2016-04-02

Let's dance!

Dummlaberheini Attila Hildmann ist bei Let's dance 2016 draußen. Und das kam so: er hat schlicht einfach schlecht getanzt. Was an sich nicht das Problem hätte sein müssen, denn es gab Paare, bei denen die Laientänzer noch etwas schlechter getanzt hatten als Attila, was erstaunlicherweise sogar geht und daher deutlich schlechter von der Jury bewertet wurden.

Aber gestern wurden die Tänzer weiter gewählt vom Publikum, die durch Menschlichkeit und Ernsthaftigkeit überzeugten und nicht durch Dummsinnlaberei, einer permanenten Zurschaustellung der eigenen Essstörung (die A. Hildmann meiner Meinung nach hat) und nach dem Tanz einer sehr peinlichen Zuordnung von Cocktail-Zutaten für die Jury für eine After-Show-Party mit der er wieder für sich nicht nur als „Koch”, sondern nun auch auch als Bartender werben wollte, was insofern total peinlich war, weil völlig aus der Show-Routine gerissen in schmerzhaft sinnfreien Zusammenhang einer Jury-Bewertung gebracht. Dabei gab er sich die strunzdumme Blöße dem Jury-Mitglied Motsi Mabuse, als gebürtige Südafrikanerin, – extra betont – „Schokolade” in den Drink mixen zu wollen. Vermeintlich von ihm als ein super Witz gemeint: der Typ denkt soweit rechts, dass er es schon gar nicht mehr mitbekommt.

Grandios der Contemporary von Eric Stehfest und Oana Nechiti, die ich sowieso für eine der besten weiblichen Profis in der Sendung halte. Und als ob die drei Mal zehn Punkt für die beiden nicht schon gereicht hätten (in dem immerhin erst dritten Wettkampftag), gab es die gleiche Wertung für Jana Pallaske und Massimo für einen herausragenden Tango. Eric Stehauf hat eine Theater- und Musicalschule besucht, dem ist Tanz natürlich längst nicht so unbekannt wie den anderen Teilnehmern. Die Pallaske indes wurde auf der Straße als Schauspielerin entdeckt und entblößt sich hier als ein wirkliches Tanztalent. Sie erzählt nebenbei merkwürdig klingendes esoterisches Zeug, das aber, denkt man ein bisschen darüber nach, etwas sehr ernsthaft anrührendes Wahres in sich trägt. Sie ist wohl das, was man eine Künstlerseele nennt.

Was Nastassja Kinski in dem Format – und überhaupt in der Öffentlichkeit – verloren hat, begreife ich immer noch nicht. Christian Polanc muss nicht nur ein brillianter Tänzer sein (bewiesen) sondern auch ein begnadeter Psychologe und Therapeut (in Beweis). Gott, ist sie verhuscht! Und aus irgendeinem Grund lässt sie sich von allen siezen. Was sicherlich ihr gutes Recht ist – aber in einem Künstlerumfeld – als eine Person, die ihr halbes Leben in den USA in Hollywood verbrachte? Siezen die sich da? Wer immer es mag, mir ist sie definitiv zu fern dieser Galaxie unterwegs – und leider kann bei ihr die Abwesenheit von Tanztalent das nicht wirklich camouflieren. Aber schön, dass RTL solchen Menschen auch eine Chance gibt. Ich hoffe nur Christian Polanc bekommt für seinen Job eine Sonderzulage!

Nun jedenfalls sind die Unsympathen raus gewählt, in den kommenden zwei Wettbewerbstagen müssen vermutlich noch die gnadenlosen Nichttänzer gehen. Danach geht es in die echte Tanzleistung. Das Level haben Stehauf und Pallaske früh und hoch gesetzt.

Ach ja, ich liebe diese Sendung!

2016-03-31

Warum ich nie für PETA spenden werde.

Morgen ist der 1. April und PETA Deutschland e. V. findet es witzig als Aprilscherz eine Fotomontage zu zeigen in der die Schauspielerin Natalie Wörner und der Bundesjustizminister Heiko Maas „nackt” als Paar montiert wurden. Frau Wörner greift Herrn Maas an die Brust. Es wird eine gewisse körperliche Affinität suggeriert.

Hintergrund: Heiko Maas hat vor kurzem offiziell die Trennung von seiner Ehefrau bekannt gegeben. Es wird über ein Verhältnis von ihm zu Natalie Wörner in den Medien spekuliert. Bestätigt wurde von beiden Seiten nichts. Herr Maas hat zwei Kinder.

Frau Wörner trägt gerne ab und an Pelz, das ist soweit bekannt. PETA e.V. findet es nun lustig, sich der unbestätigten Affäre zu bedienen, um Frau Wörner hier so als Aprilscherz als „Nackte” für die eigene Sache zu präsentieren. Warum hierzu Heiko Maas mit auf das Foto kommen musste, ist unklar. Die SPD als – seine Partei – spricht sich im Allgemeinen gegen Echtpelz in der Mode aus.

Soweit so unlustig. Im Ernst: findet das irgendjemand lustig oder versteht irgendjemand diese Montage, der Frau Wörner nicht als Pelzträgerin kennt in der breiten Öffentlichkeit?

Was ich vor allem zum Kotzen finde ist, dass PETA indem sie Heiko Maas – aus welchen Gründen auch immer – hier instrumentieren, dass das seine Noch-Ehefrau in dem jetzigen Status der Trennung nur verletzen kann und sie – und vor allem die Kinder des Ehepaares – mit zum Gespött in dieser unschönen Situation gemacht werden. Kinder, die gerade mit der Trennung der Eltern klar kommen müssen, was hart genug ist, müssen also morgen in der Schule damit klar kommen, das dieses Foto des Vaters sehr wahrscheinlich rumgereicht wird.

Und was genau daran witzig ist, noch für die Sache sinnvoll ist, das soll mir bitte einer erklären.

Wisst Ihr was, Ihr da bei PETA Deutschland e.V.? Ihr seid allenfalls ein dummer asozialer Haufen, meiner persönlichen Meinung nach!

Programmhinweise

Heute lesen wir den Text und ruhig diesen Text noch dazu.

Dann – mit etwas mehr Zeit – unbedingt die vierteilige Dokumentation auf arte.tv gucken: „Frauen und Ozeane” (verlinkt hier nur Teil 1) – spannende Projekte, großartige Aufnahmen und Ansichten über und unter dem Meer, interessante Berufsbilder von Frauen ausgeübt. Schnell gucken, bevor die Mediathek wieder schließt!

2016-03-30

*seufz*

Ich war eben erstmals auf einem Blog.

Zuerst habe ich die Cookie-Meldung weggeklickt.

Dann habe ich auf das Java-Script gewartet. Also das Script, das mich noch vor dem Lesen des Blogs aufforderte, doch direkt den Blog-Newsletter zu abonnieren und/oder es auf Facebook zu liken.

Dann war ich weg.

Lese ich dieses Blog halt nicht. Muss ja nicht.

2016-03-29

Der Pfirsch-Test

Man unterscheidet den nach Berlin Zugezogenen oder auch Touristen immer vom gebürtigen Berlin anhand des Pfirsich-Tests.Der Zugezogene aka Tourist spricht Pfirsich meist „Pffiersich” aus, während es beim Berliner immer ein „Pfürsisch” ist.

Ist ganz einfach. Funktioniert praktisch immer.

Ne Bank



S. war begeisterte Zoogängerin. Zum Abschied wünscht sie sich anstatt Blumen Spenden für eine Bank im Zoo.

2016-03-25

Nix da mit „fröhliche Ostern”.

Kinders, heute ist der Tag an dem Jesus Christus … naja, sagen wir es mal höflich, unangenehme Bekanntschaft mit als zum Kreuz geschlagenem Holz machen musste und dann für … äh … unbestimmte Zeit erst einmal physikalisch in den Exitus abdankte.

Das macht – auch heute noch – alle Christen weltweit so traurig, dass sie heute z. B. nicht öffentlich tanzende Flashmobs etc. ausführen möchten.

Ich sag's mal so: gerade HEUTE frohe Ostern zu wünschen ist, naja, nicht der idealste Tag im Jahr an dem man das tun sollte. Wartet lieber bis Sonntag, dann erzähle ich Euch die Geschichte von den nicht verwendeten Dufölen und wie Jesus auf sein Baumwolltuch pfiff. Dann wird's auch wieder fröhlich. Okay?

Aus der Reihe: Geschichten zum Karfreitag.

Geduld

Eine Reportage über Pilgerbrauchtum zu Ostern in Jerusalem und in Deutschland. In Jerusalem Unmengen von Menschen, die in einem Hof stundenlang bei sengender Hitze warten müssen. Der Reporter spricht mit ihnen, sie alle lächeln entzückt und antworten auf seine Fragen, ob sie nicht ungeduldig wären und nicht leiden würden, dass Jesus auf seinen Kreuzgang auch geduldig gewartet hätte und das Kreuz so später getragen hätte und auch sein Leiden am Kreuz geduldig (sic!) ertragen hätte und dann sei das für einen selbst schon alles okay so.

Werde ich das nächste Mal, wenn mir irgendjemand hinter mir an der Supermarktkasse wegen einer lächerlichen Minute Wartezeit wieder die Ohren voll jammert, ruhig in die Argumentation einbringen. „Du, Jesus hat auch geduldig gewartet … auf den Kreuzgang, … die Kreuzigung, … die Auferstehung.” Das Satzende kann man je nach Tageslaune wählen. Das wird bestimmt sehr schön. Mal gucken, ob ich dann auch so einen verzückten Gesichtsausdruck hinbekomme, wie die Befragten, in meinem persönlichen Moment des Genervtseins.

Ist doch nicht alles schlecht am Christentum.

2016-03-19

Gehen.

Als S. 2011 die Nachricht von ihrem Brustkrebsrezidiv erhielt, was kein echtes Rezidiv war, weil es sich um eine andere Art von Tumorgeschehen handelte, war in dieser Aussage gleichfalls die Zukunftprognose, dass es nun nicht mehr um Heilung ginge, sondern nur noch darum ginge wie lange sie noch hätte. Es gab eine Prognose von ca. drei Jahren, wenn's gut ginge. Die hatte sie – das wissen wir heute – dickschädelig und so unglaublich tapfer, wie sie war, maximal getoppt.

Sie stieg in die Behandlung ein und gönnte sich in der Zeit bis auf wenige Wochen*, in denen sie noch verreiste, keine Ruhe vor den unterschiedlichen Chemotherapien und Bestrahlungen und lebte mit sehr unterschiedlichen Nebenwirkungen von Herzinsuffizienz bis das Leben beeinträchtigenden schweren Husten. (*Stimmt gar nicht, wie mich heute ihr Ehemann erinnerte, beide sind sogar noch nach Japan gereist, da htte sie die Chemo in Kühlboxen dabei, vorab geklärt mit der Fluggesellschaft.) So hielt sie aber eine ganze Zeit die Metastasen in Schach und vor allem denen bei der zweiten Diagnose schon festgestellten Lungenmetastasen, zeigte sie derweil, wo der Hammer genau hing.

Ihre Devise war, dass sie leben wollte, jeden einzelnen Tag und während sie bei der Ersterkrankung noch im Falle eines Falles vom Schweizer Modell sprach, war hier nun, bei dieser neuen Erkrankung ein selbstbestimmtes Gehen keine Option mehr für sie. Sie wollte jeden verdammten Tag für sich. Sie lebte so von Urlaub zu Event, genoss die Feste wie sie fielen, gönnte sich Ruhe oder auch nicht – machte alles mit, was ihr seitens der Medizin so etwas wie einen Aufschub versprach. Vorrangig aber stellte sie sich dem Krankheitsverlauf sehr unbequem in den Weg und ließ einfach nicht so einfach mit sich machen, was der Herr Krebs mit seinen Mitläufern so von ihr wollte.

S. ist schuld, dass der Krebs von nun an mit seinen dritten Zähnen durchs Leben schleichen muss. Er hat sie sich an ihr einfach ausgebissen.

Als die ersten Hirnmetastasen diagnostiziert wurden, entschied sie sich für die Bestrahlung. Ungeachtet der Tatsache, dass niemand weiß, was diese Behandlung mit einem macht – denn spurenlos lässt man sich halt keine Löcher ins Hirn fräsen. S. sprach über ihre Ängste und ging dann dadurch. Eine Zeitlang sogar sehr erfolgreich. Es gab geringe mentale Ausfälle, die seitens des Ärzte als eine Folge der Behandlung – jedenfalls nicht als Ausfall hervorgerufen durch die Metastase – befundet wurden. Damit konnte und wollte sie leben. Das war ihr persönlicher Opfergang für jeden einzelnen Tag mehr auf dieser Welt.

In dem letzten Jahr hatte sie zunehmend neurologische Ausfälle, die ihr das Sehen und vor allem die Mobilität erschwerten. Erst half ein Rollator, dann der Rollstuhl; die Stürze in der Wohnung wurden häufiger. Wohnungsumbauten: Schwellenbeseitigung, eine begehbare Dusche. Ein Krankenbett in der Version „chic”! (Die Dinger sind heute nämlich ins normale Ehebett integrierbar.) Sie verbrachte mehr Zeit im Bett, sah TV und häkelte; bis auch das immer schwieriger wurde. Ihr Sprachzentrum ging langsam seine eigenen Wege. Sie die wenigen Treppen runter- und wieder hochzubekommen, war kein Kinderspiel. Die Aufenthalte in der Wohnung ohne Unterbrechungen nach draußen, von Arztbesuchen abgesehen, wurden länger

Im Sommer letzten Jahres wollte ihr Onkologe die Therapie einstellen, woraufhin sie ihm den Marsch blies und beiden befahl weiterzumachen. Während wir fürchteten, dass sie 2015 nicht überleben würde, feierte sie mit uns kurz vor Weihnachten ihren 50. Geburtstag. Ein Ereignis zu dem wirklich alle kamen, selbst mittlerweile in Australien lebende Schulfreunde und wir sie hochleben ließen. Das war ein schöner und trauriger Abend zugleich. Sie hielt brav bis Mitternacht durch, als wir alle mit erstickter Stimme „Happy Birthday” sangen. Ein Moment bei dem mir heute noch die Gänsehaut unter die Kleidung kriecht. Sie hat's genossen, ging irgendwann um ein Uhr ins Bett und war nur am nächsten Tag betrübt, dass sie irgendwann einen Filmriss hatte.

Im Dezember heiratete ihr ältester Berliner Freund und Trauzeuge und bat sie seine Trauzeugin zu sein. Zu der Hochzeit begleitete ich sie, der Rollstuhl wollte mittlerweile geschoben werden. Silvester feierten wir zusammen, da fiel ihr langsam das Essen schwer.

Vor ca. drei Wochen entschied ihr Arzt, die Therapie zu beenden. Das aktuelle CT zeigte eine Übermacht an Metastasen im Gehirn, eine besonders linkes Ding hatte sich am Hirnstamm breit gemacht. Es gab eine Prognose von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Die Hirnstammmetastase ließ keine echte Prognose zu dem „wie?” zu. Sie hatte von nun an viel zu tun, denn die Freunde von ihr kamen, um sie zu begleiten.

In ihrer Sterbewoche, die am 5. März begann, war sie Montag und Dienstag völlig bei Bewusstsein und freute sich über jeden Besuch. Am Montag hatte sie ihr Mann A. sogar noch mal für 30 Minuten in den Rollstuhl setzen können, so dass sie mit uns Kaffee und Kirschstreuselkuchen essen konnte. Sie hat sogar ein klein wenig davon gegessen, später im Bett nochmals. Alleine das Essen fiel ihr mittlerweile sehr schwer, auch wenn das hochdosierte Cortion ihr Hunger machte. Sie mochte die Astronautennahrung trinken, die ihr A. ihr servierte. Sie wollte uns viel erzählen, auch wenn wir Deppen sie nicht mehr wirklich verstehen konnten. Aber sie hatte im Rahmen ihres Zustandes Spaß an diesen Tagen, sie freute sich sichtlich, wenn man ihr beschrieb, was die Katzen so trieben. Sie freute sich über die Freunde, die kamen und lange blieben – auch wenn sie das anstrengte. Dienstag brachte ich ihr noch selbst gemachte Rote Grütze und Vanillesauce rum. Auch darüber freute sie sich sichtlich und hatte nach ihr verlangt und eine erstaunliche Portion gegessen. Sie mochte die letzten beiden Tage, an denen sie bei Bewusstsein war, offensichtlich sehr und hat ihr Leben genossen.

Ab Mittwoch war sie eigentlich kaum noch ansprechbar. Sie schlief sehr viel und bekam sehr hohes Fieber. Erst wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert und dementsprechend behandelt, wenn sich später auch herausstellte, dass dies ein Symptom des beginnenden Organversagens im Verlauf der Sterbephase war. Mittlerweile war zur – bereits seit Monaten aktiven – Pflege für sie die Palliativversorgung bestellt. Von nun an bekam sie ein hochdosiertes Beruhigungsmittel, das ihr die innere Unruhe und Angst vor dem Gehen nehmen sollte. Sie erhielt oral Morphin, das die nächsten Tage dann höher dosiert injiziert wurde. Da sie nun nicht mehr selbstständig essen konnte, griff ab diesem Moment ihre Patientenverfügung in der sie eine künstliche Ernährung für sich ausgeschlossen hatte. Ihr wurde ein Zugang gelegt über den sie mit Flüssigkeit auf einer geringen Infusionsgeschwindigkeit versorgt wurde, damit sie trotz der eingestellten Versorgung keinen Durst in den kommenden Tagen erleiden musste. Während der akuten Fieberphase erhielt sie etwas mehr Flüssigkeit, um sie nicht durch die Folgen des Fiebers zu quälen, dies wurde aber seitens des Arztes wieder runter geregelt, sobald das Fieber halbwegs im erträglichen Bereich lag. Und sie empfing Besuch von Freunden, wie auch in den kommenden Tagen.

Die Pflege kam mindestens drei Mal am Tag, um sie zu versorgen. Es gab einen Notdienst, den wir jederzeit rufen konnten, wenn Dinge außer der Reihe geschahen, z. B. etwaiges Krampfverhalten, damit man damit a) nicht alleine war und b) ihr sehr schnell geholfen werden konnte. Der Palliativarzt war jederzeit rund um die Uhr für sie und A. erreichbar. Die Pflege hielt jedes Mal nachdem sie vor Ort waren mit ihm Kontakt, um so beim nächsten Pflegezyklus seine Anweisungen, wie z. B. Erhöhung der Medikamente, umzusetzen. So war er – trotz physischer Abwesenheit – stets präsent, was uns viel Ruhe schenkte. Seitens des Pflegedienstes war man auch sehr bemüht, ihr jetzt nur noch die beiden Pflegerinnen zu schicken, die S. am liebsten mochte. Ansonsten war S. in der Zeit und in den Nächten liebevoll von ihrem Ehemann und ihrer Schwester versorgt. Ich versuchte so viel Zeit wie möglich auch da zu sein, um die Beiden zu unterstützen – und um bei S. zu sein, wenn die beiden es nicht konnten.

S. hatte zu ihrem Sterben eine sehr pragmatische Einstellung, die sie schon durch ihre ganze Krankheit getragen hatte: „Arschbacken zusammen kneifen und durch.” Sie wollte aber nicht alleine sterben. Das war also der Deal, sie nicht alleine zu lassen. So saßen wir da diese letzten Tage, lüfteten regelmäßig, kühlten Gesicht und Hände und beguckten ihren Brustkorb, an dem sich der Sterbeverlauf noch am ehesten abzulesen ließ. Nebenbei lief im Fernseher »Criminal Minds«. S. liebte Splattermovies und Krimiserien, so hatte sie ihre bewusste Zeit verbracht. So tat sie das auch die letzten Tage. Und wir sprachen in dieser Zeit mit ihr als wäre sie bei uns und bei Bewusstsein. Abends saßen wir bei ihr mit einem Getränk unserer Wahl (Alkohol oder auch nicht) und guckten zusammen mit ihr Krimis. Das tat immer gut so mit ihr zu sein.

Ganz selten gab sie noch – außer des geräuschvolleren Atmens – Töne von sich. Vorrangig während der Pflege, wenn sie umgelagert werden musste. Selten öffnete sie dabei die Augen, die dann aber schon verdreht waren. Das war ihr unangenehm, der Dekubitus machte nun zu schaffen – aber eine andere Lagerung hätte ihr das Atmen erschwert und das wäre vorrangig für sie unangenehmer gewesen. Es war sehr deutlich zu merken, dass sie, solange sie nicht bewegt wurde, wirklich gar keine Schmerzen hatte. Einzig das Atmen strengte sie manchmal an. Sie schlief einfach sehr viel und tief.

Am Freitag wurde ihr Atmen angestrengter. Zunehmend. Sie hatte schon seit Monaten unterstützend eine Luftversorgung im Haus, die sie über die Nase mit Sauerstoff versorgte. Diese Versorgung erhielt sie natürlich weiterhin. Freitag war an ihrem Atmen sehr deutlich zu spüren, dass sie in die finale letale Phase eingetreten war. Die Schnappatmung, die am Mittag erst jeden 16. Atemzug auftrat mit einem abschließenden Atmenaussetzer von mehren Sekunden, kam am Abend nach dem letzten Pflegeintervall mit jedem Atemzug. Bei jedem zweiten Atemzug hatte sie sehr lange Atemaussetzer, die ein wenig an unseren Nerven kratzten. Wir hielten es für sehr wahrscheinlich, dass sie den Samstag nicht mehr erleben würde.

Freitag haben wir ihr gesagt, dass ihr Vater (der nicht in Berlin wohnt und schon hochbetagt ist) nicht mehr kommen könne und sie bitte nicht auf ihr warten solle. Freitag haben wir ihr auch gesagt, dass es nun definitiv dem Ende zugeht, dass sie loslassen darf. Wir haben ihr gesagt, dass sie nun gut versorgt ist, dass wir sie nicht mehr alleine lassen würden; dass immer jemand bei ihr sein würde und sie keine Schmerzen haben würde und dass sie einfach einschlafen würde unter der medikamentösen Versorgung. Wir haben versucht, ihr die Angst zu nehmen. Diese Dinge auszusprechen, das war nicht leicht. Aber S. wollte immer und zu jeder Zeit über ihren Zustand informiert sein und dann musste wir eben für sie stark sein. Sie wurde ruhiger. Die Medikamente machten einen guten Job.

Samstag empfing sie nochmals zwei liebe Freundinnen, da atmete sie nur noch flach und ruhig. Sie öffnete wohl auch noch mal die Augen – ob sie das im Bewusstsein tat oder ob das einfach nur die Phase war in der der zusammenbrechende Kreislauf, die in der Folge mangelnde Sauerstoffversorgung des Gehirnes die Menschen noch einmal ihr Leben erleben lässt – das weiß keiner. Dies ist übrigens eine Phase in der Sterbende noch ein letztes Mal erstaunlich körperlich aktiv werden können, sich sogar wieder aufsetzen im Bett und die Beine baumeln lassen. Sie sind dann nicht mehr ansprechbar aber man soll sie um Himmelswillen das machen lassen und sie nicht in Positionen festhalten („fliegende Arme” fliegen lassen), weil sie sonst innerhalb des Sterbeprozesses auch noch mal gefangen sein könnten und er sich dann unnötig lange hinzieht, hatte mir eine Freundin, die in der Hospizbetreuung arbeitet, erklärt.

Sonntag früh zwischen sechs und sieben Uhr ist S. neben ihrem Mann ganz sanft entschlafen.

Ich durfe S. danach noch einmal besuchen und mich bei ihr bedanken und verabschieden. Mir ihr einen letzten Kaffee trinken. Sie lag ganz friedlich in ihrem Bett, die Spasmen der letzten Wochen, die ihre Körperhaltung so beeinflusst hatten, waren gänzlich verschwunden. Sie lag gemütlich da, als würde sie schlafen. Im Gesicht war sie etwas schmaler geworden über die letzten Wochen und finalen letzten Tagen, weil sie nicht mehr viel gegessen hatte. So sah sie wieder mehr aus wie die S. bevor die hohen Cortisondosen sie äußerlich sehr veränderten. Sie sah wieder richtig schön aus, so wie sie einfach war: eine sehr schöne Frau!

Ich selbst erachte es als sehr wichtig noch einmal Abschied nehmen zu können im Tod. Es ist nicht der gleiche Abschied wie im Leben. Es tut gut jemanden anzusehen, dass er nun gar keine Qualen mehr hat. Wenn man es einmal gemacht hat, ist es im Rahmen der Trauer unbeschreiblich hilfreich.

Der Arzt kam die notwendigen Formalitäten zu erledigen, damit der Haustod nicht der Polizei gemeldet werden musste. Es kam sogar noch eine ihre liebsten Pflegerinnen, um sie anzukleiden, obwohl diese gar keinen Dienst mehr hatte. Mittags wurde sie dann vom Bestatter abgeholt.

Ihr Ehemann hatte ihr ermöglicht ihre letzten Tage so leben und dann so gehen zu dürfen, wie sie es wollte. Die letztendliche Entscheidung hatte sie immer ihm überlassen, denn er musste ja mit diesem Geschehen in der Wohnung weiterleben können. Er hat das durchgezogen, hat sie gepflegt, hat sich den beruflichen und finanziellen Einschränkungen, die so eine Ganztagespflege nötig machen, ergeben. Er war für sie da, geduldig und liebevoll, auch in den Zeiten in denen die Krankheit sie veränderten und natürlich auch gemein und quengelnd sein ließen. Was ihr hinterher immer sehr leid tat. Sie tat das nie mit Absicht. Sie durfte zu Hause bleiben und gehen, sie durfte in ihrer Umgebung sein – obwohl man auch Hospize vorab besichtig hatte – sie wurde umsorgt und gepflegt. Sie durfte bei ihren Tieren bleiben. A. gab für sie sehr sehr viel. Er gab uns Freunden aber auch damit die besondere Gelegenheit, dass wir uns bei ihr zu Hause verabschieden konnten – und nicht in irgendein Krankenhaus oder Hospiz gehen mussten, was das Bild im Abschied doch auch sehr beeinträchtigt.

Ein wahnsinnig starker Akt! Ich ziehe vor A. meinen Hut!

Sie durfte so gehen. Und sie hatte – auch aufgrund ihrer Patientenverfügung – einen selbstbestimmten, schnellen und schlussendlich fast schönen Tod. Das war das, was A. und wir ihr, sie begleitend, geben konnten.

Ich habe das aufgeschrieben, um Euch da draußen zu erzählen, wie friedlich, umsorgt und schön es sein kann, wenn man jemanden zu Hause sterben lässt. Die Palliativversorgung – zumindest in den Städten – macht das heutzutage möglich. Es gehört sicherlich viel Mut dazu und Kraft. Aber was am Ende bleibt, ist das sehr schöne und tragende Gefühl, dass man der Person den Abschied so schön und gut wie möglich gemacht hat – wenn man es kann. Ich hoffe, S. macht Euch für die Zukunft Mut.

Hö hö …

sich eine Kanne frischen Kaffee aufsetzen, die Kanne der Kaffeemaschine entnehmen und den Kaffee mit vollem Schwung direkt in den Ausguss kippen, anstatt in die daneben stehende Tasse.

Eigentlich sehr sehr lustig. Wenn das nicht zufällig meine Nerven wären, die da Klabautermann mit mir spielten.

2016-03-16

Ich habe gerade …

… mit der Färbepackung im Haar, diese hoch zum Turm geformt, unternächtigt und überernährt mit Lesebrille vor den Augen in den Spiegel geguckt.

Nicht nachmachen!

2016-03-15

Vorhin …

… war ich beim Friseur. Da wollte ich schon seit Wochen hin aber … naja, leichte Prioritätenverschiebung. Fünf Zentimeter gelassen. Mir Lob für meine Haare eingesammelt. Dann sitzt man da und überlegt, wie man wohl aussieht ohne Haare, was das mit einem macht? Hätte ich den Mut sie gleich in der Gänze abschneiden zu lassen? Für eine Echthaarperrücke?

S. hatte immer raspelkurz geschnittene Haare, ausrasiert, vorne einen Bürzel. Eine Länge, die von heute auf Sonntag wieder nachgewachsen wäre. Und trotzdem hatte sie gelitten wie ein Hund, als diese unter den zahlreichen Chemos ausfielen. Die Frau, von der ich dachte, Haare wären nie ihr Thema, hatte plötzlich ein riesengroßes Thema: ihre Haare.

Beim Blick in den Spiegel vorhin festgestellt, wie scheiße ich gerade aussehe. Ich bin mit ihrem Tod soweit im Reinen, die Vorbereitungszeit war ausreichend lang, der Tod unter den fürchterlichen Umständen ein erstaunlich guter, relativ schneller. Ich bin traurig, aber dankbar dafür, dass sie wortwörtlich entschlafen durfte. Dann guckste in den Spiegel und siehst eine einzige große Selbstlüge.

Die erste Freundin ist gegangen. Das ist eine verfluchte Hausnummer.

2016-03-10

Die Kampfmaus

An so einem Sterbebett zu sitzen, das schlaucht. Der Atmung lauschen, im Hintergrund laufen ihre Lieblingskrimis in Dauerschleife, bei jedem Atemaussetzer angstvoll auf den Brustkorb starren, ob er sich nicht doch wieder bewegen will. Noch will er. Aber der Atem geht jetzt schnell, setzt eben auch aus. Die Pflege spricht von der finalen Phase, rät der Schwester bis Sonntag zu bleiben. Aber letztendlich weiß man es nicht.

Sterben kannste zu Hause vor allem eines: nicht in Ruhe! Ständig klingelt es an der Tür, weil die Pflege, der Sauerstoffdienst, der Pallitativarzt, die Pflege, der Ergotherapeut, die Apotheke, eine Freundin, die Pflege, (DHL-Bote), nochmal die Apotheke, die Pflege klingelt. Die akute Krise heute früh – gestorben wird, verdammte Hacke noch mal, an der Hirnstammmetastase und nicht an an einer schnöden Lungenentzündung, da haben wir auch unseren Stolz! – nochmal mit Antibiose und Fiebersenkern abgewendet. Und vor allem Flüssigkeit. Keine Ernährung mehr, so will es ihr Wille. Der geschieht.

Heute Abend dann gemütliches Beisammensein mit Morphium (sie), Fun-Jever (er), Jever (Schwester), Prosecco (ich). Jedem seine Drogen. Friedlich. Dem Aquarium zusehen. Die Katzen niedlich finden. Dumme Sprüche reißen. Tropfen der Infusion zählen. Ihren Atem hören.

Bleibt es so wie jetzt, fühlt es sich fast gut an im Schlimmen. Das Morphin belügt uns frech ins Gesicht und behauptet, es ginge ihr da, wo sie jetzt ist und so schnell atmet, halbwegs gut.

Na dann …

2016-03-08

Weltfrauentag

… ist so „einen Tag lang lassen wir die Frauen mal ins Horn blasen, wie ungerecht die Welt doch ist; einen Tag lang halten wir das schon mal aus und morgen machen wir weiter wie bisher.”

Nein danke. Will ich nicht. Brauche ich nicht.

2016-03-07

Gestern …

… habe ich Kirschstreusel gebacken. Tiefgefrorene Sauerkirschen, selbst entsteint. Dann haben wir mit meiner Freundin, ihrem Mann, ihrer Schwester und ihr und den beiden Katzen Kuchen gegessen. Wir konnten sie sogar noch mal für 20 Minuten in den Rollstuhl setzen. Das wird nicht mehr oft gehen. Sie hat ein ganz kleines bisschen Kirschkuchen gegessen, später im Bett noch einmal. Winzig kleine Portionen. Wir haben Späßchen gemacht über meine Kirschentkernkompetenz. (Kompetenz ist im Zusammenhang mit dem Kirschentkerner und mir vielleicht nicht das richtig Wort.)

Sie ist noch ganz klar, hinter all dem was ihr Körper ihr nicht mehr erlaubt zu tun, das merkt man. Sie kann nicht mehr kommunizieren. Da ist eine ganz leise Sprache mit kaum verständlich gesprochenen Worten, manchmal kann ihr Mann sie noch verstehen. Oft nicht. Also müssen wir ständig fragen und die Zeichen erahnen, selbst ein Nicken ist nur noch angedeutet. Manchmal werden ihre Augen feucht.

Sie ist noch wach und bei uns. Wohl nur noch wenige Stunden in ihrem Leben. Das sind die schönen Stunden im Abschied, die bleiben werden.

Sie sieht uns, ihre Freunde, nun alle kommen, so konzentriert und sie kann natürlich 1 + 1 zusammen zählen. Ich wünsche ihr so sehr, dass sie loslassen kann.

2016-03-05

Fügte …

… ich die Atomteilchen in meiner Rinderbrühe wieder zusammen hätte ich Markklößchen.

2016-03-04

Rindersuppe

Neulich ein Foto von einer einfachen Rindersuppe in einer Facebook-Gruppe (in der Menschen ihr aktuelles Tagesessen posten, schlimme Sache) gesehen und seitdem so einen Brast auf eine reine Rindersuppe. Die habe ich gerade aufgesetzt. Erstmals mit Markknochen. Ich habe keine Ahnung, warum ich noch nie eine Suppe mit Markknochen angesetzt habe. Nur mit Suppenfleisch. Dabei hat meine Mutter die immer mit Markknochen gemacht, denn als Kind habe ich es geliebt den Markknochen auslutschen zu dürfen bzw. das Mark, wenn es in der Suppe schwamm, zu retten.

Ja. Ich bin Knochenmarkliebhaberin. Und jetzt darf die Suppe vor sich hinsimmern, bloß nicht köcheln à la Schuhbeck, damit sie klar bleibt und dann gibt es Knochenmark. Wie früher.

Seelenesssen. Hier ist's gerade ein bisschen traurig sonst. Der März wird noch unangenehm werden. Die Freundin wird nun für immer gehen müssen. Und wir haben alle Angst. Auch wenn man weiß, dass so ein Ende ansteht, man ist dann doch nie vorbereitet, wenn es soweit ist. Es geht zu schnell. Immer.

Ich bin so froh für sie, dass sie so einen wirklich guten und tollen Mann hat, der sich so lange und liebevoll um sie kümmert. Aber natürlich hat er auch Angst. Sie auch.

Nervenrindersuppe. Zweidimensional.

2016-02-29

care2share

Sebastian Basedow kenne ich aus Zeiten als wir beide (mit vielen anderen Autoren) noch für das Hauptstadtblog geschrieben haben. Sebastian kenne ich als sozialen, politischen, sehr klugen und vor allem warmherzigen und authentischen Menschen. Ein Mensch, dem ich unbedingt vertraue. Obendrein ist er auch noch schrecklich sympathisch.

Er hat mir vor einiger Zeit von seinem Herzensprojekt erzählt, einem Projekt für das er Anstellung und sicheres Einkommen aufgegeben hat, um es voran zu bringen. Er hatte mich früh gefragt, ob ich daran mitarbeiten wollte. Ich mussste das aus unterschiedlichen persönlichen Gründen ablehnen. Mittlerweile hat er für sein Projekt einige engagierte Mitstreiter gefunden, darunter u.a. Andreas Gebhard, vielen bekannt als (nun ehemaliger) Geschäftsführer von newthinking, vor allem Mitorganisator der re:publica.



care2share steckt nun in den Startlöchern. Es ist ein Vertriebsprojekt, das – am Anfang natürlich noch mit einer sehr übersichtlichen Produktpalette starten wird – Körperpflege- und Haushaltsreinigungsprodukte, vegan und fair produziert, anbietet. Von den Erlösen wird jeweils 1 Euro an eine lokale soziale Initiative gehen.

Der Anfang wird gemacht mit veganer Naturkosmetik Flüssigseife. Die erste Idee war ein Hygieneprojekt für Obdachlose in dieser Stadt mit dem Erlös zu unterstützen, da sind die großen Träger der Wohlfahrtspflege wohl noch nicht reif für die Zusammenarbeit mit einem StartUp, so dass man jetzt als erstes das Projekt StreetCollage des Gangway e. V.-Vereins unterstützen wird. Gangway e. V. leistet klassische Straßensozialarbeit – vorrangig mit jungen Menschen bzw. Erwachsenen, die auf der Straße leben. Das StreetCollage bietet jungen Menschen die Möglichkeit sich in kreative Berufsformen zu bilden bis hin zu einem Diplom. Das Besondere dabei ist, dass die Schüler ihren Lehrplan gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse und Wünsche mit gestalten können – ein wichtiger Weg, um junge schulmüde Menschen wieder Lust auf eine Ausbildung zu machen, vor allem ihnen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen.

care2share ist natürlich am Anfang auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Seit dem 25. März 2016 läuft die Crowdfunding-Aktion auf Starnext. 10.000 Euro sind für den Start aufgerufen – das ist im Vergleich zu vielen anderen StartUps nicht viel und sicherlich knapp kalkuliert. Hinter diesem Link findet Ihr noch viel mehr Informationen zu diesem Projekt und seinen Verantwortlichen.

Es wäre schön, wenn der/die eine oder andere Leser/Leserin mitmachen würden, dich denke, es ist ein wirklich gutes Projekt. Es hat einen guten sozialen Anspruch – und vor allem: es sind gute Leute, die hinter dieser Idee stehen und daran glauben, dass man Gutes tun kann und muss in dieser Welt! Insofern: auch kleine Spendensummen helfen. Sehr! Größere natürlich auch. Sehr!

Dankeschön!

2016-02-24

Gestern …

… eine Einladung zum Brustkrebs-Sceening erhalten. In anderen Worten, ich bin jetzt offiziell alt oder auch nun 50.

Nun ist gegen eine solche Einladung sicherlich nichts zu sagen, wenn es denn zunächst erst einmal eine Einladung wäre und man mir nicht direkt einen Termin auf das Auge drücken würde, der

a) bei einer mir völlig unbekannten Ärztin
b) ratzfatz binnen 14 Tage
c) aus Berliner Sicht am A.d.W.* (Arsch der Welt) stattfinden soll, was hier heißt fast einstündige U-Bahnfahrt, während das Brustkrebsscreening im Urbankrankenhaus für mich ein Weg von zehn Minuten wäre. Zu Fuß.

Ich werde mich sicherlich demnächst mit Absprache meiner – mir bekannten Ärztin – mammographieren lassen. Die Letzte liegt nun zehn Jahre zurück. Sehr sicher werde ich mich nicht auf den möglichen Anraten eines Screenings hin alle zwei Jahre röntgen lassen. Ich vertraue da zuallererst auf eigene Beobachtung und Arztkonsultation. Warum? Ich traue bei einem Screening schlicht der Routine nicht.

So oder so werde ich zickig, wenn man mir Ärzte aufdrücken will – ohne mich über diese zu informieren. Vom Schutz meiner Daten ganz abgesehen. Wo sind wir hier eigentlich?

2016-02-21

Früh am Morgen …

… noch im Halbschlaf beschließen, heute mit der Mum zu telefonieren. Vorfreude umgibt den Halbschlaf und macht alles ganz leicht, hell.

Im Wachwerden begreifen, dieses Telefonat wird es nie mehr geben.

Tagesform gesetzt.