegelelementen besteht.



Die so gebündelte Sonnenenergie befeuert einen in dem Temperaturen von mehr 3200 Grad Celsius erreicht werden können. In Four solaire werden feuerfeste Stoffe untersucht, die starken Temperaturschwankungen, wie z. B. in der Raumfahrt oder im Einsatz von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, eingesetzt werden. Drum herum auf dem Gelände stehen natürlich nette, sich nicht mehr im Betrieb befindliche Gerätschaften aus dem Forschungsbetrie.



Und im Forschungszentrum selbst informiert eine kleine Ausstellung über die Forschungsarbeiten, die unterschiedlichen Energien – übrigens mit Informationsfilm, der in mehreren Sprachen gezeigt wird, auch in deutsch. Die Ausstellung fand ich lustig. Sie dürfte mit eine der ersten Ausstellungen gewesen sein, in denen die Franzosen (die darin Vorreiter waren) auf multimediale Weise informiert haben. In einem Bereich der Ausstellung haben sie Fotos aus dem Weltraum von dem Hubble-Teleskop angefertigt in groß aufgezogen: die Galaxie wundervoll visualisiert. Da ist mir einmal mehr klar geworden, dass wir nicht immer nur für's Web fotografieren sollten. Fotos gehören manchmal wirklich ausgedruckt: in groß!



Leider hatten wir an dem Tag kein so schönes Wetter vor Ort, auch mit Regen. Strahlend blauer Himmel in so einem Hohlspiegel macht sich auf Fotos natürlich deutlich besser …



An dem Tag trafen wir übrigens die toteste Forelle, seit es tote Forellen gibt. Aber von ihr erzähle ich ein anderes Mal …

2009-09-01

Fetzen

Heute früh, sehr früh, viel zu früh, unmenschlich früh einen Hummer gesehen. Er kämpfte sich so durch das Gelände, mehrachsig, schwer arbeitend, wahrscheinlich den Vierrad, Vielrad, Daniel Düsentrieb und was weiß ich was noch für Antriebe auf volle Schubkraft geschaltet, um dem komplett unwegsamen Gelände der Großstadt Herr werden zu können.

Auf der Stadtautobahn.
In Berlin.

Eben zum Flughafen nach Köln gefahren. Vorher etwas im Stau gestanden. Nichts Schlimmes: es regnet hier nur seit heute Nachmittag wie gewohnt. Herbstlaunen. Sitze nun im Kaffee und langweile mich ein wenig. Kommt eine aufgelöste Frau um die 50 an den Nachbartisch und begrüßt die ehemaligen Reisenden, die sie nicht pünktlich abholen konnte – wegen dem Stau. „Oh mein Gott, ich bin das gar nicht mehr gewöhnt, wir fahren doch sonst nur noch zum Golfclub.“

Heute hatte ich so einen Tag, an dem mir viel und über lange Zeit hart erkämpfte Arbeit von vielen sehr ambitionierten Menschen präsentiert wurde – als das Ergebnis ihrer Arbeit über viele Jahre, in denen sie gegen viel Widerstände entwickelt, gekämpft, durchgesetzt, notiert, analysiert, zurückgespielt, reagiert haben. Zu unserem Nutzen. Von uns allen. Auch von Euch. Euren Eltern. Menschen, die Ihr liebt. Heute hatte ich so einen Tag an dem ich mir angucken musste, wie diese hart erarbeiteten Ergebnisse mit einem Schulterzucken abgetan wurden. Von denen, die jetzt reagieren müssten. In den Arsch getreten haben die den Menschen, Arbeitsbienen, schon etwas früher.

Manchmal mag ich dieses Deutschland nicht.

Natürlich nur eine Phase an einem verregneten Dienstagabend in Köln. Nennen wir es den Köln-Blues. Und immer noch eine ganze Stunde bis zum Rückflug. Ich hätte jetzt gerne mit netten Menschen- und im Grunde auch liebenswerten Katzen-Kontakt. Und warm hätte ich es auch gerne. Am liebsten Decke über'n Kopf.