2026-03-14

Tun' di Carola'1801

Ich durfte neulich einen köstlichen Ausflug in die Welt des Roten Thunfisches nach Agropoli im italienischen Cilento (Salerno, Kampanien) machen. Was sich anfänglich – in meiner Vorstellung – nach Thunfischfilet auf krachender Bruschetta las, war ein Ausflug in die philosophische Welt des Kochs Vincenzo Carola. Er sieht und versteht diesen besonderen Fisch ganz anders und in einer Ganzheit, die beeindruckt. Es war spannend und am Ende eine unglaubliche Freude, ihm in seine Welt der Vielfalt des Thunnus thynnus gefolgt zu sein.
Vincenzo führt in der fünften Generation das Restaurant Vecchio Saracino seiner Vorfahren. Er ist zwischen den Kochtöpfen seiner Großeltern und Eltern aufgewachsen. Seine elegante und moderne Küche trägt Früchte: Das Restaurant Vecchio Saracino wurde in diesem Jahr unter seiner Leitung in den Gambero Rosso aufgenommen.

Die jüngste Kreation seiner Kreativität am Herd? Es mag profan klingen, ist es mitnichten: Konserven aus Thunfisch – Tun’ di Carola'1801. Er hatte sie uns neulich in Berlin in der Trattoria a’Muntagnola bei einem Pressetasting vorgestellt.
Vincezo Carola zeichnet sich durch eine interessante Ernsthaftigkeit aus. Schneidet er in der gastgebenden Küche der Trattoria das italienische Brot in hauchdünne Scheiben, überkommt mich, als Zeugin, das Gefühl einer besonders tiefen Liaison zwischen ihm, seinem Messer und dem Brot beizuwohnen. Hier wird eine alltägliche Arbeit zelebriert und auf ein für Zuschauer meditatives Podest erhoben: Brot schneiden.
Er ist Gastgeber. Dem Restaurant ist mittlerweile ein kleines Hotel hinzugefügt worden. Unter dem historischen Bildnis Carola'1801 geführt, ergibt es absolut Sinn. Wer seiner Küche begegnet, trifft auf eine besondere Region Italiens, in der innezuhalten und zu bleiben, sich sehr lohnt. Gast sein bei einem, der durch und durch Gastgeber ist, eben auch.



Dabei baut er eine Brücke zwischen den historischen Gerichten des Cilento und seiner modernen Küche und lebt dabei den Zeitgeist der Generation, die als erste miterlebt hatte, wie die Nahrungsmittel des Meeres rarer wurden und sich um die Qualität guter Produkte gesorgt werden musste.

Sich der Slow-Food-Bewegung anzuschließen, war ein logischer Schritt. Er ist ein Forscher, Entdecker, Entwickler. Er ist alles, was einen guten Koch ausmacht. Vincenzo begreift sich selber als einen Handwerker des Meeres. Und seine uneingeschränkte Liebe gilt dem Roten Thunfisch.
Agropoli liegt am Tyrrhenischen Meer. Laut Vincenzo haben sich die Fischbestände vom Roten Thunfisch in den letzten Jahren deutlich erholt. Die klare Reglementierung der Fangquoten im Mittelmeer auf nur noch 13.500 Tonnen im Jahr und die strikte Einschränkung der Fangsaison auf lediglich noch einen Monat im Jahr, das Verbot der Fischerei mittels Schleppnetze – alles zeigt mittlerweile eine Wirkung. Es werden wieder deutlich größere Fische – so ein Roter Thunfisch kann bis zu 40 Jahre alt werden – gefangen und langsam bedrohen sogar deren Schwärme in der Saison die Fischbestände der kleineren Fischarten.

Wer in der Sorge um ein Lebensmittel aufwächst, weiß, wie kostbar dieser Fisch ist. Inspiriert von der maritimen Tradition seiner Großeltern, der gastronomischen Geschichte des Garum mit ihrem fünften Geschmack des Meeres (die legendäre Würzsauce aus fermentiertem Fischbeifang) und der historischen Küche seiner Region, setzt Vincenzo seine persönliche Suche nach Aromen fort. Er folgt den archäologischen Zeugnissen alter Traditionen im Zusammenhang mit lokaler Fischerei, die heute beinahe aus dem Bewusstsein verschwunden ist. Dabei hilft, dass man im Cilento nie das handwerkliche Fischen zugunsten der industriellen Fischerei aufgegeben hatte Darin fußt die Idee, den Thunfisch von Gills (Kiemen) to Tail zu verwenden. Zero Waste – alles, was von diesem Fisch in die Küche des Vecchio Saracino gelangt, wird verwendet. Die logische Konsequenz war die Entwicklung der Konservenreihe Tun’ di Carola'1801. Wobei Konserve kaum das passende Wort scheint für die Köstlichkeiten, die Vincenzo mit seinem Team hier ins Glas bringt.
Ja, es gibt das luxuriöse, köstliche, besonders geschmackvolle Thunfischfilet in dem extra Vergine Olivenöl der Region, mit dem man feine Pasta zubereiten oder das beste Brot belegen kann.

Aber was Vincenzo aus den anderen Teilen des Fisches zaubert, überrascht in seiner Vielfalt. Und überzeugt geschmacklich.
Wovon sich bei unserem Tasting auch Mamma Angela überzeugt, 91 wird sie in diesem Jahr und sie ist immer noch ungebremst wissbegierig!
Seine Konserven werden in Gläser gefüllt und der Inhalt wird mit kunstvollen Banderolen aus Altpapier vor Licht geschützt. So aromatisch: Sughi Pronto Genovese, eine Sugo mit Zwiebeln, Tomate und Salz und dem Thunnus Thynnus. Als Pasta umschmeichelnd serviert – oder auf dem Brot als Antipasti. Ein aromatischer Genuss.
Mein Liebling der Verkostung: Spalmabili Tonne e Pecorino. Wer die kalabrische Nduja mag, wird diese pikante Variante aus dem inneren Filet, dem dunkelsten Bereich des Thunfischs, lieben! Das Filet wird zusammen mit den besonderen Teilen seines Bauches und seinen Schwanzspitzen gekocht und danach mit Chili aus biologischem Anbau kalt mit frischem Olivenöl püriert. Tatsächlich kommen an Vincenzos fantastischen Zubereitungen wirklich nur Öl und Salz zusätzlich. Kein Gluten, keine Geschmacksverstärker, keine sinnlose Verlängerung eines besonderen Produktes. Pure Qualität.
Wir haben bei der Verkostung des Pressetastings auch etwas geguckt, als uns die Leber und der Pansen des Thunfisches serviert wurden. Beide Produkte sind aus Gründen nur limitiert erhältlich. Die Leber wird in Wasser und Meersalz gewässert, später mit Zwiebeln, Rotwein, Olivenöl und Salz gekocht. Das Ergebnis: Fried Red Tuna Liver. Zarte Substanz mit der süditalienischen Aromatik gekrönt – und lecker!
Alle waren begeistert, ja, auch die, die zuerst sehr zweifelnd auf den Teller guckten, von der O’ PER E U’ MUSS – Red Tuna Trippe. Wer hat denn schon einmal bewusst den Pansen vom Thunfisch gegessen? Wer weiß, dass so ein Thunfisch über Kutteln verfügt? Auch sie werden in Vincenzos Küche lange mit Wasser und Meersalz gereinigt, dann gekocht, gewürzt und mit – hier ausnahmsweise Sonnenblumenöl – sterilisiert.
Serviert gut abgetropft mit Zitronensaft und Pfeffer auf einem Salat und zu Hülsenfrüchten. Wer sich daran traute, war sehr angetan!
Vincenzo Carola hat in Carola'1801 noch mehr Konserven im Programm, alle sind auf ihre eigene Art eine Empfehlung wert. Und eine Colatura aus dem Roten Thunfisch – und weil eben bei Vincenzo nichts, aber auch rein gar nichts wegkommt, verkauft er auch das Sale di Flos Floris – das den Thunfisch aromatisierende Salz, das nach der Gewinnung der Colatura bzw. der Fermentierung der Bottarga und dem getrockneten Thunfischherzen übrig bleibt.
Auch das Cuore di Tonno schneidet er uns bei der Verkostung hauchdünn auf, …
… legt es in viel Zitronensaft mit etwas Olivenöl ein und serviert es auf Rucola und Brot.
Die Bottarga serviert er uns als fantastische, dampfend heiße Pasta.
Frische Spaghetti einfach zubereitet mit viel Olivenöl und viel Butter, Knoblauch, Zitrone und dem Sale di Flos Floris – unglaublich würzig und lecker!
Die Colatura aus Sardellen kennt wohl jeder, der der italienischen Küche nahe steht, nicht wahr? Sie ist deutlich luxuriöser als ihr Pendant aus Asien. Diese europäische, sehr würzige Fischsauce, gewonnen nach jahrelanger Fermentierung der in Salz eingelegten Sardellen im Fass. Dann nach Jahren Tropfen für Tropfen gewonnen. Eine in ihrer Aromatik unglaublich intensive Begleiterin von Pasta, gegrilltem Gemüse und in Reisgerichten.

Vincenzo macht auch sie aus dem Roten Thunfisch. Alle für die Konserven (und in seiner Küche) nicht verwendeten Teile des Fisches werden nach dem historischen Vorbild für die Colatura di Tonno in Meersalz eingelegt. Hinzugefügt werden lediglich geheime Aromaten der mediterranen Machia, die in der Familie Carola schon seit Jahrhunderten so verwendet wurden. Die Colatura wird viermal fein gesiebt, dann abgefüllt – der pure Luxus!
Die Konserven von Vincenzo Carola sind über die Homepage zu bestellen, es ist kein Online-Shop – einfach die Wunschprodukte auswählen und Vincenzo eine E-Mail schicken (alternativ in Berlin in der Trattoria a’Muntagnola bestellen bzw. nachfragen).
Und weil der Rote Thunfisch immer noch nicht komplett verwendet ist: In seinem Restaurant wird Vincezo Carola auch das Rückenmark des Thunfischs auskochen und das Mark in einem der feinen Pastagerichte seiner Küche verwenden.

Also … wenn das nicht eine Aufforderung zu einem persönlichen Besuch in Agropoli im Vecchio Saracino ist?


Homepage: Carola'1801

2026-03-11

Spanien findet Friedrich Merz offensichtlich auch nicht so prickelnd …

Wer möchte Frau Diaz da widersprechen? Aber wirklich … so ein Bundeskanzler, der lieber Demonstranten wegen völlig harmloser Demo-Schilder die Wohnung durchsuchen lässt, Trump, meiner persönlichen Meinung nach, so dermaßen unnötig in den Allerwertesten kriecht – wie sehr kann man im letzten Jahrhundert hängen geblieben sein?

2026-03-10

Melendguno – die Stadt des Honigs im apulischen Salento

Carmen Mancarella hatte in diesem Jahr anlässlich der ITB 2026 ins italienische Kulturinstitut geladen, wo uns der Leiter des Kulturforums, Alessandro Turci, wie immer herzlich begrüßte. Ich kann meinen Berliner Leser*innen nur empfehlen, den Newsletter des Institutes zu abonnieren – sie haben immer wieder fantastische Kultur aus Italien im Angebot.

Carmen stellte uns in diesem Jahr die Gemeinde Melendugno vor. Und hatte dazu keine geringeren Fürsprecher als den Bürgermeister, Maurizio Cisternino, und die Tourismusmanagerin, Roberta Montinaro aus dem schönen Apulien mitgebracht. Anschließend lud sie zum apulischen Buffet mit Spumante ein.
Die kleine Stadt Melendugno, sie liegt ca. sechs Kilometer von der Küste entfernt. Zu ihrer Gemeinde gehören die Küstenorte San Foca und Roca Vecchia und beinhaltet die Küstenschönheiten Torre dell’Orso bis hin zu Torre Sant’Andrea. Wir befinden uns in Apulien an der Küste des Adriatischen Meeres. Und zwar im mittleren Teil des Salentos in der Provinz Lecce – im südlichen Stiefelabsatz von Italien. In Lecce liegt der Bahnhof, ab Bari bedient Trenitalia das letzte Stück der Südtangente. Lecce befindet sich lediglich 16 Kilometer, der Flughafen Brindisi 60 Kilometer und der Flughafen Bari 190 Kilometer entfernt von Melendugno. Vom Bahnhof in Lecce wird Melendugno auch mit Buslinien bedient.

Melendugno selber bietet die perfekte Infrastruktur für Touristen mit Bank, Bäckerei, Supermarkt, Gartencenter und Baumarkt und natürlich einer großzügigen Auswahl hervorragender Restaurants und Bars. Ungefähr 10.000 Menschen, die in dieser Region leben, arbeiten vorrangig in der Landwirtschaft und im Tourismus.

Auf dem Weg zur Küste wird man überall die kleinen Pajare sehen, wie hier im Dialekt die früheren kegelförmigen Lehenshäuser der Bauern genannt werden. Im Unterschied zum Trullo weiter nördlich in Apulien haben die Häuser – früher übrigens aus Trockenstein ohne Lehm gebaut, damit man sie umziehen konnte – hier flache Dächer. „Ich bringe Honig!” Das ist die Übersetzung von Melendugno im Dialekt. Gerade junge Menschen, wie Carrozzo Christiano, haben in den letzten Jahren den Honig und die Kunst ihrer Vorfahren für sich entdeckt. Sie produzieren köstlichen Miele di Melendugno. Die Stadt des Honigs zelebriert Ende Juli die Fiesta Le Vie del Miele.
Und es sind geschmackvolle Honige von den Bienen hergestellt, die sich an der satten blühenden Macchia des Salento mit seinen Strandlilien, Feldern mit wildem Thymian, den Olivenbaumblüten und Granatapfelplantagen satt gesogen haben.
Und dann ist da die traumhaft schöne Küste an der Adria von Melendugnos, wie geschaffen als perfekter Erholungsort für den Meeresurlaub. Zwischen Klippen, Felsen und weichen, weißen Stränden bieten alleine fünf Strände mit unterschiedlichem Charakter bezaubernde Landschaften.
Alle werden von Wachtürmen bewacht, die im 16. Jahrhundert von Kaiser Karl V. erbaut wurden, um die Bevölkerung vor den Piraten zu schützen. Torre Specchia zeichnet sich durch seine kleinen Buchten mit feinem weißem Sand aus, San Foca bietet drei breite und lange Strände, einer davon geschützt in einer großen Bucht gelegen. Einige der Strände sind sogar behindertengerecht.
An den Stränden wachsen Pinienwälder, mediterrane Macchia und wilde Lilien. Die Marinas sind ausgezeichnet mit den Blauen und Grünen Flaggen, die besondere Sicherheit und Maßnahmen im Umweltschutz, letztere besonders kindersichere Strände signalisieren.
San Foca, das einstige Fischerdorf, ist heute der Rückzugsort der Apulier, die nahe bei Lecce arbeiten. Der frühere, kleine Fischerhafen ist zu einem charmanten Yachthafen ausgebaut. Am Fuße des Wehrturms von San Focca (1569), der heute der Infopoint für die Touristen mit Fahrradverleih ist, können Gäste den frischesten Fisch direkt vom Boot der Fischer kaufen.
Für Menschen wie mich, ist es zauberhaft zu sehen, wie sich hier Fischer und Katzen in fröhlicher Gemeinsamkeit treffen – denn ein zappelnder Beifang fällt immer bedacht für diese Zauberwesen ab.
Die Restaurants und Lidos servieren natürlich frischesten Fisch à la carte.
Der hervorragend ausgebaute Lungomare lädt zu wundervollen Spaziergängen in den Abendstunden ein. Wer mag mit einem Gelato auf der Hand.
Ich selber durfte schon zwei Mal länger Urlaub in San Foca machen und kann nur feststellen: Es ist ein Ort, an dem man sich traumhaft gut erholen kann.
Morgens schwimmt man (zumindest außerhalb der Hochsaison) im Sonnenaufgang fast alleine in der wunderschönen Bucht und kann danach in Ruhe das Cornetto zum Frühstück genießen und den Cappuccino trinken. Tagsüber macht man hier wundervolle Spaziergänge der Küste entlang und kann, wann immer man das Bedürfnis hat, in das Meer springen. Am Abend – vor allem am Wochenende – ist der Lungomare belebt mit heimischen Puglieser*innen, die dort ihre Passeggiata zwischen Aperitivo und Cena, dem Abendessen, machen. Essen lässt es sich hier vorzüglich. Am Imbiss signalisiert lange Menschenschlange die exzellente Qualität der Calzone bzw. Panzerotti.
In den temporären Restaurants der zahlreichen Lidi (in der Saison) wird frischeste Fischküche serviert oder man genießt in den hier fest etablierten Restaurants deren Fine-Dining-Küche. Sonntags findet ein kleiner Markt statt. Und die Wanderungen entlang der Küste, die alternativ auch mit Rädern auf kilometerlangen Radwegen zu erfahren sind, bieten ständig neue, wundervolle Aussichten in der Macchia des südlichen Salentos.
Roca Vecchia ist eine entzückende kleine Küstenstadt mit offenen, freundlichen Menschen. Sie liegt wenige Kilometer von San Foca entfert. Zu Fuß entlang der Küste gelaufen, findet man kleine, von Menschenhand in die Felsen geschlagene natürliche Pools.
Wer in Roca einer der ursprünglichen Bars ein zweites Mal seinen Café trinkt, gehört schon zur Familie. Roca ist berühmt für die Grotta della Poesia.
Archäologiefans entdecken eine faszinierende archäologische prähistorische Stätte, die nachweislich seit dem 17. Jahrhundert vor Christus bewohnt wurde. Zwischen den beiden Ufern der Adria fand reger Handel statt zwischen Griechenland, Albanien und Roca, dessen Einwohner aus Mykene stammten.
In der kleinen Grotta della Poesia, nach dem Strand von Polignano a mare wohl das am häufigsten fotografierte Motiv in Apulien, beteten die Seefahrer zum lateinischen Gott Thor, und zum einzigen messapischen Gott Taotor, um sicher nach Hause zurückzukehren. Dort sind die imposanten Mauern zu bewundern, die dank jüngster Ausgrabungen ans Licht gekommen sind, sowie die Überreste mittelalterlicher Wohnhäuser. Zahlreiche Grotten sind vom Wasser aus mit dem Kajak zu entdecken.
Einen der schönsten und größten Strände bietet die Bucht von Torre dell’Orso mit den Felsen der Due Sorelle. Die Felsen zeigen, mit etwas Fantasie, zwei sich ähnliche sehende Gesichter. Der Legende nach sind hier zwei Schwestern, im Versuch einander zu retten, gemeinsam ertrunken.
Man läuft hier ewig lange auf dem flachen Strand ins Meer – dies ist der perfekte Strand für Kinder. Aber auch ich kann als Erwachsene nur feststellen, dieser Strand ist traumhaft. Und übrigens schon ab Mitte September beinahe menschenleer.
Wunderschön sind die Felsenformationen von Sant’Andrea, die mittlerweile von Menschen aus aller Welt besucht werden und eines der meistfotografierten Küstenbereiche sind. Leider haben der Klimawandel und die heftigen Stürme und Regenfälle in diesem Winter zum kompletten Einsturz des Arco degli Innamorati – dem Liebesbogen – geführt.
So traurig es ist, dieses Wahrzeichen für immer verloren zu haben, muss man sich wohl eingestehen, dass der Arco degli Innamorati im Grunde schon das Ergebnis jahrhundertelanger Erosion gewesen war.

Im Landesinneren rund um Melendugno erholt sich langsam wieder die Olivenölproduktion nach der schrecklichen Xylella-Virus-Pandemie, die vorrangig den Salento getroffen hatte. Die befallenen, teilweise über tausend Jahre alten Bäume, die das Virus ausgetrocknet hatte, treiben offensichtlich neu aus. Einige Produzenten haben ihre Anbauflächen mit resistenten Olivenbäumen neu bepflanzt. Das Olivenöl aus dem Salento ist ein sehr würziges, charakterstarkes Öl und besonders reich an Polyphenolen und gilt daher auch als ausgesprochen gesund. Wer dieses Öl gekostet hat, wird nicht ohne einen Vorrat im Gepäck zurück nach Hause fahren. Olivenöl aus dem Salento ist einfach immer hervorragend!

Und das führt uns zu einem großen kulturellen Schatz des Salentos: Die größte, historische, unterirdische Olivenölmühle im gesamten Salento ist die Ölmühle Frantoio San Francesco auf der Piazza San Francesco in Melendugno. Hier kann man die erste hydraulische Pumpe bewundern, die erstmals die Esel ersetzte, die zuvorr unterirdisch die Mühlensteine in Bewegung hielten. Ende Mai organisiert Melendugno die Veranstaltung FRANTOI APERTI (Tag der offenen Ölmühlen), um Reisenden und Einheimischen die Möglichkeit zu geben, die Schönheit der Ölmühlen zu entdecken. Und solche Events werden im Salento nie ohne Musik, die typischen bunten Lichter und der grandiosen Küche Apuliens zelebriert.

Wundervolle kleinere Gemeinden sind rund um Melendugno zu entdecken. Zum Beispiel Acaya oder Borgagne, das Mitglied der Vereinigung Borghi Autentici d'Italia ist und mit seiner besonderen Architektur wirbt. Diese geheimnisvolle, unterirdische Welt ist zeitgleich mit einem weiteren Juwel von Melendugno entstanden: der Abtei San Niceta, der Wiege eines alten Klosters der Basilianermönche, von dem noch die Kirche mit wertvollen Fresken erhalten ist. Bei Ausgrabungen wurden Gräber und antike Münzen gefunden. Ihr zu Ehren wird Ende Januar (27. Januar) ein Fòcare, ein großes Lagerfeuer aus den Rückschnitten der Olivenbäume mit begleitendem Feuerwerk, zelebriert.
Übrigens startet in San Foca startet die erste Etappe eines wunderschönen Pilgerweges im Salento: der Cammino del Salento. Er gilt mittlerweile als der viertlängste Pilgerweg Italiens und zieht zunehmend auch im Winter einsame Wanderer an.

Mehr Informationen über Melendugnos Sehenswürdigkeiten findet ihr auf Webseite des Tourismusbüros:
Visit Melendugno (leider zur Zeit nur in italienischer Sprache verfügbar.)

2026-03-08

Wo Deutschland dank der CDU auch zum Entwicklungsland geworden ist …

Dieser Tage hört man öfter im Zusammenhang mit den Angriffen der USA und von Israel auf den Iran, das insbesondere bei Einschlägen in Beirut (Libannon) auch Einschläge hinnehmen muss, die Menschen dort aber weder von Sirenen gewarnt würden, noch sich in Schutzräume zurückziehen könnten – weil es sie nicht gäbe. Und ein Alarmsystem eben auch nicht.

Und dann denke ich immer, wie bei uns in Deutschland.

Ja gut, mit der Covid-Epidemie und folgend des Ukraine-Kriegs ist auch uns aufgefallen, dass wir überhaupt kein funktionierendes Sirenen- bzw. Kommunikationssystem in Deutschland hatten. Danke an 15 Jahre Merkel-CDU-Regierung! Was dann unter den letzten Jahren von Merkel korrigierend angegangen wurde und von Scholz und Habeck erstaunlich schnell perfektioniert wurde, hier dann wirklich fei von Ironie: Danke!

Aber wohin verkriechst du dich, wenn die Sirenen von Angriffen tönen? Wo ist dein Schutzraum? Dein Schutzbunker? Und glaubst du, ernsthaft, die aktuelle Regierung wird da an irgendeiner Stelle nachbessern? Trotz der steigenden Kriegsgefahren?

Und ich möchte mich in diesem Jahr nicht in Internationaler Frauentag-Happiness ergehen. Es gibt nichts zu feiern für Frauen seit Merz, Linnemann und Klingbeil. Gar nichts mehr zu feiern!

2026-03-07

Heute bin ich zum ersten Mal …

in diesem Jahr gleich am Morgen nur mit Jeansjacke bekleidet einkaufen gegangen. Also … ich hatte schon noch etwas mehr an – aber Übergangsjacke war eben nicht mehr. So. Fantastisch. Es ist mir nämlich ein äußeres und inneres Fest, gewisse dicke Kleidung nicht mehr tragen zu müssen.

Allerdings betrübt mich doch ein wenig im Frühlingsrausch, das mich alles anschreit und um den Frühlingsputz bettelt. Die Wände und Ecken wollen entstaubt werden, die Fenster wollen geputzt werden. Die Griffe der Küche wollen geschrubbt werden, überall will Staub geputzt werden. Schränke rufen auch permanent nach Abspeckung. Der Balkon! OMG!!! Der Balkon! Und der Vorgarten und und und …

Örgs.

2026-03-04

Was man sich wirklich abgucken kann …

… von den Italiener*innen, das ist deren Optimismus!

Gestern war der erste Tag der Internationalen Tourismusbörse Berlin, ITB, und natürlich war ich bei der Eröffnungspressekonferenz der ENIT. Agenzia Nazionale Italiana del Turismo, die vom italienischen Botschafter, Fabrizio Bucci, in Berlin unterstützt wurde.
Und von einer Strativari – denn die italienische Nationalhymne wurde uns gestern gegeigt auf allerwertvollstem Holz.

Und wer es mitbekommen hatte, es fand in der deutschen Presse nicht so sehr statt, in Süditalien, nämlich Sardinien, Sizilien und Kalabrien fanden in diesem Winter mehrfach extreme Stürme und Hochwasserphänomene statt und in den Sturmgeschehen sind die Küstenstriche sehr beschädigt worden. Auch gab es Hochwasserkatatstrophen – und es waren Menschenleben zu beklagen.

Aber genau diese drei Regionen, die der Sturm am härtesten getroffen hatte – und stellenweise die bekanntesten Strände und Küstenstraßen nun erst eimmal sperren mussten bzw. wieder aufbauen müssen – sind dann da gestern auf der Pressekonferenz und werben dennoch – und das heißt: gerade jetzt – um die Touristen mit dem höflichen Hinweis, dass sie über mehr, vielleicht weniger Strände und ein spannendes Inland verfügen.

Da wird so ein Pragmatismus praktiziert, der hatte mich gestern doch schon sehr beeindruckt. Hut ab!

2026-03-03

Menschlichkeit

Arme Touristen oder Deutsche, die aus finanziellen Gründen lieber in Dubai leben bzw. arbeiten als in Deutschland, müssen aus Krisengebieten mit geschlossenem Luftraum eskortiert werden. Schlimm.

Zu bedauern.

Der hohe Benzinpreis! Der hohe Barrelpreis! Alles wird teuer! Auch der Strom! Ein Bundeswirtschaftsministerin, die erzählt, Deutschland bezieht gar kein Öl aus dem Kriegsgebiet, weswegen doch alles gut sei. Verstimmte, weil Verbrennerautos fahrende, deutsche Bürger, die viel Geld bezahlen müssen für den Liter Sprit, die ihre Besorgnis in die Kameras formulieren.

So traurig.

Öl transportierende Frachter, die jetzt in den Kriegsgebieten liegen, weil der Iran die Meerenge, Straße von Hormus, versperrt und die, egal wohin, entweder zurück durch Kriegszonen oder andere Seewege nehmen müssen, die schon lange nicht genommen werden aufgrund dort herrschender Piraterie. Wie es diesen vielen Menschen an Bord gerade ergeht, denn sie haben Sorge (und müssen die auch haben), bombardiert zu werden auf einem Frachter mit hochexplosivem Gut, wie die sich fühlen. Die nicht wissen, wie lange Vorräte reichen werden.

Keinen interessiert es.

2026-03-02

Schon interessant, wie …

… die aktuelle Bundesregierung in der gleichen Woche in der sie ihr eigenes Heizungsgesetz kassiert hat und Deutschland energetisch zurück in das letzte Jahrhundert führt, von dem US-Boy jetzt aufgezeigt bekommt, wie schnell Öl und Gas auch mal wieder nicht fließen können.

Ich möchte es wirklich betonen: Habecks Heizungsgesetz war nie sein Heizungsgesetz, sondern das von Merkel und CDU/CSU. Habeck hatte lediglich vollzogen, was die Vorgängeregierung in der voraus gegangenen Legislaturperiode – und das waren CDU/CSU und SPD – gesetzlich ihm vorgegeben hatte. Was irgendwie immer unter den Fisch fällt in der Berichterstattung und ja, mich wurmt das.

Aber hey, sie werden es dennoch nicht lernen. Frau Reiche sowieso nicht. Sie gestern wieder ein TV-Interview gegeben und man muss sich wieder einmal mehr fragen, wie diese Person, die keinen Satz gerade heraus bekommt, je an diesen Ministerposten gelangen konnte?

Auch finde ich erschreckend, dass Wadepuhl als Außenminister seit dem US-Angriff auf den Iran faktisch nicht stattfindet oder Wolfram Weimar, der erschreckend amtsanmaßend durch den Kulturbereich Deutschlands poltert, mit was für Inkompetenzen Merz sein Kabinett ausgestattet hatte. Und wie wirklich blass dann immer noch auch Merz hinter diesen Leuten, die so gar nicht wirken, selber wirkt.

2026-03-01

Teile des Internets …

… diskutiert heute das Aussehen von älteren Frauen mit und ohne Geld für Selbstoptimierung oder mit und ohne Lust für Selbstoptimierung. (Das Internet lernt es nicht.)

Teile des Internets weiß auch, wie es sich gerade anfühlt in Dubai zu leben. Wie in Israel, interessiert wieder nicht. Wie im Iran auch nicht wirklich. Ich empfehle immer Michel Abdollahi. Den ich gerne als ersten Bundespräsidenten Deutschlands mit Migrationsvordergrund sehen würde.

2026-02-28

Erchie in Apulien zelebriert San Giuseppe, den Vatertag

Der Vatertag in Italien, der am 19. März stattfindet, ist generell dem heiligen Vater San Giuseppe gewidmet. Der Vater von Jesus Christus ist hoch angesehen im katholischen Italien. Kein Wunder also, dass jeder zweite Mann in Italien Giuseppe, Josef, heißt. Auch in Apulien wird der Vatertag als Geburtstag von San Giuseppe zelebriert, ein Fest mit Prozessionen. Serviert werden die köstlichen Zeppole di San Giuseppe und gleichzeitig nimmt man den Feiertag zum Anlass, überall den Abschied vom Winter zu feiern – und voller Vorfreude den Frühling zu begrüßen. Dieser besondere Feiertag wurde erstmals im Jahr 1479 erwähnt.
In Süditalien ist um diese Zeit der Frühling bereits voll in seinem Element, die Obstbäume blühen, zwischen den Olivenbäumen sprießt das fette Grün. Die Tage sind schon angenehm warm, wenngleich die Nächte noch sehr kalt sein können. Die Regenschauer werden seltener, dafür begleitet blauer Himmel und die hochstehende Sonne durch den Tag.
Zelebriert wird der Feiertag je nach Region oder Gemeinde durchaus unterschiedlich. In Giurdignano im Salento wird der Vatertag mit den wundervollen Il Tavole di San Giuseppe – den gedeckten Tischen des heiligen Giuseppe – zelebriert und die Armenspeisung nachgelebt. Ich hatte euch dorthin bereits im Blog mitgenommen.
Auch der Ort Erchie in der Provinz Brindisi im Salento zelebriert den Vatertag und Winterabschied mit der üblichen Prozession. Im vergangenen Jahr durfte ich den besonderen Feierlichkeiten, die sich über zwei Tage erstrecken, beiwohnen. Anlässlich seines Ehrentages wird San Giuseppe nach der Messe am Vorabend des 19. März auf der Sänfte aus der Wallfahrtkirche Santuario di Santa Lucia getragen – und hält dabei als sichtliches Merkmal das kleine Jesuskind auf dem Arm.
Ein Bildnis, das wir eher von Darstellungen der Mutter Maria kennen. In Erchie wird er von sehr vielen Menschen und von der Blaskapelle begleitet und zu einem großen Vorplatz gebracht.
Natürlich begleitet von den in Apulien alle Festivitäten schmückenden bunten Lichtern.
Dort erwartet ihn ein riesengroßer Scheiterhaufen, aus Stroh und Olivenreisig aufgetürmt und mit Bildnissen von San Giuseppe geschmückt.
Eine fast ebenso große Bühne steht in der Nähe – und die Bewohner und Gäste Erchies warten, teilweise amüsieren sich schon auf dem Platz die Kinder in den kleinen Fahrgeschäften.
Rund um den Scheiterhaufen, keine Sorge, Giuseppes Statue wird in ausreichendem Abstand platziert, zelebrieren Feuerschlucker ihre Kunst. Im späteren Verlauf werden zwei große Reispapierballons in die Luft entsendet – zum Gedenken an zwei Mitglieder des Organisationsteams, die diesen besonderen Tag leider nicht mehr erleben durften. Bin ich ein bisschen berührt angesichts dieser schönen Geste? Ja, bin ich.

Es folgen Reden, die üblichen langen Danksagungen, und es werden Geschichten erzählt. Natürlich wird San Giuseppe gesegnet und mit einem gemeinsamen Vaterunser bedacht.
Immer mit dem grandiosen Enthusiasmus und Pathos, wie ihn nur Italiener parat haben. Während wir mittlerweile in der dann doch noch sehr kühlen Frühlingsnacht ordentlich frieren, wird der Countdown heruntergezählt – und dann beginnt ein grandioses und minutenlanges Feuerwerk, das wunderschön anzusehen ist. Ich finde, jeder Winter, der so laut und kunstvoll verabschiedet wird, jeder Frühling, der so bunt begrüßt wird, kann sich darauf etwas einbilden! Was für eine Show uns geboten wird!
Am Ende des Feuerwerks entzünden die letzten Raketen den Scheiterhaufen, der dann mit imposanter Macht dank seiner Größe niederbrennt – unter den Ahs! und Ohs! und Applaus von uns Zuschauern. Habe ich eben noch gefroren? Na, nun garantiert nicht mehr! Im Gegenteil. Es war ein grandioses Spektakel, ehrenamtlich organisiert und absolut sehenswert!
Keiner Feier in Italien ohne gemeinsame Speisung, sie lässt uns zu dem Stand führen, an dem Ehrenamtliche in feiernder Stimmung die schon seit Tagen vorbereiteten, regionalen Köstlichkeiten verteilen.
Sie laden uns großzügig ein zu Wein und Pasta mit Muscheln und Tomaten, die in riesigen Pfannen in viel Olivenöl geschwenkt werden, und uns wärmt wieder einmal mehr die unglaubliche Lebensfreude und Gastfreundschaft der Apulier*innen das Herz. Allein wie sich diese Menschen über einen Teller Pasta freuen können – mich erdet es ungemein.
Und über allem liegt die frohe Aussicht auf den Frühling, der tagsüber bereits deutlich präsent ist.

Am Vatertag selber wird natürlich weiter gefeiert. Auch innerhalb der Familien wird der besondere Tag den Vätern gewidmet: Sie werden mit Rosen und den köstlichen Zeppole beschenkt. In Echrie werden auf der Piazza rund um die relevante Kirche Echries, die Wallfahrtskirche Santa Lucia, viele Tische aufgebaut. An bis zu 40 Tischen werden Speisen angeboten, die die Ehrenamtlichen und Mitgliedeer der Vereine gekocht und gebacken haben, von den Unternehmen der Stadt finanziell unterstützt. Das Festmahl, La Mattra, besteht aus den Speisen der Region. Was auffällt: Sie sind besonders hell, vielleicht der nun immer früher aufgehenden Sonne entsprechend: Taralli, Salate aus Kichererbsen, frittierter Fisch, Blumenkohl, L’ampasciuni (eingelegte Zwiebeln der Traubenhyazinthe), Pasta – heute mit Honig serviert, frittierte Pettole und Chiacchiere, getrocknetes Obst und Nüsse.

La Mattra bezeichnet im lokalen Dialekt eine rechteckige Holzkiste, in der früher große Mengen Mehl mit Livieto madre und Wasser mit den Händen zu dem Teig für das Pane Pugliese verknetet wurden – sie steht symbolisch für Wohlstand und Überfluss und auch sie wird man ausgestellt anlässlich des Festes hier und dort aufgebaut sehen.
Aus einem Teig aus Mehl und Wasser werden in Echrie kleine Küken – die L’Uccellino – geformt, gebacken und mit einem Gruß vom San Giuseppe als Glücksbringer verteilt! Früher war es der Brauch, beispielsweise, wenn eine Unwetterkatastrophe drohte, dass man diese Vögelchen zerbröselte und ihren Teig in alle Winde zerstreute – damit sollte ein etwaiges Unheil abgewendet sein.

Natürlich folgt ganz Echrie auch am Vatertag dem Ruf in die Kirche, San Giuseppe, der Schutzpatron der Arbeiter, Zimmerleute und der Familie, hat in der Nacht in die Kirche Santa Lucia zurückgefunden. Erneut wird er in einer Prozession im Tageslicht durch die Stadt getragen und gefeiert – mit dem Segen des Erzbischofs von Oria. Das passiert genau um 12 Uhr und alle gedeckten Tische werden dabei gesegnet. Salutschüsse signalisieren das Ende des Umzugs und geben gleichzeitig den Startschuss zum gemeinsamen großen Mittagessen zu Ehren von Vater San Giuseppe.

Bei strahlendem Sonnenschein mit leichten Schäfchenwolken werden Fahnen geschwungen – von den „Brüdern” der Erzbruderschaft der Unbefleckten Empfängnis (ja, selbst die unbefleckte Empfängnis hat sich das Patriarchat offensichtlich angeeignet), auch die Blaskapelle ist wieder lautstark dabei.

Es ist Frühling in Echrie und ganz Apulien – und ab jetzt werden in Süditalien offensichtlich wieder die Sonnenbrillen getragen. Also lasset die Feste beginnen!

2026-02-25

OpportunItality – Made in Italy goes global!

Es ist schon faszinierend. Während in Deutschland die Wirtschaft nur noch schwerfällig stöhnt und unbegeistert auf das deutsche Wirtschaftsministerium blickt, das den Unternehmen nur noch Stöcke zwischen die Beine wirft, scheint Italien sich freizuschwimmen und sehr engagiert neue Wege einzuschlagen. Und das lautstark unter dem Slogan Made in Italy, den der aktuelle Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida mit seiner Amtsübernahme ausgerufen hatte.

Ein Beispiel ist das jüngst aus der Taufe gehobene Projekt OpportunItaly. Die digitale Matchmaking-Plattform bietet sich als neue und innovative Lösung zur Förderung im internationalen Handel mit Italien an. Vorgestellt wurde Opportunitaly anlässlich der Fruit Logistica 2026 Anfang Februar in Berlin.

Das Projekt ist eine globale Initiative zur Förderung des italienischen Absatzmarktes, mit besonderem Fokus auf die Verstärkung von Verbindungen zwischen internationalen Einkäufern und italienischen Unternehmen. Ziel ist es, dass sich internationale Kunden und Distributoren Italiens unkompliziert miteinander begegnen und vernetzen können – das übrigens völlig kostenlos und unabhängig.

Dabei stellt OpportunItaly auf der Online-Plattform maßgeschneiderte Inhalte und exklusive Dienstleistungen zur Verfügung und fördert die Vernetzung von Unternehmen in zehn strategischen Sektoren unter der Brand Made in Italy. Dazu gehören Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Lebensmittelindustrie, Mode und Luxus, Automobilindustrie, Maschinenbau, Design, Luft- und Raumfahrt und Smart Agriculture. OpportunItaly fokussiert sich zunächst auf 20 strategische Märkte, darunter Deutschland, Frankreich, USA, China, Brasilien, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate, und zielt darauf ab, italienische Exzellenz in den genannten Branchen stärker im Markt zu etablieren.

Das Herzstück der Initiative ist der OpportunItaly Buyers’ Club, der es internationalen Käufern ermöglicht, von persönlichen Besuchen bei internationalen Messen und Exklusivzugang zu italienischen Messen zu profitieren. Online goes real life: OpportunItaly wird exklusive Veranstaltungen, Messen und Business-Foren organisieren, um den Businesspartnern im realen Leben einen Meetingpoint für ihre erfolgreichen Geschäftsverbindungen mit den Produzenten und Dienstleistern Italiens zu kredenzen.

Für die Durchführung von OpportunItaly ist die staatlich organisierte Agentur ICE-Agenzia – Italian Trade & Investment Agency – verantwortlich. Die Agentur unterstützt mit ihrer langen globalen Erfahrung das Projekt durch ihre Expertise in der Förderung des internationalen Handels und der Vernetzung von Unternehmen: Made in Italy! Finanziert wird das Projekt unter anderem vom Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit in Italien.
Kein Geringerer als der italienische Minister für Landwirtschaft, Lebensmittelhoheit und Wälder, Francesco Lollobrigida hatte gemeinsam mit Matteo Zoppas, Präsident der ICE-Agenzia (Foto 1. rechts), Fabrizio Bucci, Botschafter Italiens in Deutschland (2. rechts), und Ferdinando Fiore, Direktor der ICE-Agenzia (3. rechts) auf der Fruit Logistica den Startschuss für OpportunItaly gegeben.

OpportunItaly wird als zentrales Projekt mit seinen vereinten Ressourcen die italienischen Produzenten und Unternehmen auf internationalen Märkten stärken und deren globale Geschäftsbeziehungen fördern. Interessierte Kunden, Produzenten und Dienstleiter sind eingeladen, sich auf der Plattform OpportunItaly Buyers' Club kostenlos zu registieren.


Weitere Informationen über Berlin Italien Communciation:
Ansprechpartnerin: Medea Sisti
E-Mail: press@berlinitaliancommunication.com
Telefon… ​+49 30 628 674 42

2026-02-24

10 Jahre Lyon Street Food Festival

Ach Lyon!
Les Berges du Rhône, face au Grand Hôtel-Dieu © Brice Robert Photographe for Only Lyon Tourisme

Damals … naja, also als ich noch mit wahlweise dem (sehr geliebten) Citroën AX oder später dem Peugeot 106 si von Berlin über Aachen nach Südfrankreich in die Cevennen gefahren bin, lag auf dem Weg immer Lyon. Die Ausfahrt von Lyon zu passieren, das war immer das Zeichen, dass der größte Teil der Reise hinter uns lag und der Süden Frankreichs begann. Ab Lyon war irgendwie … Urlaub. Nur noch vier Stunden bis nach Saint-Jean-de-Buèges – aber ab da mit viel mehr Abwechslung, die uns wach sein ließ. Oft sind wir in der Nacht (wir waren immer Nachtfahrer) durch Lyon gefahren und haben diese schöne Stadt in völliger Ruhe genießen dürfen.

Ja, ich gebe es zu: Ich habe Sehnsucht! Nach dieser Stadt, die seit 2.000 Jahren der südliche Gegenentwurf zu Paris in Frankreich ist. Die mit ihrer Entwicklung zu einer modernen Stadt mit kunstvoller Ausrichtung der französischen Hauptstadt wirklich Paroli bietet. Deren historischer Stadtbereich bereits 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden ist. Wunderschön Vieux-Lyon, die Altstadt, die ein einziges wunderschönes Festival der Renaissance-Architektur ist! Oder der arbeitende Hügel, Croix-Rousse, das frühere Zentrum der Seidenweber. Schließlich befinden wir uns in der Region der früheren Seidenraupenzucht und Seidenspinnerei.

Der Zusammenschluss der größten Flüsse Frankreichs, der Rhône und Saône, die im Süden der Altstadt aufeinander treffen und mit ihren kleinen Nebenflüssen, Lyon fast so etwas wie venezianischen Charme verleihen, brachte Lyon den Titel wichtigste Handelsstadt im westlichen Europa ein. Es gibt so unendlich viel zu entdecken in dieser wunderschönen Stadt, die ihre Schönheit in die heutige Moderne hinübergerettet hatte.
Vue panoramique sur la Saône vers le quai Saint-Antoine, © VL for Only Lyon Tourisme

Und dann … Paul Bocuse. Der Koch aller Köche, Koch des Jahrhunderts, wurde in Collonges-au-Mont-d’Or in der Nähe von Lyon geboren und machte mit seiner Geschichte Lyon zum Mekka der Nouvelle Cuisine. Und das heißt in Zahlen: Alleine in Lyon locken 5.300 Restaurants um die Gunst ihrer Gäste aus dem In- und Ausland. Alle mit dem Erbe dieses großen Künstlers ihrer Zunft im Gepäck. Man kann hervorragend essen in Lyon. Und viel.
© Only Lyon Tourisme

So feiert in diesem Jahr das Lyon Street Food Festival in den Hallen des Les Grandes Locos, der ehemaligen Lokomotiven-Hallen, sein zehnjähriges Bestehen. Vom 10. bis 14. Juni wird hier gekocht, probiert, gegessen und getrunken. Hierfür treffen sich 140 namhafte Köche aus dem In- und Ausland, die ihre Kunst zelebrieren und ihre Kochkunst einem Publikum aus Connaisseuren präsentieren. Lyon ist eine einzige köstliche Party mit Musik und Kultur – die nicht nur auf den Tellern stattfindet.
© Only Lyon Tourisme

Lyon ist von Deutschland aus direkt mit der Bahn zu erreichen. Über 1.200 Kilometer Radwege machen das Automieten im Grunde überflüssig. Über 400 Leihstationen von Velo’v im Stadtgebiet verteilt, ermöglichen es Touristen, Lyon bequem mit dem Rad zu erkunden. Oder man setzt auf die City Card, die preislich mit 29,90 Euro für das 24h-Ticket beginnt, dafür kostenlose Nutzung des ÖPNV, freien Museumseintritt, Sightseeing Cruise auf der Saône und eine geführte Tour auf dem Croix-Rousse bietet.

Wer durchaus luxuriös residieren möchte in einer der spannendsten Städte Frankreichs – in die Räume eines Renaissancegebäudes aus dem 14. Jahrhundert ist das Hôtel Cour des Loges Lyon (Radisson Collection) frisch eingezogen. Florentinische Innenhöfe, französische Kassettendecken, römische Säulen – alles wurde charmant erhalten und mit dem heutigen Anspruch einer 5-Sterne-Hotellerie ergänzt. SPA-Bereich mit Pool, Fitnessbereich und 61 individuellen Zimmern bzw. Suiten, dem Bistro Le Comptoir und Gourmetrestaurant Les Loges – unter der Leitung von Küchenchef Anthony Bonnet, der sich schon mit 29 Jahren seinen Michelin-Stern erkochte.

Kurz: Lyon ist immer einer Besuch wert!


Radisson Hôtel Cour des Loges Lyon
6 Rue du Bœuf, 69005 Lyon, Frankreich
Telefon: +33 4 72 77 44 44

2026-02-23

Ich verstehe es immer nicht …

Gestern war ich in einem Restaurant. Ab 18 Uhr, ich war mit dem Besitzer verabredet und habe dann auch die Zeit in der das Restaurant (zum Glück) gut besucht war den Abend dort verbracht. So gegen 20:00 Uhr bin ich auf die Damentoilette gegangen.

Erst einmal habe ich feststellen dürfen, dass auf der Toilette (es gibt zwei Kabinen) in meiner das Toilettenpapier alle war. Nun steht in der Toilette ein Regal und in diesem Regal stehen sichtbar ausreichend viele Toilettenpapierrollen. Es wäre also gar kein Problem gewesen, die Papierrolle zu wechseln. Die letzte Besucherin wird bemerkt haben, dass sie die Rolle alle gemacht hatte. Und selbst, wenn man sich nicht zuständig fühlt – was hindert Frauen, Menschen, daran, zum Tresen zu gehen und zu sagen: Das Toilettenpapier ist alle? Wenn man etwas Verantwortung für die Gemeinschaft fühlt? Ich habe dann die Rolle gewechselt, es war eine Sache von drei Sekunden.

Ich verstehe es nicht. Niemand will auf eine Toilette gehen und feststellen müssen, dass das Papier alle ist. Und der Service bekommt das natürlich auch nicht ständig mit. Also, was zur Hölle ist das Problem?

Dann bin ich zum Waschbecken gegangen. Man kann sich dort die Hände waschen und am Automaten trockenpusten lassen, als auch Papier benutzen. Für die Papierhandtücher steht dort ein offener Korb direkt am Waschbecken.

Es lagen drei Papiertücher vor dem Korb, zwei Papiertücher hinter dem Korb. Und auch das kapiere ich nicht. Erst einmal verstehe ich nicht, was so schwer daran ist, so ein Papierknäuel zielgerichtet in den Korb zu bekommen. Und was, wenn es ausnahmsweise nicht klappt, so schwer daran ist, sich kurz zu bücken und die Sache in Ordnung zu bringen?

Wann sind wir deutschen Frauen zu solchen rücksichtslosen Ferkelinnen geworden? Und ich sage bewusst deutsche Frauen – denn ich erlebe solche Toilettenzustände eher nicht im Ausland. Also, was ist genau das Problem – wieso kann man eine Toilette nicht so hinterlassen, wie man sie selber vorfinden möchte? Was?