2010-06-06

Bonfortinöser Artikel …

der FAZ über Joachim Gauck

Gauck ist zugleich ein Intellektueller, der ein originäres, begeisterndes Verständnis von christlicher Politik, von Liberalismus und Bürgerlichkeit entwickelt hat. Die drei Parteien, die in diesen Traditionen zu stehen vorgeben, werden ihn aber nicht zum Bundespräsidenten wählen. Das ist intellektuell nicht zu begründen, also denken sie am besten nicht drüber nach. Jedes Innehalten scheint derzeit die Gefahr des Absturzes zu bergen. Die Schwarzgelben müssen sich über die Runden retten, indem sie die Koppelinsche Gegenfrage auswendig lernen: Nachdenken? Wie kommen Sie denn darauf?
Quelle FAZ

2010-06-05

Schöne Schüsseln



Zweieinhalb Jahre seit der allerersten Kontaktaufnahme des Künstlers Daniel Knipping mit dem Quartiersmanagement Schöneberger Norden und anderthalb Jahre nach Einstieg in die konkrete Planungsphase, wurde heute das Gemeinschaftsprojekt „Von Innen nach Außen“ vom Künstler und den Bewohnern des Pallasseums in Schöneberg feierlich eröffnet. Knipping lebt und arbeitet als Kunsttherapeut und freier Fotograf in der Schweiz. Bei einem Besuch 2006 in einem Wohnheim für Asylbewerber fiel ihm auf, wie sehr eng die Bewohner über die Parabolspiegel ihrer Satellitenanlage noch mit ihrer Heimat verbunden waren. Der Künstler fragte sich, ob Parabolspiegel wirklich nur ein einfaches technisches Werkzeug in dieser mutlikulturellen Gesellschaft sind? Oder ob durch deren Nutzung und daher fortwährenden Kontakt mit der heimatlichen Kultur, diese Antennen möglicherweise für eine Isolation in der neuen Heimat ursächlich sind, sie die Notwendigkeit neue Kontakte einzugehen verhindern? Das Prinzip des Senders zum Empfänger wollte Knipping mit seinem Kunstprojekt „Von Innen nach Außen“ umkehren. Bewohner machen ihre Parabolantenne zum Aushängeschild ihrer eigenen Existenz und senden die Signale selbst.

Bei einem Besuch in Berlin fiel dem Künstler dann das Pallasseum auf.


Daniel Knipping, Künstler, Fotograf, Kunsttherapeut

Die Wohnanlage in der Pallasstraße, ehemals als „Berliner Sozialpalast“ getauft, wurde 1977 nach den Entwürfen des Architektes Jürgen Sawade am Standort des 1973 abgerissenen Sozialpalastes erbaut. Sehr viel Beton sollte damals modernes Wohnen signalisieren, letztendlich aber wurde die über den Hochbunker gebaute Anlage, die auch über die Pallasstraße führt, schnell zu einem sozialen Brennpunkt im Bezirk Tiergarten-Schöneberg. Und damit zum städtischen Albtraum des so genannten urbanen Wohnens.



Das seit 1999 vor Ort eingesetzte Quartiersmanagement Schöneberger Norden kann dank der positiven Entwicklung des Pallasseum-Kiezes wohl als eine der größten Quartiermanagement-Erfolge in dieser Stadt bezeichnet werden. Die enge Zusammenarbeit mit QM und dem Stadtteilverein Schöneberg e.V. auf der einen Seite und der Hausverwaltung auf der anderen Seite, hat das Wohnen in der Pallasstraße wieder attraktiv gemacht. Die gleichen drei Partner sind mit der Stadt Berlin auch verantwortlich für die Organisation, Förderung und Finanzierung des aktuellen Kunstprojektes. In den ca. 514 Wohnungen leben heute ca. 1.500 Menschen aus 40 Ländern. Der hohe Leerstand in der Anlage, der zeitweilig die politische Diskussion bis hin zu Abrissplänen forcierte, ist Vergangenheit. Architektonische Veränderungen der Anlage und eine Absage an outgesourctes Facility Management, ersetzt durch die tägliche Betreuung des Wohnkomplexes mit Hausmeistern vor Ort sowie die Integration diverser sozialer Projekte, die auf den hohen Migrationsanteil der Anwohner eingehen, lassen dort wieder gerne wohnen. Seit 2001 heißt die Anlage offiziell – der neue Name wurde per Bewohnerwettbewerb ermittelt – „Pallasseum“.



2006, im Jahr der in Deutschland ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft, hat das „Pallasseum“ bereits international auf sich aufmerksam gemacht, als alle Anwohner auf ihren Balkonen die Fahnen der teilnehmenden Fußballnationen zum Gruß aufgehängt hatten.

Wo neulich also Fahnen hingen, hängen noch eine Unmenge nichtsagender grauweißer Parabolspiegel, die internationale Programme empfangen und die Anwohner mit Informationen versorgen. Seit heute aber durchbrochen von Satelittenschüsseln, die bunte Informationen an den Beobachter zurücksenden. Daniel Knipping klingelte an den Türen der Bewohner, präsentierte ihnen seine Projektidee und überredete viele Anwohner zum mitmachen. Einige sagten nein, viele ja. Seit das Projekt für alle visualisiert zu erkennen ist, häufen sich die Anfragen der Mieter, die noch mitmachen möchten. Heute zum offiziellen Start hängen bereits 80 Parabolspiegel bezogen mit den Gestaltungsideen der Besitzer, 20 weitere Spiegel werden noch verkleidet. Soweit ist die Finanzierung gesichert. Die Dialoge und Zusammenarbeit waren für Kipping der wesentliche Teil des künstlerischen Prozesses: die Bewohner, die aktiv an dem Projekt teilnahmen wurden in der Aktion selber zum Akteur und Kunstschaffenden.









Die Motive und Ideen für die Bespannung kamen nämlich von den Anwohnern selbst, die vom Künstler fotografisch – alleine oder auch gemeinschaftlich mit den Mietern – umgesetzt wurden. „Viel Cay (türkischen Tee) habe er bei seinen Besuchen überall im Haus getrunken“, erzählte Knipping heute.



Das Foto für den Paraboilspiegel mit dem Teeglas war in seiner Entstehung ein langer Prozess, der von der Auswahl der Hintergründe bis hin zur Entscheidung, ob der Tee mit Dampf oder ohne visuelle Hitze im Glas präsentiert werden sollte, geprägt war. Die Anwohner einmal für das Projekt gewonnen, zeigten offensichtlich einen hohen eigenen Anspruch in dem, was sie der Außenwelt von sich zeigen wollten. Anderswo entschied man sich für ein Familienfoto oder das Porträt des Nachwuchses. Ferne Heimat ist zu sehen. Und ein simples Markstück.

Der Druck erfolgt auf Folien aus LKW-Plane. Ein festes Material, das etwaigem Wetterunwillen Stand halten soll, gleichzeitig aber den Empfang nicht stört. Je nach Größe der Satellitenschüssel kostet ein Bezug zwischen 80-120 Euro. Die Bezüge wurden von Knipping per Hand zugeschnitten und mittels Klammern befestigt. Das Projekt hat zum Austausch und Kommunikation unter den Bewohnern geführt, denn wer bei dem Projekt mitmachte, hat sich auch darüber unterhalten. Und das wird auch weiterhin der Fall sein, denn der Daniel Kipping wünscht seiner Installation, dass sie sich noch weiter entwickeln wird.


Blasorchester der Neumark Grundschule „Blue Elephants“, „Von Innen nach Außen“ am Pallasseum




„Von Innen nach Außen“ am Pallasseum, Daniel Knipping (li.) erklärt sein Projekt


Je länger man die einzelnen Balkone mit den verkleideten Parabolschüsseln beobachtet, um so häufiger erkennt man die Synergie, die sich vom Motiv in der restlichen Balkongestaltung wiederspiegelt. Oder erkennt geographische Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Stockwerken hinweg. Diese Satelittenschüsseln erzählen tatsächlich in eine andere Richtung, weg vom wohnlichen Sofa gerichtet. Ein schönes Sommerprojekt, das heute vor dem Quartiermanagement in der Pallasstraße von Angelika Schöttler, Stadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement und Klaus-Peter Frisch, dem Geschäftsführer der Pallasseum Wohnbauten KG im Beisein des Künstlers eröffnet wurde.


Daniel Kniping, Angelika Schöttler, Klaus-Peter Fritsch „Von Innen nach Außen“ am Pallasseum

2010-06-04

Lieber Lino!

Ich nehme alles zurück. Du warst gar nicht zu dick, als Du bei uns eingezogen bist.



2010-06-03

Sonne!

Endlich! Die diesjährige Balkon-Saison ist eröffnet!









Volkswillen visualisiert

Meckern geht immer. Und dass zumindest die im Netz aktiven Menschen wenig Bock auf Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin haben, haben wir gestern recht deutlich gemacht. Nun konstruktiv die Frage, wen würde sich das Volk als Bundespräsidenten/Bundespräsidentin wünschen, dürfte es ihn/sie vorschlagen?

Bei Martin Oetting kann man seinen Vorschlag im Kommentarfeld abgeben, aus der Mengen der Nennungen wird die Tag Cloud gefüttert. Nicht uninteressant, zur Zeit wollen die meisten Kommentatoren wohl Joschka Fischer. Dicht gefolgt von Margot Kläßmann. Interessant die häufige Nennung von Götz Werner, Gründer der dm-Drogeriekette und Befürworter des Grundeinkommens. Selber mitmachen? Hier entlang!

Afghan Star

„Afghan Star“ ist das afghanische Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“. Unter der Diktatur der Taliban war das Hören von Musik strikt verboten, denn Musik bedeutete Gotteslästerung. Auch Fernsehen war nicht erlaubt. Verstoße der Bevölkgerung wurden mit Gefängnis und Tod bestraft. Das Verbot wurde erst 2004 drei Jahre nach Aufruf der Islamischen Republik Afghanistan aufgehoben.

arte tv zeigte diese Woche eine Dokumentation zu der Erstaustrahlung der afghanischen Version von „Pop Idol“. Das war für mich, unverhofft hinein gezappt, das TV-Ereignis der Woche. Dieser Film erdet und lässt den Blick auf die eigene Kultur unerwartet wachsen. Man erlebt ein Volk dabei, wie es Musik entdeckt – von Show mag man nun unseren eigenem Verständnis hier nicht sprechen wollen. Tanzen zur Musik ist verpönnt, alle Teilnehmer sind im Kleidungsstil hochgeschlossen. Das Gehabe um das natürlich auch sehr umstrittene Format ist im Vergleich zu unseren Maßstäben als niedlich zu bezeichnen. Die Zahlen, spricht man von Quote oder Verdienstmöglichkeiten für den Sieger, sind im Verhältnis zu uns lächerlich gering. Dennoch ist die Relevanz der Sendung groß. Die strenggläubigen Islamisten sehen in „Afghan Star“ nur eine Stärkung der Unmoral.

Frauen, die an dem Format teilnehmen, werden mit großem Argwohn beäugt und sehr schnell nicht als Künstlerin, dafür landesweit als leichtes Mädchen begriffen. Eine junge noch unverheiratete Teilnehmerin wird in der Maske vor ihrem Auftritt nach ihrem Traummann gefragt, den sie bildhaft beschreibt und die wenigen Wünsche, die sie an dieses männliche Traumgebilde für ihr ganzes Leben hat, „seine Augenbrauen sollen in der Mitte zusammen wachsen“ scheinen so herzlich naiv, dass es berührt. Auf die Frage, ob sie schon einmal geküsst hat, lacht sie herzhaft mit einem großen Selbstverständnis in die Kameras „sie sei nicht verheiratet, wie könne sie da schon mal von einem Mann geküsst worden sein?“ Unter westlichen Maßstäben als Frau aufgewachsen, bleibe ich still staunend zurück.

Und diese junge Frau macht bei ihrem folgenden Auftritt den Fehler – von ihren Emotionen getragen – zu tanzen. Ganz wenig nur, sie tippelt etwas hin- und her und bewegt leicht den Körper, dabei verrutscht ihr Kopftuch und die gesamte Nation sieht ihr Haar. Sie schafft es zwar noch in das Halbfinale, in dem sie aber als erste gehen muss. das Finale wird zwischen zwei untadligen Männern ausgetragen. Ihr Verhalten ist ein Skandal und die volksweite Schande trägt sich zurück bis in ihr Elternhaus. Sie erhält Morddrohungen, ihr wird das Appartement gekündigt, sie muss zurückziehen zu ihren Eltern in die Heimatstadt, darf dabei möglichst nicht gesehen werden, damit etwaige Übergriffe nicht geschehen können.

Für die radikalen islamischen Geistlichen scheint Vergeltung, ihr Tod, beschlossene Sache.

„Afghan Star“ ist noch für wenige Tage bei arte.tv online zu sehen. Absolute Empfehlung.

2010-06-02

Und so sprach …

der ältere zahnlose Motzverkäufer in seiner etwas anderen Verkaufsansprache während meiner öffentlichen Kaffee-S-Bahnfahrt durch die Stadt: „[…] wenn Sie kaufen/spenden … dann kann ich mir vielleicht auch einen Maserati leisten oder viel lieber wieder einen luxuriösen Citroën.“

Ist verdammt leicht von mir Geld zu bekommen …

Chaostheorie

Kaum gehe ich zum gemütlichen Obstschnitzen (kann da mal einer einen Verein für gründen?) und herstelle dabei einen hübschen Möhrchen-Schmetterling (natürlich nicht den perfekten auf dem Foto in der Mitte, sondern mehr den unperfekten hinten rechts), detonieren in Göttingen alte Fliegerbomben.



Neulich sah ich noch einen Nachrichtenbeitrag von einer Evakuierung hier in Brandenburg aufgrund einer Entschärfung und dachte so bei mir, „Ach, ich würde da gar nix aus der Wohnung mitnehmen. Da passiert doch eh nie was.“ Tsja …

2010-06-01

Karneval der Kulturen 2010






























Wenig habe ich fotografiert dieses Jahr. Nun, es ist auch alles schon mal da gewesen. Nächstes Jahr werde ich schlicht und einfach nur Dekoltees fotografieren. Echte Dekoltees. Keine plastischen. Dafür ist der Karneval immer gut.

Kann das nicht bebloggen …

bin schlicht überfordert mit dem, was da gerade national und international passiert und muss das ganze Grauen (international) und die unendliche Niveaulosigkeit dieser Politiker (national) erst einmal verdauen.

2010-05-31

Frau von der Leyen …

ist ein smart As. Sie legt das Prinzip des bereits eingeführten „Öffentlichen Beschäftigungssektor“ neu auf. Streicht ein paar hundert Euro im Salär und nennt das jetzt „Bürgerarbeit“. Bei Frau von der Leyen sollen Arbeitslose jetzt unsere Straßen fegen was der öffentliche Aufruf zum Abbau von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt ist, die Geschäftsleitung der Stadtreinigungen z. B. wird das freuen. Die Grünanalagen werden längst seit fünf Jahren mit Einführung der 4. Stufe der Hartz-Konzeption (neues ALG II von den sogenannten 1-Euro-Jobbern gepflegt.

Frau von der Leyen fällt also auch nichts Neues mehr ein. Ausser eben – was ja großes Standbein der Hartz-Konzeption schon immer war – Zerstörung von Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Am meisten widert mich persönlich aber diese Tenor „Arbeitslose sollen gefälligst etwas tun für die soziale Gemeinschaft“ an. Diese unterschwellige Annahme, Arbeitslose seien zu faul.

Würde die Arbeitsagentur endlich mal den Passus „Arbeitslose dürfen maximal drei Wochen im Jahr ehrenamtlich aktiv sein“ streichen und diesen Menschen hierbei eine freie Entfaltung zusagen. Das ließe sich problemlos durch einen Passus ändern, dass trotz der ehrenamtlichen Tätigkeit die Bewerbungsbemühungen nachweislich nicht vernachlässigt werden dürfen und hätten wir deutlich weniger Probleme im sozialen Bereich. Und übrigens deutlich weniger Arbeitslose, die den Krankenkassen auf der Tasche liegen wegen Depressionen, die mangels Aufgabenstellung zwansläufig in deren Leben Einzug halten.

Setzen, Frau von der Leyen, sechs!

2010-05-30

Ach ja …

der Öl-Gau im Golf von Mexiko ist langfristig weltweit von schlimmerer Konsequenz (übrigens auch für uns, nicht nur für amerikanische Küsten) als das Reaktorunglück von Tschernobyl.

Wollte ich nur mal angesprochen haben …

Der ESC 2011

findet in Berlin* statt. Nicht weil Berlin eventuell schöner sein könnte als Hannover, nur weil die eine komische Halle hier größer ist als die CeBit. Außerdem kostet hier die Currywurst nur € 1,30 und die Dealer in der Hasenheide sind ooch schön billig.

Moderiert wird er von Stefan Niggemeier im Trick-Smoking, Thomas Hermanns und Olivia Jones. Weil die Stadt so arm ist, muss die Digitalanimation vom Screendesigner des Offenen Kanals gemacht werden. Windmaschinen dürfen nicht benutzt werden, wegen schlimmer Terror-Gefahr.

Danke Lena, Du olle Hüpfdohle. Das war ein Spaß die letzten Tage mit Dir!

(* lustige Vermutungen)

2010-05-29

Botox verlangsamt Hirn-Aktivität

Na, wenn das so mancher Mann liest, wird er vermutlich die Botox-Feten seines Weibchens herzlich gerne auf einen dreimonatigen Rhythmus verjüngen, könnte ich mir jedenfalls vorstellen.

Leseempfehlung: „Spritzen bis das Hirn aussetzt.“

2010-05-27

Den politischen Hintergründen

im Prozess gegen Jörg Tauss hat Schrozbergs Blog näher ausgeführt. Bei Nr. 4, der Schöffin, wird's für meinen Geschmack leicht komisch in den Ausführungen. Aber die anderen drei Punkte lassen sich wohl nicht so leicht vom Tisch wischen …

2010-05-26

Beilage



Die Speisekarte einer Restauration an einer Kreuzberger Markthalle hatte uns wohl überfordert und so nahmen wir einmal Kässpätzle mit brauner Sauce, Kässpätzle mit Käse und Kässpätzle mit Käse und Speck. Es hieß in der Karte mit einem kleinen Salat. Den habe ich dann mir erlaubt zu fotografieren, weil außer dieser Salatkreation kein Salat zu sehen war.

(Die Kellnerin (ihr 1. Tag) kam dann Stunden, nachdem unsere Teller leergegessen und abgeräumt waren, schuldbewusst mit dem kleinen Salat doch noch an. Der war nicht wirklich dolle, noch besonders umwerfend aber immerhin etwas größer als die Dekoration im Bild, irrtümlich als der kleine Salat fotografiert.) Die Spätzle auf diesem Teller kosteten € 8,50. Immerhin DM 16,62 für einen Teller mit einer recht übersichtlichen Menge Nudeln, geschmacksneutralen Käse und Speck. Doch ja, manchmal muss man sich den Wahnsinn der Umrechnung antun.

2010-05-25

Extase!

Neulich erzählte ich auf Twitter, ich hätte mal wieder für Lino ein paar Zuckerstangen in einem Café „geklaut“. Der Kater macht kaum etwas lieber, vom mentalen Herbeizaubern von Krabben und Gambas einmal abgesehen, als diese Zuckerstangen über den Holzboden zu jagen und fangen – solange bis sie aufgeben und mich zum Staub saugen animieren. Zwischendurch darf ich die Stangen immer mit dem Lineal unter dem Sofa oder einem Regal wieder hervor „retten“, die Dinger sind ja feige und verkriechen sich gerne mal mitten im Spiel.

Also twitterte ich das und plötzlich fragte mich Frau MonaLisas Eyes nach den Kontaktdaten vom Kater. Lino ist halt so, er pennt neben mir und lässt mich derweil seine Online-Kontakte pflegen und Korrespondenz führen, der kluge Kerl. Was soll's! Ich bin ja auch nur 1. Fanclub-Vorsitzende von X,Y und Z.

Am Donnerstag klingelte der Postbote und drückte mir ein extrem schweres Päckchen aus dem wunderschönen Dresden in die Hand. Ein Päkchen, dass Nishia komplett närrisch machte, als es auf dem Boden unausgepackt Platz nahm:



Lino hatte natürlich sofort und elegant die ganze Sache im Griff und wusste genau, was für ihn zu tun war. Die Rechte regeln, also seine Rechte regeln:



Dass da neben meinem Namen auch noch die Namen der zwei Fellträgerinnen standen, ließ sich ja elegant ignorierern:



Wir hatten also Post von der großzügigen und charmanten Frau Mona Lisa und ihrer wunderschönen, etwas betagten Dame des Hauses! Und während Nishia ungewohnt extatisch vor sich hinrollte und mich den beiliegenden Brief erst mal überhaupt gar nicht kein bisschen lesen ließ, …



… ließ Talytha gute Erziehung gute Erziehung sein und packte aus …



… bis sie die Katzenminze in die Pfoten bekam und sich kurz zum Katzen-Shisha-rauchen … äh … schnüffeln verabschiedete.



Lino hatte natürlich nur Nase und Ohren für die relevanten Inhalt des Päckchens und wühlte sich an zwei Rotweinfläschchen (für mich), eine Packung für Celebrations (für mich), viel Spielzeug, Catsticks und noch mehr Spielzeug vorbei, um vor dem unverhofften Glück und Reichtum eines einzelnen Katerlebens zu stehen:



Tolle Zuckertüten – und zwar satt! In einer beiliegenden Tüte sogar noch mehr davon!



Während der kleine schwarzweiße Katerfratz sein Glück nicht glauben konnte, wuselten und schnüffelten im Rest des Flures zwei Mädels auch völlig im Glück über gutriechende Kissen, Tüten, Kartons … ein Freudenfest! Ich schwöre: ich habe sie alle drei jauchzen gehört! Und ich kam nicht mit dem Fotografieren hinterher.



Tally hatte ein großes buntes wohlduftendes Kissen für sich entdeckt, dass ordentlich beschmusst und zugesabbert gehörte. Den etwas starren Blick führte ich auf den Drogen-Konsum zurück …



Sie war alsbald so in Trance, dass selbst der böse Blitz sie nicht störte (was bekanntermaßen was heißen will bei Madame „please don't take a picture!“)









Lino hatte dann erstaunlicherweise von seinem Zuckerberg irgendwann runtergemacht und sich an zweites rotes (!) Duftkissen rangemacht …



… während Nishia beglückt alles berollte, was sich beschmusen und berollen ließ und sich von allen am allermeisten über die tolle grandiose Springmaus an der Angel freut!



Da hat uns jemand eine riesengroße Freude gemacht! Herzlichen Dank nach Dresden! Ihr seid bonfortinös!