2011-06-30

Aus aktuellem Anlass …

… was die Arbeitslosenzahlen verbergen.

2011-06-29

Lecker Schweinchen!

Tiermedizinstudentin arbeitet als Praktikantin auf dem Schlachthof und berichtet mit dem Wissen einer Veterinärmdedizinerin und aus gesundheitsbehördlicher Sicht darüber, was es alles dort gibt, was nicht geben darf.

Und falls Ihr einen Pop-Up-Blocker installiert habt, dieses PopUp schlägt auf der Seite auf.



Ein Vierteljahrhundert sind lächerliche 25 Jahre. Gibt es wirklich gar keine Chance, die Aigner noch vor den Bundestagswahlen irgendwie aus dem Amt zu kriegen?

2011-06-27

Der Schwachsinn deutscher Sozial- und Familienpolitik

Also, kurze Info vorneweg: die Sozialämter sind in Deutschland gänzlich überlastet und sie klagen bundesweit darüber, dass die Mitarbeiter längst keine Zeit mehr finden für Hausbesuche. Beispielsweise wurde vor einigen Jahren das Projekt »Babybesuch« initiiert. Mitarbeiter des Jugendamtes sollen junge Familien mit Neugeborenen umgehend nach der Geburt zu Hause besuchen und diese zu dem Hilfsangebot des Jugendamtes rechtzeitig informieren, sich dabei gleichzeitig einen Eindruck über die jeweilige Familie machen. Das klappt in einigen kleinen Gemeinden Deutschlands ganz gut. In den Ballungszentren, insbesondere dort, wo im Sozialsektor massiv gekürzt wurde, überhaupt nicht! Kurz: ein von Frau von der Leyen noch in ihrer Funktion als Familienministerin angestoßenes Modell mit sicherlich gutem Potential, das zumindest in Berlin längst schon als nicht durchführbar gilt. Praktisch längst erwiesen und z. B. von den Gesundheitsämtern öffentlich kritisiert.

In Berlin geht man daher einen interessanten Weg: hier übernehmen in einem neuen Kooperationsprojekt im Rahmen des Netzwerkes Kinderschutz, die Gerichtsvollzieher zusätzlich mit Aufgaben, die eigentlich dem Jugendamt obliegen. In den meisten Fällen, in denen bisher Fälle von Kinderverwahrlosung bekannt wurden, waren nämlich Vollstreckungsbeamte bereits vorab in den Wohnungen und hätten Beobachtungen, Befürchtungen hinsichtlich mangelnder Versorgung der Kinder gegenüber dem Jugendamt mitteilen können. Dies wurde ihnen nun vereinfacht, eine Leitlinie klärt über mögliche Erkennung von Anzeichen, wie Verwahrlosung, dem Fehlen der kindgerechten Ausstattung und Hinweise auf Suchterkrankungen auf. Außerdem wurde ihnen online der Meldevorgang vereinfacht, damit das Jugendamt schneller benachrichtigt wird und einschreiten kann. Fraglich bleibt, wem dann künftig die Verantwortung in die Schuhe geschoben wird, läuft das Modell nicht ganz nach Plan.

So gut dieses Kooperationsprojekt einerseits klingen mag, um hier für die Kinder möglichst schnell agieren zu können, letztendlich aber ist es natürlich nur die Bankrotterklärung einer Behörde, der kaum Mittel noch Mitarbeiter in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, um ihre Arbeit noch zielgerichtet ausführen zu können. Erstmals wurde dieses Modell in Berlin übrigens vor fünf Jahren angeregt, nun erst gab es den Startschuss. Schnell mahlende Mühlen klingen anders.

Da mutet die neue Idee von Frau von der Leyen absurd und lächerlich an, weiß man doch genau, in welchem Ministerium die Arbeitsministerin früher tätig war und will man ihr daher unterstellen, von den Problemen der Sozialämter ziemlich genau Bescheid zu wissen. Sie wünscht, dass die Sozialarbeiter den Job tun und verstärkt in die Familien gehen und dort geringer verdienenden Familien das Bildungspaket aufschwatzen. Arbeitssharing für eine Behörde von einer längst ausgebluteten Behörde, damit sich die Bundesregierung das Bildungsfiasko möglicherweise doch noch als Erfolgsmodell auf die Agenda schreiben darf. Letztendlich hausgemachter Irrsinn. Oder auch nur deutsche Arbeits- und Sozialpolitik à la von der Leyen.

Heute ist wieder so ein Tag …

an dem man dauerhaft ohne Pause Sandsäcke verprügeln möchte …

Meldung 1 Immer mehr Selbstständige beziehen Hartz IV – und natürlich rechnen die sich nur arm – eine richtige Stellungnahme bei existenzielle.

Meldung 2 Das SOKO-Institut agiert mit Kontaktdaten, die es nur von der Bundesagentur für Arbeit haben kann. Das Einverständnis der Bedürftigen zur Datenfreigabe wurde seitens der Agentur natürlich nicht vorher eingeholt. Mehr bei gegen hartz.de.

Meldung 3 Karl Weiss schreibt über die Kontrollmechanismen des Bildungspaketes, das, bei näherem Hinsehen, Familien mit ALG II-Bezug in die Insolvenz schicken kann.

Ach und @schulhelfer twittert derzeit die aktuellen Kürzungszahlen aus der Berliner Schulversorgung für Behinderte. So kann man die gesetzlichen Pflichtbeschulung für Behinderte ganz einfach aussetzen!

2011-06-20

Apples Aufgabenliste

Früher haben wir in der Firma als Mailsystem, lange lange bevor es so etwas wie Apples Mail überhaupt gab, QuickMail benutzt.
QM hatte eine Funktion, die ich bis heute der Mail-Kommunikation schmerzlich vermisse, man konnte an sich als automatische Wiedervorlage Mails selber zeitversetzt senden (okay, eigener Mailserver natürlich vorausgesetzt). Ich muss dazu sagen, dass ich meine Mail-Software tatsächlich jenseits ihrer Kommunikationsaufgabe schon immer auch als Bürosoftware oder Datenbank immer missbraucht habe: Wiedervorlage, Textverarbeitung, Rezeptedatenbank, als Ablage überhaupt. QuickMail war da frühzeitig für mich ein Erziehungsfaktor – weil es einfach funktional schon immer enorm mächtig war.

Lange Zeit habe ich auf dem privaten Rechner noch QM benutzt, bin dann aber doch irgendwann zu Mail gewechselt. Nun, QM wird mittlerweile leider nicht mehr weiter gepflegt und läuft auf den aktuellen Apple Systemen nur noch mit Dirty Tricks, insofern war meine Entscheidung die richtige. Für Apple Mail selber habe ich mich tatsächlich mehr wegen dem Look entschieden, funktional fand ich die Software am Anfang wirklich grausam – und es hat lange gedauert, bis ich diesen Client für voll genommen habe. Das hat sich übrigens auch geändert, seit es die Aufgabenintegration von Mail zu iCal gibt. Die schenkte mir – wenn natürlich auch über Umwege – die Funktion der praktikablen Wiedervorlage wieder, zumindest kann ich damit ganz gut leben.

Gestern fragte jemand auf Twitter nach einer derartigen Funktion für Apple und ich konnte ihm mit meiner Info helfen, leicht verwundert, dass „Aufgaben“ in der Integration ihm noch nicht bekannt war. Andererseits, so richtig laut wurde dieses Feature von Apple nie kommuniziert, zumindest leise genug, dass sogar ich anfänglich vorbei gehört habe und mir die Funktion „zufällig“ irgendwann nach einem falschen Klick auffiel.

Dabei sind die sofortigen Aufgabenlisten schon cool und als Arbeitsmittel enorm hilfreich. Das „how to“ ist hier in den Apple Wochentipps nachzulesen!

2011-06-18

Länger nicht mehr duschen …

Ich gehöre ja zur der weltweiten Testgruppe „vor der Glotze einschlafen”. Psychologen behaupten, das sei total nicht gut. Schlafforscher sagen, ich sei somit gesundheitlich auf dem absteigenden Ast. Ich tue es aber trotzdem. Das muss bei mir fundamentale innewohnende Gründe haben, die mir nie begegnet sind. Ich kann beispielsweise auch keine Filme aus der Konserve gucken. Also, lief beispielsweise früher ein Video oder läuft heute eine DVD auf dem Rechner und ich gucke: sofortige Narkolepsie. Einzige Ausnahmen: Tanzfilme mit Fred Astaire oder Aristocats. Neulich bin ich aber sogar bei der x-ten Wiederholung von Matrix eingeschlafen. Das war schlimm! Bei Neo einschlafen war bisher mein persönliches NoGo! (Das NoGo nicht mit Neo schlafen zu können, ist ja leider fremddiktiert.)

Dass ich bei Videos/DVDs etwas schneller und besser schlafe als beim herkömmlichen Fernsehprogramm, liegt auf der Hand. Denn es finden dort keine Werbeunterbrechungen statt, die, tonal lauter gestellt, mich nicht immer zwischendurch unsanft aus dem in meinem Alter mehr als notwendigen Schönheitschlaf wecken. Manchmal liege ich dann morgens um vier Uhr so vor mich hin mit geschlossenen Augen, lausche dem kommerziellen Schwachsinn und fühle mich philosophisch enorm inspiriert und zu ganz großartigen Ideen motiviert. Denn es ist eine besondere charmante Einheit, wenn man TV-Spots nur Gehör schenkt. Daher liege ich zwangsläufig dann auch nur da und denke, ich bin also im Irrenhaus und wieso fehlen hier eigentlich die DIN-genormten gesetzlich vorgeschriebenen Notausgangszeichen?

Der neueste Werbeirrsinn in einer Welt, in der schon jeder Scheiß verkauft wurde und kein Mensch irgendeine Marketingweiterentwicklung wirklich braucht, geschweige alleine aus Pietätgründen jemals ernsthaft nachgefragt hätte, direkt im Anschluss an die Nudel im Kochbeutel, ist mir genauso diese Woche nachts begegnet: Eine Körperpflege, die suggeriert, sie würde sieben Tage lang pflegen. Ja. Ernsthaft! Sieben Tage! Namentlich heißt das korrekt: „Garnier Body Intensiv 7 Tage Reparierende Creme-Milk mit Cacao Butter.“

Praktisch heißt das, um in den kompletten Vorzug dieser Pflege zu kommen, dürfen wir also ab sofort sieben Tage lang nicht mehr duschen noch uns waschen! Und dann liege ich nachts so wach und überlege, dass Obdachlose die einzige Bevölkerungsgruppe sind (okay, von den beiden Teenagern einer Freundin abgesehen, die können auch erstaunlich total prima selten duschen), die ich hierzulande kenne, die schon mal sieben Tage auf eine erneute Dusche aus ganz unterschiedlichen Gründen verzichten würden. Für diese Leute ist dieses Produkt sicherlich unglaublich sinnvoll. Bleibt zu überlegen, ob der Wanderer ohne Dach über'n Kopf sein am Leib mit sich herumtragendes Hab und Gut tatsächlich ausgerechnet mit einer Flasche Körpercreme beschweren würde? Und ob er die wenigen ihm zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen wirklich ausgerechnet in eine Creme-Milk investieren würde?

Aber der restliche Part dieser Zivilisation wird vermutlich öfter duschen als im Abstand von immerhin schon sieben Tagen, oder? Also, womit will uns dieser Hersteller eigentlich becircen? Mit ausgemachten Schwachsinn? Deppengeschwätz? Hohlverbalien?

Ach so. Gähn. Aber ich kann mir super vorstellen, wie eine einzige Marketingabteilung bei Garnier wochenlang diskutiert hat, ob man nun von der mittlerweile allgemein anerkannten, daher langweiligen 24-Stunden-Pflege auf immerhin 48 Stunden upgradet, was aber die Konkurrenz schon versucht hatte, oder lieber gleich in die Vollen geht und den Scheiß auf 3, 4, 5 oder 7 Tage tunet. Sie werden dann bei 7 Tagen hängen geblieben sein, weil irgendein in komplett schwarzer Boss-Klamotte gekleideter Depp mit der Hochrechnung kam, dass im Grunde die Dauer vom Anlauf von Rettungsaktionen bei etwaigen Katastrophen wie Flugausfälle aufgrund von aktiven isländischen Vulkanen, Atomkraftwerk-Gau nach Tsunamis, Erdbeeben oder lapidaren Flugzeugabstürzen im Kongo durchschnittlich sieben Tage dauern. Schöner verwesen mit gepflegtem Körper mit Langzeitwirkung oder so! Darauf ein paar lachende Schenkelklopfer, einen Keks und 'ne Bionade im Sitzungsraum mit 'ner abschließenden Line auf dem Unisexklo zur Feier des Tages. Geile Ideen wollen ja gefeiert werden! Bleibt nur eine Frage, ob die wirklich auch nur einen Pfennig in Weiterentwicklung gesteckt haben und irgendwas an der Milch tatsächlich neu entwickelt haben? Der Irrsinn spricht eigentlich dagegen!

Wie auch immer, leider ist Garniers Body Intensiv 7 Tage Reparierende Creme-Milk mit Cacao Butter kein Produkt für mich, denn ich war gestern duschen und heute schon wieder. Und das ist auch ganz gut so.

2011-06-17

Bahn fahren. Mit Hund.

Las sich gestern in kurz auf Twitter „Die Online-Buchung von Fahrkarten für Hunde ist nur per Postversand …“ ganz witzig. Liest sich in lang wie eine einzige schlimme Unternehmenskrätze.

2011-06-16

Und dann doch immer wieder zweite Liga …

Ich bin ja bekanntermaßen Frau. Wohl auch das, was man eine gestandene Frau nennt. Ich trage Röcke, pumpe meine Reifen selber auf, kann Löcher bohren und Holz sägen, als auch Zwiebeln schneiden und Kuchen backen. Ich mag Rennsport, Autos, Fußball, Ballett und manchmal Abba. Ich liebe exklusive Nylons und schöne Wäsche wie auch hoch komplexe Kameras und fesche Computer. Und im Großen und Ganzen finde ich mein Leben als Frau sehr selbstverständlich und prima. Klar, immer wieder kommen dumme Gefühle einer leichten ungerechten Behandlung gegenüber des männlichen Geschlechts hoch, aber da vermittelt mir mein zweites Gefühl gerne: alles okay so, früher war das gänzlich schlimmer, in anderen Gesellschaften haben es Frauen immer noch deutlich schlechter als hierzulande – und letztendlich geht es voran.

Aber manchmal stehe ich dann doch wie die Kuh vor dem neuen Tor. Beispiel: Frauenfußball WM 2011. Findet also in Deutschland statt, die Frauen sind seit ewigen Zeiten Weltmeisterinnen – im Grunde also ein Riesenevent. Mindestens so hochwertig zu preisen und feiern, wie die Fußball-WM der Männer im eigenen Land. Und dann …? Begegnet mir gestern das erste Gewinnspiel des größten deutschen Telekommunikationanbieters, der zusammen mit Kooperationspartnern drei Gewinner vom Eröffnungsspiel twittern lassen möchte, also Eintrittskarten, Verpflegungsbon inklusive und Technik to go. Alles prima, bis dann dort steht, unter den Gewinnern werde 1 Smartphone verlost. Und ich frage mich, wieso eigentlich nur eines? Wieso reicht es nicht für drei? Ich meine, Fußball-WM der Herren und die Konzerne hauen in Gewinnspielen Autos, Flugreisen etc. raus und hier? Eismaschinen! Es ist Sponsoring und man will keinem Unternehmen reinreden, wie viel es für seine Zielgruppen investieren möchte. Aber Fakt ist halt, die deutschen Fußballweltmeisterinnen im Profifußball müssen entweder Angestellte der Bundeswehr oder Polizei sein, um ihren Sport machen zu können, weil die allerwenigstens von z. B. Werbeeinnahmen leben können.

Oder gestern, die redaktionelle Hammernachricht des Jahres! Es kommt im September eine deutsche Testausgabe unser aller WIRED und Thomas Knüwer macht die Chefredaktion, was mich persönlich sehr freut. Ich bin als Frau, seit ich denken kann, im IT-Biz tätig, lebe und arbeite mit Computern und habe am eigenen Leibe schmerzlich Margen-Verfall erlebt oder die erste Web-Blase platzen gespürt. WIRED ist so eine Gottheit für mich, wie es zehn Jahre früher schon die US-Ausgaben der MacWorld oder MacUp waren, lange bevor es deutsche Macintosh-Magazine gab. Nur im Vergleich zu früher, zu meinen eigenen Anfängen, erlebe ich hier in diesem Business mittlerweile überall Frauen. Frauen, die programmieren, designen, Inhalte für's Web oder Business über das Web generieren. Ich erlebe Frauen, die roundabout Computer- und Internet-Technologien Hard- und Software erfinden, entwickeln, schulen, verkaufen – in Mengen, in Massen – erfolgreich und ihren Beruf und ihr Leben darauf ausrichten.

Und dann kommt Condé-Nast und legt diese eine deutsche WIRED-Testausgabe der GQ bei, einem Männermagazin! Man verstehe mich nicht falsch, ich zähle mich zur Zielgruppe von GQ genauso wie zur Zielgruppe von Beef, alleine, weil beide Magazine mich thematisch ansprechen und großartige Bildredaktionen haben. Nur: als Fotografin und Kochbloggerin ist das für mich üblich, aber natürlich nicht die Regel.

Aber ein Computermagazin von weitreichendem Interesse als Beilage in einem reinen Männermagazin – ist das nicht ein bisschen sehr platt und Zielgruppen fern gedacht? Ich meine, im Jahr 2011 in einer Zivilisation namens Deutschland?

Ich warte auf den Tag, …

an dem die Berliner Verkehrsbetriebe die zunehmende Gewalt gegen ihre Angestellten und Kunden, die sehr offensichtlich mit dem Personalabbau zusammenhängt, damit kompensiert, in dem sie eine neue Tochter gründet und dort für teuer Geld ihre Kunden ihn Gewaltprävention ausbildet. Solche Artikel lassen die Idee nur manifestieren:

Gewalt in der U-Bahn: Man sollte vorbereitet sein.

2011-06-15

Die beste Stellungnahme ever …

kommt heute von Silvana Koch-Mehrin nach offizieller Aberkennung ihres Doktortitels!

Wo bin ich?

2011-06-12

Anlässlich …

des 50. Geburtstag des wundervollen Citroën Ami, des bekanntermaßen hässlichsten Auto der Welt, spendiert uns Spiegel Online eine amouröse Klickstrecke!

2011-06-11

La Schufa

Übliche Geschichte, was passiert, wenn man als Normalsterblicher zwischen die Schufa-Mühlen gerät!

Klar, wenn man dann weiß, dann man als Privatmensch die Schufaauskunft nur einmal im Jahr kostenlos erhält (und dann auch nur in vereinfachter Form) riecht man auch das genaue Geschäftsmodell hinter der Schlamperei!

2011-06-10

Fotos

Letzte Weihnachten hatte mich Tantchen am ersten Weihnachtsfeiertag zum Gansessen eingeladen und tapfer in ihrem Garten in ihrer sehr kleinen Küche für uns beide gekocht. Das war ein sehr schöner Nachmittag und Abend, ich bin froh eine so schöne Erinnerung an unsere letzten Treffen zu haben. Irgendwann unterhielten wir uns über Nachlässe und das, was von einem zurück bleibt. Was überhaupt noch interessiert, wenn man geht und keine Familie mehr bleibt. Wir sprachen über Fotos. Ich erzählte, wie wichtig mir nach dem Tod von Mum die Fotos gewesen sein und was diese heute für mich noch für ein Schatz sind! Und mein Tantchen erzählte, sie hätte neulich sich auch die alten von ihrer Familie angeguckt und ihr wäre klar, dass diese niemanden mehr interessieren würden, wenn sie sterben würde – weil ja auch niemand mehr da ist, der die Leute darauf noch kennen würde. Wir hatten uns vorgenommen, sie uns einmal gemeinsam anzuschauen. Nun denn …

Als wir dann neulich in der Wohnung waren, lagen auf dem Tisch in Schubladen Fotos und Alben und ich dachte, die hätte die Schwägerin meiner Tante für sich aussortiert, denn es sind diverse alte Fotos darunter von ihrem verstorbenen Mann (gut er starb kurz bevor es zur Scheidung kam, die Erinnerungen an ihn braucht sie vielleicht nicht mehr) aber auch von ihren Söhnen, meinen Cousins, als die noch sehr klein waren. Wenig später stellte sich heraus, alle Fotos waren für den Müll gedacht. Und das tat mir doch zu weh!



Kurzerhand packte ich also alle in einen Beutel und sicherte mir dieses fotografische Erbe, von dem ich natürlich nur partiell – meist meine Tante und meinen Onkel wieder erkennen werde. Oder das Porträt ihrer Mutter, das ich noch von früher kannte, als es üblich war Fotos von Familienmitgliedern auf den alten Buffet-Schränken aufzustellen.

Aber bitte, ein Griff neulich in diesen Sack und ich brachte so ein Foto zutage:



Fragt mich nicht, wessen Hochzeit das war – aber ist es nicht ein bonfortinöses Foto aus einer Zeit als Fotografien längst nicht selbstverständlich waren? Sieht man den Fotografen nicht hinter der Kamera hinter den schwarzen Vorhang verschwinden und die Explosion vom Blitzlicht? Ich kann mich an solchen Dokumenten längst vergangener Zeiten niemals satt sehen! Und guckt mal, wie dicht das Pärchen hinter dem Brautpaar zusammen rückt! Das sieht man sehr selten auf solchen Aufnahmen.



Auch eine sehr schöne Aufnahme, das Hochzeitsfoto von Tantchen und meinem Onkel, dem Bruder meines Vaters. Sein Trauzeuge links ist mein Opa gewesen, ihr Trauzeuge ihr Bruder. Ich freue mich schon auf langweilige Novemberabende an denen ich mich über meinen neuen kleinen Schatz in Ruhe her machen werde! Schwarzweiß-Fotografien ohne Ende – es wird herrlich werden, diese alle zu sichten …

2011-06-09

Dollet Ding!

Ich verkneife mir jegliche Blogposts zu EHEC und HUS, denn ich weiß sicherlich noch viel weniger als alle Anderen, die im Thema drinnen stecken. Aber die Auswahl dieser drei mir heute begegneten Blogbeiträge bzw. Artikel spiegeln das große ganz Unglaubliche ausreichend wieder:

Wie kommt EHEC in das Essen? Eine These von WeiterGen bei ScienceBlogs.

Übertragung von EHEC – Ursache Mensch die taz stellt alle bisherigen Vermutungen zurück auf Null.

HUSEC 41 - ein schlechtes Zeichen für die Zukunft sieht Lars Fischer/Fischblog via WissensLogs in der aktuellen Infektionsserie.

2011-06-08

Die Homepage des Deutschen Bundestages

ist nun auch auf Arabisch abrufbar. Das ist schön. Lernten wir ja neulich, dass man Videos der Frau Bundeskanzlerin nicht deutsch untertiteln kann für z. B. Gehörlose.

Neulich wieder …



auf irgendeinem dieser Zeitungs-Portalen sehr kluge, das Sommerloch im Anfang stopfende Tipps zum Thema Vorstellungsgespräch 2011. Immer wieder gucke ich in solche Texte hinein und hoffe, doch noch einmal etwas Neues zu lernen. Die kluge Personalerin, die dort zu Wort gebeten wird, ist super motiviert, präsentiert sich mit ihrem Bewerbungsfoto einer Millionenleserschaft anstatt sich mit einem richtig guten Imagefoto für künftige weitere Arbeitgeber zu profilieren. Sie kommt mit dem Spruch um die Ecke, dass man als Bewerber schon eine Antwort haben sollte auf die Frage, wo man sich denn beruflich und überhaupt in fünf bis zehn Jahren sehen würde?

Das ist für mich schon seit jeher die dümmste und altmodischste Frage, die in einem Bewerbungsgespräch mit einer klugen Entgegnung an die Wand geschmettert gehört. Der große Intelligenztest auf Basis des „in Zielen“ denken. Als hätten uns die letzten 20 Wirtschaftsjahre in diesem Land nicht genau gezeigt, dass Ziele nichts anderes sind als Schall und Rauch. Lächerliche Attitüden in den kleinen Hirnen große Worte spuckender Enthusiasten, die längst verstummt sind, weil sie frühzeitiger, als sie es je geahnt haben, längst vom Leben überholt wurden.

Und ich stelle mir vor, ich gehe heute in ein Unternehmen dieser IT-Welt vorzugsweise im Umfeld des Social-Media-Universums und mich fragt der junge Personler genau diese Frage. Eher aus Hilflosigkeit, weil er sie vor mir schon selbst x-mal sinnloser Weise gestellt bekam und weil er ständig lesen muss, man hätte diese heute immer noch zu stellen. Dann würde ich zurück fragen, was er denn glauben würde, wie diese Online-Welt in fünf bis zehn Jahren aussehen würde? Was er denn glaubt, ob es dieses Unternehmen in fünf bis zehn Jahre noch geben würde? Ob er sich ernsthaft vorstellen kann, ob es genau dieses Unternehmen wohl noch in zwei Jahren in dieser jetzigen Form geben wird? Oder ob es nicht viel eher sein wird, dass wir im Überblick der Dimension der zeitnahen Entwicklung dieser Branche und ihren Geschäftsmodellen, möglicherweise längst nicht mehr Herr alternativ Frau dieser Sache sein werden?! Ob es nicht eher unwahrscheinlich ist, dass niemand mehr in zwei Jahren wirklich noch mit Aufgaben das Geld verdienen wird, für die er einst ausgebildet wurde? Und ob er nicht längst eingesehen hat, dass die Dimension eines halben oder ganzen Jahrzehnts keinerlei echte Bedeutung mehr hat in der Planung in dieser sich sehr schnell drehenden Welt?

Und das meine ich alles mitnichten negativ oder will darin Endzeitstimmung gelesen haben. Es ist nur heute nichts mehr auf wirklich lange Bestandszeit auszurichten. Nicht nur in der Welt der Online-Geschehen, längst auch im Leben jeglicher offline agierenden geschäftlichen Existenzen. Daher wäre ich froh, jeder Personaler würde sich schleunigst diese Frage kneifen. Wenigstens einer sollte in einem solchen Gespräch sein Gesicht wahren!

Thoughtback

Thoughtback gefällt mir, ist so etwas wie ein Moleskine online …

2011-06-07

Pumphosen …

… und Babystrampler mit Gummizug für erwachsene Frauen. Ich finde, Ihr Männer habt es dieses Jahr wirklich nicht leicht mit der Frauenmode! Überhaupt nicht leicht!

Aufmerksam!









Sie quietscht dabei natürlich zwischendurch immer in mittelschwerer Panik, weil er üblicherweise abschließend immer in den Po beißt. Hier nicht, hier schreitet er nur höflich von dannen … (wir wundern uns heute noch!)

Frauen-Blog-WM

Blogprojekt hat anlässlich der Frauen-Fußball-WM (die ohne Kopftücher) zur Frauen-Blog-WM aufgerufen. Die Vorauswahl ist bereits abgeschlossen, täglich werden im K.O.-System Blogs gegenüber gestellt und über ihr Weiterkommen abgestimmt. Also nichts wirklich Sensationelles, außer: es gibt einige spannende Blogs zu entdecken!

Viel Spaß!

2011-06-06

Als ich vor zwei Jahren …



… in Südfrankreich war, steckte mir die Ex-Stiefmutter in spe eine Ableger von einem Oleander zu, von dem sie einige Exemplare auf dem Balkon hatte: weiß, gefüllt und duftend. Wunderschön! Leider überlebt der Ableger bei mir den Winter nicht, ich hatte wohl für ihn einmal zu wenig gegossen.

Seitdem laufe ich die durch die Läden und habe versucht ein ähnliches Exemplar zu finden. Was gar nicht einfach ist, denn überhaupt weißen Oleander hierzuland zu bekommen, ist eher die Ausnahme als die Regel. Da hat man oft nur sehr früh in der Saison Glück. Ich gab sogar dem weltbesten Freund der Welt den Auftrag mit, er möge mir neue Ableger aus dem französischen Urlaubsparadies mitbringen – aber das klappte erwartungsgemäß nicht. Ein Chrysler 300C Touring hat nun mal nicht so viel freien Platz für so ein Pflänzchen, ist klar! Auch fragte ich einmal einen Blumenverkäufer, der eine der seltenen weißen Oleander (für eine wahnsinnige Summe) im Angebot hatte, ob dieser gefüllt blühen würde und duften würde? Seine Antwort „Na klar duftet der!“, sein Blick hatte wohl mehr mit „Wovon redest Du eigentlich?!“ zu tun als mit einer ehrlichen Auskunft, denn die einfachen Oleander duften nun mal so gut wie gar nicht – und seiner wollte nur einfach blühen. Die gefüllten indes haben eine angenehme Jasmin-Note.

Nun, war ich dann vor einigen Wochen bei einem meiner Lieblingspflanzendealer und siehe da, sie hatten eine kleine Lieferung Oleander für 10,— Euro im Angebot. Überhaupt in weiß und verhältnismäßig klein im Wuchs. Aber ich schlug zu. Gab nämlich nur noch sechs Töpfe! Dann trollte ich mich weiter zum nächsten Blumenlade in der gleichen Gegend und sah dreifach so große Oleander im Angebot, ebenfalls für 10,— Euro. Habe ich mich geärgert, allerdings zurück zu laufen und den kleineren umzutauschen, das mochte ich dann auch nicht. So zog ich von dannen und kehrte zwei Tage später noch einmal zurück, um auch die größere Variante zu erstehen, denn irgendwie ließen mich die angenehmen Gedanken an zwei weiße Oleander auf dem Balkon nicht mehr los.

Beide bemühen sich redlich um eine fröhliche Integration auf Balkonien, der eine amüsiert sich mit dem Klee.



Der kleinere wanderte in eine von Tantchen geerbten blauen Terracotta-Schalen, zusammen mit Glockenblumen weiß und blau, Dreimasterblume und sie blühen beide dieser Tage um die Wette.



Der große in seiner Art wunderschön als nichtduftender einfacher Oleander.



Der kleine in seiner unverhofften Art als wunderschön duftender gefüllter Oleander – ein bisschen Frankreich, wie schön!

2011-06-05

Überall …

in der Stadt hängen jetzt die Plakate, die mehr oder weniger enthusiastisch die Deutschen einladen sollen, sich mehr sozial zu engagieren, ehrenamtlich oder im Bundesfreiwilligendienst aktiv zu sein. Dahinter klafft die Verzweiflung die riesige Lücke stopfen zu müssen, die eine unausgegorene Bundeswehrreform geschaffen hat, die wiederum auf ein blauäugiges Familienministerium gestoßen ist.

Und immer, wenn ich diese Plakate sehe, denke ich: wann? Wann sollen die Deutschen das eigentlich tun, neben den 3-4 Jobs, die sie im Monat tapfer versuchen in einen Zeitplan zu integrieren, der ihnen kaum noch eine Minute Freizeit übrig lässt und deren minimale Besoldung sie dabei nicht einmal ein Existenzminimum verdienen lassen will … wann?

2011-06-04

Tatsachen

Während ich mich mit dem Tod meiner Tante abfinde und der ritualen Kleinerwerdung meiner familiären Kontakte, ich an einer sommerlichen Angina rumfeile und in ihrer Verabschiedung am Donnerstag noch denke, „So! Jetzt aber wieder aufwärts und lasst mich den Sommer genießen!“, folgt prompt die nächste ganz ungeheuerliche Nachricht. Die der Freundin vom aggressiven Brustkrebsrezidiv mit Metastasierung in Lunge und Leber, der Knochenbefund liegt noch nicht vor. Die erneute Brust-OP schon gestern, die Chemo zur Lebensverlängerung, die Prognose ist denkbar schlecht.

„Das kann doch nicht so sein“, denke ich „die Einschläge müssen doch mal wieder aufhören!“ Und dann realisiere ich gleichzeitig in dieser einen Sekunde, die Einschläge werden jetzt nicht mehr aufhören. Ich bin mittlerweile in einem Alter in dem diese Einschläge passieren, zum Alltag gehören, eher mehr werden. Sie werden nicht mehr aufhören, bis sie einen schlussendlich selber treffen.

Man nennt das wohl: Leben.

Hinsichtlich meiner Freundin hatte ich nie, nie eine Sekunde auf dem Plan gehabt, sie hätte die Krankheit nicht besiegt. Ich habe für sie beschlossen, an ein Wunder zu glauben! Etwas anderes glauben, kann ich gerade nicht! Was ich denken soll, weiß ich eh nicht.

2011-06-03

Bei Isabel …

Isabel ist eine legendäre Eisdiele in Kreuzberg im Graefekiez. Da geht man im Sommer hin. Neuerdings machen sie, seit um die Ecke die neue schicke „nur“ Bio-Eisdiele aufgemacht hat, auch in Bio-Eis. Also fast alle Sorten doppelt, einmal Bio, einmal … Nicht-Bio. Ich habe heute Schokolade und Cookies Cream genommen, ohne Bio, was soll an echten Cookies schon Bio sein? Ich finde Bio bei Eis voll blöd. Irgendwann ist auch mal Schluss mit politisch korrekt. Irgendwie ist das wie Mayonnaise aber ohne Kalorien. Vor uns stehen zwei junge Herren und leisten sich ihre Kugeln. Einer davon fragt, ob man denn auch veganes Eis hätte? Chef de Eis rattert alle Fruchtsorten runter. Der junge Mann entscheidet sich für Heidelbeer. Heidelbeer gibt es als vegan aber nicht biologisch.

„Im Becher oder in der Waffel?“
„In der Waffel.“

Hat er sich also 1a für die nichtvegane Waffel entschieden. Aber macht ja nix, er wird damit nur die schon schlafenden Berliner Spatzen gefüttert haben. Bin ich sicher.

2011-06-01

Zu schön!

When people unsubscribe from my newsletter, they're asked to say why they're leaving. In a recent note, a dissatisfied customer wrote, "Because you are a crackhead who makes no sense. You sound like you write these horoscopes while you're stoned on mushrooms." For the record, I not only refrain from crack and magic mushrooms while crafting your oracles; I don't partake of any intoxicants at any other time, either -- not even beer or pot. I'm secretly a bit proud, however, that the irate ex-reader thinks my drug-free mind is so wild. In the coming week, Libra, I invite you to try an experiment inspired by this scenario: Without losing your mind, see if you can shed some of the habitual restrictions you allow to impinge on the free and creative play of your mind.

(Aus der Reihe: Libra Horoscope for week of June 2, 2011 und zieht Euch warm an!)

Das Gute an einem Blog OHNE Impressum ist …

… mir kann dieser Tage nicht ungefragt eine Probesendung „Nudeln im Kochbeutel“ zugestellt werden. Was ich eher charmant finde, ehrlich gesagt. Frau Küchenlatein lässt den Schrott jetzt für teuer Geld wieder abholen, was ich auch unglaublich charmant finde.

(Aus der Reihe: für blöd halten können wir uns selber besser!)

Protipp

vom Enomanen



Dürfte auch bei dem einen und anderen Unternehmen in Deutschland nach wie vor super funktionieren.

Kachelmann

Abschließend kann man nur das Gericht beglückwünschen, das es tatsächlich geschafft hat sich sogar noch im Urteilsspruch ungeahnt zu deklassieren.

Diskutiert man dieser Tage über Verlierer innerhalb dieses Prozesses, bin ich geneigt, nur einen zu benennen: die deutsche Justiz.