2012-08-21

Zigarettenkonsumentengedöns

Nun wird also gerade diskutiert, ob man Zigarettenpackungen, nachdem Krankheits- und Todeswarnungen offensichtlich der totale Abschrecker* waren *zynismustag_off, nicht mit ätzenden Fotos beklebt, diesen sogenannten Schockbildern.

Hat schon mal irgendein Freddy Krüger-Film verhindert, dass Menschen in der Folge keine spitzen scharfen Gegenstände mehr verwenden?

Ich möchte an dieser Stelle als Nichtraucherin – die grundsätzlich der Meinung ist, ihr soziales Umfeld kann selbst bestimmmen womit es sich krank macht oder umbringt, denn immerhin können wir, also Nichtraucher und Raucher gemeinsam, es allermeist dennoch nicht selbst bestimmen, was die eigentlich größere Tragik ist – eine Sache zur allgemeinen Kenntnis geben: es kotzt mich regelmäßig sehr an, dass ich an der Supermarktkasse als Unbeteiligte mir ständig einen von Tod und Krankheit erzählen lassen muss. Beim Einkaufen. Von zum Beispiel sehr gesunden Genuss- oder auch nur Ernährungsware. Ob die Packungen nun vor oder hinter mir auf dem Kassenband liegen oder in diesen völlig bescheuert verbarrikadierten Ausgabegeräten zu lesen sind. Ich will einkaufen gehen können, ohne ständig mit Tod und Krankheit konfrontiert zu sein.

Dann sperrt die Dinger doch richtig weg, so dass Raucher sich in langen Schlangen an Ausgabestellen ihre Rationen einkaufen müssen. Ich glaube, Bequemlichkeit ist der viel bessere Verhinderer* als dieser Pseudowarndummsinn. (*Mein persönlicher Eindruck nach dieser in geschlossenen Räumen Rauchverbotnummer.)

Katzenbesitzer sind ja schon …

… gelegentlich ein klitzekleines bisschen sehr überhebliches Pack.

2012-08-20

Zu Gast im Martinello und bei Bertollis Trattoria Tour

Peggy von Multikulinarisches sprach mich neulich an, ob ich im Rahmen der Bertolli Trattoria Tour durch Deutschland im Hauptstädtchen Gast bei einem Abendessen in einer Trattoria sein wollte. Wollte ich. Bertolli fährt Trattorien an, die vorab von Gästen im Internet empfohlen wurden, lädt neue Gäste ein und von den Rezepten, die die Köche herausrücken, gibt es dann später ein Kochbuch.

So geschehen schon in Italien, (das Buch liegt mir hier übrigens vor und wurde von mir in dieser Woche schon zwei Mal als Kochvorlage verwendet, denn die Rezepte sind wirklich lecker) nun auch in Deutschland Warum auch nicht? Gute italienische Küche gibt es mittlerweile wirklich überall!

Vergangenen Samstag trafen wir uns dann in kleiner Runde bei Martinello in Kreuzberg, in der Reichenbergerstraße 115 in 10999 Berlin. Peggy, ihr Mittagskocher, Jan-Peter vom nomy und Marco (Bertolli). Zwei weitere Gäste mussten leider abgesagen, die Gewinnspielteilnehmerin kam nicht und sagte auch nicht ab (tut man wohl heutzutage nicht mehr, wenn andere Menschen mit dem Essen auf einen warten). So hatten wir einen unterhaltsamen etwas längeren Aperitif mit einem wundervollen trockenen Prosseco Rosé Brut (Sergio De Casale, von dem alle Weine, die in der Trattoria erhältlich sind, stammen),



von dem ich mich den Rest des Abends nicht mehr loseisen wollte. In lauen Sommernächten darf man das aber auch, finde ich! Wir saßen draußen an einem perfekt italienisch gedeckten Tisch und genossen den Abend in angenehmer und in leckerer Gesellschaft.



Martina und Angelo, kurz Martinello,

betreiben eine winzig kleine Trattoria nicht weit vom Kotti im besten Kreuzberger Kiez. Die gute Nachricht für mich: zu Fuß erreichbar. In der Trattoria haben minimal ein Tisch, maximal, zieht im Winter die Eistruhe aus, zwei Tische Platz. Im Sommer sitzt man sowieso draußen und genießt die Antipasti und frischen Pastagerichte, Risotto und Gerichte von der Speisekarte. Für den Fisch- oder Fleischfan ist immer etwas dabei. Angelo kocht in einer bemerkenswert kleinen Küche (nie wieder nenne ich meine Küche klein)



über den Gang im Treppenhaus, während sich Martina mit einer Servierkraft den Tresen teilt und die traumhafte Essigbar bedient. Zu dieser später mehr.
Die Vorspeise italienisch klassisch: Antipasti. Vitello Tonnato satt.



Dazu eine selbst gemachte Paté und sehr frischen knackigen Staudensellerie, den ich selten so lecker gegessen habe! Für mich ein völlig neues Sellerie-Gefühl, und ich esse ihn eigentlich auch in der holzigeren Variante (kannte ihn bisher kaum anders), dieser hier war etwas Besonderes, weil sehr zart. Besonders hervorzuheben bei den Antipasti ist das wirklich gute Brot, sehr knusprig, innen schön luftig und saftig. Wird laut Martina von einem Inder geliefert und hebt sich wirklich von dem immer schlechter werdenden Weißbrot in der Berliner Gastronomie (auch in der gehobeneren) ab. Man serviert hier nur noch trockenes geschmackloses türkisches Fladenbrot und das nervt sehr, wenn es sich nicht um türkische Küche handelt. Sehr sehr lecker, wirklich perfekt: das Bruschetta. Reife Tomaten, perfekt mit Öl abgestimmt. Einfach gut.



Die besten Oliven meines Lebens habe ich Samstag gegessen, ganz große, fleischige grüne „Königsoliven”, die ich so schnell nicht vergessen werde. Und ja, ich bin ein bisschen froh, dass ich weiß, wo ich sie kaufen kann. Besonders gut: das typische italienische Grillgemüse, weil hier nicht nur in Olivenöl geschwenkt, sondern gut abgeschmeckt mit einem Hauch weißen Balsamico, also einer für den Sommer perfekt passenden säuerlichen Note. Dieses Gemüse hat der Vorspeise die Krone aufgesetzt, meiner Meinung nach. Alleine das Kalbfleisch vom Vitello Tonnato war mir eine Spur zu robust (oder einen Hauch zu dick geschnitten), aber wirklich kein ernstzunehmender Kritikpunkt. Selbstverständlich hätten wir bei den Antpasti zu einem anderen Wein wechseln können, wie gesagt, ich entschied mich dafür die Prosseco-Vorräte leer zu trinken.

Die Weine, die bei Martinellos seviert werden, stammen alle von dem schon genannten befreundeten Winzer und können natürlich dort auch so eingekauft werden, im Schnitt kostet die Flasche dort € 12,50. Wir testeten nachher zum Essen den offenen Rosé als auch den offenen Weißwein (der sehr gut, fastmein wenig harzig schmeckte, außergewöhnlich für einen italienischen Wein), die Jungs testeten sich durch die italienische Bierlandschaft. Marco und ich schwörten dem Prosseco weiterhin ewige Liebe!

Als Hauptspeise entschied ich mich für die Ravioli mit Bärlauchpastenfüllung in Salbeibutter, die ich am Nebentisch gesehen hatte – und die machen mich immer schwach! Weil die Pasta von dem halben Tisch von uns geordert wurden und somit zur Neige gingen, bekamen wir einen Mix aus Tortelloni mit Ricottafüllung und den Ravioli.



Die Tortellini waren sehr lecker, fielen aber im Vergleich zu den kräftigeren Ravioli geschmacklich ab. Ich hätte mir etwas mehr von der Salbeibutter gewünscht. Marco entschied sich für „echte” Spaghetti Carbona, also ohne Sahnesauce, und dann kam noch die Nudelauswahl mit Filetspitzen, auf besonderem Wunsch mit Tomatensauce, an unseren Tisch. Sehr kräftig, gut und zu empfehlen! Wer die Schärfe rabiater mag, bestellt das hausgemachte Chiliöl an den Tisch. Kleiner Minuspunkt: bei zu klein gemahlenem Parmesan denke ich immer an Sägespäne, und lasse diesen lieber gleich weg.(Prosecco!)

Das Dessert. Ohne Worte. Ganz simpel Tiramisu und Pana Cotta.

Ich liebe Desserts in allen Varianten. Es gibt, glaube ich, außer Desserts mit Bananen, nichts was ich stehen lassen würde. Tiramisu indes finde ich seit jeher nicht spannend. Das mag daran liegen, dass es mir anfangs immer nur privat serviert wurde. Auf Feten. Denn Tirmaisu können offensichtlich auch Küchen-DAUs. Ich habe es also nie vor Ort gegegessen und wenn ich es in einem Restaurant serviert bekam, hat es mich auch nie überzeugt. Lief bei mir unter Pampe. Hier lief es unter einem Dessert mit mehreren Schichten, klar geschmacklich trennbar, nicht zu süß mit einem klaren Espresso-Geschmack. Dieses Tiramisu war für mich neu und somit sehr lecker und ich glaube, ich habe davon von allen am meisten gegessen. Der Rest des Tisches (ich natürlich auch) war von der Pana Cotta gefangen, die auch außergewöhnlich gut war. Sie hatte einen Hauch Kondenssahnegeschmack, (wenn auch keine drinnen war) der mir außergewöhnlich gut gefiel. Kurz: sie schmeckte nach echter guter Sahne. Wir orderten noch einmal drei Portionen nach. Das sollte alles sagen. (Prosecco)



Abschließend gab es für mich noch einen Cappuccino und einen wundervollen weichen Grappa, den sogar ich getrunken habe. Also ausgetrunken habe. Trinke ich üblicherweise nicht. Hier schon!

Zwischendurch habe ich in der Essigbar eingekauft, die für mich im Dreh hier oder überhaupt in Berlin ein Novum ist und die ich ziemlich wundervoll finde und an der ich wohl noch den einen oder anderen Euro verlieren dürfte in Zukunft.

Herrliche Frucht- und natürlich die üblichen Balsamico-Essige, diese auch aromatisiert. 5%ig oder 3%ig. Letztere auch sehr gut als Aperitif zu servieren. Sehr lecker der Cranberry-Chili-Essig, der mit zu mir nach Hause wollte (obwohl ich Cranberries als neumodischen bitteren Schnurz ablehne), ebenso wie der Walnuss-Honig-Essig und eine Probe vom Himbeer-Essig. Sehr sehr gut! Ach, lieber dort vorbeifahren und mir von der Essigbar eine Abfüllung mitbringen anstelle von Blumen, liebe Freunde. Diese Essigauswahl ist wirklich reizvoll. Die kleinste Abfüllung ab 20 ml. Damit kann man wunderbar die persönliche Lieblingssorte erkunden.

Es war ein wirklich sehr leckerer typischer italienischer Abend. Ich möchte wirklich gerne wiederkommen, alleine um hier ein echtes Risotto (€ 4,50) zur probieren. Die Nudelgerichte (können auch glutenfrei bestellt werden) liegen bei 8-9,— Euro. Und jetzt gehe ich das Gemüse-Antipasti nach köcheln. Danke Peggy und Marco! Danke Bertolli. Und vor allem Martina und Angelo für den schönen Abend!

(Anmerkung: das Abendessen wurde uns von Bertolli gesponsert. Es ist nicht erwartet worden, dass ich darüber blogge. Es ist nicht ausgesprochen worden, wenn ich blogge, wie ich blogge.)

2012-08-19

Hitze?

In dieser Wohnung, die wohl vor anderthalb Jahren gedämmt bzw. energetisch Hitze-Wärme gekoppelt wurde (muss ich mich noch mal näher mit beschäftigen), ist es übrigens bei hohen Temperaturen völlig erträglich. Die Wohnung scheint sich von hohen Außentemperaturen völlig unbeeindruckt. Weder habe ich bisher die Bettdecke wechseln müssen, noch schlafe ich nur unter Laken. Ich kann backen (heute) ohne Schweißflecken, kochen ohne Hitzewallungen. Nishia trägt übrigens noch die Hälfte ihres Winterpelzes, auch Tally, die immer im August erst Fellwechsel hat, denkt dieses Jahr nicht daran.

Wahrscheinlich halten mich dies Katakomben deutlich länger frisch. Ich werde ab sofort zehn Jahre später altern, die Menopause dürfte mir hier nicht besonders auffallen und wenn ich mal umkippe, verwese ich vermutlich im Schneckentempo.

Naja, gibt Schlimmeres.

2012-08-18

tri-tra-trullala

… heißt das Blog einer faszinierenden Menschin hier aus Berlin, die intensiv lebt. Und ehrenamtlich im Hospiz arbeitet. Armen-Hospiz. In Berlin. Das ist dann noch einmal eine ganz andere Hausnummer!

2012-08-17

Das Wandern ist …

Frau … äh … Mutti beschreibt sehr schön und lang und intensiv, wie sie und der Herr … äh … Papi bei ihren Kindern über die Jahre die Lust auf das Wandern geweckt haben. Aber wandern … erlebt eh gerade eine ziemlich große Renaissance, oder? So viel wie in meinem Umfeld gewandert wird derzeit …

Gestern …

… sitze ich auf der Bank auf dem Bahnhof Moritzplatz und warte auf die U-Bahn. Plötzlich fliegt etwas Flüssiges in Richtung meiner Beine. Ich gucke nach links, sehe weißen Schaum auf dem Boden. Da sitzt ein Typ. Ich vermute noch, dass um die Ecke vielleicht jemand eine Flasche geöffnet hatte, deren Spritzer unbeabsichtigt in die Richtung gingen. Der Typ guckt mich offensiv an und spricht in meine Richtung: „Votze”.

Ich mache ihm eine deutlich Ansage. Und wende mich im Blick zurück auf die Anzeigetafel, wann der Zug kommt. Ich werde erneut angespuckt und höre jetzt zwei Mal hintereinander das Wort „Votze”. Der Zug kommt und ich empfehle dem Typen lautstark eine Therapie.

Einmal Opfer.

So, jetzt kann man sehr deutlich zur Situation sagen, der Typ hatte zumindest einen Migrationshintergrund und schien mir aus – offensichtlich – muslimisch religiösen Gründen ein Problem damit zu haben, dass ich einen Rock trug, der bis knapp über die Knie reicht und meine Beine nackt waren. Nein, er kommunizierte das natürlich nicht. Aber die Zeichen sprachen eine klare Sprache für sich und ich erlaube mir daher diese Wertung. Ich lebe lange genug sehr gerne in dieser Migrationskultur, um diese Situationen deuten zu können, denn: sie geschehen nicht selten. Nur: ich darf das genau das nicht im Zusammenhang kommunizieren, denn das ist dann Rassismus. Und der wird mir dann ausgelegt, der Typ, mindestens selbst ein Gender-Rassist, ist dabei fein raus.

Bin ich also zweites Mal Opfer.

Ich möchte wirklich Respekt haben vor anderer Leute Religionen. Aber wenn ich als Frau unter dem Status einer Religion (egal welcher) zu leiden habe, habe ich ein massives Problem. Und wenn ich einen Sachverhalt letztendlich nicht dem Umstand entsprechend wahrheitsgemäß beschreiben darf, weil ich dann einen Täter in seiner Herkunft diskreditiere obwohl seine Tat offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Religion, die wiederum im Zusammenhang mit seiner Herkunft, steht, habe ich ein zweites Problem. Dummerweise kenne ich keine Lösung.

Aber wenn ich ehrlich bin: ich möchte, dass ich in diesem Land auf Männer mit dem Zeigefinger offensiv zeigen darf, die nicht respektieren wollen, dass sie in einem Land leben, in dem Frauen eine freiheitliche Kultur leben dürfen und diese, in dem Fall mich, mangels Respekt – egal wie – angreifen. Ich finde das nämlich überhaupt nicht lustig.

Und jetzt dürfen alle neunmalklugen Anti-Rassisten, zu denen ich mich meist auch zähle, auf mich verbal in den Kommentaren einprügeln. Fühlt Euch frei und wohl dabei zu behaupten, diese Welt würde keine Grautöne kennen.

2012-08-16

Na gut …

… will ich leo.org mal verzeihen, dass sie für „Jannowitzbrücke” keine Übersetzung parat haben. Sind ja auch kein Stadtplandienst.

(Aus der Reihe: meine Nerven.)

Berlin hat jetzt ein Futur III

So schön!

Gestern in der U-Bahn …

die Werbung eines Kontaktlinsendealers gelesen und laut gelacht:

„Wir wünschen Ihnen talentierte Straßenmusikanten!”

(Der tägliche U- und S-Bahn-Konsument versteht den.)

So visualisiert …

ist das schon sehr gruselig, oder?

Mehr Infos beim BUND.

2012-08-14

Geht so gar nicht!

Jedem von uns ist wohl klar, wie sehr wir alle auf Gedeih und Verderb den üblichen Bankinstituten ausgeliefert sind. Wir erinnern uns: die derzeitige Finanzkrise ist eine von Banken hausgemachte. Es gibt Institute, die zudem in einer widerlich offenen Art kommunizieren, wenn ihnen die Kunden nicht perfekt oder normal genug erscheinen.

Der Angestellten der Hamburger Sparkasse, gerne kurz Haspa genannt, würde ich zu gerne etwas über meinen persönlichen Ekel mitteilen wollen, wenn ich von solchem Verhalten lese. Was einfach bleibt ist die Aufforderung, wenn man mitbekommt, wie Menschen mit Handicaps im eigenen Umfeld boykottiert werden, aufzustehen, die Meinung zu sagen (und zwar immer auch dem nächsten Vorgesetzten mit) und im Zweifelsfalle zu gehen.

Das ist die Geschäftsadresse der Bank:

Hamburger Sparkasse AG Ecke Adolphsplatz / Gr. Burstah 20457 Hamburg

So heißt der Vorsitzende des Aufsichtsrates: Dr. Karl-Joachim Dreyer, die vertretungsberechtigten Vorstände sind: Dr. Harald Vogelsang; Reinhard Klein; Dr. Wolfgang Botschatzke; Frank Brockmann.

Da geht doch was, oder?

Es gibt also tatsächlich …

… Frauen, die beim Anblick einer riesengroßen „in mir findest Du nie etwas”-Handtasche auf dem Sonderangebotetisch in eine Art unreflektiertes nicht mehr selbstbestimmtes Kreischen fallen. Außerdem gibt es Frauen, die Messer kaufen, deren Klinge und Griff farblich Ton in Ton daher kommen. In Pink. Aus Porzellan.

Ich bin keine von ihnen. (Aus der Reihe: mein wunderliches Leben außerhalb des Baumarktes.)

Ich höre …

schon am Tonfall des aufgeregten Mauzens der kleinen bunten Katze, ob sie mir gerade ein grünes, gelbes oder blassrosa Band apportiert. (Okay, sie apportiert nur ihr grünes Band derzeit. Die mdchenfarbigen Bänder darf Nishia bespielen.)

2012-08-11

Balkonien

Gestern meilenweit gefahren, um im schwedischen Albtraumkaufhaus einen Balkontisch namens Tärnö zu erwerben. Ich muss dazu sagen, dass ich seit einiger Zeit nach einem für den Balkon als auch Budget geeigneten Balkontisch Ausschau halte, sehr intensiv und sehr erfolgslos. Ich war dabei zum Teil schon sehr erschrocken über das Preis-/Leistungsverhältnis von neuem Schrottmöbiliar.

Gerne hätte ich lieber Bollö einziehen lassen, aber der ist bereits im Sommeruhestand und wird nicht mehr geliefert. Tärnö ist gerade noch mal so in Spandau als einzigem schwedischen Albtraumkaufhaus in Berlin verfügbar gewesen, was er letzte Woche auch schon nicht mehr war. Und er ist mit knapp 15 Euronen dann doch unschlagbar günstig. Viel viel lieber hätte ich die kleinere faltbare Variante von Äpplarö, weil man mit dem auch locker mehr Gäste und einen Tischgrill bedienen kann. Der ist budgetmäßig mit 99,– auf deutlich später vertagt.

Aber Tärnö macht sich gut als Frühstückstisch. Er trägt mit Stil und Gelassenheit Obst, Brötchen, Teller, Kaffee und Lektüre und sieht dabei unscheinbar präsent gut aus.

Die Brötchen auf dem Foto sind übrigens unglaublich gut. Ich habe heute bei mir im weiteren Umfeld eine Bäckerei(kette) namens Lila entdeckt, die allen Ernstes noch Brötchen produzieren, die sehr schwer sind und innen noch komplett gefüllt sind und man richtig gerne den schweren Brötchenteig rausfummelt. Wie früher, unglaublich! Und dann noch knackig braun gebacken. 30 Cent. Die fünf Minuten Fußweg lohnen sich! (Verdammt, ich mag meinen Kiez SO SEHR!)

Ansonsten habe ich Schmetterlinksraupen meinen einen Rosenkohl fressen lassen. Als ich eben eine dabei erwischt habe, wie sie den Balkon überquerte, um sich an den nächsten Rosenkohl (sie knospen sogar!) ranzumachen, musste ich ihr leider einen Schubs vom Balkon geben. Überleben Raupen das? Vom ersten Stock auf Rasen? Ich will ihr ja nix Böses. Und ich habe ihr den einen Rosenkohl warmen Herzens gelassen, denn ich will ja auch im nächsten Jahr wieder Schmetterlinge sehen und natürlich habe ich in Bio aufgepasst und weiß, wie das geht. Aber meine Rosenkohlanlage hat auch ihre Grenzen!

B.P.S. Mit der Nennung von Äpplarö wollte ich natürlich auch ein klitzekleines Bisschen angeben, denn der würde auf meinen neuen Balkon tatsächlich passen und man hätte immer noch Platz zum sitzen. /angabetag_off

Weil heute Samstag ist …

… und Ihr dementsprechend Zeit zum Lesen habt, möchte ich zum wiederholten Male das Stilhaeschen ans Herz legen. Niemand schreibt eleganter, gelassener, pragmatischer und spannender über ein Mutterdasein als sie.

Und Stilhaeschen kommt von Stil, nicht von Stillen. Die Dame kann noch viele andere Themen …

2012-08-10

Tillen die jetzt eigentlich alle?

Fahre ich heute mit der S-Bahn eine Station Richtung Ostbahnhof. Steht plötzlich so ein VokuHila-Asso pöbelnd von seinem Sitz auf und wirft dem jungen – dunkelhäutigen – Mann mit Reisetasche ihm schräg gegenüber sitzend an den Kopf „Ich kann Deine Visage nicht sehen. Du widerst mich an!”, stellt sich an die Tür und motzt weiter.

Der Zug die ganze Zeit gaffend still. Da habe ich überlegt, entschuldige ich mich jetzt stellvertretend bei dem jungen Mann für etwas, was ich nicht getan habe? Und bin dann lieber zu dem Deppen gegangen und habe ihm ziemlich laut, damit der ganze Zug es hört, ins Ohr gebrüllt, dass er ein widerliches rassistisches Arschloch sei. Hat er wie am Spieß berührt „Nein!” geschrien. Und ich habe nur zurück angemerkt: „Doch, keine Widerrede.” Da war er dann ruhig.

Und ich bin kein Deut besser: ich kann diese Nazifressen auch nicht mehr sehen, die widern mich so etwas von an!

Gestern …

der kleinen bunten Katze gesagt, „So, das ist die letzte Tablette.” (Mal wieder Lebensmittelallergie). Prompt saß sie heute nicht im Esszimmer auf dem Tisch (!), um sich die Tablette in ihrem Catstick abzuholen. Sie kann da nämlich total gut sitzen und mich durch Wände hindurch hypnotisieren. Stundenlang. (Habe ihr heute den Stick in den Schrank hinterher getragen.)

Hatte ich erwähnt, dass wir jetzt ein Esszimmer haben?

2012-08-06

Pilze!

Neulich, beim Entdeckungsessen in meinem neuen Kiez (und es gibt hier viel zu entdecken, weil viel zu essen), lande ich im Gorgonzola Club und es schmecken von der Tageskarte Steinpilzravioli in Salbeibutter. (Foto in der Handykamera, reiche ich nach.) Sehr selten treibt mich ja mein Selbstbewusstsein auf gesunde Weise um, aber beim Genuss dieser Ravioli muss ich für mich selbst feststellen, dass ich meinen Nudelteig deutlich leckerer finde, weil leichter. Also gehe ich nach Hause und habe auf der Küchen-ToDo-Liste: Steinpilzravioli in Salbeibutter.

Es ist der erste Nudelteig, den ich in der neuen Küche anfertige. Die Steinpilze kommen noch in der getrockneten Variante her, was auch logisch ist, denn so sind sie aromatisch kräftig zum Teig. Und wer will schon frische Steinpilze in eine Mousse verwandeln?

Das Tantra-Diplom ist schnell reaktiviert. Der Nudelteig ist fix gemacht (wie immer bei mir mit Nagel- und Handpflege, da per Hand geknetet und auf das Olivenöl nicht verzichtet.) Die Füllung passiert aus knapp 100 g getrockneten Steinpilzen, eingeweicht, zwei Esslöffel Ricotta, ca. drei Lauchzwiebeln klein geschnitten und einer kleinen Knoblauchzehe. Alles wandert mit Salz und Pfeffer in den Mixer, auf den Nudelteig und wird mit der zweiten Nudeldecke verschlossen. Dann übe ich mit dem Ravioliausstecher Weihnachten und Plätzchen ausstechen.

Die gefüllten Freunde wandern ins kochende Salzwasser und die Butter wird ausgelassen bis die Salbeiblättchen in See stechen können. Parmesan ist schnell gerieben, dank der Mutter aller Reiben. Et voilà!

2012-08-05

Hat einen Kater.

Heute. Hört auf den Namen Chardonnay.

(Aus der Reihe: bin heute sensibel.)