2013-02-22

Doktorspiele

Ich so: „Mir geht es nicht so gut.”
Arzt so: „Das sieht man.”

Es gibt einfach keine Liebe mehr auf Krankenschein.

2013-02-18

Meer

Bin gestern am Meer gewesen.



So richtig mit kalt, noch etwas Schnee am Strand. Netten Menschen, dem einzigartigen Volvo, Möwen, Wellen und Eier von freilaufenden Hühnern in schöner Natur in Bad Doberan – am Wochenende aus dem legendären einmaligen Eierautomaten.



2013-02-06

Ich sehe keinen Horizont mehr.

Und wenn ich den nicht mal mehr sehe, wohin soll ich eigentlich schwimmen?

(Aus der Reihe: so müde sein.)

Die neue Deckelung der alten Deckelung

Die taz interviewt den Rechtsanwalt Christian Solmecke zu dem neuen Gesetzesentwurf, der erneut Abmahngebühren gegenüber Privatpersonen insoweit deckeln soll, dass künftig von einem Streitwert von € 1.000,— bei Urheberrechtsvergehen ausgegangen wird, das dürfte eine maximal Abmahngebühr von maximal € 155,30 ergeben. Der bisherige Versuch der Deckelung, seit 2008 rechtsgültig, wurde von den Gerichten einfach ausgesetzt. Interessant dabei ist, dass in den Fällen von Raubkopien, die Kläger, meist Plattenfirmen, grundsätzlich davon ausgehen, dass der gleiche Jugendliche diese Raubkopie in Tauschbörsen erneut ins Netz stellt. Und die Gerichte folgten bisher diesen Angaben – besonders gerne wohl lt. Herrn Solmecke das Landgericht Köln.

Derweil frage ich mich beim Lesen, in Deutschland sollte, meines Wissens nach, aufgrund der Unschuldsvermutung Recht gesprochen werden. Wie kann ein Gericht hierzulande einen Streitwert zulassen in einem Verfahren, von dem der Kläger lediglich aufgrund von Vermutungen davon ausgeht? Warum muss der Kläger nicht mehr beweisen, dass der Beklagte eine illegal gezogen Kopie tatsächlich und wahrhaftig auch wieder verteilt hat?

Justitia stinkt zunehmend zum Himmel!

2013-02-04

Online-Stalking

Ich lese das Blog von Serotonic schon lange und habe daher das Online-Stalking, dessen sie sich seit Jahren versucht zu wehren – in allen Variationen – mitbekommen. Und ich verstehe, vor allem da ihr rechtlich kein Rückhalt gewährt worden ist, dass sie dessen oft sehr müde war. Ich finde es bewundernswert, dass sie eben genau nicht aufgehört hat mit ihren Online-Aktiviäten, obwohl ihr oft danach war.

Heute hat sie die Geschichte „Weil das hier eben doch nicht nur Internet ist” aufgeschrieben. Und ich empfehle sehr sie zu lesen.

Grundsätzlich sollten Bloggerinnen und Bloggern, denen so etwas auch widerfährt (Serotonic twitterte gerade, sie erhält derzeit Mengen von Mails, die von ähnlichen Erfahrungen berichten) ihre Leser auf diese Kandidaten aufmerksam machen, damit auch die Leserschaft angemessen auf sie reagieren kann (was im günstigsten Fall heißt, sie zu ignorieren also kalt zu stellen.)

Stalking – egal ob im realen Leben oder „nur” online praktiziert – beginnt übrigens dann, wenn die/der Betroffene zum Stalkenden (oder zu der Stalkenden) sagt, „ich möchte nicht, dass Du das tust. Höre auf damit!” Wer diese gesetzte Grenze überschreitet, offensichtlich überhört, irgnoriert, ist ab diesem Moment Täter und gehört strafrechtlich verfolgt und bestraft.

Und das gibt es keine Diskussion. Und da ist auch kein Raum für Witze, Ironie und schon gar nicht für die Erklärung, das seien doch alles lediglich Banalitäten.

Die Relevanz bestimmt alleine die/der Gestalkte für sich – und niemand sonst! Schon gar nicht der Täter!

Edit: Und was die Mela schreibt!

2013-02-01

Die tollste Katze überhaupt!

Meine Nishia …

Das Teigholz

Kurz nach Weihnachten bekomme ich ein Päckchen aus der Schweiz zugeschickt mit selbst gebackenen Plätzchen, die, wenn ich ehrlich bin zu den besten selbst gebackenen Keksen gehörten, die ich jemals gegessen hatte. Sie waren so schnell weg, dass ihnen nicht einmal die Zeit für ein Foto verblieb. Na ja, es waren auch viel zu wenige davon in dem Päckchen. VIEL ZU WENIGE!

Was mich aber vor allem faszinierte, war die Perfektion der Plätzchen in ihrem Aussehen. Wie vom Konditor gemacht in sehr gleicher Teighöhe, ich vermutete fast schon maschinelle Zubereitung, wusste aber, diese sind ganz privat in einer normalen Küchen entstanden. Da musste ich nachfragen und erhielt als lapidare Antwort, das sei doch ganz leicht mit Teighölzern!

Die Einfachheit erklärte sich mir nicht, denn ich kannte nicht einmal den Begriff „Teigholz”, geschweige denn wusste ich, dass es so etwas gibt. Nach einer kurzen Aufklärung via Facebook und dem lapidaren Zusatz, „diese gäbe es in der Schweiz für einen Apfel und 'nen Ei (was immer das in der Schweiz auch heißen mag) in jedem Supermarkt”, konnte ich nur für mich festhalten, ich hätte diese Gerätschaft noch nie gesehen und dass es sie in Deutschland wohl auch eher nicht so einfach so zu kaufen gibt. Die liebe Freundschaft befand zum Glück, ich dürfe nicht dumm sterben und so wurden mir zum anstehenden Besuch hier in Berlin die Teighölzer als Mitbringsel in Aussicht gestellt. Et voilá:



Einfache Holzlatten, ca. 40 cm lang und jeweils im Set 10, 5 und 3 mm hoch. Den Teig legt man dazwischen und rollt ihn dann auf durchgehender Gesamthöhe aus, um sehr gleichmäßige Backwaren zu erhalten.

Ich bin nun also stolze Teighölzerbesiterin oder noch schöner: „jeu de baguettes”-Besitzerin. Und plane mit der verantwortlichen Spenderin im Mai zur nächsten Besuchsrunde eine Plätzchenbacksession! Weihnachten kommt man ja eh nie dazu!

2013-01-30

Shiinexpedit

2013-01-29

Verlogen sind wir doch allemal …

Wir hier, die wir im Internet immer so schön aktiv, politisch denken, menschlich kommentieren, lauthals nach Änderung schreien und immer noch vor dem Zahn der Zeit argumentieren. Warum ich das denke? Weil ich mich ärgere, sehr sehr ärgere. Über uns alle.

Wir waren dieser Tage mehr oder weniger alle ein wenig Part dieser Aktion #aufschrei und sind es noch. Die Ursachen, warum es zu so einer verhältnismäßig großen Gegenreaktion kam, die sehr schnell auch von den anderen Medien aufgenommen wurde – weil sie in der Größe nicht mehr zu ignorieren war – sind subjektiv sehr vielfältig.

Für mich gesprochen war es weniger das, was Brüderle da möglicherweise gesagt hatte, es war vor allem das Verhalten seiner Parteikollegen. Die männliche Clubsolidarität der (Frauen muss man bei der FDP mittlerweile mit der Lupe suchen) Club-Bonzen, die dem armen alten Mann Brüderle sofort zur Seite sprangen – und den Mann damit unnötig mehr schädigten. Ihrer geschlossenen Meinung nach dürfe man doch jemanden, der sich zu den Vorwürfen lediglich ausschweigt, nicht vorverurteilen. Aber interessanterweise durften sie ihn sehr wohl verteidigen! Vor allem spielten sie gekonnt den Ball an die Frau zurück, die sich als Betroffene outete. Falscher Zeitpunkt der Veröffentlichung, kein Fair Play und überhaupt, was kann sie auch nicht über Witze alter Herren lachen?

Und wie fies von einer jungen Frau, den alten Mann zu fragen, wie es sich anfühlt, nun noch mal in die Startlöcher seiner Partei geschickt zu werden – in seinem Alter? (Eine für mich sehr legitime, wenn sicherlich direkte Frage, die völlig logisch aus dem Handeln dieser Partei entsprungen ist, hatte diese doch im letzten Strukturwechsel ausschließlich noch auf die jungen politischen Nachfolger gesetzt.) Und schlussendlich, was hat so eine junge Frau eigentlich nachts um vierundzwanzig Uhr noch an der Bar zu suchen, wenn sie sich mit den Gepflogenheiten der Machtpolitiker nächtens nicht auseinander setzen möchte?

Natürlich ist das Maß für mich auch voll, aufgrund der Wahrnehmung dessen, was in den vergangenen Wochen in Indien passiert ist.

Mein persönlicher Hauptgrund, warum einfach Schluss mit lustig sein sollte in diesem Land ist dieser Gerichtsspruch in 2012 gewesen in dem ein doppelt so alter (!) Vergewaltiger frei gesprochen wurde, der nachweislich ein 15jähriges Mädchen vergewaltigt hatte, weil dieses Mädchen sich nach Ansicht der Richterin nicht genug gewehrt habe. Ihr „Nein” war nicht genug Gegenwehr gegenüber einem Mann, der dem Mädchen bereits als körperlich brutal bekannt gewesen war.

Die Wut und Aggression, die ich hierbei immer noch verspüre, kann ich gar nicht beschreiben.

Das sind meine Gründe, warum ich #aufschrei als immens wichtig erachte. Und dennoch erscheint gerade diese Aktion als zynisch verlogen: gestern wurde in Berlin eine Frau vergewaltigt. Von mehreren Männern, also mehrfach. Die Frau wurde schwer verletzt, so dass sie zeitweilig in Lebensgefahr schwebte. Es heißt „Den Beamten habe sich ein eindeutiges und erschütterndes Bild geboten.” Die Frau war eine Obdachlose. Der Spiegel schaltet in seinem Artikel lieber die Kommentare gleich aus. Und hier in diesem unseren Internet findet der Vorfall gar keine Beachtung.

Ich habe ihn gestern sehr bewusst einmal nicht auf Twitter verlinkt, weil ich weiß, dass dort das Thema „Armut in Deutschland” ganz gerne ignoriert wird. Ich tue so etwas nämlich sehr oft, daher kenne ich die Reaktionen. Also die Nichtreaktionen. Und gerade wegen #aufschrei habe ich mir angucken wollen, wie auf diesen Fall – der aufgrund seiner Schwere auch über Berlin hinaus mediale Resonanz fand – reagiert wird. Nichts. Eine einzige mir bekannte Bloggerin, machte den Fall im Web bei Facebook mit einem eigenen Kommentar heute publik, dort gab es einige Kommentare, geteilt wurde der Artikel nicht. In einer Zeit, in der sich unserer webmedialer Zenit um eine Aktion #aufschrei dreht, haben wir keine Stimme für eine vergewaltigte Frau ohne Wohnsitz in Berlin?

Gestern retweete ich und poste ich auf Facebook eine Meldung zu der Agenda der Sitzung des Bundestages für diesen Donnerstag. Es steht die erste Beratung an zur Änderung des Gesetzes der Prozesskostenbeihilfe sowie zu der Begrenzung der Aufwendung der Prozesskostenbeihilfe an.

Der sachliche Hintergrund ist, dass die Sozialgerichte unter der Last der Klagen zu ALG II zusammen brechen. In den Prozessen geht es vor allem um unrechtmäßige Sanktionen der Jobcenter von Leistungen, die das Existenzminimum sichern sollen. Diese sind lt. Verfassung nicht zu kürzen, die Jobcenter tun das aber nach wie vor. Also MÜSSEN diese Menschen klagen. Zudem werden Berlin z. B. werden gerade im Justizwesen weiterhin umfangreiche finanzielle Kürzungen vorgenommen.

Also muss man gucken, wie man Prozesse künftig vermeidet und schlaue Politiker (der erste Vorstoß hierzu kam vorausschauend von der SPD seinerzeit mit der Hartz-Konzeption, die bekannten asozialen Parteien wie CDU und FDP werden nun vollführen) sind nun dabei diese Prozesskostenbeihilfe einzuschränken, die aber die einzige Möglichkeit ist für Menschen ohne sonstige finanzielle Möglichkeiten einen Prozess anstreben zu können, um Recht zu bekommen.

Weder wurde mein Tweet bis jetzt retweetet. Noch wurde mein Facebook-Post kommentiert oder gar geteilt. Nichts. Ich fragte sogar gestern Abend selbstkritisch:



Kein Retweet, kein Fave, keine Antwort.

Es kostet uns hier im Web so wenig Zeit, Energie, Einsatz, um den sehr vielen armen Menschen in diesem Land eine Stimme, eine Lobby zu geben. Aber wir tun es nicht. Es interessiert uns nicht, dass in unserem Sozialstaat arme Menschen künftig nicht mehr ihre Recht einklagen dürfen. Und wenn Frauen, im Nebenzusatz obdachlos, vergewaltigt werden, haben wir keine Verwendung für ihr Leiden zu einem Zeitpunkt, den wir durch den Hashtag #aufschrei europaweit geprägt haben.

Was bitte ist nur los mit uns?

Nachtrag. Die ist der Link zur ePetition gegen die Einschränkung der Prozesskostenbeihilfe. Sie ist seit über einem Monat online und hat derzeit nicht einmal 3.000 Zeichnungen (Stand, heute 14:30 Uhr). Bis zum 18.02.2013 benötigt sie aber 50.000 Stimmen. Gebt sie ihr! Verlinkt die ePetition. BITTE! Hier soll eine ganze Gesellschaftsschicht (nicht nur ALG II-Empfänger, auch Rentner mit Grundsicherung, Minijobber etc.) aus dem deutschen Rechtsgeschehen gestrichen werden – lasst das bitte nicht zu!

2013-01-27

Etwas Hilfe …

… vor allem finanzieller Natur kann der Verein Maine Coon Hilfe e.V. akut sehr dringend gebrauchen. Die müssen nach Auflösung einer „Zucht” über 30 kranke Tiere unterbringen und tierärztlich versorgen. Der Bericht und die Fotos sagen alles …

Und wenn es nur fünf Euro sind – da hilft wohl jeder Cent!

2013-01-26

Leseempfehlung

Wir spielen arbeiten – Sechs Monate Bewerbungstraining: Wie Erwerbslose geregelte Tätigkeiten üben sollen.”

Ich würde gerne schreiben, unglaublich. Aber: es ist leider so. Im Artikel steht u. a. „Meine Sachbearbeiterin im Jobcenter geht nämlich davon aus, dass ich nur deshalb keinen Arbeitsplatz finde, weil ich mich nicht richtig bewerbe.

Dazu eine eigene Anekdote. Ich wurde von einer Sachbearbeiterin in der Agentur angesprochen, weil ich mir erlaubt hatte im Formular zuerst meine jüngst zurückliegenden Tätigkeiten aufzuführen; also nach Aktualität sortiert. Das verwirrte/ärgerte sie, denn es lief zuwider ihrer Eingabemaske oder sonstigen Routinen.

Ich erkläre ihr dann, dass man das heute – vor allem in meinem Alter – in der Vita so tun würde, dass es genauso verlangt würde. Sie zweifelte das an, beschloss aber dann das Gespräch mit einem Schulterzucken und dem Spruch, sie hätte sich halt seit über 30 Jahren nicht mehr beworben.

Das finde ich per se sehr schön für die Frau. Aber zeugt auch sehr deutlich von der Fachkompetenz einiger Angestelle in der Agentur, die immerhin Menschen dahin gehend beraten können sollten, wie diese sich um Arbeit bewerben. Also: erfolgreich bewerben.

2013-01-25

Twitterkatzentreffen 2013 in Berlin

Liebe Twitterkatzen und Twitterkater,
liebe Erdferkellinnen und Erdferkel, liebe Nacktkatzen und Nacktkater, liebe Dosenöffnerinnen und Dosenöffner,


das traditionelle einmalige Twitterkatzentreffen jährt sich 2013, wenn wir richtig mitgezählt haben, nun schon zum dritten Mal, oder? Zeit also für Euch alle die olle Hauptstadt einmal heimzusuchen.

Wir haben – die Tradition will es so – so pi mal Daumen entschieden wieder das Pfingstwochenende zu nehmen, wegen viel Freizeit und Schönwetter und so … das wäre dann in diesem Jahr der 19.05.2013 (Pfingstsonntag). Das hieße, Ihr trudelt Freitag/Samstag (17./18.05.2013) im Städtchen ein und wir paar Berliner Miezen und Dosenöffnerbeauftragte (Berliner Pflanzen) machen uns hier Gedanken um eine passable Freizeitgestaltung.

Vorab – das ist der Witz an der Sache … wir Berliner Miezen waren ja noch nie bei einem der legendären Twitterkatzentreffen dabei, müssten wir wissen, wer alles kommt, wer alles ein Hotel benötigt (die Flohzirkusbeauftrage von Talytha, Nishia und Talytha würde gucken, ob hier ganz mittig was geht in der Stadt hinsichtlich Zimmerkontingent) und für wie lange. Und ob es irgendwelche Besonderheiten gibt bei der Planung, die wir berücksichtigen sollten?

Und gibt es den einen oder anderen Wunsch, den wir Euch im Städtchen insbesondere erfüllen können? Besteht Interesse an etwas kulturellem Abendprogramm, Sightseeing oder reicht Euch das gemeinsame Zusammentreffen?

Wir freuen uns auf sehr viel miezigen Input! Und im Mai auf Euch alle! ;-)

Liebe Grüße
Das Twitterkatzenorganisationsteam 2013, die Asmonubis, Frieda, Buffy und Talytha, Nishia und Shiina.

Altherrenwitze vs Minisexismus

Die Brüderle-Debatte. Das schlimme Internet treibt also gerade FDP-Spitzenkandidat Brüderle durch die null-eins-null-Gassen, während in den Medien lieber über journalistische Ehren diskutiert wird. Ob man sexistische Übergriffe (ja, die können sehr wohl nur verbal stattfinden und sind deswegen weder weniger schlimm noch leichter hinzunehmen) überhaupt noch zwölf Monate nach dem Tatbestand ansprechen dürfe? Und dann ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wenn der Verursacher die Karriereleiter noch einen Schritt weiter nach oben zu schreiten gedenkt. Das ist alles so schrecklich unprofessionell von dem schreibenden Opfer als auch diesem Magazin, das sich der Veröffentlichung strafbar macht.

Geht's noch?

Ich habe in meiner Zeit als Patientenvertreterin mir ständig in privaten Herrenrunden anhören müssen, wie gut doch damals die Zeiten waren, als es noch keine Frauen in der Politik gab. Denn dann hätte man sich so schön streiten können und kurz vor dem Abendessen hätten sich die oberen Vertreter schön am Pissoir getroffen und die Rahmenbedingungen klar gemacht.

Das ist Sexismus.

Der wurde im übrigen nicht besser, weil man mir das im Schnitt einmal im Monat immer wieder erzählte. Diese Häufigkeit ist dann eher ein Zeichen dafür, wie sehr Frauen im Amt so manch einem älteren Herren immer noch tief schmerzen müssen.

In meinem letzten Job in einem großen Firmenbereich, der komplett umstrukturiert wurde, alte Jobbezeichnungen gestrichen, neue geschaffen worden sind, wurden ungefähr zwanzig Stellen, davon 12 mit Personalführungsaufgaben, neu geschaffen, die intern aus dem Kollegenstamm rekrutiert wurden. Von diesen zwanzig Positionen sind lediglich zwei Stellen mit Frauen besetzt worden. (Übrigens ist das Unternehmen eine Telekom-Tochter, die diesbezüglich, was das Thema Frauenquote anbelangt, vergleichsweise vorbildliche Vorgaben hält.)

Das ist Sexismus.

Zu dem Zeitpunkt meiner Benennung zur Trainerin war mir sehr bewusst, ich bin jetzt eben eine der Alibi-Frauen.

Das ist Sexisimus.

Als ich dann dem versammelten Team vom Bereichsleiter in der ersten gemeinsamen Teambesprechung vorgestellt worden bin, wurde meine besondere berufliche Kompetenz alleine meinem Dasein als Frau zugute gesprochen, denn dieser freute sich nun endlich auch „weibliche Intuition” mit der ausgesprochenen Hoffnung ich würde diese auch anwenden, im Team begrüßen zu dürfen.

Das ist Sexismus.

Dass für eine gesamte zirka 200 Mitarbeiter umfassende Abteilung in den morgendlichen Führungsgesprächen ausschließlich Männer auch über das Wohlergehen im Arbeitsumfeld auch von Frauen befinden – ohne eine einzige Frau in dieser Führungsriege aktiv dabei zu haben im Jahr 2012. Bei einer klaren Positionierung des Mutterunternehmens zur Frauenquote.

Das ist Sexismus.

Sexismus ist alltäglich. Er passiert nicht nur dann, wenn eine Frau sich wieder einmal dumm kommentiert sieht von einem Mann, sich in ihrer Körperlichkeit bedroht, berührt sieht oder mit klarer „Du bist für mich Sexobjekt”-Aussage verbal kontaktiert wird. Vor allem in der deutschen Arbeitswelt. Dazu muss man Frauen weder in das Dekoltee starren, noch darüber dumme Sprüche über ihre Titten machen, noch ihnen an den Hintern grabschen. Es reicht komplett sie unter den Tisch fallen zu lassen, weil sie eine Frau ist.

Sexismus ist, wenn Frauen, weil sie Frauen sind, ignoriert werden. Sexismus ist, wenn man ihnen einen Job lediglich aufgrund ihrer „weiblichen” Eigenschaften zugesteht. Sexismus ist nach wie vor, wenn man Frauen „härtere” arbeitspolitische Entscheidungen nicht zutraut oder daran zweifelt, dass sie diese umsetzen können. Sexismus ist, wenn man als Arbeitgeber allen Mitarbeitern zugesteht, dass die weiblichen Angestellten den Bürokaffee kochen, den Kühlschrank aufräumen, das Wasser dem Kunden servieren, die Büroblumen auszusuchen haben.

Sexismus ist übrigens auch, wenn der verklemmte Vorgesetzte den weiblichen Mitarbeitern wochenlang nicht in die Augen gucken kann und das erst dann tun kann, nachdem er sich ihr gegenüber in einer Diskussion als „ihr Vorgesetzter” verbal positionieren durfte.

Sexismus ist unglaublich subtil, vielfältig und in einem unfassbar hohen Maße in dieser Gesellschaft noch ständig existent. Und er ist vor allem auch dann existent, wenn Männer befinden möchten, was die Frau als Sexismus empfindet, das sei doch lediglich eine Lapalie.

Um nochmals auf Herrn Brüderle zurückzukommen: Es fällt dann doch schwer zu vermuten (nicht nur als Frau), dass solch sexistisch humorigen Politiker sich in der Lage sehen für beide Geschlechter im Land gute Politik zu machen.

Daher kann ich persönlich auf solche „Herren” in meinem politischen Weltbild prima verzichten.

2013-01-24

Fundstück

Habe sehr reizenden Kurzbesuch aus der Schweiz gehabt. Grund unter anderem ein Gerichtstermin. Bin ich mitgegangen, um als Daumen drückende-Instanz gute Energien im Saal zu verbreiten. Hat sogar funktioniert.

Wir haben dann beim Heraussuchen der Adresse festgestellt, dass das Amtsgericht (Mitte) prima passend nur eine U-Bahn-Station von meiner Dockingstation entfernt liegt. Und diese haben wir links liegen gelassen und uns mit einem winterlichen Spaziergang an der Fischerinsel und dem Heimathafen vorbei, das alte Berlin Cölln erlaufen.



Somit war ich zum ersten Mal in meinem Leben im Amtsgericht Mitte, das innenarchitektonisch wahrlich nicht von schlechten Eltern ist.



Den Besuch dort kann ich nur empfehlen (man kann das übrigens auch ohne jedes fachjuristische Geplänkel tun.) Tolles Haus (sind leider nur Fotos vom Handy).



Um die Ecke wird auf dem Engelbecken derzeit Schlittschuh gelaufen, ein hoch motivierter wilder Vater hat neulich für seine Kids sogar rundherum um das Becken eine Laufstrecke freigeschaufelt. Möchte dort morgen unbedingt Glühwein trinken auf dem Eis. Das ist dann Glühwein on the rocks, wann hat man das schon mal, nicht wahr?

2013-01-20

Der Südseekönig

Die Debatte ob der „Negerkönig” durch den „Südseekönig” bei Astrid Lindgrens Pipi Langstrumpf ersetzt werden soll, sie lässt einen nicht los. Gerade folgte ich den Verlinkungen von Kiki auf ihrem Blog e13.de zu diesem Thema und las die persönlichen Stellungnahmen vom wondergirl und kittykoma. Beides sehr interessante Ausführungen zu dem Thema – mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen.

Meine persönliche Meinung ist vergleichsweise trivial. Grundsätzlich finde ich, dass an den Werken von Künstlern, also auch Autoren, nicht von fremder Hand herum gefeilt gehört. Schon gar nicht post mortem eines Künstlers, wenn er dazu nicht Einspruch erheben kann. (Im Fall von Lindgren ist ihre Verweigerung an Änderungen ihres Werkes übrigens bekannt, denn sie musste sich mit den Rassismus-Vorwürfen noch zu Lebenszeiten auseinandersetzen). Üblicherweise wird Kunst zu ihrer Zeit geschaffen und wenn sie so verbreitet, also angesehen ist, dass sie diese überdauert, ist das ein Qualitätsmerkmal. Insbesondere dann, wenn sie zudem diskutiert werden muss. Dass sich die Diskussion der Kunst über eine gesellschaftliche Entwicklung hinweg ändert, ist logisch nachvollziehbar. Aber muss sich deswegen die Kunst auch ändern? Und wer, bitteschön, will bestimmen, dass die heutige Entscheidung hierzu noch in 100 Jahren eine richtige war?

Vor allem, wo wollen wir anfangen, wo sollen wir aufhören? Den „Otello the Moor of Venice”, also „Otello, der Mohr von Venedig” in „Otello, der People of Color von Venedig” umbenennen? Was nun die nächste einzig sinnvolle Entscheidung wäre, würden wir diesen Weg gehen hinsichtlich eines Reinigung aller diskriminierenden Texte. Mir ist persönlich lieber ein Kind erhält die Chance sich dem Wort „Mohr” bei Otello bewusst sehr kritisch zu nähern, weil es Bescheid weiß. Weil es nämlich zuvor ein Kinderbuch gelesen hat, das als Bildungsauftrag gleich mitgegeben hat, welcher Sprachgebrauch heute kein angemessener ist – und vor allem: warum er es nicht ist.

Vermutlich würde es Astrid Lindgren sehr gefallen, wenn anhand ihrer Bücher über die Zeit, eine sprachliche Hausaufgabe an die Eltern inklusive käme. (Womöglich tut es dem einen und anderen Erwachsenen auch gut beim Vorlesen und Erwähnung des „Negerkönigs” eine erklärende Fußnote gleich mitzulesen?)

So oder so aber gilt für mich, wenn Menschen mit dunkler Hautfarbe, People of Color, in diesem Land entscheiden, sie möchten dieses Wort ersetzt sehen – weil es sie verletzt – sollte man dies tun. Mich stört aber massiv, dass es hierzulande die „weißen” Sprachwissenschaftler sind, die das für sie entscheiden – vor allem die Diskussion für sie führen.

Ich habe mir im Zuge der Diskussion seit Tagen Gedanken darüber gemacht, wie ich damals diese Pipi-Geschichte als solche als Kind erlebt habe. Es gibt ja die Szene, wenn Pipi Taka-Tuka-Land betritt, dass sich die Menschen dort vor ihr verneigen. Natürlich kann einem aufstoßen, dass sich bildlich hier dunkelhäutige Menschen vor einem hellhäutigen Menschen verneigen. Vielleicht aber verneigen sich dort auch nur Menschen vor einer Königstochter? Ist das wirklich von der Autorin willentlich dargestellter Rassismus oder lediglich eine (hierzulande bei europäischen Königshäusern durchaus noch übliche) Ehrerbietung? Nach meinem Gefühl damals haben sich lediglich Menschen an einem anderen Ort vor meiner Heldin verneigt, was ich als völlig stimmig empfand. Zudem sie rote Haare hatte, wie nämlich meine Mutter auch. (Kinder können Kinderbücher so subjektiv lesen, wir Erwachsenen haben ja gar keine Ahnung!)

In der Konklusio fand ich die Geschichte aber als Kind großartig, denn sie vermittelte mir ein Gefühl von einer Welt in der Menschen zwar unterschiedlich aussehen aber für eine Sache gemeinsam etwas tun und schlussendlich zusammen glücklich mit dem Ergebnis sind. Das ist, was ich aus dieser Geschichte mitgenommen hatte: eine glückliche Gemeinschaft vieler unterschiedlicher Menschen. Der „Negerkönig” oder nun „Südseekönig” war für mich ausschließlich Pipis Vater. Die Idee, dass ein Volk einen Fremden sich als König erwählt, fand ich als Kind völlig abwegig. Als König wird man nämlich geboren, das hatten mir vorher längst meine Märchenbücher unmissverständlich beigebracht.

Man kann aus so vielen Blickpunkten – allgemeinen, gesellschaftlichen, subjektiven, politischen – auf so ein Werk blicken, dass ich es für mich ablehne, entscheiden zu wollen, was heute für die Kinder von morgen die richtige Entscheidung wäre. Können wir überhaupt Rassismus in der Zukunft wirklich eliminieren, weil wir ihn aus der Vergangenheit löschen? Nein. Vor allem wir Deutschen können genau das nicht, Rassismus und Diskriminierung ist ein Teil unserer Geschichte. Und wir haben schon zu viel Schaden an Kunst und Kultur aus den falschen Gründen angerichtet, als dass ich mir hier noch mal die Finger dreckig machen würde wollen. Auch wenn die Beweggründe heute andere bessere sind.

Ich habe eben gegoogelt, weil ich mich noch mal mit Pipi näher beschäftigen wollte und in Google das Wort „Südseekönig” eingegeben. Bereits an dritter Stelle folgt ein Wikipedia-Eintrag zu dem Stichwort einer Person namens Johan Cesar VI. Godeffroy. Dieser Mann entstammt einer Familie mit hugenottischen Wurzeln, die Anfang des 18. Jahrhunderts von Berlin kommend nach Hamburg übersiedelte. Seine Firma „Joh. Ces. Godeffroy & Sohn” war eine Handelsgesellschaft, man handelte mit und verschiffte Erze, später Zucker aus Nord- und Südamerika und dann Südafrika, Australien sowie der Südsee. Also den Kolonialgebieten.

Ich zitiere aus diesem Wikipedia-Artikel:

1857 verlegte Johan Cesar VI. Godeffroy seine Aktivitäten in den Südpazifik. Er verschiffte auf der Route dorthin bis 1881 zahlreiche Auswanderer nach Südafrika und Australien. Auf Samoa betrieb er Kokosplantangen. Die Früchte wurden zerkleinert, nach Hamburg verschifft und zu Öl gepresst. Die Erfolge dieses Geschäftes brachten ihm den anerkennenden Beinamen „Südseekönig“.

[…]

Auf Samoas Hauptinsel Upolu wurden 1865 große Gebiete gekauft und erste eigene Plantagen eingerichtet, um in den beginnenden Koprahandel einzusteigen. Godeffroy organisierte Expeditionen ins Landesinnere, bei denen Ureinwohner verschleppt wurden, um diese auf den Plantagen als Zwangsarbeiter einzusetzen.

Ist das so? Wir haben in der deutschen Historie einen Menschen, der diesen Titel „Südseekönig” trug, auch weil er sich als typischer Kolonialist gebärdete? Und jetzt wollen wir mit genau mit diesem Titel ein Kinderbuch in der deutschen Ausgabe von Diskriminierung und Rassismus rein waschen?

Das können auch nur wir Deutschen bringen. Den vermeintlichen Missgriff einer Fantasie mit dem Vergehen einer realen Vergangenheit im positiven Sinn ersetzen zu wollen.

Wenn dem so ist, sollten wir natürlich schleunigst den „Negerkönig” durch den „Südseekönig” in den Kinderbüchern von Astrid Lindgren ersetzen, dann sind wir Deutschen wenigstens wieder auf der rechten Seite.

(Kommentare geschlossen)

2013-01-19

Dünnenschwalben

Berlin liegt bekanntlich am Meer und außerdem wohne ich fünf Minuten fußweit vom Kanal (und zehn Minuten Fußweit links runter auch). Es gibt also Möwen im näheren Umfeld unserer neuen Behausung. Eine/r meiner Nachbarn im Haus wirft einmal am Tag Brotkrumen aus dem Fenster, dann sind sie direkt bei uns und liefern ihr übliches Möwen-fang-den-Keks-Spektakel direkt vor unserem Schlafzimmer- bzw. Küchenfenster ab.

Ihr kennt das? Ich behaupte der eigentliche Grund, warum wir so gerne am Meer und im Sand sitzen, ist dieses Möwen-TV.

Die Katzen jedenfalls finden es toll, toll, toll.

(Bloggerin nach Veröffentlichung zum Brot holen verreist.)

2013-01-18

Diese Woche …

… habe ich die Fotos von 2011 sortiert. Das war hart. Die Lino-Fotos. Und überhaupt alle diese Fotos aus einem anderen Leben. Vor dem Schnitt.

Bin müde.

2013-01-17

Meine Katzen und die Seealge …

Sehr liebevolle Menschen aus diesem Internet schickten uns vergangenes, nein mittlerweile schon vorvergangenes Jahr tolle Pakete mit wundervollem Katzenfutter, von dem wir heute noch zehren. Eines der tollen Pakete beinhaltete sehr leckeres gesundes Futter, frei von Konserierungs- bzw. künstlichen Geschmacksverstärkern oder Zucker. Unter anderem Dosen von Applaws. Diese sind mir beim Einzug beim Wegräumen ein bisschen zu gut von mir weggeräumt worden, so dass ich sie neulich erst wieder fand.

Das ist das erste Katzenfutter vor dem ich stehe, wenn ich eine Dose aufmache und denke, „ja, das würdest Du auch essen!” Ich glaube, es gibt konserviertes Lebensmittel für Menschen, das deutlich unangenehmer aussieht, riecht (vermutlich auch schmeckt.)

Gestern öffnete ich eine Dose mit für mich neuer farblicher Banderole in einer angenehm abgedunkelten Küche und sehe einen riesigen dunklen Fleck in der Dose. Das Erste, was man als Mensch dann denkt: verdorben. Aber die Dose war vor dem Öffnen flach und der Inhalt roch auch gut, keinesfalls nach Verwesung. So suchte ich leicht verstört die Lesebrille den Lichtschalter und des Futterrätselslösung entpuppte sich als Thunfisch mit Seealge.

Also Maki für Katzen nur ungerollt (Reis ist nämlich bei Applaws auch immer dabei). Die Spannung beim Servieren könnt Ihr Euch vorstellen. Und was soll ich Euch sagen selbst Nishia, die berühmt dafür ist eine sehr mäklige Esserin zu sein, war äußerst beglückt. Seit wir dieses Futter füttern, hat sie sich sogar wieder ein paar Gramm zugelegt. (Nicht weil das Futter dick machen würde, im Gegenteil, einfach nur weil sie mehr isst.) Also Seealge muss das Ding überhaupt sein aus Katzensicht! Shiina war in nur drei Minuten fertig. Tally noch schneller, (aber dafür leider mit Rückwärtsgang.)

Applaws vertreibt auch Trockenfutter ohne Getreideanteil, was Talythas (meine Katzen bekommen morgens Trockenfutter und Abends Feuchtfutter) Allergie zugute kommen sollte. Ich werde es einmal probieren.

Aber Thunfisch mit Seetang ist wirklich der Hammer. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal Thunfisch mit Seetang?

Der reizenden Spenderin vielen Dank für diese schöne neue Futtererfahrung!

2013-01-16

Rollin Restaurant

in.puncto (ARD) hat in der letzten Sendung das Rollin Restaurant vorgestellt, (Mediathek) dieses wunderbare (Berliner) Kochprojekt von Paul Fritz, Paul Nonnemacher und Björn.



Ich durfte einmal dabei sein bisher. Und das war eines meiner schönsten Food-Erlebnisse überhaupt. Die Atmosphäre war entspannt, die Köche zum Anfassen, die Mitesser so sympathisch, die Drinks, vor allem der Begrüßungscocktail, waren toll und das Essen unbeschreiblich gut. (Vielen Dank noch mal Anja!) Ich kann mir kaum vorstellen, dass es derzeit ein besseres Food-Projekt in der Stadt gibt, als dieses. Vermutlich kaum ein liebevoller zubereitetes Essen in so einem professionellen Umfeld.

Das einzig Negative, was man überhaupt zu Rollin Restaurant schreiben könnte, ist, dass es mittlerweile eher nicht mehr möglich ist noch Plätze dafür zu erhalten. Kaum ist das nächste Event online angekündigt, sind in der nächsten Zehntelsekunde die Plätze weggebucht. Wer es schafft und einen der wenigen Plätze für sich reservieren kann und hingehen darf, der hat den Berliner Food-Jackpot geknackt.

Der oben verlinkte Beitrag (und das Interview mit Paul) beschreibt sehr schön, wie ich mein erstes Mal die „Wild at Heart”-Rollin Küche auch erlebt habe. Sympathisch, wohltuend und von einem wundervollen Esserlebnis gekrönt.



Das war im Januar 2012 und ich bin von Anja eingeladen worden. Gekocht wurde im „The Naked Lunch” und das Thema war, an Björns Herkunft angelehnt, schwedisch und winterlich: Elch!



Begrüßt wurden wir von einem heißen Cocktail, der sehr butterig schmeckte – lecker war und mich in eine sehr entspannte Stimmung brachte. (Edit: der Cockatail heißt „Hot Buttered Rum”, das Rezept ist hier zu finden!) So ein echter Souldrink! Die Vorspeise bestand aus geräuchertem Elch mit Preiselbeerengelee an einem Frischkäsespiegel.



Der Hauptgang war ein sehr zartes Stück Elch und mit Pilzen gefüllten Kartoffel-Dumplings



und zum Nachtisch gab es einen Toffeekuchen, eine in einem Preiselbeerensud gedünstete Birne und Ingwercreme.



Und dazu sehr gut abgestimmte Weine.



Das war ein so schöner Abend, der rundrum einfach nur gelungen war und der Seele gut tat. Und ich bin heute immer noch fasziniert, dass drei (man sollte sie so gar nicht mehr nennen dürfen) Laienköche für eine große Menge Gäste auf den Punkt hervorragende Cuisine servieren.



Paul ist übrigens stellvertretend für alle drei Rollin Restaurant-Köche mit ihrem Projekt in der Kategorie „Food” der 5. Shorty Awards nominiert. Neben einigen weltweit sehr bekannten Kochpersönlichkeiten. Jedes Tweet von Euch zählt!

2013-01-12

Kurvenlage

In der U-Bahn-Station Hausvogteiplatz bin ich bisher lediglich ausgestiegen, haben noch nie auf einen Zug gewartet und mich insofern nie mit dem Bahnhof näher befasst beim Hinauslaufen.



Neulich hatte ich dann einen schönen Moment. Ich stand im Bahnhof nach einem Weihnachtsmarktbesuch, auf die Bummelbahn wartend und stellte fest, das dieser in einer kompletten Kurve liegt. Von solchen Bahnhöfen kann meine Minitrix nur träumen!

Kurz hinter dem Bahnhofseingang saß ein Mann und spielte Akkordeon. Und er konnte das. Er spielte sogar mit Herz und Leidenschaft. Er griff mit viel Liebe in die Klaviatur und spielte eine der schönsten Intonationen von „My Way”, die ich je hören durfte.

So schön, dass man Züge abfahren lassen musste …