2009-09-30

Krankenhäuser …

sind üblicherweise Orte in denen Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen behandelt werden und im günstigsten Fall geheilt, zumindest wieder halbwegs hergestellt, entlassen werden. Dann gibt es die Notaufnahmen. Das sind Orte in denen Menschen behandelt werden sollen, die akut erkrankt sind. Ein hoher Prozentteil der Menschen, die unvermittelt – mit einem Krankenwagen – in die Notaufnahme eingeliefert werden, sind tatsächlich lebensgefährlich erkrankt. Schlaganfall, Herzinfarkt, schwer verunfallt, was es noch alles gibt. Es geht also um Leben und Tod, die Teams sind hoch spezialisiert, in Kliniken in Großstädten müssen sie je nach Auftragslage Menschenleben im Akkord retten können. Notfallmedizin ist eine sehr teure Form der Medizin.

Gestern war Themenabend bei vox. Die stern TV-Reportage berichtete über das Oktoberfest und die bekannte Tatsache, dass dieses Fest seinen Sinn primär in dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu haben scheint. Spiegel TV extra berichtete im Anschluss über das Trinkverhalten von Jugendlichen in Deutschland und den Konsequenzen für sie und uns, die Allgemeinheit.

Eine dieser Konsequenzen bedeutet – und man berichtet hier von steigenden Zahlen in einem erheblichen Ausmaß – Einweisungen dieser Jugendliche mit Notfallwagen in die Notaufnahmen der Kliniken. Sind diese nämlich beim Komasaufen noch nicht ins Koma gefallen, melden die Organe nicht mit allen Notsignalen, die sie senden können, dass sie die aktuelle Vergiftung nicht mehr geregelt bekommen, dann sind die Jugendlichen zumindest vorher gerne eine Gefahr für sich und von anderen in diesem Zustand. Ab einer bestimmten Menge des Alkoholkonsums muss man bei ihnen von einem das junge Leben gefährdenden Zustand ausgehen und so kutschiert man man die Suffköppe exklusiv bei Bedarf mit Blaulicht in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Anstatt sie in die nächste Polizeiwache zu verfrachten, wie man es mit den Kandidaten älteren Jahrganges zu tun pflegt, die dort hinter einer Stahltür ausnüchtern dürfen.

Man legt den Jugendlichen, natürlich auch den Anderen, die sich durch Zugabe nichtkörpereigener Substanzen in lebensgefährliche Zustände manövriert haben, gerne über die erste Nacht, in der sie ausnüchtern, eine Windel an. So erspart man den Patienten, dass sie in ihrem eigenen Ausscheidungen im Bett liegen müssen, da sie im fortgeschrittenen besoffenen Zustand weder Kontrolle darüber, noch über ihre Beine haben, die sie sonst zum öffentlichen Ort geleiten würden. So möchte man das Pflegepersonal der Klinik schonen, als auch die anderen Patienten im Zimmer, die neben den krakelenden Besoffenen schlafen möchte, um tatsächlich schwer krank eine Chance auf Gesundung zu erhalten. Die Krankenschwester in dem Beitrag, die vorher mit einem Riesenteam versucht hatte einen völlig betrunkenen, ausrastenden und schreienden jungen Patienten zu fixieren und nur noch sarkastisch anmerkt, sie hätte mit der Pflege den falschen Beruf gewählt, hätte besser Polizistin werden sollen, erzählt auch, das sei den Patienten schon am nächsten Tag etwas peinlich in einer Windel aufzuwachen.

Ein Krankentransport. Wenn unter Blaulicht, passiert dieser mit dem Risiko, dass zwei bis drei Angestellte verunfallen hätten können, ein Team der Notfallaufnahme, eine Komplettreinigung dieser Aufnahme, ein Bett, Unterbringung, Medizin, Betreuung – das sind eine Menge Kosten für ein „es ist ihnen auch schon mal peinlich in einer Windel aufzuwachen.“

In unserem Gesundheitssystem, das als eines der besten dieser Welt gilt und somit ein teures ist, wird gespart. An allen Ecken. Auch wir Patienten müssen das tun. So gibt es Patienten, die aufgrund ihrer schweren, meist chronischen und mitnichten selbstverursachten Krankheit auf Inkontinenzprodukte angewiesen sind. So mancher Patient muss in Deutschland bei seiner Krankenkasse hart dafür kämpfen, um die ausreichende Menge an Windeln für seinen täglichen Bedarf zu erhalten. Im Fall unserer Suffkowskis wird sie ihnen im Rahmen der Behandlung ins Bett gelegt. Genau wie die teure medizinischen Behandlung im Krankenhaus, die zahlt ja die Krankenkasse. Wir zahlen.

Mittlerweile bin ich bei solchen Härtefällen auch für die ultimative finanzielle Härte. Behandelt diese Jugendlichen bitte als Privatpatienten, lasst sie ihren Auftritt und dessen Konsequenzen selbst bezahlen. Einfach damit sie lernen, was ihnen der suffbedingte Totalausfall künftig wert ist.

Zur Strafe dafür, dass sie mit ihrer Fun-Scheiße medizinisches Fachpersonal, Raum und Material in dem Moment ihrer Behandlung für andere schwer kranke Menschen blockieren, die ihren lebensbedrohlichen Zustand nicht selbst vorsätzlich verursacht haben.

Dyskalkulie auf Schwedisch



Wenn Du drei Billysss kaufssst, bekommst Du den dritten Billy umsonsssst. Dasss ist wie sssechs Eier kaufen aber nur fünf heile nach Haussse bekommen.

2009-09-29

Simon's Cat

2009-09-28

Das sind Dramen …

die passieren schon mal.

Das passiert schon mal, dass sich in 18 Monaten 24 Mitarbeiter eines Unternehmens selbst richten? Da sollte der gute Chef der France Télécom aber mal gut aufpassen, dass ihn nicht noch einer der nächsten Selbstmörder einfach mal mitnimmt, bei so einer unsensiblen Klappe.

rette deine freiheit.de



Kann man sich getrost angucken. (via don dahlmann)

Ich bin schuld!

Fürchte ich. Ich habe bei der diesjährigen Grünen Woche in Berlin einen FDP-Kugelschreiber vom Infostand mitgenommen. Ich tat das übrigens ohne mich informieren zu lassen. Auch gab ich den Stift bei nächster Gelegenheit offensiv als Geschenk weiter (so offensiv, dass ich erst beim vierten Versuch einen Abnehmer finden konnte.) Nun treibt mich die Angst um, dass meine Stiftmitnahme diese Leute so übermäßig motiviert haben könnte, dass sie letztendendes so viele natursatte Wähler einsacken konnten. Und ich habe bis jetzt nicht begriffen, womit die Wahlkampf gemacht haben.

Nun, jetzt haben wir die Abwechslung. Habt Ihr gestern einen Blick auf das johlende Fußvolk bei den Live-Mitschnitten aus dem Konrad-Adenauer-Haus werfen können? Mann, o mann, oh mann.

Ich habe Wahlkater, ganz schlimm.

2009-09-26

Wahlkampf

Dieser Wahlkampf war mit Abstand der Unterirdischste in seiner Qualität, den ich bisher erlebt habe. Seitens der Parteien, seitens der Medien. Nur heiße Luft seitens der Politik und viel zu wenig offensive Kritik aus den Reihen der Medien gegen das, was ihnen da zur Berichterstattung serviert wurde von diesen „Staatsmännern und -frauen“.

Eine Reihe anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl ins Leben gerufen, die ich ungemein interessant gefunden habe, ist „Unerhört“ von der taz. In den 17 Gesprächsprotokollen, meist Filme auf youtube gehostet, sprechen unterschiedliche Menschen, Bürger, Wähler in die Kamera, wo sie die besonderen Kritikpunkte an der Politik in ihrem Alltag sehen, wie sie sich Verbesserung vorstellen können.

Einfache Meinungen von Menschen, die engagiert leben. Leider ist diese Reihe mit der heutigen Folge zu ihrem Ende gekommen. „Unerhört“ ist das Einzige, was mir wirklich fehlen wird nach diesem Wahlkampf.

2009-09-25

Heute gibt's Obst!

Im Urlaub kroch ich am ersten Tag hinter die Mauer, die unser altes Bauernhaus vom Neubau des Bauern trennte und fotografierte dort Blumen und Katzen, prompt stand ich vor dem ersten Pfirsichbaum in meinem Leben.



Aprikosen-, Orangen- und Zitronenbäume kenne ich, Pfirsich ist mir bis dato – zumindest mit Fruchtstand – nie zuvor begegnet. Also fotografierte ich und stahl dem Koch ein Ei bzw. mopste dem Baum einen Pfirsich und schenkte ihn der nebenan auf der Urlaubsliege schlummernden Urlaubsbegleitung, die meinte, der sei sehr lecker. Dann fotografierte ich weiter.

Offensichtlich hatte ich damit die Ursachen für die auf uns zu kommende Pfirsich-Diät gesetzt, denn prompt stand am Abend der Bauer vor uns vor dem Haus und brachte eine Kiste Pfirsiche und Nektarinen:



Frisch von den Bäumen gepflückt und uns geschenkt. Er war ein sehr reizender Mensch, generell, im Besonderen und überhaupt. Diese erste Woche also ernährten wir uns von Pfirsichen, morgens zum Frühstück, mittags zum Nachtisch, Nachmittags zum Kaffee, Abends püriert im Salatdressing. Wir mussten morgens immer einige aussortieren, denen ging es nicht mehr so gut. Trotzdem hatten wir Pfirsiche. Ausreichend, genug, wenn nicht sogar im Übermaß.



Also wir am Ende der ersten Woche glaubten, der Pfirsich-Massen halbwegs Herr geworden zu sein, nicht, dass sie schon alle wirklich komplett vernichten worden wären, stand der Bauer bei seiner abendlichen Small-Talk-Patrouille vor uns mit …



Pfirsichen.

In den Nachrichten wiederum gab es im Regionalteil in der ersten Woche eine nette Geschichte aus der EU-Reihe: „Lege Dich mit allen aber nicht mit französischen Bauern an!“ Ein Supermarkt-Besitzer in der Gegend (wir waren sicherlich näher zu spanischen Grenze als zu belgischen untergebracht) hatte sich erdreistet, anstelle der Produkte seiner Landsmänner, spanische Pfirsiche anzubieten. Und so fuhr eines Tages ein 20-Tonner auf den Parkplatz und beglückte diesen mit einer Ladung voll französischer Pfirsiche, die versehentlich unter medialer Beobachtung vom Hänger kullerten. Der verkaufte dann erst einmal überhaupt keine Pfirsiche mehr, dieser Supermarktbesitzer, vor allem keine spanischen.

Ich kann die gut leiden, die Franzosen. Vor allem die Bauern.

2009-09-24

Schweingerippelobbyismus

Letzten Montag bei plusminus ein neutraler Beitrag zum Thema Schweingrippe, ein paar realistische Zahlen und wer der Grippe(impfstoff) echter Freund ist.

Empfehlung!

2009-09-23

Lust habe ich keine …

schon lange nicht mehr. Wieder einmal werde ich Parteien wählen, nur um andere zu verhindern. Es wird nicht funktionieren. Vermutlich. Längst habe ich keine echte Leidenschaft mehr für das Thema. Zu durchgekaut, zu oft erlebt. Dinge, Phänomene, Vorhsehbarkeiten wurden zu oft negiert zum Schaden dieses Volkes. Regierungsdilletantismus, nur noch Wegwerfideologien, schlimmsten Falles wird Second Hand zur Schau getragen in einer Zeit in der nur Liebe zur Subkultur und Mut zur Relevanz noch retten kann.

Neulich hat ein Freund meine Person und unsere Freundschaft verkauft. Vorgeführt und weggeworfen, damit er als großer starker Held da steht. Dabei war er nicht einmal souverän. Ein reizender Mensch, großherzig und mit gutem Ansinnen an sich, dachte ich bis jetzt bei mir, ungläubig, denn wann trifft man solche Menschen noch? Bis mir nun klar wurde, auch ihm geht es gar nicht mehr um die Sache, nur um seine Macht. Endlich! glaubt er sie zu haben. So erklärte man und glaubt damit, das sei somit legititim entschuldigt, mir, die offensichtlich zu naiv ist, „da ginge es eben um Politik.“ Ja , wenn es um Politik geht, das erklärt natürlich alles, denn wenn es um Politik geht, dann muss man schon mal hinnehmen, dass Freunde zu fiesen Fratzen mutieren, die die Seelen der anderen verkaufen, ihrem Team und damit von einem selbst, damit dann endlich die „Großen“ mit einem spielen.

Ich indes bin gar nicht so naiv. Ich weiß nämlich, dass noch nie etwas Großes, Wunderbares, Positives, Schönes aus etwas Schlechtem geboren wurde. Wer das glaubt und anfängt, Schlechtes zu sähen, der hat schon verloren.

Und ich weiß, was ich nie wollte. Mein Rückgrat verbiegen.

Gestern war Küchentag …

zunächst einmal brachte ich meine guten altgedienten japanischen Messer zum Schleifer, weil ich mit ihm das Metallfraßphänomen im Übergang Klinge/Griff klären wollte. Wir diskutierten das lange und ich war wieder einmal sehr beeindruckt von der Fachkompetenz eines Einzelnen und dessen Liebe zum Thema. Wenn Menschen sich einem Thema verschreiben und ihr Wissen einfach nur gerne teilen ohne zwanghaft überzeugen zu wollen – so etwas erfreut mich immer sehr. Nun, wir sind so verblieben, dass er die Messer einschickt und wir hoffen mit gedrückten Daumen (ich) auf die Kulanz des Herstellers. Das wäre einerseits natürlich sehr schön, andererseits … die Messer schenkte mir meine Mum. Und … naja, ich hänge sehr an ihnen. Ich nehme sie üblicherweise mit in den Urlaub, sofern ich weiß, ich kann dort kochen. Mir bedeutet so etwas viel. Ich bin noch nicht sicher, ob ich mich mit neuen Messern ordnungsgemäß selbst belügen kann.

Holzapfel bietet Kurse an in denen man sich selbst sein Messer schmieden kann. Hatte ich erwähnt, dass mein Opa Schmied war? Ich auf so etwas genetisch bedingt sehr abfahre? Es juckt in den Oberarmen. Allerdings kostet so ein Kurs auch richtig Geld.

Alsdann schlich ich ohne Messer weiter die Bergmannstraße hoch und fand im Antiquariat auf der Tischauslage das:



Ein Dr. Oekter Warenkundelexikon von 1969! Mensch, ich habe doch schon von meiner Mum das Dr. Oetker Kochbuch von 1963 vererbt bekommen, dass mich immer wieder sehr beglückt und für die Heiterkeit der 50iger in meiner Küche sorgt. Pat und Patachon zusammen geführt:



Und nun das Warenkundelexikon in dem mir beim Blättern schon Fischarten mit einer Selbstverständlichkeit begegnet sind, die der Fischer von heute vermutlich überhaupt nicht mehr kennt. Überhaupt ist sehr beeindruckend, was 1969 dort schon für exotische Früchte aufgeführt sind, die doch erst in den letzten zehn Jahren bei uns auf den Tisch fanden. Meine bisherigen Lieblinge:

Fuchshai … ist eine Bezeichnung für Kalbfisch (Schwimmende Babykuh mit Fuchsschwanz?)

Lolly … ist ein –> Stilbonbon (Stilbonbon entfällt auf den späteren Seiten.)

Just als ich mich mit dem Buch in der Hand in Richtung Ladeninneres begeben wollte, verabschiedete der Besitzer draußen eine Bekannte sinngemäß mit den Worten „heute läuft hier nichts.“ Da widersprach ich und meinte, während ich das Buch hoch hielt, das würde ich nun aber ändern wollen. Er aber konnte meinen 5-Euro-Umsatz nicht ganz für voll nehmen und erklärte mir, er würde das alles nur zum Spaß machen. Was sein Sohn überhaupt nicht verstünde, denn der sei der Meinung, wenn man nicht anständig verdient bräuchte man doch gar nicht erst aufstehen. Daraufhin erklärte ich dem Mann, wie glücklich mich jetzt dieser Buchfund machen würde und ich erklärte ihm, dass ich aus der Reihe schon ein Kochbuch, dieses Erbstück hätte, und mich über das gefundene Pendant sehr freuen würde. Wir waren uns schnell einig, dass – wenn der Job schon wenig Geld brächte – dann es doch schön wäre, wenn man damit wenigstens anderen Freude bereiten würde und dass sich manchmal alleine dafür das Aufstehen lohne.

So ist das in diesem Kreuzberg, manchmal bewegt man sich hier keine 50 Meter vorwärts und hat innerhalb von einer halben Stunde einen Bildungsurlaub bezüglich Messerkunde und eine Philosophierunde der Extraklasse hinter sich gebracht.

Dann ging ich ins Kino: Julie & Julia. 17 Uhr-Vorstellung, Kinotag. Ein Riesenkino, fünf Frauen. Feine Unterhaltung und alleine wie Meryl Streep wieder in einer Rolle komplett aufgeht und dieser Fundus an Kochrequisiten und diese entzückende Ehe, die sie in dem Film lebt … Allerdings: die Tischmanieren des jungen Ehemannes von Julie fand ich überzogen bis gelegentlich ekelerregend. Und … nun ich habe schon Kochfilme gesehen in denen ich Gerichte riechen, ja schmecken konnte (ich erinnere mich u.a. an Chocolat) und diesbezüglich sprang der Funken hier nicht über. Und ja, ich zucke zusammen und finde es recht ärgerlich, wenn es in einem Film die ganze Zeit heißt, „der“ Blog. Wenn es schon laut Duden Möglichkeiten gibt, einem Substantiv zwei Artikel zu verleihen – warum muss man ausgerechnet in einem Film den Artikel nehmen, den nur die Leute verwenden, denen ein Blog in den letzten zwei Jahren erstmals begegnet ist oder aber Blogs hassen? Und wenn es dann heißen sollte, „das Post“ oder der Blogeintrag, dann auch sachlich falsch von dem ganzen Blog zu sprechen, das ist ärgerlich. Ja, solche Fehler sind ärgerlich, wenn ein Blog in einem Film eine tragende Rolle spielt, also wenn 'se mich fragen!

Zum Film: Magnum Mandel.

2009-09-22

Heute …

war ich bei einem Messerschleifprofi, der mich nach langem intensiven Gespräch über Messer, Metallfraß etc. für meine Schleifkünste lobte und mir bestätigte auf dieser Ebene hätte ich nichts falsch gemacht mit meinen Messern! Und das nach gut 20 Jahren Besitz, ich war also noch sehr jung als ich sie geschenkt bekam und hatte von nix eine Ahnung.

Ich würde nun sehr gerne vor Stolz platzen.

Aber wer erbt dann die Katzen und wer schreibt das Blog weiter?

2009-09-21

Der hier …

ist Prokastinierer und seit kurzem Neuberliner, macht gerade die Urlaubsvertretung von Niggemeiers Blog, hat solcher Art Dreck im Ärmel und schreibt nicht nur bonfortinös über Oma und Opa, von denen man auch nicht weiß, ob sie ihrem Enkel nur Gutes wollen. Herm's Farm. Mit Apostroph. Im Browser dann ohne.

Pentax K7 und Kundenliebe

Als ich die Pentax K7 im Frühsommer diesen Jahres testen durfte, konnte ich nur einen einzigen echten Kritikpunkt an dieser sonst, meiner Meinung nach, absolut gelungenen durchdachten Kamera feststellen. Man hatte uns über den Vierwegregler die Möglichkeit genommen, direkt den Spot zum Scharfstellen im Sucher verstellen zu können. Das wurde in den zahlreichen Foren diskutiert, zunehmend auch leidenschaftlich heiß, weil in deutschen Foren es ja nur ein schwarz oder weiß zu diskutieren gibt. Und wer auf diese Funktion Wert legte, galt halt ein bisschen blöd, denn schließlich gäbe es althergebrachte Methoden, die zum gleichen Ergebnis brächten. Das stimmt, es gibt sie, ich beherrsche sie auch. Dennoch konnte ich nicht verstehen, warum man eine in der Praxis sehr willkommene Weiterentwicklung einer solchen Methodik zugunsten der Möglichkeit bunte Filter direkt auswählen in einer dem professionelleren Fotografenbereich zugeordneten Kamera nach hinten stellt. Ich hätte nix gesagt, hätte es sich bei der K7 um eine abgespeckte Einsteigerkamera gehandelt. Es wurde also diskutiert, ob ein „ok“ mehr uns im direkten Fotografierprozess zumutbar sei oder nicht. Ich fand nicht. Und mich hatte das auch richtig geärgert. Ich wollte fotografieren, nicht spielen. Vorgestellt wurde die K7 am 20. Mai 2009, ausgeliefert wurde sie ab Ende Juni. Das erste Firmware-Update, das genau diese Funktion denen, die direkt über den Vierwegregler den Fokuspunkt ändern wollen ermöglicht, kam Ende Juli. Das finde ich schnell reagiert und dafür ein „thumps up, Pentax!“ Insofern meine Empfehlung für die Pentax K7 endgültig und ohne Widerrede: kaufen!

„Ich soll hier den Doofmann spielen.“

Endlich sagt uns ein Politiker (Peer Steinbrück) genau das zur finanziellen Situation Deutschlands, was wir Bürger längst alleine wissen, sich nur kein Politiker vor der Wahl zu sagen wagt.

Noch ein …

Monsterkissenfan.



Schwarzweißer Kater verweigert sich weiterhin. Aber das gäbe auch definitiv Platzprobleme …

2009-09-20

Cooking Video Contest

Im Schatten der allgemeinen Kochwahns, der nun Hollywood erreicht hat, haben die Macher von The Criterion Collection zu einem … äh … bemerkenswerten Koch-Video-Contest aufgerufen: Der Jeanne Dielman – Criterion Collection Cooking Video Contest.

Jeanne Dielman, 23, Quai du Commerce, 1080 Bruxelles“ ein Film der Regisseurin Chantal Akerman, setzte sich auf bemerkenswerte Weise zwischen den Zeilen mit Feminismus auseinander. Man beachte dabei: der Film wurde 1975 gedreht. 1975 war ich zehn Jahre alt, meine Mutter seit knapp vier Jahren von meinem Vater geschieden und ich könnte Geschichten noch und nöcher erzählen von damaligen (verheirateten) Arbeitgebern meiner Mutter, die es nur als allzu selbstverständlich befanden, dass eine geschiedene alleinerziehende Frau von zwei Kindern gefälligst die Beine breit zu machen habe, würde sie ihren Job behalten wollen. Meine Mum wechselte damals ihre Arbeitsstellen oft.

Jeanne Dielman ist eine belgische Hausfrau in ihrer Tagesroutine. Licht anschalten, Kartoffeln aufsetzen, den Abwasch erledigen, Licht ausschalten. Wenn's klingelt, empfängt sie ihren einen täglichen Freier und vergisst beim Raumwechsel nie das Licht, hat sie auch diese tägliche Hausfrauenpflicht erledigt, wird gebadet, dann kehrt sie zurück zum ihrem Küchenjob. Beim Kochen wird die Hauptdarstellerin immer nur aus der einen Perspektive beobachtet, sie bereitet routiniert ihre bürgerliche Küche und spricht dabei kein Wort. Dialoge sind in dem Film eine Rarität, dabei hatte Akerman diesem Film drei Stunden und 15 Minuten Zeit gegeben. Sehr gut verdeutlicht in dieser Szene. (Jemand hat auf youtube den Film in 19 Teilen hochgeladen.)

In einer Film-Szene bearbeitet Jeanne Dielman einen Teller Hackfleisch zu Tode.



Dementsprechend sind die Köche in ihren bürgerlichen Küchen in aller Welt nun aufgerufen, ihren eigenen Jeanne-Dielman-Film zu drehen in dem sie entweder Hackfleisch, Schnitzel oder Kartoffeln zubereiten und bei youtube hochzuladen. Einsendeschluss ist der 28. September 2009. Neun Filme gibt es bis jetzt, die allesamt still und schräg sind.

Ich mag dieses Projekt.

Frau Merkel …



hätte gerne noch mehr Kameras auf Bahnhöfen installiert. Weil die tödliche Übergriffe auf Fahrgäste so gut verhindern können, wie wir letzte Woche einmal mehr gelernt haben. Da Frau Merkel aber nie mit Bus und Bahn fährt, kann sie natürlich nicht begriffen haben, dass auf Bahnhöfen, die noch mit echtem Abfertigungspersonal bemannt oder befraut waren in der Vergangenheit seltener Menschen durch Todschlägereien umkamen. Kameras schlagen nicht zurück, Kameras holen keine Hilfe. Kameras können nicht einmal den Krankenwagen rufen. Und weil sie das eh nicht können, muss man Notfall-Rufanlagen auf Bahnhöfen nicht mehr funktionsbereit vorhalten, das scheint logisch.

In einem Land zu einer Zeit in der aber ein Teil der Menschen sich für keinen Blödsinn zu schade ist, um endlich auch einmal ins Fernsehen zu kommen und so zu fünf Minuten Ruhm und Ehre zu gelangen, ist ein ordentlicher menschenschädigender Auftritt auf einem Bahnhof die allerbeste Garantie, um nicht etwa bei RTL zu versauern, sondern gleich bei ARD & ZDF in die Hauptmeldungen zu kommen. Wenn schon, dann alleroberste Nachrichtenliga. Das ist die neue Rechtordnung: früher wurde keiner auf Bahnhöfen tot geprügelt und weil genug Leute da waren, die eingegriffen haben oder Hilfe holen konnten, wurden etwaige Angreifer direkt fest genommen. Heute wird eben tot geprügelt und man hält es für den besonderen Verdienst an der Sache, wenn man die Täter später aufgrund der Kamerabilder identifizieren kann und irgendwann festnehmen kann. Nachdem der Film als Paradebeispiel für Nachahmer in allen Nachrichtensendungen der Billigsender mehrmals täglich ausgestrahlt wurde.

Verkauft wird uns das übrigens als Sicherheit.

Ach ja, Videokameras auf Bahnhöfen halten auch Selbstmörder ganz oft vom Suizid-Versuch ab. Die anderen stürzen sich halt auf freier Strecke von der Brücke. Haben üblicherweise ja auch nichts mehr von ihrem Konterfei in der Presse.

2009-09-19

Was übrigens echter Terror ist …

Gestern nacht dämmerte ich, während das viereckige non-flach-nix-LCD Bilder-und-Töne-spuckende Gerät noch lief, hinüber als ich, schon schön mit geschlossenen Augen ins Kissen gekuschelt, die Stimme von uns Merkel hörte: da lief dieser CDU-Wir haben die Kraft!-Werbespot (den ich nicht verlinken werde) und Merkel säuselt mit zartem Stimmchen ihren Psalm.

Scheint so als gucke ich nicht so viel Fernsehen, denn tatsächlich war es jetzt das erste Mal, dass ich den Spot überhaupt gesehen gehört habe, Betonung liegt wirklich auf hören, denn darin liegt seine besondere Kraft. Für den, der nur hört was sie sagt, ist der Clip das perfekte Brechmittel.

„Ich wollte Deutschland (Pause) dienen!“

Da wird einem schlecht. Soeben habe ich mir das Teil auf youtube auch angeguckt. Tatsächlich ist der Spot künstlerisch und technisch sehr gut gemacht (insbesondere im Vergleich zu dem visuellen Müll anderer Parteien). Bei Merkels-Tenor „die Schwachen schützen“ werden natürlich (vermutlich im Internet missbrauchte) Baby-Füße eingeblendet. Und wenn sie dann von der Bildungspolitik ihrer Partei lamentiert, und wie wichtig der Partei Deutschlands Kinder sind …

In Deutschland ist jedes fünfte Kind arm, jedes sechste von Armut betroffen. 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Von den 3 Millionen Sozialhilfeempfängern in Deutschland sind 37% Kinder. Die Sozial- vor allem aber auch die nicht existierende Frauenpolitik der Koalition hat in den letzten vier Jahren nur dafür gesorgt, dass diese Zahlen angestiegen sind.

Besonders fatal dabei und das sollte nie, niemals vergessen werden: die Zahlen der Geburten in Deutschland sinken, d.h. die Bevölkerungsgruppe „Kinder“ wächst überhaupt nicht mehr – und dennoch steigt in ihr die Armut weiterhin an!

Jedes siebente Kind in Deutschland lebt in einer Familie, der weniger als 50% des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung steht. Das sind übrigens nicht nur Menschen, die arbeitslos sind. Das sind Kinder, die sich nie erlauben dürfen, auch nur einmal ihren Turnbeutel zu verlieren. Das sind Kinder, deren Eltern in diesem Land das Geld für einen Schulranzen einklagen müssen, weil deren zwei Minijobs diese Ausgabe nicht ermöglichen.

Und die Partei von Frau Merkel führt ihren Wahlkampf unsere Kinder betreffend damit, dass sie Internet-Seiten nur sperrt, die in Verbindung mit Kinderpornografie gebracht werden.

Und alle so:

Yeaahh

Und alle so: Yeaahh-Historie: Yeaahh – Der Anfang Und alle so: WTF? Danach Und alle so: Yeaahh – Der Song! Jetzt auch noch: Und alle so: Yeaahh! – Der Flashmob!

Ich hab‘ das Internet lieb.

Ach ja, Presse macht daraus wieder (Flashmob-)Terror, yo, is klar ne? Und zitiert das „Yeaahh“ im Text auch noch ständig falsch.