2010-07-07

Sätze …



auf die mallorquinische Kater sehr lässig verzichten können: „Ach Lino, nun guck nicht so angespannt. Die Spanier machen das heute schon. Und wenn nicht, machen's die Deutschen.“

Kater: Abgang.

2010-07-06

Frauen

Der Aufmacher des Tages „Frauen bescheiden sich beim Einkommen“ (spiegel online) oder „Froh zu sein bedarf es wenig“ (Die Süddeutsche Zeitung).

Frauen fänden es gerecht, dass ihnen ein geringeres Bruttoeinkommen zustände, so wird aus den Ergebnissen zweier Studien resultiert, die das Deutsche Instititut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht hat. Frauen würden ihr Wunschgehalt stets im Bruttoeinkommen niedriger angeben als Männer und zwar über die gesamte Bandweite von der Hilfsarbeiterin bis zur Akademikerin hinweg. Das ist das Ergebnis der einen Untersuchung. Die zweite Studie schließt aus ihrem Resultat, dass Frauen bei der Betrachtung zweier Arbeitnehmer mit gleichem Lebensstil aber unterschiedlichen Geschlechtern, bei der Arbeitnehmerin 400 Euro weniger Einkommen vermuteten und darin sogar einen vertretbaren Sinn sähen.

Daher kommuniziert einer der Studiendurchführer Jürgen Schupp pragmatisch folgernd „Selbst Frauen seien der Meinung, dass Frauen am Arbeitsplatz weniger verdienen sollen.“ Diese Schlussfolgerung ist natürlich blanker Unsinn. Alleine mein Wissen (als Frau), dass eine Frau auf dem deutschen Arbeitsmarkt aktiv in der gleichen Position sehr üblich und mit völlig hoher Wahrscheinlichkeit, in gleicher Position und Rang, üblicherweise 33,3% weniger verdienen wird als ihr Kollege, lässt in der Schlussfolgerung einzig eine logische Subtraktion des Frauengehaltes und somit Darstellung einer Realität gemäß der Frage zu. Sie beinhaltet damit noch lange nicht die Aussage, es sei für uns legitim und anerkannt oder gar gewollt, dass die realen Umstände so sind wie sie sind.

Ich will sagen, zeige mir einen Mann und eine Frau mit gleicher Qualifikation und ich soll deren die Gehälter bestimmen, sortiere ich natürlich die Frau unterhalb des Bruttoeinkommens des Mannes ein. Nicht weil ich das so gut finde sondern weil es in dieser - ach so fortschrittlichen emanzipierten – Welt der Realität entspricht! Wem sollte ich da in die Tasche lügen?

So scheint mir die Schlussfolgerung aus den Ergebnissen der ersten Studio mehr banal als fundiert. Fakt ist, wenn ich mich heute bewerbe als Frau über 40 mit meiner Qualifikation, kann ich überhaupt nicht meinen würdigen Marktpreis verlangen. Ich bin a) eine Frau, b) überqualifiziert, d) es gibt einen Arbeitsmarkt, der eher aus Mangel an Arbeit denn aus Mangel an Arbeitskräften besteht, e) für viele Unternehmen gelte ich bereits als zu alt, f) und somit als zu teuer. Wenn ich also in eine Gehaltsverhandlung gehe, muss ich mich natürlich über alle anderen Faktoren, die mich als Bewerberin nicht attraktiv machen für meinen potentiellen Arbeitgeber so verkaufen, dass ich attraktiv werde. Nun kann ich an meiner Qualifikation und meinem beruflichen Werdegang kaum schrauben, ich kann mich nicht jünger noch unerfahrener machen, als ich bin. Ich werde weiterhin als potentiell krankheitsanfällig gelten aufgrund meines Alters – ich kann also meine Attraktivität als Frau nur über einen einzigen Punkt steuern: dem Gehaltswunsch. Das ist politisches Kalkül, denn ich unterliege als Mensch dieser Gesellschaft dem Zwang arbeiten zu müssen. Lust darauf, weniger Geld zu verlangen, habe ich keine. Ich bin auch mitnichten der Meinung, dass ich real weniger verdienen sollte, als mein männlicher Kollege. Dieser Gedanke kommt und ist mir nie in den Sinn gekommen! Alleine die Realität aber lässt meine Überzeugung zu leben leider nicht zu.

Gleiches gilt übrigens auch für Frauen, die jünger sind, weniger Qualifikationen (zu wenig Erfahrung, zu wenig Fachwissen) mitbringen. Die sich mit dem Manko ja übermorgen doch Mutter werden zu wollen oder schon Mutter sind – vielleicht alleinerziehend – also die Möglichkeit unverhoffter Ausfälle, wenn die Kinder mal krank sind, mitbringen. Oder wegen der Kinder ja eh nur mit dem halben Ohr bei der Arbeit sind, keine Überstunden machen können etc. Wir müssen reagieren, um in diesem für uns Frauen sehr schlechten Arbeitsmarkt, Arbeit zu finden. Also verkaufen wir uns auch unter Wert. Dass wir genauso viel verdienen sollten und wollten, wie unsere Kollegen, ist überhaupt nicht zu bestreiten.

Auch nicht durch Studien, deren Verursacher Stefan Liebig, Jürgen Schupp und Thomas Hinz heißen. Die, so vermute ich stark, Männer sind und an dieser einen Stelle erlaube ich mir meinen Zweifel an der Evidenz dieser Studie anzumelden. Natürlich steht es jedem frei, eine Studie nach seinem Gusto zu deuten. Ich sehe diese hier schlicht falsch interpretiert.

So oder so ist es aber nach wie vor Fakt, Frauen in Deutschland fehlen weiterhin im Durchschnitt mindestens 300 Euro im Monat im Portemonnaie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, die sie in ihre Altersvorsorge stecken müssten. Die existierende und künftige Altersarmut von Frauen ist in Deutschland weiterhin ein genau gar nicht von der Regierung diskutiertes Problem hierzulande. An dem Thema hat sich seit den Trümmerfrauen erschreckend wenig für Frauen zum Positiven geändert, ein Beispiel: das neue Unterhaltsrecht und daran erkennt man auch wie sehr schlecht Merkels Frauenpolitik ist.

Ich kenne übrigens kein Unternehmen in Deutschland, das es als Inhalt seiner Imagearbeit verstanden hätte, damit zu werben, Frauen gleich hohe Gehälter zu zahlen, wie ihren männlichen Kollegen. Warum wohl?

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2010-07-05

Ich mag …

Sommerregen ja. Es gibt wohl kaum etwas wohlverdienteres nach heißen Sommertagen, als nachts im Sommerregen nach Hause zu radeln, komplett nass zu werden, gute Luft zu riechen und die Hitze abdampfen zu fühlen, sich dabei mit einer angenehmen Kühle die Hand zu reichen

Wenn nicht blöde Haarstylingprodukte sich aus den Haaren lösen würden und mit dem Regen in die Augen schwimmen würden, wo sie wirklich unangenehme Schmerzen verursachen. Beim Radfahren.

Pah! Aber sonst … so ein Sommerregen … hach!

2010-07-04

Bloggende Lehrer

Die Panels auf der letzten re:publica, die sich um bloggende Lehrer und Schüler drehten, habe ich als mit die erfolgreichsten erlebt in der Nachfrage. Die Räume waren überfüllt, die Diskussionen intensiv und die Erfolgsstories, die die dort vortragenden Leser für ihre Schüler erzählen konnten, hörten sich fast zu schön an. Aber wenn man zum Beispiel einen Schüler, der sich sonst mit wenig Themen im Fach Musik lautstark auseinander setzen kann, weil (wie man im Nachgang bemerkte gar nicht uninteressiert war, nur schüchtern), sich seine gute Note verdient, weil er hervorragende Arbeit im aufgesetzten Blog bringt – dann sind das großartige Lernerfolge, die neue Medien in die hiesigen Klassenzimmer bringen können.

Falls hier Lehrer oder Eltern mitlesen, die sich für das Thema Lehrer, Schule und Blog interessieren, hier eine Aufstellung aller bloggenden deutschen Lehrer.

2010-07-03

Kann dass ein, dass …

der mallorquinische Kater und eindeutig für die spanische Mannschaft jubelnd und ich, eindeutig für die deutsche Mannschaft jubelnd, kommenden Mittwoch ein gemeinschaftliches Problem von fundamentaler Tragweite haben werden?

Heimatklänge



Aus gegebenen Anlass heute vom kurz vorm Ku'Damm auf den nur Fußgänger durften. Aber auch egal. Ist Euch aufgefallen mit was für einer Ästhetik Manuel Neuer fangen kann? Hach …

2010-07-01

Kleine Argumentationshilfe

dieses Blogpost ist verfasst im Namen des kleinen grazilen mallorquinischen Riesenkater Lino im Kuhkater-Design, der einem einzelnen hanseatischen Rockstar im Kuhkater-Design a) über den Verlust seines weltbesten Cat-Bag-Lieferanten (Portugal) aus der WM hinwegtrösten soll und b) Geschmack machen soll auf lässige Überwinterung in südeuropäischen Gefilden mit Direktzugang zur Fischtheke …



















2010-06-30

Bundespräsidentenwahl

Blubb

Untermiete



(Bei Klick auf's Bild wird's größer)

2010-06-29

Die Lieblingsspanische Mannschaft

vom kleinen grazilen mallorquinischen Riesenkater Lino hat sich gerade ins Viertelfinale geschossen und der Kater ist ganz glücklich, weil der Olli auch noch was von „… das ist ganz große Klasse“ erzählt.



Morgen bekommt er die spanische Flagge auf den Kuchenzahn geklebt.

2010-06-28

Erst gewählt werden, dann Internet

Die Süddeutsche Zeitung zitiert heute Christian Wulff unter dem Titel „Christian Wulff (CDU) will als Bundespräsident online gehen“, der ernsthaft behauptet:

«Das Internet wird von mir stark genutzt werden. Diese Welt junger Leute müssen wir aufnehmen», sagte Niedersachsens Ministerpräsident am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.“
Quelle: Die Süddeutsche Zeitung

Christian Wulff ist 1959 geboren. Ich bin 1965 geboren.

Welche jungen Leute meint der? Wovon spricht der? Wenn keine Ahnung vom Volk, einfach mal die Klappe halten.

Frösche, Eiweiß, Salz, Zucker, Zitrone

et voilà, schon hätten wir die Zutaten für „Gellèe de Garnulles pour les malades“ (Froschschenkel-Gelee als Krankenkost). In der Universitätsbibliothek Graz findet Ihr in den Sondersammlungen, dort unter Kochbuchplattform, als pdf das Kochbuch von Pierre de Lune, seiner eigenen Bezeichnung nach oberster Koch (Escuyer de Cuisine de feu) des Duc de Rohan: „Le Nouveau Cuisinier“.

Zweite Auflage. Von 1660. Versteht sich!

via textundblog

Lesebefehl

Seit dem BGH-Urteil zur Sterbehilfe hat die taz mehre Artikel zum Thema Sterben aufgemacht. Heute bringt sie ein Interview mit dem Mediziner Matthias Gockel, der als Palliativarzt in Berlin-Buch arbeitet. Sehr lesenwert!

Sorgen müssen wir uns …

dieser Tage wegen vieler Dinge, darüber hilft auch kein wetterliches Hoch hinweg. Ich persönlich mache mir in diesen Tagen Sorgen, was Deutschlands Staatsanwaltschaften so treiben. Offensichtlich scheint in wenigstens einem Bundesland dieser Republik das eigene persönliche Geltungsbewusstsein der Angestellten einer Behörde der Exekutive als Legitimierung herzuhalten, völlig unkontrolliert Schaden gegenüber Dritte noch vor einem Prozess zuzufügen, alleine weil man sich selbst gerne als erster im Rampenlicht einer vorverurteilenden Presse sehen wollte und noch möchte. Unter solchen Bedingungen fällt es natürlich schwer einen Fehler einzugestehen. Das fällt immer schwer. Es wiegt aber die Tonnen einer vernichteten Existenz mehr, wenn man sich weiterhin weigert im Eingestehen dieser Fehler, den möglichen Tatverdächtigen nicht aus der Untersuchungshaft entlassen zu wollen.

Die Rede ist natürlich vom Fall Jörg Kachelmann. Dieser Mann sitzt wegen dem Vorwurf der Vergewaltigung seit nunmehr drei Monaten in Untersuchungshaft, wegen dem dringenden Tatverdacht, wie es so schön heißt, und mangels festem Wohnsitz in Deutschland. Dass der Mann hierzulande ein als GmbH geführtes Unternehmen mit ca. 200 Angestellten besitzt, scheint hinsichtlich der möglichen Fluchtgefahr keine Rolle zu spielen. Na, denn.

Die Rede ist auch von der Staatsanwaltschaft Mannheim. Der bröselt seit mehreren Wochen die Aussage des angeblichen Opfers unter den Akten weg. Dummerweise auch noch von den selbst beauftragten Gutachtern mit großen Zweifeln an der Wahrheit der Aussage der Frau befundet. Etwaige DNS-Spuren auf dem angeblichen Tatwerkzeug, die Berichte der Medien auf dem vier Großbuchstaben-Niveau lt. Aussage der Staatsanwaltschaft längst dem Angeklagten zuordneten, haben sich als so gering erwiesen, dass nicht einmal ermittelt werden konnte, ob es sich nicht doch auch um DNS-Spuren eines üblicherweise mit einem Messer zu behandelnden Rindersteaks handeln könne. Dem vermeintlichen Opfer konnte mittlerweile eine Falschaussage in bereits zwei Punkten nachgewiesen werden, als auch hat ein renommierter Gerichtsmediziner mittlerweile begutachtet, dass die etwaigen Verletzungen des Opfers mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihr selbst hausgemachter Natur sind. Und die Liste der Unstimmigkeiten hinsichtlich der Aussagen des Opfers zugunsten des angeblich Tatverdächtigen setzt sich weiter fort. Das alles aber interessiert die Staatsanwaltschaft Mannheim nicht weiter.

Kachelmann bleibt weiter in Haft.

Der Spiegel hat schon vor gut drei Wochen sehr ausführlich recherchiert und über den Fall Kachelmann einen Leitartikel „Er schläft mit ihr“ geschrieben. Damals lief mir das schon eiskalt über den Rücken, bei dem Gedanken in Deutschland als möglicher Prominenter in die Fänge einer geltungsgeilen Staatsanwaltschaft (die Staatsanwaltschaft Darmstadt, die bereits im Fall Nadja Benaissa überhaupt nicht regelkonform agierte, liegt nicht weit weg von Mannheim) zu geraten. DIE ZEIT legt heute mit „Schuldig auf Verdacht“ nach. Und es bleibt – von allen Fragen, die sich hinsichtlich der Tat und dem Verhalten vom vermeintlichen Opfer hervortun – vor allem die Frage: was ist da eigentlich los in Deutschlands Staatsanwaltschaften?

Wer haut diesen Leuten auf die Finger? Was bleibt uns in diesem Land, wenn wir unserer Exekutiven nicht mehr trauen können? Wird jetzt eigentlich überall jede Verantwortung nur noch auf die Richter in diesem Land abgewälzt – für fünf Minuten Ruhm?

Wehret den Anfängen!

Ich glaube, ich bewerbe mich jetzt mal als Schöffin.

Edit 29.06.2010 „Die machen mein Leben kaputt.

2010-06-26

Aber immer schön,

wenn man wenigstens verstanden wird …

Der Kai D. aus B.

in der Roaming-Falle. Sehr feiner taz-Artikel.

2010-06-25

Reistherapie III

Es ist schon einige Tage her, da bin ich zum dritten VHS-Kurs von Shoko Kono geschlichen. Nach den beiden ersten Sushi-Vorängern stand dieses Mal (erstmals angeboten) das Thema Schnitttechnik auf dem Seminar-Programm. Und Gemüse schneiden, formschön, das hat es in sich …

Wir wurden wieder mit Weizentee begrüßt und sofort gab es den ersten Tipp für Küchenbretter ohne Gummifüße, die auf glattem Untergrund leicht wegrutschen. Einen Einkoch-Gummirand darunter legen.


fotos alle mit der pentax k7 und dem pentax FA f1.7 50

Dann haben wir uns warm geschnitten. Als erstes durften Aubergine-Eckstücke in schmale Streifen geschnitten werden. Alles übrig bleibende Gemüse, weil nicht für den Dekoschnitt verwendbare Fruchteile, wanderte übrigens in die Schüsseln Salat bzw. Suppe. Auberginen-Schnitt: easy-peasy.



Als nächstes wurde eine Zuccini in Hälften geschnitten und mit Ausstechformen, hier das Modell „Blüte“ in Form gedrückt.



Von der wir dann oberhalb in feinen kleinen Schnitten das Muster erweiterten und nebenbei verschönten. Das war noch trivial und wurde mit jedem Schnitt ansehnlicher. Dumm nur, dass meine Ausstechersammlung sich primär auf weihnachtliche Motive und eine Tulpe beschränkt.



Dann folgte der Schnitt vom Rettich. Dieser wurde in ca. 7 cm lange Stücke geschnitten, die dann rund um sehr dünn mit einem Schnitt entblättert werden sollten. Sinn der Angelegenheit war es, lange hauchdünne breite Streifen zu erhalten. Wie Shoko sagte, in Japan könne man beim Profi Zeitungspapier durch den Rettich lesen. Nun ja, in Japan. Und beim Profi … (Shoko kann das natürlich perfekt, *seufz*)



Die Streifen werden dann übrigens mittig in feine Linien geschnitten, so dass oben und unten noch ca. 5 mm stehen bleiben, und den Streifen zusammen halten. Dann wird der Rettich mit viel Salz gewässert, damit er weich wird. Und sobald er biegsam genug ist, werden die Streifen auf der Hälfte umgelegt, als Blüte geformt und mit z. B. Zahnstochern fixiert.

Et voilà: eine Rettich-Chrysantheme!



Danach wieder eine praktikable Übung für Running Beginners. Ca. 1 cm breite und 5 cm lange Gurkenstreifen in 5 lange möglichst dünne Linien schneiden, so dass am oberen Ende noch ca. 3 mm stehenbleiben. Die jeweils von außen gesehen Streifen einmal umbiegen, fertig ist die Teller-Dekoration.





Als nächstes durften wir Möhren drangalisieren. Feine Blüten ausschneiden, schon verließ uns bereits der Anspruch des Trivialen.



Beim Möhren zu Schmetterlingen schnippeln, hörte es dann auf. Viele kleine Möhrchenstücke mussten bei mir sterben, bis ich auch nur annhähernd einen hübschen orangenen Flattermann mein Eigen nennen durfte. Also mit Stolz mein Eigen nennen durfte. Ach …!



Man schneidet von einem ca. 2 cm hohen Möhrenstück ca. 2-3 mm breite Streifen, schnippelt seitlich hübsche Muster und trennt dann den Streifen längs mittig durch, so dass er unten noch zusammen gehalten wird … eine sehr hübsche Dekorationsmethode, aber sie will geübt werden. Nur stellt Euch nur die Gesichter vor, wenn Eure Kinder oder Enkel solche hübsche kleinen Möhrenschmetterlinge in der Gemüsesuppe finden? Sag ich doch! Das lohnt sich!





Sag mir Bescheid, wenn Ihr an einem solchen Mörser vorbei kommt. Es ist eine Schale, deren Innenleben geriffelt ist. Hier drinnen haben wir den Sesam mit einem Stössel für das Salat-Dressing gemahlen. Eine fast therapeutisch anmutenden Bewegung. Aber das ist mösern ja immer …





Die Auberginen-Fächer wurden in Mehl gewendet, in Tempura-Teig gewälzt (Mehl, Backpuler und eiskaltes Wasser) und später in heißem Fett ausgebacken. Wichtig dabei, die Fächer ausgebreitet die ersten Sekunden im Fett halten, damit sie diese Form nicht vergessen. So wurde auch mit Süßkartoffelscheiben verfahren und mit Gambas, die wurden aber vor dem Gang ins Fett nochmals in Panko gewälzt.



Zu diesen Zubereitungen kann ich nur sagen: Gemüse wird bei mir ab sofort so öfter und überhaupt öfter fritiert. Da die Aubergine dank des Tempura-Mantels sich überhaupt nicht wie gewohnt mit Fett vollsaugt, war das mit Abstand die beste Aubergine meines Lebens im Geschmack: grandios! Gleiches lässt sich zur Süßkartoffel sagen – nur das war die erste Süßkartoffel meines Lebens überhaupt, insofern verkneife ich mir hier die Wertigkeit. Ich kann nur sagen, eine feine Kartoffelscheibe mit viel Geschmack und das merke ich mir. Ich stelle mir diese Zubereitung auch sehr gut vor für dünne Kartoffelscheiben, die man mit einem Kräuterblatt (Basilikum oder Salbei) in der Mitte zusammenfügt und so fritiert …



Direkt nach dem Lehrgang zog dann endlich auch Panko in meinen Haushalt ein. Ich kannte das zwar vorher schon, habe es aber selber nie bewusst angewendet. Panko ist deutlich teurer (das Kilo kostet ca. 6 Euro, gibt es aber auch in 200g Packungen) als unsere Semmelbrösel-Panade und man sollte auch darauf achten, dass man Panko ohne Glutamat erwirbt. Aber es macht Frittiertes viel knuspriger als unsere schnöde Panade und ich habe neulich simple Hühnenbruststücke auf Art Wiener Schnitzel gemacht, mit Panko um Längen besser! Kann ich nur empfehlen.





Nebenbei köchelte übrigens schon die pikante Hühnersuppe in die z. B. ein Teil unserer Zuccini-Blüten wanderten und Rettich-Würfel. Sie war leicht scharf und mit Knoblauch, Fischsauce pikant angemacht – und unglaublich lecker. Leider habe ich kein Foto gemacht. Aber sie kommt bei mir eh demnächst auf den Herd, dann reiche ich Foto und Rezept nach. Eines nur vorneweg: kocht mit mehr Rettich Eure Suppen. Was für eine feine geschmackvolle und hierzulande als Einlage verkannte Suppeneinlage Rettich doch ist.

Neben dem Salatteller bereiteten wir nebenbei noch einen Teller mit warmen Gemüse und einer Soja-Misopaste-Miri-Hondashi-u.v.m-Sauce zu.



Als warmes Gemüse wanderte ebenfalls Zuccini, blanchierter Blattspinat und Zuckerschoten auf den Teller. Natürlich wird das Gemüse nach dem Blanchieren in eiskaltem Wasser abgeschreckt, der Farbe wegen. Die Sauce ist nicht wenig aufwändig, lässt sich aber im Kühlschrank gut länger aufbewahren.



Und dann durfte gegessen werden, zuerst die Suppe, Salat und Gemüse



Dann die Zutaten im Tempura-Mantel. Für diese wurde vorher noch Rettich und Ingwer gerieben zur Würze, beide Zutaten kommen in die Soja-Sauce gerührt – während Wasabi übrigens tunlichst nicht in die Soja-Sauce gemischt wird!



Ein herrliches Essen. Und obwohl natürlich Fett im Spiel der Zubereitung war, war es ein sehr leichtes und bekömmliches Essen mit großartigen Aromen aller Zutaten, weil eben nichts tot gekocht war.



Zum Schluss zeigte uns Shoko noch schnell, die Seminarzeit war so gut wie rum, wie man aus Obst recht schnell ansehnliche Deko für die Nachtischteller zaubert.







Auch dieser Kurs ist sehr zu empfehlen. Im Vergleich zu den Sushi-Seminaren war verhältnismäßig viel zu arbeiten und kochen in der Zeit. Aber ich habe viele Tipps mitgenommen, um demnächst die eine und andere Variation in der Gemüsepräsentation zu vollbringen. Bin über ein neues bonfortinöses Hühnersuppenrezept gestolpert, das zudem sehr schnell zubereitet ist und Panko: Yieeeeh-heahhhh!

2010-06-24

Lichtspiele 1

2010-06-23

Na, det flutscht doch!



Ich bin bekennende königliche Hochzeitguckerin! Mit Freuden und Wonne! Und da die Hochzeit von Königin Silvia die erste royale Hochzeit war, die ich als Kind jemals wahrgenommen habe, war das gesprochene „Ja!“ ihrer Erstgeborenen natürlich Pflicht. Stockholm, so schön am Wasser gelegen, bietet eine grandiose Kulisse zum Heiraten und – seien wir ehrlich – das nicht mehr ganz junge Brautpaar war dermaßen sympathisch und genug verliebt, dass es einem den einen Tag vor dem Fernseher nicht als Vergeudung erschienen ließ.

Alleine … ich bin dieser Form von dümmlichen Schmalz-Journalismus entwachsen. Während sich in den letzten Jahren die Krabbelkinder der Monarchen den Gegebenheiten des realen Lebens angepasst haben und sich mit Bestimmtheit den Ehepartner aus dem Volk erwählen, die bei Gelegenheit auch ruhig schon ein Kind mit ins künftige Schloss mitbringen dürfen, haben sich selbst die jüngsten TV-Kommentatorinnen der öffentlichen Sender, beispielsweise Karen Webb zu nennen, im erschreckenden Ausmaß geweigert, eine mögliche Entwicklung hin zur Moderne zu nehmen. (Es war Hochzeit, da sind Kleist'sche Sätze genehm!) Das ist insofern bitter, weil sie nach Abdankung des royalen Hofberichterstatters, Rolf Seelmann-Eggebert, nun wirklich alle Chancen gehabt hätten, das Rennen der Zukunft für sich zu entscheiden. So bleibt nur zu befinden: ich hätt' ihn gerade gerne wieder, den etwas steifen dafür aber allwissenden Könner und Kenner der royalen Über- und Unterwelten!

Hinzu kamen dann schlicht noch falsche Informationen (immer schön, wenn behauptet wird, eine Königin sei ohne Gatten zur Hochzeit erschienen, während dieser gleichzeitig mit ihr über den Teppich läuft als auch auf dem Balkon beim Empfang zu sehen ist.) Sie machen es einem dieser Tage wirklich nicht leicht, unsere deutschen Journalisten. Hach, und wieso nun ausgerechnet das Königsmädel Viktoria so um ihre Liebe zu einem Bürgerlichen bei König und Königin hätte kämpfen müssen, die die bürgerliche Ehe vor gut 32 Jahren erstmals hoffähig gemacht haben? Merken Journalisten eigentlich noch, was sie für einen hochstilisierten Schwachsinn schreiben?

Wir hatten dennoch einen grandios unterhaltsamen Tag vor dem Fernseher mit Törtchen, Crémant Rosé und frischen Erdbeeren an Lavendelzucker, dank einer bonfortinösen Gastgeberin und einem unglaublich charismatischen Brautpaar. Das nächste Mal eben schlicht Ton aus – wie beim Fußball. Die königliche Fachkompetenz von uns Beisitzerinnen kann sich sehen lassen! Und ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass sich heute der mittlerweile gut bauchzüchtende Altherrenprinz Albert nun endlich offiziell entschieden hat, demnächst seine südafrikanische Meerjungfrau dann doch zu freien. Das wäre ja auch ein dezentes Affröntchen gewesen mit der Dame seines Herzens vergangenen Samstag über den Teppich zu schreiten, ohne ein offizielles Zugeständnis. So weit geht dann meine persönliche Offenherzigkeit der Moderne in puncto „Royale sind wie Du und ich“ doch nicht. Charlene Wittstock ist übrigens deutschstämmig. Das lässt leider so gar nicht hoffen für die künftige Berichterstattung deutscher Medien. *seufz*

Aber das alles beschreibt Frau Indica viel bonfortinöser, insofern lade ich Euch herzlich ein, drüben weiterzulesen. Und wenn Ihr weiter schwelgen wollt, hier ist Daniels komplett Hochzeitsrede, die vom Prinzessinnen-Papa und vom frisch gebackenen Prinzen-Papa. Ach, und der Waltzer