2006-04-12

Kommt in'n Ofen!



Wegen guter Führung.

Gestern bin ich um 6.00 Uhr aufgestanden, um einen Streusselkuchen zu backen. In dieser Hinsicht kann es ja gelegentlich ganz praktisch sein, keine bezahlte Arbeit zu haben. Nicht, dass man nicht auch als in Lohn & Brot-Stehender sehr früh morgens aufsteht, um Dinge zu tun. Es macht nur nicht annähernd soviel Spaß.

Gefunden habe ich mein Streusselkuchenrezept hier in diesem entzückenden Blog Fool for Food. Ein schönes Blog. Inspirierend und vor allem sehr, sehr informativ – immer wieder. Oh, klitzekleiner Hinweis in eigener Sache: Wer jemals so etwas isst, wie diese Halbzeitpizza, den muß ich wohl schweren Herzens von meiner Buddy-Liste streichen. Nun darf man sich nicht mal mehr an die Tiefkühlregale trauen, ohne von diesem WM-Kommerzgedöns heimgesucht zu werden. Hoffentlich kommen ganz bald die o.b.-Tampons mit WM-Banderole und Kahn-Sammelbildchen! Hätte ich gerne!

Zurück zum Streusselkuchen! Hier das Rezept. Es ist etwas aufwendiger (darf ich eigentlich wieder aufwe(ä)ndig schreiben, seit der Rechtschreib-Re-Reform? Oh bitte!), als die Obstkuchenteig-Fertigversion namhafter Hersteller. Aber Hefeteig schlagen macht Spaß, aufgehender Hefeteig ist so ein Erfolgserlebnis – und diese frische Zitronenschale, die ihr Aroma unaufdringlich penetrant verteilt …

Ich habe ihn mit zwei Gläsern Sauerkirschen gemacht und noch einige tiefgefrorene Früchte darauf verteilt. Diese haben den Genuß erhöht, weil man zwischendurch immer unerwartet mitten im Kirschtraum frontal gegen ein Himbeeren– oder Brombeeren-Aroma gelaufen ist und während sich der Gaumen noch wunderte, stand schon eine kleine Heidelbeere bereit, um für weitere Verwirrung zu sorgen. Das nächste Mal würde ich den Teig auf dem Backblech noch mal 15 Minuten gehen lassen und danach erst die Früchte darauf verteilen. Aber dafür, dass ich einen Gasofen habe und die ja bekanntlich mit Hefe sich ihren kleinen Kampf liefern, war er recht locker, der Teig. Dank zwei Schüsseln Wasser.

Streusselkuchen satt, das ist doch was!

2006-04-10

Überbelichtet



Zur Zeit treibe ich mich gerade verstärkt auf den Pflanzenseiten herum, die es zu Hauf im Web gibt. Erschreckend dabei ist, dass so manche kleine liebevoll gestaltete private Garten-Homepage viel besseres Bildmaterial zeigt, als die Seiten der professionellen Anbieter. Ständig erblicke ich gerne Rosenfotos und denke bei mir 'ach hättet ihr doch bei diesem strahlenden Sonnenschein wenigstens um ein, zwei Stufen abgeblendet, dann könnte ich nun auch etwas von der Struktur der Blüte sehen und nicht nur erahnen!' Doch, auch kleine einfache kompakte Digitalkameras bieten meist diese Funktion, sie ist Gold wert.



Überbelichten geht natürlich auch, und das bringt auch schöne bis spannende Effekte. Dann aber dem Sensor auch richtig viel Licht gönnen.

Das ist ein hartes Blog

dieses Pflegeblog. Ich blogge ja nicht nur, ich erfreue mich auch täglich an der Vielzahl der anderen Blogs. Mich erinnert das ein wenig an eine Stelle in dem Buch 'Der Sturz von Hyperion' von Dan Simmons (Buch 2 der Quadrologie). Darin wird in einer Szene beschrieben, wie sich die Menschen in die Bewußtseinsphären anderer Menschen einklinken, dem eigenen tristen Dasein entfliehen und zum Junkie werden. In andere Leben schlüpfen, fremde Gedanken empfinden, darüber verrückt werden. Die Idee ein Mensch, der ein Leben führt: Morgens: Maloche, Abends: Sofa + Glotze, Mittendrinnen: Bild lesen, gerät plötzlich in das Gehirn von Stephen Hawking. Brennen dann die Synapsen durch? Wird er plötzlich auch hyperintelligent? Kompletter Ausfall?

Das wäre auch meine Sucht. Bin ich sicher. Blogs lesen ist ein bisschen so, die reinen informativen Blogs sind gut aber richtig spannend finde ich die, in denen die Autoren ihr Innerstes auspacken. Mutig ist das. Vielleicht auch ein bisschen Gesprächstherapie. Von meiner Seite aus ist es Voyeurismus. Klar. Doch. Voyeurismus passt an dieser Stelle. Nackheit ist relativ.

Dieses Blog jedenfalls bringt mich an meine Grenzen. Liegt vielleicht daran, dass ich auch nicht jünger werde. Liegt mit Sicherheit daran, dass sich meine Mutter eindeutig auf der Zielgeraden befindet.

2006-04-09

Es sind meine Gene.



MEINE Katze (der Fellbomber) hat sich heute MEIN Lieblingsauto, eine Citroen DS, als I.M.U.-Modell aus UNSEREM Regal gefischt und spielt nun wie eine Bekloppte Modell-DS fahren.

Noch macht sie nicht die üblichen Geräusche wie 'brumm brumm', 'quieieieieietsch' und 'krawummmm'.

Kurzfristig werde ich meinem kleinen Teenager zeigen, wie wir den Fun-Faktor beim Modellauto-Spiel noch erheblich steigern können.

2006-04-07

Manchmal muß ich eben einen Standard setzen.

Kürzlich habe ich in einem visuellen Interview mit Stanislaw Lem gelernt, der Mann – wir erinnern uns: einer D E R Science Fiction-Autoren unserer Zeit – habe es abgelehnt einen Computer zu benutzen. Für das Internet hatte er einen Ausdruck parat: Informationsterror!

Ist so abwegig nicht, zunehmend stolpere ich im Web ungefragt über Informationen und frage mich, 'wollte ich das nun wirklich wissen?' und wenn ja, 'hatte nun diese auf das absolute Mininum reduzierte Grundaussage überhaupt noch Informationswert?'

Klasse statt Masse? Oder lieber Masse statt Klasse? Das ist hier die Frage und ich habe in unserer herzallerliebsten Suchmaschine schon mal einen neuen Standard gesetzt. Und der geht weg von den Millionen Einträgen zur Beinahe-Null:



(Schlecht zu lesen hier, leider. Rechter Mausklick auf's Bild und 'Link in neuem Fenster öffnen' auswählen schafft Abhilfe!)

In einer vehementen Diskussion mit einem jüngeren Herren in einem Forum neulich, wollte mir dieser glaubhaft machen, die Tatsache, dass es bei Google zu einer Aussage 'total viele' Suchergebnisse gäbe, wäre gleichzeitig ein Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage. Davon war dieser Mann felsenfest überzeugt und war zu einem nächsten Schritt, diese Informationen trotzdem zu hinterfragen, nicht zu bewegen.

Je mehr Google desto wahr? Wird das die neue Messlatte sein für künftige Generationen bei ihrer Wissensfindung? Je länger ich darüber nachdenke, umso stärker beginnen meine Philosophen-Glühbirnen zu leuchten.

Bester Freund der Welt: merke Dir das Thema mal vor für einen langen Diskussionsabend im Frühsommer am Pool!

2006-04-06

The TV Tower

Was hatte ich gerade für eine lustige Szene in der U-Bahn. Zwei amerikanische Touristen und ein britischer Tourist haben sich in der
U-Bahn Linie U2 Richtung Warschauer Straße als Touristen erkannt und sich freudig 'endlich mal einer, der meine Sprache spricht' über Berlin, Bier, Deutsche unterhalten und dabei Sightseeingtipps ausgetauscht. Sehr drollig fand ich das gemeinschaftliche Gefühl der kurzfristig gegründeten US-Britten-U2-Kolchose, keiner der in der U-Bahn befindlichen Deutschen könnte sie verstehen, wenn sie über uns herziehen. Gut gemeint fand ich den Rat die Kuppel vom Reichstag zu besuchen, der View muß spectacular sein. Ich sollte das endlich mal tun. Wenn der Ami das so toll findet. Und dann unbedingt auch besteigen: The TV Tower. Der muß damit den Fernsehturm meinen. Also nicht den Funkturm.

Meine Sorge ist nun, der Junge wird später seinen Enkeln erklären, wir Berliner hätten nicht nur einen schwulen Bürgermeister sondern auch noch 'The TV Tower', dessen Corpus teilweise Telekotz-Magenta trägt …

Womöglich habe ich nun und hier aber meine Aufgabe während der WM gefunden. Ich werde die ganze Zeit am Fuße von 'The TV Tower' stehen und Flyer in sechsundzwanzig verschiedenen Sprachen bedruckt verteilen, die nur eine Information preis geben: 'The TV Tower is not Barbie‘s throne.' And by the way it's not Cora Schumachers home.' 'And no, they never asked us if we really want to see our symbol in pink.'

Den Text in Serbokroatisch, in Sanskrit oder Inuktitut könnt Ihr Euch sicher denken! Ihr macht das schon!

2006-04-04

Wie war das …

mit dem zerbrochenen Spiegel? Sieben Jahre Pech? Noch mal sieben Jahre?

Gestern hat eine bösartige Windrose in meiner Wohnung, ausgelöst von schlechtem Wetter, einer offenen Balkontür und einem geöffnetem Kippfenster meinen Schminkspiegel im Bad vom Fensterbrett gefegt und in seine Einzelteile zerlegt.

Das ist in vielerlei Hinsicht dumm gelaufen, denn Schminkspiegel sind für uns Mädchen äußerst wichtig, außerdem Märchen bestimmend, das wissen wir seit der bösen Stiefmutter und Schneewittchen. Und zum anderen gibt es da diesen hässlichen Aberglauben und gelegentlich habe sogar ich meine esoterischen Momente.

Also? Gilt dieser Spiegelschwachsinn etwa auch für Spiegel, die sich selber in den Tod stürzen? Trifft mich das harte Los, obwohl ich im Zimmer nebenan saß und meine Finger brav auf der Tastatur und defintiv nicht in des Spiegels Abschied-Spiel hatte? Wo zum Henker fängt die Verantwortung für Spiegel an und wo hört sie auf? Und sollten nicht eigentlich billige Ikea-Spiegel generell von diesem Aberglauben ausgenommen sein?

Panik! Wo ist mein Handtuch?