2011-03-31

Michael Stipe

„Er trinkt einen Schluck Wasser – das ist seine erste Gefühlsregung.“

Sehr schönes Interview der Zeit: „99 Fragen an Michael Stipe“, Sänger von REM über Berlin, Mode und Kunst.

2011-03-30

Piratenpartei bietet Journalisten Unterstützung an

Habt Ihr ja sicherlich mitbekommen, der Ärger der Hauptstadtjournalisten, darüber dass sich Informationswege neuzeitlich bewegen bis ändern. Die Piratenpartei ist aber nicht so, sie haute heute folgende Pressemeldung (nicht nur via Twitter) raus: Die Piratenpartei Deutschland wird in Kürze interessierten Journalisten Einführungsveranstaltungen für den Kurznachrichtendienst Twitter anbieten, damit dieser möglichst effizient für die Arbeit genutzt werden kann.

Das finde ich gut so, denn Twitter ist wahrlich kein leichtes Medium.

2011-03-28

Hach!

Heute vier Stunden Gassi gewesen. Es ist so formidabel drei Katzen zu haben und um die Ecke zwei Hunde wohnen zu haben, auf die man immer zurückgreifen kann.

(Aus der Reihe: kann ich supergut leiden!)

Merde alors!

2011-03-27

Demo-Impressionen Berlin, 26.03.2011

























(Alle Bilder Canon ix 90)

2011-03-25

Echo 2011

Man hätte gestern bei der Echo-Verleihung die Namen der 21 Opfer vorlesen können, die bei der Loveparade in Duisburg letztes Jahr gestorben waren, nur weil sie Musik leben wollten. Man hätte auch über das Tragen von Verantwortung sprechen können. Die drei Namen derer, die prestige- und geldgeil genug waren, diese jungen Menschen in den Tod zu schicken, aber bis heute nicht so viel Hintern in der Hose hatten, um eine Verantwortung eigenständig zu übernehmen, hätte man dort ebenfalls nennen können.

Sozialkritik ist wohl nicht mehr. Im Musikbusiness.

(Ja, den lächerlich kurzen Einspieler mittenmang der üblichen Farewell-Besprechungen habe ich mitbekommen. Nur: meine Priorität sortiert Duisburg deutlich vor das Ableben eines sehr hochbetagten Musikers, so sehr ich Peter Alexander auch schätzte.)

Verreisen!

Okay, mich kriegt man mit Reiseberichten. Immer. Mich kann man auch zu Urlaubfotoangucksessions einladen. Immer. Egal wie lang. Ich mag das. Das ist für mich, wie auch verreisen. Stehe ich drauf! Daher empfehle ich:

Don Dahlmann war eine Woche in Shanghai und hat Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6, Tag 7 beschrieben.

Der Grillmaster2000 war die letzten Tage in San Francisco auf dem 40. ICANN-Meeting: Japaner im Fahrstuhl, Wendy-die-häwit, .xxx, I'm already sweet!,

Heute ist equal pay day!

Ich habe mich aus der Frauenquote-Diskussion weitestgehend raus gehalten, weil ich finde, Jobs sollten nach Qualifikation besetzt werden und danach, ob ein Bewerber ins Unternehmen passt. In Branchen, in denen Frauen längst nicht interessiert daran sind, dort zu arbeiten, erschließt sich mir nicht die Logik. Warum sollte ein Unternehmen bei männlichem Überhangmandat aus Quotengründen auf Frauen setzen, die sich möglicherweise gar nicht bewerben? Ich möchte es keiner Frau zumuten, in irgendeinem Unternehmen bloß die „Quotenfrau“ zu sein. Der Punkt ist der: wo Frauen nicht erwünscht sind, sind sie nicht erwünscht. Und es gibt Wichtigeres im Leben einer Frau, als hier die Dressurqueen für altmodisch denkende Vorstände zu geben, die es nicht kapieren wollen. Da vertraue ich auf den Generationswechsel. In meinem Umfeld erlebe ich die meisten Arbeitgeber diesbezüglich als offen und völlig emanzipiert: ist eine Frau die beste Kandidatin, wird die Stelle mit ihr besetzt. Und gut ist.

Viel wichtiger fände ich es, Unternehmen auf die Finger zu hauen in denen der größere Teil der Angestellten, die für das Unternehmen mit Minijobs abgespeist werden, Frauen sind. Frauenarmut, vor allem Frauenarmut bei arbeitenden Frauen, ist mir heute in diesem Land ein immer noch viel zu leise diskutiertes Thema.

Das Thema ist generell so komplex, darüber ließen sich Bücher schreiben. Aber in der Kürze schließt sich der Kreis zum heutigen equal pay day, der darauf aufmerksam macht, dass Frauen heute noch im Durchschnitt für die gleiche Arbeit und Funktion in einem Unternehmen 23 % weniger Gehalt erhält, als ihre männlichen Kollegen. Aus diesem Grund wäre ich sofort für das schwedische Modell: Transparenz – auch bei den Einnahmen.

2011-03-24

Unser Bundespräsident Wulff hat …

… glaube ich, einen prima Hang zur Ironie. Oder ich verwechsle da was, und die blinden Fußballspieler Deutschlands sind das schwarzhumorigste Volk direkt noch vor Max Goldt.

Erst streicht er als Ministerpräsident in Niedersachsen 2005 den Blinden das Blindengeld. Ersatzlos.
2011 übernimmt er die Schirmherrschaft für Blindenfußball.

Hab‘ ‘nen prima Plan fürs Wochenende!

Lotto spielen.
Im Lotto gewinnen.
Haus kaufen.

Schenkelklopfer

Unendliche Weiten. Wir schreiben den 24. März 2011. Deutsche Politiker erklären mehrfach im Deutschen Bundestag, Atomkraft sei sicher.

Weiß zufällig einer was von Marihuana-Kolonien auf dem Dach vom Kanzleramt?

2011-03-23

In keinem Nachruf einer deutschen Zeitung

zum Tode von Elizabeth Taylor konnte ich bisher lesen, dass sie seit 2000 immerhin Dame (Commander) Elizabeth Taylor war. Und als gebürtige Engländerin führte sie den Titel auch. Vor ihrem Namen, wie sich das gehört.

Was soll ich eigentlich aus dieser Rechtsprechung lernen?

Dass ein Vergewaltigungsopfer künftig besser die Täter selber direkt richtet?

(Aus der Reihe: ist mir übel!)

Geschenke!

Das HTML 5-Handbuch von Stefan Münz steht nunmehr online zum Lesen zur allgemeinen Verfügung.

Rechts …



habe ich gerade einen neuen Banner eingepflegt. Den mit dem Link zur Datenbank der Kosmetikproduzenten, die immer noch auf Tierversuche setzen! Ärzte gegen Tierversuche e.V. rufen gerade auf, eine Online-Petition zu zeichnen, die sich dagegen wehrt, dass die EU gerade das 2013 in Kraft tretende Gesetz zum Verkaufsverbot von Kosmetik, die oder deren Rohstoffe an Tieren getestet wurden, aussetzen zu wollen.

Mich macht das stinksauer! So dermaßen stinksauer. Dass man Tierversuche in der Kosmetikindustrie nicht braucht, so weit waren wir schon vor 15 Jahren! Arschlochlobby! (pardon my french – aber ich bin richtig wütend und dann schlägt bei mir immer das familiäre Proletariat durch!) Also: zeichnen! Verlinken! Banner setzen! Twittern! An Aktionstagen teilnehmen! Zugespachtelte Frauen in der S-Bahn fragen, ob sie wissen, dass für die Pampe in ihrem Gesicht Tiere leiden mussten. Bewusstsein wecken! Flyer ausdrucken und beim eigenen Tierarzt auslegen! Beim Zahnarzt geht's auch. Und beim Friseur!

2011-03-21

Mein …

… Raviolibrett hat gerade den Deckel von meiner Butterdose erschlagen, die eigentlich einmal eine Margarinedose war.

*geht traurig ab*

2011-03-20

One week later …

Jetzt ist dieser japanische Albtraum eine Woche alt und in den Schlagzeilen von einem unentschlossenen Krieger-Deutschland auf Platz 2 abgelöst worden. Ich bin immer noch völlig paralysiert. Ich kann immer noch keine Musik hören. Ich kann immer noch nicht 08/15-Fernsehen gucken. Ich … ich meine, ich habe derzeit massive Probleme, ganz eigene und für mich sehr schwer lösbare, die wie ein riesiger Haufen vor mir stehen und mir die Luft abdrücken. Aber sie sind im Vergleich zu den Problemen der Japaner so bonsaiklein. Und das zu fühlen, macht mich unaufgeregt aufgeregt gleichermaßen und ich fühle mich die ganze Zeit, als würde ich per Kopfstand durch das Leben schreiten.

Es ist eine komische Zeit. Ich liebe Meldungen aus fernen Ländern, die berichten, man habe dann doch noch zwei Leute aus den Trümmern retten können. Liebes Leben, danke für die kleinsten Wunder!

2011-03-19

Ach ja …

ARD, Samstag-Abend-Krimi. Istanbuler Tatort oder so. Thema: betrogene und unterdrückte türkische Ehefrauen sortieren sich halböffentlich total anonym auf einer Webseite, deren Hostin eine total kluge, emanzipierte, natürlich sehr schöne und eloquente, selbstverständlich auch als Journalistin arbeitende Türkin ist, die ihren Geschlechtsgenossinnen die Augen öffnen möchte.

Und nun ratet mal, wer in dem voll emanzipierten Beitrag der öffentlich rechtlichen Sendestation nachher die völlig entgleiste Mörderin der betrügenden Ehegatten ist?

Na? Klar. Denn wie wir alle wissen, ist das echte Leben einfach zu hart für uns Frauen. *gähn*

(Ist die weibliche Form von Host überhaupt Hostin? Oder heißt das Hosterin oder Hostingin? Das ist so schwierig. Ungefähr so wie mit dem deklinierten DJ auf Deutsch, das sind ja nun alles DJanes. Was sehr viel mit dem eigentlichen Disc Jockey zu tun hat. Also im Ursprung.)

Ich stelle mir so vor …

… und so unwahrscheinlich ist das ja in Berlin gar nicht, ich laufe über den Alexanderplatz und mich spricht das eine oder andere internationale Fernsehteam in diesen Tagen an und fragt mich – als deutsche Bürgerin – was ich glaube oder weiß, warum sich Deutschland aus den militärischen Einsätzen gegen Libyen raushält.

„Das“, muss ich dann sagen, „weiß ich eigentlich gar nicht.“ „Und“, würde ich auch sagen, „ich habe dazu wirklich keine Idee.“

„Außer vielleicht“, würde ich wenig später murmeln, wenn das TV-Team sich schon längst ein neues Opfer vor die Linse gezogen hätte und daher schon wieder abgelenkt wäre, „dass wir natürlich im Kampfeinsatz nicht unsere Soldaten von unseren eigenen Waffen abknallen lassen können.“ Aber das würde das TV-Team wirklich nicht mehr hören, weil ich doch immer sehr leise und undeutlich spreche, wenn ich mich schäme.

2011-03-18

Yukos Tagebuch

Teil I – »Fukushima strahlt in unseren Köpfen«
Teil II – »Ich frage mich, was eigentlich bebt - ich oder der Boden unter mir«
Teil III – »In Zeiten wie diesen sollten wir uns selbst Gründe geben, fröhlich zu sein«
Teil IV – »Ich möchte in aller Bescheidenheit etwas klarstellen«

via Süddeutsche Zeitung Magazin: „Yuko Ichimura lebt als Illustratorin und Werbefilmerin in Tokio. Für uns beschreibt sie in Bild und Text, wie ihr Leben zwischen Erdbeben und Atom-Katastrophe aussieht.“

Lesen!