2012-12-11
2012-12-10
2012-12-08
2012-12-07
Was mich dieser Tage wirklich amüsiert …
dass sind die Leute im Web, die es völlig beschränkt finden, wie Gaga diese unsere Welt nun auf die Nachricht eines einzelnen britischen Babys reagiert, weil aus ihrer Sicht gänzlich unwichtig.
Aber mit dieser ihrer Meinung dann das Internet ausgiebig betexten. In aller relevanten Irrelevanz.
In irgendeinem Kommentar, auch irgendwo in diesem Internet, regt sich jemand auf, dass die faulen arbeitslosen Bastarde ja keine Sportprogramme bräuchten, würden sie ihren Arsch nur mal in Richtung Ehrenamt bewegen.
Richtig ist: ALG II-Bezugsempfänger dürfen maximal drei Wochen Ehrenamt im Jahr absolvieren, sonst müssen sie um ihre Leistung fürchten, denn sie gelten nicht mehr als vermittlungsfähig. (Amtsdenke: die gleichen Menschen, die sich noch neben einem Fulltimejob bewerben können, wenn sie eine neue Aufgabe suchen, können dies aus irgendwelchen Gründen plötzlich nicht mehr, sind sie erst einmal arbeitslos und würden sie dabei gleichzeitig ein Ehrenamt bekleiden.) Ehrenamtliche Organisationen können es sich aus ganz unterschiedlichen – jedoch immer sehr nachvollziehbaren – Gründen gar nicht leisten, alle drei Wochen neue Mitarbeiter einzuarbeiten und lehnen den willigen ALG II-Bezugsempfänger daher zwangsläufig ab.
Zunehmend bin ich für eine deutschlandweite Zwangsmaßnahme: Menschen, die zu ihrem Glück noch nicht im Bezug standen und einen Wissenstest zum Thema nicht bestehen, gehören die Inhalte der Sozialgesetzgebung in aller Realität in einer Zwangsschulung vermittelt. Pseudowissen zur 4. Stufe der Hartz-Konzeption nach acht Jahren ist nicht mehr akzeptabel. Ich meine, in Anbetracht der Tatsache, dass es jeden von uns treffen kann.
Bin heute geweckt worden durch sehr dringliches und sehr frühes Kindergeschrei. Was für hiesige Wohnverhältnisse eher unüblich ist. Naheliegend ist es eher, von der über mir wohnenden Nachbarin geweckt zu werden, die schon mal um 04.30 Uhr agil senil aus ihrem Bett flüchtet, um lautstark ihre Wohnung umzuräumen (jeden Morgen gefühlt auf ein Neues). Dieser Hausputz wird dann so gegen 05:30 Uhr, kurz nach meinem erneuten Einschlafen durch eine Niesarie (Hausstaub eben) abgeschlossen.
Ich war geneigt, das weinende Kind zu mir zum Spielen ins Bett zu holen. Da wir ja eh alle zur gleichen Zeit wach waren …
Überhaupt Schlaf. Schlaf ist auch so eine Sache.
Die Financial Times Deutschland zelebriert heute ihre letzte Ausgabe und die Geschäftleitung verabschiedet sich in einer Weise, die von einem Teil der Internetleser kritisch bewertet wird. Ich denke, wer glaubt in einer ähnlichen beruflichen und menschlichen Situation den absolut perfekten Abgang hinzubekommen, werfe bitte den ersten Wattebausch.
at 12:44 4 comments
Labels: dies und das
Kinderwünsche
Ein sehr schönes Projekt zu Weihnachten, bedürftigen Kinder kleine Wünsche erfüllen. Oder auch große. Es lohnt immer mal hineinzuschauen, rote Ampeln wachsen täglich nach!
Kinder-Armut
2012-12-06
Die Arbeitsagentur …
erweitert künftig ihr Dienstleistungsangebot und vermittelt Arbeitslose in Berlin in Sportprogramme.
Ich sage dazu nix. Und mache aus Gründen hier auch besser gleich die Kommentare zu. Wir wollen uns ja ob dieser heiteren Nachricht nicht ärgern müssen.
Schöner Schmuck

Es gibt einen Laden in Berlin, da könnte ich mich glatt dumm und dämlich kaufen: Morgenland in der Kreuzbergstraße. Die führen dort orientalische Möbel, Stoffe, Lampen und Accessoires, vor allem aber in Massen diese farbenprächtigen Kissen in allen Größen aus Samt oder wundervollem dicken Gobelin. Die Kissen kosten dort übrigens nur 50 % dessen, was ein paar Meter weiter in ähnlichen Läden in der Bergmannstraße oder auch in Charlottenburg, Kantstraße für sie verlangt wird. Das ist der eine Geheimtipp zu Morgenland. Im nächsten Leben würde ich wohl alle Hände vom schwedischen Albtraumkaufhaus lassen und mich nur dort einrichten wollen!

Der zweite Geheimtipp ist dieser Tage der Weihnachtsbaumschmuck, der dort angeboten wird. Ich habe nie schöneren Schmuck gesehen, wundervolle farbenprächtige Kugeln, Herzen und Tiere mit Ornamenten in den verschiedenen Farben. Selbstverständlich erwirbt man solchen Schmuck nicht zu Discountpreisen, aber man kauft dort nicht in rauhen Mengen und die einzelnen Stücke sind so wunderschön und wertig, sie werden vererbt werden!
Morgenland hat im Dezember 2012 übergangsweise eine zweite sehr große „Weihnachtsfiliale” im Schloss Steglitz im unteren Geschoss geöffnet.
at 10:41 3 comments
Labels: mein kiez
Kommunikationsgau
Die Mutter von Nele Taber ist dieser Tage ins Krankenhaus gekommen. Während die Ärzte den Ausführungen des natürlich älteren Ehemannes nicht Glauben schenken wollten, sind alle ersten Stunden vergangen, die so immens wichtig sind bei der Behandlung eines Schlaganfalles. Dumme Ignoranz der Ärzte sorgt hier dafür, dass diese Frau nicht im relevanten Zeitrahmen in der Diagnose angemessen versorgt worden ist.
Ich kann nur nahelegen, ihre beiden Blogposts zu lesen, um in einem ähnlichen Fall gewappnet zu sein und sich als Tochter/Sohn, Frau/Mann, Freundin/Freund nicht abspeisen zu lassen und massiven Widerstand einzulegen. Zeit ist bei einem Stroke das Letzte, was der Patient hat.
Schlaganfall?
Schlafanfall? Schlaganfall!
at 09:31 0 comments
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2012-12-05
Ein kleiner Hinweis …
… denkt daran, wenn ihr Menschen in Eurem sozialen Umfeld habt, die Leistungsbezieher des Sozialen Gesetzbuches sind, vor allem dann, wenn sie Kinder haben, diese können Weihnachten nur dann halbwegs angemessen zelebrieren, wenn sie im Prinzip Schulden machen. Es ist nun einmal so, mit Einführung von ALG II bzw. Erhöhung des damaligen Sozialsatzes ist damals die einmalige Leistung zu Weihnachten weggefallen.
Wer ALG II bezieht, wird sich eher nicht ein opulentes Mahl zum Beispiel mit einer Gans zu Weihnachten leisten können. Viele Bezugsempfänger wissen nicht einmal, wie sie selbst die sehr kleinen Weihnachtswünsche ihrer Kinder erfüllen sollen.
Ein Gutschein – selbst in geringer Höhe – vom benachbarten Supermarkt in den Briefkasten geworfen, kann hier unter Umständen die Sorgen deutlich schmälern und ihnen vor dem Fest überreicht, Hoffnung spenden und das Fest für sie zu einem schöneren Weihnachtsfest werden lassen, einfach weil ihnen eine von vielen Sorgen genommen wurde.
Es geht nicht darum, dass man Weihnachten nicht auch ohne Bratvogel sehr schön gestalten und erleben kann; es geht lediglich darum, diese Menschen nicht auszuschließen – sie einfach mitmachen zu lassen.
at 13:26 6 comments
Labels: arm dran
2012-12-04
MS
Der junge Mann kommt mir auf dem unbefestigten Weg neben dem Baugrundstück auf dem ich eben falsch unterwegs war, um zum Parkplatz des schrecklichen Discounter zu gelangen und von dort aus die Straße zu überqueren zur Dockingstation, entgegen. Er geht an einem Rollator und ich weiche ihm in Richtung Pfütze aus, damit er auf dem etwas festeren Grund weiterfahren kann. Er findet, ich halte, um mich mit ihm zu unterhalten und spricht mich an und erklärt mir, dass sei ihm auch passiert beim ersten Mal. Also den Bauzaun auf der falschen Seite entlang laufen.
Man würde aber irgendwann einen Übergang machen, das habe ihm die Architektin erzählt. Von seiner Behinderung beim Gehen abgesehen, sind leichte Anzeichen einer zerebralen Behinderung zu bemerken. Er spricht schnell, stellt Fragen, redet schon wieder bevor man antworten kann, antwortet man, passiert es, dass er die gleiche Frage wenig später noch einmal stellt.
Die Architektin sei jung. Sagt er. Aber sie hätte ihre Arbeit gelernt. Was ich gelernt hätte? Für wie alt ich ihn halten würde? Und reißt sich die Mütze vom Kopf. Ich schätze ihn auf Mitte, Ende 30. „45”, freut er sich, fragt im gleichen Atemzug in dem mir erzählt wird, dass noch zwei Häuser dort hin gestellt werden sollen, das hätte die junge Architektin ihm erzählt, wie alt ich denn sei und noch einmal was ich gelernt habe. Zwischendurch entschuldigt er sich oder sagt „macht ja nichts.”
Ich bin 47 und er findet doof, dass ich älter bin, denn das wollte er doch sein. Er hat Freude an seinem jugendlichen Aussehen. Aber das würde auch nichts machen, also dass ich älter sei, sei nicht so schlimm. Er lacht vergnügt. Er habe MS. Multiple Sklerose spricht er die Krankheit später doch noch ganz aus, fragend, ob ich weiß, was das ist. Weiß ich. Als 16-jähriger habe er sich einmal das Leben nehmen wollen, weil er damals so traurig war. Eine Packung Schlaftabletten habe er geschluckt. Kunstschmied habe er gelernt. Und jetzt hat er MS. Und das Leben ist doch ganz schön. Er müsse bis an sein Lebensende alle drei Monate zur Charité, weil er in einer Studie ist. Und fragt mich, ob ich glaube, ob es wohl noch Schnee gibt. Ich sage, es hätte doch schon geschneit. Aber diese lächerliche Menge von Schnee lehnt er ab. „Das war noch nix”, sagt er.
„Tschüss!”, sagen wir.
Ich mochte den.
Edit: mir hat eine Leserin geschrieben, die darauf hinweist, dass es in Folge einer Multiplen Sklerose-Erkrankung nicht zu geistigen Behinderungen kommt. So wollte ich bitte meine Beschreibung hinsichtlich der Erscheinung des Mannes nicht verstanden haben! Was mir bei meinem Gesprächspartner aufgefallen ist, ist ganz sicher in zwei unterschiedlichen Erkrankungen bzw. Diagnosen zu sehen. Über die eine hat er zu mir offen gesprochen. Die andere wurde zwischen uns nicht thematisiert.
at 10:06 4 comments
Labels: mein kiez
2012-12-03
Der Irrsinn geht weiter …
„Sie müssen mindestens vier Bewerbungen/pro Monat dokumentieren.”
„Vier? Äh – ist das nicht ein bisschen … wenig?”
„Na, Sie dürfen natürlich auch mehr, das steht Ihnen frei. Aber da Sie von uns maximal 250,– Euro Bewerbungskosten erstattet bekommen, sind das im Schnitt vier Bewerbungen á 5,– Euro pro Monat und wir dürfen aus rechtlichen Gründen Ihnen daher nicht mehr abverlangen.”
Sie hat den laufenden ALG I-Bewilligungsbescheid vor sich liegen, sieht, dass dieser läuft. Nach einem Jahr Arbeit (42,5 Stunden-Woche) liegt die Summe unter dem Mindestsatz, Bezuschussungsanfrage beim Amt für Bittsteller.
„Möchten Sie den Antrag zum 1.12.2012 oder erst zum 1.01.2013 stellen?” [sic!] Ich meine: [SIC!]
Eingliederungsvereinbarung: Auch die Verpflichtung […] auf Aufforderung zu einer ärztlichen oder psychologischen Untersuchung zu erscheinen, bleibt während des Sanktionszeitraumes bestehen.
Das „psychologisch” gestrichen. Sie guckt. „Bevor Sie befinden mich eventuell psychologisch zu begutachten, stellen Sie bitte erst einen sachlich fundierten Antrag.” Sie zuckt die Schultern.
Ja, ich suche Arbeit. Das da macht nur krank. Und irre. Ich habe da Angst vor. Bitte alles anbieten.
at 13:06 9 comments
Labels: dies und das
Pläne
Noch bevor Frau Lotte Lottar und ich Samstag das erste Glas Glühwein überhaupt ausgetrunken hatten, haben wir bereits beschlossen in sehr naher Zukunft Disco-Täschchen aus Lederol für unsere Brüder und Schwestern in der Sowjetunion zu nähen.
In Igelit und Lederol da fühlt sich jeder Zoni wohl.
Jeder Westler Dich beneidet, bist Du in Lederol gekleidet.
Hast du Lederol im Haus, kannst du auch bei Regen raus.
source: Wikipedia
at 06:41 0 comments
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2012-12-02
Dadaistische Katze mit Fisch

Selten passiert es heutzutage, dass ich auf Weihnachtsmärkten noch von der Kunst auf Ständen überrascht werde. Afrikanische Holzkunst zum Beispiel oder indianische Traumdeuter-Stände, sind mittlerweile prima ins geographische Erscheinungsbild eingenordet.
Gestern auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt ist mir diese dadaistische Katze zugelaufen und durfte prompt bei uns einziehen. Gefunden an einem kleinen Stand, der lauter solche wunderschönen Bildnisse in unterschiedlichen Größen feil bietet. In der kleinen Serie, aus der meine Katze stammt, kostet ein Bild 15,– Euro, es gibt aber auch wundervolle farbenfrohe große Exponate im dreistelligen Bereich. Und ja, es gibt sehr viele Katzenmotive – aber nicht nur.
Die Bilder sind gemalt von dem Künstlerduo* Lena Paschkov und Ivan Glock, kurz WanLen, beide in Berlin ansässig. Besucht ihre Seite, die Bilder angucken, das ist eine Freude. Ich möchte sie eigentlich alle haben …
*Auch wenn sie keinen Online-Shop haben – sie schicken die Bilder auch, hat mir heute Ivan auf dem Markt erzählt.
at 11:06 8 comments
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2012-11-30
Neulich …
… als ich das letzte Mal draußen saß bei einem Glas Wein in Kreuzberg fuhr ein junger Mann mit seinem Skateboard an der nebenan liegenden Kohlenhandlung vor. Er kam dann mit zwei Packungen Briketts wieder raus, stieg auf das Skateboard rechts und links mit einer Packung in der Hand und fuhr davon. Ich fand das unglaublich cool.
Kohle kaufen auf einem Skateboard.
at 06:11 5 comments
Labels: mein kiez
2012-11-29
Unterm Strich …
In der Sendung 37 Grad am 27. November 2012 werden zwei Töchter mit ihren Müttern vorgestellt. Beide Töchter arbeiten bzw. arbeiteten als Sexarbeiterinnen, die Sendung setzt sich insbesondere mit den Gefühlen der Mütter zu den Jobs ihrer Töchter auseinander. Eine der Frauen arbeitet in der Herbertstraße. Sie wirkt visuell relativ verunstaltet nach mehrfachen Brust-OPs und aufgespritzten Lippen und bedient dabei so typische Klischee einer Sexarbeiterin im Millieu mit großer Hingabe. Die andere, ehemals als Escort-Girl oder -Lady arbeitend, wirkt dagegen ganz natürlich, fast bieder bis langweilig. In letzterem Fall kommt es zu einem Wiedersehen mit der Mutter nach über zehn Jahren und nachdem die Tochter aus diesem Beruf ausgestiegen ist. Gerade diese Frau geht sehr offensiv mit ihrem Beruf um und begreift ihr „Outing” als guten Schritt hinsichtlich ihrer persönlichen Entwicklung, weil sie Heimlichkeit und gesellschaftliche Ablehnung gegenüber den Frauen, die diesen Beruf ausüben, als den eigentlichen Makel aus dieser ihrer persönlichen beruflichen Zeit versteht.
Es gab schon bessere Sendungen aus diesem Format. Unterm Strich aber begegnet man zwei Frauen, die ihren Beruf mit einer selbstbestimmten Selbstverständlichkeit ausüben.
Eine der Frauen, unter dem Pseudonym Vanessa Eden arbeitend, hat mittlerweile ihr Abitur nachgeholt und studiert Psychologie. Sie arbeitet selbst nicht mehr als Escort-Lady und erscheint in dem Format offen und souverän, ein wenig zu abgeklärt, als sie auf ihre Mutter nach der langen Zeit trifft. Sie coacht heute Frauen, die den Beruf im Escortbusiness ergreifen wollen und wird im Februar kommenden Jahres hierzu einen Ratgeber veröffentlichen. Markus Lanz bietet ihr in seiner dem Format folgenden Sendung an, in der sie teilnimmt, dann wieder mit ihr sprechen zu wollen – man kann ihr nur herzlich wünschen, dass dies nicht geschieht.
In dem Gespräch, dass sie mit Markus Lanz führt, beantwortet sie offen und positiv alle Fragen und verweigert sich direkt den Versuchen des Moderators, sich auf die Stufe seiner biederen Ansicht zu diesem Beruf ziehen zu lassen. Wurde jemals Markus Lanz in all seiner Inkompetenz und Pseudoneutralität gnadenlos vorgeführt und das mit erstaunlicher Frische, gelassener Souveränität und Liebenswürdigkeit, dann von dieser junge Frau, die in dem Gespräch ständig intellektuell unterfordert wirkt.
Man sollte ihr einen Moderatorinnenjob anbieten. In einer Talkshow. Einer mit Tiefgang.
at 11:23 3 comments
Labels: dies und das
2012-11-28
Justiz-Skandale
Liest man dieser Tage von dem Fall Gustl Mollath, dem Mann, der gegen seinen Willen mit Unterbrechungen seit 2004 zwangsweise in der Psychiatrie untergebracht wurde, beschleicht einen wirklich Angst. Mollath wurde, weil er Aussagen über die Schwarzgeldgeschäfte seiner mittlerweile von ihm geschiedenen Ehefrau („den mache ich fertig”) tätigte, als gefährlich begutachtet und eingewiesen. Die Schwarzgeldgeschäfte sind mittlerweile alle von der HypoVereinsbank in Gutachten als real existent begutachtet worden. Sie gelten mittlerweile als verjährt.
Diese Zwangsunterbringung Mollaths, der seit Jahren erfolglos für seine Freilassung kämpft, wird derzeit von der Staatsanwaltschaft geprüft. Dabei hat die bayerische Justizministerin, Beate Merk, alle Hände voll zu tun, um zu erklären, sie hätte mit dem Fall nichts zu tun, der Mann sei kein Justizopfer. Und sie befindet vor allem, der Mann sei psychisch krank. Ich halte solche Argumentationen persönlich für eine schwierige Aussage, insbesondere von einer Jusitzuministerin ohne ärztliche Ausbildung in einem solchen Prüfungsverfahren, das noch längst nicht als abgeschlossen gilt, da es noch nicht tatsächlich eröffnet ist.
Nein, falsch! Ich halte das für menschlich hochgradig verwerflich!
Wer nun glaubt, dies sei ein seltener Fall womöglich justiziabler deutscher Fehlleistung, den bitte ich sich einen Kaffee oder Tee zu holen und den nachfolgend verlinkten sehr langen, offensichtlich ausgiebig recherchierten Artikel zu lesen, der beschreibt, wie eine Mutter von dem Vater ihres Sohnes wegen Kindesmissbrauch angezeigt wird. Und trotz aller für ihre Unschuld sprechenden Indizien und Zeugenaussagen, sowie der Falschaussagen zugunsten des Ex-Ehemannes längst überführten Zeugen, keinen Freispruch erhält und ihr der Sohn vorenthalten wird.
Und offensichtlich spielen viele Egos in der Justiz und bei den verantwortlichen Jugendamt hierbei eine Rolle, dass die Frau […] hochintelligent, aber nicht unbedingt mit diplomatischen Geschick gesegnet. […] nicht final frei gesprochen wird. Sie »hat das Gericht klar spüren lassen, was sie von dem ganzen Verfahren hält«, erinnert sich ihr Verteidiger. Eine langjährige Freundin, die dem zehntägigen Prozess beiwohnte, sagt heute: »Es wäre sicher hilfreich gewesen, wenn sie etwas devoter (vor Gericht) aufgetreten wäre.«”
Die Geschichte eines Skandals – Sein Wille geschehe.
Selbstverständlich ist es unentschuldbar, wenn sich in der Münchner Justiz eine Frau nicht ausreichend devot gibt. Klar.
Wenigstens Gustl Mollath können wir finanziell in seinem Kampf unterstützen – mit Zeichnung einer Petition und/oder mit einer Spende.
at 12:49 1 comments
Labels: große weite welt
2012-11-27
Von Stürzen und Lieben …
Während sich gestern die Weingläser mit allerbester Mousse au chocolat, reichhaltig und satt mit Karamel kurz vorher zubereitet, reihenweise aus dem Ikea-Kühlschrank (sic!) stürzten, bereitete ich gestern meine allerersten Böhmischen Knödel. Das Kochbuch sprach, „nehmen Sie ja bloß einen großen Topf, die Knödel werden sehr groß!” Das Kochbuch hatte Recht. Und ich finde es unglaublich sexy, wie diese Knödel im Kochtopf „wupp” machen. Und später zart nach Hefe duften und schmecken.
Und ich möchte an dieser Stelle meine tiefe große Liebe zu meiner Flotten Lotte verkünden. Die ich vor zwei Jahren über eBay-Kleinanzeigen einer Frau abkaufte, deren Oma die „für gut” im Schrank aufbewahrte. Und die mir einen Zettel beilegte, der wünschte „Viel Spaß beim Kochen!” So bekam ich eine völlig neue Lotte in einem alten Originalkarton – aber es ist eben noch gute alte Qualität, so wie sie sich heute nicht mehr anfühlen. Gestern habe ich mit ihr meine erste Erbsensuppe mit Minze püriert. Es macht einfach glücklich …
at 09:57 0 comments
Labels: ran an den herd
2012-11-26
Auf weiter Flur …
Freundin gestern gezeigt, wo ich aufgewachsen bin. Den Bendlerblog. Danach im Wald gewesen. Habe ich mir gewünscht. Frau Lotta Lotter die Badestätte meiner Kindheit gezeigt, den Teufelsee. Der mir heute größer vorkommt als er es früher war.
Wege gelaufen, hoch und runter. Wege nach dem Gehen zurück betrachtet, sehen immer anders aus als im vorwärts Beschreiten.
Pferde getroffen mit sehr merkwürdiger Rasur. Ist das jetzt Mode? Pferdefellstyling
Familien getroffen beim sonntäglichen Spaziergang. Die Bände, die viele Gesichter sprechen, möchte man lieber nicht lesen.
Voller Professionalität und Stolz wieder einmal bewiesen, dass man sich auf meinen Orientierungssinn nie verlassen sollte.
Festgestellt (beide) dass für uns noch nie ein Mann ein Herz in einen Baum geritzt hat. Gibt Freundin im Wald an Freund sofort in Auftrag (telefonieren im Wald ja noch nicht verboten). Servicemann mit Weitblick, fragt ob er ihr auch ein Herz in den Schnee pinkeln soll?
Den Waldgang überlebt. Obwohl Hinweisschilder auf Jagdbetrieb immer erst nach dem Verlassen gelesen.
Volvo gefahren. Mich an der Freude gefreut, wie sich die Freundin immer freut, wenn ich das Auto parke.
at 10:11 3 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2012-11-16
Warm
Bei der Wohnungsübergabe las der Vermieter den Heizungsverbrauch vom Vormieter ab und schimpfte, weil dieser weder Bad noch Küche beheizt hatte. Ich verstehe ihn mittlerweile, denn unter dem Flurboden verlaufen die Heizungsrohre – ich habe dort quasi eine Fußbodenheizung. So strahlt ausreichend Wärme in die kleineren Räume. Mehr braucht es hier offensichtlich nicht.
Die Wärme strahlt also bis ins Bad – bis jetzt habe ich nicht einmal das Bedürfnis gehabt, dort heizen zu müssen. Das ist einerseits toll, weil die Katzen es lieben im Flur auf dem warmen Boden zu liegen. Andererseits untoll, weil ich besser dort also kein Laminat verlege (den Boden aber potthässlich finde.)
Die Küche war auch noch nie kalt. Gut, in der habe ich auch in der alten Wohnung nie geheizt. Das tat dort der Gasherd. Hier tut es die Waschmaschine. Läuft diese auf Kochwäsche, hat man das Gefühl die Wärme wandert bis in das auf der anderen Seite liegende Wohnzimmer.
Komme ich abends ins Schlafzimmer, finde ich das immer schrecklich kalt. Dann wird eine halbe Stunde geheizt und ich stelle zum Schlafen die Heizung aus. Ganz aus. Das ist mir in meiner früheren Wohnung nie passiert, da habe ich mit aufgedrehter Heizung noch gefroren ohne Ende. Und dennoch wache ich nachts gelegentlich auf, weil mir einfach heiß ist. Nein, ich tippe dabei noch längst nicht auf biologisch mögliche Hitzewallungen.
Diese Wohnung ist lediglich ein energetisches Wunder. Ich denke, ich werde den dichten Fenstern einen Altar errichten.
at 10:18 5 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2012-11-12
Pausenzeichen
Hier ist es zugegebenermaßen gerade etwas ruhig, wofür ich mich entschuldigen möchte. Aber ich habe derzeit etwas viel mit mir selbst zu tun. Gewisse Erlebnisse jähren sich dieser Tage zum allerersten Mal und da müssen Wunden gepflegt werden und die immer noch vorhandene Fassungslosigkeit in Grenzen verwiesen, Bilanzen geschrieben werden, riesengroß gefühlte Sorgen klein gedacht werden – was mich gerade doch auch etwas anstrengt.
Jobs suchen ist anstrengend. Macht die Zukunftsaussicht gerade auch nicht brillianter. Ich habe viel zu lange keinen Urlaub gemacht, den ich ganz dringend bräuchte. Die sehr schönen ins Leben geholten kleinen Aufgaben, laufen auch nicht so richtig glatt und schaffen mehr Aufgabe als Entspannung. Aber die sind wenigstens meine eigene Entscheidung, als gut lebbar. Dennoch wäre ich dankbar, könnten Dinge einfach mal aus dem Stand direkt funktionieren; wäre nicht alles mit Kampf verbunden.
Das ist letztendlich natürlich nur das Leben, wie wir es kennen.
Etwas Geduld mit uns, mir und dem Blog, hier bitte. Und passt solange auf Euch auf!
at 12:15 8 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah


