2013-09-12

Ach Otto, …

Otto Sander, Du großer Mann, Du unglaublich talentierter wundervoller Schauspieler. Du Mensch mit diesem unglaublichen Bass in der Stimme, der Du immer öffentlich zu seinen Schwächen gestanden hast: danke! Danke für die Kunst, die Du mit uns geteilt hast. Danke für die unvergesslichen Stunden in denen Du uns andere Welten vorgelebt hast mit Deinen Rollen!

Danke, dass Du diese Frau geheiratet hast und deren Kinder zu Deinen gemacht hast und ihnen Dein Talent – wie immer Du das auch fertig gebracht hast – vererbt hast. Mindestens musst Du in ihnen den Spaß an dieser Kunst geweckt haben.

Sonntag noch habe ich Deinen Sohn, Ben Becker, im Krankenhaus am Urban lesend erlebt und war tief beeindruckt von seinem Können, seiner Liebe zum Text, zur Literatur. Dann, bevor er Fontanes „John Maynard” las, spielte, lebte, erzählte er, dass dies Dein Part sei, den Du immer zu lesen hattest, wann immer Ihr gemeinsam gearbeitet hattet. Und erzählte, dass Du, sein Vater, sein größter Lehrmeister gewesen bist und – wie immer in der Ehrlichkeit und Authentizität eines Ben Beckers, sehr bekannt auch von einem Otto Sander – sprach er an, dass Du dies auch in einigen nicht so guten Disziplinen gewesen bist. Er nannte Dich eben Vater und nicht Stiefvater. Und er erzählte, dass Du ihm nun gestattet hattest auch den „John Maynard” lesen zu dürfen, aber nur, wenn Du einmal nicht dabei sein können solltest.

Das tat Dein Sohn dann in einer Intensität und Tiefe, die mir – dem ganzen Auditorium – den Atem stocken ließ. Wie muss es ihm innen ergangen sein?

Du bist also so oder so unsterblich, lieber Otto Sander. Mach oben 'ne Flasche auf, stecke die Zigarette an und lass‘ die Beine baumeln – wo Du hingegangen bist, muss es jetzt sehr unterhaltsam sein!

2013-09-10

Sonntag …

… hier gewesen:



Das gemacht:



… und das …



… das auch:



Das gefunden …



– das auch alles:









Und auch 'ne Immobilie gefunden, direkt am Strand. Müssen nur die Hauptpromenade sperren …


2013-09-09

Nähkurs

Als erste Amtshandlung sollen wir Maß von uns nehmen (lassen i.d. Fall.) Dann einen Schnitt raus suchen und anhand er eigenen Maße nachgucken, in welcher Konfektionsgröße man den Schnitt anlegt. Verfügbar sind Burda-Magazine mit Schnittbögen.

Vergleiche ich meine Maße mit Burda habe ich also Konfektionsgröße 44.

Das haben sich alle, die mich in natura kennen, sicher auch immer gedacht. Also, dass ich eine 44 trage. (Trage 38 ggf. 40 damit die Arm- oder Beinlänge stimmt.)

Laut Lehrerin fallen die Burda-Schnitte schon mal kleiner aus. Kleiner? Zwei ganze Konfektionsgrößen? Ich frage mich, was die Frauen machen, die wirklich eine 44 tragen? Die Zeitungen für die Tonne kaufen?

2013-09-08

Ein Jahr …



Ich habe gerade in den Mails gestöbert und musste feststellen, dass ich unser erstes gemeinsames Einjähriges irgendwie verpasst habe. Aber seit dem 17.08.2012 regelt Shiina den Verkehr hier auf ihre besondere Art und Weise. Die längste Katzenvergesellschaftung der Welt ist lange noch nicht abgeschlossen – nur ist mein Kopf dicker als ihrer, was sie nur noch begreifen muss.

Sie ist in sehr vielen Dingen und Vorlieben ganz klar von Linos Genen in direkter Linie abstammend. Sie ist richtig. Goldrichtig. Meine Entscheidung war richtig. Wenn auch sie viel Anstrengung mitgebracht hat. Die Liebe ist groß. Wie sie es eigentlich schon war, als ich die ersten schlimmen Fotos von ihr gesehen habe.

Morgen 10:45 Uhr



„Bitte mitbringen: Schnittpapier, Kopierrädchen, Papierschere, Stecknadeln, Zentimetermaß, Schnitte, wenn vorhanden. Materialkosten tragen die Teilnehmenden.”

2013-08-28

Draußen …

bin ich nun aus der Klinik seit drei Wochen. Richtig darüber bloggen kann ich das noch nicht, da ist noch viel Aufarbeitung notwendig. Gegangen bin ich nicht, weil ich mich super fit fühlte und das Gefühl hatte, das Leben wieder anpacken zu können. Die Tatsache, dass der eine für mich zuständige Therapeut in Urlaub geht, danach die Station wechselt; die andere mir wichtige Therapeutin auch in Urlaub gegangen ist, hat mir einen längeren Aufenthalt nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen.

Man könnte viel erzählen von diesem „öffentlichen” Krankenhaus, seinen so engagierten, guten, viel wollenden Mitarbeitern, die alle an ihrem Limit arbeiten und von ihrem Arbeitgeber verheizt werden ohne Ende. Letztendlich habe ich alleine ein Drittel der mir zustehenden Einzelgespräche (so viel Zeit ist generell in diesem Therapieprogramm nicht angesetzt) nicht erhalten, weil der Therapeut/Stationsarzt ständig auf anderen Stationen vertreten durfte. Ergo-/Bewegungstherapieangebote finden wochenlang nicht statt, weil die Leute ihren wohlverdienten Urlaub nehmen, man sie auch nicht vertreten sehen will.

Ich bin natürlich froh, dass ich in den hier beschriebenen Krisenzeiten dort eine Anlaufstelle hatte. Sehr froh, mich gäbe es sonst nicht mehr. Aber die eigentlichen Themen, wegen denen ich dorthin gegangen bin, die mich akut daran hindern weiter gehen zu können, wurden gar nicht, allenfalls am Rand besprochen. Im Großen und im Ganzen war der Aufenthalt ein Schuss in den Ofen für mich.

Ja, man trifft gute Menschen, erlebt auch schöne Momente. Aber inhaltlich, therapeutisch? Sitzt man drei Wochen später und es geht einem so schlecht wie zuvor. Nur auf anderen Tabletten. (Die Medikamentenversorgung … auch so ein Thema.)

Ich hatte eine andere Vorstellung. Ich bin weiterhin müde, visionslos, kraftlos. Ich habe Angst vor dem Herbst, vor dem Winter, vor fehlendem Licht. Mir geht schon der wieder der Blick auf die guten Dinge verloren. Im Grunde fühle ich mich schlechter als zuvor, weil einfach die Enttäuschung mit einher geht für das, was hätte sein können, was mir der Aufenthalt hätte bringen können, was nicht hat sein dürfen.

Ich hoffe, ich kann mit etwas Abstand positiver auf das Erleben blicken. Und ich hoffe, ich kann irgendwann diese Krankheit los werden.

Weiter die Harlekinsmütze tragen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung.

Zeitdiebe

Aufwachen, Kaffee kochen, sich auf den Balkon setzen. Mit der kleinen spanischen Katze der sehr jungen Krähe im Baum zugucken, wie sie mit dem Eichhörnchen Einkriege im Baum spielt. Fast eine halbe Stunde lang tobten die Beiden ganz friedlich und ohne tierisches Meckern auf den Ästen herum und jagen sich gegenseitig.

Als das Eichhörnchen irgendwann geht, die kleine Krähe enttäuscht anfängt zu zwitschern, kommt das kleine graue Kätzchen an mich gekuschelt, entspannt und möppelt in ihrer eigenen Art „so schön!”

Ja, schön!

2013-08-22

Protipp!

Fragt nie Euren Tierarzt, wenn Ihr eine Woche lang probiert Tabletten in eine Nishia erfolglos zu bekommen, direkt: „Bin ich zu blöd dafür?”

Dann lacht der Mann, der ja berufsbedingt 98 % aller Tabletten in jegliches Getier versenkt bekommt, und meint, ich dürfe so die Frage nicht stellen, denn er müsse sie dann mit „Ja!” beantworten.

(Aus der Reihe: ich habe es nicht leicht!)

2013-08-15

Falls jemand was weiß …

Ich suche eine Beilademöglichkeit für ein gebrauchtes Kajak von Troisdorf (oder Düsseldorf, kann man absprechen) nach Berlin gebrauchen. Möglichst preisgünstig – also fern der Speditionspreise. Das Kajak ist relativ lang allerdings mit 430 cm.

Vielleicht kennt Ihr jemanden, der regelmäßig mit dem Auto so eine ähnliche Strecke fährt und Gepäckträger auf dem Auto sein eigen nennt.

merci!

2013-08-10

Die AfD … so eine lustige Spaßpartei …

Ich „wünsche” mir ja auch „viel ” mehr „politische” Macht für Anführungszeichen!

http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/post/57616840155/afd-grafiker-schlagen-wieder-zu-und-entwickeln

(Aus der Reihe: *gröhl*)

2013-08-05

Irgendwie …

„Sie* bekommen vom Kosmos eine Woche, in der es Ihre Aufgabe ist, sich vor allem Gutes zu tun. Sie sollen Stress vermeiden und, wo immer sich die Möglichkeit ergibt, sich eine Freude machen.”

*Sternzeichen Waage

Ich gehe heute übrigens zum Rechtsanwalt. Soviel zur Freude.

2013-08-02

Der Stationsarzt …

… fragt mich neulich nach dem Radunfall*, ob denn meine Tetanus halbwegs frisch sei oder wie bei ihm 20 Jahre alt sei.

Ich tippe auf schlimme Spritzenphobie. Männer werden bekanntlich damit geboren, da braucht's kein Trauma für. Ärzte trifft sie am schlimmsten, bekanntlich. Die können Leichen aufschneiden und lebendigen Menschen Herze oder auch Gelenke einpflanzen. Aber sich eine Spritze geben lassen?

(*man nennt mich auch neuerdings „Gonzo auf dem Rad”)

2013-07-29

Die heutige Aufgabe nach dem Arztgespräch …

… lautet ruhig abends einmal darüber nachdenken, was schön war an dem jeweiligen Tag.

Die beste Szene kam dann prompt nach dem Gespräch. Ich sitze mit einer Mitpatientin alleine im Garten vor dem Haus, da biegt der freundliche schwarze Kater um die Ecke (uns besuchen dort öfter zwei schmusende Katzen) und setzt sich in den Rasen. Just in dem Moment, als die Mitpatientin zum Kater sagt „Na, komm mal her Dicker!” biegt der Arzt (an sich schlank) um die Ecke aus dem Haus (um mir sagen zu wollen, ich soll die schönen Moment mir nicht nur bewusst machen, sondern ein paar Tage lang auch mal aufschreiben). Er fragt dann nur trocken den Bauch betastend, ob er sich Sorgen machen muss?

Ich habe so gelacht! Ich lache immer noch.

Die Szene ist natürlich gesetzt auf der Liste, kann ich nich' für!

2013-07-28

Eigentlich …

… gäbe es aus dem Klinik- und Therapiealltag so viel zu schreiben, ist doch das hier rauslassen für mich immer auch ein Stück Verarbeitung. Alleine die Kraft ist noch nicht da. Aber es fehlt mir.

Neulich mir erstmals eingestanden, dass ich von der Räumung ganz tief traumatisiert bin. Andere Menschen sind traumatisiert durch Vertreibung, Folter, Vergewaltigung, Überfälle und andere schlimme Erlebnisse. Bei mir ist es die Räumung. Wann immer ich den Profis (ich nenne sie liebevoll die Psychos) erzählt habe, wie das damals ablief. Wie ich einen einzigen Tag Urlaub genommen hatte und ansonsten zur Arbeit gegangen bin in dem Jahr danach mit einem Grinsen, gute Laune verbreitet habe; jede freie Minute genutzt habe, eine Wohnung gefunden habe. Versucht habe, mein Leben wieder in die Spur zu bekommen, gucken sie mich an, als hätte ich nicht alle Tassen beieinander. Respektvoll allerdings. Gucke ich zurück, kann ich nicht sagen, wie ich das leisten konnte. Langsam gestehe ich mir ein, dass ich jetzt so völlig fertig bin, ist eine notwendige Selbstverständlichkeit.

Eine Therapeutin riet mir (auf der Basis des Gespräches, das wir vorher hatten), mir einen Entschuldigungsbrief zu schreiben hinsichtlich der Räumung; ich kann sie mir selbst am wenigsten verzeihen. Zur Zeit erscheint es mir als die unmögliche Hausaufgabe. Liebevoll mit mir umgehen. Ich soll auch meine Träume aufschreiben. Träume? So tief kann ich gar nicht buddeln …

Seit Freitag bekomme ich ein neues Medikament. Nachdem mich neulich der Oberarzt dann doch mal in einer Krise erlebt hatte, war auch er dann davon überzeugt, dass das alte Medikament mir gar nichts bringt. Im Gegenteil, hat es einige Symptome unter denen ich eh schon seit meiner Kindheit leide, nur noch verstärkt. Also habe ich seit zwei Tagen das Gefühl nicht ständig schlafen zu müssen. (Was ich dann tagsüber, wenn ich es konnte, auch lange und intensiv tat.) Das ist für mich gerade ein Gewinn. Gucken wir mal.

Ich muss – für mich – gegen die beiden Mitarbeiter beim Jobcenter je eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Ich bin mir das schuldig. Wenn es hier jemand gibt, der dazu fachlich fundierte Informationen hat, würde ich mich über Hilfestellung sehr freuen. Ich bin seit fast drei Monaten in der Klinik und jedes Mal hat mir das Jobcenter einen Knüppel zwischen meine Beine in den Therapiebemühungen geworfen. Ich werde auch meiner Krankenkasse raten, sich einen Teil der Kosten beim Jobcenter in Berlin-Mitte wiederzuholen. Es ist unglaublich. Ich bin dort mit meiner Krankheit absolut transparent umgegangen, es wurde ganz klar die suizidale Tendenz angesprochen. Im Erleben scheint mir, verwenden sie diese Transparenz gegen mich, damit ich genau das tue. Das ist so offensichtlich – und so bitter menschenverachtend.

Eine Frau, die weder in der Lage ist, ein Amtsschreiben gemäß den Regeln der DIN Norm zu verfassen. Die mir einen Brief schickt mit acht (!) Rechtschreibfehlern in sechs Zeilen, diese Person will mich also fertig machen. Zugunsten ihrer Erfolgsstatistik. Für ganze 250,00 Euro, die sie mir im Monat zahlen. Das muss es wohl wert sein.

Meine Lieblingsmitpatientin ist Freitag entlassen worden. Es gibt also noch ein Leben nach der Klinik. Meine Entlassung steht nun auch in zwei bis vier Wochen an. Jetzt erst fange ich an, an meinen eigentlichen Problemen, die mich in die Krankheit gebracht haben, arbeiten zu können. Das Jobcenter hat mir diese Chance einfach nie gegeben. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Das Angebot dort in die Ambulanz zu gehen, bis ich einen Facharzt für Psychiatrie bzw. Therapeuten gefunden habe. Oder Kur oder was weiß ich. Ich bin noch ganz am Anfang.

Wann immer man mich fragt, was ich denn gerne tun würde, denke ich, ich möchte so gerne wieder einmal im Mittelmeer schwimmen. Einfach Urlaub machen, einmal unbeschwert sein. Tief durchatmen, richtig vom Innern heraus. Nicht dieses tiefe Durchatmen, das man in den Therapiegruppen lernt, das aber für mich gefühlt lange noch kein echtes ist. Ich möchte dort sein, wo meine Mama ist. Mit ihr reden, ihr endlich alles erzählen. An diesem einen Ort. Einfach Urlaub machen. Sonne tanken, einen kurzen Moment schönen Alltag leben dürfen ohne Altlast.

Mir fehlt sehr in diesem Sommer nicht irgendwo sitzen und ein Glas Rosé trinken zu können. Es geht mir nicht um den Alkohol. Den kann ich abschreiben für den Rest meines Lebens, das ist auch okay. Die Diagnose und er schließen sich künftig ganz simpel aus. Das stört mich nicht so sehr. Aber mir fehlt diese Farbe von durch seine Kühle am Glas Tau produzierenden spanischem Rosé im Glas im Sonnenschein. Mir fehlt dieses Farbenspiel, das visuelle Schöne.

Ich werde den Teufel tun und über das jetzige Wetter klagen. Aber die kleine graue stark behaarte Katze setzte sich gestern bei offener Tür vor den Gefrierschrank und ließ sich nicht einmal mehr mit einem bestechenden Catstick von der Stelle bewegen. Ihr Gesicht sprach Bände. Ansonsten liegen hier überall feuchte Handtücher herum, die ausgiebig von den dreien belegt werden. Tally und Nishi, denen ich nun strikt den halben Tag Balkon ermögliche, haben viel mehr Selbstbewusstsein zurück bekommen und erscheinen mir neu entspannt. Meine beiden süßen Kobolde! Ich gehe drei Mal im Tag mit Shiina auf dem Arm ins Schlafzimmer, damit sich die drei langsam aneinander gewöhnen können. Nishia bleibt mittlerweile in Sichtweise, flieht nicht mehr panisch auf den Schrank. Legt sich demonstrativ auf ihr Bett – sie hat die letzte Woche nicht einmal gefaucht, wenn sie das kleine Monster gesehen hat. Das wiederum zappelt immer weniger auf meinem Arm und das Meckern wird auch weniger. Es ist noch eine ganz lange Strecke zu gehen, fürchte ich. Also schlucke ich diese Miniatur-Zeichen und glaube weiterhin an ein Wunder der kätzischen Vereinigung.

Ich komme wenig bis gar nicht dazu Eure lieben Kommentare/Mails zu beantworten, noch die Danksagungen zu verschicken für Eure Hilfe. Aber es kommt. Ich brauche nur etwas Zeit und hoffe sehr auf die neuen Tabletten. Lieben Dank an Euch alle!

Genießt Euer Leben Ihr wundervollen Menschen!

2013-07-25

Wisst Ihr …

… Ihr Glitzerfrauen, Feministentussis, DaWanda-Girlies, Biker-Bräute, Intelligenzbestien und It-Girl-Schlampen – Ihr (wir) regt (regen) Euch (uns) auf über rosafarbene Überraschungseier? Ja? JA?!!!

Ich habe gestern eine Mitpatientin ins Haupthaus zur Mammographie (alles gut zum Glück!) begleitet zum Händchen halten und das Mammographiegerät hatte rosafarbene Applikationen und pinkfarbene Knöpfe und der Schriftzug war teilweise in … rosa gestaltet. Und …



ICH WILL NICHT DARÜBER REDEN!

2013-07-24

Das blonde Mausi …

… von der Arbeitsagentur in Berlin Mitte, der ich neulich einen sehr deutlichen Brief geschrieben habe, meint – weil sie meine Krankschreibungen nicht hat, die das blonde Hasi ihr vom Jobcenter Mitte immer noch nicht weitergereicht hat, die ich ihr diese aber auch nicht schicken kann, denn die hat ja das blonde Hasi beim Jobcenter – also sie meint nun, sie würde mich zum sozialmedizinischen Dienst schicken.

Ich bin im Krankengeldbezug. Ich koste die Arbeitsagentur in Berlin Mitte zur Zeit keinen Pfennig.

Schlimmstenfalls – würde ich zum sozialmedizinischen Dienst gehen und mich dieser gesundschreiben, was eher unwahrscheinlich ist, solange ich noch stationär bin – hätte die Arbeitsagentur daraus lediglich einen Nachteil zu erdulden: denn sie müsste mir für einen Monat noch Leistung bezahlen.

Frage: wer ist wohl die (meiner Meinung nach) allerdämlichste Arbeitsagenturmitarbeiterin in Berlin?

2013-07-21

Tally und Nishi …

… haben den Boden schön!



2013-07-20

Mein Urlaub …

Der Balkon zur Wohnung ist groß, alleine 3,75 m lang und ungefähr 1.30 m breit. Links neben der Tür ist eine Nische von ca. 80 cm Tiefe, da standen bis jetzt viele Pflanzen, weil dort viel Sonne ist. Wie ich jetzt erst merke am eigenen Leib: da ist ständig Sonne. Wenn die Sonne scheint, dann ist das der garantierte Sonnenplatz.

Das Gute am Klinikaufenthalt ist die Zeit in der Werkstatt, man wird mehr oder weniger dazu angehalten, kreative Dinge zu tun. Ich habe mein im Herbst begonnenes, von der Krankheit gestopptes Projekt „Nähen lernen” weiter fortgeführt. Und im Bereich mit Holz arbeiten, die Idee wieder aufgegriffen mir für den Balkon eine Bank bauen zu wollen.

Die Bank war inmitten der schweren Zeit eine ebenso schwere Geburt. Aber seit knapp zwei Wochen nun steht sie, lasiert, geschraubt. Hoch, dass man die Beine baumeln lassen kann (was ein nicht zu unterschätzendes Feature ist für die Installation von guter Laune!). Und tief genug, dass ich (zusammengefaltet) darauf sogar schlafen kann mit ein, zwei, drei Katzen. Ein Mitpatientin hat mir in der Schlussphase fleißig und – im Gegenteil zu mir – äußerst besonnen geholfen. Danach haben wir bis zwölf Uhr nachts auf der Bank gesessen und unser kleines Bauglück genossen. Ganz nebenbei bietet sie mir eine Menge neu gewonnenen Stauraum und gleich wirkt der Balkon viel aufgeräumter.



Genäht habe ich dann die Bezüge für die Auflage und Kissen in meiner Lieblingsfarbe. Freunde habe mir – vorgezogen zum Geburtstag – den schönen Balkonboden spendiert, den ich mir nun wirklich zur Perfektion dieses kleinen Stückes Paradies sehr gewünscht habe. Platta gab es gerade im schwedischen Albtraumkaufhaus im Angebot. Die Platten habe ich die die letzen zwei Tage verlegt. Morgen klebe ich die letzte Reihe auf Holzlatte.



Direkt vor der Bank steht ein Baum und berührt mit seinen Ästen fast das Katzennetz. Wir liegen also da jetzt jeden Abend mal mit einer, mal mit zwei Katzen zusammen und genießen den Berliner Sommer. Die ersten beiden Stunden am Abend schlafe ich dort dann friedlich vor mich hin. (Die Tabletten machen mich leider dauermüde.) Die Katzen liegen dann neben mir und schnurren oder entspannen auf dem Stuhl – ihrem Stuhl – oder freuen sich über Schattenplätze auf dem holzigen Boden, denn sie sehr sehr toll finden!



Ich bin stolz, so einen schönen Platz mir geschaffen zu haben. Ich genieße die Sonne dort sehr! Es ist wie ein bisschen Urlaub haben für mich, den ich ja nun eine lange Weile nicht mehr hatte.

Es tut sehr gut dort zu sein. Die Energie stimmt einfach. Der Sommer dort ist für mich perfekt.

2013-07-16

Was …

… eigentlich, wenn man diese Dreckskrankheit nie wieder los wird?

(Kein guter Tag heute.)

Eigentlich möchte ich mich bei Euch allen bedanken. Für Eure warmen Worte, Hilfe, Unterstützung. Ich komme kaum aber hinterher im Moment. Es ist und bleibt zäh. Bis dahin: vielen Dank!

Ich melde mich bestimmt – so ich es kann!

2013-06-25

Ansonsten …

… nach guten fünf Wochen Klinik kann ich berichten, dass ich froh bin hier zu sein. Nicht weil ich etwa großartige Fortschritte vermelden könnte. Aber es hilft ungemein professionelle Ansprechpartner zu haben, wenn das Jobcenter in Berlin Mitte sich alle Mühe gibt, mich im vierzehntägigen Abständen in eine Lebenskrise, die gleichfalls mit einer existenziellen einhergehen, nach der anderen Lebenskrise zu schicken.

Das fing damit an, dass ich, als ich zum ALG I den Antrag auf Bezuschussung stellte, mitgeteilt bekam, nunmehr sei ausschließlich das Jobcenter für meine Verwaltung zuständig – auch wenn die Arbeitsagentur den größten Teil der Leistung mir bezahlte. Somit reichte ich alle Krankschreibungen bei diesem Jobcenter ein im guten Glauben so richtig zu handeln. Natürlich, hinterher ist man immer klüger, war es äußerst naiv von mir zu glauben, das Jobcenter würde hinsichtlich der Folgekrankschreibung über die sechste Woche hinaus die Arbeitsagentur informieren, denn meinem Verständnis nach, würde diese doch ein verstärktes Interesse daran haben mich nicht über den notwendigen Zeitpunkt hinaus finanzieren zu müssen. Ist halt blöd, hat man bei einer psychischen Erkrankung nicht alle Eventualitäten im Kopf, gebe ich zu.

Ich wartete also auf die abschließende Abrechnung der Arbeitsagentur, die laut Krankenkasse automatisch kommen würde, während der Mitarbeiter der Leistungsabteilung im Jobcenter schlicht seinen Job nicht tat. Er informierte weder die Arbeitsagentur, noch korrigierte er seinen Bescheid mit dem er mir für den letzten Monat im Leistungsbezug die komplette Summe zahlen wollte (ALG I-Bezug hatte ich ja nur sechs Monate). Irgendwann bekam ich die von mir erwartete Schlussabrechnung der Arbeitsagentur, die die Krankenkasse jedoch nicht annahm, weil es die falsche war. Denn diese lief über den gesamten Bezugszeitraum, Anspruch auf Krankengeld hatte ich jedoch bereits einen Monat früher.

In der Zwischenzeit überwies die Arbeitsagentur Ende April die letzte Monatsleistung im Nachhinein für April, die mir nicht zustand – weil ich ja schon im Krankengeldbezug stand. Diesen Eingang nahm ich zur Kenntnis. Ich klärte mit der Krankenkasse die interne Verrechnung mit der Arbeitsagentur. Was üblicherweise kein Problem ist, denn so eine Überzahlung passiert schnell mal, weil eine der beteiligten Parteien nicht sooo flexibel ist. Und führte von dem Geld auf dem Konto die üblichen Überweisungen aus; besuchte mein Konto folgend auch nicht mehr, denn ich weiß ja, wie wenig ich im Monat zur Verfügung habe.

Als ich die Kontoauszüge für den Folgeantrag ausdruckte, bekam ich somit erst 20 Tage später mit, dass – da der Mitarbeiter diesen Bezug von Krankengeld weder für die Arbeitsagentur noch für sein Budget peilen wollte – das Jobcenter eine ähnlich hohe Summe zuzüglich Mietkostenzuschuss für den Monat Mai im voraus auch auf mein Konto überwies.

Aus Euch bekannten Gründen liegt natürlich eine Kontopfändung auf meinem Konto. Ich beauftragte die Bank das Geld umgehend zurückgehen zu lassen, was sie nicht tat, wegen der Pfändung – mich aber auch nicht zu informieren für nötig hielt. Also stand ich eine Woche in meiner ersten akuten Krise, trotz klinischer Betreuung. Das Geld war weg, schlicht weil diese und die vorangegangene Zahlung innerhalb von 30 Tagen auf meinem Konto eingingen. Dem Finanzamt, dem die Sozialarbeiterin der Klinik – nach meinem ersten kompletten Zusammenbruch – die Situation schilderte, war meine Mittellosigkeit im Monat Juni egal, und gab diese soziale Leistung nicht für die Rücküberweisung an das Jobcenter wieder frei.

Zwischenzeitlich erfolgte auch die die Teilerstattung der Krankenkasse, die die eine Überzahlung bereits – nicht mit der Agentur sondern mit dem Jobcenter – denn der Mitarbeiter war nämlich zwischenzeitlich aufgewacht und hatte die Überzahlung prompt bei der Krankenkasse wieder abgefordert (das konnte er dann ganz schnell) – verrechnet hatte, auf meinem Konto. Auch binnen dieser 30 Tage. Damit gingen die nächsten 340 Euro, von mir als Miete für den Juni bestimmt, auch an das Finanzamt. Und die Überzahlung der Arbeitsagentur galt somit als noch nicht wieder abgegolten.

So gingen wir, die Sozialarbeiterin und ich zum Jobcenter zu dem Sacharbeiter der Leistungsabteilung, um ihm seinen Fehler aufzuzeigen und ihm meine dadurch unverschuldete Mittellosigkeit mitzuteilen. Nicht die Miete zahlen zu können, ist nämlich in meiner Situation zufällig gerade der allergrößte und psychisch überhaupt nicht von mir zu händelnde Albtraum. Das – entschuldigt bitte meine kommende Ausdrucksweise – kleine dumme arrogante Arschloch zuckte die Schultern, meinte bei ihm sei doch alles in Ordnung, die Überzahlung hätte er ja zurück und gezahlt hätte er doch auch für Juni, was ich eigentlich von ihm wolle. Es sei doch meine Schuld, wenn ich ihm mit der Folgekrankschreibungen (!) nach sechs Wochen (!) ALG I-Bezug nicht den künftigen Bezug von Krankengeld angezeigt hätte. So einfach ist das nämlich.

Mit dem Folgeantrag legte ich dieses Mal erstmals ein Schreiben meiner Ärztin bei, die – das Jobcenter befindet ja auch meine Wohnung sei zu teuer – klar begutachtete, dass ich aufgrund meines Gesundheitszustandes momentan nicht umziehen könne. Gleichfalls nahm der Sachbearbeiter aufgrund der Klinikunterlagen zur Kenntnis, dass ich mich momentan aus genau diesem Krankheitsgrund, der ja nun zwangsläufig sehr transparent auch auf aufgrund meines Zustandes deutlich dargelegt war, wenn auch in teilstationärer, dennoch eben in stationärer Behandlung befinde. Wie gesagt, die Sozialarbeitern war bei diesem Termin anwesend, denn alleine hätte ich den Weg gar nicht machen können.

Was macht er in der Folge? Er schickt mich zur Begutachtung zum sozialpsychiatrischen Dienst, der nun begutachten soll, ob ich denn wirklich zu krank sei, um aktuell umziehen zu können. (Wohlbemerkt, ich bin vermutlich noch die nächsten zwei Monate in der Klinik, keine Ahnung, was im Anschluss kommt.) Das war dann mein zweiter kompletter Zusammenbruch, nach dem ich so fertig war, dass ich trotz sofortiger Klinikarztkonsultation – um anderen finalen Konsequenzen zu entgehen, die einem dann natürlich in meinem Zustand im Kopf umherschwirren – am Abend drauf und daran war mich in die Krisenintervention zu begeben.

Zum Glück bin ich ein sehr gesegneter Mensch, der in solchen Momenten Freunde anrufen kann und bitten kann, auf mich aufzupassen, was diese Freunde auch umgehend und liebevoll tun. Und ich habe Freunde, die mir anderweitig in einer solchen Situation helfen und Hilfe anbieten. (Die hier mitlesen: Danke! Das wäre ohne Euch nicht auszuhalten momentan.)

Die Vermittlerin des Jobcenters schickt mir übrigens trotz der Krankschreibung und Information über den aktuellen Klinikaufenthalt Einladungstermine, die ich doppelt – postalisch und per E-Mail absage, die sie negiert, um mir dann mit Anhörungen und Leistungskürzung zu drohen. Merkwürdigerweise bekommen andere Patienten in der Klinik, auch „Jobcenterkunden” mit gleichen Diagnosen von ihren Sachbearbeitern sieben Monate Ruhe zugesprochen. Nein, ich weiß nicht, trotz meiner – irgendwann knallt es auch mal bei mir – sehr aggressiven Antwort, ob sie die Leistungskürzung nun nicht auch noch durchziehen wird.

Übrigens, die nächste Teilzahlung Krankengeld von der Krankenkasse ist direkt mit der Arbeitsagentur verrechnet worden. Wovon ich gerade lebe? Mittagessen gibt es in der Klinik, Anfahrt erfolgt mit dem Rad, Katzenfutterreserven sind noch begrenzt verfügbar, Miete im Juli? Keine Ahnung.

Aber hey, die Pillen machen so schön schläfrig, dass ich um 19 Uhr gerne schon mal im Bett liege. Und nein, ich habe nicht die Hoffnung, noch die Kraft zu glauben, dass irgendwann noch mal etwas besser wird.

Ich bin einfach nur fassungslos.

Ich denke, Ihr versteht meine Pause nun besser.