2012-09-22

Leseempfehlungen

Hatte ich mir neulich noch fest vorgenommen mindestens zwei Blogs pro Woche hier zu empfehlen, wird mir diesen Moment klar, dass ich es nicht in der Gänze hinbekommen habe, diesem Vorsatz zu folgen. Warum? Die Wochen sind zu schnell rum dieser Tage. Und überhaupt …

Frau engl@absurdum schreibt eine persönliche und schöne Selbstansicht zu dem Online-Projekt #609060, das in der Hauptsache an mir vorbei gegangen ist, davon abgesehen, dass ich natürlich auf Twitter plötzlich täglich meine hauptsächlich weibliche Timeline mit und ohne Kopf angezogen bewundern darf. Den Teilnehmerinnen scheint es viel Freude zu bringen, die schriftliche Auseinandersetzung hierzu. Nun ja, Frauenprojekt müssen wohl auch immer intellektuell besprochen werden, wir sind halt so …

Herr Buddenbohm hat sich die schönsten Gedanken gemacht, wie er eine stilsichere moderne Situation mit einem Sohn in das Reich gelesener Klassiker hinüber retten kann und daraus wundervolle Buchempfehlungen gemacht. Einfach schön!

2012-09-21

Hatte ich erwähnt, …

… dass ich nunmehr unweit (zwei Minuten Fußweg) hier wohne? Rechts auf der schwimmenden Insel sieht man den weltberühmten Kreuzberger Reiher im Bild. Es ist ein ganz großartiger Platz, um abends in Ruhe bei einem Glas Saft/Tee/Wein/Bier noch einmal den Tag zu verdauen.

2012-09-19

Job wanted!

Die aktuelle berufliche Aufgabe ist zeitlich befristet und daher suche ich zum 1.11. d. J. eine neue, schöne, glücklich machende – weil mich vor allem fordernde – berufliche Spielwiese im Bereich Neue Medien, Training, Text, SEO/SEM, Produkt- oder Projektmanagement.

Ich lerne durchaus gerne neue Geschäftsfelder kennen und arbeite mich schnell in sie ein. Am liebsten möchte ich mit großartigen Kollegen im Team die Dinge zum Positiven entwickeln. Ich agiere engagiert in einer eigenverantwortlichen, strukturierten und effizienten Arbeitsweise. Glücklich macht mich eine Aufgabe vor allem dann, wenn ich mich nicht mit ihr langweile. Viel lieber baue ich auf, als dass ich einreiße.

Ich bin konzeptstark und immer für eine offene und motivierende Interaktion in Wort und Schrift. Daneben bin ich durch und durch eine echte Dienstleisterin: ich kommuniziere standfest mit Durchsetzungsvermögen, zusammen mit Höflichkeit und serviceorientiertem Denken und Handeln.

Aus meiner bisherigen beruflichen Vergangenheit gibt es insbesondere Berührungspunkte zu den Bereichen Internet (ISP, Online Marketing und Social Media Management), Training, Fotografie, Apple und im Gesundheitswesen. Für eine Erweiterung meiner Kenntnisse bin ich immer offen und auf neue berufliche Erfahrungen gespannt, die natürlich gerne kombinierbar sind mit meinen ganz privaten Interessen wie Food, Kochen, Fotografie, Autos u.v.m. Ich mag Entwicklung, meine hohe autodidaktische Kompetenz beweist mein bisheriger Lebenslauf.

Wenn Ihr von Ihr von schönen Arbeitsaufgaben hört oder lest, die Euch an mich denken lassen, dann freue ich mich über Eure Hinweise sehr. Natürlich liegt mein geographisches Herz schon aus Gründen an Berlin – alles andere kann man eben schauen. Eure wundervollen Mails bitte an: creezy at gmx.de

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Transportwesen …

Wenn ich einen weißen Transporter besitzen oder fahren würde, der in Deutschland zugelassen ist, interessanterweise aber mit Rechtslenkung aufwartet, dann …



dann würde ich mir linksseitig auch einen fast mannhohen Ernie auf den Beifahrersitz montieren.

(Aus der Reihe: alles richtig gemacht!)

2012-09-17

Rosenkohl



Vierkommafünf Pflanzen habe ich davon diese Jahr auf dem Balkon gepflanzt. Ich sah Rosenkohl erstmals vor einigen Jahren auf dem GEN-Testgelände vom MPI in Potsdam und habe mich in die Pflanze verliebt. Naja, Stadtkind eben.

Bis auf eine Pflanze, die nicht allzu sonnig steht, tragen jetzt alle Fruchtansatz. Sind noch recht klein aber sie können ja noch lange lange bis in den späten Herbst hinein wachsen. Ich bin für meinen Teil entzückt, die Pflanze selbst hat mich den Sommer über begeistert. Sie wächst so schön stolz und grünsilbrig. Und Rosenkohl esse ich nun einmal für mein Leben gerne.

Also ab sofort mehr Kohl auf dem Balkon! Und morgen werde ich die Pfefferminze ernten und trocknen …

2012-09-16

Licht

Im Lieblingsklamottenladen (Bauhaus) lief mir gestern endlich eine Lampe für das Esszimmer zu, dass bisher am Abend noch komplett im Dunkeln liegt. Mit Lichtgestaltung tue ich mich immer unheimlich schwer. Bisher hat nur das Schlafzimmer eine passable Lichtgestaltung. Passabel bedeutet hier sehr wahrscheinlich für Innendesigner völlig indiskutabel, zumal sie zu 50% wieder einmal aus Ware vom schwedischen Albtraumkaufhaus (schöner Vertipper eben: Albtraumkrankenhaus) besteht. Hiervon wollte ich in den anderen Räumen einmal Abstand nehmen wollen.

Das hat in der Küche schon einmal nicht geklappt, weil dort die Deckenleuchte vom Vormieter vom schwedischen Albtraumkaufhaus hing und noch hängt. Hier sind jedoch die nekischen Steckdosenleuchten aus dem Prozenteshop von uns' aller Kaffeedealer nachgewachsen. Deutlich günstiger und netter anzusehen als diese LED Dinger vom schwed… – okay, ich wiederhole mich jetzt hier mal nicht.

Gut, lag also gestern im Restregal Lampenwerk von 79,— Euronen auf 20,— reduziert. So ein typischer Arm mit vier kleinen Halogenstrahlern in erträglich aussehend. Mit – und jetzt kommt's – einer Fernbedienung. Die Arme sind getrennt verstellbar. Das heißt, ich kann künftig lichtgestalterisch je nach Weineinfluss Antipasti und Dessert einzeln unterschiedlich ausleuchten.

Und zur Hölle: ich werde das tun!

2012-09-15

Schön.

Heute Mittag war ich auf dem Markt in Charlottenburg. Dem Markt meiner Kindheit, wo es immer die kleingeschnittene Wiener am Wurststand gab, dem, der für uns Kinder diese supercolen Ministühle und -tische damals schon hatte.

Ich war da vergleichsweise spät und schritt daher direkt zum Lieblingstürkischepasten und -olivenstand, wo es die besten getrockneten Sauerkirschen gibt. Die getrockneten Sauerkirschen sind dort sehr sehr großartig, die Reise nach Charlottenburg immer wert. Beim „ich mache meine Wurst noch selber, dafür habe ich weniger Auswahl”-Fleischer gab es die beste Leberwurst. Und dann ging ich weiter zum befreundeten Obststand, der zu einem späteren Zeitpunkt immer unglaubliche Angebote hat und immer Petersilie zu Pilzen jeder Art auf's Haus dazu legt: heute gab es zum Schluss den Korb Steinpilze für fünf Euro zum Beispiel.

Auf Höhe des Blumenstandes kurz vor dem Fleischer rannte ein kleiner Hund an mir vorbei und ich dachte so bei mir, der wirkt nicht glücklich. Ob der wirklich weiß, wo er hinwill?

Ich ging dann den einen Gang nach oben, dort ist einer meiner favorisierten Currywurststände, auch mit kleinen Kindermöbeln, aber er steht auf der falschen Seite von dem Stand früher, der heute doof auf Öko macht (also Öko ist an sich toll aber nicht bei Berliner Currywürsten) und ich bestellte mir eine Wurst. In dem Moment in dem ich Wurst und Tüten am Stehtisch abstelle, sehe ich den kleinen Hund mitten auf der Straße, herzzerreissend verwirrt nicht wissend, ob er sich nun vom Auto rechts oder links oder dem geradeaus überfahren lassen soll. Zum Glück sind die Straßen dort klein, noch aus gutem alten Kopfsteinpflaster bestehend und man muss sich an rechts vor links halten, insofern waren die Fahrer alle sparsam in der Geschwindigkeit unterwegs. Ich ließ also Curry Wurst sein und erklärte dem Hund mit einem beherzten Griff an sein Halsband zu unser aller seelischen Ausgleich mit mir mitzukommen.

Das tat er auch. Es war ein sehr hübscher, kleiner, klug guckender mit halblangem Fell. Vertraute mir, wenn auch sehr ängstlich und im Grunde innen drinnen schon ganz aufgelöst aber sehr hundetapfer Haltung bewahrend. Im gleichen Moment stürzten irrsinnig viele Leute auf mich zu, die den Hund schon die ganze Zeit auf dem Markt beobachten haben wollten und ihn natürlich jetzt auch aufgreifen wollten etc. Und alle wollten ihn ja gerne nehmen, hätten aber Papageien. (Offensichtlich hat man als Charlottenburger Marktgänger halt eher Papageien als Hunde oder Katzen.) Nun denn, ich löste derweil meinen Rock von meinem Gürtel und wir bastelten uns eine schicke Leine. Ich entschied an der Ecke zu warten, sei erst einmal das Beste. Denn dort könnte uns ja jemand, der den Hund sucht, gut finden – weil gut sehen. Dann aß ich meine Wurst und der Hund blieb mit gelegentlichen Anwandlungen wieder weitersuchen zu wollen, ansonsten brav sitzen.

Jemand holte den Marktleiter. In der Hoffnung, wenn ihn jemand vermisst gemeldet hätte, wüsste er schon Bescheid. Der telefonierte ein wenig herum, aber die Marktsirenen hatte offensichtlich nichts zu vermelden – außer einem hundischen Einbruch beim einzigen Futterstand auf dem Markt. Es ließ sich aber nicht zurück verfolgen, ob es der gleiche Hund war. Ich hätte mich auch geweigert für so einen hübschen und braven Hund eine Einbruchsanzeige entgegen zu nehmen – zu diesem Zeitpunkt hatte er mich schon soweit, dass ich für ihn durch das Feuer gegangen bin. Er war ganz klar erkennbar ein guter Hund.

Wir riefen also die Polizei, denn der Hübsche trug eine schicke Steuermarke. Die kam auch alsbald und nahm ihn ganz entzückend lieb in Empfang und setzen ihn sehr vorsichtig ins Auto. Dann erzählten sie mir, was sie mit ihm machen würden – nämlich zum Tierarzt gehen und versuchen dort den Halter zu ermitteln, dann käme er in die Aufbewahrung. Sie bekamen noch meine persönlichen Daten und Telefonnummer, für den Fall, dass sich der Halter bei mir melden würde wollen. Und dann fuhren sie von dannen. Mein Rock hatte den Gürtel auch wieder.

Als ich später nach Hause kam, wo mein Handy brav auf mich wartete, hatte ich schon einen Anruf von der Besitzerin, der Stimme nach schon älter, in der Mailbox, die sich herzlich bei mir bedankte, dass sie ihren Hund zum Glück wieder hatte.

Was mich irrsinnig froh machte. Die beiden haben sich wieder. Sehr wichtig! Gute Enden sind sowieso ungemein wichtig bei solchen Abenteuern! Nur der Currywurststand hat ab sofort eine Kundin verloren, wer so einer verlorenen Seele nicht einmal eine kalte Wiener anbietet, taugt nix. Ich hab' da ja stellvertretend für alle Hunderassen auch meinen Stolz!

2012-09-14

Habt Mut, Frauen!

Und liebe Mütter: gebt Euren Kindern, vor allem aber Töchtern, Mut mit auf den Weg!

Heute nachmittag bin ich wieder U-Bahn gefahren. Ich steige Schönleinstraße ein, zwei lächerliche Stationen, die ich sonst immer laufe – aber die Füße taten weh und ich war müde.

Im Wagon steht ein Typ merkwürdig im Gang in eine Sitzreihe übergebeugt und versperrt halb den Weg zum Sitz, den ich einnehmen möchte und ich denke noch bei mir, mich an seinem Rucksack grob vorbei schiebend, „wat stehst Du hier so bräsig rum?” Als ich sitze fällt mir auf, der spricht mit jemandem auf der anderen Seite und es klingt alles nach Abrechnung. „Wenn ich mit Dir fertig bin, ich werde Dir alles zurück zahlen, was Du mir angetan hast …”, ganz merkwürdig monoton. Die junge Mutter mir gegenüber fängt schon an ihre Tochter von der anderen Seite einzusammeln, die dieser Person gegenüber sitzt, die der Typ zulabbert. Ich denke bei mir, aha, Beziehungskrise galore!

Irgendwann ändert sich sein Vokabular und er fängt an ihr zu drohen, was er alles mit ihr anstellen will, wenn sie aus der Bahn raus sind und sie alleine sind. Aber immer noch ganz ruhig und unaufgeregt, monton.

Nun muss ich sagen, ich bin ja das Kind eines unter Alkohol prügelnden Vaters – der aber mich nie angerührt hatte. Immer nur meinen Bruder und meine Mutter. Insofern stand ich mit vier Jahren vor meinem Vater, mehrmals, nachts, wenn er wieder besoffen auf Prügeltour (und bei meiner Mum Schlimmeres) war und habe die beiden beschützt. Da war meine Kindheit dann auch vorbei – aber er hat mich eben nie angerührt, ich hatte dieses Gottvertrauen. (Heute erzähle ich das immer recht lapidar und fast lustig, aber das war es natürlich nie. Gar nicht.) Das hat aber heute immer noch zur Folge, dass ich a) sehr aggressiv werde, wenn ein Typ einer Frau gegenüber übergriffig wird und ihr Schläge androht und b) ich dummerweise auch glaube, mir könnten solche Typen nichts, denn ich bin m. E. nach irgendwie seit jüngster Jugend unverletzbar. Tatsächlich haben diese Situationen häufig in meinem Leben gezeigt, dass die allermeisten Männer in solchen Situationen, sobald sie Gegenwehr bekommen von Außen, ganz schnell ablassen.

Kurz: die Situation in der U-Bahn nahm meiner Meinung nach eine Richtung, die ich ziemlich zum Kotzen fand. Ich beugte mich also über und fragte die Frau, die da saß, sehr gepflegt, ca. 25 Jahre alt, relativ groß sogar, ob sie Hilfe bräuchte. Sie antwortete, „im Moment noch nicht.” Ich fragte sie, ob ich mich zu ihr setzen solle und in dem Moment kamen bei ihr schon die Tränen.

Der Typ ließ übrigens in dem Moment, als ich ihn ignorierend über den Haufen stoßend den Platz einnahm, sofort ab von ihr. Der Mann ihr gegenüber reichte ihr dann ein Taschentuch und war auch sehr hilfsbereit. Interessanterweise stellte sich nämlich kurz darauf heraus, sie kannte den Kerl gar nicht! Der hatte uns alle richtig gut gefoppt mit seiner Psychose. Letztendlich war er nur eine versandete Seele auf Exkurs. Der stand mittlerweile auch wie unbeteiligt in der Ecke an der Tür und traute sich uns keines Blickes zu würdigen. (Ich guckte ihn mir nochmals sehr genau an, falls wir das Zeugenspiel spielen sollten.)

Ich bot der Frau an mit ihr zu fahren und sie dorthin zu begleiten, wo sie hinwollte, damit sie sich überhaupt beruhigen konnte, denn es ging ihr wirklich schlecht. Wir klärten wo sie hin müsste, und es erklärten sich der Mann gegenüber als auch eine weitere Frau bereit mit ihr zu fahren und sie auch ein Stück zu begleiten. Ich bot ihr auch an, dass wir den Zug verlassen könnten und falls er auch nachkäme, sofort die Polizei rufen würden. Aber das wollte sie nicht.

Sie also in guten Händen wissend, bin ich dann ausgestiegen. Die andere Frau nahm dann meinen Platz ein.

Okay, ich nehme das als Zeichen – ich sollte vielleicht wieder einfach weniger U-Bahn fahren, der Deppenalarm ist momentan ausreichend groß. Aber am meisten tut mir weh, dass diese junge Frau nicht den Mut hatte aufzustehen, und dem Mann ganz klar zu signalisieren, dass er sie in Ruhe lassen soll. Am besten ihn siezend, denn dann hätte wir anderen vielleicht nicht solange still gehalten, weil wir früher bemerkt hätten, die streiten sich gar nicht gerade auf sehr ruhige eigene Art.

Es tut mir so leid, was der Mann ihr emotional angetan hat. Wirklich sehr!

Schwule Töppen

Okay, Frau Merkel befindet schwule Profifußballer müssten keine Angst vor dem Outing haben. Ich dachte auch, nach Robert Enke müssten wir in diesem Land einen sozialen Umgang mit Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, nicht mehr missen.

Dann gab Rangnick sein Burnout bekannt. Und kam gesund wieder. Der mediale Zweifel an seiner Gesundung und somit Leistungsfähigkeit war zum Kotzen und hat jegliche positive Vermutungen hinsichtlich einer „gesunden” Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen im Keim erstickt. Das alles unter dem großen Tuch des Profifußballs.

Aber Frau Merkel glaubt an Eitelsonnenschein. Als Hete. Als Nichtprofifußballerin. Ich verstehe ihr Bestreben und ihre Hoffnung. Aber daran glauben? Und dann einzelne Fußballer in ihr Verderben schicken?

2012-09-13

Robert sucht was …

Robert hing neulich im Fenster des weltbesten Stoffladens in Kreuzberg von dem das berühmte ungemein wichtige, immer noch sehr umworbene, heiß geliebte Monsterkissen stammt.



Und weil Robert sehr sympathisch wirkt und der Text ziemlich bonfortinös ist, dachte ich, ich teile ihn mit Euch. Ernstgemeinte Zuschriften (aber wirklich auch nur solche!), bitte an den Laden mit dem wundervollen Namen Off Stoff. Bonne chance*!

(Aus der Reihe: *creezy bekommt das größte Stück vom Hochzeitskuchen!)

Gibt es die auch für Erwachsene?

Ich würde so verdammt cool mit Krümelmonster aussehen!

via e13

2012-09-12

Gestern dann Amtssachen erledigt …

Das geht in Kreuzberg so, dass man im Amt zu den üblichen Öffnungszeiten aufschlägt, eine Wartenummer MIT Termin (so 14:00 Uhr) erhält und die nächsten 2,5 Stunden sich die Zeit sinnvoller vertreiben kann, als auf harten Plastikstühlen im Amt zu sitzen und zu warten.

So weit so gut.

Ich schlich also durch beliebte Gegenden, sehr beeindruckt von meiner persönlichen Smartness diese Aktion nicht im Bürgeramt in Mitte durchzuführen, wo die nähere Infrastruktur a) hässlich und b) doof ist, sondern eben in Kreuzberg, denn dort lassesn zumindest Mehringdamm und Bergmannstraße keine Langeweile aufkommen. Außerdem war Caféhaus-Wetter. So nahm ich irgendwann bei Knofi Platz und gönnte mir einen Milchkaffee und füllte fröhlich des Amtes Papiere aus. Gerne hätte ich des Amtes Papiere bereits zu Hause am Rechner ausgedruckt. Aber das vorliegende PDF wollte nicht einmal blanko ausgedruckt werden bzw. wird es vielleicht treffender ausgedrückt: es wird sehr blanko ausgedruckt.

Als ich dann die Papiere nach bestem Gewissen beschriftet habe, nahm ich die Damen vom Ordnungsamt gewahr. Die, zu zweit unterwegs, sich interessanterweise auf zwei Räder konzentrierten, die an den Metallschutzwällen der Straßenbäume befestigt waren. Nun, die Räder waren im Innenraum, also auf des Baumes knapper Erde befestigt. Dieses Vergehen muss ich mich selbst häufig praktizierend anklagen, aber nur wegen akuter Knappheit. Knappheit an Fahrradparkplätzen in der Stadt. Es gibt derweil nicht wenige Straßen, möchte man diese heimsuchen, sollte man besser zwei S-Bahn-Stationen früher anfangen für seinen Drahtesel einen legalen Abstellplatz zu finden. Die Situation hat sich generell sehr erschwert, auch seit die Deutsche Bahn ihr Rent-a-Bike-Projekt sehr großflächig dort installiert, wo sich der normale Bürger aus logischen Gründen ebenfalls sehr gerne für sich eine zusätzliche Auswahl der meist zu wenig vorhandenen Abstellplätze für Räder wünschen würde. Hilft alles nichts, dann stellt man das Rad schon mal im persönlichen Sozialraum eines Baumes ab, meist, wenn außen an den Metallschutzwänden bereits die lieben Räder anderer Verkehrsgenossen vor sich hin warten. Wo zur Hölle soll man denn sonst hin mit seinem Esel?

Die Damen vom Ordnungsamt schrieben nun. Sie schrieben recht lange. Eine setzte sich zwischenzeitlich ruhig auf die Holzbänke des mexikanischen Restaurants, telefonierte vor sich hin. Dann hängten sie den Fahrrädern jeweils zwei kleine und zwei große Schilder um. Diese Taten dokumentierten sie ausgiebig in ihre elektrische Strafzettelbonautomaten. Abschließend wurde das gehängte Kunstwerk als proof of work fotografisch per Handykamera dokumentiert. Nach immerhin 15 Minuten gemeinschaftlichen Schaffens zu zweit, war die höchstkomplizierte Aufgabe absolviert und man gönnte sich etwas Abwechslung im Tätigkeitsgebiet in dem man ein falsch parkendes Auto von seiner Untat schriftlich wissen ließ. Weitere fünf Minuten waren so vergangen und man zog in trauter Gemeinsamkeit weiter.

Ich blieb abschließend mit meinem Milchkaffee und mich quälenden Fragen zurück, die da lauteten:

Wie viel Zeit hätte wohl nur eine Dame vom Ordnungsamt bei zwei Fahrrädern (die ja im Prinzip statistisch mit werkseigenen Angaben kaum erfasst werden können) und einem falsch parkenden Auto bei Zuhilfenahme gleichwertiger elektronischer Hilfsgeräte benötigt?

Wer dokumentiert und sortiert die Handyfotos zu welchem Zweck im öffentlichen Beschäftigungssektor?

Was kostet die Stadt 20 Minuten relevanter Schreibtätigkeit von öffentlich Bediensteten mit Abarbeitung dreier Verkehrsvergehen minderer Güte bei wissentlicher Tatsache, dass nur eines der Vergehen tatsächlich mit einem Bescheid etwas Geld in die Staatskasse spülen dürfte?

Natürlich wollte ich eigentlich nach dem Kaffeebesuch mir durchlesen, was denn den Radeigentümern so auf Staatskosten mitgeteilt worden ist. Dummerweise hatte ich berechtigte Sorge vor meiner Reaktion. Ich muss ja nicht alles wissen.

2012-09-11

Die junge Frau …

stand gestern an der Straßenkreuzung am Engeldamm und fragt mich, wo den hier diese große Straße sei? Die große türkische Straße mit den vielen Geschäften?

Ich fing dann an zu überlegen und schickte sie erst einmal in Richtung Oranienstraße. Vermutlich aber war das völlig falsch. Vermutlich meinte sie die Adalbertstraße. Oder den Kottbusser Damm. Die Hermannstraße? Die Sonnenallee? Oder vielleicht die Karl-Marx-Straße?

Türkische Straßen mit vielen Geschäften haben wir in Berlin schließlich wie Sand am Meer. Ich kann ihr aber nicht einmal vorwerfen, dass keinen Straßenname nennen zu können, immer eine etwas vage Auskunft beinhalten wird. Bin ja selber professioneller Dau, wenn es darum geht mir Straßennamen zu merken.

2012-09-10

Hamburger

Ich habe selten so viele Burger gegessen, wie in den letzten Monaten. Es gibt einfach unglaublich viele Burgereien derzeit in der Stadt. Zu meinem Leidwesen sind alle Burgerläden in meinem direkten Wohnumfeld fest in muslimischer Hand. Das heißt, es werden großartige Burger serviert aber entweder gibt es keinen mit Bacon im Angebot oder der Schinken kommt dann vom Rind. Was mich neulich geschmacklich wirklich abschreckte, es in diesem Laden oder einem anderen in der näheren Umgebung nochmals zu versuchen.

Doch ja, so ein richtig guter Burger ist schon eine sehr feine Sache. Da kommt (passend zur jüngst zugelaufenen Burgerpresse vom Kaffeeladen) das Rezept für den Jamie Oliver-Burger (mit Parmesan inside!) und von Anikó ausprobiert gerade im richtigen Augenblick!

Blick aus dem Küchenfenster

Die Tradition des Foodbloggens möchte es, dass man gelegentlich den Blick aus dem Küchenfenster festhält für die Außenwelt. Nun bin ich bekanntlich umgezogen und muss an dieser Stelle endlich nachreichen. Zumal ich gestern die Kräutertöpfe nach draußen habe umziehen lassen, es wurde zu unübersichtlich grün auf dem Fensterbrett und überhaupt haben die Katzen ja gar keinen Platz für das überlebenswichtige Krähen- und Mofagucken:

Wenn die Bäume nicht ausgeschlagen haben, dann könnte man aus diesem Winkel übrigens die Spitze vom Fernsehturm sehen. Muss ich wohl noch mal im Winter nachreichen. Wäre albern für ein Foto gleich den ganzen Baum zu fällen.

2012-09-09

Manchmal macht Internet einfach Hals.

Bei mir. Seit gestern. Thema: Bettina Wulff. Frau Wulff wurde, als es ihrem Mann aufgrund seiner Verfehlungen an den Kragen ging, in einer widerlichen Art und Weise – wie man heute weiß – von Parteifreunden ihres Mannes denunziert, nämlich dergestalt, wie man Frauen seit Jahrhunderten am besten in der Außenwelt schädigen kann: man stempelt sie als öffentliche Dame a. D. ab.

Das Verhalten wirft drei massive Tendenzen auf, die kaum noch zu ertragen sind. Die öffentliche Demütigung und Schädigung einer Frau, weil man ihrem Mann schaden wollte. Diese Frau – so wenig ich CDU- noch Wulff-Fan bin, ganz im Gegenteil – das muss ich ihr zugestehen, hat letztendlich ihre Sache als sogenannte First Lady ziemlich gut gemacht. Sie ist vergleichsweise jung in eine Aufgabe gekommen, in die sie nie gewählt wurde. Was viele der Klugscheisser akut vergessen, die die Verfehlungen von Wulff auch ihr in die Schuhe schieben wollen: Frau Wulff war politisch nicht aktiv, noch Ministerpräsidentin, noch Bundespräsidentin, sie ist lediglich die Ehefrau des höchsten Staatsoberhauptes a. D. unseres Landes und ist somit in eine Funktion gehoben worden, die die Berufswahl ihres Mann ihr zwangsläufig auferlegt hat. Diese Aufgabe hat sie angenommen gut und würdevoll erledigt. Und nein, wer glaubt, das sei ein toller Job und die Erfüllung eines weiblichen Berufslebens in netten Kostümchen Staatsbesuchern die Hand zu reichen und immer nett gestimmt zu sein, soll weiter an Märchen glauben. So kann man das natürlich emanzipatorisch hinterfragen, es ist aber immer Privatsache von ihr. Sie in die ganze Kampagne einzubeziehen, unfair, denn letztendlich ist es auch mit Job einer Ehefrau des Bundespräsidenten gegeben ausdrücklich die Klappe zu halten, sie konnte sich nicht einmal wehren in dieser damaligen besonderen Krisensituation. Wir sollten generell das Wort „Freund” aus dem Begriff „Parteifreund” entfernen.

Die andere Tendenz ist der Beweis aus diesem Vorgehen, wie sehr weit weg doch die Mitglieder der CDU (natürlich auch CSU) vom heutigen Leben und Gesetzesumfeld denken und handeln. Prostitution gilt seit Jahren in diesem Land als legal. Wenn Frauen, die dieser Tätigkeit nachgehen oder nachgegangen sind, von Politikern immer noch dergestalt vorgeführt werden, als würden sie sich einer Verfehlung strafbar machen, dann stimmt etwas ganz massiv nicht in den Hirnen dieser „Staatsträger”. Ich hoffe sehr, dass auch die zweibeinigen Dinosaurier in dieser Welt endlich aussterben mögen. Vielleicht sollten aber auch nur mal alle öffentlichen Damen die zu ihnen und bei ihnen kommenden Politiker öffentlich machen. Dann hätte wenigstens diese Art der Verlogenheit ein praktisches Ende.

Eine dritte Tendenz, vermutlich die traurigste in der ganzen Sache: Journalisten, auch solcher von bis dato als halbwegs gründlichen Journalismus bietenden Medien, haben diese Vorwürfe nachgeplappert ohne auch nur halbwegs ordnungsgemäß zu recherchieren und zu hinterfragen. Die schreibende Meute ist blind vor Bluteifer in der Masse mit gerannt und hat die Beute in aller Öffentlichkeit zerfleischen wollen. Bewusst, gewollt. Alle journalistischen Regeln über Bord werfend. Frau Wulff zwei Kinder. Zwei schützenswerte ahnungslose Kinder, diese hat die deutsche Journaille gerne gleich auch geopfert. Übrigens: die gleiche Journaille, die heute weiß, welche Parteifreunde sich für die Gerüchte verantwortlich zeigen, nennen deren Namen natürlich nicht. Selbst die FDP-Politikerin, die dergleichen Vorwürfe in ihrem Blog kommunizierte, muss sich einer öffentlichen Gegenüberstellung nicht sorgen!

Frau Wulf geht nun gegen diese Behauptungen juristisch vor. Daher glaubt das halbe Internet sie weiterhin brüskieren zu dürfen. Das macht mich unglaublich wütend. Juristisch interessant ist dabei ihr Vorgehen gegen Google. Gestern stehe ich im Supermarkt an der Kasse und ein junges Paar, ca. Anfang 20, thematisiert hinter mir die eingereichte Klage von Frau Wulff. Sie erklärt ihm den Sachverhalt bezüglich Google mit der nun immer automatischen Verknüpfung ihres Namens mit den bekannten Begriffen des horizontalen Gewerbes. Er zuckt nur die Schulter und meint (wir kennen das: Google hat 125.998 Treffer, als wird es schon stimmen!) „Na, das wird dann wohl doch auch seine Richtigkeit haben!”

Hat es eben nicht. Mittlerweile hat man nämlich dann doch in den geneigten Fachkreisen recherchiert und musste feststellen, die damals geäußerten Aussagen hinsichtlich Frau Wulffs' angeblicher beruflicher Vergangenheit berühren in keiner Weise die Realität.

Natürlich kann Frau Wulff bei alldem kaum noch gewinnen. Das beweist das kleine eben von mir geschilderte Supermarkthistörchen. Frau Wulff reicht die Klage pünktlich zum Erscheinen ihres literarischen Werkes ein und man beschuldigt sie, dies nur zu Werbezwecken zu tun. Was übrigens völlig legitim wäre, auch Frau Wulff hat als ehemalige First Lady sehr wohl das Recht die üblichen Gesetze hiesiger Marktwirtschaft anzuwenden. Vielleicht aber nutzt sie auch nur die mediale Aufmerksamkeit, der sich gerade sehr blind ihre ehemaligen Feinde, heute wieder Pseudofreunde, bedienen, um darauf hinzuweisen, in welcher Art und Weise ihr Unrecht geschehen ist. Klar, wer letzte Woche noch schön von ihrem Buch schwärmte, muss diese Woche auch über die Klage zwangsläufig schreiben. Sie ist Journalistin, sie kennt diese Regeln. Sie hat auch alles Recht der Welt sich nun dieser Regeln zu bedienen. Im übrigen bin ich mir sicher, dass eine Klage gegen Google vorzubereiten, ein juristischer Akt ist, der sehr gut und genau vorbereitet sein will und somit ausreichend Zeit beansprucht. Auch dazu hat sie mit ihren Anwälten das Recht. Es ist ein kluges Vorgehen dies besonnen anzugehen.

Derzeit stehen die Chancen gut, dass ihre Klage gegen Google vor Gericht nicht erfolgreich beschieden werden dürfte. Präzedenzfälle der Vergangenheit lassen dies vermuten. Sollte sie trotzdem gewinnen, wird sie dennoch nicht gewinnen können. Denn man wird Justitia in ihrem besonderen Fall die juristische Unabhängigkeit absprechen.

Der Punkt hierbei ist aber: wann immer die Kinder von Frau Wulff ihren Namen googlen werden, wird er ihnen gegenüber unsachgemäß mit einer Berufung präsentiert, der sie nicht gefolgt ist. Dabei ist egal, welcher Berufung. Es ist nun erwiesen die Unwahrheit. Frau Wulff muss sich ein Leben lang erklären. Alleine deswegen wünsche ich Frau Wulff hier einen Rechtsspruch zu ihren Gunsten.

Man hat ihr massiv geschadet. Mit den ältesten unfairen Mitteln der Welt, die leider auch heutzutage in unserer Gesellschaft nur allzu gut noch funktionieren. Wer das lustig findet und zudem Schwanzträger ist (meinem nichtrepräsentativen Gefühl nach reißen gerade hauptsächlich Männer in den sozialen Werken diese Witze, muss historisch bedingt sein), sollte sich mal überlegen, wie er sich fühlen würde, wenn das mit seiner Mutter, Schwester, Frau, Freundin geschähe. Nein, das ist nicht lustig!

Bester Artikel dazu im Web von Michaelis Pantlouris. Lesempfehlung.

Interessant ist dieser Artikel, denn Google kann offensichtlich auf Lobbyzuruf die Schlagwortvariablen ändern.

2012-09-08

Ist ja irre!

Diese Foodbloggerin Alexandra Neafotografiert „The Art of Afternoon Tea” nicht ihr Food. Sie zeichnet es! Und wie sie es zeichnet!

2012-09-07

Mensch, mensch, mensch …

was wir so alles mit uns Bloggern erleben …

My poor heart is achin‘

Ich weiß nicht wann, irgendwann muss ich Glumm/500 Beine aus den Augen verloren haben. Mittendrinnen in diesem ganzen eigenen Gedöns. Und dann bekommt der Kerl einfach einen Herzinfarkt.

Das eigene Facebookprofil in eine Seite wandeln …

Wann man das nur tun sollte, was man dabei wirklich beachten muss, dazu hat Kerstin Hoffmann, die deutsche PR-Bloggerqueen einen sehr guten Artikel geschrieben. Sehr hilfreich!

2012-09-05

Herr! Wirf Hirn …

Vorgestern beim schlimmen Discounter entdeckt: Bruschetta. In der Tiefkühltruhe. Für den nicht italienischen Küchenkonsument: Bruschetta wird gerne in italienischen Restaurants als Hors d'oeuvre gereicht. Also wurde früher als Hors d'oeuvre, seit die Restaurants wissen, der Kunde mag das Zeug, wird es in der Speisekarte aufgelistet, darf bezahlt werden und hat seither meist deutlich in der gereichten Qualität nachgelassen.

Bruschetta besteht aus einer kleinen Scheibe Weißbrot, beim Italiener würde man es Giabatta nennen. Ab und an wird es noch geröstet, so dass es warm auf den Tisch kommt – das ist dann ein Qualitätsmerkmal sondergleichen. Oben auf die Scheibe Brot kommt dann ca. ein Esslöffel kleingeschnittene Tomate hier und da verfeinert mit wahlweise kleingeschnittenen Zwiebeln und/oder Knoblauch und/oder frischen Basilikum und/oder Petersilie, immer mit einem Schuss Olivenöl.

Die Zubereitung von Bruschetta besteht also darin, dass man eine Scheibe Brot abschneidet ggfs. diese in einer Pfanne mit etwas Öl anröstet. Dann schneidet man eine Tomate und/oder Zwiebel und/oder Knoblauchzehe und/oder Basilikum/Petersilie klein und verrührt mit etwas Olivenöl und richtet auf dem Brot an.

Die Zubereitung von Bruschetta ist ein Witz. Das können auch die allergrößten Kochlegastheniker vor dem Herren.

WARUM also muss mir diese bescheuerte Foodindustrie diesen Witz von einem Essen in Plastikfolie eingeschweißt und Pappe verpackt aus dem Tiefkühler anbieten? WARUM? Ja, manchmal wünschte ich mir, es gäbe Dinge in dieser freien Marktwirktschaft, die würden verboten!