2016-06-22

So wird's gemacht!

Zum heutigen VW-Aktionärsmittwoch wünsche ich dem Vorstand und den Aktionären ausreichend viele Würstchen am Buffett. Und hey, ist alles schon mal da gewesen:

2016-06-21

Kräuterradeln

Irgendwo gab es neulich auf Facebook eine Einladung zu einer Kräuterwanderung im Berliner Umland, die aber sehr schnell ausgebucht war. Daraufhin meinte Peggy von multikulinarisches, die uns schon seit längerem mit Fotos und Rezepten aus ihrer hiesigen Hexenküche verwöhnt: „Das kann ich auch.”

So suchten wir Interessentinnen einen Termin und dieser fand – unter Einfluss diverser Wetterszenarien – letzten Sonntag statt, denn da war uns der Wettergott wohl und gesonnen. Eine Radtour sollte es werden und wir einigten uns auf das Umland rund um Peggys Docking Station, die praktischerweise im Grenzgebiet von Berlin-Altglienicke zu Brandenburg liegt, denn dort kennt sie sich natürlich aus und hatte den einen oder anderen Geheimtipp für uns parat. Wir warfen uns auf Facebook noch zu, was wir alles später unseren Magensäuren als Opfergabe zu zelebrieren gedachten – Foodblogger eben – und freuten uns auf den kommenden Tag.

Ich schlüpfte früh aus dem Bett, bemühte ein bisschen die Küche, packte meine Sachen und erfreute mich daran mit dem Rad, das sich vertrauensselig (wozu diese Hörnchen doch alles gut sind) bei der S-Bahn einklinkte, was praktischerweise dazu führte, dass ich einen Kaffee schlürfen und eine Butter-Schnittlauch-Brezel (my love!) entspannt mümmeln durfte, auf Tour zu gehen. Ausnahmsweise fuhr sogar ab Hermannstraße die Bahn nach Schönefeld, was so eine sichere Sache nicht immer ist. Ich musste also nicht einmal mehr umsteigen. Bonfortionöser kann so ein Ausflug nicht beginnen!



Auf der Hintour fuhr das Fahrrad übrigens schwarz, weil ich zwar eine habe aber Bianchi eben keine Monatskarte hat und es für mich offensichtlich zu früh zum Nachdenken war.

Um elf Uhr morgens trafen wir uns, Cecilia von BeanBeat, Laura von Glück am Stück und natürlich Peggy alle auf dem S-Bahnhof Grünbergallee und machten uns zunächst auf, um hier und dort an den Kirschbäumen, die von einer Wohnungsgesellschaft dort zur Straßenbegrünung gesetzt wurden und zur Zeit voll in der leckeren Frucht stehen, zu naschen. (Es ist immer praktisch eine 180 cm lange Bloggerin dabei zu haben.)

An der ersten Station an der wir hielten, zeigte Peggy mir meine künftigen Schlehen-Erntegründe. Die haben jetzt schon Früchte ausgebildet, die sich langsam farblich in ihr wunderschönes Blau entwickeln. Gleichzeitig bestaunten wir wilde Salbeisorten und führten unseren ersten fachmännisches Pflanzenbefund mit Enzyklopädie und Lupe durch. Und zwar an der Vogelwicke, die in weiten Teilen tatsächlich essbar ist. Also nicht nur von Papageien, Sittichen, Schildkröten, Schmetterlingen und natürlich Bienen (sie gilt als Honigmacher).



Nächster Stopp eine satt blühende Brache, wo wir auf eine echte Kamille trafen. Auf einer weiteren hochbewachsenen Wiese mit etwas Waldansiedelung am Rand stellte uns Peggy die silberblätterige Taubnessel vor, die gerne im Schatten wächst und die unter anderem als Salat mundet oder, wie Peggy uns vorschlug, in die Suppe zum Aromatisieren gegeben werden kann.

Wir knabberten am Grün, suchten nach Geschmackskomponenten – nicht einmal fiel das Wort „nussig” – und hatten viel Spaß am schmecken und diskutieren.



Ein kurzes Stück später stellte uns Peggy – und das spricht sehr für sie – ihren absoluten Geheimtipp vor: die Felsenbirne. Natürlich machte sie die ganze Tour so clever, dass wir heute vermutlich eh nie wieder zu dieser Stelle finden würden, wo Peggys Jagdgründe liegen. Drei Menschen entdeckten erstmals die sehr leckere und süße, saftige Beerenfrucht der Felsenbirne für sich. Wir waren hin- und weg und futterten uns glücklich satt – direkt vom Baum in den Mund. Felsenbirnen gehören für mich ab sofort in jeden Garten, nicht nur wegen der Frucht – auch als Begrünung und wunderschöner Frühlingsblüher. Übrigens sind die Pflanzen nicht teuer.

Wir fuhren weiter durch die Landschaft auf dem Mauerweg, vorbei an landwirtschaftlichen Betrieben, wie dem Milchhof Mendler. Erfreuten uns an Pferden auf der Weide, hübschen Rindviechern, Wasserbüffeln, an deren Gelände ich Rosenblätter sammelte und machten alsbald eine für Foodblogger angemessene Pause zum Picknick. Ich führte u. a. Chicken Wings in meinem neuen Picknick-Geschirr aus.



Wir quatschten und aßen und diskutierten und genossen den schönen Tag mit blauem mit weißen Schäfchen bevölkerten blauen Himmel. Dieses gemeinsame Natur entdecken, hatte mir mit den Dreien wahnsinnig Spaß gemacht, weil natürlich jeder sein eigenes Quentchen Fachwissen in die Tour mit einbrachte und so gab es viel zu hören und zu lernen!



Nach dem Picknick brach Laura Richtung Heimweg auf und wir radelten weiter durch die Landschaft zur – ganz zufällig in unserem Weg liegenden – Eisdiele. Auf dem Weg zurück probierten wir hier und dort sehr verwunschene Wege aus, fanden Kümmel am Wegesrand stehen und dicke Champignons im Wald stehen, schnupperten guten Kuhdung und kreuzten hier und dort die „Tränendrüse” Rudows, den Meskengraben und das Rudower Fließ.


(Aus irgendeinem Grund schaltete mein Handy hier in den Caspar David Friedrich-Filtermodus, den es eigentlich gar nicht hat. Aber ich find's trotzdem schön körnig still gemalt.)

Eine wunderschöne Fauna und, sobald man sich vom Mauerweg abwendet, ganz unbesuchte Natur.



Schlussendlich hielten wir nochmals, um Hollerblüten zu sammeln und etwas später sammelten wir uns alle jeweils einen schönen Wiesenblumengruß aus der reichhaltig blühenden Natur. Malven, Glockenblumen, Gräser und viele Pflanzen mehr. Dann ging es über Waßmannsdorf am Flughafen Schönefeld vorbei zurück zur S-Bahn-Station, wo wir Peggy dankend in den Sonntagabend verabschiedeten und Cecilia und ich uns gemeinsam die S- und später U-Bahn quatschend teilten.

Ein wunderschöner friedlicher Tag, der wieder einmal mehr zeigte, wie wunderschön Berlin und sein Umland ist. Und jetzt brauche ich mindestens eine Wildkräuter-App, Enzyklopädie und Lupe – nun weiß ich ja, wie man den Pflanzen in ihrer Bestimmung ganz nahe kommt.

2016-06-20

Wie es wohl Marco und Susanne heute geht?

2016-06-17

Pilzbuddy



Ist man (auch) so etwas wie ein Foodblogger und geht man hier und da zu netten Foodie-Treffen, dann werden dort oft und freundlicherweise Tüten mit Lebensmittel und anderen spaßigen Dingen darin überreicht. Die Hoffnungen der Sponsoren sind natürlich, dass deren Gabe überzeugt und der bzw. die Foodblogger in ihren Blogs darüber berichten mögen. Dies funktioniert nicht immer. Ab und an aber schon – eine ziemlich gute Garantie dafür ist, ein Produkt zu produzieren, das mit wenig Chi Chi (ergo riesengroße Marketingbudgets) einfach überzeugt. Ganz simpel. Im Foodbereich steht an oberster Stelle für mich da – bei Lebensmitteln – der Geschmack. Es fällt mir schwer ein Lebensmittel zu mögen, das diese Kernkompetenz nicht beherrscht.

In dem Goodiebag des vierten Foodiemeetups befand sich neben der schon bebloggten Tüte eines Lebensmittellieferanten und anderen Proben ein eingepackter Pilz. Lapidar: ein Champignon. Nur es war ein vergleichsweise großer Champignons. Den tat ich ins Kühlfach und testete diese eine Tüte – in der sich übrigens auch Champignons, im Industriestyle, befanden. Beinahe hatte ich diesen Champignons vergessen. Er fiel mir wieder ein, als ich ein kurzgebratenes Stück Fleisch in die Pfanne werfen wollte, nach einer Beilage sinnierte. So wanderte dieser Champignon klein geschnitten in etwas Butter angedünstet mit Kräutern in die Pfanne. Davon abgesehen, dass er mich vorab durch seine Frische baff erstaunte – denn er lag nun sicherlich fast eine Woche im Kühlschrank – haute er mich glatt geschmacklich vom Hocker. Er ließ das Kurzgebratene, dem an sich eine Hauptrolle auf dem Teller zugedacht worden war, links liegen und spielte sich geschmacklich regelrecht in den Vordergrund.



Dieser eine Pilz (eigentlich als Portobello zu bezeichnen, in Foodieneusprech für Grillpilz) konzeptionell für einen z. B. vegetarischen Burger gedacht und uns so mit dazugehöriger Rezeptkarte im Goodiebag präsentiert, erinnerte mich daran, was Champignons einmal waren, bevor sie die einhergehende Lieblosigkeit von Massenproduktion und Discouter-Vertrieb zu einem geschmacksneutralen Wassersäckchen à la seinen niederländischen roten Kumpanen verkommen ließen. Nämlich ein Pilz mit fester Haptik und einem tieferdigen echten Pilzgeschmack, dem richtigen Geschmack eines Champignons. Ja, Champignons haben tatsächlich einen Eigengeschmack und gute Champignons behalten diesen auch nach dem Erwärmen und riechen nicht nur einen kurzen Monat nach dem Öffnen der Packung.



Der Champignon hier war ein wirkliches Geschenk, produziert und direkt vertrieben von der „Bio Pilzhof Leipziger Land GmbH” – nur echt mit ohne eigener Homepage. Die vertreiben direkt und liefern u. a. (in Berlin) an die Bio Company. Und zwar die großen und kleinen Champignons von denen – leider hat nicht jede Filiale die großen Grillchampgignons vorrätig, mir sind sie nach Fehlsuchen in Neukölln und Kreuzberg erstmals in der Filiale im Wedding begegnet. Und machte dann neulich daraus tatsächlich auch Portobello. Es gibt Rezepte, die raten, diese Pilze zu marinieren. Das wollte ich aber nicht, weil ich alleine mit dem Geschmack dieser Pilze schon glücklich bin. Sie kamen auf den Grill, wurden von beiden Seiten gegrillt, dufteten vor sich hin – und den Rest erledigten die Burgerzutaten einschließlich der selbst gebackenen Buns und ein Klecks selbst gemachter Aioli.

So lecker! Also manchmal ist in so einem Goodiebag ein Lebensmittel, das sich so nebenbei ins gustatorische Herz schmuggelt, dass man sich wirklich auf die Suche nach diesem Stück Glück im Handel macht (und ich habe gesucht: vier Bio Company-Filialen bis zum Erfolg!) – und darüber bloggen muss – und es nicht mehr missen möchte. Weswegen ich mir gestern schon wieder diese Pilze gönnte. Da im Wedding, der immer noch Berlins neue Mitte sein soll, was ich immer noch ernsthaft bezweifle.

Diese Champignons vom Leizpiger Land sind ganz fest im Fruchtfleisch und in Küchenpapier eingewickelt, halten sie sich erstaunlich lange im Gemüsefach des Kühlschranks. Mit ihnen hat man Rezeptvisionen: ob eingelegt, getrocknet als Pilzpulver für Saucen, als Suppe. Ich habe wieder Pilzrezepte vor Augen, die hatte ich mit den üblichen Champignonköpfen im Handel längst abgeschrieben. Aber die Bio Pilzhof Leipziger Land-Champignons beherrschen wirklich jede Rolle: ob als Nebendarsteller oder in der Hauptrolle, eine Inspiration sind sie auf alle Fälle!

Chapeau!

2016-06-15

Morgen …

… kommt endlich das Boule*-Spiel. Aber da bin ich nicht zu Hause. Üblicher DHL-Kram.

Herr Budenbohm sprach heute an, man hätte in seinem Blog nach „Schwangerschaftsmanager” gesucht. Ich habe da so meine Idee und wäre für einen neuen Beruf zu haben. Führte neulich schon so ein Gespräch mit der Großcousine. Die wäre die perfekte Schwangerschaftsmanagerin. Wohlbemerkt Managerin. Wer sucht ernsthaft nach einem SchwangerschaftsmanagER?

* ist jetzt in dem Boule-Spiel-Alter

2016-06-13

Uffjeräumt

Oder auch: ich habe heute „doofe Briefe schreiben” und „echtes Aufräumen in der Docking Station” erfolgreich prokrastiniert. Ich räumte nämlich meine Blogroll auf und warf die Blogs hinaus, die ich zwar liebevoll im Herzen bewahren werde, die aber dennoch seit Jahre oder langen Monaten brach liegen.

Ich find's immer schade, dass man seinen Lesern nicht einmal einen Hinweis wert ist, dass sich an dieser Stelle aus unterschiedlichen Gründen nichts mehr regen wird – keine Lust zum Bloggen haben, ist verständlich. Kann man doch aber auch ruhig kommunizieren?

Und für die ganz fiesen Fälle habe ich gerade überlegt, werde ich jetzt in meinen wichtigen Unterlagen einen Zettel hinterlegen mit Zugangsdaten und der Bitte, meine Leser im dümmsten Fall zu informieren. Bin nunmehr auch in einem Alter in dem der Sensenmann nicht immer höflich vorher anklopft, sondern einfach seines Amtes waltet.

Die beim Aufräumen entstandenen Lücken habe ich nunmehr durch einige im letzten Jahr lieb gewonnene Foodblogs gestopft, als da wären:

Berlin ißt Eis
biskuitwerkstatt
evas dental-food
Dynamite Cakes
ganz einfache küche
glatzkoch
1x umrühren aka kochtopf

und natürlich auch mit janz normalen Blogs, die ich herzlich und innig vergöttere, wie

ehrlichgesagt
keinzahnkatzen
Misanthropin Wider Willen

Falls sich jemand nicht aufgeführt sieht aber es gerne sähe, so gebe er bitte Bescheid. Ich bin eh gerade in Laune …

Kritische Patienten werden kritisch gesehen

Als ich 2013 diese Sache mit der Schulter hatte und der erste Orthopäde direkt von OP sprach, ohne – ich beschrieb zwei Trauma-Situationen von außen an der Schulter in der jüngsten Vergangenheit – einmal die Sehnen zu ultraschallen (ich bat nicht mal um ein teures MRT) und seine Kollegen in der Praxis (Durchgangspraxis, zwei Mal im Jahr da beim gleichen Arzt zu landen, ist so etwas wie der Jackpot) seine Diagnosen mit übernahmen ohne selbst zu untersuchen, sagte ich ihm (Jackpot!) ins Gesicht: Nicht ohne eine Zweitmeinung. Man sollte das viel öfter einem Arzt ins Gesicht sagen, es macht was mit denen. Und es geht dabei nicht um Misstrauen oder verletzte Gefühle dem Behandler gegenüber, es geht um die eigene körperliche Unversehrtheit. Mir sagte damals mein Bauch, da ist 'ne Sehne angerissen oder durch. Die Kalkschulter war mir schon länger bekannt.

Die Zweitmeinung ultraschallte übrigens auch nicht, – obwohl ich nochmals meinen Verdacht anmerkte – bestätigte des Kollegen Diagnose nur auf Basis des Röntgenbildes.

Ich vertraute daraufhin schlussendlich meinem Physiotherapeuten, dem feschen Nick, der klipp und klar sagte; „Das sind keine Symptomschmerzen einer Kalkschulter und was Du brauchst Mädel, das ist ein Aufbau Deiner Rücken- und Schultermuskulatur, denn da ist nix. Gar nix.” Und da hatte er Recht. Es waren Muskulaturbereiche, die hatte ich nur belastet, nie umsorgt. Übrigens tut Schultermuskulaturaufbau viel weniger weh als das physiotherapeutische Widererlangen der Bewegungskompetenz nach einem operativen Eingriff. Natürlich – die Schuld muss ich auf mich nehmen – hatten beide Orthopäden nicht wirklich viel an mir verdient.

Ich habe aus dieser Erfahrung übrigens für mich mitgenommen, dass ich die Zweitmeinung nie bei einem Facharzt einholen werde, den mir der erste Facharzt empfiehlt. Auch oder gerade, wenn das die operative Koryphäe der Stadt ist.

Und es ging mir nie darum, an dieser Kalkschulter zu zweifeln. Wie geschrieben, die erkenne ich im Röntgenbild, die ist da, sei Jahrzehnten, denn ich war damit in Behandlung und kenne auch den Schmerz, der von ihr ausgeht. Dieser hier war ein anderer. Das machte es mir natürlich einfach, meinen Ärzten meine andere Meinung gegenüber zu vertreten.

Lesehinweis: Ärzte sehen informierte Patienten kritisch

Ärztliche Zweitmeinung – die Zwickmühle