2009-11-22

Blogkochshow 2009 – das Entrée

Die Vorspeise für die diesjährige Blogkochshow war relativ übersichtlich und nannte sich daher äußerst zurückhaltend:

Eine Terrine von zweierlei Fisch an Salatbouquet mit roten Zwergenmützen und karamellisierten Nachtschattengestalten und deren Aufpasser.

Dolles Ding! Was ich mir dabei wohl gedacht haben mag? Irgendwie fing alles an mit der Gelatine. Ich wollte die nicht im Nachtisch verbröseln, das erschien mir zu naheliegend und naheliegend mag ich nicht. Ergo habe ich Madame als Türöffner zum Menü verwendet, zusammen mit:

2 Packungen geräucherter Lachs
1 Packung Forellenfilets
2 Packungen Frischkäse
1 Becher saure Sahne
500 g frischer Spinat
1 Packung Gelatine
Petersilie,
Minze
Saft einer Zitrone,
frisch geriebener Merrettich (oder Sahnemerrettich),
Salz, Pfeffer, eine Prise (Rohr-)Zucker

Salat nach Belieben, Cocktailtomaten, Balsamicozwiebeln, etwas Olivenöl, Balsamcio Rosso, Senf, Preisselbeergelée. Honig, Salz und Pfeffer und Zucker zum Karamellisieren

Das Rezept für die Terrine habe ich aus dem Internet und zwar von hier, wurde von mir aber direkt umgemodelt.

Der Spinat wurde von mir höchstpersönlich gewaschen und getrocknet, also handverlesen …



und in etwas Limonen-Olivenöl angedünstet, abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer sowie Muskatnuss und ganz zum Schluß habe ich noch die feingeschnittenen Blätter von drei Stengeln Minze runtergegeben. Das Ganze kam in ein Sieb zum Abtropfen.



Als nächstes wurde der Merrettich (habe ich immer tiefgefroren eine Stange im Tiefkühler) gerieben, ein ca. 4 cm großes Stück. So frisch geriebener Merrettich ist etwas Feines, da kann sich jeder im Glas nur verstecken.



Die Forellenfilets wanderten zerbrochen in den Mixer mit zwei Esslöffeln saurer Sahne und einem Esslöffel Frischkäse, 2 Teelöffel Zitrone und mit der Hälfte des geriebenen Merrettich dann wurde gemixt und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abgeschmeckt. Die Farce wurde beiseite gestellt, dafür wanderten zwei Blätter Gelatine in etwas kaltes Wasser.





Gleiches tat ich mit einer Packung von dem Lachs (200 g), dieser bekam aber nur einen Esslöffel saure Sahne ab, dafür einen ganzen Becher Frischkäse, den restlichen Zitronensaft und die andere Portion Merrettich. Und auch hier wurde gewürzt – ohne Zucker. Drei Blätter Gelatine wurde für die Lachsfarce eingeweicht.

Hier mit Zoom-Objektiv fotografiert und gleichzeitig den Pürierstab angestellt, das muss man auch erst mal hinbekommen – Lachsrollercoaster!



Die Petersilie (dient für eine Schicht der Forellenfarce also Menge nach Belieben) habe ich klein gehackt. Und dann ging es an die Präsentation. Da ich nur eine sehr große Terrinenform habe und mir zu diesem Anlass nicht noch eine kleinere teure Terrinenform in rund leisten wollte, habe ich Glasförmchen (eigentlich Weingläser aus Spanien) mit Klarsichtfolie ausgekleidet. Das ist etwas tricky, man kann sich da ganz gut mit dem Boden eines anderen Glases behelfen, um die Folie ins Glas zu drücken und sie dann mit den Fingern festdrücken. Als erstes habe ich aus den Scheiben der anderen Lachspackung mit einem anderen Glas runde Scheiben ausgestochen. Den Lachsabschnitt habe ich höchst professionell a) an Lino und Talytha und Nishia verfüttert und b) aufgehoben und klein geschnitten für die eine Lachsfarce. Die Scheiben wurden in die Gläser eingebracht. Der Rand sollte etwas hoch stehen.



Der Spinat (ist ja immer niedlich, was dann von so einer Menge Spinat wirklich übrig bleibt) wurde mehrmals fest ausgewrungen zum Schluss noch einmal mit Küchenkrepp ordentlich geherzt, ich schmeckte ihn abschließend ab.



Er wurde in vier Portionen geteilt und die habe ich auf einem Brett zu runden Plätzchen geformt und auf die Lachsscheibe in die Gläser gelegt.



Die erste Portion eingeweichte Gelatine habe ich warm gemacht, ein Löffel der Farce wird zum abkühlen in die warme Gelatine gerührt und sie wanderte in die Forellenfarce. Die Hälfte davon habe ich auf den Spinat gegossen und die vier Gläser in den Kühlschrank gestellt (später in den Tiefkühler, damit die Masse schneller fest wurde). Ich habe noch nie Gelatine in der Küche verwendet, immer nur AgarAgar (das Alternativprodukt aus Algen), mir liegt es in der Handhabung deutlich mehr. Das mit der Gelatine hat mir zu lange gedauert – aber jedem seins. Sonst macht das Hantieren mit diesen Blättern wirklich Spaß, die werden so schön glibschig …



Nachdem die erste Masse fest war, habe ich den zweiten Teil der Forellenfarce mit der Petersilie vermengt und als nächste Schicht eingegossen. Und wieder in den Kühler bis die Schicht fest war.



Ging so weiter mit der Lachsfarce, für die wurden die drei Blätter Gelatine erhitzt, gleiches Procedere: eine Hälfte so pur, die letzte Schicht mit den Lachsstückchen vermengt.



Zum Schluss sah das so aus und wanderte bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank.



Am Freitag wurde unter Einfluss des ersten Glases Crémant angerichtet, die Vinaigrette für den Salat (1 Knolle Salatherz und 1 kleiner Radiccio) bestand aus 3 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Balsamico Rosso (rosé), 1 Teelöffel Senf, 1 Teelöffel Honig, 1 Teelöffel Preisselbeergeleé, Salz und Pfeffer. Die roten Zwergenmützen waren nichts anderes als Balsamikozwiebeln, aufgeschnitten und die karamellisierten Nachtschattengestalten kleine Cocktailtomaten, die ich mit dem Rohrzucker und dem neuen Bunsenbrenner (Feuer holdriho! Hier hat Herr Foxxi ein tolles Video von meinem ersten Mal … mit Bunsenbrenner) zitternd kurz abgeflammt habe.



Die Aufpasser wurde gerecht mit Lino und uns geteilt und wanderten kurz in die Pfanne, um dort einen Hauch vom Limonen-Olivenölaroma mitzunehmen.



Et voilà: Eine Terrine von zweierlei Fisch an Salatbouquet mit roten Zwergenmützen und karamellisierten Nachtschattengestalten und deren Aufpasser



Dazu einen charmanten Sancerre …



Und so sieht die Terrine übrigens aufgeschnitten aus. (Das Foto habe ich gestern aus einer übrig gebliebenen Portion nachträglich gemacht).



Endresultat, mal gucken, was Herr Foxxi dazu sagt.

Blogkochshow 2009 – der beste Gang

Schreck in der Sekunde als ich diese Woche erkannte, ich bin gar nicht die Einzige in der blogkochshow-Runde, die die Walnüsse als Kruste auf's Fleisch packen wollte. Aber wenigstens hat Northerndelight anderes Fleisch genommen und so blieb ich bei meiner Menüwahl. Was soll ich mir vorher Gedanken machen, wenn ich kurz vor zwölf merke ein echter Riesenhammel in weiblicher Form zu sein? Aber der Reihe nach … denn noch heißt das Hauptgang meines blogkochshow 2009-Menüs:

Der beste Gang: Filet vom Rind mit Walnusskruste und Möhrchengratin, dazu mindestens ein Maronen-Soufflé.

Letzterer Satzteil hieß übrigens zwischendurch auch schon mit „mindestens pinke Tartüffeln“, Kartoffelquetsche“ und Sättigungsbeilage de luxe bis ich dann über die Maronen in meiner Speisekammer stolperte und mich an die unglaubliche Zuneigung meines Gastes zu Maronen in jeder Form erinnerte. Übrigens informierte ich den jungen Mann bis zum letzten Moment nicht über meine Änderung, er hoffte auf pink, trägt schwarz und bekam braun!

ca. 500 g Rinderfilet
1 Stück fetter Speck (in dünnen Scheiben)
100 g Butter
50 g Walnüsse
2 Scheiben Toastbrot
Pampelmusen-Zesten
1 kleines Stück Parmesan, gerieben
diverse frische oder getrocknete Kräuter nach Belieben
frische Petersilie
frische Minze
1 halber Teelöffel Steak-Pfeffer
1 Zehe frischer Knoblauch
1 Schuss Öl
1 Löffel Senf
Salz & Pfeffer

1 Schalotte
Rotwein
Rinderfond
sehr kalte Butterstückchen
Thymianstengel
Salz, Pfeffer,
(Rohr-)Zucker zum Abschmecken.

200 g Maronen vorgekocht
3 Eier
1 EL Mehl
Butter zum Einfetten der Formen
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

ca. 600 g Mohrrüben
6 Walnüsse
Sahne
Parmesan, frisch gerieben
Salz, Pfeffer

Am Donnerstag schon würfelte ich unglaublich lässig zwei Scheiben Toast, das ich zuerst entrindete, völlig ohne Sinn übrigens, weil auch die Rinde in den Mixer kam. Aber voll fett der ollen Toastrinde erst mal einen Schrecken eingejagt! Dann wanderte die eine Hälfte Walnüsse dazu. Das wurde dann maschinell zerbröselt. Ich muss mich ja ranhalten solange der Strom noch billig ist. Aber nicht zu lange, das sollte nicht zu fein geraten, wir sind hier schließlich nicht bei Schnösels! Ich rieb etwas frischen Parmesan mit meiner supertollen neuen Knastfeile mit der ich gleichfalls auch ein klein wenig Schale von der mitgeschickten Grapefruit dazu rieb. Gleichfalls in die trockene Mischung rutschte etwas Steak-Pfeffer für die Schärfe und getrockneter Thymian als auch Rosmarin aus dem Urlaub. Urlaub machte jetzt auch die Mischung bis zum nächsten Tag, ich wollte sie erst am Tag der Zubereitung mit der Butter anrühren, damit das Toast nicht zu sehr durchweicht.



Der nächste Tag kommt bestimmt und so wanderten ca. 100 g weiche Butter in den Mixer mit einer Knoblauchzehe, viel frische Petersilie, etwas frische Minze, noch mal Rosmarin und Thymian, diese Mal vom Balkon, Salz & Pfeffer sowie einen Teelöffel Senf wurden gemixt und dann zu der Brot-Walnuss-Mischung gegeben und alles vermengt.



Zur Vorbereitung des Hauptganges erwarb ich ein schönes Stück Rinderfilet und sorgte gut dafür in dem ich hier und dort etwas Fett abnahm und es in vier gleich große Stücke schnitt. Gleiches tat ich mit dem Stück fetten Speck, den ich in deutlich dünnere Scheiben schnitt – übrigens mit dem hinterhältigen Gedanken Rinderfilet und Speck aneinander zu fesseln und beide gemeinsam ihrem Bondage-Schicksal zu überlassen. Es wurde gepfeffert und gesalzen, was gesalzen und gepfeffert gehört.



Für das Maronen-Soufflé pürierte ich eine Packung vorgekochte Maronen (200 g) mit einem Ei und zwei Eigelb und einem Esslöffel Mehl zu einer Paste, fügte Salz und Pfeffer sowie Muskatnuss hinzu und schickte das kleine künftige Glück meines Menügastes noch einmal in den Kühlschrank. Das Eiweiß der beiden Eier kam vorbereitet mit einer Prise Salz genauso in den Kühler und wurden am Abend als eine der wenigen notwendigen Handgriffe kurz vor dem Ofengang zu Schnee geschlagen.

Das war übrigens in etwa der Zeitpunkt in dem ich mich gestern selber zum Riesenhammel votierte. Ich meine, welcher Depp bereitet für den Hauptgang drei Speisen zu, die alle in den Ofen gehören – wovon die eine Speise den Aufenthalt dort zwar am längsten gerne mag aber es wiederum überhaupt gar nicht gebrauchen kann, wenn man zwischendurch die Ofentür auch nur einen Spalt weit öffnet? Das Problem war, dass das Gratin nur 10 Minuten gebraucht hätte, die Filets mindestens 10-20 Minuten. Ich diskutierte diese kleine lustige Situation mit dem Gast. Und wie das Leben so spielt, der Crémant und Sancerre der Vorspeise ließ uns unser ganzes Vertrauen in die beiden kleinen Möhrengratins stecken und befinden, dass sie nach 20 Minuten nicht als Kohle aus dem Ofen kommen würden.



Wie gesagt, Mohrrüben kaufte ich noch einmal nach – Mohrrüben werden bei mir … äh … nie lange sehr alt. Am Hermannplatz ist Freitags immer Markt und dort ist ein Stand mit Gemüse aus dem Spreewald. Die haben zur Zeit alte Mohrrüben: die gelben oder fast violetten und natürlich auch die orangen. Die sind so unglaublich lecker und schmecken nach echter Möhre! Davon kaufte ich also ein Pfund nach, schälte sie dünn, schnitt sie in Scheiben und kochte sie mit etwas Gemüsebrühewürfel und viel Salz ca. 10 Minuten vor. Dann wurden sie abgegossen, kamen in die ausgebutterten Gratinformen mit einigen zerbröselten Walnüssen sowie frischer Petersilie. Sogleich rotierte die Pfeffer- und Muskatnussmühle, streuten die Finger Salz – ich goss etwas Sahne dazu und rieb etwas frischen Parmesan darüber. Möhrengratin spielte sehr fair. Pfff … und zum Dank zickte das Soufflé!



Freitag Abend dann wurden die Filets in etwas Chili-Knoblauch-Olivenöl scharf angebraten von beiden Seiten, wanderten danach in die Auflaufform und wurden mit der Krustenpaste dick bestrichen. Die Form wanderte in die Mitte des Ofens, links davon wurde das Mohrrüben-Gratin sortiert, rechts davon die Maronen-Soufflés. Für die hatte ich während die Filets in der Pfanne im Solarium waren, den Eischnee steif geschlagen und unter die Maronen-Masse gehoben, nochmals die Masse abgeschmeckt und alles in gut ausgebutterte Förmchen zu zwei Drittel gefüllt gegeben.



In die Pfanne gab ich zum Bratensatz, die Schwarte vom fetten Speck, eine klein geschnittene Schalotte, etwas getrockneten Thymian, löschte mit Rotwein ab und goss mit Rinderfond auf. Das alles reduzierte in den 20 Minuten in denen sich im Herd die Garzustände der üblichen Verdächtigen änderten, wurde abgeschmeckt – unter anderem mit einer Prise Rohrzucker – und mit Butterstückchen aus dem Tiefkühler sämig montiert.



Das Maronen-Soufflé ist zwar aufgegangen, leider nicht allzu weit, war aber sehr luftig. Und wirklich gut gelungen fand ich die Sauce – ich bin nicht die allergrößte Saucen-Zubereiterin auf diesem Planeten. Aber die gestern hat mich im Geschmack motiviert, es doch einfach weiter und öfter zu probieren.









Dazu gab es dann diesen ganz wundervollen St. Laurent, der uns recht zügig in mehr als beschwingte Laune versetzte – ein Wein zu dem man ruhig „Sie“ sagen darf!



Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber wir haben sogar noch das zweite Filetstück geschafft! Ich bin mir gerne gegenüber selbstkritisch in der Küche – aber das war einfach lecker und hatte den Aufwand gelohnt!



Dann waren wir erst einmal satt und mussten twittern gehen … und wurden prächtig von den northerndelights mit diesem Wein-Clip unterhalten!

Blogkochshow 2009 – der Abgang

Das Dessert nannt sich im diesjährigen Menü:

Abschiedsgedanken: Keine siamesischen Flan-Drillinge mit süffisantem Pampelmusen-Kompott.

Ursprünglich war nur von Zwillingen die Rede, dann aber litt ich Donnerstag Morgen um 2:00 Uhr unter einer bösen Übersprungshandlung und schob kurzerhand noch den Drilling nach. Das war übrigens der kritische Moment als ich bemerkte, keine Klarsichtfolie im Haushalt mehr zu haben. Auch nichts, was einem unbedingt auffallen muss morgens um zwei Uhr. Am wenigsten übrigens, wenn man sie braucht.

250 ml Milch
1 Zimtstange
1 Esslöffel Vanillezucker
4 Esslöffel Honig
2 Esslöffel Vanillezucker
4 Eier (M)

100 g Rohrzucker
50 g Walnüsse

100 ml Triple Sec (Orangenlikör)
1 halbe Vanilleschote
1 Zimtstange
2 Nelken
1 Sternanis
6 Physalis

250ml Milch
1 halbe Vanilleschote ausgelöst
2 Esslöffel Vanillezucker

100 ml Milch
60 g Mehl
1 Ei
2 Teelöffel Zucker
20 g Butter (flüssig)
Prise Salz
Marmelade nach Belieben
1 halbe Packung Frischkäse mit
1 Esslöffel Vanillezucker verrühren

Filets von 2-3 Zitrusfrüchten (Orange, Pampelmuse, Sweetie)
Saft von einer Orange (aufgefangener Saft der filetierten Früchte)
2 Esslöffel Rohrzucker

Mit der Vorbereitung für das Dessert begann ich bereits am Mittwoch, nachdem wir den Termin für den Menütag auf den Freitag festgelegt hatten – so ein Flan hält sich im Kühlschrank. Ich fertigte eine Zimtmilch an in dem ich eine Stange Zimt in 250 ml Milch das bronzene Seepferchenabzeichen machen ließ und als Rettungsreifen einen Esslöffel (selber gemachten) Vanillezucker hinterher warf. Trotzdem mussten zur Rettung vier weitere Esslöffel Honig anrückten. Alles zusammen wurde aufgekocht und kalt gestellt.



Zwischenzeitlich bändelte der gleiche Vanillezucker mit vier happy Eiern an und fuhr mit ihnen Rollercoaster bis sie vor Wonne schäumten.



Kurze Zeit später trafen Milch und Eier vorsichtig aufeinander und verjüngten sich gemeinsam in dem sie zusammen eine Kneipkur bei für diese Jahreszeit ungewöhnlich warmen Außentemperaturen antraten. (Wasserbad im Ofen, ca. 200 Grad für 40 Minuten).



Beinahe gleichzeitig gab ich dem mitgeschickten Rohrzucker zum ersten Mal in dieser Woche die Chance zu glänzen. Das tat er in einer Pfanne zu Karamell werdend. Die eine Hälfte der mitgeschickten Walnüsse hüpften zu ihm ins Boot und sehr kurze Zeit später gingen beide auf einem Stück Backpapier zum Auskühlen vor Anker. Bis Freitag.



Habt Ihr schon mal so lange auf selbst frisch karamellisierte Walnüsse aufpassen müssen? Das Leben ist nicht leicht, sage ich Euch! Überhaupt nicht leicht. Kein bisschen. Und kein Jahrmarkt in Sicht!



Am Donnerstag erlaubte ich etwas Orangenlikör mit etwas Zimt, der einen Hälfte der mitgeschickten Vanilleschote, zwei Nelken und einem Sternanis sowie ein paar Blondinen (Physalis, ich bloggte) einen feuchtfröhlichen Absturz in meinem Kühlschrank an dessen Türsteher die Truppe nur nach langen Reden (Umbaumaßnahmen) vorbei kamen.



Ein weiteres Mal machte ich 250 ml Milch zusammen mit zwei Esslöffeln vom Vanillezucker und der anderen Hälfte der Vanilleschote, deren Mark ich vorher ausgekratzt habe und der Milch spendierte, Feuer unter ihren Hintern. Die Milch durfte dann bis zum nächsten Tag vor sich hinziehen, um sich dem Freitag als ein sehr feine Vanillemilch zu präsentieren … (Fortsetzung folgt zu gegebener Zeit, vermutlich noch in diesem Blogpost.)



Kommen wir nun zu meiner Übersprungshandlung. Es war schon spät also bereits früh am Morgen und mir tat der Rücken weh, also entschloss ich mich anstatt ins gelangweilte Bett zu gehen, noch einen Crêpes zu backen - in erstaunlich ausgesucht kleiner Menge: 60 g Mehl, etwas Zucker, eine Prise Salz, 1 Ei, 100ml Milch 20 g flüssige Butter durften Crêpes-Teig spielen und in die Pfanne hüpfen, das ergab zuerst einen dünnen Crêpes und einen dickeren Crêpes. Und ich entschied mich den dickeren Crêpes für das Menü zu wählen, weil es doch immer heißt, der erste Pfannkuchen wird nichts und ist für den Koch – in diesem Fall für die Köchin. Obwohl dieser erste Crêpes hier ganz wundervoll gelungen und ein nahezu perfekter dünner Crêpes geworden war, entschied ich mich dieses Küchengesetz bloß ja nicht mit den Füßen zu treten und aß morgens um 2:00 Uhr den misslungenen gelungenen Crêpes ganz pur aus der Hand, damit die liebe Küchenregel ihre Ruhe hat, während ich den zweiten



wie man sieht zuerst mit einer Schicht Kumquats-Marmelade (Ihre, Herr Spontiv!) dünn bestrich und darauf dann den Rest Frischkäse aus der Vorspeise mit – was sonst – etwas wenig Vanillezucker aromatisiert gab und den Crêpes zu einer Rolle fest aufrollte, um in der Folge der kleinen Katastrophe zu begegnen, nun keine Frischhaltefolie mehr zu haben. Das war ein Problem, das andere, dass an dieser Stelle der ursprüngliche Nachspeisen-Menütitel: Abschiedsgedanken: Keine siamesischen Flan-Zwillinge mit süffisantem Pampelmusen-Kompott keinen Sinn mehr ergab. Ich ging ins Bett. Meinen Willen (Crêpes im Bauch) hatte ich ja trotzdem bekommen.

Freitag morgen konnte ich zwar kaum aus den Augen gucken und entschied mich daher meinem Leben mehr Risiko zu verleihen in dem ich die mitgeschickte Grapefruit (rot) filetierte, vorher wurde ihr noch das verbliebene Fell in Zesten abgezogen.Und weil mir das Filetieren unter erschwerten Bedingungen so viel Spaß bereitete, durften gleich noch eine Sweetie (hell und klein) und eine Orange (verhindert, nicht im Bild) daran glauben. Den Saft aller Früchte habe ich aufgefangen, eine zusätzliche Orange wie ein weichgekochte Kartoffel ausgepresst und den Saft mit ALUMINIUMFOLIE (!) abgedeckt beiseite gestellt für den Abend.



(Jetzt die Fortsetzung!) Nach so viel Mordslust wurde ich zärtlicher und schlug etwas Sahne steif, zu der wurde dann die Vanillemilch gesiebt gegossen und vorsichtig verrührt … um prompt von mir kalt gemacht zu werden.



Also beglückte ich Melodys Eismaschine (ist schließlich ein Blogger-Menü!) mit dem Vanille-Sahnegemisch



und stupste die nicht zu klein gehackten Karamellwalnüsse hinterher, ungefähr so wie die Leminge sich in den Tod stürzen.



Die Eismaschine rührte und daher langweilte ich mich. Bis die Eismaschine fertig gefroren hatte und ich das nunmehr sehr leckere Vanille-Walnuss-Eis zum durchgefrieren in den Tiefkühler gab. Dessen Türsteher ist übrigens auch nicht besser.



Blieben dann am Menüabend selbst zum Nachtisch die kleinen besoffenen Freunde übrig, die ich selbst bereits gut mit lustig machenden Flüssigkeiten versorgt ins Feuer schickte, d.h. in eine heiße Pfanne mit etwas Rohrzucker zusammen mit dem frischen Orangensaft gab und vor sich hin köcheln ließ.



Dann rutschten die Filets der Zitrusfrüchte hinterher. Ein Filet schickte ich vor, um zu gucken ob die Luft rein ist und nach dem es das vereinbarte Signal des Nichtverfalls sendete, den Rest hinterher. Worauf das Kompott weiter köchelte bis es sich verdünnisierte, um dabei dicklicher zu werden.



Geschickt fische ich die dunklen Gestalten aus dem Orangenlikörbad und legte dem Zimt-Honig-Flan (Flan) mit Rohrzucker karamellisierte Handschellen an, setzte ihm dazu eine Scheibe Kumquat-Vanillecreme-Crepes (kein Flan) in den Nacken und ließ das frohlockende Vanille-Sahne-Karamellwalnusseis (auch kein Flan) aus dem Tiefkühler frei, um ihn mit dem heißen Pampelmusen-Kompott den finalen Rest zu geben, als eine weitere Ursprungshandlung mich im letzten Moment daran hinderte das Ganze mit Balsamico-Reduktion zu garnieren, sondern mich zur allseits lieb gewonnenen und mindestens ebenso überstrapazierten Minzblattdekoration greifen lies. Deko-Puderzucker ist so 90ies



Der Rest gab uns den Rest!

2009-11-21

Besucher …

Neulich schon hatte ich so ein Phänomen der dritten Art als die beiden Mädels abends wie gebannt stundenlang durch den schwarzen Samtvorhang in Richtung Balkon starrten. Da Katzen großes Talent besitzen, Dinge zu sehen die wir nicht sehen können, entschloss ich mich nach einer Weile zu glauben, wir hätten einen Besucher der dritten Dimension im Haus zu Besuch im Ohrensessel sitzend und ging irgendwann schlafen.

Heute – strahlendes Wetter – das Schlafzimmer ist noch etwas sehr rumpelig vollgestellt weil ich gerade meinen Flur mit neuen Ablageflächen umgestalte, öffne ich die Balkontür und entlasse die Tiger wie gewohnt in einen frühlingshaften Spätherbst nach draußen. Kümmere mich um meinen Abwasch von gestern, tippe was, antworte Mails und gehe irgendwann zum Balkon, weil's doch langsam frisch wird …

… um dort, wo Talytha immer auf der Balustrade sitzt, eine Katze sitzend vorzufinden, die zwar eindeutig wie meine Tally eine Schildpatt ist aber mit deutlich mehr Weißanteil im Fell, von kleinerer Statur und jünger, knapp dem Fratzalter entsprungen. Sie glotzt mich an, ich glotze zurück – wir beide glotzen lange. Intensiv. Sprachlos.



Selten sooo doof geglotzt bis ich die Sprache wieder gefunden habe und mich sorgenvoll fragte, wenn das da nicht meine Talytha ist, wo ist dann Tally? (Eine fremde Katze auf dem Balkon sorgt meiner Erfahrung nach wenigstens für ein zweite schreiende, fauchende Katze, die dem Besucher klipp und klar macht, in wessem Revier er sich gerade aufhält.) Und hat ihr die Katze womöglich vorgemacht, wie man über den Balkonvorsprung zu flüchten hat? Ich rufe sie, keine Antwort. Ich suche sie, unsichtbar. Adrenalin vom Feinsten. Katzensticks! Bei Tally brauche ich nur Katzensticks zu denken und sie steht Spalier. Ich gehe zum Schrank, knistere mit den Packungen rum, schlimm unsichtbare Tally. Panik macht sich breit. Fremde Katze sitzt immer noch auf dem Balkon und glotzt. Also gebe ich ihr den Stick als Friedensangebot. Den sie sich reichen lässt ohne sofort zu flüchten. Tür zu.

Die Ecken noch einmal absuchend finde ich ein kleines aufgeschrecktes buntes Katzenhäufchen im Wohnzimmer und ihr Verhalten sagt mir, sie denkt gar nicht an Flucht in eine Welt in der so komische andere Katzenmonster beheimatet sind. Und weil das kleine bunte Katzenmädchen gerade sehr verstört ist und somit im Fluchtmodus, die anderen beiden von dem ähnlich aussehenden Besucher vom anderen Stern gar nichts mitbekommen haben, meinte Lino nun auch noch sie ganz gentlemanunlike zu jagen.

Die Besucherin war dann kurz weg. Und gleich wieder da, sie hat offensichtlich großen Spaß an meinem unserem Balkon. Sie findet auch Blaumeisen toll, die meinen Balkon anfliegen. Mittlerweile haben nun auch Nishia und Lino sie entdeckt. Nishia hat sie auf meinem Arm durch die Fensterscheibe fröhlich angeschnurrt, wenn auch ihr Schwanz deutlich andere Signale sendete. Lino aber sitzt jetzt auf dem Fensterbrett, doppelt so breit wie hoch, knurrig und gibt Soundvariationen von sich, die ich von dem Kater noch nie gehört habe. Gleich hat er 'nen Herzkasper.



Sie indes findet den Kater auf der anderen Seite des Fensters sehr spannend und auch wenn sie für sich ebenfalls lustige Klangwelten abspielt, würde sie sehr gerne durch das Fenster kommen und mit dem lustigen Katzenmann auf der anderen Seite spielen. Sie ist noch sehr babyhaft und weiß nicht, dass der Kater offensichtlich findet, mit seinen beiden Mädels schon ausreichend bedient zu sein und das frische Katz‘ liebend gerne auf Spieß gegrillt hätte.



Toll, jetzt habe ich hier drei blankliegende Nervenkostüme in Fell gekleidet und eine Halbstarke, die auf dem Balkon genau das macht, was ich meinen Katzen erfolgreich verboten habe – Blaumeisen jagen, durch meine Fauna zu krabbeln und über Balkonvorsprünge zu springen, um dann über das Dach zu flüchten.

Aber niedlich ist sie, zweifelsohne. Auch wenn ich in dieser Wohnung offensichtlich die Einzige bin, die so von ihr denkt. Sie wird auch erst mal nicht gehen, schließlich ist da dieses tolle Katzen-TV hinter der Fensterscheibe.

2009-11-20

Präparieren

Herr Exit kochte bereits letzten Sonntag sein blogkochshow '09-Menü und legte mit seiner Bratapfeltorte die Latte ziemlich hoch. Vorher servierte er eine entzückende Möhrentarte, der olle Bäckerkönig, danach Lachspasta mit Grapefruit-Weißweinsoße Niveaumäßig ebenso hoch kochten die Jungs von Northerndelight mit Orangen-Möhrencreme, Lammrücken mit Walnusskruste und Grapefruit-Prosecco-Gelee. Die haben das Making-Of sogar gefilmt! Da kann man nicht meckern.

Heute haben sich Julius und Spontiv himself an den Herd begeben – und wie: Estragon-Karotten-Tomaten-Suppe, zarte Butterbohnen an Putenmedaillons mit Süßkartoffel-Walnuss-Püree und abschließend ein Rübli-Brownie an karamellisierter Grapefruit-Mousse und Vanillesoße bei Julius. Herr Spontiv behauptet (noch), er könne nicht mehr kochen. Ich glaube ihm das nicht und wette, er wird uns genau wie letztes Jahr mit seinem veröffentlichten Menü den Rest geben.

Bleiben also noch die Frauen in der Runde übrig. Frau Indica, Frau Bhuti und Madame Jekylla, die, soweit ich weiß, am Samstag die Küchenfenster beschlagen lassen. Ich für meine Wenigkeit, habe das heute schon getan und die Vorbereitungen getroffen für mein morgiges blogkochshow-Event. Es wird lustig, sage ich Ihnen! Herr Foxxi, der morgen mein herzlich gerne gesehener bloggender Gast sein wird, nimmt nämlich nur für dieses Dinner schon seit drei Monaten ab wie Kate Moss am Grashalm kauend.



So wanderten heute eine Hälfte der Vanilleschote zusammen mit Sternanis, Nelke und Zimt in einen anständigen Schluck Orangenlikör zum vergnügt vor sich hinziehen. Und damit mein Kühlschrank auch richtig sein fröhlichfeuchtes Vergnügen haben kann und es ihm nicht mit den dunklen Gestalten langweilig wird, wanderten ein paar der Deko-Physallis angeritzt hinterher und schunkeln in der Runde vor sich hin. Sage bitte keiner, ich kümmere mich nicht um meine Discounter-Ware!

2009-11-19

Aus lauter Langeweile …

habe ich mir heute zur Abwechslung die Zähne sandstrahlen lassen.

2009-11-18

Suizid ist, wenn sich einer umbringt

Eine lange, lesenswerte Stellungnahme von jemanden, der seinem Leben beinahe ein Ende bereitet hätte.

Tolle Rechnung!

In Berlin gibt es im Westen wie im Osten einen Laden in dem Koch- und Küchenbegeisterte ihren Spaß haben. Natürlich gibt es dieser Art mehrere Läden in der Stadt – aber die hier sind besonders sympathisch. Das coledampf's CulturCentrum. Da war ich gestern mal wieder und habe schon einmal für Weihnachten Research betrieben, als auch Artikel A. gleich mitgenommen.

Und diese bezaubernde Rechnung mit politischem Statement erhalten (bitte von ganz oben lesen):



Bei Klick auf's Bild wird's größer!

2009-11-17

Liebe zu einem unbekannten Kind …

ist wohl bei strömenden Regen ohne Schirm, ohne Mütze, ohne irgendwas zum Schutz (ich) gemeinsam mit Mütze und Regenschirm (Minimensch) an einer Ampel an einer kleinen Straße zu stehen und so zusammen die komplette Ampelphase abzuwarten in der wirklich keines aber auch überhaupt kein einziges Auto, nicht einmal ein doofer Radfahrer unseren Weg kreuzt.

Wäre nett, würde mich das Muttertier heute in ihr Nachtgebet einschließen.

2009-11-16

Falls Ihr je gefragt habt …

was die da in Berlin eigentlich den ganzen Tag lang machen:



(aus dem Tagesschau-Blog)

2009-11-15

Verteiler

Herr Julius hat seine Zutaten für die diesjährige Blogkochshow '09 schon verteilt, ich so gut wie:



Bei den Walnüssen bin ich mir noch nicht ganz sicher, weil die Entscheidung für den Nachtisch heiß oder kalt noch nicht gefallen ist. Die Vorspeise steht indes und lässt sich gut vorbereiten (bei mehrgängigen Menüs finde ich es sehr praktisch, den einen oder anderen Gang vorbereiten zu können), wird aber den Großteil des Budgets verschlingen. Nun denn, den Wein haben unter diesen Umständen die Gäste mitzubringen.

Das Budget … könnte ich ja leicht strecken, wenn ich noch einen Gast mehr einlade … *rechne*

2009-11-14

Blogkochshow 2009

Nachdem Herr Spontiv letztes Jahr völlig überraschend die Blogkochshow 2008 ins Leben gerufen hatte, an der ich sehr beglückt, begeistert, hellauf erfreut und mit allem Elan und Begeisterung teilgenommen hatte und zudem noch über genügend Energien verfügte, Frau Jekylla von ihren eigenen Kochkünsten zu überzeugen, hat er sich auch dieses Jahr wirklich nicht lange schlagen lassen, um eine Neuauflage ins Leben zu rufen.

Vorgestern kam mein Päckchen bei mir an …



gefüllt mir grandiosen Zutaten …



die ich alle sehr mag: Grapefruit, Rohrzucker, Vanilleshote, Gelantine und Walnußkerne sowie Mohrrüben – alles handgestreichelt und bei Vollmond geerntet (Bio-Spätkauf in Dresden, Herr Spontiv? Doll!) wie Herr Spontiv berichtet.

und die motivierende Bedienungsanleitung:



Wir müssen jetzt also mindestens einen am besten auch bloggenden Gast zu uns zum Essen einladen! Dürfen maximal 15 Euro für das Menü (wenn zu zweit) ausgeben, haben alle Zutaten zu verwenden – bis auf eine – aber das fällt mir dieses Jahr nicht ein, weil gar kein Curry dabei ist. Herauskommen muss ein dreigängiges Menü, das der Gast unbedingt überleben sollte, denn er sollte hinterher sein persönliches Statement zum kulinarischen Erlebnis abgeben können.

Alle Kochvorgänge haben dokumentiert und gebloggt zu werden – das alles unter dem diesjährigen Motto (Frau Jekylla, das ist Ihres!):

„Kreative Experimente“

Deadline ist der 29.11.2009. Weitere Teilnehmer sind die charmante Frau Indica ; die küchentechnisch gesehen naturblonde Frau Jekylla; der Mann, der die Mohrrüben verbacken wird, The Exit; der grandiose northerndelight; der tapfere Herr Julius (wehe er backt Plätzchen, dann haben alle verloren!)xtextexte und die charmante mutige Frau Bhuti sowie natürlich der ulitmativ begabte Gastgeber Herr Spontiv.

Bin ich aufgeregt! Ich habe mindestens für jeden Gang ganz viele Ideen! Und Fragen: wer kommt zum Essen? Und was ziehe ich an?

Und was haben wir diese Woche …

sonst noch gelernt?

„Sprich nicht hintenrum Schlechtes über jemanden, wenn Du es ihm vorne herum ins Gesicht sagen kannst.“

Wie immer ist es eine Frage von Mut oder Feigheit. Ich war noch nie zu feige, um mein Versagen offen einzugestehen. Und ich hatte auch noch nie ein Problem damit, meinen Kopf rollen zu sehen, wenn sich damit in Zukunft Ungerechtigkeiten gegen Dritte vermeiden lassen. Bevor ich käuflich werde, bleibe ich lieber Gerechtigkeitsfanatikerin.

2009-11-12

Rüge

Ich habe Euch gestern etwas gefragt und Ihr antwortet nicht.

Wo kommen wir eigentlich hin, wenn ich in diesem Blog alles alleine machen muss? Googlen zum Beispiel?

In die Ecke mit Euch, schämt Euch!

2009-11-11

Buschmalve

da, schenke ich Euch an einem so grauen Tag draußen! Wenn mir bitte jetzt jemand sagen könnte, ob ich die Dame auf dem Balkon überwintern lassen darf oder reinholen muss? So eine schöne Buschmalve wie meine, habe ich nämlich noch nie blühen sehen und ich fänd's großartig, täte sie das nächstes Jahr wieder so prachtvoll.

Meine neuen Nachbarn …

sind im Vergleich zu den alten Nachbarn so leise, dass ich morgens beim Schritt aus der Tür immer nach Verwesungsgeruch schnüffele – so unheimlich ist mir das.

2009-11-10

Ich liebe Euch! Alle!

Happy Birthday!



(Man beachte meine Kategorie-Zuordnung!)

2009-11-07

Uuuups

Ralfs Konzernkollege von der Berliner Morgenpost, Jörg Winterfeldt, hat auch Schnupfen, den bösen Schweineschnupfen. Ralfs Kollege Jörg meint, so schlecht geht es ihm gar nicht. Die beiden Tage mit bösem Kopfweh waren die beiden Tage an denen er viel telefonieren musste, um krankheitsbedingt Termine abzusagen. Und sein Arzt sagt zu ihm: „An leichten Krankheitsverläufen wie bei Ihnen können Sie erkennen, wie unverantwortlich die Panikmache ist: Sie treibt die Leute scharenweise zu Impfungen, die das Risiko viel schlimmerer Nebenwirkungen bergen.“

Honk!

Ein Honk wird in der Stupidedia zwar gerne als Hauptschüler abgekanzelt, ich bin mir jedoch sicher, Honks gibt es in allen Bildungsgraden, Unter-, Mittel-, Ober- und Überschichten. Honks gibt es auch unter Journalisten. Sicherlich auch unter Bloggern. Honks gibt es überall. Allen Honks gemein ist, dass sie nicht um die Ecke denken. Honks lassen sich auch gerne mal instrumentalisieren. Honks tragen ganz gerne rosa Hemden.

Ein Honk der Bildungsschicht ist für mich Ralf Klostermann. Der ist krank. Ralf ist nicht nur krank, Ralf schreibt auch für den Kai. Also den Rosahemd Diekmann Kai. Der junge Mann schreibt für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben. Ralf hat Schnupfen, Fieber, Heiserkeit. Rolf meint, angeblich meint Rolfs Arzt das auch, er hätte die Schweinegrippe. Das ist toll und praktisch zugleich für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben, denn jetzt hat sie ihren ersten eigenen Schweinegerippe-Redakteur. Nachdem sie schon den ersten rosabehemdten geimpften Chefredakteur hatte. Sie führt!

Ralf hat trotz Krankheit und ganz viel hohem Fieber schon zwei schöne Artikel über seine Schweingegrippe geschrieben. Dazu gibt es ein Foto von ihm, auf dem er total gut aber natürlich auch ganz schlecht aussieht. Ralf trägt die typische Arbeitskleidung dieser deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben: rosa Hemd. Und er hat die typische Redakteursfrisur der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben: viel Gel im Haar.

Ralf ist krank und clever, denn er weiß genau, wo er sich angesteckt haben will: auf einer Halloween-Party. Ein blutrünstiger Vampir (verkleidet) könnte es gewesen sein! Ralf schreibt schon die ganze Zeit total viel über die Schweinegrippe für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben und reist daher gerne für seine Recherchen dorthin, wo mit bösen Viren geforscht wird oder spricht schon mal mit den „besten“ Professoren. Deswegen weiß Ralf auch ganz genau: er bekommt dieses „blöde“ Virus nicht. Weil Ralf aber zu viele SAT1-Katastrophen-Eigenproduktionen gesehen hat in denen der Held immer gesund bleibt, das Leben jedoch gar keine Kabelgebühren zahlt, hat Ralf jetzt natürlich doch den „blöden“ Virus abgegriffen und hat nun die „verdammte“ Schweinegrippe. Aber keine Sorge, Ralf wird total gut vom Gesundheitsamt (Anrufe) und von seinem Hausarzt (Anrufe) betreut. Tamiflu bekommt er nicht, weil er kein Risikopatient ist. Vielleicht kann sein Arzt aber auch nur die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben nicht leiden!

Ralf ist eine ziemliche Zicke beim krank sein, er ist erst den dritten Tag zu Hause in Quarantäne (das zu Hause bleiben und sich von Menschen fern halten, hat ihm die Anruferin vom Gesundheitsamt genau erklärt) und ihm fällt jetzt schon die Decke auf den Kopf. Und eigentlich ging es Ralf schon am dritten Grippetag wieder super gut, doch da endete natürlich seine Erfahrung mit der bösen Grippe und sein erster Artikel. Das aber war blöd, denn schließlich lautete der Auftrag seines Chefredakteurs (der mit dem rosa Hemd und dem vielen Gel im Haar), er habe gefälligst ein ganzes Grippe-Protokoll zu schreiben.

Deswegen legt Ralf im zweiten Teil gleich ganz schlimm krank nach: Rückfall am 4. Tag! So schlimm, dass sich auf Facebook „Beileidsbekundungen“ für ihn türmen. Jeder andere würde, wenn er vor seinem Ableben virtuelle Grüße zu seinem Tod geschickt bekäme, die Absender als Facebook-Freunde abwählen. Aber woher soll ein Redakteur der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben auch wissen, worin der Unterschied in der deutschen Sprache hinsichtlich eines ausgesprochenem Mitgefühls oder Genesungswünschen und Beileidsbekundungen liegt? Rolf findet die Beileidsbekundungen auf jeden Fall: „Schön!“

Ralf hat (s.o.) total viel Ahnung von diesem Virus und der hohen Infektionsrate, sagt aber dem TV-Team, das ihn total gerne interviewen würde, nur deshalb ab, weil's ihm jetzt schlechter geht. Nicht etwa weil er etwa zu Hause in Quarantäne liegt und sein Arzt ihn gebeten hat, schön zu Hause zu bleiben, damit er ihm das Wartezimmer nicht verseucht. Und weil Ralf als Medizinredakteur alles über diese „verdamte“ Grippe weiß, hatte er gestern total viel Angst um 11:35 Uhr und schreibt verzeifelt „Wann denn bloß endlich das Fieber aufhört und es bergauf geht? Oder ob es noch weiter bergab geht?“ Zur Strafe fängt auch Tag 5 mit Fieber an. Ralf schreibt dazu: „Super!“

Es bleibt spannend mit Ralf. Ich schicke Ralf herzliche Genesungswünsche und frage mich, was wohl wäre, wenn er jetzt ordentlich viele seiner Arbeitskollegen bei der großen deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben angesteckt hätte? Vermutlich irgendwie: „Super!“

Nachtrag: Honk bleibt Honk! Im dritten Teil seines Grippe-Protokolls fühlt sich Ralf schon viel besser. Zwischendurch pinkelt er sich noch mal vor Angst schriftlich in die Hosen, weil doch jetzt ein Berliner gestorben ist und der war mindestens so fit wie Ralf und sechs Jahre jünger und … überall auf der Welt Menschen sterben an diesem Virus. (Und an vielen anderen Viren noch viel mehr …). Aber zum Glück rockt Facebook bei Ralf immer noch, ganz viele Leute, sogar welche von ganz weit weg, wünschen ihm jetzt nur noch „Gute Besserung!“ Ralf begreift das Upgrade von Beileidsbekundungen zu Genesungswünschen und findet: „Das baut auf!“

Samstag geht's Ralf wieder supergut, nur sein Freund kränkelt jetzt ein bisschen. Deswegen macht sich Ralf Sorgen. Und weil Ralf ja der tolle Gesundheitsredakteur von der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben ist und sich gerade mit dem „tückischen“ Virus infiziert hatte und deswegen total viel Ahnung von der Schweinegrippe, Quarantäne und Infektionsrisiken (Vampir!) hat, schickt er deshalb seinen möglicherweise auch infizierten Freund mal eben raus in die Welt und zur Arbeit. Weil: andere anstecken ist total: „Super“. Ach ja, und impfen hilft natürlich, rät jetzt der Ralf.

Übrigens, die einige Male, die ich in meinem Leben eine echte Grippe hatte, habe ich flach gelegen – so flach, dass ich garantiert die ersten vier Tage weder Rechner noch Fernseher anmachen konnte. Ralf aber kann Texte tippen und dumme Ratschläge erteilen und den Menschen zeigen, wie man alles richtig schön falsch macht, wenn man infiziert ist! BLÖD! (Hätte er doch nur wirklich 'ne Grippe gehabt!)

Werbung für Zielgruppen

2009-11-06

Dort …

wo Hatun starb, an ihrem Gedenkstein, tanzte gerade ein Hochzeitspaar mit der Hochzeitsgesellschaft bei Livemusik auf der Straße. Vier Jahre nach ihrem Tod durfte sie mitfeiern.

Schön!

Neulich …

hatte ich aus Rührung beinahe Pipi in den Augen. Ein eher drittklassiges halböffentliches Örtchen aber eine erstklassig liebevoll gefaltete Ersatzrolle Toilettenpapier vom Discounter. Das Leben kann so schön sein!

2009-11-03

Das ist ja der Hammer!

A: „Wir konnten sie telefonisch nicht erreichen, da habe ich Ihr Konto sperren lassen.“
L: „Ja. … und warum?!?“
A: „Sie wollten doch mal vor einiger Zeit bei uns eventuell einen Riestervertrag abschließen, dafür fehlt uns jedoch noch Ihre Sozialversicherungsnummer.“
L: „Ja und wieso sperren Sie deswegen mein Konto?!?“
A: „Ich dachte mir, Sie melden sich dann schon …“

Tankpfand: blogsprache. Allerdings, das Unternehmen hat mit Courage und Fairness auf den Fehler reagiert.

2009-11-02

Der Song zum Schwein



via bel

Echtes Halloween ist …

wenn man drei Mal von einem Sachbearbeiter zum anderen verbunden wird, um dann zu hören: „Da können wir jetzt nichts mehr machen, das macht alles alleine der Computer.“ …

WTF?

Psssst!

Die Statistiksoftware zeigt mir, dass heute nachmittag im Rahmen eines Seminars mein Blog (und det heißt Holy Fruit Salad! bitte!) besprochen werden soll. Das freut mich … in so illustrer Blog-Gesellschaft.



Dann wünsche ich allen Seminarteilnehmern viel Vergnügen, dem Seminarleiter ‘ne tolle Runde, allen viel Spaß die ganze Woche über – und wenn Fragen: dann fragen!

Und all' anderen Lesern erzähle ich heute einfach nur etwas über meine ureigene Meinung zum heutigen Montag-Wetter:

2009-11-01

Da könnt Ihr mal sehen …

wie wirklich wenig Ahnung ich vom italienischen Sprachgebrauch habe.

Der Minestrone!
Der Sugo!

Na, wieder was gelernt!

Ach ja: und Die Mozarella! Wenn wir schon dabei sind. Aber DER Steckrübeneintopf. Hatte ich erwähnt, diese Woche es geschafft zu haben, an eine völlig geschmacksneutrale Steckrübe geraten zu sein? Nun haben sie's geschafft, die Bauernlümmel. Jetzt produzieren sie sogar schon Rübe ohne Geschmack. Ganz großartig, Ihr Pappnasen!

Hummeln im Hintern …

persönlich reise ich ja immer sehr gerne mit anderen Bloggern mit: Frau Snap Happy verweilt gerade längere Zeit in Florenz, um der Pasta-Sprache mächtiger zu werden.

2009-10-31

Westerwelle



Dazu ein wundervolles Interview mit Funny van Dannen bei galore.de.

clip via gedankenhygiene