2009-05-17

Eric Hobsbawm

Sozialhistoriker und Philosoph, 92 Jahre alt, erlebt gerade ein wirtschaftliches Déja vu.

«Der Mensch hat ein unglaublich kurzes Gedächtnis. Wir Historiker schreiben die Verbrechen und den Wahnsinn der Menschheit auf, wir erinnern an das, was viele Menschen vergessen wollen. Aber fast nichts wird aus der Geschichte gelernt. Das rächt sich nun. In den letzten 30, 40 Jahren wurde eine rationale Analyse des Kapitalismus systematisch verweigert.»

Das interessante Interview mit der Überschrift «Es wird Blut fließen, viel Blut» bei stern-online.

Wir Kunden wollen gar nicht immer geizig sein.

Auf meinem Balkon verhielt es sich dieses Jahr leider nicht anders, wie auf anderen Balkonen oder in den Gärten. Der strenge Winter hatte vielen Pflanzen den Garaus gemacht. Bei mir hieß das u.a. Kletterrose tot und vier Clematispflanzen tot. Eine einzige hatte überlebt und treibt fröhlich allerdings nur aus neuen Seitentrieben vor sich hin. Bemerkenswerterweise die, die ich letztes Jahr halb tot für € 1,99 aus einem seine Verkaufsware nicht gießenden Discounter rettete, bedankt sich so entschlossen. Sie hatte allerdings auch an der Hauswand überwintern dürfen wie eine zweite auch, die es trotzdem leider nicht geschafft hatte.

Also musste Nachschub her. Nun schmerzt es mich zum Glück dieses Jahr finanziell nicht so sehr, wie es das letztes Jahr getan hätte (für beide Varianten bin ich sehr dankbar, also für die, dass die Pflanzen letztes Jahr nicht die Grätsche gemacht haben und es mir dieses Jahr deutlich besser geht auf dieser Ebene) und im April hatte ich auf dem Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten schon eine Clematis vom Clematis-Westphal-Stand mitgenommen. Die Clematis Yukiokoshi musste mit, schon alleine dank ihres verwegenen Namens. Sie beginnt gerade zu blühen. Bei Westphal kauft man keine Clematis ohne ausführliche Rückschnittanleitung. Niemand hat so eine große Anzahl von Clematis-Züchtungen. Und niemand züchtet so gut, wie Clematis-Westphal, denen merkt man auf den Ständen immer ihre Leidenschaft an. Also habe ich dieses Mal mir mit einer Tasse Kaffee etwas Muße genommen und dort vier Pflanzen bestellt. Was mir auffiel: die geben noch Skonto bei schneller Bezahlung, was ich sehr rührend fand. Denn Skonto ist ja auch so etwas, was komplett aus der Mode gekommen ist.

Freitag sind dann die vier Pflanzen angekommen, gestern habe ich überwiesen. Ich hatte das Skonto schon ausgerechnet, da fiel mein Blick auf die Versandkosten von € 4,50 und ich erinnerte mich an den über 1 m langen Pappkarton mit professionellen Halteeinlagen und hatte das dumme Gefühl, dass die doch eigentlich beim Versand drauf zahlen müssen. Und habe in der Folge den kompletten Betrag ohne Abzug angewiesen.

Und seit Wochen überlege ich, wie und ob man nicht eine Spendenaktion für deutsche Milchbauern machen könnte, deren Erlös direkt und nur (!) den deutschen Milchbauern zu Gute kommt. Denn als Kunde mit Herz&Verstand bin ich persönlich überhaupt nicht damit einverstanden, was die Discounter mit den Milchpreisen machen. Wir können nicht unsere Landwirtschaft ausbluten lassen, bis alle aufgeben und wir die Milch nur noch aus China importieren können: dann haben wir nämlich ein echtes Problem.

Ich denke, mir würde die Milch besser schmecken, wenn sie 20 Cent mehr kosten würde und ich wüsste, das Geld kommt auch dort an, wo sich der Bauer ggf. den Tierarzt nicht mehr leisten kann. Denn in der Produktion von Milch, Käse und Butter sind auch Tiere involviert. Wir könnten und sollten ein Interesse daran haben, dass es ihnen gut geht – und den Menschen, die sie zu versorgen haben.

2009-05-14

Wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht …

Du lebst in einem fremden Land, Dein Mann ist gerade aus dem Krankenhaus zum Sterben nach Hause gekommen und die eintrudelnden Rechnungen zeigen Dir urplötzlich, dass nichts ist, wie Du geglaubt hast es sein sollte.

Christiane erlebt gerade diesen Albtraum, ein paar Euro Unterstützung könnten ihr im Moment mehr als helfen, ihr wenigstens die eine Sorge ein klein wenig zu verringern. Über die andere schwere Zeit, die ihr und ihrem Mann jetzt bevor steht, will ich gar nicht nachdenken müssen! Renate Blaes die Herausgeberin und Autorin der Kunterbunten Katzenbücher) hat für Christiane eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Renate hat mich in der Zeit als es mir in der Trauer um meine Mutter nicht gut ging (wie viele andere meiner Blogleser aber auch) unglaublich liebevoll unterstützt und daher weiß ich, dass sie in dieser Spendenaktion wirklich untadelig agieren wird.

Wer nicht einfach so spenden möchte, Christiane ist Autorin des Buches „Zwischen Boule und Betten machen“. Eine Bestellung hilft auch. Igendeinen Frankophilen hat man doch immer in der Familie, der sich über so eine Urlaubslektüre freuen würde.

Danke!

Das muss man verstehen …

den kleinen Krankenkassen geht es ja gerade so schlecht. Und da haben sie sich wohl gedacht, was die große DAK kann, kann ich schon lange … „Krankenkassen verkauften offensichtlich Patienten-Daten“.

Was muss man rauchen …

um sich das ernsthaft antun zu wollen?

2009-05-13

Ich habe mich verunselbstständigt



Früher als ich noch sehr jung war, meine erste eigene Wohnung hatte und alles immer perfekt und schön sein sollte und ich offensichtlich sonst keine Hobbies hatte, da habe ich sehr gerne gebügelt. Damals habe ich sogar Geschirrhandtücher gebügelt.

Heute finde ich, wer Geschirrhandtücher bügelt, gehört dringend in Therapie. Aber heute bin ich ja auch viel älter, ergo kann ich nicht mehr so viel Lebenszeit auf Bügeln verschwenden und finde sowieso, dass das Bügeln nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Das Interesse an der dritten Wohnung ist mittlerweile gesunken. Als Hobby habe ich das „den Keilriemen auf das Waschmaschinenlaufrad ziehen“ entdeckt. Man muss sich auch im Haushalt weiterentwickeln. Und in den Hobbies.

Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären Einleitung sagen wollte: Bügeln finde ich doof! Deswegen habe ich in der letzten Zeit – natürlich völlig unbewusst – immer wieder das mittelalte schicke transparency-black Bügeleisen von Tchibo vom Bügelbrett geschmissen, was mir ein neues Hobby einbrachte: Plastikteilchen puzzlen. Puzzles fand ich schon als Kind frühzeitig wenig spannend und wird daher auch nie zu einem meiner Hobbies. Nicht ordnungsgemäß zusammen gepuzzelte Plastikdampfbügeleisen verursachen übrigens Wasserpfützen. Ungefähr da, wo das Stromkabel aus dem Gerät läuft. Auch das findet creezy doof! creezy hat irgendwann gehört, Strom und Wasser sind zusammen losgelassen gelegentlich schlecht drauf und daraufhin hat sie eine gesunde Strom-Wasserphobie entwickelt. Ich nehme seitdem auch meinen Lieblingsfön nicht mehr mit zum Baden.

Außerdem ist bei dem Bügeleisen mittlerweile die Laufsohle so angelaufen von meinen versehentlich für das Material zu heiß gebügelten Stoffen (meine Lieblingsblusen, -tops zu versengen, finde ich übrigens auch richtig doof!), dass es Rückstände hinterlässt auf weißem Stoff, den man heißer bügeln muss. Nein, die üblichen Reinigungsutensilien wollten keine Lösung bringen, außer dass sie die Dampflöcher von der anderen Seite her verstopften. Wie findet creezy das? Doof!

Was ich aber eigentlich mit dieser spektakulären zweiten Einleitung sagen wollte: mein Bügel-Karma ist echt ein ganz beschissenes! (Pardon my french!) Und zur Bekämpfung dachte ich mir, ein neues Bügeleisen perfekt auf Ying und Yang abgestimmt (Amazon-Rezensionen), könnte Abhilfe schaffen und frische Bügelfreude in mein trübseliges Bügelleben bringen. Dabei fiel mir auf, dass ich in letzter Zeit tatsächlich kaum noch ein Produkt über 50,– Euro erstanden bekomme – ohne zu fragen, was Amazon-Rezensenten von meinem geplanten Neukauf halten. Was mich direkt selbstkritisch zum Titel dieses Blogsposts führte. Andererseits mir die Augen dafür geöffnet hat, was für unterschiedliche Ansprüche Menschen an ein Bügeleisen stellen. Man könnte meinen, Bügeln sei die individuellste Erfindung des Menschen direkt nach der Festlegung der Reihenfolge der Morgenhygiene.

Wie es sich für eine ordentliche Mac-Userin gehört, habe ich die Auspackzeremonie vom Bügel-Testsieger fotografiert. Sagt bitte anständig „Ahhh!“ und „Ohhh!“ zu meinem windschnittigen neuen transparency-flieder-grauen Bügeleisen mit ganz vielen Dampfsommersprossen in der Laufsohle und wünscht ihm Glück und allzeit eine gesunde Flugbahn – und was es sonst noch so bei mir gebrauchen kann!



Ein Glück, dass ich gestern Geschirrhandtücher gewaschen habe!

2009-05-11

Sagt nix!