2010-02-18

Deswegen …

wollte ich übrigens, dass der Flughafen Tempelhof dicht gemacht wird.

Ich habe auf einer Fete den Typen getroffen, dem damals im Hinterhof 2001 das Kleinflugzeug in den Hinterhof gecrasht ist. Der Mann kam abends nach Hause und hatte ein Flugzeug in seiner Wohnung liegen. Womit es sich dann mit seiner Wohnung gehabt hatte und irgendwelchen privaten Besitztümern. Das ist es dann zwar schön gesagt zu bekommen, man solle froh sein, dass man nicht zu Hause war zum Zeitpunkt des Absturzes und natürlich ist alles irdisches Gut ersetzbar. Für den Mann hat's sozialer Absturz bedeutet. Den bezahlt keine Versicherung. Da schreibt später keine Zeitung drüber.

Café Steiner

Freundin Bel hatte schon länger davon geschwärmt und beschlossen, dass wir dort einmal Kaffee trinken müssen – wegen dem selbst gemachten Kuchen. Ihr wisst, auf Kuchen kann ich und auf selber gemachten Kuchen kann ich sowieso. Also haben wir uns neulich lebensmüde in eine teuflische Kombination von Tauwetter und anschließendem Glatteis gestürzt und uns angeguckt, wie in Schöneberger Höhen die Berliner Straßenräumkunst ihr Happening zelebriert. Straßenräumkunst glänzte durch Abwesenheit, das Happening lag also ganz alleine bei uns.

Das Café Steiner liegt in Berlins westlichem Regenbogenbezirk im Motzstraßenkiez direkt links neben einem meiner wirklichen Lieblingsrestaurants der Stadt, dem MORE, für das man aber als Hete dringend einen Alibi-Schwulen im sozialen Umfeld braucht. Wenn man den hat, dann muss man sich mit ihm nur noch prügeln, wer den besten Platz mit Aussicht auf die unglaublich attraktive (ich vermute ja in einer Gay-Modell-Agentur gecastete) Bedienung besetzen darf. Lauter übernatürlich attraktive Sahneschnitten mit überdurchschnittlich hoher Bedienkultur (will was heißen in dieser Stadt). Das Essen ist übrigens ebenfalls sehr lecker und preislich dafür absolut im Rahmen. Äh … aber ich wollte meinen Senf zu dem benachbarten Café ablassen.


(Erfreut Euch an der rauschenden Bildqualität meiner ixus 90.)

Café Steiner ist im Gegensatz zum MORE im alten Kaffeehausstil mit Antiquitäten eingerichtet, ohne muffig zu erscheinen. Bei der Einrichtung hat man auf weniger ist mehr gesetzt und so hat jedes einzelne Stück seinen Raum, um zu wirken. Sehr angenehm. Der Kuchen steht in der runden Kuchenvitrine als auch auf dem Buffett im Café-Raum. Das suggeriert das schöne Gefühl, man setzt sich an den gedeckten Kaffeetisch.



Als wir am späten Nachmittag eintrafen, gab es eine pragmatische Auswahl zwischen drei letzten Sorten Kuchen: für Berlin obligatorisch der Käsekuchen, ein letztes Stück Haselnuss nur mit Eischnee und …



Gugelhupf.



Ist das nicht eine Freude? Wo bekommt man heute noch einen Attitüde freien bodenständigen Gugelhupf mit feinem Hefegeschmack, seiner für ihn prädestinierten leichten Trockenheit mit der ein Kaffee oder Tee gleich doppelt so sinnvoll gut schmeckt? Ich hatte ein Herz für das letzte Stück Haselnuss, dass sehr nussig (natürlich) und locker daher kam. Bel den Gugelhupf. Serviert mit Charme und Herzlichkeit, wie man sich das in jedem Café wünschen möchte, weil's zu einem Kaffee am schlichtesten passt. Alleine dieser Spaß am servieren ist in Berlin ja schon vor 30 Jahren in die Gosse gegangen.

Nicht im Café Steiner, uns wurde empfohlen was es zu empfehlen gab – auch wenn das nicht so sehr viel war, weil die Auswahl bewusst eingeschränkt dafür aber liebevoll frisch gehalten wird. Aber mal ehrlich, mehr als drei Sorten Kuchen braucht kein Mensch an einem Nachmittag.

Etwas später wuchs dann wie durch Zauberhand für den mittlerweile (wegen mir) zur Neige gegangenen Haselnusskuchen eine Himbeertarte nach, die uns schüchtern errötet aus der Tortenvitrine anlächelte und der wir auch unserer Herz schenkten. Schon alleine deswegen, weil Himbeertorten bei Tauwetter das Beste sind, was dem eigenen, des Witterungsgrau wirklich müden, Auge vorgesetzt werden darf. Die schmucke Schöne kam mit einem feinen Mürbeteig auf dem eine sehr satte Mandelschicht als Bindeglied die fein säuberlich per Hand in Reihe und Glied sortierten Himbeeren beherbergte. Wenn jemals Himbeeren liebevoll verarbeitet wurden, dann wohl hier anlässlich dieser Tarteherstellung.



Nicht ganz so lobend kann ich mich leider über den von mir georderten Milchkaffee äußern, der schmeckte nach zu Tode geröstet oder wie diese Kaffeemischungen gerne schmecken, denen man die brutale Misshandlung der Billigkaffeestreckung nachsagen muss. Das ist richtig, richtig schade – weil ein guter Kaffee in einem Café gefälligst zu sein hat und jedes so schöne Gefühl empfindlich stört. In Zeiten von Kaffeehausketten, die das können und in denen selbst ein RTL-II-Publikum sehr wohl weiß, was ein Barista den ganzen Tag lang macht, darf man sich so einen Kaffee im Angebot nicht mehr erlauben. Der Tee von Bel soll dagegen wohl sehr gut gewesen sein. Insofern schade, weil die ganz reizenden Steiner-Jungs an dem Nachmittag an mir lässig noch zwei weitere Tassen hätten verdienen können. Das Café Steiner serviert auch Frühstück und eine leichte Küche, hat geöffnet von 8-19:00 Uhr (im Sommer wohl länger). Motzstraße 30, 10777 Berlin (U-Bahnhof Nollendorfplatz/U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz, div. Busse.)

Kleine Warnung für die leicht zu pikierende touristische Dame, der das Regenbogenmillieu nicht sehr geläufig ist. Im Café Steiner hat's nur für eine Metrosex-Toilette gereicht. Die Urinale sind dabei der einen abschließbaren Volltoilette räumlich vorsortiert – das muss man mögen – oder sich mit Erwachsenenwindeln eindecken.

2010-02-17

Lecker!

2010-02-16

Und …

seit knapp zehn Tagen jetzt Trennkost sowie null Alkohol. Funktioniert. Weil ich aber die Waage nur habe, um im Notfall die Katzen zu wiegen und ich mein Gewicht schon immer pragmatisch nur in ein „Wohlfühl“- und in das andere „Nichtwohlfühl“-Gewicht eingeteilt habe, kann ich zum jetzigen Status nix über abtrünnige Kilos in üblicher Mengenangabe sagen, dafür aber: Wohlfühlgewicht noch nicht erreicht jedoch vom Nichtwohlfühlgewicht ‘ne gute Straßenecke bereits entfernt.

Und ich mache nicht Hardcore-Trennkost. Sojamilch kommt mir nicht über die Türschwelle.

Was übrigens nicht sooo richtig gut funktioniert, habe ich im Selbsttest heraus gefunden, ist die Pilates-/Yoga-DVDs einfach nur ins Regal zu stellen und auf ein Wunder zu hoffen.

Schauen wir mal. Bin mittlerweile böse auf Radfahr- und Dauerlauf-Entzug …

Es gibt Dinge …

über die will man nicht näher nachdenken, geschweige denn sie essen.



Seit zwei Tagen überlege ich, welche Sorte Käse eventuell zu Meerrettich passen würde. Negativ. Auch finde ich grünen Käse auf dem Frühstückstisch ungefähr so attraktiv wie Maden im Käse. Nämlich gar nicht. Und je länger ich darüber nachdenke, glaube ich an den gesunden Unterschied zwischen blauen oder weißen Schimmel (gut) und grünen Schimmel (schlecht).

Aber schön zu wissen, dass der Japan-Sushi-Hype nun auch in der Käsetheke angekommen ist. Kann es gar nicht erwarten, endlich Klopapier mit Algenweichmacher als fünftes Blatt offeriert zu bekommen.

2010-02-14

Was ich Euch ja schon längst erzählt haben wollte …

neulich war ich in einer Filiale dieser Drogerieketten, die mit den zwei Buchstaben. Da gibt es nunmehr Föhnbürsten extra für blond gefärbtes Haar und extra für brünett gefärbtes Haar.

Ich weiß nicht, was diese Bürsten machen mit dem gefärbten Haar ausser es bürsten. (Ich habe auch Angst, nach dem Marketinggestammel im Web zu suchen.) Wahrscheinlich aber sagt die Bürste für blond gefärbtes Haar: „Du Haar, Du bist so schön blond gefärbt, Dich bürste ich am allerliebsten von allen Haaren.“ Und auch die Bürste für brünett gefärbtes Haar könnte in die trockenen Haarspitzen murmeln „von allen gefärbten Haaren bist Du mir mit Deinem brünetten Farbton das allerliebste Haar auf Erden!“ Glaubt jedenfalls der Marketingstammler.

Es gibt übrigens keine Bürsten für blond gefärbtes Haar mit brünetten Strähnen. Oder umgekehrt. Für rot gefärbte Haare gibt es auch keine eigenen Bürsten. Schwarz: draußen. Minderheiten sind in der Welt der hehren Kunst des Haarmarketings vielleicht keine ernstzunehmende Zielgruppe.

Die Marketingstammler erklären vermutlich auf Nachfrage auch nicht, was wohl mit dem Haar passieren würde, wenn man es brünett gefärbt mit einer Bürste für blond gefärbtes Haar bürstet. Ich vermute, das wäre ganz schlecht für‘s Sheng Fui und die Haare danken es einem mit Spitzenbruch nicht unter 0,2 mm in vier Monaten. Oder akuter Haarglanzverweigerung in der Heizperiode.

Ich stelle mir vor wie in China die kleinen Kinder am Fließband stehen und sich wundern, warum die früher völlig gleich aussehenden Bürsten heuer mit Borsten mit einem hellen und mit einem dunklen Finish produziert werden und sie für den gleichen Verdienst wie früher nun in der gleichen Zeit zwei unterschiedliche Papieraufstecker um die Bürsten wickeln müssen. Sie verstehen vielleicht gar nicht, warum der Vorabeiter so aufgeregt gestikuliert, wenn sie Papieraufstecker eins (dunkler) versehentlich mit Bürste zwei (heller) bestückt haben.

Irgendjemand hat ihnen womöglich einmal erzählt, dass es ganz weit weg eine Welt gibt in der Menschen leben, die sich nicht nur komische Farbe ins Haar tun und dafür 4-6 mal im Jahr sehr viel Geld bezahlen. Mehr Geld, als sich diese chinesischen Kinder überhaupt vorstellen können, jemals auf einmal in die Hand zu bekommen. Die gleichen Menschen sind auch bereit doppelt soviel Geld hinzulegen für eine Haarbürste mit der man nur eine Sorte gefärbtes Haar bürsten kann, als für eine normale Haarbürste mit der problemlos jedes Haar striegeln kann. Und dass diese Menschen die Bürste weglegen, sobald sie sich eines Tages für eine andere Haarfarbe entscheiden. Das finden die Kinder sehr lustig, weil sie ja diese Bürsten selber hergestellt haben. Und ganz genau wissen, außer einem giftigen Farbbad der einen Bürste mit der ihre Borsten etwas dunkler machen mussten und weswegen die Kinder in der Folge vielleicht in ungefähr zehn Jahren als junge Erwachsene an Krebs erkranken werden, – was ihnen heute aber keiner sagt – handelt es sich bei den Bürsten um die völlig gleichen. Es ist auch kein Zauber mit ihnen angestellt worden, der die chinesischen Kinder glauben machen könnte, das man mit diesen Bürsten nicht problemlos ihr dichtes schwarzes chinesisches Haar bürsten könnte. Womöglich haben diese Kinder noch nie ein heller gefärbtes Haar gesehen.

So stehen die Kinder am Fließband und arbeiten und kichern über diese komischen Menschen in dieser merkwürdigen Welt, weit weit weg und können mit ihrem gesunden Kinderverstand das so gar nicht glauben und tun die Geschichte als Gerücht ab.

Denn wer soll so etwas Verrücktes tun? Von den gleichen Haarbürsten nur eine Haarfarbe bürsten lassen?

Herrlich!

Ehrlich! Unser aller Hamster im Rad, namens Guido.