2026-02-22

Die RIVO Spreeterrassen

Die RIVO Spreeterrassen sind wunderschön – aber auch etwas versteckt – an der Spree auf der Kreuzberger Seite gelegen und servieren mediterrane Küche mit einem Hauch Levante-Style. Mir hat der Besuch sehr viel Spaß gemacht!

Es gibt eine Tradition im Sommer, die gepflegt werden will. Bei der bevorzugten italienischen Eisdiele in der Skalitzer Straße wandern zwei Kugeln Eis in das Cornetto und dann wird gemütlich hochgelaufen zum Schlesischen Tor und zur Spree hinunter. Dort findet der Eisgenuss meist sein logisches Ende – weil nämlich aufgegessen – und dann guckt man beglückt über die Steinbrüstung und bewundert auf der gegenüberliegenden Seite die Schiffe entlang der East Side Gallery und die Oberbaumbrücke. Ganz nebenbei ist man gerade ziemlich happy mit dem eigenen Berlin.
Und rätselt, was für eine Restauration sich unterhalb dieser Mauer wohl befindet? Zur Lösung dieser Frage müsste man die Treppen herabsteigen, um das RIVO zu entdecken. Aber … wer macht das schon so ins Blaue, denn selbst wenn im Sommer die Terrassen bestuhlt sind? Alles wirkt eine Spur intim und es gehört schon eine Portion Chuzpe dazu, auf Entdeckung zu gehen.

Dass ich neulich einer Einladung ins RIVO folgen durfte, hatte mich dann sehr vorfreudig gestimmt, dieses Restaurant erleben zu dürfen. Und das sogar in einem Winter, in dem die Spree rund um die Oberbaumbrücke zugefroren ist und die Terrasse des Restaurants direkt am Eis abschließt – was selten genug vorkommt.
Ich habe dann aber doch nicht die Schlittschuhe genommen, um vorzu(r)eisen. Vom U-Bahnhof Schlesisches Tor sind es keine vier Minuten bis zum RIVO, das zur FARO Gruppe gehört, zu Fuß. Die Anreise mit dem Auto mit langer Parkplatzsuche kann man sich wirklich sparen, zumal die RIVO-Bar hervorragend bestückt ist, von Talenten bedient wird und auch die Weinkarte umfangreich und abwechslungsreich durch aller Menschenländer gestaltet ist. Auf der Karte bietet sich eine feine Auswahl von Cocktails als Aperitivi an.
Mein persönlicher Favorit: der Negroni, dessen Bitternis den Magen vorsortiert für das, was kommen mag. Der Espresso-Martini zeugt ebenso von edlem Aperitivo-Charme. Wie schon angemerkt, die charmanten Menschen hinter dem Bartresen, verstehen ihr Handwerk!

Wer nach Nennung der Cocktails vermutet, hier würde italienisch verwöhnt, liegt genau richtig! Dabei ist die Karte des RIVO angenehm übersichtlich: sieben Vorspeisen, acht Hauptgänge, zwei Desserts. Vorrangig Süditalien grüßt mit einem Hauch Frankreich. Etwas Levante-Küche zeigt sich vor allem in den Beilagen, die gerne püriert auf die Teller kommen. Wer es luxuriös mag, darf sich gerne optional eine Portion Trüffel der Saison oder Imperial Kaviar zu seinem favorisierten Gang dazu bestellen. In beiden Kategorien findet sich je ein veganes Gericht.

Ich werde im ersten Gang doch wieder schwach bei dem Pulpo, der auf einem Beet von schwarzem Bohnenpüree ruht. Ach, so zart bekommen ihn nur Italiener hin! Gut abgeschmeckt, wird er mit einer leichten Ziegenkäsecreme und S’chug serviert, das eine prägnante Schärfe auf den Teller bringt und durchaus südlichen Charme vermittelt.
Das Püree zurückhaltend, aber in Kombination mit den anderen Beilagen war seine Aufgabe, aufmerksamer Begleiter zu sein, gut gelöst. Visuell sowieso! Der Oktopus war wirklich zart, gut gewürzt – eine Freude. Eine gute Wahl von mir.
Auf den anderen Tellern tummelten sich eine ordentliche Portion Rindertartar mit einer noch erstaunlicheren Portion Schnittlauch, frisch gehobeltem Meerrettich und Senfkaviar oder luftige Jacobsmuscheln auf Erbse, mit Vanille und Minze abgestimmt und Croûtons für den Crunch.
Beim nächsten Mal würde ich die Ceviche bestellen, die fruchtig mit Ananas, Koriander und Mais auf dem schönsten Teller am Tisch serviert wurde. Der Testlöffel hatte mich sehr begeistert!
Preislich liegen alle Vorspeisen bei 16–21 Euro. Glücklich macht das dazu gereichte würzige Sauerteigbrot mit einer fantastischen Kruste.

Eine vegane Variante wäre Schwarze Walnuss mit Beeten und Petersilienwurzel gewesen.
Im Glas begleitete uns ein Cloudy Bay Sauvignon Blanc aus dem schönen Neuseeland (2024). Ein eleganter Weißwein, der edle tropische Früchte im Glas zeigt, wie Stachelbeere und Passionsfrucht, etwas Grapefruit. Leichter Genuss, aber eine erhabene Präsenz.

Der vegetarische Gang im Secondo: Spitzkohl, Barigoul, Trüffel, den nur niemand von uns wählte. Ich bestellte den Kabeljau mit andalusischem Kartoffelpüree, Tapenade und Cime di Rapa. Sehr fein, geschmacklich gut abgestimmt, und die würzige Tapenade aus schwarzen Oliven wie auch die leicht bittere Cime di Rape sorgten für geschmackliche Abwechslung auf dem Teller, der von dem grünen Kartoffelpüree farblich dominiert wurde.
Den Kabeljau hätte ich mir hautseitig etwas krachender gewünscht, aber er war perfekt glasig und gut gewürzt. Auf den Tellern meiner begeisterten Mitesserinnen: Petersilien-Risotto mit Walnuss, Kräutersaitling, Ziegenkäse und Trüffel – eine Portion, die von meiner Nachbarin nicht zu bewältigen war.
Auch die Lobster Linguini sahen fantastisch aus.
Und die Damen mit dem Dry Aged Rinderfilet (ganze 250 Gramm) teilten mit uns ihre Contorni – die man ganz italienisch – extra zum Gang wählen kann im RIVO. Unsere Gänge begleiteten wilder Broccoli, Trüffel Parmesan Fries (ich brauche keine Trüffel auf Pommes) indes im fluffigen Trüffelpüree – was für ein Vergnügen! Das hatten wir wiederum alle sehr ins Herz geschlossen. Die Hauptgänge liegen preislich bei 23–42 Euro, Beilagen ab 6 Euro.

Zu meinem Kabeljau war der Schiefer-Riesling von Nik Weis (St. Urbans-Hof) der erwachsene Begleiter. Bis 60 Jahre alte Reben auf blauem Schiefer (Mosel) und rotem Schiefer (Saar) gezogen, im Stahltank ausgebaut und lustige 11,5 % Vol. Dieser Wein hat eine edle, kühle Präsenz, leichte Raucharomen mit weißen Blüten von Aprikose und apfeliger Säure. Spaß im Glas!

Holy crunch! Steht Crème brûlée auf der Karte, ist sie meine – altes Naturgesetz.
Die im RIVO ist ein Gemälde mit ihrem Beeren-Potpourri und in der Creme mit leichter Nougat-Note. Maik, der uns den Abend mit seiner höflichen Aufmerksamkeit perfekt gestaltete, schenkt uns dazu einen Sauternes 2022 von Chateau Jany aus dem Bordeaux ein.
Ein feiner Desertwein, der weiße Früchte und Honig im Glas verschmelzen ließ, die im Abgang einen Hauch Earl Grey dalassen. Fein.
Fazit: Ich bin froh, endlich einmal die Treppen zum RIVO gegangen zu sein. Wer sich das traut, wird ein wirklich charmantes Restaurant (bzw. Eventlocation) in allerbester Berliner Lage vorfinden.

Mit einem wirklich charmanten Service, einer kreativen Küche, die problemlos in frühere Urlaube entführt, und der Blick auf die Spree ist sowieso eine kleine Sensation für sich! Unbedingt probieren – nur: Besser vorher reservieren, denn als Eventlocation kann es auch passieren, dass das RIVO nur für die jeweilige Gesellschaft geöffnet ist.


RIVO - Spreeterrassen Restaurant & Eventlocation
May-Ayim-Ufer 9, 10997 Berlin
E-Mail: kontakt@rivo-spreeterrassen.de
Tel.: +49 (0)30 208477440
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 17 - 24 Uhr

2026-02-19

Der dümmste Schwachsinn …

… der seitens dieser desaströs inkompetenten Bundesregierung nun durch die Medien tapert, ist meiner Meinung nach, das Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche. Das kommt so sehr sichtlich aus der Kiste: „Wir haben selber keine Ahnung vom Thema, also verbieten.”

Dieses Verbot würde lediglich bedeuten, dass man Kindern versagt, frühzeitig kompetent in die Nutzung des Internets eingeführt zu werden, damit sie hier so früh wie möglich umfassende Kompetenz aufbauen können. Weil man selber technische wie auch inhaltliche Zusammenhänge nicht begreift – und schon mal gar nicht Geld in die Hand nehmen möchte, um Kindern das Wissen womöglich in Schulen zu vermitteln (für mich heute absolutes Pflichtfach) –, geht man lieber den bequemen Weg: Ein Verbot muss her.

Völlig albern in einer Zeit, in der die Nutzung sozialer Medien zur Jugend gehört, wie für uns früher die BRAVO. Und: Australien zeigt es gerade, das Verbot wird in großem Stil umgangen werden. Übrigens von den Eltern selber. Warum? Weil heutige Eltern soziale Medien als Kommunikationsform mit den Kindern zum Nachrichtenaustausch verwenden. Das ist state of the art, da gibt es auch kein Zurück mehr. Keiner schreibt heute noch eine SMS. Natürlich nutzen Eltern mit echter Medienkompetenz hierfür auch die richtigen sozialen Medien (z. B. Signal) und sorgen dafür, dass die falschen Medien (WhatsApp) nicht auf dem Smartphone der Kids landen.

Regierungsseitig wird doch bloß wieder Bequemlichkeit zelebriert. Ja. Netzbildung für Kinder ist ein herausforderndes Thema, und nicht alle Eltern verfügen heute (das ist nämlich längst keine Frage mehr des Alters, sondern eben von eigener Kompetenz, die auch heute längst nicht jede*r hat) über diese in ausreichendem Rahmen. Das merkt man immer dann, wenn Papis mit Klarnamen Influencerinnen auf TikTok dissen.

Es ist sicherlich richtig, Medienzeiten zu beschränken. Genau hinzusehen, wo das Kind online agiert, mit wem es kommuniziert. Den Kindern müssen Inhalte erklärt werden, Strukturen müssen aufgezeigt werden. Sie müssen unter Anleitung lernen zu differenzieren – sich davon zu distanzieren. Selber erkennen lernen, wann es richtig und wichtig ist, eigene Stoppschilder zu setzen.

Das schafft man aber nur mit Zeit, die man in Kinder investiert. Mit Vertrauen, das man in sie setzt. Mit klugem Austausch. Das ist auch keine einmalige Sache, da muss man dranbleiben, hinterfragen, beraten und sich unter Umständen selbst Beratung holen. Es ist ein Prozess und nein, keiner, der irgendwem in den Schoß fällt. Aber nur so gibt man dem Kind die faire Chance, für sich die guten Seiten des Internets ins Leben zu holen und die sehr üblen Seiten selbstbestimmt (!) abzuwählen. Denn selber Gefahren zu erkennen und mit Vertrauenspersonen darüber zu sprechen – das ist echte Medienkompetenz bei Kindern. Auch immer wieder den eigenen Konsum zu hinterfragen, das eigene Auftreten im Netz, ist ein hervorragendes Instrument, das man Kids unbedingt mitgeben sollte. Es wird solche Instrumente öfter wiederverwenden können, spätestens wenn es Partydrogen und Rauschmitteln begegnet.

Aber ganz vorne dabei sehe ich die Schulen in der Pflicht. Es braucht Lehrer*innen, die – zwingend – weitergebildet gehören in dem Thema. Die darin Kompetenz erlangen müssen – egal, ob sie es interessiert. Immer noch ist an viel zu vielen Schulen das Thema Internet, Smartphone, Computer bei den Lehrern verankert, die sich dafür interessieren. Das genau reicht eben nicht mehr! Da dürfen sich heute immer noch viel zu viele Lehrkräfte wegducken.

Und: Es braucht Investitionen. Aber die schieben CDU/CSU und SPD ja lieber den reichen Lobbyorganisationen auf das Konto, anstatt in unsere Zukunft zu investieren.

Und noch eines: Der meiner persönlichen Meinung nach inkompetenteste Bundeskanzler, der jetzt wieder das zu Tode gerittene Pferd Klarnamenpflicht aus dem Hut zaubert, ist schon deswegen das völlig falsche Sprachrohr für irgendwelche Forderungen im Internet. Zumindest solange er, seine politischen Strippenzieher und öffentliche Behörden Deutschlands aktive Accounts bei X führen.

Setzt euch erst mal auf euren Hosenboden, ihr Pfeifen, und macht eure demokratischen Hausaufgaben auf dieser faschistoiden Plattform.

2026-02-18

Ich bin sehr verliebt …

… in dieses unglaublich schöne, kreative, intelligente (!), energiegeladene, künstlerisch abwechslungsreiche, genial von den Kameras geführte Stück Kunst und Musik, dass da Bad Bunny im Super Bowl vom Leder gerissen hatte.

Ich bin auf so vielen Ebenen beeindruckt und überzeugt, bin wieder einmal begeistert von dem riesengroßen Talent der Lady Gaga, möchte, dass Ricky Martin bitte nur noch melodramatische Chansons singt und liebe diese täglichen Reaktionen der Menschen im Internet, die einfach so wundervoll viel Spaß mit diesem Event hatten und sich davon haben die eigene Kreativität entzünden lassen.

Funfact No. 1: Ich weiß bis heute nicht, wer den Super Bowl gewonnen hat.

Funfacht No. 2: Die einzige Person, die das Spektakel (im schönsten Sinne dieses Wortes) ganz fürchterlich fand, ist der olle weiße, in die USA zugewanderte Mann mit schlechtester Frisurberatung, der gerade auf dem Präsidententhron seiner Demenz zollt – und kein Wort verstanden hat!

Und ich gebe zu, ich hatte Bad Bunny bis dato nicht wirklich auf der Liste. Klar, kennt man einige seiner Hits, weil die einen auch hierzuland hier und da begleiten. Aber was ist das für ein entzückendes Menschenkind? Wie unglaublich viele Gehirnzellen hat der? Was für ein Rückgrad? Was für gnadenlose Stylisten lässt der an sich ran – und wann kommt dieser Gegenentwurf Lateinamerikas zu Ken endlich als Barbie-Puppe?

Ich glaube, diese knapp 14 Minuten Ausflug in lateinamerikanische Geschichte, werden einen sehr großen Run auf spanische Sprachkurse auslösen und die Tourimuszahlen in Lateinamerika ordentlich wachsen lassen. Mehr kann man wirklich nicht verlangen von einer solchen Show.

2026-02-17

Katzen Israels

Was natürlich noch fehlt aus der israelischen Berichterstattung, die weisen Schönheiten auf den Straßen Israels! Teil 1.

Mein absoluter Liebling ever ever ever. Aus Gründen:
Die Hafen-Diva von Jaffa in Tel Aviv
Mrs. Wärempumpe, dealt in Jerusalem mit sinnvoller Technik.
Dieses freundliche Reiseführerin begleitete uns in Jerusalem auf dem Kreuzgang
Man streitet ja etwas über Marias wirkliche Herkunft: Jerusalem, Nazareth, Jerusalem …? Jedenfalls, falls doch Jerusalem, ist dieses Exemplar Marias besonders ehrenvolle Müllkeeperin. (In der Nähe ihres angeblichen Geburtsortes.)
Cafehausbetreiberin irgendwo an der Autobahn in Richtung Totes Meer
Sie war mit ihren kleineren Brüdern und Schwestern charmantes Unterhaltungsprogramm in einem Hotel.
Dieses wunderschöne Expemplar begrüßte unseren Bus am Ort der Bergpredigt am See Genezareth. Zum Klauen!
Echtes Tel Aviver-Gangmitglied.
Zur gleichen Gang gehörend:
Langhaarkatzen in Wildniss haben es wirklich nicht leicht, dieser kleine Engel hätte dringend eine Schur gebraucht.

Wat ‘ne fiese Möp!

Dieser Infekt, der sich gerade herumschleicht. Täuscht ein bisschen an mit Halsschmerzen und Hüsteln. Tut so, als wäre er drei Tage später vorbei, um dich dann aber so etwas von aus der Bahn zu kippen.

Ich war fünf Tage lang froh überhaupt einmal am Tag das Katzenklo säubern zu können, mir eine Kanne Tee kochen zu können (und trinken zu können) und mir die Zähne zu putzen.

Nebenbei habe ich mich von irgendeinem zu früh geschlüpften Insekt im Schlafzimmer abstechen lassen.

Laut Test kein Covid, keine Grippe. Einfach nur eine Bronchitis aus der Hölle. Ganz ehrlich, diese erste Hälfte vom Februar kann weg.

High Five an eine sehr verständnisvolle, kleine, schrecklich gelangweilte, graue, zuckersüße Katze.

2026-02-12

Pickeldi …

… und Pickelda, Pickel sind für alle da!

Hört dat mit diesen Dingern jemals auf, frage ich mich?

Ich wette, die Dinger wachsen mit noch, wenn ich längst in der Kühlung der Pathologie liege.

2026-02-11

Am Grad …

der Verfilzung der Haare am Morgen, die unmögliche Abwesenheit von Nachtruhe ablesen können.

2026-02-10

Von nix gewusst!

Der Herr Buddenbohm, der, wie ich, gerade malade in den Seilen hängt, stellte gestern fest, dass er im Vorfeld nichts von den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina mitbekommen hatte. (Für die derzeit schwierigen Konstellationen sende ich sehr viele gedrückte Daumen.)

Mir ging es genauso. Zwar wurde ich wenige Wochen zuvor zu einem kleinen Presseevent eingeladen, das den Ort Borca di Cadore zusammen mit den Dörfern Cancia, Villanova und Corte uns vorstellte – wo auch ein Teil der Winterspiele ausgetragen werden bzw. Unterkünfte bereitgestellt werden. Das war sehr nett, aber irgendwie doch auch etwas launig – so ohne Bildmaterial und Kontaktdaten. Naja, NextGenerationEU macht das schon. Aber tatsächlich hörte auch ich an diesem Tag erstmals davon, dass die Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden und dazu in Europa.

Offensichtlich ist der mediale, weltweite und auch deutsche Lärm über so viel Mist mittlerweile so überlaut geworden, dass kaum noch Energie bleibt, die kleinen schönen Dinge zu erfassen. Es ist die doppelte Last dieser Tage, nicht nur, worüber berichtet wird, sondern auch, wie geschrieben wird über die Skandale. Ich erlebe gerade eine große Vermissung des souveränen Journalismus meiner Jugend, der beschrieb, aufklärte und in Kolumnen sauber ein Urteil formulierte. Wir sind abgebogen zu einer Carmen Miosga*, die wirklich mal besser bei den Tagesthemen geblieben wäre. Die Art und Weise, wie sie ständig der als vom deutschen Verfassungsschutz in Gänze als rechtsextrem und somit demokratiefeindlichen begutachtete Partei jeden verdammten Sonntag den Teppich ausrollt, sie widert mich nur noch an.

Ansonsten gab es in der letzten Woche ein nettes Get together mit der einen Hälfte der Journalisten der Israel-Pressereise. Eine davon kam aus der Schweiz zu Besuch nach Berlin und alle anderen Teilnehmer*innen konnten sich unserem Termin kurzfristig anschließen. Die Nachbesprechung der Reise bei natürlich geteiltem Hummus (Hummus & Friends) war wirklich schön, und die Freude, diese reizenden Menschen wiederzutreffen, tut der frustrierten Berliner Winterseele im Glatteis mit BVG-Streik on top sowas von gut!

*Ich bin übrigens so alt, da wurden keine Mitglieder des BDNS, JF oder NS in die öffentlich-rechtlichen Medien geladen, weil es keine Notwendigkeit gab, Rechtsextreme inhaltlich zu stellen. Allen war klar, wofür die standen. Punkt. Und es ist auch klar, wofür die AfD steht. Punkt.

2026-02-06

Ui ui ui!

Man stelle sich jetzt vor, die SPD würde soziales Rückgrat zeigen, der Bundesfinanzminister (SPD) würde Attacke schreien und konsequent gegen Steuerhinterziehung von Überreichen vorgehen, sie würden die CDU – die sich sowieso nicht an den Koalitionsvertrag hält solange es die SPD-Punkte anbelangt – genausowenig in deren Punkten unterstützen und der Finanzminister (immer noch SPD) würde sich weigern, Gelder aus dem Sondervermögen an CDU-nahe Organisationen bzw. Vereine zu überweisen. Und Erbmasse eintreiben. Und damit den Sozialstaat auf die Sprünge helfen. Schulen auf Vordermann bringen. Und die Infrastruktur Deutschlands.

Was dann los wäre! Es ist so bitter: Denn mit den Geldern könnte die SPD in ihren Positionen wie Phoenix aus der Asche steigen! Wenn sie nur …

2026-02-05

Serkan C.

ist tot. Verprügelt von einem Schwarzfahrer. 60 Euro gegen ein Menschenleben. Und der Vater von Serkan C. hatte in der Folge des Todes seines Sohnes einen Herzinfarkt. Wegen 60 Euro.

Serkan C. war alleinerziehender Vater von zwei Kindern im Teenageralter.

In italienischen Eisenbahnen wird seid Covid regelmäßig eine Ansage in den Zügen abgespielt, von einer sehr resoluten Männerstimme vorgetragen – sie klingt sehr anders als als die üblichen freundlich-dynamischen Ansagen – dass jede Beleidigung, Angriff gegen Zug-/Bahnhofsmitarbeiter mit einer Anzeige geahnet werden. In jedem Fall die Polizei dazu gerufen wird.

Diese Verrohung der Menschen findet offensichtlich woanders auch statt, das hilft uns nicht weiter aber es scheint, als hätten wir ein gesellschaftliches Problem.

Mein Tipp, wenn ihr Zeug*in eines solche Vorfalls einmal werdet an Bahnhöfen, geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit: Greift euch den nächsten Feuerlöscher und richtet den Strahl in das Gesicht des Angreifers. Niemand mag Löschschaum/-pulver in seinen Augen haben. Die werden dann ablassen, weil sie ganz andere Probleme haben. Und: Selbst, wenn sie fliehen, sie werden diese Probleme in einem Krankenhaus lösen lassen wollen. Was einen Zugriff ziemlich sicher durch die Behörden möglich macht.

Was Züge anbelangt, hilft es generell sich zu orientieren, wo die untergebracht sind. (Auch für andere Situatioen) Auf Bahnhöfen hängen sie mindestens in der Nähe der Wachhäuser.

Das ist dann Notwehr. Schlimmstenfalls muss man einen Feuerlöscher ersetzen, rettet aber ein Menschenleben.

Und:

2026-02-04

Das Epstein-Grauen

Vorgestern wird mir auf Instagram ein Clip reingespült von einer sehr verzweifelten, jungen Frau, die völlig in Panik und weinend immer wieder ruft: „Sie essen Menschen!” Das Ganze wird inhaltlich im Kontext mit den Epstein-Files kommuniziert und kam über einen Account, der sich vornehmlich für Frauenrechte stark macht.

Ich hatte das direkt weggeklickt, weil es mir als unseriös vorkam und ich die Vermutung hatte, dass dies einer dieser Internetinhalte sind, die gefaket lanciert werden, um Stimmung zu machen, Skandale zu pushen, dabei helfen, dass selbst Menschen, die sehr professionell Fakten analysieren und zurückhaltend argumentieren, ein Stück ins falsche Boot zu holen.

Und ich dachte in dem Zusammenhang auch direkt: Die Frau ist auf einem Drogen-Trip.

Natürlich will man selbst den abscheulichsten Gestalten unserer Gesellschaft keinen Kannibalismus unterstellen. Heute, nachdem ich den Clip ein bisschen auf mich habe wirken lassen und das Gesehene für mich reflektiert habe, muss ich feststellen, ich schäme mich, weil ich zuerst die hervor getragene Ungeheuerlichkeit damit abtun wollte, und der Frau Drogenkonsum vorgeworfen habe.

Wir wissen, dass die missbrauchten Frauen im Epstein-Millieu unter Drogen gesetzt worden sind. Und sehr viele von ihnen werden dieses Drogen genau nicht bewusst selbst eingenommen haben. Shame on me, dass ich das thematisch dieser Frau als ihr eigenes Verhalten unterstellen wollte. Denn gerade ich als Berlinerin weiß natürlich, dass Drogenkonsum sehr oft eine eigene persönliche Entscheidung ist – ganz oft leider eben auch nicht. Und meist trifft der letztere Punkt: junge Mädchen und Frauen.

Und zum Thema „Sie essen Menschen!”, kann man sich sehr sicher vorstellen, dass in solchen Kreisen mindestens sehr schlechte Witze darüber gerissen werden. Was, wenn diese Idee in den erlauchten engen Kreisen hochstillisiert wurde bis zum Machbaren?

Und, wenn Menschen sich so völlig abartig benehmen, wenn Menschen sich aufgrund ihrer Erfolge und Verbindungen sowieso für nicht justiziabel halten? Wenn Menschen sich aufgrund ihrer unfassbaren Reichtümer zudem für gänzlich unangreifbar halten, weil ihnen so viele Menschen (mit vermeintlicher Macht) wie Marionetten zuspielen (müssen), weil sie längst erpressbar geworden sind? Wenn Menschen generell gar keine Grenzen einer Gesellschaft mehr für sich erkennen, weil sie es einfach nicht mehr wollen? Wenn Menschen so unglaublich abgehoben sind mit den allerschlechtesten Eigenschaften menschlicher Daseinsform, die man sich überhaupt vorstellen kann?

Was soll diese Klientel eigentlich davon abhalten, menschliches Fleisch zu essen und dabei keinerlei Schuldgefühle mehr zu spüren?

Was?

Wie sehr ich es hasse, mich mit solchen Möglichkeiten in der Realität beschäftigen zu müssen.

2026-02-02

Das Tote Meer – the Dead Sea

Und dann stand ich da – zum ersten Mal in meinem Leben am Toten Meer!
Das erste Mal habe ich vom Toten Meer in der Grundschule im Erdkunde-Unterricht bei Frau Schmidt gehört. Frau Schmidt war eine strenge, aber durchaus herzliche Lehrerin, vor der wir alle großen Respekt hatten. Ich erinnere mich, dass ich bei Frau Schmidt über die Jahre dreimal im Unterricht nach vorne ging, mit der Bitte, auf die Toilette zu dürfen, denn ich habe mir mit einer Vorliebe – die ich heute nicht erklären kann – vor allem in ihrem Unterricht Milchzähne gezogen.

Jedenfalls erzählte uns Frau Schmidt im Rahmen des Lehrplanes irgendwann von diesem Meer, in dem man nicht wirklich untergehen kann – und ich war, wie alle Mitschüler*innen sehr davon fasziniert und konnte es kaum glauben. Nur: Frau Schmidt mit ihrer großen Hornbrille stand nie im Verdacht, uns Kokolores zu erzählen. Später begegnete mir das Tote Meer nochmals im Biologieunterricht, Thema Salz und Dichte. Nun, die Logik verdichtete sich – aber die Faszination blieb.


Ein Meer ist ein See ist ein Salzsee

Dann liegt es vor dir: Yam Hamelah! Tatsächlich sind wir im Bus schon eine Weile entlang des Toten Meeres gefahren, das unter einem falschen Label da so liegt – am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. Es ist lediglich ein großer See, ein ziemlich toter See dazu, mit einem hohen Salzgehalt von bis zu 30 Prozent, normale Meere bieten da lediglich drei Prozent.
Das Salz des Toten Meeres besteht zum geringsten Teil, nämlich nur zu acht Prozent, aus dem (wenn man es so nennen darf) gesünderen Natriumchlorid. Magnesiumchlorid (53 %) und Kaliumchlorid (37 %) regeln hier vorrangig den Salzgehalt und diese Salze sind durchaus nicht ungefährlich für den menschlichen Organismus. Mit einer Gesamtfläche von 900 Quadratkilometern, mit einer Länge von 90 Kilometern und 17 Kilometern Breite ist er ein beeindruckend großer See. Er teilt sich in ein nördliches und ein südliches Becken. Die Rohstoffgewinnung aus dem See geschieht vorrangig im südlichen Bereich des Sees.
Und ja, Salzgehalt und Wasserstand variieren je nach Seebereich und Klimasituation. Dieser See trägt das Schicksal, das heutzutage die meisten Seen unseres Planeten leider erleiden müssen: Sie werden immer weniger.

Wenigstens muss man keine Sorge haben, hier von einem Fisch angeknabbert zu werden oder dem israelischen Ungeheuer von Loch Ness zu begegnen. Der See ist – von einigen hartgesottenen Mikroorganismen und Sooren abgesehen – so tot wie Ur-Ur-Urgroßomi.


Der Weg zum Toten Meer – ein visueller SPA-Aufenthalt

Wir hatten unser Tagesprogramm straff durchgezogen an diesem Tag, denn wir wollten nicht noch einmal erleben, wie am Tag zuvor: die Bootsfahrt auf dem See Genezareth in tiefer Dunkelheit, weil es halt auch in Israel im Dezember deutlich früher dunkel wird. Die Bootsfahrt war natürlich dennoch charmant, aber gesehen haben wir, außer dunkler, feuchter Materie und ein paar Lichtern am Ufer, nicht viel vom See. Bedauerlicherweise.
Alleine die Fahrt zum Toten Meer entlang der jordanischen Seite ist faszinierend, begleitet von vorbei huschenden Datteln, die sich mit der Wüstenlandschaft abwechseln. Dattelpalmen sind übrigens die einzigen Bäume, die mit dem Salzgehalt im Boden gut klarkommen.
Das Tote Meer war früher viel größer und natürlich sind die Böden hier immer noch sehr salzhaltig, was einfach nicht viel Flora natürlich gedeihen lässt. Die Wüstenlandschaft wird immer wieder von hohen Tafelbergen durchbrochen, die … bedenkt man, dass man sich mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel befindet, dann so hoch gar nicht sind. Diese Landschaft ist einfach herrlich traumhaft schön!
Je nach Sonnenstand schimmert das Tote Meer grünlich bis dumpf-türkis oder in einem zarten Rosé.


Im Toten Meer baden – wie ein Ausflug in den Physik-Unterricht!

Während wir an der Industriezone (Gewinnung von Salzen, Phosphat, Brom und Pottasche) und am –für uns zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten – Massada vorbeifahren und in die belebteren Zonen auf der israelischen Seite dank der üblichen Hotelbauten kommen, erklärt uns Reiseleiter Karl eindringlich die Do’s und Dont’s im Toten Meer. Unter dem Strich ist der Aufenthalt im Meer tatsächlich nicht so ungefährlich und, wie ich im späteren Verlauf für mich feststellen durfte, dadurch irgendwie auch etwas langweilig.

Denn: Schwimmen ist im Toten Meer eigentlich nicht. Tauchen auch nicht wirklich. Auch wenn es vielleicht physikalisch durchaus möglich ist – natürlich gegen mehr Widerstände, dann nur mit wirklich gut sitzender Tauchmaske. Man will (und sollte) das Salz einfach nicht in die Augen bekommen und es bitte schön auch nicht versehentlich trinken. Nicht einmal probeweise. Der hohe Salzgehalt wirkt ätzend und tut auch den Filterorganen im eigenen Organismus kein bisschen gut.
Die maximale Aufenthaltsdauer im Toten Meer sollte nicht viel länger als 20 Minuten betragen. Der hohe Salzgehalt dehydriert bei längeren Aufenthalten den Körper, das kann zu Kreislaufproblemen führen, schlimmstenfalls bis zum Herzstillstand. Der auch Grund ist für die meisten Todesfälle durch Ertrinken in diesem See. Also 20 Minuten, dann am Strand das Salz auf der Haut etwas einwirken lassen für wenige Minuten für die dermatologische Wirkung, dann aber unbedingt mit Süßwasser sorgsam abspülen. Und Wasser trinken. Wer gefärbte Haare hat, sollte diese besser unter einer Badekappe verstecken, das Salz – laut Karl – macht interessante Dinge mit künstlichen Haarfarben.

Dass man nicht länger im Meer bleibt, dafür sorgt übrigens auch die Strandwacht sehr deutlich und regelmäßig mit Ansagen. Und tatsächlich lässt sich sagen: Alle, die hier professionell mit dem Meer arbeiten, zeigen einen wissenden Gehorsam vor diesem besonderen Medium.
Wir waren dieses Mal rechtzeitig im Hotel in Ein Bokek und durften sehr schnell einchecken im (beeindruckenden) Prima Oasis SPA Hotel, um schnell noch bei Tageslicht ins Meer hüpfen zu dürfen. Das war perfekt, die meisten Hotelgäste hatten ihren Strandtag hinter sich gebracht – wir hatten das Meer, das auch im Dezember nicht wirklich kalt ist (und im Sommer bis zu 40 Grad haben kann), im Prinzip für uns alleine. Und das war jetzt im Dezember noch angenehm warm, leicht erfrischend.
Tatsächlich treibt man wirklich problemlos auf dem Meer, muss sich aber auf den Drehpunkt konzentrieren, damit man eben nicht versehentlich mit den Augen und dem Mund in Kontakt mit dem Wasser gerät. Das Wasser umschmeichelt den Körper mit einer leicht öligen Schicht und das Bad wird obendrauf von einem leichten Schwefelgeruch begleitet. Das ist alles charmant und sehr gut auszuhalten, aber ich persönlich bin dann doch eher Fan von Schwimmen dürfen, Strecke machen, abtauchen.

Ich glaube aber sofort, dass es Patienten mit Hautkrankheiten oder auch Atemproblemen hier sehr gut gehen wird – und wie gut, dass Krankenkassen im Fall hier die Kosten von Kuraufenthalten übernehmen. Einige Hotels haben auch barrierefreie Zugänge mit Rollstuhlrampen, die in den See führen.



Das Prima Oasis SPA Club Hotel

Wie gesagt, unser Check-in war im Prima Oasis SPA Club Hotel perfekt vorbereitet, damit wir noch im Tageslicht das Meer genießen konnten. Roomcard und den Zeitplan, wann ein jeder von uns im SPA gebucht war, und wir durften in der obersten Ebene einen traumhaften Blick auf den See genießen

Das Hotel liegt direkt an der Straße, die es nur vom Strand und Toten Meer trennt, direkt an der Bushaltestelle. Es verfügt über ein Buffet-Restaurant als auch Fine Dining Restaurant, Bar, einem SPA-Bereich und einem Outdorpool.
Der hauseigene SPA-Bereich offeriert ein umfangreiches Wellnessangebot. Wir durften eine kuschlig-dreckige Thalassobehandlung genießen, der ich dann noch einige Sauna- bzw. Haman-Aufenthalte folgen ließ. Denen mein erstes Schabbat-Buffet folgte, denn inzwischen war Freitag und Karl hatte (die sehr wenigen von uns, die zuvor nie in Israel gewesen waren) in die Rituale des Schabbats eingewiesen. Das Prima Oasis SPA Club Hotel hatte beim Abendessen die koscheren, üblichen Schabbat-Gerichte separat von anderen Speisen angerichtet – und es gab auch einen Sitzbereich im Restaurant, der augenscheinlich vorrangig von Juden in Anspruch genommen werden durfte.

Im Hotel stand ich vor meinem ersten Shabbat Elevator (Schabbat-Lift), den uns Nicole Dreyfus freundlich erklärte. Tatsächlich ist es in Israel in Gebäuden Pflicht, dass es Fahrstühle dieser Art gibt. Erst 2001 hatte die Knesset (Einkammerparlament des Staates Israel) festgelegt, dass es in Neubauten mehr als nur einen solchen Fahrstuhl geben muss.
Juden ist es verboten, am Schabbat, dem jüdischen Ruhetag, Feuer anzuzünden. Übertragen in die heutige Zeit, dürfen sie in der Zeit ab Freitag nach Sonnenuntergang bis zum Samstagabend und dem Erscheinen der ersten drei Sterne am Himmelszelt, weder einkaufen noch arbeiten noch elektrische Geräte bedienen. Da ein Fahrstuhl üblicherweise auf Knopfdruck nur reagiert, ist ein Shabbat Elevator im Prinzip ein moderner Paternoster mit Türen. Er fährt automatisch hoch und runter, stoppt automatisch auf jeder Etage und öffnet seine Türen, um Fahrgäste aufzunehmen bzw. auf der Wunschetage zu entlassen.

Nun, je nach Höhe eines (Hoch-)Hauses kann das eine Weile dauern. Ich habe leider den Fahrstuhl im Prima Oasis SPA Club Hotel nicht einmal die Türe öffnen sehen, während ich auf einen der anderen Fahrstühle wartete. Habe aber auch keine Menschen auf diesen Fahrstuhl in dieser Zeit explizit warten sehen. Jedenfalls bin ich von seinem rituellen Hintergrund durchaus angetan.
Den Tag ließen wir draußen im Hofgarten gemütlich mit spielender Katzenfamilie ausschleichen, während die hochtalentierte Sängerin in der Bar die Party steigen ließ.
Tatsächlich werde ich das Prima Oasis SPA Hotel als das Hotel mit den großzügigsten Loungebereichen in Erinnerung behalten. Überall, ob drinnen oder draußen, gab es gemütliche Sitzmöglichkeiten ohne Ende – nie gleich konzipiert!
Ob modern gestaltet, cosy oder luftig kolonnial – so konnte jeder nach Gusto seine persönliche Lieblingsecke entdecken. Mich hat’s begeistert.



Der Sonnenaufgang am Toten Meer – magisch!

Am nächsten Morgen stellte ich mir den Wecker angemessen früh, um den Sonnenaufgang auf dem Meer zu erleben. Das Wetter spielte klassisch nicht mit. Dennoch hatte ich eine wundervolle Zeit während meines Strandspazierganges, durfte mich der Fotografie hingeben und bekam Aufnahmen, die man bei klarer Sicht eben auch nie bekommen hätte.
Und vor allem durfte ich die einzigartige Schönheit der (harten) Salzblumen in stiller Ruhe betrachten.
Und das große Faszinosum der Gezeiten erleben. Während vor dem Sonnenaufgang das Wasser eine spiegelglatte, unfassbar kaum bewegte Oberfläche zeigte, ist, sobald die Sonne aufgegangen war, auch das Tote Meer zum Leben erwacht und zeigte von einer Sekunde auf die andere leichten Wellengang.

Ich durfte mir angucken, wie langsam das Strandleben erwachte. So früh noch einmal vor der Abreise ins Meer zu gehen, war gar nicht möglich. Die Strandaufsicht war da streng mit uns. Zurück ins Hotel zum Kaffee und zur Dusche, Frühstück und Abfahrt nach Masada.
Ich war am und im Toten Meer, erlebte meinen ersten Schabbat in Israel, habe einen Schabbat-Lift getroffen und niemand kann mir diese Erlebnisse mehr nehmen. Mit sehr viel Dankbarkeit getippt. Wenn das, die wundervolle Frau Schmidt wüsste.



Prima Oasis SPA Club Hotel
Anschrift: Ein Bokek, Dead Sea 8693000
Homepage: https://www.prima-hotels-israel.com/oasis-spa-club-hotel-dead-sea
Mail: oasisds@prima.co.il
Phone: +972-3-5522220

Stumpft die eigene Empathie ab?

Die Kulturzeitsendung auf 3sat vom vergangenen Freitag, wieder einmal für mich mit dem passenden Thema zur richtigen Zeit. Hauptthema der Sendung war die Vorstellung und Besprechung des Filmes „Quit vi encore” von Genevois Nicholas Wadimoff, in dem er neun geflüchtete Menschen aus Gaza zu Wort kommen lässt. Über ihr Leben vor den grauenvollen Angriffen Israels, ihre Flucht, das jetzige Leben, ihre Emotionen, ihr Trauma.

Danach das Gespräch mit der Medienwissenschaftlerin Marion G. Müller, die im Kontext mit Kriegsfotografien die Wirkung auf unser Empathieverhalten erforscht. Die herausstechende Frage: Stumpft unsere Empathie ab? treibt mich selber seit einiger Zeit um.

Ich versage mir seit einiger Zeit diese Bilder des Grauens, wann immer ich es verhindern kann. Als die Russen die Ukraine in diesem sinnlosen Krieg angegriffen haben, saß ich in Italien und wollte Covid-Ruhe und sah dann die Bilder im italienischen Fernsehen. Als die Hamas dieses fürchterliche Attentat Jahre später ausführte, saß ich in Italien – und zappte sofort weiter, mit Kenntnis um das, was dort geschehen war, dass ich diese Bilder nicht auch noch sehen musste. (Grauenvolle Gewalt durch Männer ist Frauen weniger fremd, als manche Menschen vielleicht denken.)

Gaza, Ukraine, Iran, jetzt auch die USA – ich sortiere mittlerweile streng. Naturkatastrophen in Ländern, denen es eh nicht gut geht und man weiß, man kann ihnen nicht genug helfen. Ich versuche, sie seit einiger Zeit auszublenden. Nicht, weil es mich nicht interessiert. Weil ich es nicht mehr ertrage.

Es gibt kein Verstehen für mich. Ich sehe solche Bilder viel zu viele Jahre immer und immer wieder, und was ich erkennen muss: Menschen sind fürchterlich grausam aus den niedrigsten Gründen. Sie fügen anderen Menschen Grausamkeiten zu, die ich in meinem seligen Deutschland nicht ertragen kann. Sie formuliert bekommen, tut im Hören weh. Ihnen ansichtig zu werden, brennt sich in meine Seele und verursacht diesen verständnislosen Schmerz, der dort seit Jahrzehnten sitzt und nie aufhören wird, weil es irgendwo auf diesem Planeten fürchterlich schlechte Menschen gibt.

Und ja, ich habe meine ureigenen Sorgen, existentielle Sorgen. Und es hilft mir auch nicht immer, zu wissen, es geht anderen sehr viel schlechter als mir. Ich weiß das, es nagt kontinuierlich.

Auch diese Form von Selbstschutz nagt kontinuierlich. Sie ist so sinnvoll, verursacht aber auch ständige Schuldgefühle. Ich muss diese Bilder nicht leben, zum Glück – sollte ich sie dann nicht wenigstens aushalten müssen? Ich kann diesen Menschen nicht wirklich helfen, höchstens im Allerkleinsten –sollte ich ihnen dann nicht wenigstens die Würde des Sehens zukommen lassen?

Und je weniger ich sehe, desto mehr werden dieses Schuldgefühl und das Mitgefühl. Nein, ich glaube, wer fähig ist, Empathie zu erleben, wird diese nicht von einem Zuviel an visuellem Grauen verlieren. Aber erleben, dass Empathie müde wird, dünn, Zeuge sein, wie sie einen dünnen Schutzfilm über sich zieht wie ein kleines Kind nachts im Bett, das sich unter die Bettdecke verkriecht, weil das Monster unter dem Bett sitzt.

Und manchmal wünsche ich mir das Monster unter dem Bett alternativlos zurück.

2026-02-01

Meine Krähenfreund'innen

haben bei mir ein neues Level freigeschaltet: Im Winter die Walnüsse anknacken und in Hälften in die Grünfläche werfen, weil sie die im Schnee deutlich schlechter geknackt bekommen.

Wobei ich es schon sehr liebe, wenn sie normalerweise die Nüsse Autos in die Spur legen oder aus der Höhe auf den Asphalt fallen lassen, diese cleveren Viecher.

2026-01-31

Da geht man beim Drogeristen …

… an der Deodorant-Abteilung vorbei vor dem zwei jungen Frauen stehen und schnappt den Satz tiefster Entrüstung auf, den die eine Frau zu anderen sagt: „Du kannst doch im Winter kein Sommerdeo benutzen?!!!”

Ja. So habe ich auch geguckt.

Und das sind dann Kosmetikinfluenzerinnen, die wählen gehen. Oder auch nicht.

(Für mich ist mit das Schlimmste an TikTok und Instagram, diese unfassbare Verblödung von Menschen in Bezug auf Kosmetik, Ernährung und Medizinthemen.)

2026-01-30

Vasa – Schwedens Geisterschiff

Was macht man, wenn man nicht so richtig beweglich ist und irgendwo seitlich rumliegen die beste Option ist? Klar, TV gucken.

Bin heute dabei über die zweiteilige Dokumentation auf arte „Vasa – Schwedens Geisterschiff” gestolpert, die leider nur noch neun Tage online verfügbar sein wird.

Während sich der erste Teil mit dem Unglück, der Inkompetenz im strategischen Bau und der Bergung der Galeone, die 1628 sank, beschäftigt, begibt man sich im zweiten Teil auf die Suche und Geschichte der verwendeten Materialien und erfährt von den heutigen Problemen, die das aufbereitete Schiff im Museum den Verantwortlichen macht – denn so richtig wohl fühlt sich das Wrack nicht an Land.

Unglaublich spannend diese Dokumentation – und ich kann sie nur empfehlen!

Kurze Frage …

Hat man eigentlich schon Bundeskanzler Merz sicher mit seinem Dienstwagen in die Tiefgarage eines Unfallkrankenhauses in Berlin fahren sehen, damit er denen dort seit Montag wegen nicht passierbarer Fußwege in Berlin, mangels ordentlicher Räumungsszenarien in der Stadt ausschließlich zum Nachteil von Fußgängern, in Behandlung befindlicher Patienten erklären kann, wie scheiße er und seine CDU es findet, dass sie jetzt wochenlang in ihrem Job ausfallen werden?

Oder verweigert er wieder mal einen Job wegen … Kälte.<

2026-01-29

Im Liegen gesendet …

So viel Glück im vermeidbaren Unglück.

Ich weiß nicht, wie es in anderen Städten Deutschlands ist. Aber in Berlin weißt Du, wenn im Winter draußen schwierige Straßenverhältnisse herrschen, zählt ausschließlich nur eine Bevölkerungsgruppe: Autofahrer*innen.

Gestern bin ich zum Moritzplatz zur Bushaltestelle gelaufen, hatte schon auf dem kurzen Weg zum Müll gemerkt: Die Verhältnisse der Fußwege sind auch zwei Tage nach dem großen Glatteis kaum geräumt, noch gestreut – es ist wirklich sehr gefährlich, sich auf Füßen, selbst mit Winterstiefeln, fortzubewegen.

Mich hat es erwischt. Einmal der Länge nach mit Schwung nach hinten geflogen. Im Fallen noch gedacht: „Bloß den Kopf schützen!” und obwohl ich den wirklich bewusst im Fallen nach vorne gezogen habe, bin ich mit dem Hinterkopf mit voller Wucht aufgeschlagen.

Zum Glück auf den Rucksack. (Lobpreise den Rucksack!) Ich wollte am Treffpunkt jemandem Stoff schenken (lobpreise meine Schenklust!), hatte den Stoff in einem Jutesack. Bin vorher noch zum Müll, hatte dann beschlossen, doch wieder auf die noch rutschfesteren Wanderstiefel umzusteigen, und kam dann auf die Idee, den Jutebeutel in den Rucksack zu packen (lobpreise die Idee), damit ich die Hände frei hätte.

Heißt: Ich füllte zum Glück kurz vorher den Rucksack noch mit sechs Lagen Winterstoff – dank dieser Idee bin ich also mit dem Hinterkopf nicht auf das blanke Eis aufgeschlagen, sondern mit Wucht deutlich sanfter auf das grandiose Rucksackpolster!

Ich habe das bei einem Ex-Kollegen einmal erlebt. Der hatte in einer Partylocation (Firmenparty) einen epileptischen Anfall und fiel rücklings auf Fliesenboden. Dem ist der ganze Hinterschädel – ungefähr so, wie eine Porzellantasse auf Steinboden zerbricht – zersplittert. Einzelne Splitter hatten sich ins Gehirn gebohrt, was dazu führte, dass man ihm Teile des Gehirns wegoperieren musste. Funfact: Er kam noch vor Ort zu Bewusstsein, wollte aufstehen und wieder weiterfeiern – und bloß keinen RTW. (Was wir natürlich anders regelten.)

Kurz: Ich hatte sehr viel Glück, dessen bin ich mir bewusst. Und wie interessant dabei: Das Schädeltrauma hätte ich gar nicht bekommen, weil ich beispielsweise beim Radfahren keinen Schutzhelm getragen hätte, sondern nur, weil sich die Stadt Berlin und Hauseigentümer einen Scheiß um geräumte Fußwege vor U-Bahnen und Zuwegen zu Bushaltestellen kümmern.

So tut mir nur der untere Teil des Rückens und der Podex irre weh, Prellungen, my ass! Ibu, Du Königin der Pharmaindustrie. Zumindest das Steißbein scheint unversehrt. Ach ja, wer ist zu mir gekommen und hat mir aufgeholfen?

Ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch mit Migrationsvordergrund brachte sich an gleicher Stelle für mich in Gefahr. Herzlichen Dank dafür! Eat it, Ihr Rasssisten!