2006-04-17

Der arme Autor des Grillmaster 2000 ist verwirrt …

und fragt in seinem grillmaster 2000-Blog äh Tagebuch: Zwingt 'die Agentur' die Leute oder sind die selber blöd? (nehmt den Kommentar vom 1.3.2006)

Ach Grillmaster, Dir helfe icke doch jerne über'n Bürgersteig:

Die Agentur zwingt die Leute. Der Fallmanager erklärt seinem Klienten, 'ab heute schreibst Du 20 Bewerbungen im Monat.' Shiet egal, ob der Arbeitsmarkt für die Qualifikationen dieses Bewerbers 20 Ausschrei-
bungen überhaupt hergibt. Also schreiben die Leute in ihrer Verzweiflung auch schon mal auf Stellengesuche, deren Ansprüche sie nur zu 50 % und weniger erfüllen. Dem Fallmanager ist's scheiss egal, ob er Leute wie Dir, die Wichtigeres zu tun haben, damit unnötige Arbeit bereitet: der braucht Quote. Den Bewerber plagen da schon größere Qualen im Wissen um Deine knappe Zeit, aber diese Qualen helfen ihm nicht weiter, droht doch der Fallmanager bei Verzug mit Kürzung der Leistungen. Capice?

Gelegentlich schreiben natürlich auch Menschen in großer Verzweiflung auf Stellengesuche, weil sie einfach nur dringend Arbeit brauchen oder Bewerbungen schreiben sowieso die einzige Aufgabe ist, die sie haben im Leben. Tendenziell würde ich dem einen oder anderen Bewerber sogar zutrauen, das dieser sich zwischen Vertragsunterzeichnung und dem Beginn der Tätigkeit in drei Wochen mehr Perl-Know How aneignet, als es so mancher Informatik-Student in vier Semestern vermag.

Aber keine Sorge: der 'Arbeitsmarkt' hat mittlerweile gute Gegenmittel erwogen, die uns Arbeitslosen den Nachweis unserer Bewerbungs-
bemühungen noch ein bisschen schwerer gestalten lassen, dafür lassen sich so aber alle per E-Mail eingehenden Bewerbungen gut abspeisen:

'Sehr geehrte Bewerberin, sehr geehrter Bewerber,

vielen Dank für die Einsendung Ihrer Bewerbungsunterlagen. Mit so vielen Interessenten haben wir nicht gerechnet. Wir bitten um Geduld und Verständnis, dass wir Ihre Einsendung nicht persönlich beantworten können.

Wir werden unsere Auswahl in spätestens drei Monaten abge-
schlossen haben. Wenn Sie dann nichts von uns hören, sagt dies nichts über Ihre Fähigkeiten aus. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeitssuche.

Mit freundlichen Grüßen'


Diesen Text mit passendem Artikel habe ich Ende Februar auf spiegel.de gelesen. Seither regnen solche 'Pro Forma'-Absagetexte nur noch in mein Postfach. Sollte ich 'ne Regel basteln à la: 'wenn die e-Mail folgende Wörter enthält: 'viele' + 'Interessenten' + 'nicht persönlich' + 'Auswahl' + 'nichts' + 'ihre Fähigkeiten' + 'viel Erfolg' – dann direkt in das Postfach 'Absagen' sortieren?

mit müden Grüßen
creezy

2006-04-16

Ein Samstag …

war das gestern: großartig. Von morgens bis abends schien die Sonne und nicht mehr mit dieser unterschwelligen Winterkälte, wie bisher üblich in diesem Frühling. Wärme. Und richtig warm war's. Ich bin beinahe nicht mehr vom Rad gekommen, so schön war der Tag. Die neuen Mäntel fahren sich übrigens gut, sehr gut. Erstaunlich (sie sind leider 2 mm schmaler als die alten) wieviel das an Geschwindigkeit bringt. Ich habe mir neulich die Standradpumpe von Lidl geleistet habe (im Gegensatz zur Aldi-Version mit französischem Ventil-Adapter), jetzt kann ich auch zu Hause problemlos 6 bar pumpen. Eine Gaudi.

Gestern habe ich die erste Hälfte vom Balkon gepflegt, Blumenerde entsorgen ist anstrengend. Das stört mich jedes Mal auf's Neue. Dieses Jahr heisst es ja das erste Mal, Balkon einrichten von Anfang der Saison an mit den beiden tieffliegenden Fellträgern, was wirklich viel Spaß macht. Sie budeln schön und gerne in der Erde, vorzugsweise in der feuchten, weil das später die lustigereren Fußspuren in der Wohnung gibt. Gerade gesetzte Erdbeerpflänzchen gehören wieder ausgegraben. Was sonst? Dann kann man sehr cool durch die Späne der eingelagerten Zwiebeln rutschen, damit diese auch ja gut überall verteilt werden. Das im Weg sitzen, vorzugsweise wenn ich gerade einen schweren Kübel schleppe, beherrschen sie beide 1a.



Beinahe verdrängt hatte ich über den Winter die Leidenschaft von Nishia beim Blumengießen dabei zu sein. Es gibt ein Eckregal mit drei Ebenen auf denen die Blumentöpfe stehen, da sitzt die Katze darunter und wenn's dann regnet, fängt sie mit Begeisterung die Wassertropfen. Sie denkt auch nicht daran zu verschwinden, wenn's Wasser fliesst. Das wundert nicht bei einer Katze, die mehrmals täglich in der Badewanne sitzend, den Wasserfluss einfordert und sich nicht daran stört, dass Pfoten, Bauch etc. völlig nass werden. Aber als die dann gestern im vollen Trab aus der hinteren Ecke angetrabt kam, um ja die Wässerung nicht zu verpassen, quiekend vor Freude, da fand ich sie besonders cool!

2006-04-15

Das muss wohl der neue Trend sein …

in Europa: alternde, machtgeile, eingeschnappte, weil jüngst vom Volk aussortierte Politiker demonstrieren ihren Verlust an Bodenhaftung so impertinent indem sie bockig auf ihrem Regierungssitz festkleben und ihre Abwahl als solche nicht akzeptieren wollen und ein Theater veranstalten, das auch locker das Drehbuch für einen B-Movie liefern könnte.

Armselig. Gerhard und Silvio. Ihr seid armselig.

2006-04-14

Da hängen sie nun



schauen raus, spiegeln sich im Fenster und zählen die Sonne, den Mond, die Wolken, die Sterne, die Regentropfen und wollen auf den Balkon gesetzt sein.

Heute steht Balkoninstandsetzung und Katzenfluchtwegabschneide-
undichinruheBalkontüroffenlassenkann-Drahtzauninstallation auf dem Programm. Das mache ich nun seit ca. 10.00 Uhr: Sonne scheint gelegentlich, Tür auf, die ersten Töpfe von der Balustrade genommen, es regnet, Tür zu. Sonne scheint wenig später wieder, Balustrade soll abgewaschen werden, es regnet, Tür zu. Regen hört auf, Tür auf, Sonne lugt kurz durch die Sonne vor, Drahtzaun schon mal angesetzt, es regnet, Tür zu.

Dabei habe ich gerade festgestellt: mein Balkon ist gewachsen! Einfach so. Dieser Balkon, so erzähle ich immer 'hat die Maße 1.30 m x 1,30 m, ich bepflanze ihn aber grundsätzlich auf eine Fläche von 9 x 9 m. Mindestens.' Also habe ich (mehrmals in den Jahren habe ich diesen Balkon ausgemessen, ich bin mir 100%ig sicher) den Drahtzaun großzügig – und mathematisch begabt wie ich bin – auf 1,30 x 1,30 = 2,60 = 300, also auf 3 m zuschneiden lassen. Urplötzlich hat die eine Balkonseite 1,45 m, die andere fast 2,20. Wie kommt das denn? Ein Balkon, der sich von alleine vergrößert?

Die Tür bleibt jetzt erst mal zu. Mehr Balkonfrust an einem Tag muß auch ich nicht haben.

So lasset uns ewig dankbar sein, …

dass wir geboren wurden in einer Zeit in der das Schwein noch ein Schwein war, wenn auch ein Antibiotikaschwein, das da auf unseren Tellern serviert wurde.

Amerikanische und holländische Wissenschaftler möchten gerne Fleisch aus der Gen-Retorte basteln. Wolfram Siebeck (DER Siebeck, der Ur-Vater der Fernsehkoch-Manie) macht sich auf dem Zeit.de-Portal seine lesenswerten Gedanken dazu.

Mit etwas Glück, erlebt meine Generation, bei normaler Lebenserwartung, deren Erfolg in der Umsetzung hoffentlich nicht mehr. Wir sind doch die letzten Menschen auf diesem Planeten, die noch ein Brot zubereitet aus nicht genbehandelter Materie essen durften, dessen können wir uns langsam dankbar klar werden. Ich für meinen Teil pfeife auf eine etwaige Wiedergeburt. Null Bock unter diesen Food-Bedingungen.

Ich erinnere mich heute noch, gute 15 Jahre mag das her sein, da machte ich mit dem besten Freund der Welt (der damals noch für mich der beste Mann der Welt war) Urlaub in Südfrankreich. Auf einem kleinem Pferdegestüt lebte seine Schwester und die hielt sich Hühner, Ziegen sowie Schweine für den eigenen Bedarf. Kurz bevor wir kamen, hatte sie eines ihrer Schweine geschlachtet (es war Artur, französisch geprochen 'Artüüüür', wenn ich mich recht erinnere) und Artur lag als Kotelett auf unseren Tellern. Dieses Kotelett war ein geschmackliches Erlebnis und ich habe danach zehn Jahre lang kein Schweinefleisch (hier in der Stadt ja primär nur aus Großschlachtungen u. im Supermarkt erhältlich) mehr angeguckt. Brauchte ich nicht mehr. Ich wußte nach Artur, vorher hatte ich nur Fleischschrott gegessen und nach Artur wußte ich auch, dass es geschmacklich einen Himmel gibt.

Artur hat in einem gewissen Sinn mein Bewußtsein sehr geprägt.

2006-04-13

Lecker Profil



Ich bin so eine Diva, wenn es um Fahrrad-Reifen geht. Böses Kindheits-Rad-mit-breiten-schweren-Reifen-Karma!

Aber so muss das perfekte Profil für Crossreifen aussehen: In der Mitte eine gute Auflage durch eine fast durchgehende Fläche. An den Seiten (mir fast ein bisschen zu) dezente Stollen in unterschiedlicher Grösse angeordnet und dazwischen tiefe Profilrillen. Das alles aus einer gelungenen haltbaren Gummimischung. Und innen ein feiner Kevlar-Gürtel, der den Reifen aber auch nicht gleich ein ganzes Kilo wiegen lassen soll. Wie z.B. der Schwalbe Marathon Plus – sorry aber dafür wurden Leichtmetallräder wirklich nicht erfunden.

Es ist verdammt schwer, einen neuen Fahrradreifen zu kaufen, wenn der alte wirklich perfekt war. Wenn er einen leisen, schnellen und leichten Lauf auf der Straße, kompromisslosen Halt im Gelände, überhaupt keine Irritierung in Kurven und vor allem nicht bei strömendem Regen zeigt und zudem bei fünf Jahren täglichem Gebrauch keine einzige Panne hat.

Aber ich habe um meine Panaracer Crosstown (damals GTX 737) gekämpft, auch wenn's die in Deutschland nicht an jeder Straßenecke gibt. Und auch wenn sich gerade der E-Mail-Beantwortungsbevollmächtige der panaracer.com-Homepage nicht durch besondere Höflichkeit, Informationsdrang und Verkaufsfreude hervorgetan hatte. Egal, nun sind se druff seit gestern, sie sehen cool aus.

Ich war ehrlich beeindruckt wie dünn die alten Reifen mittlerweile dann doch an den Flanken waren. Das wäre nicht mehr lange gut gegangen. Insofern bin ich dann doch dankbar, dass das mittlerweile leicht reduzierte Profil mir bei Regen keinen Spaß mehr gebracht und mich zum Neukauf überredet hatte.

Sehr zu empfehlen sind übrigens die Schwalbe-Schläuche. Ich musste im Dezember einen neu auf's Hinterrad ziehen (lassen) und der hat die Luft über den gesamten Winter gehalten. Beeindruckend.

Fein, dann kann ich ja jetzt wieder Pistensau spielen und mir die Kniescheiben brechen …

2006-04-12

Unverhofft

poppt gelegentlich ein Warnfenster und man guckt es sich an und spürt: irgendwas ist anders heut‘ …



Selten habe ich im Web einen freundlicheren Empfang erlebt als bei den Jungs von lomography.com. So sind halt Lomographer. Erst Fun. Dann Technik.