2009-07-13

Heute …

zum allerersten Mal in der „Ständigen Vertretung“ gewesen hier in der Stadt (litt unter dem bekannten Berliner-wollen-keine-Bonner-hier-die-als-erstes-die-Speerstunde-einführen-wollten-und-auch-sonst-jeden-Spaß-regeln-müssen-Phobie.)

Haben einen ganz netten Riesling da. (Da bin ich doch stoisch.)

Ansonsten: ich war noch nie in Blankenfelde.

Glaube ich.

Was gab's?

Aus der beliebten Reihe Mahlzeiten einen Tick zu spät fotografiert, was hatte ich denn am Samstag?

2009-07-12

Für Windows-Versteher

die am Mac „entf” oder „del”suchen …



(Is‘ ja ‘nen Serviceblog hier.)

Gestern habe ich die Testphase

offiziell beendet, die hieß, „wie lange kann man mit einem massiv defekten Fahrradmantel fahren?“ Dazu musste ich mich nur bei einem Fahrradshop gierig auf die kompressorgestützte Luftpumpe stürzen. Mit dem Erscheinungsbild einer kleinen Blase zwischen den sich in Auflösung befindlichen Mantelkomponenten, machte diese im Moment meines Erkennens, dass da gerade etwas schief läuft, „peng“ und das Hinterrad sagte luftmäßig „Affe tot!“

Ich ging dann (ist ja praktisch, dass die Kompressorluftpumpen im Allgemeinen ein Fahrradgeschäft gleich mit sich führen) in die Verkaufshalle des Geschäftes und die fröhliche Dame am Tresen guckte mich mit großen Augen an und fragte, „Ach, waren Sie das mit der grauen Wolke?“

Wir sind also nicht nur geplatzt, wir haben auch graue Staubteilchen in die Umluftbahn entsorgt. Nun denn, so richtig Spaß hat das Fahren fühlbar eh nicht mehr gemacht. Natürlich kann man mein Rad nie sofort repariert werden, weil ich die Achsen und den Sattel diebstahlgeschützt habe und den Schlüssel dafür nie bei mir führe. Also Montag wieder hin und die Utensilien abgeben. Das alles wiederum hat den dummen Vorteil, dass ich mich jetzt wieder mit Mänteln beschäftigen muss – und ich bin da sehr zickig und ich einen Sonntag Zeit habe, mich wieder ins Metier einzulesen.

Leider führt der Laden keine richtig coolen und exotisch Geheimtippmäntel, sondern hat sich völlig dem Schwalbe-Konzern hingegeben. Klar ist schon, dass ich jetzt von 35 mmm wieder auf 37 mm gehe, die Stabilität hat mir bei Regen bzw. im Winter wirklich gefehlt. Rollwiderstand finde ich blöd, also will ich ein leicht laufendes Rad, das mich über Straßen aber auch über Stock und Stein begleitet. Aber nehme ich jetzt die Marathon Plus Tour, die echt schwer sind, wie ich finde? Oder die faltbaren Marathon Extreme, die deutlich leichter sind aber eben keinen Draht mehr haben … und einiges teurer? Und eigentlich liest man über Schwalbe nichts Gutes und überhaupt …

2009-07-11

Naherholungsgebiet



Seit der Flughafen Tempelhof nicht mehr von Flugzeugen heimgesucht wird, wird er von anderen Dingen heimgesucht: 60 Jahre Luftbrücke-Feiern, Beaves and Butthead oder zu deutsch: Brot & Butter, die letzten drei Abende gab es die Pyromusikale.

Die Pyromusikale ist die einzige öffentliche Veranstaltung, die mir in den letzten Jahren untergekommen ist, auf der Begleitpersonen von Schwerbehinderten (bei der Pyronale heißen sie primär „Rollstuhlfahrer“) tatsächlich Eintritt zahlen müssen. Das hat mich heute beim Lesen auf der Homepage so entsetzt, dass die von mir nächste Woche Post bekommen. Zudem ist es Menschen im Rollstuhl nur erlaubt Ticket über eine bestimmte Hotline zu ordern, nix Abendkasse wie für Normalsterbliche. In Heidelberg wurde gerade ein Mensch, der nicht sehen kann, von einem Mann verprügelt, weil der „Blinde“ angeblich so blöd dessen Freundin angeguckt hätte. Schwerbehinderte Menschen haben das Recht eine Begleitperson mitnehmen zu dürfen zu Veranstaltungen für die sie ein Ticket entwerten, falls das überhaupt notwendig sein muss. Wer daraus Profit schlägt, dass jemand aufgrund seines besonderen körperlichen Merkmales begleitet werden muss, ist schlicht und simpel 'ne Arschgeige! (pardon my french, aber da sind diese Emotionen.)

Das Konzept sah vor Menschen auf dem (eingezäunten) Flughafengelände mit Musik zu bespaßen und im Abschluss den Abend gemeinschaftlich mit einem Feuerwerk ausklingen zu lassen. Am ersten Abend waren die Veranstalter wohl etwas erstaunt, dass es im Sommer so lange hell bleibt. Heute Abend war ihnen egal wie hell es war, sie legten einfach um halb zehn Uhr los. Da ich ja sieben Minuten zu Fuß von der hinteren Landebahn weg wohne, habe ich die vergangenen Abende nett mit Feuerwerk verbracht. Und heute bin ich dann los und habe mir es in der Oderstraße aus der relativen Nähe gegeben, wo … auch schon alle anderen waren. Ich glaube, das war genau die Menge an Leuten, die sich die Flughafenstürmerdeppen gerne gewünscht hätten – und es standen läppische zwei Manschaftswagen irgendwann in der Oderstraße quer, um die Straße zu sperren für den Autoverkehr (es ist ja immer wieder erstaunlich, WIE nahe die Leute in ihren Autos immer an den Veranstaltungsort wollen, am liebsten rein fahren …)



Nun denn, das war ganz lustig so inmitten der Massen zu stehen und lustige Himmelsbilder anzuschauen. Links neben mir freuten sich Leute über einen so schönen Urlaubsabschluss, recht freute sich eine Dame über so ein schönes Geburtstagsfeuerwerk und um uns herum freuten wir uns alle über das, was da am Himmel sich zeichnete – zumal der Himmel am Anfang noch in herrlichem Rot gezeichnet war. Also Feuerwerk und bombastischer Sonnenuntergang in einem. Ich lief dann irgendwann zurück und machte hier und dort in einer Lücke mit halbwegs guter Sicht noch ein Foto. Ohne Stativ.


pix Pentax K20 D mit 16-50 2.8 SDM, 1600 ISO, frei Hand

Auf dem Parkplatz meines Lieblingsdiscounters stand ich nahe an einer Gruppe, Oma, Mutter, Vater und ein Kind, ca. acht Jahre alt. Die Kleine langweilte sich – ganz offensichtlich. Sie hat Durst und sie hatte keinen Spaß. Indes hatten die Eltern keine Lust, diese Veranstaltung abzublasen und ermahnten die Kleine alle drei Minuten lang „Nun guck doch endlich mal da hin!“ Irgendwann ging ich in die Knie und machte mich so klein, wie die Kleine ungefähr war, dann zupfte ich der Oma am Ärmel und erklärte ihr ganz einfach, dass das Kind aus der Höhe durch die Bäume genau gar nichts sehen konnte.

Das Schweigen war dann leicht betreten, die Stimmung etwas fröstelnd. Wie dem auch sei, so ein Feuerwerk in einer Sommernacht ist schon etwas Feines. Letztendlich hatte ich aber doch den besten Blick von meinem Balkon aus, wenn nur der eine Baum nicht wäre … und Talytha findet Feuerwerk auf meinem Arm zusammen mit mir aus dem Küchenfenster gucken auch ziemlich cool. Aber Tally mutiert ja auch immer mehr zu einer kleinen Rockerbraut.

Nutzungskonzept für Flughafen Tempelhof veröffentlicht!

Nach einem kurzen Modellversuch, einer Stellprobe in der vergangenen Woche, hat der Berliner Senat das neue Nutzungskonzept für den Berliner Flughafen Tempelhof nach seiner Stilllegung im Oktober vergangenen Jahres jetzt bekannt geben. „Wir zollen dem einzigen boomenden Wirtschaftsmarkt in Berlin-Tempelhof in den letzten Jahren Respekt“, sagt ein Sprecher ins Blaue „Tempelhof wird zu einem einzigen großen Gebrauchtwagenmarkt und schafft somit ein noch nie da gewesenes Potential der Vielvölkerverständigung. Gleichzeitig spendet Berlin damit sozialen Trost der am Boden liegenden deutschen Automobilindustrie.“

2009-07-10

Hi hi …

Yoga hilft gegen's schwul sein, klar.

Könnte der Yogi mal meinem schwulen Yoga-Lehrer erklären. Der atmet offensichtlich echt falsch.

Alles meins!

2009-07-09

Über so etwas kann ich mich ja ärgern …

stundenlang. Und zwar richtig! Da geht es jemandem, im aktuellen Fall Joachim Deutschland, gesundheitlich schlecht und er wird in ein Krankenhaus auf dessen psychatrische Abteilung eingeliefert und eine große deutsche Boulevard-Zeitung nennt das, was immer noch in den meisten Köpfen der Menschen (auch leider von ansonsten sehr klugen Menschen) verankert ist: Absturz!



Ich bin so sauer über diese dumpfe Stigmatisierung: kommen Menschen, die nebenbei Prominente sind, aufgrund eines Unfalls in die Klinik, sind sie krank und werden mitleidsvoll als „schwer verletzt“ beschrieben, hat die schöne Moderation Krebs, wird sie über mehrere Bildstrecken bedauert und alles an ihr ist tapfer, schön, strahlend, selbstbewusst. Der psychisch kranke Prominente indes „rastet aus“, ist „völlig durchgeknallt“ oder „ausgeflippt“.

Diese Symptomatik in der Folge eines Krankheitsbildes hat aber einen Namen, man nennt so einen akuten Krankheitsmoment affektive Störung. Die Ursachen dafür können so vielfältig sein, wie es unterschiedliche Carzinom-Tumore gibt. Und es ist ein völliger Trugschluss, dass Drogen eine Ursache für eine Psychose sein müssen, auch wenn sie es sein können. Es gibt ein Riesenrepertoire an Auslösern und Diagnosen, die für einen akuten Schub in der Krankheit verantwortlich sind, ob nun ein gerade erlebtes Trauma oder eine familiäre Disposition.



Bei gmx wurde der Mann sogar vom Notarzt begleitet in die Klinik „verfrachtet.“ Verfrachtet werden üblicherweise Sachen, wir lernen also: in deutschen Medien wird man als psychisch Kranker wie Vieh transportiert! Bei jedem anderen Krankheitsbild übrigens werden Menschen indes in das Krankenhaus begleitet, gefahren oder eingeliefert. Ich muss es mal so deutlich sagen: das letzte Mal, dass mir in Zusammenhang mit dem Transport von Menschen das Wort „verfrachtet“ begegnet ist, ist in den Berichten aus dem 3. Reich als man Menschen tatsächlich wie Vieh in die Konzentrationslager „verfrachtet“ hatte.

Menschen im Moment einer akuten Psychose sind sicherlich anders und ich verstehe auch, dass sie einem Angst machen können. Aber sie sich nicht abgestürzt, ausgeflippt oder durchgeknallt: sie sind krank. Und es ist überhaupt nicht zu akzeptieren, dass heute – immerhin im 3. Jahrtausend – Menschen von deutschen Medien aufgrund ihrer Krankheit dumm und perfide vorsätzlich stigmatisiert werden. Weil so ein Meinungsbild von Zeitungen in deutschen Köpfen manifestiert wird, können Menschen heute in Deutschland – immerhin das Land mit einem der besten Gesundheitssystemen – immer noch nicht vor Freunden, Nachbarn oder Arbeitgeber zugeben, dass sie psychisch erkrankt sind, ohne sehr bittere Konsequenzen fürchten zu müssen. Ein Freund von mir im Studienaustausch ist neulich in einem Studentenwohnheim untergekommen, in dessen Gebäude wohl so etwas wie integriertes Wohnen mit psychisch Kranken praktiziert wird. Was da im Vorfeld aus dem sonst sehr klugen Kopf an Vorurteilen und Ressentiments diesen Menschen gegenüber geäußert wurde, war nicht sehr schön zu erleben.

Die Weigerung sich hier einer Öffnung hinzugeben und Entwicklung zu den Betroffenen hin voranzutreiben, wird uns übrigens sehr bald mehr um die Ohren knallen, als alles das, was wir uns überhaupt vorstellen können: denn die Generationen, die sich heute begeistert mit Denkdrogen (legalisierte Partydrogen, legal nur deshalb weil die Pharmazie aus den Partydrogen Wirkstoffe separtiert als Medikament auf dem Markt gebracht haben – und das ist DER Wachstumsmarkt zur Zeit im Pharma-Business) vor allem aber Partydrogen dopen, werden zwangsläufig irgendwann mit Depressionen und Manien zu kämpfen haben. Die Allermeisten von ihnen. Denn man manipuliert seine Synapsen nicht dauerhaft ohne daran ernsten Schaden zu nehmen.

Letztendlich ist es aber egal, warum es einem Menschen aktuell psychisch nicht gut geht: denn er ist dann einfach nur krank!

Und kranke Menschen haben ein Recht darauf würdevoll durch ihre Krankheit ge- und begleitet zu werden. Auch von den Medien.

2009-07-07

Könnte im Prinzip

nur noch getoppt werden, wenn Michael Jackson jetzt auferstehen und auf dem Mond gleichzeitig landen würde.

Sie verschieben die Tagesschau …

Ist doch immer wieder schön, …

einen bloggenden und twitternden Wissenschaftler um sich zu haben. Sie unterhalten so fein und humorvoll,


… sind dabei so herrlich pragmatisch.

2009-07-06

summa cum laude!

Dr. The Exit!

Jetzt ist er los …

sich den Doktor-Titel holen, der Herr Exit.

Ab 10:00 Uhr kümmert Euch bitte um ordnungs- und sachgemäße Daumendrucksstellen!

2009-07-05

Zurück

ist Frau Antsche aus dem Känguruland, nun mehr besitze ich zwei australische Muscheln, roten Sand, eine Aloe Vera von Frazer Island (Fotos), ein Buch, das mir die eine wichtige Frage



meines Lebens beantworten wird. Und ein Glas mit Zauberkräutern, das mir Frau Antsche überreichte mit „das sind die Kräuter zum Känguru-Steak!“



Die Kräuter haben bei mir schlechte Karten, denn obwohl es in Berlin auch australische Shops gibt, in denen ich das Fleisch vom australischen Hasen aus der Tiefkühltruhe ziehen könnte: Helden werden nicht gegessen. Krokodil und Nemos sollen auch gut schmecken, meinen Frau Antsche und Herr Micha. Zum Glück haben sie unter Wasser keine Schildkröten gesehen, die wären auch noch im Topf gelandet. Pfff … die würden auch Balu, den Bären essen.

Habe Lebensweisheiten gehört, wie „man muss das Leben knallen lassen, sonst ist es zu spät.“ (Recht hat sie ja.) Und ein nachdenkliches: „Man hat es schon schwerer da, du bist da eben Ausländer.“

Bin schon froh, dass beide wieder gesund zurück sind, hatte das komische Gefühl im Bauch irgendwann eine Mail zu bekommen mit der Bitte, beide Wohnung aufzulösen. Aber Frau Antsche hat ein Bein in Australien, das ist nicht zu ignorieren. Sie muss eh noch mal hin, den von mir für uns bestellten Koala hat sie nämlich vergessen.

2009-07-03

Dies und das

Foto gesehen von einem mit dem ich mal was hatte, nichts gefühlt. Gar nichts. Luftnummer, damals und jetzt auch. Hätte ich die Energie doch lieber für einen Gang zur Eisdiele genutzt. Hätte ich wenigstens Schlumpfeisgeschmack auf den Lippen. Visionäres: ein Wochenende voller Arbeit. Morgen aber Frau Antsche nach vielen Monaten Australienaufenthalt, wo sie komisches Englisch lernte und mit ulkigen Tieren wohnte und Herrn Micha, den ich ihr vor drei Wochen hinterher schickte, damit er sie mal flugs wieder zurück holt, am Flughafen abholen. Wird jetzt wirklich Zeit. Beste Freundin so weit weg, ist bedingt drollig. Wird große Augen machen und sofort zurück wollen. Arme Maus. Wenigstens habe ich das mit der Sonne zu ihren Gunsten geregelt. Komische Nachrichten bei creezyne diese Woche, nicht wirklich gute. Kopf. Bauch. Kopf. Bauch. Lösung pending. Bauch. Kopf. Bauch. Kopf. Sommerenergieloch. Diesen Monat sind's drei Jahre. Kopfarbeit und Herzschmerz. Unterbewusstsein funktioniert allerbestens. Forumskollegen für Freundin in Spanien Kamera abgekauft, dessen Mutter sich prompt zum Sterben hinlegt und das auch noch tut. Unbedingtes Déjà vu. Erwähnte ich schon das gut geölte Unterbewusstsein? Sind überhaupt zu viele gestorben diese Woche. Jetzt muss mal Schluss sein. Muss noch dies tun und dann jenes. Entscheidungen treffen, wäre da nicht dieses Sommerenergieloch. Und S-Bahnen mit ohne Klimaanlage, dafür ohne mit zu öffnenden Fenstern helfen auch nicht wirklich über die Straße. Amseln singen in die Nacht. Irgendwas hat der Tag doch immer. Und wenn's nur ein Loch ist, in das die Energie veschwindet.

Krankengeld für Selbstständige

Im Rahmen der gesundheitlichen Reformwut wurde Anfang dieses Jahres den in den gesetzlichen Krankenkassen freiwillig versicherten Selbständigen der Anspruch auf Krankengeld gestrichen. Sie durften alternativ Zusatzversicherungen abschließen, nach deren Abschluss sie erst einmal für mindestens drei Jahre an die jeweilige Krankenkasse gebunden waren. (Schon praktisch, wie man hintenrum das kurzfristige Kündigungsrecht der gesetzlichen Krankenkassen dann doch wieder aushebeln kann, nicht wahr?)

Nur drei Monate später wurde diese Regelung erneut diskutiert und wird in der Konsequenz zum 1.8.2009, also lächerliche acht Monate später, wieder zurück genommen, vorbehaltlich der Zustimmung von Bundestag und -rat. Der Selbständige darf sich in der Folge nun mit einem zusätzlichen Wahltarif auseinandersetzen, entweder bleibt er bei dem alten Krankenversicherungssatz von 15,5 % und erhält (möglicherweise, so ganz klar ist das noch nicht) die gleichen Ansprüche zurück wie vor dem 1.1.2009 – oder sie bleiben bei ihrer Zusatzpolice und versichern sich daneben mit dem neuen Beitragssatz von 14,9 %.

Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit bei den Kassen einen Teil der Zahlungen für die dann hinfällig gewordene Police zurück zu fordern. Mehr Infos hier …

Da haben sich die Krankenkassen fein, fein einen fürstliches zinsfreies Kleindarlehen für den kurzen Zeitraum von ihren Versicherten geholt, nicht wahr?

Mit attraktiver Marienkäferprägung?!



Diese Marketingmessage ist aber auch ein bisschen sehr für'n Ar*… oder?

2009-07-02

Geschäftsmodell

Liebe eines Sommers



Heißen mal französische Bergpfirsiche, mal Wildpfirsiche … vermutlich der letzte Sommer in dem man sie nicht geschmacklos und mehlig überzüchtet erhält, sondern ursprünglich saftig und süß. Kosten einen Euro mehr aber es lohnt sich.

2009-07-01

Rosé

Wer dieses Block schon länger liest, der weiß, dass ich insgeheim ein Verhältnis habe mit und zu Rosé-Weinen. Tatsächlich konnte ich persönlich mit der „Rot zu Wild, Weiß zu Fisch“-Regel schon sehr früh wenig anfangen, bevor überhaupt begonnen wurde, diese öffentlich auszuhebeln. Weine, egal welche Farbe, haben ihren eigenen Charakter und gehören ihm entsprechend zum Essen sortiert. Hinzu kommt das individuelle Empfinden, das ist bei mir Jahreszeiten bedingt ausgelegt, im Winter trinke ich lieber einen guten Roten, im Sommer greife ich lieber zu einem weißen Tropfen, am liebsten aber zu einem Rosé. Ja, einen guten Rosé im Sommer als Abendbegleitung hier und da, das macht für mich einen gelungenen Sommer aus.

Vorhin habe ich ein Blogpost bei Dirk Würtz gelesen über das EU-Vorhaben künftig Rosé-Weine nicht mehr ausschließlich aus gekelterten Rotweintrauben zu produzieren, sondern aus einem Verschnitt von Rot- und Weißweinen. Dazu kann man viel sagen und schreiben, soll aber nicht das Thema sein, wichtiger fand ich seinen abschließenden Satz „[…] weil ich diese Weine (Rosé) nicht besonders mag …“

Legitim seine Meinung, ich finde sie schade. Und ich kann jedem empfehlen, der von den Rosés Abstand genommen hat, seit ihm ein billig produzierter Portugiesischer Weißherbst (es gibt in der Tat auch sehr hochwertige, großartige, die nicht wie rosagefärbte Asti-Verschnitte schmecken) wie eine schwarze Katze von links über die Leber gelaufen ist, sich dem Thema heute wieder zu widmen und den einen oder anderen Rosé an sich heran zu lassen – und vorher die eine oder andere vorherrschende Meinung über Bord zu werfen. Eine davon: ein Rosé muss jung sein. Ja, sicherlich ist ein Rosé kein Wein für die übermäßig lange Kellerlagerung. Dennoch habe ich mir vor Jahren in der Weinabteilung der Galeries Lafayette das Angebot eines damals dreijährigen Rosés gegönnt, sehr zweifelnd, weil auch ich mit dem oben geschilderten Diktat Rosé schnabulierte, der mich dann mit einer Tiefe und einem Charakter beglückte, dass ich wenig später von dem Angebot reichlich nachkaufte. Den besten Rosé meines Lebens hatte ich übrigens einmal auf Mallorca und zwar von einem mallorquinischen Winzer (die, gerade die junge Generation, sehr im Kommen sind!). Wir hatten eine Flasche von dem offenen Rosé der Karte geordert und man brachte uns dann eine Flasche aus den Restbeständen des Weinkellers, die halt „weg“ sollte. Was war das für ein Weinglück in Gläsern, das einen schönen Abend mit meiner Mum gemeinsam am Strand sitzend mitbestimmte und mir immer als wundervolle Erinnerung im Geiste bleiben wird. Leider, die mallorquinischen Winzer produzieren ja nicht in übermäßigen Mengen, haben wir damals diesen Rosé nicht nochmals erwerben können.



Neulich war ich hier in Berlin bei den Sandsations, die gegenüber vom Hamburger Bahnhof statt finden und der Spanienfan weiß, dass dort auf den Hinterhöfen Mitte & Meer angesiedelt ist, ein spanischer Groß- und Einzelhandel mit einer großartigen Cava- und Weinauswahl sowie ein paar italienischen und französischen Weinen. Einen schlechten Wein habe ich dort nie gekauft, also bin ich neulich nach dem Fotografieren der Sandskulpturen hinüber und habe mich durch die Weinregale gegraben und hier- und dort einen Rosé zum testen mitgenommen. Denn, das muss ich nach meinen Erfahrungen sagen, die spanischen Rosés sind etwas ganz Besonderes. Sie sind nur selten leichtfüßig, kommen dafür mit einer Geschmacksintensität gepaart mit Frisch daher, die seinesgleichen sucht. Wem der spanische Rote zu schwer ist, dem sind deren Rosés ans Herz zu legen. Zugeschlagen habe ich bei einem Viña Albali von 2006 von Felix Solis, in Valdepenas produziert kommt er aus eine kurzweiligen Lagerung in Barriquefässern und, der Jüngste in der Runde, einen 2008er Homenaje Rosada von Marco Réal aus der Granache-Traube – den übrigens gekauft, weil ich das Flaschendesign angenehm modern und daher reizvoll empfand – das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Dieser Wein hier indes, den Ètim Rosat von 2007 aus dem katalonischen Montsant,



dem ältesten spanischen Weinanbaugebiet, den gab es im Angebot für … ich glaube, es waren knapp 4,– Euro. Ja, ich weiß, da fängt der Weinkenner gar nicht erst an und überhaupt sollte man überlegen, ob man für so „wenig“ Geld überhaupt Wein konsumieren sollte, denn so günstig kann man gar nicht produzieren. Andererseits: vier Euro sind frühere acht Mark und dafür konnte man seinerzeit tatsächlich sehr respektable Weine ergattern, denn da fängt die Mittelklasse an. Hier habe ich also „Ja!“ gesagt, denn mich hat noch kein Weinangebot bei „Mitte & Meer“ je enttäuschen können.



Im Glas findet man einen gut gekühlten, in der Farbe tiefgründigen Wein, dem man fast das Attribut „rosé“ ab und „rot“ zu sprechen möchte, aber er ist eben doch schon ein Rosé und die spanischen Rosés haben einfach mehr Farbe. Geschmacklich trifft man vorne auf frische reife Kirsche, später auf eine reichhaltige sommerliche Beerenpalette und hinten grüßt sehr erhaben der Rijoa im Abgang. Ein unverhofftes rosiges Erlebnis mit erstaunlich viel Geschmack. Was für ein fröhlicher Wein und was für Freude an einem schönen Sommerabend! Wenn ich mir angucke, dass der Wein im Web ab 6 Euro gehandelt wird, werde ich diese Woche nochmals an der Einkaufsstelle vorsprechen.