Das muss man verstehen …
den kleinen Krankenkassen geht es ja gerade so schlecht. Und da haben sie sich wohl gedacht, was die große DAK kann, kann ich schon lange … „Krankenkassen verkauften offensichtlich Patienten-Daten“.
den kleinen Krankenkassen geht es ja gerade so schlecht. Und da haben sie sich wohl gedacht, was die große DAK kann, kann ich schon lange … „Krankenkassen verkauften offensichtlich Patienten-Daten“.
at 21:34 0 comments
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Früher als ich noch sehr jung war, meine erste eigene Wohnung hatte und alles immer perfekt und schön sein sollte und ich offensichtlich sonst keine Hobbies hatte, da habe ich sehr gerne gebügelt. Damals habe ich sogar Geschirrhandtücher gebügelt.
Heute finde ich, wer Geschirrhandtücher bügelt, gehört dringend in Therapie. Aber heute bin ich ja auch viel älter, ergo kann ich nicht mehr so viel Lebenszeit auf Bügeln verschwenden und finde sowieso, dass das Bügeln nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Das Interesse an der dritten Wohnung ist mittlerweile gesunken. Als Hobby habe ich das „den Keilriemen auf das Waschmaschinenlaufrad ziehen“ entdeckt. Man muss sich auch im Haushalt weiterentwickeln. Und in den Hobbies.
Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären Einleitung sagen wollte: Bügeln finde ich doof! Deswegen habe ich in der letzten Zeit – natürlich völlig unbewusst – immer wieder das mittelalte schicke transparency-black Bügeleisen von Tchibo vom Bügelbrett geschmissen, was mir ein neues Hobby einbrachte: Plastikteilchen puzzlen. Puzzles fand ich schon als Kind frühzeitig wenig spannend und wird daher auch nie zu einem meiner Hobbies. Nicht ordnungsgemäß zusammen gepuzzelte Plastikdampfbügeleisen verursachen übrigens Wasserpfützen. Ungefähr da, wo das Stromkabel aus dem Gerät läuft. Auch das findet creezy doof! creezy hat irgendwann gehört, Strom und Wasser sind zusammen losgelassen gelegentlich schlecht drauf und daraufhin hat sie eine gesunde Strom-Wasserphobie entwickelt. Ich nehme seitdem auch meinen Lieblingsfön nicht mehr mit zum Baden.
Außerdem ist bei dem Bügeleisen mittlerweile die Laufsohle so angelaufen von meinen versehentlich für das Material zu heiß gebügelten Stoffen (meine Lieblingsblusen, -tops zu versengen, finde ich übrigens auch richtig doof!), dass es Rückstände hinterlässt auf weißem Stoff, den man heißer bügeln muss. Nein, die üblichen Reinigungsutensilien wollten keine Lösung bringen, außer dass sie die Dampflöcher von der anderen Seite her verstopften. Wie findet creezy das? Doof!
Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären zweiten Einleitung sagen wollte: mein Bügel-Karma ist echt ein ganz beschissenes! (Pardon my french!) Und zur Bekämpfung dachte ich mir, ein neues Bügeleisen perfekt auf Ying und Yang abgestimmt (Amazon-Rezensionen), könnte Abhilfe schaffen und frische Bügelfreude in mein trübseliges Bügelleben bringen. Dabei fiel mir auf, dass ich in letzter Zeit tatsächlich kaum noch ein Produkt über 50,– Euro erstanden bekomme – ohne zu fragen, was Amazon-Rezensenten von meinem geplanten Neukauf halten. Was mich direkt selbstkritisch zum Titel dieses Blogsposts führte. Andererseits mir die Augen dafür geöffnet hat, was für unterschiedliche Ansprüche Menschen an ein Bügeleisen stellen. Man könnte meinen, Bügeln sei die individuellste Erfindung des Menschen direkt nach der Festlegung der Reihenfolge der Morgenhygiene.
Wie es sich für eine ordentliche Mac-Userin gehört, habe ich die Auspackzeremonie vom Bügel-Testsieger fotografiert. Sagt bitte anständig „Ahhh!“ und „Ohhh!“ zu meinem windschnittigen neuen transparency-flieder-grauen Bügeleisen mit ganz vielen Dampfsommersprossen in der Laufsohle und wünscht ihm Glück und allzeit eine gesunde Flugbahn – und was es sonst noch so bei mir gebrauchen kann!
Ein Glück, dass ich gestern Geschirrhandtücher gewaschen habe!
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Labels: creezy und wie sie die welt sah

Noch mehr so nette Comics von Steffen Gumpert: SÜSSES und SAURES
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Labels: humor for today
Netter Spot, kann man nicht anders sagen.
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Labels: große weite welt
Don Dahlmann erklärt den Politikern insbesondere noch einmal sehr genau, warum deren aktuelle Ideen zur Vermeidung von Kinderporno auf das Internet bezogen denkbar schlecht, zu schnell gestrickt und vor allem – und das ist die eigentliche Tragik – völlig kontraproduktiv hinsichtlich der Vermeidung künftiger Opfer sind.
1. Es geht darum, dass Filterlisten eingerichtet werden. Filterlisten sind wie ein Vorhang, der die eigentliche Tat bedeckt.
2. Es geht darum, dass die Filterliste von einer Polizeibehörde erstellt wird, die keinerlei parlamentarischer oder juristischer Kontrolle unterliegt.
3. Es geht darum, dass die IP-Adresse derjenigen an das BKA sofort übermittellt werden, die auf die Stoppseiten gelangen. Es wird also kein Unterschied mehr gemacht, ob man jemand auf Grund einer Spammail, einer nicht erkennbaren Kurz-URL oder bewusst auf diese Seite geraten ist.
Und Florian Spitzohr hat diesen wundervollen Lego-„So funktionieren DNS-Sperren“-Film gemacht
Noch Fragen? Nach dieser Erklärung? Die Leute, die gegen Domain-Name-System-Sperren sind, wollen sehr wohl, dass die Verbreitung von Kinderpornografie im Web verhindert wird. Wir möchten aber, dass sie wirklich verhindert wird. Und nicht nur angedeutet verhindert, weil die ergriffenen Maßnahmen die Leute, die vorsätzlich Kinderpornografie verbreiten und aus dem Web ziehen, technisch lässig in der Lage sind solche Sperren zu umgehen. Die zucken doch nicht mal mit den Augen dabei.
Alles was Politiker in diesen Tagen von sich gegeben haben (insbesondere v. Gutenberg) zu diesem Thema, muss ein Schlag in die Gesichter aller Menschen sein, die missbraucht wurden als Kind, heute dagegen kämpfen und wirklich Ahnung haben, wie Kinderpornografie betrieben und verbreitet wird. Warum weigern sich Politiker so stringent auf diese Menschen hören, die nun wirklich Fachkompetenz besitzen?
Ich frage mich zunehmend, warum weigern sich Politiker so vehement Kinderpornografie tatsächlich mit den richtigen Mitteln zu bekämpfen? Was hindert sie eigentlich daran?
at 11:29 7 comments
Labels: große weite welt, null-eins-null
Am 20. Mai 2009 (übrigens der Geburtstag von meinem Bruderherz) wird Pentax ihr neues und bei uns Pentax-Photographen immens heiß erwartetes nigelnagelneues DSLR-Flaggschiff vorstellen. Und au man, ich bin uffjerecht! Denn jetzt mal ganz ehrlich, die istDs habe ich jetzt gut ausgereizt und das eine oder andere Megapixel mehr könnte ich wirklich vertragen und AntiShake und so ein knackiges wasserdichtes Gehäuse … Features, die sie garantiert haben wird aus ganz logischen Gründen: weil's die Vorgängermodelle alle schon haben. Aber was munkelt man nicht alles in den Foren, was die Neue bringen soll: ein schwarzes Gehäuse (ohne Aufpreis), einen echten Sucher, möglicherweise sogar einen internen Blitz, sie soll mit einem Sensor on Board kommen und – jetzt haltet Euch fest – sie soll direkt gleich und sofort, stante pede Farbfotos auf eine Speicherkarte speichern können! Ganz wilde Spekulanten lassen durchblicken, sie glauben sogar daran, dass sie auch Mäusekino in Echtzeit können wird.
Aber das allerspannendste Feature ist, sie hat neben den üblichen Motivprogrammen endlich auch eine Tomaten-Automatik integriert. (Danke an Ned Bunnell für den Spaß!)
Gut Tomaten fotografieren, das konnte meine Pentax schon immer – aber ich kann ja auch mit Tomaten, das können die bei Canon und Nikon definitiv nicht!
Und nun, weil ich ja ‘ne Jeneröse bin, gebe ich Euch jetzt mal einen Tipp: wenn Ihr ein bisschen fotografieren könnt und ordentlich einen auf Web 2.0 machen könnt, dann könnt Ihr Euch hier jetzt als Pentax-Kamera-Tester bewerben.
Wünscht mir viel Glück, ich wünsche es Euch auch!
at 17:26 9 comments
Labels: photography
Thomas Knüwer schreibt im Handelsblatt über die ePetition zu den geplanten Internetsperren und das macht er sehr anschaulich und gut. Sascha Lobo hat die Initiatorin Franziska Heine interviewt.
Gezeichnet haben jetzt schon knapp 44.000 Menschen, die ePetition, ich war irgendwo in den 3.000ern, die Petetion steht seit Montag erst online. Sie wird die notwendigen 50.000 Zeichner sehr wahrscheinlich heute, spätestens morgen schaffen – und das ist ein Zeichen.
Und beeindruckt hat mich gestern der offene Brief von „Trotz Allem e.V.“ zur Gesetzesvorlage für Internetsperren. „Trotz Allem e.V.“ ist eine Beratungsstelle für Frauen, die sexualisierte Gewalt in der Kindheit erlebt haben und in dem Brief wird deutlich die Angst beschrieben, die diese „Profis“ im Umgang mit dem Thema mit dieser Gesetzesvorlage befürchten, nämlich: eine erneute Tabuisierung des Themas. Gleichzeitig werden in diesem Schreiben reale und sinnvolle Vorschläge gemacht, wie man man dem Thema Kinderpornographie in Deutschland begegnen sollte, um sie in Zukunft zu vermeiden – mit einer sehr deutlichen Aussage: „Internetseiten sperren heißt Täterschutz!“
at 12:56 0 comments
Labels: große weite welt, null-eins-null
Ab und an die Woche muss ich meinen Arbeitsweg von Rad auf S-Bahn und Bus bis zu einem Flugzeug ausdehnen. Dann treffe ich mich mit Kollegen sehr sehr früh morgens an einem der x-beliebigen Gates der Fluggesellschaften am Flughafen Tegel. Das Bedürfnis nach Kaffee so kurz vor‘m Aufstehen ist ein erstaunlich hohes und sich seinen Kaffee selber in der Thermoskanne mitbringen, das darf man ja neuerdings nicht mehr bei dieser Form der Reisetätigkeit, weil sie nämlich nicht in 1-L-Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss passt.
Das kann man sinnvoll finden oder darüber streiten. Die Wahrscheinlichkeit zum Streit um diese Uhrzeit liegt näher.
Wenig streiten muss man sich in den Gates, die von der Lufthansa betrieben werden. Das Zeitungsangebot dort ist etwas alltäglich und ziemlich Tagespresse orientiert. Und ich habe noch nicht begriffen, warum mich die Fernseher in den Gates (bei allen Fluggesellschaften) neben Nachrichtenbanner mit so überflüssigen Börsen-PiPaPo bombardieren, würde ich zu dieser Zeit zur Einstimmung doch lieber einen der lustigen Hollywood-Flugkatastrophenfilme gucken, in denen sich die Stewardessen immer so schön echauffieren, dabei nie Probleme mit ihrem MakeUp haben, der Böse garantiert stirbt und die Guten alle gerettet werden. Das wäre doch einmal ein motivierender Einstieg in den Tag! Vor allem aber gibt es dort Kaffee! Brötchen, Muffins (die sogar erstaunlich gut schmecken) oder Croissants. Kurz: wenn ich morgens irgendwo um 5:50 Uhr boarden soll, weil um 06:25 Uhr das Flugzeug die Erde verlässt, bedarf es vorher bekanntermaßen eine gewisse Zeit der Präparation und Anreise – und ich schätze es sehr und auf dieser Ebene kann eine Fluggesellschaft spielend mein müdes Herz gewinnen, wenn man mich dabei zwischendurch mit ‘ner Tass‘ Kaff‘ unterstützt.
Als Unterstützung zählt übrigens für mich nicht der Becher Kaffee für € 1,50 aus den Automaten, die ebenfalls in allen Gates installiert sind. Und auf den sich wiederum AirBerlin ganz gerne verlässt, hinsichtlich der Fluggast-Aufmunterung am sehr, sehr, sehr, verdammt frühen Morgen. Wer morgens an Gate 00 einchecken muss, darf sich zwar auch von Hochglanzmagazinen unterhalten fühlen, hat quasi trotzdem schon verloren: denn selbst das transportable bemannte Kaffeewägelchen mit – natürlich überteuerter – Notversorung, das Lufthansa selbst an den kleinsten Gates wenigstens hinstellt, hat bei AirBerlin immer noch Pause oder noch nicht ausgeschlafen, keinen Bock oder was weiß ich. Was ich aber weiß: ich habe dann schlechte Laune.
Was eng damit zusammen hängt, dass ich weiß, dass alle Fluggesellschaften der Welt untereinander den Wettbewerb (ups, fast hätte ich versehentlich „Challenge“ geschrieben) zu laufen haben „wer serviert den grottenschlechtesten Kaffee an Bord?“ (den übrigens am Boden ein kleines sehr sympathisches Hotel Terminus in Paris bereits vor Jahren schon für sich entschieden hat ohne je den Luftraum für sich entdeckt zu haben). Und grundsätzlich die Fluggesellschaft führt mit der man fliegt, weswegen ich keinen Kaffee mehr in einem Flugzeug zu mir nehme.
Vielleicht kann man verstehen, warum ich deswegen so auf einen ordentlichen Braunen im Wartebereich angewiesen bin. Und wer jetzt mit guten Ratschlägen einem Kaffee-Junky kommen will, nehme bitte dies: „Verdammt, es ist 05:20 Uhr morgens! Also halt’s Maul!“ Diesen Wettbewerb auf ganz anderer Ebene toppt übrigens zur Zeit GermanWings, die kassieren für die Suppe des Teufels an Bord sage und schreibe auch noch mit diabolischem Grinsen € 2,60.
Vorgestern sehr früh überrascht mich AirBerlin damit, dass der Flug – im Web vorher für Gate 00 bekannt gegeben – von dort nicht fliegen will, und zu Gate 02/03 umgezogen ist, wo ich neben dicker Toblerone auch Parfum einkaufen könnte und eine mich rettende Kaffeeinsel meine Stimmung gleich um 320 Stimmungsdezibel hebt. Ich springe also zum Zentrum meiner Gelüste und bestelle einen großen Milchkaffee. Richten wir unsere Aufmerksamkeit ruhig etwas länger auf das genannte Adjektiv zwischen „einen“ und „Milchkaffee“, denn was für mich in den großen Pappbecher 0,3 l gefüllt wird, hat eine maximale Füllhöhe von 0,2 l, wovon die Hälfte Schaum ist. € 3,20.
Auf meine Frage, ob das jetzt ernsthaft ein großer Milchkaffee sein soll?”, meint der junge freundliche Herr hinter dem Tresen „Ja, das soll ernsthaft ein großer Milchkaffee sein.“ Entscheidet sich aber freundlicherwesie ob meines zweifelnden Blickes mir anzubieten noch etwas Milch aus der Milchkaffeeautomatischenauffüllstation nachzuschenken. Was ich sehr nett finde und das Angebot annehme, denn man darf ja in diesen Fluggastsammelaufangstellen nie ausfallend werden, nicht mal annähernd auffallen, weil man sonst gleich als Spielverderber identifiziert wird und nicht mitfliegen darf.
Ein großer Pappbecher „To Go“, gefüllt mit viel heißer Milch und viel Schaum an dem ein Hologramm von einer Kaffeebohne vorbei getragen wurde … na ja, weniger Kaffee soll auch viel gesünder für‘s Herz sein.
Aber wären Eierbecher aus Pappe als Getränkebehältnis nicht ökologischer?
at 13:57 2 comments
Labels: creezy on tour
Vielleicht ist die Leihmutter aber auch nur einfach doof, findet es ziemlich super für Hollywood-Mamis doppelt zu werfen und zahlt deswegen gerne drauf.
at 09:51 0 comments
Labels: dies und das
Heute früh beim Landeanflug bei schönem Wetter in Köln flog kurz vor der Landung auf dem Boden von weit weg immer näher kommend das Flugzeug in dem ich saß als Schatten gleichauf fliegend, bis die Schattenmaschine immer näher kam, kleiner wurde und Schatten und Maschine ineinander verschmolzen.
Ganz großer wundervoller Moment von Schattenkunst, ich war begeistert über so einen grandiosen Start in den Tag.
at 21:37 0 comments
Labels: creezy on tour

Übrigens: auch Magen-Darm-Virus-Erkrankungen treten jedes Jahr immer wieder pandemisch auf. Auch daran sterben Menschen häufig – übrigens auch hier und nicht nur in Ländern, die medizinisch nicht so Puderzucker verstrahlt sind wie Deutschland. Denn dehydriert ist man ganz schnell. Wie bei der Grippe sind vom hohen Mortalitätsrisiko natürlich die Menschen betroffen, deren Immunsystem noch nicht (Kinder) oder nicht mehr (ältere Menschen) in Form ist. Kleines Beispiel: auch der Norovirus ist höchst infektiös und erstaunlich resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Daran sind beispielsweise 2007 fast 200.000 Menschen (nur die gemeldeten) in Deutschland erkrankt.
Also keine Panik, einfach weitermachen. Wir hatten doch noch dieses andere Dingsda als Presse-Füllmittel, wie hieß es doch gleich … „Wirtschaftskrise“?
at 09:27 3 comments
Labels: große weite welt
John Lydon ist auf die Butter gekommen:
at 08:20 0 comments
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Ein Tierheim – kein Platz, den ich so richtig gerne besuche. Seit dem in Berlin das Tierheim von Lankwitz sich aufgemacht hatte nach Falkenberg, wo ein deutliches größeres Areal und der Neubau es zum größten und modernsten Tierheim Europas machte, habe ich noch nie dort hingefunden. Hohenschönhausen, Falkenberg, Ahrensfelde – das sind nicht die Bezirke, die der Süd-Berliner, wenn er keinen triftigen Grund dazu hat, mal eben nebenbei aufsucht. Das ist so ähnlich wie mit Spandau. Kurz: aus Sicht einiger Bezirke dieser Stadt liegt das Tierheim a. A. d. W. 
Dazu hatten mich damals persönlich Aufnahmen vom neuen Tierasyl abgeschreckt. Die Beton-Landschaft auf Fotos empfand ich wenig ansprechend, trotz der vielgeschworenen Vorzüge: mehr Platz für mehr Tiere (was für ein trauriges Marketingargument für sich), weit auslaufende Flächen für größere und kleinere Nutz- und Huftiere und sonstigen spaßigen Gesellen, die lieber in den sterbenden Streichelzoos der Bezirke kleinen Berliner Gören einen Hauch von Nähe zum Nutztier ermöglichen wollten. Einen größeren Sammelort schaffen zu müssen für des Menschen liebstes Haustier aller Rassen? Manche Notwendigkeiten erklären sich dem Tierfreund nicht immer.
Kurz und gut, das Tierheim existiert an seinem neuen Ort schon seit zehn Jahren und mein einziger Berührungspunkt bisher war ein Anruf dort, als ich wieder ein Kätzchen haben und mich nach den Modalitäten erkundigen wollte. Die Dame damals am Telefon, kurz angebunden bis sehr schnippisch, lud mich auch nicht wirklich ein dort vor Ort nachzugucken. Chance vertan, ich fand mein Glück (sogar mal zwei) in der Zweiten Hand.
Letztes Wochenende dann, aus der spaßigen Laune heraus einer Freundin von uns einen Pudel zum Geburtstag schenken zu wollen (nein, nie wirklich: es war nur ein Scherz ihr gegenüber!) und dem Wunsch der anderen Freundin, die seit langem davon träumt, dass ihr ein Dackel in die Arme laufen könnte, in der Kombination mit einem Auto im Hinterhalt, perfektem Wetter außerhalb, freie Zeit und Muße, haben wir uns mit dem Stadtplan aufgemacht in Richtung „Stadt der Tiere“. Schönes Wetter, sprießende blühende Fliedernatur und das Wissen nicht dort hinzu müssen, weil man z. B. dringend in die Tiernotklinik muss – so ist der Empfang natürlich schon ein ganz anderer. Obwohl mir nicht wohl im Magen und nicht leicht auf der Seele war. Tiere hinter Gitterstäben haben ihre Wirkung auf mich. Und zu wissen, bereits so wohlversorgt an lebendigem Unterhaltungsprogramm zu sein, dass man auch wirklich keinem Wesen eine neue Heimat schenken kann — verdammt, das Herz ist einem immer schwer im Tierheim. 
Empfangen wird man tatsächlich von einer Betonwüste. Wenn auch lustige bunte Tiere als Stilelemente an grauem Betongrüßen, die – zumindest bei schönem Wetter – sich verdoppelnde Schatten werfen. Dann nach Durchtreten des Eingangs links lange Flachbauten, rechts lange Flachbauten (lang ist hier im Sinne von richtig lang!) und in der Mitte Betonkreise, Rechtecke und Elipsen getrennt von feuchten Biotopen in Dreieckformen. Das ganze Areal ist eine einzige Fortbildung in Geometrie.
So haben wir uns das Terrain weiter erkämpft. Ein kurzer Abstecher nach links zu den Kätzchen, da lockte von rechts uns Hundegebell Richtung der Kreise. In einem großen Freigelände darf je einer der Hunde sich seinen wohlverdienten Auslauf nehmen, bevor er wieder in die Zellen zurück kommt, die sich manche Hunde zu zweit, auch mal zu dritt (vor allem die kleineren oder die Partner, die sowieso zusammen gehören) teilen und andere Hunde auch alleine untergebracht sind. Dem Besucher offerieren sich die Hunde im Kreis präsentiert in ihren Kabinen. Die sie nach hinten hinaus in kleinere Freigehege verlassen können bei Bedarf und freiem Willen – die verdiente Portion Sonne tanken. 
Steinboden natürlich, jeder Hund einen Korb, ansonsten wirkt alles sehr kühl. Und die Hunde wirken natürlich auch. Mal ganz lustig, mal sehr liebevoll, mal recht verstört. Wir sehen wenige „normale“ Rassen, dafür viele Hunde der Sorte, vor denen die Vermieter immer gerne ängstlich als Mitbewohner abwinken. Dabei sind da sehr offensichtlich reizende und freundliche Gesellen runter. Ich glaube, wenn man mal angucken möchte, was der Mensch doch für eine dumme Rasse ist: der möge sich die Sammlung an Staffordshires in den Tierheimen angucken. Da landen sie nämlich, die traurigen Ergebnisse dieser Idioten auf dem Ego-Trip.
Der einzige kleine Rauhaardackel ist schwer verstört und knurrt uns an. Ausgerechnet den kleinen Welpen, den er brav bewacht, wollen ihm gerade Menschen wegnehmen. Usus: klein, jung und süß geht immer als erstes weg. Die Freundin erkundigt sich später nach der Dackeldame und erfährt, dass diese erst vor kurzem abgegeben wurde mit der Aussage der Besitzerin, sie sei mit dem Tier nicht mehr zurecht gekommen. Dies liest man oft in den Karteibriefen zu den Hunden als Abgabegrund, fast genauso oft liest man später von Tierheimmitarbeiterhänden notiert: „Verhalten tritt hier nicht auf.“ 
Wegwerfgesellschaft, läuft etwas schief oder wird es mal schwierig, nicht funktionabel; dann weg mit dem Zeug. Vertrauen löst die Aussage der Mitarbeiter ein, dass die Dackeldame zunächst nicht vermittelt wird; man möchte erst verstehen, was ihr Sorgen bereitet und das kann noch einig Wochen dauern. Wir trauen uns weiter von Kreis zu Kreis. Gucken in erwartungsvolle Gesichter, entwickeln zu dem einen und anderen Hund besondere Sympathien, jede für sich. Lauter kleine Dramen, auch wenn es hier das deutlich bessere Ende für diese Wesen hat, als es das beispielsweise in Südeuropa hätte. Trotzdem: immer ist da dieser spezielle Hundeangstgeruch. Anders als bei den Katzen, leidet ein Hund offensichtlich unter dem Wegfall seiner Bezugsperson. Es geht ihnen gut hier, glücklich sind sie jedoch nicht. 
Wieder draußen lassen wir uns vom Weg treiben, hinten die Koppel entlang, wo uns ein netter Brauner charmant unterhält. Die Pappeln den Weg säumen, Baugerät und Baumaterialen deutliche Signale von Tierheimerweiterungen sprechen. Irgendwo grenzt das Stück Land, wo die lieb gewonnenen Fellwesen ihre letzte Ruhestätte finden können. 

Rücklings an der Hundefundstation, die deutlich fröhlicher wirkt als die anderen Hundebehausungen und ihrer Krankenstation, liegt gegenüber die andere lange Flachbautenreihe. Dort befinden sich die Nager, Kleintiere, Vögel und Tierarzt als auch Anmeldung und Kasse – gespendet werden darf (und sollte unbedingt – genau null finanzielle Unterstützung gibt es von der Stadt Berlin!) Davor Wasser mit Goldfischen, ein gestrandeter Hubschrauber. 

Das ganze Gelände wirkt – trotz des Betons – idyllisch im Sonnenschein. Fast schön zu nennen. Wir laufen zurück, der kleine Dackel lässt die Freundin nicht in Ruhe und ich gehe dahin, wo die kleinen Tiger leben.
Die haben es wirklich – trotz aller Umstände – schön, der Flachbau, der innen rechts und links Kabinen aufzeigt, kann rechts und links von außen abgegangen werden. Wie bei den Hunden haben auch die Fellträger ihre Freigehege, hier aber alles sehr nett ausgebaut mit echten Baumstämmen, vielen Kratzbäumen, Spielzeug, Kuschelecken und Rückzugsgelegenheiten mit Gardinen vor den Kisten. 
Überall vor den Kabinen hängen Hüllen mit den Beschreibungen zu den kleinen Insassen, die sich auch hier alleine aufhalten und auch zu zweit oder zu dritt. Die Karteikarten erzählen von ihren Besonderheiten, notwendige Medikamentationen oder Sorgenfälle, die auch kostenlos abgegeben werden und deren Krankheit lebenslang im Tierheim kostenlos tierärztlich versorgt wird. Oft steht auch hier als Abgabegrund: „war aggressiv“, „Besitzer kam nicht zurecht“ oder „unsauber“. Meistens folgt fast stereotyp das Handgeschriebene dahinter „Auffälligkeit konnte hier nicht festgestellt werden oder „Unsauberkeit tritt hier nicht auf“. Wir sind mittags da und bei den Miezen herrscht wohlverdiente Siesta. Die meisten schlafen, manche sind am spielen, andere offensichtlich sehr scheu versteckt, andere dagegen buhlen so offensichtlich um den Besucher, dass einem das Herz sehr weit und offen wird. 
Eine Mitarbeiterin erklärt am Telefon einer potentiellen Interessentin sehr nett und ausführlich das Tierheim-Procedere. Es geht also auch anders, als es mich meine Erfahrung lehrte. Sie rät der Gesprächspartnerin, so sie denn könne, lieber in der Woche am Tage zu kommen, es sei doch leerer als am Wochenende und man könne sich mehr Zeit für sie nehmen.
Der weiße Kater ist so ein Prachstück, lebenslustig, selbstbewusst „Fundtier. Wird immer wieder abgeben, weil zu zutraulich.“ (als Freigänger). Das Glückskätzchen, das sich schon drinnen hinter Glas bei mir einschmeicheln wolte, tut das auch im Freigehege gleich wieder. 
Die eine und andere kleine Wuchtbrumme ist dabei, prächtige schwarzweiße, niedliche Tiger, hübsche Rassewesen, dieser sehr niedliche stolze noch ganz junge schwarzweiße Fratz, wenn ich könnte …
Mein Fazit des Besuches, den Tieren geht unter den traurigen Umständen wirklich sehr gut dort und das sah damals in Lankwitz doch ganz anders aus. Man verlässt das Tierheim nicht mit einem völlig traurigen Herzen. Was ich persönlich sehr wundervoll finde, man kann sich dort wirklich ganz unbehelligt sehr lange mit den einzelnen Tieren befassen, sie beobachten und sich so in aller Ruhe mit viel Zeit für einen der kleinen Freudenbringer entscheiden – ein beeindruckendes positives Konzept, das einem auch durch die spezielle Architektur geschenkt wird. 
Und genau die Architektur hat mich eben auch beeindruckt, im positiven Sinne – trotz meiner Vorbehalte. Man kann dort auch nur spazieren gehen. Dieses Tierheim ist einen Ausflug wert, diese Anlage ist baulich eine besondere und man kann mit ihr warm werden, muss es aber nicht. Die Freundin erklärt bei dem Anblick gefühlte Nähe zu den schrecklichen Lagern der Deutschen Vergangenheit und gibt diesen Eindruck nicht mehr her.
Vor allem aber sind dort ganz wundervolle Tiere, die es verdient haben, zu jemandem nach Hause geholt zu werden – auch wenn sie vielleicht nicht mehr ganz klein, ganz gesund, schon etwas älter oder auch etwas gestört sind. Gerade Katzen – ich habe einfach deutlich weniger Hunderfahrung – entwickeln sich immer weiter. Neulich erst erzählte mir unsere Tierärztin von einer zwölf Jahre alten Katze, verstört und schreckhaft, die in dem Moment als eine zweite Katze einzog, endlich aufblühte, sich entspannte und unbekümmerte zehn Jahre Lebensalter drauf legte (und immer noch lebt). Also wer kann, es sich leisten kann und es sich zutraut: die Tiere dort brauchen ein Zuhause. Das Tierheim dringend wieder Platz, die nächste Urlaubsaussetzwelle kommt bestimmt. Und es benötigt Geld. Und es braucht Menschen, die sich ehrenamtlich bereit erklären, mit den Hunden wenigstens spazieren zu gehen.
at 22:00 6 comments
Labels: mein kiez
und machen ein bisschen auf Subkultur im IP-Adressen verwalten … ganz grandios!
at 20:18 0 comments
Labels: große weite welt
braune hässliche Ex-Ikea-Decken, die der Kater seinerzeit mitbrachte, sind in.
… während dahinter liegende pinkfarbene hässliche Ex-Ikea-Decken (von Vorkatze, also nicht vom Kater) nicht ganz so in sind.
Badvorleger, ob hier frisch gewaschen oder später frisch bekotzt. Immer in! Ohne Ausnahme!
Auch total in, von Frau Lorelei mir zum Älterwerdungsritual geschenkte selbstgestrickte Stolas. Hat er sich abgegriffen und nie wieder hergegeben. (Das mit der Lieblingsbluse aus dem Schrank ausleihen, können Katzen mindestens so gut wie heranwachsende Töchter.)

at 13:03 7 comments
Labels: tieffliegende fellträger