2011-03-23

Rechts …



habe ich gerade einen neuen Banner eingepflegt. Den mit dem Link zur Datenbank der Kosmetikproduzenten, die immer noch auf Tierversuche setzen! Ärzte gegen Tierversuche e.V. rufen gerade auf, eine Online-Petition zu zeichnen, die sich dagegen wehrt, dass die EU gerade das 2013 in Kraft tretende Gesetz zum Verkaufsverbot von Kosmetik, die oder deren Rohstoffe an Tieren getestet wurden, aussetzen zu wollen.

Mich macht das stinksauer! So dermaßen stinksauer. Dass man Tierversuche in der Kosmetikindustrie nicht braucht, so weit waren wir schon vor 15 Jahren! Arschlochlobby! (pardon my french – aber ich bin richtig wütend und dann schlägt bei mir immer das familiäre Proletariat durch!) Also: zeichnen! Verlinken! Banner setzen! Twittern! An Aktionstagen teilnehmen! Zugespachtelte Frauen in der S-Bahn fragen, ob sie wissen, dass für die Pampe in ihrem Gesicht Tiere leiden mussten. Bewusstsein wecken! Flyer ausdrucken und beim eigenen Tierarzt auslegen! Beim Zahnarzt geht's auch. Und beim Friseur!

2011-03-21

Mein …

… Raviolibrett hat gerade den Deckel von meiner Butterdose erschlagen, die eigentlich einmal eine Margarinedose war.

*geht traurig ab*

2011-03-20

One week later …

Jetzt ist dieser japanische Albtraum eine Woche alt und in den Schlagzeilen von einem unentschlossenen Krieger-Deutschland auf Platz 2 abgelöst worden. Ich bin immer noch völlig paralysiert. Ich kann immer noch keine Musik hören. Ich kann immer noch nicht 08/15-Fernsehen gucken. Ich … ich meine, ich habe derzeit massive Probleme, ganz eigene und für mich sehr schwer lösbare, die wie ein riesiger Haufen vor mir stehen und mir die Luft abdrücken. Aber sie sind im Vergleich zu den Problemen der Japaner so bonsaiklein. Und das zu fühlen, macht mich unaufgeregt aufgeregt gleichermaßen und ich fühle mich die ganze Zeit, als würde ich per Kopfstand durch das Leben schreiten.

Es ist eine komische Zeit. Ich liebe Meldungen aus fernen Ländern, die berichten, man habe dann doch noch zwei Leute aus den Trümmern retten können. Liebes Leben, danke für die kleinsten Wunder!

2011-03-19

Ach ja …

ARD, Samstag-Abend-Krimi. Istanbuler Tatort oder so. Thema: betrogene und unterdrückte türkische Ehefrauen sortieren sich halböffentlich total anonym auf einer Webseite, deren Hostin eine total kluge, emanzipierte, natürlich sehr schöne und eloquente, selbstverständlich auch als Journalistin arbeitende Türkin ist, die ihren Geschlechtsgenossinnen die Augen öffnen möchte.

Und nun ratet mal, wer in dem voll emanzipierten Beitrag der öffentlich rechtlichen Sendestation nachher die völlig entgleiste Mörderin der betrügenden Ehegatten ist?

Na? Klar. Denn wie wir alle wissen, ist das echte Leben einfach zu hart für uns Frauen. *gähn*

(Ist die weibliche Form von Host überhaupt Hostin? Oder heißt das Hosterin oder Hostingin? Das ist so schwierig. Ungefähr so wie mit dem deklinierten DJ auf Deutsch, das sind ja nun alles DJanes. Was sehr viel mit dem eigentlichen Disc Jockey zu tun hat. Also im Ursprung.)

Ich stelle mir so vor …

… und so unwahrscheinlich ist das ja in Berlin gar nicht, ich laufe über den Alexanderplatz und mich spricht das eine oder andere internationale Fernsehteam in diesen Tagen an und fragt mich – als deutsche Bürgerin – was ich glaube oder weiß, warum sich Deutschland aus den militärischen Einsätzen gegen Libyen raushält.

„Das“, muss ich dann sagen, „weiß ich eigentlich gar nicht.“ „Und“, würde ich auch sagen, „ich habe dazu wirklich keine Idee.“

„Außer vielleicht“, würde ich wenig später murmeln, wenn das TV-Team sich schon längst ein neues Opfer vor die Linse gezogen hätte und daher schon wieder abgelenkt wäre, „dass wir natürlich im Kampfeinsatz nicht unsere Soldaten von unseren eigenen Waffen abknallen lassen können.“ Aber das würde das TV-Team wirklich nicht mehr hören, weil ich doch immer sehr leise und undeutlich spreche, wenn ich mich schäme.

2011-03-18

Yukos Tagebuch

Teil I – »Fukushima strahlt in unseren Köpfen«
Teil II – »Ich frage mich, was eigentlich bebt - ich oder der Boden unter mir«
Teil III – »In Zeiten wie diesen sollten wir uns selbst Gründe geben, fröhlich zu sein«
Teil IV – »Ich möchte in aller Bescheidenheit etwas klarstellen«

via Süddeutsche Zeitung Magazin: „Yuko Ichimura lebt als Illustratorin und Werbefilmerin in Tokio. Für uns beschreibt sie in Bild und Text, wie ihr Leben zwischen Erdbeben und Atom-Katastrophe aussieht.“

Lesen!

Das erste Mal …

… man kann als Mensch mit westlichen Wurzeln in so einem Plattenbau diverseste Dinge zum ersten Mal tun. Da wohnen, da schlafen. Man kann zum ersten Mal Sex haben. Zum ersten Mal Sekt trinken. Zum ersten Mal frühstücken. All diese Dinge eben, die einem als Altbau-Wessie bisher versagt blieben.

So kann man zum Beispiel zum ersten Mal in einer Platte auch Kaffee trinken. Mit Soja-Milch. Dann hat man nicht nur Milchkaffee mit Sojamilch zum ersten Mal in der Platte. Man hat auch Soja-Milch generell zum ersten Mal im Kaffee. Das ist so … erstmalig.

Habe daraufhin beschlossen, dass ich jeden Facharzt, der mir jemals in meinem Leben eine Lactose-Intoleranz einreden wollte, umgehend wechseln werde. Sollen doch die anderen das Zeug trinken!

2011-03-17

Blogliebe

„Du blinder SchiRi, Du!“ oder „Siehst Du Susi tanzen?“

Falls mal wieder einer fragt, was Blogs so anders, so großartig macht, dann ist der oben verlinkte Text das allerbeste Beispiel. Blogger erleben, hinterfragen das Erlebte, fragen, überlegen, schreiben auf, stellen zur Diskussion, mehrdimensional, erheben keinen Allmachtsanspruch an dem von ihnen geschriebenen, gedachten Text. Und regen damit einen selbst zum Nachdenken an. Deswegen lese ich immer lieber Blogs, immer weniger Zeitungen.

Lustig

… in seinem Konsenz, dieser Blogeintrag bei Fefe



Das letzte Mal als diese Regierung – vom Bundesverfassungsgericht darum explizit gebeten worden – ihre Arbeit überprüfen sollte, hatte das über die gesetzte Frist zum Ende des Jahres 2010 länger als 12 Monate gedauert und es kam dabei heraus, dass man Menschen mit Behinderungen in Deutschland, die keinen eigenen Hausstand führen können, 20% weniger Sozialhilfe zahlen will. Das ist die Konsequenz, die diese Regierung offeriert, fordert man nur auf in einem Bereich der Berechnung einfach nur Transparenz zu schaffen.

Insofern finde ich die „brutalstmögliche“ Aufklärung gar nicht mal den schlimmsten anzunehmenden Fall – da kennt man die Antworten wenigstens im Vorfeld schon und kann die Strategien auf den Feind zugeschnitten frühzeitig planen.

2011-03-15

„Die meisten Bilder sind gestellt“

Lesenswerter Blogbeitrag von Helmut Scheben, einem Redakteur der Schweizer „Tagesschau“ (SRF), zur Gestaltung von Filmmaterial aus Kampfgebieten.

(via @dondahlmann/Twitter)

Dazu eine Buchempfehlung: „Wie im echten Leben“ von Joris Luyendijk

Sehr sehr niedlich …

diese Entgleisungen der Gesichtszüge von führenden Regierungspolitikern heute, wurden sie vor laufenden Kameras darauf angesprochen, dass die vorübergehende Aussetzung der Laufzeitverlängerung doch nur ein praktisches Kalkül im Wahljahr sei. Röttgen ist da ein echt schlechter Lügner, was ihn ja fast wieder sympathisch macht in diesen Tagen. (Ich habe nachgerechnet, drei Monate sind genau bis zu dem Moment, wenn alle Bundesländer mit laufenden AKWs gewählt haben. Die beiden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit den Herbstwahlen sind ja AKW-frei.)

Aber Merkel ist verdammt clever. Die hat es mit ihrer heutigen flinken Aktion geschafft, Deutschland international derzeit als allererstes Land medial zu positionieren, das auf die Katastrophe in Japan regiert mit Konsequenzen in der landeseigenen Atomstrompolitik. Das ist eine echte Leistung! Unsere Atomlobby muss mittlerweile super Konzepte für alternative Energievorkommen in der Tasche haben, dass sich Deutschland so empfiehlt. Es bleibt spannend.

Gerade ist Reaktor 2 explodiert. Der Wind dreht sich gen Tokio. Die Messwerte steigen. Man will nicht ins Bett gehen, weil man dann morgen aufstehen muss und wieder Angst vor den neuen Meldungen hat.

2011-03-14

Muss ich einen merkwürdigen Ruf …

… hier im Haus haben. Nachbarn unten schreien sich gerade wie blöd im Hausflur an. Als sogar Lino anfängt sehr schief zu gucken, gehe ich runter und frage höflich nach, ob sie sich alleine wieder einkriegen oder ich die Polizei rufen soll: Stille. Tür zu. Frieden.

(Aus der Reihe: nehme auch Nobelpreise.)

2011-03-13

Reden wir doch mal …

über Atomstrom in Deutschland und … äh … Wahlkampf.

Wie Druck- und Siedewasserreaktoren funktionieren?

Hier mittels einem in Englisch verfassten Konzeptpapieres für Lehrer anschaulich erklärt.

Im Physikblog wird ebenfalls sehr anschaulich erklärt, wie Druck- und Siedewassserreaktoren arbeiten. Als auch geht man mit gelassenem physikalischen Hintergrundwissen die Problematik in Fukushima I erklärend an.

Die Neue Züricher Zeitung skizziert den Ablauf der gestrigen Havarie in Fukushima I klug nach.

2011-03-11

Lieber Herr Dr. Norbert Röttgen, …

wir, dieses deutsche Volk, begreifen uns weitestgehend mittlerweile als

a) Europäer
b) Kosmopoliten

und

c) immer weniger als „nur“ Deutsche. (Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass der mit etwas Hirn besetzte Deutsche sich immer weniger mit seiner aktuellen Regierung identifizieren mag, aber das ist ein anderes Thema.)

Das heißt, es interessiert uns überhaupt nicht, ob Kernschmelzen in AKWs in Japan für Deutschland eine mehr oder weniger akute Gefahr darstellen oder nicht. Wir wissen, was Kernschmelzen bedeuten – für ein Land, für dessen Umwelt, vor allem aber für die Gesundheit der dort lebenden Menschen und Tiere. Und für alle Menschen und Lebewesen in benachbarten Ländern, auf die dann irgendwann die Atompartikel hinab regnen werden. Wir wissen sehr genau, dass wir uns gerade im absoluten „Worst Case“-Szenario befinden. Wir wissen also heute sehr genau in welch sehr großer Gefahr die Japaner gerade abseits von Nachbeben und weiteren Flutwellen leben. Und das reicht uns völlig aus, um besorgt zu sein!

Wir sind übrigens auch das gleiche Volk, das schon im Frühling 1986 in dem gleichen Thema belogen wurde. Wir vergessen das nicht! Und das reicht übrigens auch völlig aus, um Ihren und der Atomstrompolitik Ihrer Partei in den kommenden Wahlen zu zeigen, wo der Ausgang ist. Versprochen! Machen Sie sich also ruhig keine Sorgen, wir sorgen uns viel besser! Um uns und um unsere Mitmenschen – weniger allerdings um Sie und um Ihre Lobbyfreunde!

Nein!

Die Bewegungen von Lithosphärenplatten haben rein nichts damit zu tun, dass die Welt sich gegen durch den Menschen verantwortete Schädigung der Umwelt wehrt. Das zu behaupten (liest man derzeit immer öfter auf Twitter), ist wirklich Schwachsinn! Kontinentaldrift ist ein altbekanntes Phänomen. Dass wir heute mit stärkeren Erdbeeben weltweit leben müssen, hat meiner Klasse unser Geographielehrer schon in den frühen 80igern prophezeit.

Die sehr kritische atomare Situation, die heute in Japan entstanden ist, macht mir momentan große Angst. Sie ist längst nicht ausgestanden. Gerade werden nach dem ersten Chaos die offiziellen Meldungen merklich zu diesem Thema zurückgefahren, das lässt nichts aber auch gar nichts Gutes vermuten. (Ich gucke heute den ganzen Tag schon NHK World, einen japanischen Sender, der auf englisch berichtet und seit zwei Stunden kaum noch Meldungen bringt zur aktuellen Situation der derzeit offiziell bekannt mit Havarien zu kämpfenden Atommeiler Fukushima und Onagwa. Elf Atomkraftwerke sind derzeit laut offiziellen Meldung abgeschaltet. Abgeschaltet heißt allerdings nur, sie produzieren derzeit nicht. Das ist kein Informationsstand darüber, wie dort mit welchem Strom die Kühlung der Aggregate aufrecht erhalten werden kann.

Eines aber sollten wir uns bewusst machen, ich halte Atomkraftwerke in Japan weitestgehend noch für die sichersten ihrer Art weltweit. Japan ist ein verhältnismäßig reiches und modernes Land. Japan weiß um die Gefahr regelmäßig von Erdbeben und zwar sehr schweren Erdbeben heimgesucht zu werden und hat diesbezüglich architektonisch vorgesorgt, wie vermutlich kaum ein anderes Land weltweit. Das sieht man, wenn man derzeit Fotos aus Tokyo sieht. 8.8 Stärke auf der Momenten-Magnituden-Skala ist derzeit das stärkste in Japan gemessene Beben. Dennoch ist die größte Zerstörung und sind wohl auch die meisten Todesopfer auf die Folgen des Tsunami zurückzuführen.

Hierzulande würde alles brach liegen. Und damit sind wir beim Punkt: deutsche Atomkraftwerke würden nach so einem Beben jetzt nicht mehr stehen. Es gibt derzeit Evakuierungen in Russland aufgrund der Tsunami-Warnung. Ich will jetzt nicht über russische Atomkraftwerke in Küstennähe nachdenken. Ich will auch nicht darüber nachdenken, dass Russland schwimmende Atomkraftwerke entwickelt.

Viel Kraft, Japan! Der gesamten Welt kann man nur wünschen, dass uns unsere moderne Technologie nicht gerade in den absoluten Gau treibt. Christen sollten vielleicht jetzt beten.

2011-03-10

Mal ordentlich abbeißen!

2011-03-09

Aus dem Lala-Schokoland …

Egoismus zum Wohle aller

Kleine Leseempfehlung.

2011-03-05

Zum Kotzen …

finde ich dermaßen Stars, die jetzt auf Imagepflege machen in dem sie ihre Konzertgelder – bei Events vor der Gaddafi-Sippe verdient – nun spenden und so tun, als würden sie Gutes leisten.

Es bestand nie Zweifel daran, dass Gaddafi ein Arsch ist.