Wenn ich in den Urlaub fahre und weiß, da ist eine Küche vor Ort in der gekocht werden darf, nehme ich immer eine kleine Auswahl Kücheninstrumente mit – dazu gehören ein bestimmtes Küchenmesser wie auch der kleine Rührbesen. Dinge, die mir so dermaßen angenehm zur Hand gehen, dass ich auf sie partout nicht verzichten möchte. Neulich habe ich mich in meiner Küche umgeguckt und fest gestellt, dass da das eine oder andere – ganz analoge – Instrumentarium ist, ohne das ich nicht auf eine einsame Insel ziehen wollen würde! Und es kam einiges zusammen. Jedes einzelne Gerät hat seine Berechtigung. Kurzerhand habe ich die Dinge fotografiert, jetzt bekommen sie noch ihre kleine Geschichte dazu. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr in Euren Blogs Eure Lieblingskücheninstrumente auch präsentiert!

Als erstes hätten wir da den Sparschäler in seiner puristischsten Ausführung. Einem Sparschäler bin ich erst in meinem 23. Lebensjahr begegnet – bei uns in der Familie kamen die Dinger nicht zum Einsatz. Mir ist so ein Gerät vorher auch nie unter die Augen gekommen. Der beste Freund der Welt hatte so ein Ding in der Küche und es gab mir alsbald Rätsel auf. Als ich bei den Ex-Schwiegereltern in spe ein paar Tage im Ruhrgebiet verbrachte, lernte ich damit zu schälen – mit großem Amüsement für die, die mir die Nutzung erst einmal beibringen mussten! Ich fand Sparschäler doof und ich empfand es als anstrengend sie zu benutzen. Wir haben lange und intensiv über des Sparschälers Nutzen und Vorteil diskutiert. Irgendwann – als ich dann endlich damit auch umgehen konnte – habe ich den Sparschäler in meiner Küche respektiert. Dieser hier ist das Urmodell, von den vielen, die ich mittlerweile mein Eigentum nenne. Ich habe immer mal wieder (meist aus dem Ausland) buntere, schönere Sparschäler mitgebracht (ähnliche Marotte wie beim Spülmittel). Ganz ehrlich: keiner schält so gut, flink, praktikabel wie dieser hier! Also sehe ich ihm seine Hässlichkeit und Rostwolllust nach. Wenn ich nur wüsste, warum er diesen Haizacken auf seinem Rücken trägt …

Holz! Man möge mich bitte verschonen vor Plastik- oder Glasbrettern oder Plastikkochlöffeln. Im Holz steckt die Seele. Natürlich besitze ich auch die Suppenkelle aus Aluminium. Im Großen und Ganzen arbeite ich aber mit Holzbrettern und Holzlöffeln, -kelle und -wendern. Je mehr sie nach Benutzung aussehen und Patina ansetzen, um so mehr liebe ich sie. Der Holzlöffel ganz vorne rechts im Bild, lebt und wirkt bei mir schon seit Urgedenken. Die Wender mit den Löchern links im Foto sind von der Insel, also mallorquinische Mitbringsel, meine absoluten Lieblinge. Liegen perfekt in der Hand, richten keinen Schaden in der Pfanne an. Gebe ich nicht mehr her!

So ein Pilzputzerpinsel. Nimmt es mit jedem Haushaltstuch auf oder mit was man auch immer sonst Pilze ohne Wasser reinigen möchte. Der Pinsel – und keine Pfifferlingsmenge ist mir zu groß.

Die Microplane-Zestenreibe. Ich bin ihr letztes Jahr bei Freunden begegnet und habe über ihre Parmesanreibe-Kompetenz nur staunen können. Erst dachte ich genervt, was ist das denn für ein nerviges kleines schmales Reibewerkzeug? Dann dachte ich nur noch „Wow!“ Noch nie so schnell mit so wenig Kraftaufwand so eine große Menge fluffigen Parmesan gerieben. Wollte gar nicht mehr aufhören! Mittlerweile habe ich meine drei alten Parmesanreiben aussortiert und mir die grobe Version der Reibe auch noch geschenkt (für die man allerdings einen Schutzhandschuh kaufen sollte.) Der allerbeste Küchenartikel, der mir letztes Jahr über den Weg gelaufen ist! Handlich, praktisch – kommt mit auf die Insel!

Mein Mini-Schneebesen. Knappe 21 cm lang, davon hat die Spitze 9 cm. Der kommt immer mit, den er ist der absolute Vinaigrette-Master! Kommt in 80 % aller Schneebesenfälle zum Einsatz, die großen Schneebesen schlafen sich dagegen einen aus.

Was ich ansonsten unbedingt brauche und liebe: Schüsseln. Schon als 14-Jährige, noch weit entfernt von einer eigenen Küche, habe ich aus einem Schulaustausch in Frankreich meine ersten Boules mitgebracht. Ich habe keinen Schimmer, wie es dazu gekommen ist – aber hier hat sich offensichtlich eine Farbe durchgesetzt. Nicht, dass ich nicht auch hier oder dort eine aus in rot oder anderen Farben hätte. Aber man stelle mir eine Keramikschüssel in einem ordentlichen Blau vor die Nase und ich schiele nach dem Preisschild. Blaue Schüsseln sind mit der Grund, warum ich eigentlich in meiner Küche anbauen müsste!

Das ist meine Küchenwaage. Völlig analog. Völlig praktisch. Ein Geburtstagsgeschenk von Chef und Gemahlin. Fand ich damals irgendwie blöd das Ding, unsere Zuneigung musste erst wachsen. Aber heute bin ich für dieses einfache pragmatische Gerät sehr dankbar. Bis 200 g kann man mit ihr die unterschiedlichsten Zutaten problemlos abwiegen, dabei seinem Spieltrieb frönen und komfortabel das Abgewogene hinzugeben. Diese Waage ist sicherlich nicht so schön wie diese flachen digitalen heutigen Waagen, aber sie ist praktikabel und immer zur Hand. Danke Ex-Cheffe!

Der Steingutsalztopf. Nur akzeptabel mit Holzschaufel! So einen hatte meine Oma väterlicherseits. Das einzige Teil, dass ich wirklich gerne von meiner Oma geerbt hätte. Leider genau das Teil, das mein Onkel bei der Auflösung am schnellsten weggeworfen hatte. Habe ich mir also irgendwann einen ähnlichen Steingut-Topf im Antiquitätenhandel gekauft und ihn sinngemäß als Omas definiert. Wir sind beide sehr sehr dicke miteinander. Letztes Jahr ist eine formschöne moderne Variante mit Deckel zu Weihnachten hier eingezogen, dieser Topf darf jetzt das Fleur de Sel beherbergen.

Die gute Pfeffermühle natürlich mit Peugeot-Mahlwerk. Damals in Montpellier gekauft. Mir kommt kein anderes Mahlwerk ins Haus, vor allem kein beleuchtetes Batterie betriebenes! Ich bilde mir ein, dass aus keiner anderen Mühle Pfeffer frisch gemahlen so gut riecht, wie aus diesem Mahlwerk und diesem Holz. So eine Peugeot-Mühle hat man schließlich für's Leben! Ich habe davon zwei – schließlich gibt es auch weißen Pfeffer!

Diese Steingutschüssel, das südeuropäische Kochwerkzeug. Da ich ja mit Gas koche, kann mir der unebene Boden nix anhaben. Meine ist noch aus Frankreich. Altgedient, mittlerweile mit viel Charme. Ich koche sehr gerne damit – völlig losgelöst von anderen wertvollen Töpfen oder schönen Auflaufformen, die ich habe. So manches ursprüngliches Gericht muss einfach in ihr gemacht gemacht werden. Das gilt auch für Salate. Ich weiß heute schon, wenn ich mal nicht mehr bin und meine Wohnung aufgelöst wird, wird diese Schüssel sofort in den Müll wandern, weil visuell als „unverkäuflich“ eingestuft. Ich werde dann im Grab rotieren, versprochen!

Mein erstes Global-Messer. Habe ich auch schon seit ich Anfang 20 bin. Dieses hier wurde letztes Jahr vom Werk getauscht, weil es merkwürdige Verfallserscheinungen aufwies – aber immerhin, sie haben es anstandslos ausgetauscht. Ich habe drei Messer aus der Serie – dies ist mein absoluter Liebling und der Vorgänger war mit mir weit gereist. Es liegt in der Hand wie ein Traum, es ist scharf, es schneidet alles problemlos (natürlich nehme ich für Tomaten ein anderes). Das gebe ich nicht mehr her!
Nun denn, nehmt dieses Post als fröhliches Blogstöckchen und raus damit – mit Euren Fotos und Geschichten zu Euren Lieblingsküchenwerkzeugen, die Euch ohne Strom das Leben leichter machen!