2009-09-04

Gestern …

habe ich tolle Dinge gesehen: zum Beispiel das Autoauspuffrohr in unserem Hausmüll abgegeben. Schön säuberlich in die gelbe Tonne sortiert. Na gut, die Altpapiertonnen waren auch gerade nicht am Platz.

Bei Aldi gab es dann endlich wieder Glühwein satt. Wir schreiben den 4. September 2009 und ich muss erschreckt ins Logfile schreiben, dass mir bis heute noch keine Lebkuchenherzen feil geboten wurden.

Aber dieses Jahr habe ich auch vorgesorgt, ich horte noch zwei Packungen Dominosteine vom letzten Jahr!

2009-09-03

Mehr Biss

Es gibt Krankheiten und gar nicht so wenige, in deren Folge oder als Nebenwirkung der Medikamentation der Patient mit dem Verlust seines Zahnapparates rechnen muss. Das ist zum Beispiel bei Diabetes Mellitus der Fall. Parodontitis ist ein Symptom dieser Erkrankung und ein schlecht eingestellter Diabetes kann zu Knochenschwund führen, davon ist auch der Kiefer irgendwann betroffen. Bei den HNO-Carzinomen, Krebserkankungen im Hals-, Mund- und Nasenbereich, kommt es aufgrund der Bestrahlungstherapien bei Patienten häufig zur Notwendigkeit sich alsbald mit den „Dritten“ auseinanderzusetzen. So werden zum Beispiel Kehlkopfkrebs (Larynxcarzinom) oft „prophylaktisch“ die Zähne vor der Bestrahlung gezogen. Ein Grund dafür ist, wenn es nach der Bestrahlung zur Notwendigkeit kommt einen oder mehrere Zähne zu extrahieren, eine Wundheilung in diesem Bereich für einen langen Zeitraum nur sehr langsam oder gar nicht stattfindet. Übrigens kann plötzlicher Zahnverlust im Alter infolge von Paradontose auch ein Indikator für eine bevorstehende kardiovaskuläre Erkrankung (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) sein. Das Zwischenspiel Zahn zum Rest des Körpers eines Menschen, ist ein intensives.

Nun mag man glauben, dass Patienten, wenn sie mit einer solchen Krankheit, ihrer nicht angenehmen Behandlung, ihren Nebenwirkungen leben müssen, kommt es in deren Folge zum Zahnverlust und der Notwendigkeit eines Ersatzgebisses, sie hier von ihren Krankenkassen 100%ig unterstützt werden und nicht die üblichen Zuzahlungen verlangt werden. Denn die Behandlung hat ihren Ursprung nicht darin, dass sie ihre Zähne nicht gut gepflegt hätten – sie können nichts für die Notwendigkeit dieser Therapie. Unter anderen Umständen hätten sie ohne die Therapie ihre Zähne ein Leben lang behalten.

Schön naiv geglaubt! Habe ich übrigens bis Anfang dieser Woche auch getan. Dann habe ich Menschen getroffen, die nach ihrer Kehlkopferkrankung, die Übernahme der Kosten für den Zahnersatz erst langwierig und schwierig einklagen mussten. Meist bekommen sie (noch) übrigens Recht – vorausgesetzt, sie haben das Glück das Urteil noch zu erleben. Für selbstverständlich jedoch halten viele Krankenkassen in Deutschland die Übernahme dieser Kosten nicht! Sie müssen das tun, nur ist für den Patienten der Umstand oft schwer beweisbar (falls er von solchen gesetzlichen Regelungen überhaupt Ahnung ha).

Und noch ein kleiner Insider aus der wundervollen Welt unserer zahnärztlichen Krankenversorgung: Patienten, deren Erkrankung oder die Behandlung dieser Erkrankung mit einem zusätzlichen Symptom namens Parodontitis oder einer Parodontose daher kommt, erhalten üblicherweise eine Parodontosebehandlung. Auch hier möchten sich die Krankenkassen gerne der Kostenübernahme verweigern, weil die Diagnosen ihrer Meinung nach nur bei ungenügender Pflege der Zähne gestellt würden. Das stimmt nicht, es gibt sehr viele Gründe für eine Parodontitis, für die ein Patient überhaupt nicht verantwortlich ist. (Wünscht er allerdings den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, wird ihn die Kasse dabei nicht unterstützen.) Die Kasse übernimmt die Kosten für die Behandlung nur bei einer bestimmten Taschentiefe ab, so ab 3,5 mm hält sie es für nötig dem Patienten finanziell unter die Arme zu greifen, denn dann geht es dringend um den Zahnerhalt. Das wiederum heißt, dass Patienten, die aus den offensichtlichen Gründen sich mit diesen Erkrankungen chronisch auseinandersetzen müssen und regelmäßig zur Zahnreinigung als auch Parodontitisbehandlung gehen, müssen sobald diese Behandlungen Wirkung zeigen und sich die Zahntaschentiefe als positives Ergebnis wieder verringert, für die Behandlung selber gerade stehen.

So oder so steht vor einer Parodontisbehandlung immer die sogenannte professionelle Zahnreinigung (PZR). Diese ist eine IGeL-Leistung, eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse übernommen. Tricky: empfohlen wird die PZR zwei Mal im Jahr, will man die Kosten für die Parodontitisbehandlung übernommen bekommen, muss man sie mindestens drei Mal vornehmen lassen. Schließt sich der Kreis bei den schwerkranken Krebspatienten, die sich einerseits mit ihrer Kasse um den Zahnersatz streiten müssen, andererseits, wollen sie ihre Zähne erhalten, drei IGeL-Leistungen im Jahr in Anspruch nehmen müssen. Für die sie selbst zu zahlen haben, damit sie an einer weiteren Zahnbehandlung teilnehmen können – für die ihre Haupterkrankung die eigentliche Ursache ist! Thrombosen, Blutgerinsel, gehen oft mit einer Krebserkrankung einher. Patienten erhalten daher in der Therapie Blutgerinnungsmittel. Onkologen und Kardiologen werden somit von einer Behandlung, die nicht zwingend lebenserhaltend notwendig ist aber möglicherweise mit Blutungen einhergeht (das tut die PZR im Allgemeinen) abraten müssen. Keine PZR, keine Parodontosebehandlung auf Kosten der Krankenkasse. Das nennt man von hinten dem Patienten ins Portemonnaie geschossen.

Kann sich jeder Patient die in Folge seiner Krankheit entstehenden zusätzlichen Kosten leisten? Üblicherweise muss er eingeschränkt von Krankengeld oder Rente leben und schon die primäre Erkrankung bringt ein gesundes Maß an Nebenkosten mit sich für manche Behandlung, an der man sich wenigstens teilweise zu beteiligen hat.

Was bleibt als Rat für den Patienten: zunächst einmal sollte er sich im Vorfeld informieren, wenn der Arzt eine Diagnose erhält, mit welchen Nebenwirkungen man ggf. bei dieser Krankheit aber eben auch unter ihrer Behandlung rechnen muss. Im Anschluss sollte direkt zum Zahnarzt gehen und sich seinen Zahnstatus auf den Tag festlegen lassen. Nötigenfalls mit einer Röntgenaufnahme. Sich den Befund schriftlich geben lassen, damit im schlimmsten Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung problemlos dargelegt werden kann, was an Verschlechterung nach Erkenntnis der Diagnose eingetroffen ist und somit auf im Streitfall diese sehr wahrscheinlich zurückgeführt werden kann. Selbsthilfeverbände können sehr gut beraten!

Und am Allerbesten: gesund bleiben!

Ich schätze mal …

so knappe sechs Monate noch, dann werden die ersten Meldungen von Angestellten in die Öffentlichkeit getragen werden, die seit Monaten finanziert Kurzarbeit machen und trotzdem längst wieder 40 Stunden arbeiten, weil dennoch Kündigungen ausgesprochen wurden und die, die übrig bleiben vor Angst, dass es sie selbst trifft, deren Arbeit übernehmen ohne zu murren.

Der Unternehmer indes haut sich ins Fäustchen, weil's bei ihm womöglich schon wieder rund läuft und die Bilanz 2010 die Bilanz seines Unternehmens werden dürfte.

2009-09-02

Four Solaire

An einem schönen Tag im Urlaub haben wir uns aufgemacht in die Cerdagne, in ein Gebiet der Ostpyrenäen, zu reisen. Eigentlich Skigebiet, im Sommer natürlich sehr grün angelegt und eine Region Frankreichs, wo die von mir sehr geschätzten typischen Steinhäuser Südfrankreichs verschwinden und zu alpinen Skihütten mutieren. Auch wenn die Anfahrt wirklich wunderschön war, uns durch sehr hübsche Ort, auch interessante verlassene Orte führte, gefiel es mir dort eher nicht. Das ist nichts gegen die Landschaft, ein rein persönliches Empfinden – ich bin nicht so sehr die Skimaus und das drumherum war mir … nicht mehr südfranzösisch genug. Also so, wie ich das mag.



Aber in einem Ort, in Odeillo, steht ein Solarkraftwerk, das Größte seiner Art in Europa. Das Four solaire. Die 1969 (!) in Betrieb genommene Anlage dient primär Forschungszwecken auf dem Gebiet der Solarenergiegewinnung. Eine imposante Installation! Da steht ein riesiger Hohlspiegel in der Landschaft in dem sich das gegenüber liegende Felsmassiv, die Sodane spiegelt.



Und vor ihm sind 63 bewegliche Planspiegel (Heliostaten) installiert, die die Sonnenstrahlen auf den 2000 qm großen Hohlspiegel werfen, dessen Spiegelfläche aus 9130 kleineren konkaven Spiegelelementen besteht.



Die so gebündelte Sonnenenergie befeuert einen in dem Temperaturen von mehr 3200 Grad Celsius erreicht werden können. In Four solaire werden feuerfeste Stoffe untersucht, die starken Temperaturschwankungen, wie z. B. in der Raumfahrt oder im Einsatz von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, eingesetzt werden. Drum herum auf dem Gelände stehen natürlich nette, sich nicht mehr im Betrieb befindliche Gerätschaften aus dem Forschungsbetrie.



Und im Forschungszentrum selbst informiert eine kleine Ausstellung über die Forschungsarbeiten, die unterschiedlichen Energien – übrigens mit Informationsfilm, der in mehreren Sprachen gezeigt wird, auch in deutsch. Die Ausstellung fand ich lustig. Sie dürfte mit eine der ersten Ausstellungen gewesen sein, in denen die Franzosen (die darin Vorreiter waren) auf multimediale Weise informiert haben. In einem Bereich der Ausstellung haben sie Fotos aus dem Weltraum von dem Hubble-Teleskop angefertigt in groß aufgezogen: die Galaxie wundervoll visualisiert. Da ist mir einmal mehr klar geworden, dass wir nicht immer nur für's Web fotografieren sollten. Fotos gehören manchmal wirklich ausgedruckt: in groß!



Leider hatten wir an dem Tag kein so schönes Wetter vor Ort, auch mit Regen. Strahlend blauer Himmel in so einem Hohlspiegel macht sich auf Fotos natürlich deutlich besser …



An dem Tag trafen wir übrigens die toteste Forelle, seit es tote Forellen gibt. Aber von ihr erzähle ich ein anderes Mal …

2009-09-01

Fetzen

Heute früh, sehr früh, viel zu früh, unmenschlich früh einen Hummer gesehen. Er kämpfte sich so durch das Gelände, mehrachsig, schwer arbeitend, wahrscheinlich den Vierrad, Vielrad, Daniel Düsentrieb und was weiß ich was noch für Antriebe auf volle Schubkraft geschaltet, um dem komplett unwegsamen Gelände der Großstadt Herr werden zu können.

Auf der Stadtautobahn.
In Berlin.

Eben zum Flughafen nach Köln gefahren. Vorher etwas im Stau gestanden. Nichts Schlimmes: es regnet hier nur seit heute Nachmittag wie gewohnt. Herbstlaunen. Sitze nun im Kaffee und langweile mich ein wenig. Kommt eine aufgelöste Frau um die 50 an den Nachbartisch und begrüßt die ehemaligen Reisenden, die sie nicht pünktlich abholen konnte – wegen dem Stau. „Oh mein Gott, ich bin das gar nicht mehr gewöhnt, wir fahren doch sonst nur noch zum Golfclub.“

Heute hatte ich so einen Tag, an dem mir viel und über lange Zeit hart erkämpfte Arbeit von vielen sehr ambitionierten Menschen präsentiert wurde – als das Ergebnis ihrer Arbeit über viele Jahre, in denen sie gegen viel Widerstände entwickelt, gekämpft, durchgesetzt, notiert, analysiert, zurückgespielt, reagiert haben. Zu unserem Nutzen. Von uns allen. Auch von Euch. Euren Eltern. Menschen, die Ihr liebt. Heute hatte ich so einen Tag an dem ich mir angucken musste, wie diese hart erarbeiteten Ergebnisse mit einem Schulterzucken abgetan wurden. Von denen, die jetzt reagieren müssten. In den Arsch getreten haben die den Menschen, Arbeitsbienen, schon etwas früher.

Manchmal mag ich dieses Deutschland nicht.

Natürlich nur eine Phase an einem verregneten Dienstagabend in Köln. Nennen wir es den Köln-Blues. Und immer noch eine ganze Stunde bis zum Rückflug. Ich hätte jetzt gerne mit netten Menschen- und im Grunde auch liebenswerten Katzen-Kontakt. Und warm hätte ich es auch gerne. Am liebsten Decke über'n Kopf.

2009-08-31

Habe darüber nachgedacht …

und zwei Nächte darüber geschlafen. Über die Wahlergebnisse vom Sonntag. Es haut mich schon um, wie eine Partei wie die FDP, die sich insbesondere durch Dummlaberei ihrer Politiker und politischer Nichtpräsenz als auch dem nicht vohandensein einer eigenen politischen Meinung über eine längere Distanz von drei Wochen hinweg bis zur Adoption der neuen eigenen Drittmeinung, einen derartigen Wahlerfolg erreichen konnte. Mit völligem Nichtstun. Einfach nur mit Aussitzen. Und Nachsprechen.

In einer hellen Minute ahne ich, das spricht so gar nicht für den Wähler. Da kann ich womöglich noch froh sein, dass die Anwesenheit der Linken das Schlimmste verhindert haben.

Über den Grünen-Gau schlafe ich dann lieber eine weitere Nacht. Ach und nein, SPD, stimmt nicht. Das war kein Gewinn von Euch. Was Ihr weiterhin macht, ist absaufen auf hohem Niveau! Mit Sieg-Gelabere macht Ihr Euch zudem nur noch lächerlich dabei.

Angstmanipulation, nettes Filmchen bei Feder & Herd

Falls Ihr mal wieder nicht wisst, …

wohin mit Eurem Zug, die Franzosen stellen alles an den Rand ihrer Péage …

2009-08-30

Nishia



meine Nishine, Nishikowski, der kleine niedliche Fellbomber, die coolste Katze überhaupt, entstieg heute nachmittag nach einer gemütlichen Kuschelsession von meinem Bauch, legte sich zum Kater ans Fußende, direkt vor seine Nase, ließ sich von ihm das Fell putzen und dann liebevoll in den Nacken beißen … all das, wovor sie sonst immer bei ihm wegrennt, ließ sie zu, sie forderte sogar freiwillig ein. Das war vor gut fünf Stunden!

Der Kater und ich gucken immer noch blöd.

Unfassbar!

Die haben überhaupt keine Ahnung, was der Impfstoff gegen das H1N1-Virus mit ungeborenem Leben macht – und der Leiter vom Paul-Ehrlich-Institut ruft allen Ernstes völlig unkritisch auf, dass sich Schwangere impfen lassen sollen – weil es bislang keine Hinweise gäbe, dass die Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich wären.

Klar, ohne Standardtests kann man auch keine Hinweise darauf haben. Nebenbei weiß jeder Mediziner, dass Inhaltsstoffe auf unterschiedliche Menschen (Geschlecht, Alter, Konstitution, Gegenwirkungen bei anderer Medikamentation) sehr unterschiedliche Wirkungen haben können. Selbst wenn die Standardtests vorliegen, weiß man immer noch nichts darüber, wie Föten auf die Impfung reagieren – und das wird man auch nie wissen, weil derartige Tests aus Ethikgründen nicht durchgeführt würden. So wäre es schon schön und würde seiner fachlichen Kompetenz auch besser zu Gesicht stehen, wenn Herr Johannes Löwer sich dann allenfalls auf die wenigen Schwangeren mit besonderem Infektionsrisiko oder aber aufgrund einer medizinischen Disposition besonders gefährdeten Schwangeren, weil dann nämlich Patientinnen, in seiner Empfehlung beschränken würde.

Denn wenn wir dann weltweit einen neuen Contergan ähnlichen Fall haben, will es wieder keiner gewesen sein! Interessanterweise sagt medizinisches Pflegepersonal weltweit eher „nein“ zur Impfung für sich selbst. Darüber kann man ja auch mal nachdenken …

2009-08-29

nee, wat wirklich süß!

dem michael sein flashmob …

Meine Fresse, liebe Presse …

mal ehrlich, wenn einen 77-jährigen Mann das Zeitliche segnet, dann ist das ein zeitlich gesehen recht legitimer Abgang von dieser Welt.

In dem Zusammenhang die olle Kamelle vom Fluch der Kennedys hervorzukramen, das ist nur wieder der Beweis eurer Einfallslosigkeit. Aber die kennen wir ja, insofern geschenkt.

Selbstverständlich ist es bescheuert mit 77 sich von einem Hirntumor aus dem Leben kicken zu lassen. Ich habe mir aber sagen lassen, das sei schon viel jüngeren Menschen passiert. Und die mussten dazu nicht mal aus besonders machtvollen Familien stammen.

Ach, und wenn das stimmt …, dann möchte man ja bestimmte Familiennamen wirklich gar nicht mehr lesen müssen.

Linda ist tot – es lebe Linda!

Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass wir die Samen dieser alten Sorten, die aufgrund der allgemeinen Normierungswut in Europa hin zur lagerungssicheren, eher geschmacksneutralen "Einheitstomate", keine Saatgutszulassung erhalten, nur noch zu Dekorationszwecken für Hobbygärtner verkaufen.

Das sind die kleinen hübschen Klauseln, die ein Online-Shop aussprechen muss, wenn er sich – entgegen der Idee von Lobby getriebenen EU-Hanseln die Pflanzen- und Gemüselwelt auf ein Minimum runter zu regulieren – gerne mit der Vielfalt z. B. alter Tomatensorten auseinandersetzt und seinen Kunden die Möglichkeit eröffnet, dies auch (wieder) zu tun. So werden vom Ingana Shop alte Tomatensorten als Zierpflanzen verkauft.

Da hört man unaufhörlich die Uhr des Regulierungswahns ticken. Die Fünf vor Zwölf hat der Zeiger dabei die längste Zeit bereits hinter sich gelassen. Die EU erklärt ihre Regulierungswut darin, es sei doch im Sinne des Verbrauchers, nur noch Pflanzen vorzuhalten, die Parasitenresistent und möglichst unkompliziert im Anbau seien. Eine idiotische Idee, die so ganz nebenbei ja übrigens Bienen gerade den Garaus macht. Würde man mit Bauern und Gärtnern diskutieren, ob sie Pflanzen in der einfachsten Aufzucht mit dem besten Geschmack hervorbringen würden wollen, würde man eine eindeutige Antwort erhalten. Die brauchen wir Verbraucher aber gar nicht stellen, diese Frage. Wir kennen die Antwort.

Ein sehr schönes Beispiel dieses EU-Irrsinns ist „Linda“. Die Kartoffel, die von Kartoffelliebhabern tatsächlich geschmacklich sehr geschätzt wurde, ist vor drei Jahren vom Markt verschwunden, nachdem deren Rechteinhaber Europlant sie vom Markt nahm. Warum, darüber kann man nur spekulieren. Hilfreich könnten folgende Informationen sein: „Linda“ war unkompliziert zu ziehen, sehr ertragreich und das zu allem Überfluss ohne all zu viel Einsatz von Düngemitteln. Darüber hinaus ließ sie sich lange lagern ohne ihren exzellenten Geschmack zu verlieren. Die perfekte Knolle für Bauer und Verbraucher! Aber seien wir ehrlich: eine Knolle mit solchen marktschädigenden Eigenschaften kann weder Samenvertrieblern noch Düngemittelherstellern wirklich schmecken. Boris Schulz hat das Procedere in seinem Artikel genau beschrieben. Die meisten von Euch dürften sich noch an die Aktion erinnern, denn es gab niemanden, der „Linda“ einmal bewusst auf seinem Teller hatte, der auf diese Kartoffel verzichten wollten – aus einem einzigen Grund: weil sie im Vergleich zu ihren spätgezüchteten Kolleginnen schlicht Geschmack hatte.

Nun aber es gibt Hoffnung, dass „Linda“ wieder zurückkommt. Mit viel Aufwand und viel Geld, Geld das übrigens wir EU-Bürger zu zahlen haben, die wir deren Kommissionen und den Blödsinn, den die oft fabrizieren, ja alle mitfinanzieren. Der Retter von „Linda“: Karsten Ellenberg. Der verkauft Kartoffeln, sein Bauernhof in Barum trägt dabei den schönen Namen „Bioland Bauernhof Karsten Ellenberg“. Ellenberg verkauft Pflanzkartoffeln als auch Speiskartoffeln, online. Dort kann man u.a. „Linda“ kaufen, hier in Deutschland. Wieso das? Ellenberg hatte seinerzeit schon für den Erhalt von „Linda“ gekämpft und als er die Kartoffel in den Gesetzeswirrungen der EU bergab gehen sah, entführte er die Pflanze und zog von ihr Kartoffelproben in England. Dann beantragte er beim britischen Sortenschutzamt die Zulassung der Kartoffel. Die ließen die Sorte prompt zu und somit kommt eine ehemals deutsche Kartoffel als Importartikel von England wieder nach Deutschland auf unseren Acker. Der Tagesspiegel berichtet dazu heute. Offiziell sind natürlich noch einige EU-Behörden-Hürden zu nehmen, aber die Zeichen stehen momentan ganz gut für die neue ex-deutsche-nun-britische Knolle. Lustig im Artikel zu lesen, das abschließende Zitat vom Geschäftsführer von Europlant, Jörg Renatus, „Der Markt hat entschieden“, sagt der und verweist auf den großen Verkaufserfolg der „Linda“-Nachfolgerin.

Nee, mein Lieber! Ein Markt, dem ein Produkt vom Teller aus Profitgier heraus wegreguliert wird, entscheidet nicht selbst. Er wurde nur zum Verzicht gezwungen!

Also noch mal: hier gibt es tolle Tomatensamen von alten aufregenden Tomaten. Die kann man beispielsweise auch verschenken zu Weihnachten und Geburtstagen an Gartenfreunde und Balkonienliebhaber!

Und hier gibt es für den Küchenfreund leckere, seltene Bio-Kartoffeln, kommen per Post ins Haus! Menschen, wie ich, freuen sich übrigens auch immer über einen Tüte gute, leckere Kartoffeln als Mitbringsel – es müssen gar nicht immer Blumen sein!

2009-08-28

Baby

Gestern eine junge Mutter in der S-Bahn gesehen. Jung im Sinne von jung entbunden, im Sinne von Alter war sie offensichtlich längst schon ihren 20igern entsprungen. Das kleine schlafende Etwas, das sie im Tuch vor sich hertrug, von dem wir eigentlich nur ein kleines dunkles beinahe frisch geborenes Köpfchen sahen, dass noch viel kleiner war als nur klein, hatte schon etwas fast zu früh geborenes an sich, so klein. Die junge Mutter indes strahlte. Sie sah sicherlich nicht jugendlich frisch aus, die Haare etwas wirr, die Haut etwas unausgeschlafen. Sie hatte sich den neuen Umständen von Schlafverlust offensichtlich mit Hingabe ergeben. Aber sie strahlte. Aus jeder Pore ihres Körpers, selbst dem kleinen Zeh; jeder ersten Falte, jeder ungelegten Strähne ihres Haares entschlüpfte ihr das mütterliche Glück in Form einer hellen unübersehbaren Strahlerei. Jede Faser ihres Körpers strahlte, hätte ich sie sehen können, hätte ich sogar die Kniekehlen strahlen sehen. Bin mir sicher. Das war der hellste S-Bahn-Waggon, in dem ich je gesessen habe.

Vorgestern ein sehr junge werdende Mutter in der S-Bahn gesehen. Sehr jung. Ein kleines Babybäuchlein im sechsten Monat ungefähr, dazu ein blasses sehr hübsches Mädchengesicht. Sie fasste sich ständig an, richtete träge alle 20 Sekunden ihre langen naturgewellten blonden Haare nach hinten, die zwischendurch gar keine Zeit hatten ihr wieder ins Gesicht zu fallen, fasste sich danach direkt an ihre Kette am Hals, wie in Trance und gähnte. Sie tat das dauernd, in einer ewigen Schleife, ungefähre drei Mal zwischen den einzelnen Bahnhöfen. Sie fasste dabei nicht einmal ihre Bauch an. Neben ihr saß ein sehr junger Mann, hat eine kleine Ratte unter dem T-Shirt. Beide, junger Mann und junge Frau, scheinen zusammen zu gehören. Er unterhielt sie ständig und ohne Pause mit Belanglosigkeiten, er sprach von seiner Ratte, sehr liebevoll wie von einem Baby. Kümmerte sich, ist besorgt, als sie sich einmal erschrickt, weil einem Passagier die Tasche vom Schoß fiel. Sie fahren irgendwohin, offensichtlich um sich Computerspiele abzuholen. Jemand hatte sich nicht ganz legal viele Spiele besorgt. Sie sagte, ein einziges Mal für einen kurzen Moment zum Leben erwacht: „Bin jespannt wat det für Spiele sind, da soll eina 20 Spiele bekommen haben, hat der jesacht.“ Dann richtete sie sich wieder die Haare und suchte nach ihrer Kette.

Vorvorgestern eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen in der S-Bahn gesehen. Ihre kleine Tochter ist vielleicht zwei, knapp drei Monate alt. Ein zierliches Mädchen, sie guckte schon sehr aufmerksam und staunend mit noch sehr blauen Augen in die Runde und beglückt alles, was sie sah, mit lustigen Mundbewegungen und Geräuschen. Als ihre Mama sie, sehr verliebt in ihre kleine Tochter, auf den Arm nahm, rutschte deren Körper schnell wieder zusammen und das Köpfchen sackte immer wieder weg, wenn sie es eine Weile aufrecht gehalten hatte. Sie konnte schon ihrem Alter entsprechend viele Dinge aber noch nichts ganz richtig oder lange. Ich musste daran denken, wie so ein kleines Lebewesen in den zwei Monaten, die es erst auf der Welt ist, die Welt ihrer Eltern ordentlich auf den Kopf stellt und komplett aus den Fugen hebt. Mit unschuldiger Selbstverständlichkeit. Wie sich der Horizont momentan wohl nur um sie drehen wird und alles, was Mama und Papa tun, alleine auf ihr Wohlbefinden abgestellt ist.

Dann musste ich daran denken, wie unfassbar groß das Loch sein muss, das so ein kleiner Mensch in das Leben seiner Eltern reißt, wenn er abends einschläft und morgens einfach nicht mehr aufwacht. Wie unfassbar groß dieser Schmerz sein muss, so ein kleines Wesen abgeben zu müssen, nachdem man es gerade erst so kurze Zeit kennenlernen durfte. Wie unfassbar tief das Loch sein muss in das man fällt, muss man so ein kleines lebenslustiges Wesen nach so kurzer Zeit des Glücks in einen kleinen weißen Holzkarton der dunklen Erde anvertrauen.

Wie unfassbar schmerzhaft und unglaublich.

2009-08-27

Wir sind endlich soweit …

Ab sofort macht uns die Plastikfolie den lecker Käse …



creezy = sprachlos, echt jetzt mal!

Relationen

Experten rechnen 2010 mit 6 Millionen Tabak-Toten“, schreibt Spiegel online. (Im Vergleich sollte deutlich werden, was da gerade für eine üble Panikmache mit der Schweinegrippe abgezogen wird. Vermutlich damit ein paar Chemieproduzenten ihre eher wenig wirkungsvollen, dafür aber mit Sicherheit nicht Langzeit getesteten Impfstoffe auf eine Riesenmenge von Menschen abfeuern können.)

Letzten Montag Report aus Mainz gesehen? Die brachte einen informativen Beitrag zum Thema Zigarettenindustrie und Lobbyismus in Deutschen Parteien:

Das Sommerfest der SPD-Parteizeitung „Vorwärts“. Der Kanzlerkandidat eröffnet den Wahlkampf. Hier treffen wir Ralf Lothert wieder, den Mann aus der Geschäftsleitung von Philip Morris. Warum lädt ihn die SPD ein? Das möchte er lieber nicht sagen. Die Parteizeitung bekommt viel Geld aus der Tabakbranche. Allein für eine halbe Seite im Vorwärts zahlt Reemtsma mehr als 10.000,– Euro. „O-Ton, Uwe-Karsten Heye, SPD, Chefredakteur „Vorwärts“: »Also ich halte das für völlig unproblematisch. Jede Tageszeitung macht das, weil sie nämlich davon lebt und existiert.«

Keine Tageszeitung macht das. Denn seit 2006 ist Tabakwerbung in Zeitungen verboten.


Quelle: ARD, Report aus Mainz: Fragwürdiges Sponsoring –Die Zigarettenindustrie unterstützt großzügig die Volksparteien

2009-08-26

Öh …

rechts ganz viel zu bloggen,
links keine Zeit.

Was'n nun?

2009-08-24

Pizza vom Grill

der ungemein charmante und mit uns auf seinem Blog Rezepte als auch Design-Tipps teilende „Sweet Paul“ Low, der in Oslo geboren in NewYork als Food-Stylist arbeitet, macht nun auch Videos. In seinem ersten zeigt er die Zubereitung von Pizza auf einem simplen Barbecue-Grill …

2009-08-23

Berlin am Meer



Frau Generator, ich finde diesen einen Sonntag haben wir doch bonfortinös gerettet, oder?

Ich möchte an dieser Stelle …

dann doch noch mal meine tiefe Bewunderung all jenen Frauen gegenüber ausdrücken, die es wahrlich diesen ganzen Sommer über geschafft haben, als Fashion-Victims nicht einmal in diesen heißen Tagen bei 34 Grad Celsius einen Rock ohne lange, fußlose, in der Hauptsache blickdichte Hosen darunter anziehen und/oder jenseits der +30 Grad immer schön sortiert mit Halstuch doppelt um den Hals geschlungen ihre Außenwelt im Ablick zu beglücken wussten– weil's halt gerade in ist. Egal, ob sie dabei die Motten bekommen oder nicht.

Respekt, Mädels!

2009-08-21

Die Franzosen … (2)

sind gar nicht so. Allenfalls ein bisschen extrem, beispielsweise wenn es um ihre Reinigungsmaterialien geht. Den Urlaub haben wir in einem dieser französischen Ferienhäuser verbracht. Ferienhäuser kann man der Einrichtung und dem Sauberkeitsgrad normalerweise nach zwei Kategorien einteilen. Kategorie 1 steht dabei für „Besitzer wohnen auch hier und da mal im Haus“, dann kann man im Allgemeinen von einer nutzbaren Einrichtung (Küche) als auch einem genießbaren Sauberkeitsgrad der Immobilie ausgehen (Ausnahmen bestätigen wieder die Regel, ich weiß). In der Kategorie 2 haben sich die Eigentümer längst aufgemacht und sind in eine komfortable neue Behausung umgezogen und vermieten nur noch, dann tun sich dem Urlauber gelegentlich die Tiefen der französischen Reinlichkeit auf. In unserem Fall war es ein ganz reizendes Bauernhaus, das ehemalige Elternhaus, dem ein Neubau an die Seite gestellt wurde, mit bonfortinöser Aussicht, viel innerer Holzverkleidung und allerhand rustikalem Schnickschnack. Genutzt nur noch von Feriengästen, also ganz klar der Kategorie 2 zugehörend. In meinem Schlafzimmer befand sich eine ungefähr 100 Jahre alte Teppichauslegware mit dementsprechend alten fiesen Flecken. Ich bin schon von recht rustikaler Natur, bilde ich mir zumindest ein, was gewisse Umstände anbelangt: in diesem Urlaub habe ich mir erstmalig in meinem Leben das Barfußlaufen abgewöhnt. Und ich will unbedingt Barfußlaufen im Urlaub, für mich bedeutet das Freiheit. Frei sein, war also nicht in diesem Urlaub in diesem Haus. Es war an manchen Stellen … schwierig. Die Küche indes war zu beherrschen, blendete man gewisse Ecken und Wände aus. Wo man losgelöst von alter Baufälligkeit und Abnutzung sauber sein konnte, war man das von Vermieterseite aus – der Rest wanderte zunächst in den Geschirrspüler, die anderen Räume wurden eh nicht genutzt. Das Bad dagegen hatte wenigstens eine getrennte Toilette, die war holzverschalt (will man ja auch nicht wirklich) und die Nasszelle selbst wurde auch vor 100 Jahren letztmalig mit Plastikfliesenimitat beklebt, die Ecken war hier und dort recht dunkel, schwarz zu nennen. Typischer französischer Charme eben. Die Toilette war klein (das ist eine viel geliebte hygienische Größe in Frankreich: klitzekleine Toiletten anzubieten und wenn man dann weiß, dass in vielen Bars in Frankreich noch das Gesetz der gemischten Toilettennutzung vorherrscht, dann können sich die geneigten Leser vorstellen, was so richtig lecker ist). Sehr gerne hätte ich einmal auf der Toilette sitzend ein Foto für meine Leser gemacht, wie nahe die Tür vor uns war, wenn man sie dann geschlossen hielt – also wie unglaublich sehr nahe. Aber dazu hätte ich fairerweise ein Weitwinkel benutzen müssen, denn anderenfalls hätte ich bei Euch einen direkten Anfall von Klaustrophobie ausgelöst. Für die Kamera mit Weitwinkel und einer Nutznießerin indes war aber kein Platz auf dem Klo. So klein! Ist man derer Personen recht viele und amüsiert man sich gemeinsam auf nur einer öffentlichen Örtlichkeit über einen bestimmten Zeitraum „x“, will man diese öfter gereinigt sehen. Und so kauften wir bei unserem ersten Einkauf natürlich Schwämme und Putzlappen, denn das ist auch eine besondere Eigenart von Ferienhäusern – man möchte die vorhandenen Reinigungsutensilien eher nur mit der Kneifzange anfassen und Kneifzange war ausverkauft. So griff ich mir eines Tages unerschrocken einen Reiniger, der im Haus in den Restbeständen vieler Reiniger von Vormietern auf seine finale Nutzung wartete. Äußerlich hatte der die Fähigkeit es mit unserem Dan Klorix aufzunehmen, sprach er doch von hygienischer Sauberkeit – auf Französisch, das versteht sich. Als ich dann anfing das Bad zu schrubben und einen kurzen Moment später überlegte, wie lange wohl eine hochgewachsene Frau es in einem so kleinen (unbelüfteten) Raum mit so einer herb-intensiv an Chlor angereichterten Geruchswolke es aushalten kann, ohne pulmonale als auch cerebrale unheilbare Schäden zu nehmen (alternativ überleben kann), war die Welt noch in Ordnung. Etwas später, als mir auffiel, dass der farbige Putzschwamm (Ihr kennt doch diese quadratischen IMMER farbechten Lappen?) im Waschbecken gelassen von seiner Farbe abließ, kam ich ins Überlegen und unkte noch zu mir, ich würde wohl gerade mit Rohreiniger die Örtlichkeit reinigen. Also las ich das Etikett vom Reiniger nochmals durch: er blieb dabei nur ein Reiniger sein zu wollen. Ich reinigte zu Ende, überlegte, ob ich mir wirklich einen so großen Gefallen tue mit dem Zeug ohne Handschuhe zu putzen und vertagte das Ergebnis auf 30 Minuten später: da wollte ich nachgucken, ob meine Hände noch dran sein. Unbeschädigt. Die reisende Begleitung lobt mich kurze Zeit später über die neue Reinlichkeit im Bad, die insbesondere am reinlichen Duft festgemacht wurde. „Ja“, dachte ich so bei mir im Stillen, „dieser Reiniger lässt ja auch nicht viel übrig vom Bad als nur Chlorgeruch.“ Andererseits, wirft man einen Blick auf den Schwamm nach ca. zehn Tagen und vielleicht vier, fünf Reinigungen: War doch gar nicht so schlimm, das Zeug.