2010-04-16

Habe gestern …

auf der re:publica Marius Sixtus gefragt, ob ich mal seine Leica M9 anfassen darf. Durfte ich! Aber ich bin ja ein smart ass, habe sie klugerweise nicht angestellt und nicht ausgelöst.

Wie Mum schon sagte: „Finger weg von den Drogen, Kleine!“

We IZ …

2010-04-13

re:publica 2010

Jetzt regnet es wieder die üblichen Pressemeldungen und in den Blogs erfolgen die üblichen re:publica-Abgesänge wie gleichfalls Freudengesänge. Sehr gerne lese ich in der Nachlese die „warum ich nicht da war und wieso ich damit Recht hatte“-Blogposts zur re:publica, unserem viel beschriebenen Blogger-Kuscheltreffen.

Es ist dieses Jahr bereits die vierte re:publica, die stattfindet. Ich war bei der ersten 2007, bei der zweiten 2008, bei der dritten konnte ich 2010 aus terminlichen Gründe leider für nur einen halben Nachmittag hin. Der letzte Nachmittag war aber wieder von einer spürbar positiven Stimmung getragen, dass mir die versäumten Tage traurig auf der Seele lagen. Die re:publica ist gewachsen – groß geworden. Schon im letzten Jahr passte sie nicht mehr in die Kalkscheune, Veranstaltungsräume der Umgebung mussten dazu gemietet werden – am Vormittag füllen die Sessions immerhin den Friedrichstadtpalast.

Die re:publica 2010 unter dem Motto „nowHere“ kostet Eintritt. 90,– Euro, man kann im Vorfeld lange Zeit für einen Early-Bird-Tarif buchen. Darüber wird gerne diskutiert in einer Online-Gesellschaft in der vieles aber eben nicht alles für umsonst zu bekommen ist. In Anbetracht dessen, was newthinking communications und Spreeblick da in den letzten Jahren auf die Beine gestellt haben, wachsen lassen haben, berücksichtigend dessen, was man von der re:publica an Wissen, Austausch vor allem aber an Inspiration für sich mit nimmt, ist das meiner Meinung nach spottbillig (vor allem guckt man sich die Preise solcher Konferenzen in anderen Branchen an.) Die Veranstaltung ist ausverkauft, es gibt nur noch eine begrenzte Menge Tagestickets an den Kassen.

Dabei steht die re:publica mit der Freundlichkeit und Ausgeglichenheit und offensichtlicher eigener Freude der Veranstalter, an dem was sie geschaffen haben und uns geben – stellvertretend genannt auch für die mittlerweile nicht mehr überschaubare Anzahl der Helfer – Markus Beckedahl, Tanja und Johnny Häusler u. v. m. für sich selbst in ihrer besonderen Qualität. So eine Veranstaltung ist ein Risiko, gerade in der heutigen Zeit der finanziellen Knappheit, in der schon ganz andere sehr große mediale Veranstaltung still und heimlich ausgefallen sind. Dass die Organisatoren unter den besonderen Vorzeichen auch in diesem Jahr den Antrieb gehabt haben die re:pblica durchzuführen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Morgen öffnet die re:publica 2010 ihr Pforten, das Programm ist voll bestückt mit spannenden Themen in den Panels, die zeigen, dass wir uns mitnichten nur um uns selber drehen in unserem 2.0er-Orbit. Ich werde dieses Mal dort fotografieren, um mit anderen Fotografen den re:publica-flickr-Account mit Leben zu füllen. Das freut mich insofern, weil ich auch mal etwas zurück geben kann für dieses gelungene Event.

Ich freue mich vor allen Dingen, weil ich wieder Blogger treffen werde, die ich aus geographischen Gründen lange Zeit nicht gesehen habe. Oder ich andere Blogger oder Twitterer, die ich online täglich treffe, überhaupt erstmals im realen Leben erleben werde. Das ist die re:publica natürlich auch, die Web 2.0-Nummer zum anfassen.

Also ab morgen wieder das mittlerweile lieb gewonnene Ritual der Einweihung der Berliner Outdoor-Saison, das Wetter soll sich sogar morgen bis zum Abend halten und die Sonne wirdl sich zeigen: typisches Berliner re:publica-Wetter. Und ich wette, ich sehe wieder kein einzigen Apple Rechner.

2010-04-11

Ali

Ali, charmante Katzendame im Süden Frankreichs zu Hause mit eigenem Dachgarten.















2010-04-10

Jetzt hab' ich's!

Und zwar endlich kapiert! In meiner Wohnung sind nämlich Katzeneisenbahnschienen verlegt. Für die Katzen. Natürlich. Unterirdisch, oberirdisch und tiefflugoberirdisch. Und auf dem Schreibtisch, also auf meinem Schreibtisch: da ist nämlich der offizielle städtische Katzenrangierbahnhof.

Sie können also gar nix dafür!

Dass sie sich dort immer zu dritt gleichzeitig treffen. Oder nacheinander. Auf jeden Fall ständig in einer wiederkehrenden Schleife. Mit Ausnahme der Zeiten in denen die oberste Rangierbeauftragte einmal frei hat. Denn dann braucht man den Rangierbahnhof nicht anzulaufen oder anzufliegen als Katze, weil's dann nichts zu rangieren gibt. Eigentlich logisch, oder?

Konfuzius sagt …

… „es wird Frühling!“


(Alle Fotos Pentax K7 und DA* f2.8 16-50mm)

Denn Konfuzius steht in den Gärten der Welt gerade mit den Füßen im Blaustern (und wird von einem hässlichen Bauzaun umrandet, deswegen davon kein Fotomaterial.)



Gestern sind Frau Indica und ich spät am Nachmittag kurzerhand weit raus in die Erholungsgärten nach Marzahn gefahren, gucken was die japanische Kirschblüte spricht.



Diese erzählt zwar bereits vom Wollen aber auch noch von vornehmer Zurückhaltung. Auch die Magnolien stehen in den ersten Startlöchern, schätzungsweise noch sieben Tage mit etwas Sonne hier und da und es macht „Bäng“ in der Berliner Botanik.



Es ist ein besonderes Jahr in der Vegetation. Der überlange Winter hat die üblichen Winter- oder Frühblüher wie den zweiblättrigen Blaustern, Taubennessel, gelbe Windröschen erst spät zum Leben erweckt (hier in Berlin kann man jetzt an den kalten Stellen noch immer Schneeglöckchen blühen sehen),



während die in den ersten Frühlingswochen blühenden Pflanzen wie Osterglocken in den späteren Startlöchern stehen: man hat also Winter- und Frühlingsblüte dieses Jahr in einem. Das ist selten und somit eine rare Gelegenheit, die Welt in einer neuen überaus reichen Schönheit zu sehen!

Ein paar voreilige in voller Pracht erblühte Pflanzen gab es gestern schon in Marzahn. Dort ist die Forsythie deutlich weiter als hier in Tempelhof.



Und natürlich locken in einem angelegten Garten hier und dort ein paar gesetzte Frühlingsfarben. Überall grüßen kleine Osterglocken und gelbe Narzissen, erste Tulpensorten. Die Bäume tauchen ins frühlingshafte frische Grün, es ist schlicht eine der schönsten Jahreszeiten – wie jede andere auch im Jahr – und dieses Jahr ist sie besonders schön und reichhaltig.



Die legendäre Kirschblüte kündigt sich in Marzahn an, offiziell wird geladen am kommenden Sonntag, 18.4.2010 zum Kirschblütenfest.



Immer wieder bin ich hin- und weg von dieser Schönheit in den Gärten. Und noch nie habe ich es geschafft in die Gärten bei strahlenden Sonnenschein zu kommen. So sind auch diese Fotos wieder geprägt von eher düsterem Himmel und dunklen Farben, denn die Bilder sind gestern bei eher magerem Wetter und zur einer für die Pflanzen-Fotografie im Verhältnis späten Stunde entstanden. Dafür hatte ich das Pentax DA 16-50 f2.8 mit und drauf, es lohnt sich unter solchen Lichtbedingungen – aber kein Objektiv musste ich mir jemals so hart erarbeiten wie dieses! Liebe auf den ersten Blick spielt eine andere Musik.



Aber es ist immerhin schön weitwinklig, um immer noch nicht den kompletten orientalischen Garten abbilden zu können! Kicher. (Das ist natürlich eine plumpe Lüge aber bei den Weitwinkeln stehen immer rechts und links unbefugt Menschen im Sehbereich, was soll man da machen, will man ein höflicher Mensch sein?)



Mit Frau Indica noch im fast leeren Tee-Haus eingekehrt (unbedingt gucken!) und bei Chrysanthemen-Tee mit vielen Kostbarkeiten



schöne Gespräche geführt, dazu Ehefrauengebäck geteilt (als gemeinschaftlich Unverheiratete) und Waffelkrümmel gefangen.



Später als einzige Besucherin durch den japanischen Garten geschlichen.



Es hat seine eigene Größe in dieser Stadt irgendwo spät, dafür fast alleine unterwegs zu sein. Also drei Stunden Urlaub gehabt: in China, in Korea, in Japan – und das alles in einer Stadt namens Berlin.



Dieser Ort muss in 7-10 Tagen der schönste Ort in dieser Stadt sein! Da bin ich sicher. Froh bin ich, dass ich dieses Jahr rechtzeitig die Jahreskarte für die vier Gärten gekauft habe. Die, wie ich gestern gelernt habe, nun für fünf Gärten gilt – denn die Parklandschaft vom Flughafen Tempelhof gehört ab sofort dazu!

Übrigens kamen wir später am Abend zurück nach Kreuzberg, wo es offensichtlich stärker geregnet hatte. Wenn da mal nicht Konfuzius seine sehr freundliche Hand für uns im Wetter-Karma hatte …

2010-04-09

Blick aus dem Küchenfenster



Meine gestrige unverhoffte Fensterputzaktion (auf der einen Hälfte der Wohnung, man soll nicht übertreiben und den Akt als solches auch in vollen Zügen genießen) erinnerte mich an die Aktion von Barabaras Spielwiese vom letzten Herbst, die ich immer vergessen habe durchzuführen. Möglicherweise haben auch ungeputzte Fenster den Blick verhindert, ich erinnere mich nicht mehr …

Ich wohne in Berlin in der denkmalgeschützten Bärensiedlung, die der Besitzer gepflegt verfallen lässt. (Solltet Ihr dem Link folgen, kann ich Euch versichern: die Mieten haben sich deutlich verändert.) Die Anlage ist geprägt von großen Hinterhöfen mit viel Grünflächen und altem Baumbestand.



Ich habe das Glück direkt vor meinem Küchenfenster und dem Balkon einen riesengroßen Spitzahorn stehen zu haben, der das Jahr über einen tief weinroten Blattbestand trägt und von mir sehr geliebt wird. Denn er dient als perfekter Sichtschutz, gleichzeitig ist er Vogelinformations- und -aufenthaltszentrale. In dem Baum sitzt auch abends der Herr Amsel und singt Talytha ihr Abendlied. Momentan hüpfen die Blau- und sonstigen Meisen in ihm hin- und her wie kleine Flaumflummies. Er ist ein Grund, warum ich noch nicht ausgezogen bin aus dieser Wohnung – ich habe noch keine Lösung gefunden, wie ich diesen Baum mitnehmen könnte. Der gesamte Hinterhof ist vor allem im Frühling blühend eine Augenweide. Dieses Jahr hat das hochmotivierte null Ahnung habende Hausmeistergärtnerteam sogar die Forsythien ausnahmsweise einmal nicht direkt vor der Blüte zurück geschnitten. Ich sah mich letztes Jahr gezwungen, das höflich anzusprechen. Und tatsächlich musste ich die botanische Realität diskutieren.



Da die Katzen ihren Futterplatz unterhalb des Küchenfensters haben, will es das Ritual, dass mindestens einmal täglich Tally und ich (sie auf meinem Arm) am Fenster stehen und gemeinsam hinausgucken, um Vogelinventur zu machen oder Hunde-TV gucken. Sie schnurrt dabei begeistert und zur Belohnung gibt es danach einen kleinen Schluck Milch. Ein schöner intimer Moment des Tages. Gucken wir gemeinsam nach rechts aus dem Fenster, sieht man im Hintergrund unten die Müllanlage stehen – der Müllgang ist hier immer mit einem ordentlichen Fußweg verbunden. Die ehemalige Teppichausklopf- als auch Wäschetrocknungsanlage liegt rechts unterhalb meiner Wohnung. Teppiche werden hier kaum noch geklopft, wie wohl anderswo auch. Und Wäsche hängen dort unten interessanterweise nur die polnisch sprechenden Nachbarn auf. Scheint eine Kultur zu sein, die dieses Land ebenfalls verloren hat. Ganz rechts oben seht Ihr die Ausläufer meines kleinen Balkons. Hier wohnen Rosmarin, Rose, Thymian, Lavendel und andere blühende Feinheiten und der kleine schwarzweiße Kater sitzt dort gerne auf dem Balkon und singt wie Caruso in den weiten Hof, der eine wundervolle Akkustik für kleine vierpfötige spanische Minnesänger bietet.

Küchenblicke von anderen Food-Bloggern. Hier geht es zu Barbaras gesammelten Werken

Der Baustein oben auf dem Fensterbrett dient als Sammelsurium für allerlei Küchenhandwerkzeug, das in den zwei Schubladen, die meine Küche nur beherbergt, keinen Platz hätte. Die Idee so einen Stein zu bemalen und als Küchenaccessoire zu benutzen, hatte meine Mutter in den 70igern aus einer Brigitte entnommen. Unser erster Stein war in 70iger Jahre-Schreiendgrün. Mich hat dieser Stein zeitlebens durch mein Leben begleitet und er war das erste Utensil, was ich mir für meine eigene erste Küche für das Küchenbrett bastelte.