2016-05-25

Ein Fisch namens Cobia.


©Open Blue

Als mich die befreundete Agentur anfragte, ob ich Lust darauf hätte einen Fisch zu testen, sagte ich spontan ja. Meine Liebe zum Fisch lässt ihn, habe ich die Wahl, immer vor einem Stück Fleisch sortieren. Mir immer noch gänzlich unverständlich, warum ich nicht am Meer in die Familie eines Fischers geboren wurde.

Ich sagte also „ja!”, und „aber bitte ein besonders großes Stück. Wegen diesem befellten Premiumcontent in da house.”



Einige Wochen später lieferte mir das Frischeparadies einen großen Karton, darin ein wirklich sehr großes Stück Fisch auf Eis.



Einen Cobia. Schwarzer Lachs. Black King Fish. Oder Offiziersbarsch. Und frischer geht’s nicht. Ich war beeindruckt ob dieses Lieferservices!

Ich zerlegte ihn in passable Stücke und bastelte in meinem Hirn kleine Rezeptideen wie ein Cobia-Carpaccio, Cobia im Ofen, Cobia gebeizt. Und ich opferte zwei kleine Probestückchen den Katzen. Tally war begeistert. Ich auch. Shiina nicht so. Ich wieder. (Katzenbesitzer, entweder sie frisst’s, dann freuen wir uns oder sie frisst’s nicht, dann bleibt mehr für uns über. Es ist immer ein Fest mit ihnen!)



Dieser Cobia kommt aus dem Karibischen Meer. Kurz vor Panama gelegen im Karibischen Meer wird Cobia von Open Blue in Marikultur gezüchtet und ungefähr ein Jahr aufgezogen. Mit einem Gewicht von ca. sechs Kilo wird der Fisch seiner weiteren Bestimmung zugeführt. In diesem Fall nach der japanischen ike jime-Methode. (Unbedingt lesen! Zu spannend, was es nicht alles gibt!)

In der Marikultur werden die Fische in Salzwasserorganismen – also im Meer – gezüchtet, so dass der Wildfischbestand geschont wird. Vor allem Beifang wird so ausgeschlossen und der Meeresboden geschützt, da der brutale Schleppnetzfang weg fällt. Es ist noch eine vergleichsweise junge Form der Fischzucht.


©Open Blue

Die Cobias werden nach dem Schlüpfen an Land in Zuchtbecken drei Monate aufgezogen. Ist der Fisch ca. 150 Gramm schwer, wird er direkt ins Meer in große Netzzylinder (Open Ocean Platform) umgezogen und dort weiter gefüttert bis zu seiner weitern Bestimmung.

Open Blue hat in Panama hierfür ein zehn Quadratkilometer großes Seeschutzgebiet angelegt und die Netzgehege am Meeresboden verankert. Gefüttert wird nach Bedarf, immer ohne Zusatzstoffe und genmodifiziertes Futter. Ohne Hormone und Antibiotika. Die modernen Futtertechniken sorgen dafür, dass das Meer durch nicht verwendetes Futter belastet wird. Die starke Strömung in den Netzen sorgt dafür, dass die Wasserqualität optimal „gefiltert” wird – und die Fische im Training bleiben.

Ich konnte bei meinen Recherchen nicht herausfinden, was mit den Fischexkrementen geschieht. Im Web gibt es nur Filme in denen Netze direkt ins offene Meer gereinigt werden, was auf Dauer bei Zunahme solcher Zuchtformen für die Meere leider suboptimal sein dürfte. (Nun gut, natürlich verklappen wir Menschen noch ganz andere Dinge en masse ins Meer.)

Aber zurück zu meinem Cobia, so wie er auf der Küchenarbeitsplatte lag. Der wurde also nach ike jime in die ewigen Jagdgründe geschickt und in Panama City in einer eigens – aus hygienischen Gründen – ausschließlich für den Cobia-Fang gebauten Verarbeitungsanlage versandfertig gemacht und binnen sechs Stunden nach seinem Fang auf den Weg geschickt. Hier lag er nun:



Sehr hell, fast weiß, rosa durchzogen mit sehr (sehr, also erstaunlich sehr) festem Fleisch. Seine Konsistenz ist tatsächlich mehr der von einem Stück vom Rind als vom Fisch ähnlich – so fest. Dieser Cobia hier ist gänzlich ohne Fischgeruch. (Wie schon erwähnt, die Liefermethode hat mich beeindruckt.) Seine Haut ist ledern, zweifarbig schwarz und weiß.



Was mich in der späteren Zubereitung beeindruckt, egal wie ich den Cobia zubereite, er behält diese feste Konsistenz.



Natürlich probiere ich den Cobia sofort (gemeinsam mit den Katzen) roh. Denn er wird als hochwertiger Sparringpartner für Sashimi und Sushi angepriesen. Geschmacklich erinnert er kaum an Fisch, natürlich ist da auch ordentlich Meer – aber mit verbundenen Augen würde ich vermutlich Kalb raten als einen seiner schwimmenden Kollegen. Nach dem ersten Bissen dachte ich sofort „Carpaccio!”. Eigentlich darf kann ich den Geschmack nicht mehr als nussig beschreiben denn:



Sandra hat Recht, da herrscht momentan in den Beschreibungen in der Fantasie der Leute leichte Flaute. Und eben nicht nur beim Fleisch. Tatsächlich aber kann ich beim Cobia sogar differenzieren, denn es ist ganz klar Walnuss, die geschmacklich eine Rolle spielt.

Der Cobia ist sehr reich an Omega-3-Fettsäuren, merkt man ihm beim essen an. Es ist … ein sehr gestandener Fisch. Der ist ein Energizer. So zurückhaltend er in seinem Fischgeschmack ist, so sehr präsent kommt er mit seiner Konsistenz daher. Toller Fisch zum Grillen! Will man ihn geschmacklich filigran anrichten, muss man ihn wirklich sehr dünn schneiden.



Ich indes schnitt ihn einmal dünn auf und servierte ihn als Cobia-Ceviche mit einem Mango-Avocadosalat, packte ihn in Pergamentpapier in den Ofen mit etwas Butter und Vanille und sein Ende durfte sich mit einem Beizprozess vergnügen. Die Rezepte blogge ich in den nächsten Tagen.



Aber probiert den Cobia ruhig einmal, wenn er Euch in der Fischtheke begegnet (zur Zeit im Frischeparadies und Globus) – es ist ein feiner Fisch. Einer der Eindruck macht.

2016-05-24

Ich habe eine Stuhlkrise!

Nein, nicht was Ihr jetzt wieder denkt. Ich habe eine Stuhlkrise! Eine Echte. Und die geht so:

Vor einigen vielen Jahren kaufte ich – ganz analog – so mit Zweite Hand als Zeitung und mit Telefonanruf statt E-Mail einen Stuhl. Naja, mehr so einen Sessel. Einen Ohrensessel. Mehr so Fifties. So wie der hier. Aber mit spitzeren Ohren. Ich kaufte den einem netten Herren für 50 Deutsche Mark ab, der ihn mir sogar noch nach Hause fuhr.

Der Sessel hatte immer schon ein sehr hässliches braunes Design und es war ganz klar, der muss alsbald neu bezogen werden. Der Sessel wanderte in mein damaliges Wohnzimmer, wurde sofort von meinen Katzen besetzt und nie wieder für meine Verfügung frei gegeben. Der hässliche Bezug wurde mit einer weniger hässlichen, wenn auch nicht ultrahübschen Decke versteckt, was genau den Vorstellungen der damals im Hause lebenden Katzen, Daliah und Gigi und später auch Terry, entsprach. Denn unter solchen Decken kann man sich auf mehreren Ebenen verstecken.

Terry mochte diesen Stuhl so sehr, dass ich sie auf ihm einschläfern ließ. Was ein Mensch nicht alles für seinen Seelenfrieden so braucht.

Ich bin – aus Gründen unterschiedlicher Natur – nie dazu gekommen, den Stuhl neu aufpolstern und beziehen zu lassen. Was ich wirklich sehr gerne täte, weil ich persönlich der Meinung bin, dass er vom Aufbau her der coolste Ohrensessel unter dieser Sonne ist. Wenn ich richtig viel Geld hätte, würde ich mir nach seiner Vorlage noch einen Stuhl und ein dazu passendes Sofa bauen lassen. Habe ich nicht. Aber man soll seine Träume nie unter den Teppich kehren!

Persönlich liebe ich Ohrensessel. Früher lebte ich in dem Sessel meiner Großoma. Ich konnte mich darin fletzen, schlafen, träumen und vor allem stundenlang lesen. In diesem Ohrensessel war meine Welt für immer in Ordnung. Irgendwann warf meine Mum sie raus und kaufte sich eine neue Polstergarnitur. Seitdem ist meine Welt nicht mehr so in Ordnung.

Als damals Tally und Nishia bei mir einzogen, zogen sie beide zuallererst unter diesen Stuhl bzw. später auch auf diesen Stuhl unter die Decke. Dieser Stuhl hat nämlich magische Kräfte, die für Katzen sehr sinnvoll sind: Er macht sie unsichtbar. Aus Tallys Sicht hat er noch viel bessere magische Kräfte, denn ab und an konnte er Hände herbei zaubern, die frisches Hühnerfleisch vor eine sehr sehr ängstliche und fürchterlich traurige Katze hinlegten. Dieser Sessel machte Tally irgendwann so viel Mut, dass sie doch eines Tages beschloss unter ihm hervor krabbeln zu können, um den Rest der Wohnung und meine eine kennenzulernen.

Als ich nun umgezogen bin, sagten alle, ich solle den Stuhl zum Sperrmüll bringen. Konnte ich nicht. Allerdings wanderte er erst einmal in den Keller, weil er hier so in die Wohnung erst einmal nicht passen wollte. Vor allem, weil ich dort erst einmal kein Sessel- oder Couchelement mit Decke darüber haben wollte. Das Couchelement trägt nun übrigens dank einer Shiina eine Decke. Hier geht leider nur Leder. *seufz*

Der Sessel steht also im Keller.
Ich habe kein Geld, um ihn beziehen zu lassen.
Werde ich vermutlich nie haben.
Übermorgen kommt der Sperrmüll von der Hausverwaltung alle zwei Jahre organisiert.
Eigentlich müsste ich ihn dieser mitgeben, denn der Keller ist voll.
Aber es ist doch der schärfste Ohrensessel unter dieser Sonne.
Die Katzen lieben ihn. Ich auch.
Aber er steht im Keller.

Ich habe hier eine echte Stuhl-Krise. Danke fürs Zuhören!


P.S. Da in den Kommentaren Vorschläge zum Selbstbeziehen kommen. Das ist vielleicht sogar nicht das Problem. Aber das Polstern! Der Stuhl braucht neue Polster – und das kann ich wirklich nicht selbst. Trotzdem danke!

Getourt mit der Bio Company, Kuhcontent!

Eine Butterfahrt. Mit dem Bus. Ohne Zollgeschäfte. Dafür übers Land. Diesem schönen grün, saftig leuchtenden Brandenburger Land.

Die Bio Company lädt ein zu den von ihr organisierten Touren zu den Erzeugern der von ihr vertriebenen Bio-Produkte. Ein sehr schönes Ritual. Ich fahre dieses Mal mit zur Lobetaler Bio-Molkerei. Seit mir eine Freundin deren Joghurts empfohlen (Mango-Vanille ist ‘ne heimliche Liebe!) und von den besonderen Verpackungsstrategien erzählt hatte, bin ich Fan von den Lobetalern Bio-Produkten. Als es nun von der Bio Company beim Foodiemeetup Berlin hieß „Foodblogger, kommt doch mit!”, war für mich klar, welchem Produzenten ich einen Besuch abstatten wollte!

Die Tour am Pfingstsonntag startet mit kleinen Hindernissen, doch irgendwann sind wir auf Tour und genießen die Aussicht auf satt blühende Rapsfelder – bis wir die landwirtschaftliche Region von Bernau und somit das Gebiet der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal erreichen.



Dort, wo Pastor Friedrich von Bodelschwingh 1905 den „Verein Hoffnungstal für die Obdachlosen der Großstadt Berlin e. V.” gründete, um Obdachlosen der Großstadt eine Perspektive zu geben – indem er ihnen Arbeit und Unterkunft gab. Über viele Orte erstrecken sich dort heute soziale Einrichtungen, die Menschen mit Behinderungen, Suchterkrankungen, Senioren und pflegebedürftige Menschen in ihrem Alltagsgeschehen unterstützen. Viele der hier angesiedelten Unternehmen und die landwirtschaftlichen Betriebe ermöglichen ihnen eine berufliche Bildung und beschäftigen diese Menschen.

Dazu gehört auch die Lobetaler Bio-Molkerei. Sie liegt in Biesenthal, umgeben von einer grünen Idylle der ebenfalls zu den Stiftungen gehörenden Baumschulen. Der Bereichsleiter der Molkerei, Reinhard Manger, lässt es sich nicht nehmen, uns persönlich an seinem freien Tag durch die Molkerei zu führen. Zuerst dürfen wir uns über einen kleinen Snack freuen, bei dem mich vor allem der Lobetaler Frischkäse mit frischen Kräutern und einer feinen leichten Säure überzeugt. (Unbedingt testen!) Seine Assistentin wirft für uns sogar die Kaffeemaschine an.



Am Buffet ist sofort zu erkennen, wer hier Foodblogger ist und wer nicht: während zwei Personen noch versuchen, das dekorierte Buffet zu fotografieren, langen die anderen Teilnehmer bereits zu. Foodblogger sind halt anders komisch!



Schon geht es ab mit uns in die Hygiene-Schleuse, Manger stattet uns alle mit Einmalkleidung und für die Frisur tödliche Haarhauben aus, führt uns in die Käserei und erzählt uns zunächst über die Historie der Hoffnungstaler Stiftung und Lobetaler Bio-Molkerei. Der erste verbale Exkurs lässt uns in die Käsefabrikation einsteigen, die Technik der Käsewannen und dazu gehörigen Geräte. Behälter wird erläutert. Natürlich liegt an einem Sonntag die Produktion brach.



Mir tut es echt gut – in Zeiten von StartUps, zwingender Globalisierung dieser Unternehmen, ihren irrwitzigen Investments und großen Sprüchen – wenn Manger mit Stolz darüber spricht, dass es sich hier – und zwar ganz bewusst – um eine kleine Molkerei handelt. Eine, die kein Interesse daran hat, sich mit den Zahlen der großen Marktplayer jenseits der Bio-Schiene messen lassen zu müssen. Die Konzentration im Betrieb liegt auf der Entwicklung und Produktion guter Bio-Produkte und die Arbeit miteinander.



Reinhard Manger führt uns weiter durch die gesamte Anlage: Joghurtproduktion mit der Kühlung und dem Becherfüllautomaten sowie die große Lagerhalle und Kommissionierung.



Er erzählt uns dabei sehr genau, welche Arbeiten von den Arbeitnehmern z. B. von den Mitarbeitern mit Behinderungen, durchgeführt werden. Den Respekt den Kollegen gegenüber merkt man ihm an. Arbeitsprozesse sind hier z. B. in einfacher Sprache gehalten. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, die Menschen und ihre Arbeitsleistung würden nicht sehr geschätzt. Tatsächlich wird hier oft vom Mitarbeiter gesprochen, wenig von der Technik – die zweifelsohne beeindruckend blitzend existiert. Der Arbeitnehmer, der Kartons falten kann, ist genau so ein wichtiges Mitglied der Kollegenschaft wie der in der Produktion, denn ohne Kartons keine Konfektionierung.



Inklusion ist hier selbstverständlich. Es wird nicht immer einfach sein; nur es funktioniert offensichtlich – weil man es hier so will.

Manger erzählt sehr kritisch von den Nachwuchssorgen, die (nicht nur) die Molkerei hat. Dass heute junge Menschen mit dem Arbeitspensum in einem Lehrberuf nicht mehr klar kommen. Wir erfahren von ihm, die wohl aufreibendste und die meiste Arbeitszeit bindende Aufgabe in der Molkerei die Hygiene ist. Und er geht uns gegenüber offen mit den Zahlen der Molkerei um, spricht kritisch von einer Konkurrenz, die nicht in Bio-Qualität produziert. Direktheit auch im Umgang mit Produkten, die nicht so am Markt angenommen werden, wie erhofft.



Es ist ein sehr intensiver und interessanter Besuch vor Ort – leider spaltet sich spürbar das Interesse der gesamten Gruppe zu diesem Zeitpunkt. Für die immer intensiveren, somit zunehmend spannenderen Fragen einiger Teilnehmer, möchte der andere Teil der Gruppe an dieser Stelle kein Interesse noch Verständnis mehr aufbringen. Zurück in die Bequemlichkeitszone.



Interessant – für mich – an der Stelle der Einwurf einer Teilnehmerin, dass das von Lobetaler Bio-Molkerei produzierte Ayran „wohl zu teuer” sei. Ein 200 g-Becher kostet 69,— Cent. In Bio-Qualität. Ich kenne die Preise vom befreundeten türkischen Supermarkt, so erschreckt mich das Argument. Sind wir soweit? Darf „Bio” nichts mehr kosten?

Wir lernen, dass der in Kundenkreisen heiß umworbene Joghurt-Deckel des Lobetaler Bio-Naturschutzbechers, im Fachjargon „Platine” genannt wird. Über ihn, wie auch über eine besondere Joghurt-Auswahl, dürfen wir uns in einem an uns alle überreichten Goodie-Bag freuen. Und womöglich heißt mein neuer Lobetaler-Lieblingsjoghurt im Sommer jetzt „Zitrone”. Mit Zitronenschalenstücken – einmalig gut!

Unser zweiter Stopp an diesem Tag nur wenige Kilometer weiter – dieses Mal wirklich in Lobetal – ein Landwirtschaftsbetrieb. Dort, wo alle zwei Tage der Tanklaster die Milch der Kühe für die Molkerei einsammelt, können wir uns einen Eindruck vom Leben der Milchkühe und Aufzucht ihrer Kälber machen.

Dr. Hans-Günter Hartmann ist landwirtschaftlicher Leiter und zeichnet sich auch für den gesamten Ackerbau der vier biologischen Landwirtschaftsbetriebe verantwortlich. Sein Betrieb in Lobetal wurde 2010 als Ökobetrieb anerkannt.



Auf einer knapp 1.000 ha großen Betriebsfläche, Forst und Wasserflächen eingerechnet, wird das Futter für die Kühe selber angebaut und an die 369 – naja, wenn diese junge Dame hier mittlerweile ihre erstes Kalb geboren (abkalben) hat,



sind’s 370 Rinder insgesamt, verfüttert. Dafür fließen dann ca. eine Million Liter Milch pro Jahr zur Abgabe an die Molkerei.



In der Futterhalle erklärt uns Hartmann den Futteranbau und wir können ein bisschen im Roggen, Hafer und den „hochprozentigeren” Leckereien wie Erbsen, Lupinen und Mais wühlen. Futter, das mit dem Gras aufbereitet – mit Hilfe einer solch imposanten Futtermischmaschine – den Kühen angereicht wird.



Die Haltung der Milchkühe erfolgt auch im Stall möglichst artgerecht – die Ställe sind soweit es geht offen und zugig, die Kühe tragen offensichtlich noch etwas Winterwolle im Fell. Die noch sehr jungen Kälber machen Faxen mit uns, die Färsen sind an uns interessiert, verschmust und bringen uns irgendwie telepathisch clever dazu, ihnen das für sie nicht mehr erreichbare Futter vom Gang wieder in Maulnähe zu schieben.



Eine Halle weiter stehen die Milchkühe, die auf den zweiten Melkprozess des Tages warten. In Lobetal werden täglich 1.000 Liter gemolken, aus den Betrieben der Nachbarschaft kommen 3.000 Liter hinzu. Drei Kühe werden gleichzeitig persönlich von der Melkerin im Raum empfangen und an die Melkmaschine gehängt. Kurze Zeit später stürzen sie sich wieder an die belohnenden Futtertröge.



Wir selbst stürzen nach draußen und bekommen etwas Kuchen und von Dr. Hartmann am Tag frisch gezapfte, gekühlte Milch zur Verkostung serviert. 4,2 Prozent Fett soll sie haben! Dabei schmeckt sie kein bisschen fettig, ganz im Gegenteil, leicht und gänzlich ohne Beigeschmack von etwaiger Verpackung. Wirklich lecker!



Auch hier finden in den landwirtschaftlichen Ökobetrieben zu den zwölf Mitarbeitern weitere acht Kollegen mit Behinderungen Arbeit. Dr. Hartmann erklärt uns ihren Einsatz je nach persönlicher Eignung und erzählt – nicht ganz ohne Stolz – wie besonders die Menschen mit ihren Kühen umgehen – und wie gut ihnen die landwirtschaftliche Arbeit, die ihnen die für sie wichtige Routine offenbart, von der Hand geht.

Alles in allem war das ein sehr informativer Tag und es war eine Freude, das besondere Engagement von beiden Produzenten für ihre biologischen Betriebe – in einem gelebten Umfeld der Inklusion – ein wenig nachempfinden zu dürfen.

2016-05-22

Krault. Mehr. Fledermäuse. Einself.



Für mehr Weltfrieden, Österreich.

2016-05-21

Informiert mit deutschen Medien

Kleines Beispiel für knapp dran und doch vorbei informiert. Donnerstag war das Thema bei Maybritt Illner „Rentner der Zukunft.” Die hatte ich gesehen und fand dass von den einzelnen Teilnehmern teilweise – wie immer – außerordentlicher Stuss geredet wurde, von anderen wiederum viel Wahres.

Dann einen Tag später begegneten mir in den Medien merkwürdige reißerische Überschriften, immer wieder, denen ich aber nicht weiter Beachtung schenkte, denn ich hatte ja die Sendung gesehen und musste nicht wirklich deren Inhalt noch einmal nachlesen. Aber ich wunderte mich, weil eben die reißerischen Meldungen so gar nichts gemein hatten mit dem, was ich gesehen hatte. (Wenn jemand zitiert wird – ohne es offensichtlich gesagt zu haben, dann wirkt das schon schräg für ein journalistisches Organ. Jedenfalls sofern es sich als etwas anderes verstanden sehen will als ein Stammtisch an dem die eine oder andere Person im Bierwahn verbal geschlachtet wird.) Interessanterweise begegnete mir diese gefühlte Falschaussage gestern im Laufe des Tages im Internet und am Zeitungsstand immer häufiger.

Lange Rede, Sascha Lobo, dem die falschen Aussagen in den Mund gelegt wurden, kommentiert das Ganze aus seiner Sicht „Bild spint und alle spinnen mit” – leider nur auf Facebook.

Und Stefan Niggemeier amüsiert uns zum Thema bei den Übermedien „Wie man eine Talkshow bespricht, ohne sie gucken zu müssen.” Zitat: »Der Autor des Artikels lebt in Kambodscha und macht von dort aus gerade die Nachtschicht bei der „Huffington Post“. Die vermeintliche „Maybrit Illner“-Zusammenfassung war der sechste Artikel, den er am frühen Morgen deutscher Zeit für die „Huffington Post“ geschrieben hat – in Kambodscha ist es fünf Stunden später.«

Viel Spaß beim Lesen!

2016-05-19

Ich, der personifizierte Albtraum

Ich kompensiere schlimmen kleine bunte Katze ist sehr krank-Herzschmerz (nichts Genaues weiß man noch nicht aber sie mag nicht mehr fressen und hat binnen drei Wochen fast ein ganzes Kilo verloren) indem ich neuerdings wie die piefige Alte junge Dealer hier vom Hof schmeiße.

Ich wohne – dank der hervorragenden Drogen-Politik des Berliner Innensenators Henkel (aka null Ahnung vom Tun) – im neuen aufstrebenden Dealer-In-Bezirk. Ihr wisst schon, woanders machen sie die Schoten dicht, dafür ignorieren sie die frisch auflodernden Flammen nicht weit vom alten Umschlagplatz erst einmal ein paar Jahre lang, bis es sich zur echten Katastrophe auswächst. Same old Polizeistory.

Ich wohne also mittenmang zweier Stationen einer U-Bahn-Linie in der und auf deren Bahnhöfen massiv gedealt wird, was die BVG auch kompetent seit Jahren massiv ignoriert. Und immer dann, wenn dann doch mal Razzia auf einem der Bahnhöfe ist, treffen sich die Jungs von der kapitalistischen Pulverfront bei uns auf dem Privatgelände, wo es so schön grün und abgeschieden ist. Ist nicht weiter tragisch, hat bloß zur Folge, dass hier die Beschaffungskriminalität stetig zunimmt (Einbrüche, Taschendiebstähle, Typen auf Droge, die Frauen abstechen), man gelegentlich die Junkies aus dem Keller an die frische Luft setzen muss – idealerweise bevor sie sich 'ne Überdosis in jenem welchen setzen oder den älteren Damen im Haus eins überziehen. Bevor man die Kinder in die für sie vorgesehenen Spielstädten entlässt, guckt man auch besser vorher noch mal nach Tüten mit Pülverchen oder spitzen gebrauchten Gegenständen. Die üblichen Freuden einer Großstadt. Nur, dass unsere Wohnanlage eigentlich nicht so richtig Bock darauf hat zum neuen Görlitzer Park zu werden.

Irgendein Nachbar sorgte dafür, dass ein Durchgang an unseren Häusern vorbei über (s)eine Wiese nicht mehr ermöglicht wurde, in dem er die Genossenschaft zwang dort einen Zaun zu setzen. Es waren ihm nämlich zu viele zwielichtige Gestalten unterwegs. Das war insofern eine prima Aktion, weil jetzt dort sehr ungestört die zwielichtigen Gestalten zwar nicht mehr durchgehen können (naja, ich hüpfe selbst im Rock noch in meinem Alter lässig über das Zäunchen), sie dafür dort aber nun schön in der nun mehr abgeschiedenen Ecke abhängen. Alternativ halt dort besonders ungestört die Regenrinnen hochklettern, um bei den Nachbarn über den Balkon in die Wohnungen einzusteigen. Denn: kommt ja nun keiner mehr vorbei sie stören!

Kurz: wie man so offensichtlich in einer solchen Gegend mit solchen offensichtlichen Problemen dem Gesindel eine ganz besonders hervorragende Gelegenheit und Ecke zum Dealen schaffen konnte, das muss der Genossenschaft erst einmal nachgemacht werden.

Nun bin ich bei Drogen echt spießige Zicke. Mir ist egal, ob sich Leute dumm kiffen oder tot spritzen oder das Gehirn mit Partydrogen wegschießen – aber nicht vor und auch nicht hinter meiner Haustür. Nicht in meiner Wohnanlage, wo zum Glück in den letzten Jahren viele Kinder eingezogen bzw. überhaupt geboren wurden. Ganz doofes Pflaster für solch' einen Shit. Die Leute sollen sich den Scheiß kaufen, wo sie wollen und sich das Hirn wegdröhnen – nich' in meiner Hood!

So kommt es, dass ich, wenn ich sehe, dass auf unserer Bank (steht in direkter Sichtlinie zu meinem Balkon) gerade wieder Tütchen getauscht oder Pfeifchen gerollt wird, mir den Spaß erlaube und herunter gehe und die Leute anspreche und höflich frage, warum sie sich eigentlich gerade die Bank ausgesucht haben (die immerhin auf einem privaten Gelände steht)? Meistens sind das ganz nette Gespräche, denn im Grunde wissen die (es sind vorrangig Jungs) ziemlich genau, dass sie da semi-coole Dinge tun aus juristischer Perspektive und verschwinden auf den höflichen Hinweis, dass das hier kein öffentliches Gelände ist und dass wir Nachbarn solche Geschäfte hier nicht dulden können, weil wir die Kinder hier schützen wollen, schnell und unkompliziert ihres Weges.

Manchmal kommen sie einem blöd, sind dann allerdings meist die kleinen mit anwesenden Teenagermädchen. Geschenkt.

Neulich aber habe ich einen ganz netten Dialog gehabt. Er (schon den Joint in der Pfote) „Aber wenn hier jetzt ein Kind käme, dann würde ich den doch sofort wegtun.” „Wenn Du ein Kind siehst, bist Du schon so stoned, dass Du gar nichts mehr raffst, dass da ein kleines Kind kommt” Hat er auch nicht wirklich widersprechen können.

In den letzten 24 Stunden habe ich mir den Spaß erlaubt lediglich drei (!) Dealer aus der besagten – und ich muss es noch mal betonen – im Grunde für den Job des Dealens von der Genossenschaft perfekt geschaffenen Ecke – mal höflich, mal genervt, mal sehr still (in dem ich mich einfach nur an das ca. sieben Meter entfernte Mülltor gelehnt dem jungen Mann zugucke, wie er eine qualmt und sein Date am Telefon verschiebt, weil ihm da so eine doofe Alte am Mülltor gelehnt höflich still aber aufdringlich dabei zuguckt, wie er in der Ecke steht und eine qualmt …) – zu verweisen.

Die Müllgucknummer war heute insofern besonders bonfortionös, weil dann noch zwei Nachbarn dazu kamen und wir ihn dann zu dritt plus zweier Hunde den Platzverweis sehr still aber glotzend aussprachen. Gestern habe ich einen der Jungen gefragt, was er denn da so täte? So alleine in der Ecke, hinter dem Baum versteckt … denn auffälliger blöder ging's echt nicht.

„IIIIICH????” *superpseudounschuldigzurückfragt* „Gar nichts. Ich rauche hier nur.”
„Ach? Und dazu musst Du Dich in so einer Ecke verfranzen und hinter einem Baum verstecken?”
„Wat denn, darf ich das nicht?”
„Klar doch, wenn Dein Mumm zum auf der öffentlichen Straße rauchen nicht ausreicht. Aber was Du hier nicht darfst, ist zu dealen.”
„IIIIIICH??? Ich DEALE doch NICHT!”
„Super, dann bist Du vielleicht bloß einer von den anderen Ärschen, die hier die Wohnungen für Einbrüche ausspionieren?”
*brichtdielustigeUnterhaltungabundverschwindetschnelleralsderWind*

Ich glaube, ich habe 'nen neues Hobby!

2016-05-14

Kleine Wunder

Manchmal passieren einem Dinge auf die man sehr gerne verzichten würde. Dumm nur ist, das Leben fragt vorher nicht nach, ob einem diese oder jene Erfahrung angenehm wäre. Erzähle ich Euch nichts Neues. Für gewisse Eventualiäten kann man sich aber vorbereiten – und wir sollten das tun!

Gestern mittag fahre ich einige Besorgungen machen in die belebtere Mitte dieser Stadt. Der Weg zurück führt mich durch unsere Berliner Pressemeile. Vor dem Springer Verlagshaus befinden sich zur Zeit einige Baustellen. Bei der letzten Einengung ist der Stau so dicht, dass ich mit dem Rad auch nicht vorbei gekommen wäre an den Autos, so entscheide ich mich die knappen zehn Meter kurz – und sicherlich nicht verkehrskonform – auf dem Fußweg zu bewältigen. Kaum fahre ich an einer Einfahrt auf den Bordstein, rufen mir in meinem Weg stehende Eltern sehr verzweifelt zu, ich möge ihnen um Himmelswillen helfen und die Rettung rufen: „Unser Kind! Unser Kind!”

Während ich das Rad abstelle und nach dem Handy suche, erfahre ich, dass das Kind nicht atmet; der Vater wirbelt es die ganze Zeit panisch hin- und her, um das kleine Mädchen zum Atmen zu bekommen. Die Kleine, ich schätzte sie auf 14 Monate, hängt wie ein nasser Sack in seinem Arm. Kein Krampfanfall, nicht einmal der Versuch krampfhaft zu atmen. Nichts. Beide sind in Panik und laut. Verzweifelt. Beide sind offensichtlich Touristen aus der Schweiz.

Mein Handy, das nach zwei Stürzen letzten Monat nur noch so semioptimal Dienste leisten möchte, verweigert diese natürlich in dieser Situation. Keine drei Meter weiter steht eine Gruppe Menschen rauchend vor einer Tür, denen rufe ich zu, ob sie Telefone haben, was sie bejahen und ich beauftrage direkt eine Frau von ihnen, dass sie den Notarzt rufen soll, ein Baby hätte einen Atemstillstand. Was sie auch sofort tut.

Zwischendurch habe ich mit den Eltern abgeklärt, dass die Kleine nichts gegessen hatte, also nichts verschluckt haben konnte. Das Einzige, was die Mutter beschreibt, dass sie ihr wenigen Minuten zuvor mit einem Feuchttuch den Mund abgewischt habe. Die Kleine habe vor dem Atemstillstand geschlafen.

Währenddessen befehle ich dem Vater das Baby auf den Boden zu legen und dass wir sie reanimieren werden. Befehlen klingt sicherlich hart, aber das war kein Moment für Höflichkeit und das Gute an der Situation war, dass ich wenigstens den Vater tatsächlich in dem Moment aus seiner Panik und Hilflosigkeit holen konnte. Während wir die Kleine dann behandelten (er Beatmung, ich Massage) und was er dann auch wirklich gut und professionell konnte, die Kleine trotzdem immer blauer wurde, schrie die Mutter natürlich weiterhin und herrschte die Frau an, die immer noch niemanden in der Leitung hatte, warum sie nicht Hilfe holt.

Da dämmert es mir und ich frage sie, ob sie wirklich auch die 112 angerufen hätte? Hatte sie nicht – und tatsächlich befand in dem Moment noch eine keine Ahnung habende männliche Stimme im Hintergrund, sie solle die Polizei, 110, rufen; den ich dann sehr laut überschreie, sie solle bloß 112 rufen! Sie legte auf, wählte dann wirklich 112, hatte jetzt zum Glück sofort jemandem am Telefon, der die Meldung aufnahm und uns – mit der jungen Frau als Sprachrohr – in der Behandlung betreute. Wir heben die Kleine hoch mit dem Kopf nach unten und geben ihr einen Klaps. Als nichts passiert, legen wir sie wieder auf den Boden und reanimieren weiter, der Vater untersucht ihren Mund nach Gegenständen. Nichts.

Und dann, ganz langsam, kommt die kleine Maus wieder zu uns zurück und fängt ganz leicht wieder selbstständig an zu atmen. Der Papa nimmt sie wieder in den Arm, wo sie leise und gurgelnd vor sich hin wimmert. Als ich ihn bitte, sie richtig aufrecht zu halten (und sie nicht so an sich zu drücken) damit sie frei atmen kann, fängt sie sogar ordentlich an zu schreien.

Ich wusste nicht, dass ein fremdes Babyweinen solche Glücksgefühle auslösen kann!

Langsam löst sich die Versammlung wieder auf und wir warten, gefühlt natürlich zu lange, auf den Notarzt. Zuerst kommen ca. fünf Minuten nachdem die Kleine wieder selbstständig atmete, zuerst Sanitäter, dann ein Notarzt. Berlin Mitte, Freitag mittag, Wochenendverkehr in einer Gegend, wo viele Straßen dicht sind wegen dem Karneval der Kulturen, sich der Verkehr also dementsprechend im Umfeld staut. Die Eltern und das Baby sind in professionelle Hände übergeben und ich mache mich (erst mal zu Fuß und kurz vor dem Heulen) auf den weiteren Heimweg.

Was haben wir aus diesem fürchterlichen Schrecken gelernt?

• Wenn man den Anruf delegiert (egal ob Polizei oder Feuerwehr/Notarzt) wirklich immer die richtige Rufnummer benennen! Sich darüber sicher sein, welche die richtige Nummer ist: bei Personenschaden ist es IMMER die 112. So geht keine wertvolle Zeit verloren, weil der Anruf geroutet werden muss. Und es ist immer jemand in der Leitstelle sofort am Telefon, der Euch in Euren Erste-Hilfe-Maßnahmen am Telefon professionell anleiten wird.

Das war gestern in der Situation ganz klar mein Fehler, dass ich zu der Frau anfänglich nur Notarzt sagte (weil für mich dann klar ist, dass man die 112 ruft). Anderen ist das offensichtlich nicht klar. (Man denkt in solchen Momenten nicht immer klar und souverän.)

Bevor man in ein fremdes Land reist, sich über dessen Notfallnummern informieren, denn sie sind nicht in jedem Land gleich.

• Babys und Kleinkinder werden genauso reanimiert, wie alle anderen Personen auch. Natürlich stemmt man – je nach Größe/Alter des Kindes) nicht mit ganzen Hand bzw. auch mit etwas weniger Wucht als bei einem großen, weil erwachsenen Brustkorb. So oder so gilt: eine gebrochene Rippe heilt wieder, ein zu lange nicht mit Sauerstoff versorgtes Hirn und Herz nicht! In dieser Beziehung funktioniert jedes Baby physikalisch wie ein Erwachsener.

Für alle Fälle, nehmt Euch knapp sechs Minuten Eurer Lebenszeit und seht Euch dieses Tutorial auf YouTube an!



• Ich habe das schon oft hier im Blog thematisiert: Macht bitte Erste-Hilfe-Kurse! (Persönlich bin ich für regelmäßige Pflichtkurse von jedem Bürger.)

Wann war denn Euer letzter Kurs? Vor fünf Jahren? Dann frischt ihn bitte auf! Diese Kurse werden von so vielen Institutionen für wenig Geld, oft sogar kostenlos angeboten. Organisiert einen Kurs in Eurer Firma. Ihr müsst doch nur etwas Zeit investieren! Aber was ist etwas Freizeit für ein Menschenleben? Und: Ihr müsst erste Hilfe leisten können, wenn Ihr einen Führerschein habt! Könnt Ihr das noch? Oder fahrt Ihr lieber weiter im Ernstall, weil Ihr Angst habt, Ihr macht etwas falsch? Dann sorgt doch bitte aktiv dafür, diese Angst nicht haben zu müssen!

Mittlerweile haben sich einige Regeln in der ersten Hilfe verändert. Also: informiert Euch bitte, frischt Euer Wissen drum auf. Schafft Euch für Euch eigene Sicherheit und Selbstbewusstsein bei diesem Thema!

Notfälle sind nichts bei dem Passivität oder der Wunsch, dass sie einem hoffentlich nicht begegnen, Euch und Betroffene rettet. Ich habe mir das gestern auch nicht gewünscht. Einen Menschen reanimieren zu müssen, macht keinen Spaß. Ein Baby noch weniger. Aber dieses kleine Mädchen ist zurück gekommen – und so sich das beurteilen ließ höchstwahrscheinlich ohne zerebrale Schäden – weil wir ihr schnell aktiv helfen konnten! Und das konnten wir, weil wir etwas Ahnung hatten und keine Angst vor der Aktion!

Heutzutage muss man ja nicht mal mehr an der Puppe üben. Es gibt viele und gute Tutorials zu den einzelnen Notfallsituationen auf YouTube, die man sich nur regelmäßig angucken muss (wenn man schon mal einen Kurs gemacht hat.) Es ist im Notfall so wichtig, dass eine Person sofort in Aktion tritt, wenn jemand verunfallt oder umfällt.

Ich hoffe, dem kleinen Baby geht es den Umständen entsprechend gut, den Eltern auch. Der Schreck wird noch ganz lange nachwirken. Ich habe mir erlaubt gestern ein „Danke!” an eine mir unbekannte Instanz in den Äther zu schicken.