2011-03-13

Reden wir doch mal …

über Atomstrom in Deutschland und … äh … Wahlkampf.

Wie Druck- und Siedewasserreaktoren funktionieren?

Hier mittels einem in Englisch verfassten Konzeptpapieres für Lehrer anschaulich erklärt.

Im Physikblog wird ebenfalls sehr anschaulich erklärt, wie Druck- und Siedewassserreaktoren arbeiten. Als auch geht man mit gelassenem physikalischen Hintergrundwissen die Problematik in Fukushima I erklärend an.

Die Neue Züricher Zeitung skizziert den Ablauf der gestrigen Havarie in Fukushima I klug nach.

2011-03-11

Lieber Herr Dr. Norbert Röttgen, …

wir, dieses deutsche Volk, begreifen uns weitestgehend mittlerweile als

a) Europäer
b) Kosmopoliten

und

c) immer weniger als „nur“ Deutsche. (Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass der mit etwas Hirn besetzte Deutsche sich immer weniger mit seiner aktuellen Regierung identifizieren mag, aber das ist ein anderes Thema.)

Das heißt, es interessiert uns überhaupt nicht, ob Kernschmelzen in AKWs in Japan für Deutschland eine mehr oder weniger akute Gefahr darstellen oder nicht. Wir wissen, was Kernschmelzen bedeuten – für ein Land, für dessen Umwelt, vor allem aber für die Gesundheit der dort lebenden Menschen und Tiere. Und für alle Menschen und Lebewesen in benachbarten Ländern, auf die dann irgendwann die Atompartikel hinab regnen werden. Wir wissen sehr genau, dass wir uns gerade im absoluten „Worst Case“-Szenario befinden. Wir wissen also heute sehr genau in welch sehr großer Gefahr die Japaner gerade abseits von Nachbeben und weiteren Flutwellen leben. Und das reicht uns völlig aus, um besorgt zu sein!

Wir sind übrigens auch das gleiche Volk, das schon im Frühling 1986 in dem gleichen Thema belogen wurde. Wir vergessen das nicht! Und das reicht übrigens auch völlig aus, um Ihren und der Atomstrompolitik Ihrer Partei in den kommenden Wahlen zu zeigen, wo der Ausgang ist. Versprochen! Machen Sie sich also ruhig keine Sorgen, wir sorgen uns viel besser! Um uns und um unsere Mitmenschen – weniger allerdings um Sie und um Ihre Lobbyfreunde!

Nein!

Die Bewegungen von Lithosphärenplatten haben rein nichts damit zu tun, dass die Welt sich gegen durch den Menschen verantwortete Schädigung der Umwelt wehrt. Das zu behaupten (liest man derzeit immer öfter auf Twitter), ist wirklich Schwachsinn! Kontinentaldrift ist ein altbekanntes Phänomen. Dass wir heute mit stärkeren Erdbeeben weltweit leben müssen, hat meiner Klasse unser Geographielehrer schon in den frühen 80igern prophezeit.

Die sehr kritische atomare Situation, die heute in Japan entstanden ist, macht mir momentan große Angst. Sie ist längst nicht ausgestanden. Gerade werden nach dem ersten Chaos die offiziellen Meldungen merklich zu diesem Thema zurückgefahren, das lässt nichts aber auch gar nichts Gutes vermuten. (Ich gucke heute den ganzen Tag schon NHK World, einen japanischen Sender, der auf englisch berichtet und seit zwei Stunden kaum noch Meldungen bringt zur aktuellen Situation der derzeit offiziell bekannt mit Havarien zu kämpfenden Atommeiler Fukushima und Onagwa. Elf Atomkraftwerke sind derzeit laut offiziellen Meldung abgeschaltet. Abgeschaltet heißt allerdings nur, sie produzieren derzeit nicht. Das ist kein Informationsstand darüber, wie dort mit welchem Strom die Kühlung der Aggregate aufrecht erhalten werden kann.

Eines aber sollten wir uns bewusst machen, ich halte Atomkraftwerke in Japan weitestgehend noch für die sichersten ihrer Art weltweit. Japan ist ein verhältnismäßig reiches und modernes Land. Japan weiß um die Gefahr regelmäßig von Erdbeben und zwar sehr schweren Erdbeben heimgesucht zu werden und hat diesbezüglich architektonisch vorgesorgt, wie vermutlich kaum ein anderes Land weltweit. Das sieht man, wenn man derzeit Fotos aus Tokyo sieht. 8.8 Stärke auf der Momenten-Magnituden-Skala ist derzeit das stärkste in Japan gemessene Beben. Dennoch ist die größte Zerstörung und sind wohl auch die meisten Todesopfer auf die Folgen des Tsunami zurückzuführen.

Hierzulande würde alles brach liegen. Und damit sind wir beim Punkt: deutsche Atomkraftwerke würden nach so einem Beben jetzt nicht mehr stehen. Es gibt derzeit Evakuierungen in Russland aufgrund der Tsunami-Warnung. Ich will jetzt nicht über russische Atomkraftwerke in Küstennähe nachdenken. Ich will auch nicht darüber nachdenken, dass Russland schwimmende Atomkraftwerke entwickelt.

Viel Kraft, Japan! Der gesamten Welt kann man nur wünschen, dass uns unsere moderne Technologie nicht gerade in den absoluten Gau treibt. Christen sollten vielleicht jetzt beten.

2011-03-10

Mal ordentlich abbeißen!

2011-03-09

Aus dem Lala-Schokoland …

Egoismus zum Wohle aller

Kleine Leseempfehlung.

2011-03-05

Zum Kotzen …

finde ich dermaßen Stars, die jetzt auf Imagepflege machen in dem sie ihre Konzertgelder – bei Events vor der Gaddafi-Sippe verdient – nun spenden und so tun, als würden sie Gutes leisten.

Es bestand nie Zweifel daran, dass Gaddafi ein Arsch ist.

Ausflug!

Kaffee holen und mit Cucina Casalinga einen Ausflug in die USA, Arizona zur Wave machen!

2011-03-04

Aussichten



Signed! Dann standen wir also gestern um 17:15 Uhr vor der Haustür zur Wohnungsübergabe … und keiner kam. Da war aber Eine aufgeregt. Berlin schenkte uns einen riesigen roten Sonnenball im Untergang begriffen und das Warten war besonders warm und schön. Also ab dem Moment in dem die Telefonate signalisiert hatten, es sei alles in Ordnung und es bliebe beim Termin, man verspäte sich nur ein wenig.

Das freundliche junge Pärchen, offiziell zu zweit, inoffiziell zu dritt, übergab die Wohnung und wir lasen derweil in der immer dunkler werdenden Wohnung – ohne Lampen – den Mietvertrag und die fünf Millionen Anhänge. Und sie zeichnete diese später in der völlig finsteren Wohnung im Schein der Taschenlampe fünfmillionenmal mal zwei Ausführungen. Der sehr nette Hausverwalter ging. Wir köpften die Flasche, saßen vor der glucksenden Heizung und konnten es nicht glauben. Geschafft! Das kann sich keiner vorstellen, wie sehr diese Wohnung der Rettungsanker war.

Sie ist dann nach Reinickendorf, also einmal die komplette Strecke der U8, um ihre Sachen zu holen. Da wussten wir schon: alle avisierten Transportmöglichkeiten mit dem Auto hatten sich zerschlagen. Ich zog los für ein standesgemäßes Berlin-Neuköllner Abendessen zu sorgen, in diesem Fall also Wiener Würstchen, deutscher Kartoffelsalat, italienische Mozarella, holländische Tomaten, türkische Oliven, griechische Weinblätter, türkisches Brot. Und Crémant. Aus meinen Beständen wanderten dann erste Küchenbestände nach drüben und der Baustrahler. Der Baustrahler, den ich mal kaufte, als ich anfing mit Still- und Proträtfotografie. Der hierfür als erste Lichtquelle herhalten musste. Der dann später dazu diente, beim besten Freund der Welt die Swimmingpoolreparatur noch nachts voranschreiten zu lassen, der nun im Keller vor sich hin döste und gestern die Wohnung hell erleuchtete. Und wärmte. Alles auf's Rad, rüber. Sind fünf Minuten Fußweg.

Der Onkel hat sie und die Tochter und die ganzen Klamotten dann doch freundlicherweise rumgefahren. Und ist genau einmal mit hoch in die Wohnung, hat uns dann mit dem ganzen Kram im Hausflur stehen lassen. Der Sohn kam kurz darauf mit seinen Freunden, zwei Matratzen in der S-Bahn transportiert und seinen ganzen Rapeiken und mit Frettchen Lino. Der Sohn und seine Freunde waren extrem happy mit der Wohnung und begeistert. Die Tochter … die ist so dermaßen radikalpubertär, sie rafft gar nix mehr. Eigentlich müsste man sie in eine Vitrine installieren und ausstellen – so ein Exemplar dermaßen voll auf Pubertätsspeed hat die Welt noch nicht gesehen.

Mit dem Jungen und seinen Freunden sind wir dann nachts um halb zwölf noch zu mir, mein Gästefuton hinüber tragen. Es gibt da ja erst mal nix. Den Kids gleich gezeigt, wo der lustige Swingerclub an der Ecke liegt, wo Tempelhof anfängt und wo der nächste Zeitungsladen liegt. Einweisung in die Discounter-Landschaft der Umgebung. Stille Begeisterung. Als wir bei mir waren, haben wir uns wegen der Lautstärke darauf geeinigt, dass nur zwei zu mir hochkommen. Ich schließe die Tür auf, der Freund vom Sohn (der dessen Frettchen die letzten Monate aufgenommen hatte und ihm eine grandiose Wohnwelt in seinem Zimmer geschaffen hatte) meinte nur begeistert: „Oh, Katzen!“ Und drei Katzen saßen in der Tür, die Betonung liegt auf drei, denn üblicherweise reduziert sich Talytha ja bei Fremden, vor allem bei groß gewachsenen Fremden, grundsätzlich erst einmal unter das Bett und meinten zu ihm begeistert: „Oh, Dan!“ Lino sehr würdevoll, Nishia begeistert überschäumend und Talytha still in der Ecke mit blitzenden Äuglein, so himmelten sie den Jungen in stiller Übereinkunft an, als wäre er ihr Messias. Nishi sprang auf ihn zu, rollte sich im Flur auf dem Boden hin- und her, was sie so noch nie bei Fremden getan hat. Das ist so faszinierend, wie manche Menschen für Tiere offensichtlich „Heimkommen“ bedeuten. Hoffentlich wird der Junge Tierarzt, der kann das.

Kurze Rede, sie sind jetzt angekommen und können sich akklimatisieren. Gestern vormittag hatte die Freundin auf dem Jugendamt ein langes Gespräch mit der künftigen Familienhelferin, das wohl sehr gut war. Das Mädel ist – zumindest laut ihrer Lehrer in der Schule, zu Hause leider noch so gar nicht – wie umgewandelt, seit ihre Mutter wieder da ist und sich um sie kümmert. Wir sind also guter Dinge, überlegen nur, ob wir das Tochterkind nicht gleich in den Keller ziehen lassen. Kleiner Witz. Erst mal nur an den Füßen über'n Balkon hängen, dürfte ja vielleicht auch reichen. Nächste Woche dann wieder Amtsgänge. Seufz.

Aber es wird. Ich meine, noch vor drei Wochen war sie so verzweifelt und wollte sie lieber vor den Zug springen – und das ist jetzt mitnichten übertrieben formuliert, und wir hätten damals nie geglaubt in so kurzer Zeit so weit zu kommen! Smiley ans Leben!

2011-03-03

Heute nachmittag

um 17:00 Uhr dann Mietvertragszeichnung in der Wohnung. Wenn nichts schief geht!

Dort, wo sie bis jetzt gewohnt hat, kann man gar nicht verstehen, warum sie noch heute Nacht gleich in ihrer neuen Wohnung schlafen möchte. Dort hat man ihr erzählt, dass ihre dunkelhäutigen Kinder komisch riechen. Und ihr ständig erklärt, was sie alles falsch macht in der Kindererziehung. Und natürlich, was die Kinder alles falsch machen. Das wurde ihnen so regelmäßig nahegelegt, dass diese an den Wochenenden gar nicht schnell genug zu Freunden fliehen konnten. Was man gar nicht verstehen konnte.

Ihr redet man jeden Tag ein, ob sie sich das – als 48jährige Frau – wirklich gut überlegt hat, dass sie ihren geliebten Hund Mogli nach Berlin holen will. Denn Tiere machen doch nur Dreck, kosten Geld und die Nachbarstöle gehört sowieso längst erschossen. Sie haben also die letzten drei Wochen nicht mitbekommen, wie die Freundin mit jeder Faser darunter litt, ihr Tier nicht bei sich zu haben – als Trostspender und Glücksbringer in der verhassten Situation. So wie ich das sehr wohl mitbekommen habe. Was ich schon als besondere Leistung betrachte, so dermaßen ignorant zu sein! Es ist eine gut situierte Familie mit Eigenheim in Reinickendorf, der Vater arbeitet sich zu Tode, um seinen fünf Kindern je ein iPhone und iPad zu finanzieren. Es ist der deutschstämmige brasilianische Strang der Familie und man hat ihr bis heute nicht verzeihen können, dass sie vor 17 Jahren mit einem Brasilianer, einem dunkelhäutigen Brasilianer, die Ehe geschlossen hatte. Dass die „Brut“ nun nichts als Ärger macht, war ja abzusehen und es gehört wohl zum christlichen Ton einer sehr gläubigen Familie auch 2011 dazu, intensiv und langanhaltend sowie ständig auf diesen Umstand den Finger zu legen.

Egal. Der Crémant steht kalt. Und ich, für meinen Teil, freue mich wie blöd auf diesen sehr besonderen tollen Hund.

Politische Online-Kommunikation von Verbänden

Interessante Hausarbeit, die sich alle Verbandsmitglieder, die immer noch hinterwäldlerisch glauben, Online-Kommunikation und Vernetzung darf nicht sein, weil man sich ja was weg nehmen könnte vom großen Kuchen, auf den Rechner schieben und dann auch lesen sollten!

Ich denke …

es ist nun Zeit und Ihr seid alle alt genug für ein Foto vom Kater an Spitzenwäsche.



Dieses Foto widmet Lino höflich der Liebe seines Lebens, Frieda, und deren Unterhaltungsmieze Buffy.

2011-03-02

Danke …

an das Haekelschwein. Denn dank seines Kommentars bei netzpolitik.org habe ich das Phänomen des Guttenberg-Fanclubs endlich verstanden. Alle Fragen ausgeräumt.

2011-02-28

Den besten Text

zur CSU und ihren Umgang mit kleinen und größeren Fehltritten ihrer Mitglieder hat definitiv Harald Martenstein im Tagesspiegel verfasst.

2011-02-27

Anregung …



Dazu passend das Interview mit Peter Wilhelm, Bestatter und Autor vom Bestatterweblog, der Antwort gibt rund um das Thema Bestattungen in Deutschland.

2011-02-26

Deutschsprech



Zum Test!

via Wortfeiler

2011-02-25

Warum ich heute mittag wirklich einen trinken musste …

Ich betreue gerade eine sehr gute Freundin von mir, die von Mallorca nach Berlin umsiedeln muss, weil's mit den Kindern, seit anderthalb Jahren in Berlin beim leiblichen Vater lebend, vorne und hinten nicht klappte – ganz lange Geschichte, blogge ich demnächst noch ausführlich. Es ist alles so surreal und ich stehe täglich mit ihr vor neuen Wänden und staune verwundert an, was sich in diesem Land so alles ergibt an Wahnsinn aber auch Freude und wie Klischees im Erlebten einen dazu bringen, die dümmsten Gedanken zu denken. Und während ich so staune, habe ich sie aber zu halten, weil sie unter der Last schlicht drei Mal täglich zusammen bricht und teilweise keine Sonne sieht, noch Perspektive. Und das Gefühl hat mit 48 Jahren Lebenskampf, nun mittellos, so gar nichts geleistet zu haben, worauf irgendeiner noch Wert legen möchte und sie daher mehr und weniger bewusst verbal mit Füßen tritt. Nichts geleistet zu haben, heißt dem einen Kind seiner Gesundheit zuliebe vor 16 Jahren Berlin mit Mallorca ausgetauscht zu haben, und dort ohne soziale Rückendeckung einer BRD zwei Kinder großgezogen zu haben, ohne finanziellen Support vom Kindesvater und täglich einen für uns hierzulande unermesslichen Kampf als Alleinerziehende gekämpft zu haben.

Heute dann nach irrsinnigen Rennereien der letzten zwei Wochen mit Versuchen, Dokumente über Dritte aus Spanien zu organisieren, hierzulande irgendwelche alten Nummern zu erfragen, Papiere vom Ex zusammen zu suchen, von ihm völlig vernachlässigte Kinder wieder auf Spur zu bringen, Wohnung suchen, Konten eröffnen, Briefe schreiben, Erklärungen tippen, dann zum Termin beim Jobcenter die Unterlagen einzureichen – und dann steht da so ein Arsch von einem Mann, der im Warteraum mit brutaler körperlicher und verbaler Drohgebärde brüllend seine Freundin runtermacht, waren wir beide weich. Sie natürlich viel weicher als ich, weil sie genau vor so einem Exemplar Mann vor 16 Jahren auch aus Berlin flüchtete und mit diesem nun ständig wieder konfrontiert wird, kein nahes Ende in Sicht ist in der Auseinandersetzung mit ihm und eh emotional an allen Grenzen angelangt, die so ein Leben unter diesen Umständen setzen kann. Und ich ein bisschen mit weich, weil bei solchen Typen mir meine Kindheit hochkommt, wie ein von einer Salzsäurefontäne getriebenes Sodbrennen. Und dann saßen wir bei der Sachbearbeiterin im Zimmer und bei ihr liefen wieder die Tränen in Sturzbächen und ich konnte sie nur einmal mehr trösten und meinen Standardspruch bringen, dass wir in sechs Monaten über das Heute, dem dann Gestern, nur lachen werden. Dabei selber den Tränen nah – erstmals in dieser letzten Zeit. Und die Sachbearbeiterin ließ uns so freundlich sitzen, als sie den Raum mal verlassen musste. Obwohl ihre Arbeitsanweisungen natürlich etwas ganz anderes diktieren und reichte ihr Schokolade zur Beruhigung, was menschlich so gut tat.

Aber als sie dann fast Zweifel anmerkte, ob denn die Wohnung für die wir heute Mietkostenübernahme beantragten (damit mit dieser Unterlage Montag der Vertrag unterzeichnet werden kann und sie aus ihrer sehr misslichen Wohnsituation endlich mit den Kids unter einem Dach zur Ruhe kommen kann) überhaupt groß genug sei. Und andeutete, ihre Chefin würde da vielleicht nicht mitspielen, da haben wir die Welt nicht mehr verstanden. Es ist in Berlin keine 3-Zimmer-Wohnung zum angemessenen Satz zu finden. Also: wir haben tatsächlich nicht einmal eine besichtigen können und dann stellt die Agentur lapidar fest, zwei Räume, Küche und Bad sei doch deutlich zu wenig für drei Personen, aus Angst, sie könnte demnächst tatsächlich umziehen wollen. Und wir gucken uns nur an, weil wir wissen, wie zeitweilig auf Mallorca gehaust werden musste –und was für ein Luxus so eine Wohnung nun sein würde, wenn auch ein erheblicher Abstieg vom zum Schluss dort gelebten Standard und wie wirklich verdammt dringlich diese Unterkunft ist.

Danach fuhren wir nach Mitte – so glücklich mit diesem für sie überlebenswichtigen Dokument – mit dem dringenden Bedürfnis einen Kaffee trinken zu müssen, sind beim Spanier gelandet und haben uns mittags um ein Uhr statt des Café con leche den Rotwein gegönnt, weil es das Einzige war, was in die Situation passte. Manchmal muss es früh am Tag Sprit sein. Heute war so ein Tag.

Natürlich läuft in diesem Moment ihr Ex vorbei, kommt auch noch rein und labert rum. Der Ex, der es geschafft hatte letzten Monat bereits in der Mitte angeblich kein Geld von den von der Agentur an ihn überwiesenen Leistungen, als auch Kindergeld mehr zu haben, dafür wenigstens Essenlieferung in Aussicht stellte und dabei blieb es dann auch. Aber wen wundert das, denn die Kinder mussten sich ja schon vorher von dem von der Mutter geschickten Geld für Nachhilfe (u. a. für ihre weitere sprachliche Integration gedacht) und Sportunterricht und Taschengeld zusehen, sich ernähren zu können.

Und ich sage Euch, ich liebe Männer – ich hatte meist großes Glück mit meinen Freunden – aber heute bin ich zeitweilig zur Männerhasserin mutiert und wünschte mir gelegentlich Arsen nicht nur in homöopathischen Dosen bei mir zu führen, weil manche dieser Exemplare wirklich kein Mensch unter dieser Sonne braucht, und sie überall, wo die hingehen nur eine Spur schwer zu entsorgenden Sondermüll auf allen Ebenen hinterlassen. Ja, heute habe ich Nerven gelassen, was ja gar nicht mein Part ist bei dieser Sache.

Andrea war meiner Mum auf Mallorca eine sehr gute Freundin und umgekehrt und Andrea ist die Freundin, die mich so wundervoll getragen hat, als ich die Asche von Mum auf die Insel brachte und ein kopfloses Huhn as it's best war. Und nun ist sie hier und ich freue mich sehr, denn sie ist eine tolle Frau und eine Kämpferin und eine Ausgeburt an Intelligenz und Herzlichkeit. Und diese Stadt braucht Menschen wie sie – und über uns beiden schwebt in diesem K(r)ampf meine Mum und wir spüren sie ständig und deswegen sind wir guter Dinge. alles zu schaffen, weil sie genau diese Kämpfe auch geschafft hat. Also hat mir meine Mum ein tolle Schwester geschenkt, die ich sehr liebe.

Drückt Ihr die Daumen, dass es Montag mit der Wohnung klappt?! Bitte! Dann ist ein Riesenmeilenstein getan, weil sie endlich wieder die Tür hinter sich schließen kann und sie wohnt dann bei mir um die Ecke – und den verfluchten Rest schaffen wir auch noch. Falls jemand hier in der Stadt eine funktionierende Waschmaschine hat, Küchenmöbel und mehr: bitte anbieten!

Viertes Reich …

Davon abgesehen, dass ja ALG II-Bezugsempfänger wie alle andere Versicherten die Zusatzbeiträge aus eigener Kasse bezahlen müssen, also 8 Euro vom Regelsatz eh abdrücken, können wir also festhalten, diese super großzügigen 5,— Euro mehr Regelsatz sind lediglich nur 3,— Euro minus. Da die Tarife für Wohnraum mit dem Habitus „angemessene Wohnkosten“ auch seit Jahren nicht den tatsächlichen Mietpreissteigerungen und Energiekostenexposionen angepasst wurden, dürfen die Leute künftig immer mehr aus dem Regelsatz für ihre „angemessenen“ Wohnungen dazu zahlen.

Weiterhin wird in Deutschland keine Statistik geführt, die Menschen zählt, die hierzulande unter ALG II-Bezug ihrem Leben ein Ende setzen.

Die Härte ist aber der Verstoß gegen das Gleichstellungsgesetz, das CDU/FDP und eben auch SPD in die neue ALG II-Regelungen für Behinderte getextet haben, die sind halt mal wieder noch ein bisschen mehr „scheißiger“ dran, als die vielen anderen faulen Bezugsempfänger. Mich gruseln diese Parallelen zu früheren Zeiten in Deutschland hinsichtlich der Ausgrenzung und Diskriminierung.

Umfrage zu Alter und Pflegestufe bei Kindern

Der Kinder Pflege Netzwerk e.V. hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Belange pflegebedürftiger Kinder und ihrer Familie zu vertreten. Dabei helfen natürlich auch Zahlen.

Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ sein können, können sie doch helfen, der Öffentlichkeit die Situation von Kindern mit Pflegestufe besser darzustellen.”


Verlinkung, Bekanntmachung, Mitmachen (sofern möglich) ganz doll gerne!