2012-08-27

Pasta mit Siedefleisch



Ich äußerte mich neulich schon angetan von diesem Kochbuchgeschenk „Trattoria-Tour Eine kulinarische Reise durch Italiens Lieblingslokale” von Bertolli. Man hat also quer durch Italien in den einfachen Restaurants der verschiedenen Regionen gespeist, offensichtlich gut und das eine und andere Rezept in dieses Buch geschrieben.

Es ist ein einfaches Kochbuch, dem man als Koch nachsehen muss, dass hier und dort dann bei den genannten Kochzutaten die Sugo oder das Pesto mit dem Firmenname verknüpft ist, aber dieser höflichen Empfehlung kann man elegant durch selber kochen entkommen, alternativ ihr auch einfach nachgehen. Bei Nennung von Knorr zum Thema Gemüsebrühe schüttelt es mich persönlich ein wenig, aber nu', das Buch ist ein Produkt der Marktingeinheit und soll es denn eben sein.

Zwei Rezepte habe ich bisher flugs nachgekocht. Das unglaublich gute Tomatenhuhn, dem leider kurz vor Einschub in den Ofen meine königsblaue Lieblingskeramikauflaufform zum Opfer fiel (ich will nicht darüber reden!), was die ganze Chose visuell unattraktiv werden ließ und das Rezept mit dem Siedefleisch, das sehr einfach und daher unglaublich lecker war.

Zutaten

Siedefleisch
500 g Suppenfleisch vom Rind
1 Suppengrün
1 Zwiebel
Salz und Peffer

Sugo
1 Kilo reife Cherrystrauchtomaten
2 Esslöffel Olivenöl
4 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Esslöffel Zucker
1 kleine Dose Tomatenmark, dreifach konzentriert
Salz, Pfeffer
frische Kräuter: Thymian, Rosmarin, Oregano
Basilikum

Zubereitung

Das Rezept habe ich, wie immer, höflich zur Kenntnis genommen und mein ureigenes Ding daraus gedreht. Es ist schon erstaunlich, wie selten ich es hinbekomme ein Rezept 1:1 nachzukochen. Im Grunde genommen, ist es Suppenfleisch in Sugo zubereitet. Im Originalrezept wird es mit mit mehr Zwiebel zubereitet, auch kommt Salbei hinzu und wird lediglich mit Brot angereicht, ich sortierte Pasta dazu.

Zunächst wurde ein schönes Stück Suppenfleisch (ca. 500 g) mit einem Suppengrün, Zwiebel, Salz und Pfeffer aufgesetzt und durfte ca. 2 Stunden vor sich hin köcheln. Wenn es fertig ist, wird das Fleisch aus der Brühe genommen und in sehr kleine Stücke geschnitten. So klein, dass Fleisch mit Nudeln nachher von einer Gabel aufgenommen werden können.

Dann habe ich die einfach(ste) (pfui!) Sugo der Welt zubereitet, für mich die beste, die sich im Grunde selber macht. Die sehr klein geschnittenen Zwiebeln kommen ins Olivenöl und werden glasig gedünstet. Dann kommen die Cherrystrauchtomaten in den Topf und zwar ganz! Also so:



Ich pfeife auf Stengel entfernen, Kerne entfernen oder Gehäuse schälen. Das dem grünen Stengel der Tomate angedichtete giftig wirkende Solanin befindet sich dort nicht, sondern allenfalls in noch grünen Bereichen der Schale einer unreifen Tomate. (Und man müsste schon mehrere Kilo solcher Tomaten essen, bevor sich das Gift beim Menschen bemerkbar macht.) Je nach Tomatenart verkocht der grüne Ansatz mit Schale meist und selbst, wenn die Sorte eine härtere Schale besitzt: ich mag das Ganze der Frucht in meinem Sugo. Ich finde die Sugo mit etwas Haut und Kernen genau richtig und es täte mir in der Seele weh, so viel von der Tomate dem Abfall zu überlassen. Aber das ist jedem selbst vorbehalten, natürlich ließe sich meine Sugovariante zum Schluss mit dem Pürierstab klein mixen.



Wenn die Tomaten nach kurzer Zeit anfangen aufzuplatzen, streue ich etwa 1 Esslöffel Zucker darüber, nun kommt der klein geschnitten Knoblauch hinzu. Wer es mehr arabiata mag, gibt nun auch Chili nach Gusto dazu, ebenso Salz und Pfeffer und die frischen klein geschnittenen Kräuter. Das Ganze darf jetzt bei geschlossenem Topf und zurück genommener Hitze vor sich hin schmoren. Sind nach einer Weile die Tomaten so gut wie zerfallen, rühre ich das Tomatenmark unter. Tomatenmark nutze ich in diesem Fall einerseits zur Bindung, andererseits zur Farbgebung. Die Sugo wird so einfach deutlich hübscher, weil sehr appetitlich rot. Sie darf nun weiter auf ganz kleiner Hitze reduzieren und köchelt so zwei Stunden lang. Mindestens.



Ganz zum Schluss kommt das frische klein geschnittene Basilikum dazu. Da ich grundsätzlich einen großen Topf ansetze, wird die eine Hälfte der Sugo eingekocht (in mit heißem Wasser ausgespülte Gläser füllen, Deckel drauf, umdrehen: hält sich monatelang im Kühlschrank) oder eingefroren. So habe ich immer eine Portion auf Lager bei Bedarf und auch in weniger tomatenprächtigen Zeiten.

Hier kommt in die Portion jedoch das Siedefleisch und alles darf nochmals ca. 20 Minuten kochen. Serviert wird Sugo und Siedefleisch auf Pasta, auf Wunsch mit Parmesan.

Macht ziemlich glücklich. Schmeckt einen Tag später übrigens noch besser!

2012-08-26

Meine Güte!

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Code von Statcounter in meinem Blog eingebunden habe. Schätzungsweise ein Jahr nach Start von Holy Fruit Salad.

Heute gehe ich mal wieder Links gucken, denn wenn ich ehrlich bin, nutze ich in letzter Zeit Statcounter hauptsächlich, um Blogs kennenzulernen, die auf mich verlinken. Ich habe im Schnitt 500-600 Leser werktags, ca. 400 am Wochenende (ohne Feeds). Jut ist's, also ist für ein deutsches 08/15 Blog, glaube ich, ganz okay.

Nun lese ich heute eine Zahl, die mich tatsächlich nun doch ein bisschen umhaut, denn die Millionen-Marke ist geknackt Das beeindruckt mich nun schon ein bisschen …



Irgendwie schön, das alles. Also dieses Bloggerleben mit Euch!

In diesem Sinne: Dankeschön! Für die Treue und das Wiederkommen, das Kommentieren, das mit mir leben, lesen, erleben, ertragen! Bleibt bitte gesund!

Rettet die Prinzessinnengärten!

Und wieder einmal soll in Berlin eine viel genutzte Freiraumfläche dem schnöden Kommerz geopfert werden. Mit dem Verkauf des Geländes der Prinzessinnengärten würden wieder ein Stück Berliner Subkultur sterben.

Gerade die Prinzessinnengärten tragen in diesem Umfeld als Naherholungsfläche bei und sind ein gelungener Ausgleich hinsichtlich der jüngsten Entwicklung in diesem Bereich der Stadt. Hier treffen Kommerz, Kunst und grüner Freiraum in einem ausgewogenen Maß aufeinander und machen den Bereich um den Moritzplatz besonders lebenswert. Dieses Umfeld gilt es zu schützen!

Die Petition an den Berliner Senat den Verkauf zu verhindern, kann hier gezeichnet werden!

2012-08-24

Hilfe ist nötig!

Ich besuche hier in Berlin oft die InDesign User Group. Eine meiner Mitstreiterin, Michaela, ist, wie ich gerade gelesen habe, im Mai mit einer Krebsdiagnose konfrontiert worden. Sie ist Freiberuflerin und musste daraufhin ihre Selbstständigkeit quittieren. das bedeutet letztendlich besondere finanzielle Not, da fehlt sogar das Geld für die Zuzahlungen der medizinischen Versorgung.

Die in diesem Link angebotenen Geräte bzw. die Software sind vermutlich schon verkauft. Aber jede noch so kleine Spende würde Michaela helfen durch die Therapiezeit zu kommen. Denn jetzt steht die Reha an.

Hier der Link zu betterplace.org.

Vielen Dank für das Mitmachen!

Edit, Dezember 2012: Michaela ist im November 2012 eingeschlafen.

Neues vom Allerweltstypen

Ich stehe gestern Abend am Kotti in der kleinen Fischhandlung. Souterrain. Ein Serviceladen in dem einen der Händler fragt, ob er die 300 g Sardellen noch ausnehmen soll!

Vor mir ist ein Kunde dran, der ordentlich einkauft, so dass ich versucht bin, mich bei ihm zum Abendessen einzuladen. Ich gucke mir das Angebot an und stelle fest, dass es wieder Muscheln gibt. In der Kühltheke liegt – außer Miesmuscheln – ein Sack Vonogelnmuscheln.

Kommt ein Typ rein, Helm unter dem Arm, grätscht den beiden ins Verkaufsgespräch und drängelt letztendlich sich somit vor meine Wenigkeit und raunzt den Verkäufer an, ob er denn Vongolenmuscheln hätte. Der meint ja und zeigt auf die Theke. Der Typ pflanzt sich zwischen den anderen Gast und mich, guckt auf den Sack und meint dann: „Die sind ja ziemlich klein, oder?” (sic!) Dann stellt er fest, er würde jetzt erst mal zu Bank gehen und der Verkäufer solle ihm den Sack reservieren. Und geht.

Ich gucke ihm hinterher, in mir schüttelt sich der Kopf. Ich gebe zu, kurzweilig bin ich versucht mein Abendessen auf Muscheln umzustellen.

Nun, ist so ein Verhalten in letzter Zeit in meinem Erleben leider keine Seltenheit mehr. Typen (ja, muss ich jetzt hier sagen: es sind hauptsächlich Typen) stellen sich im Vertriebsumfeld, das eine Wartesituation notwendig macht, mit einer primatösen Selbstverständlichkeit in die nächste noch so kleine Lücke, manchmal nicht einmal mehr das, und meinen damit, sie seien auf der Stelle dran zu kommen. Sie gucken nicht nach rechts, noch nach links mit einem völligen Unverständnis, dass sich dort andere befindliche Personen zufällig nicht just for fun dort aufhalten.

Jungs, die Art von Egonummer geht mir auf den Sack! Und wenn Ihr das nächste Mal von mir eine zynische Ansage bekommt (bis jetzt war ich immer höflich), nein, ich bin nicht zickig; ich hab's bloß satt.

2012-08-23

Kunstformen, die mir politisch nicht auf die Sprünge helfen …

Die Aufregung um die russische Mädchenkombo dieser Tage, war hierzulande enorm. Gelegentlich war ich geneigt – möge man mir bitte den Zynismus und die Abgeklärtheit meines hohen Alters nachsehen – die hätten die Gören in Russland installiert, damit hierzulande (und wahrscheinlich auch in anderen medialen Sommerlöchern weiterer europäischer Nationen) Merkel wieder irgendwelche Gesetzesvorlagen an uns (also mehr an unserer hiesigen beduselten Presse) elegant vorbei winken kann.

Ich muss mich wohl selbst als religiös schimpfen. Ich nenne Buddhismus zwar lieber Philosophie. Dennoch gibt es in meiner Philosophie ein paar glücklich machende Rituale, die das Gefühl einer religiösen Abhandlung aufkommen lassen; auch wenn ich das lieber Meditation (und es gerne mit Joggen gehen vergleiche) nenne. Was aber auch immer: ich schätze es persönlich sehr, dass in dieser Welt meiner Religion und auch in unserer Gemeinschaft, mich per se erst einmal niemand mit politischen Ideen, Kritiken etc. nervt. Es geht nicht ums Ausblenden. Wer mich kennt, weiß, ich bin eine politisch und dabei oft kritische Person. Aber Politik bitte dort, Religion bitte da. Beides mischen funktioniert nicht gut, das wissen, glaube ich, aus jahrhundertlangen Erfahrungen, die bis ins Heute reichen, alle ziemlich gut. Ich möchte nicht die bekannten Fehler anderer persönlich nochmals nachbilden. Zumal ich persönlich meine Religion/Philosophie sehr bewusst als einen Zufluchtsort fern von politischen Welten verstehe.

Ich kann Kritik an Putin verstehen. Wenn mir ein Politiker sehr suspekt ist, dann ist es er. Ich kann auch Kritik an der Kirche verstehen. Auch kann ich Kritik an der russisch-orthodoxsen Kirche nachvollziehen. Ansonsten verstehe ich verhältnismäßig wenig vom derzeitigen politischen System in Russland, mangels meiner Sprachkenntnisse. Ich bin auf die Deutung anderer angewiesen, die sich oft mit subjektiven Eindrücken mischen. Letztendlich kann ich nur ahnen, und das ist sicher nichts Gutes.

Aus meinem persönlichen Empfinden kann ich aber auch verstehen, dass es gläubige Menschen nicht lustig finden in einem Gotteshaus, ihrem persönlichen Zufluchtsort, von der politischen Meinung anderer penetriert zu werden. (Und penetriert habe ich an dieser Stelle sehr bewusst gewählt, das erklärt sich dann aus der Lektüre des unten verlinkten Artikels.) Protest, der in seiner Ausführung andere – unbeteiligte – Menschen verletzt, ob nun mental, physisch oder psychisch, ist immer kontraproduktiv. Aus etwas Ungutem wird selten etwas Gutes geschaffen.

So habe ich die Aktion dieser russischen Frauen nicht verstanden. Ich fand sie respektlos. Bei aktiv zelebrierter Respektlosigkeit mag ich nicht mehr gerne einen möglicherweise guten, noch einen wertvollen Sinn hinterfragen, bei allem Verständnis und verstandener Relevanz hinsichtlich der notwendigen politischen Auseinandersetzung in dieser noch russischen jungen Demokratie, die meinem Verständnis nach, sehr laut hinterfragt gilt hinsichtlich ihrer derzeitigen Regierung.

Seit jeher werden Menschen, die sich in einem öffentlichen Umfeld nicht angemessen verhalten, vom Gesetz des jeweiligen Landes bestraft. So darf ich hierzulande nicht am helllichten Tag in irgendeinem Park, auf irgendeiner Parkbank mich meinen sexuellen Gelüsten hingeben, ohne dafür abgestraft zu werden. Dafür gäbe es übrigens auch in Deutschland keine Ordnungsstrafen, üblicherweise werden dann Haftstrafen ausgsprochen. Auch Rowdytum im deutschen Straßenverkehr wird abgestraft. Mitglieder der russischen Mädchenkombo ficken in öffentlichen Museen, masturbieren mit Hühnern in Supermärkten. Gerne tun sie die Dinge vor Augen von Kindern, teilweise den eigenen Kindern die somit bei Aktionen instrumentalisiert werden. Dafür habe ich ungefähr null bis gar kein Verständnis. Dafür wurden sie bis dato mehrfach lediglich verwarnt, nie abgestraft. Das nenne ich vom russischen System vergleichsweise moderat reagiert.

Wie schön, dass pünktlich zur Verurteilung dann auch der russischen Mädchenkombo neue Platte auf den Markt kam. Sorry, Punk geht m. E. nach anders. Punk ist Handeln aus Kritik an dem System ohne ein daran offensichtlich gebundenes finanzielles Interesse. Ich erinnere mich gut, ich war schon dabei, als das Wort geboren wurde. Punk ist für mich nicht das Instrument einer schnöden PR-Kampagne für eine gehypte Mädchenkombo, die in Russland offensichtlich niemanden hinter den Ofen hervor lockt, weil ihre Aktionen ein ganzes Land nur noch abnervt bis peinlich berührt. Übrigens verstehe ich dabei gerade Russland nicht als ein sexuell unaufgeklärtes prüdes Land. Nun hat man dabei einem wegbrechenden Absatzmarkt im eigenen Land dann jetzt den gesamteuropäischen Markt hinzugewonnen. Sehr sicher bin ich, Putin wird den juristischen Rest in seinem Imagesinne schon zeitnah richten. Und ständig muss ich an t.A.T.u. denken.

Höfliche Leseempfehlung: „Wer sich schon mal die Frage gestellt hat, warum der Support seitens der russischen Bevölkerung gegenüber Pussy Riot vergleichsweise eher verhalten ist, der kommt ganz schnell zu dem Schluss, dass das gesamte russische Volk gewisslich dermassen gebrainwashed von Putins Angst-und Schreckensregierung ist […] Vielleicht haben die Russen aber auch einen entscheidenden Vorteil uns gegenüber: Die können russisch!”

2012-08-21

Zigarettenkonsumentengedöns

Nun wird also gerade diskutiert, ob man Zigarettenpackungen, nachdem Krankheits- und Todeswarnungen offensichtlich der totale Abschrecker* waren *zynismustag_off, nicht mit ätzenden Fotos beklebt, diesen sogenannten Schockbildern.

Hat schon mal irgendein Freddy Krüger-Film verhindert, dass Menschen in der Folge keine spitzen scharfen Gegenstände mehr verwenden?

Ich möchte an dieser Stelle als Nichtraucherin – die grundsätzlich der Meinung ist, ihr soziales Umfeld kann selbst bestimmmen womit es sich krank macht oder umbringt, denn immerhin können wir, also Nichtraucher und Raucher gemeinsam, es allermeist dennoch nicht selbst bestimmen, was die eigentlich größere Tragik ist – eine Sache zur allgemeinen Kenntnis geben: es kotzt mich regelmäßig sehr an, dass ich an der Supermarktkasse als Unbeteiligte mir ständig einen von Tod und Krankheit erzählen lassen muss. Beim Einkaufen. Von zum Beispiel sehr gesunden Genuss- oder auch nur Ernährungsware. Ob die Packungen nun vor oder hinter mir auf dem Kassenband liegen oder in diesen völlig bescheuert verbarrikadierten Ausgabegeräten zu lesen sind. Ich will einkaufen gehen können, ohne ständig mit Tod und Krankheit konfrontiert zu sein.

Dann sperrt die Dinger doch richtig weg, so dass Raucher sich in langen Schlangen an Ausgabestellen ihre Rationen einkaufen müssen. Ich glaube, Bequemlichkeit ist der viel bessere Verhinderer* als dieser Pseudowarndummsinn. (*Mein persönlicher Eindruck nach dieser in geschlossenen Räumen Rauchverbotnummer.)